Corona: Sozialkontakte meiden - Das kenn ich doch noch

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Antimainstream
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Corona: Sozialkontakte meiden - Das kenn ich doch noch

Beitrag von Antimainstream » Sonntag 22. März 2020, 18:03

Soziale Isolation - Das ist oberste Devise im Moment. Wie geht es euch damit? Das ist das erste was mich von AB zu AB(-ine) interessiert. Mir fiel es nicht leicht zu akzeptieren, wie unsere Freiheiten eingeschränkt werden. Aber Tag für Tag verstand ich es immer mehr. Ich sehe es ein, dass wir jetzt verzichten müssen, damit es uns bald wieder besser geht.

Es kommt mir wie eine Ironie vor. Vor wenigen Jahren hätte ich noch kein Problem damit gehabt, Leuten aus dem Weg zu gehen. Ich war Meister darin und wäre es vielleicht auch noch, wenn ich es wollte. Ich habe viel Zeit zu Hause verbracht. Erst im Hotel Mama und in meiner eigenen Bude kam ich das erste Jahr auch nicht aus meinen Gewohnheiten heraus. Da hätte ich alle Freiheiten gehabt und habe sie nicht genutzt. Jetzt nutze ich sie und werde eingeschränkt. :mrgreen:
Ja, es ist in diesen Tagen nicht einfach, sein ganzes Wochenende alleine in seiner Bude zu verbringen, wenn man doch das Sozialleben sucht und seit Jahren den Anschluss finden möchte. Gott sei dank gibt es die Sozialen Medien in denen mir deutlich wird, wie in meiner Region zusammengehalten wird. Das hellt meine Stimmung doch beachtlich auf. Ich hoffe und wünsche mir, dass ihr das auch sagen könnt.

Es hat schon die letzte Zeit angefangen, dass mir auffiel, wie ich innerhalb weniger Jahre so viel Zwischenmenschliches lernen durfte. Noch nie war mir so klar, dass ich für mein Alter doch ordentliche soziale Defizite hatte. In der Rückschau kann man es richtig gut sehen. Als kleiner Bub war ich schon richtig schüchtern und mied Kontakte. Beliebt war ich trotzdem in der Schule und meine Mitschüler kamen immer auf mich zu. Ein extremes Außenseiter-dasein erfuhr ich nie. Die Momente, in denen ich Außenseiter war, kreierte ich mir selbst. Als dann mit 11 der erste PC in's Haus kam, konnte man zusehen, wie ich immer weniger zum Spielen rauskam und verzockte eine sehr wichtige Zeit im Leben eines Menschen. Während die Anderen zum Zelten, Schwimmen etc. gingen zockte ich nur. Aber das ist alles schon im Forum niedergeschrieben und rolle ich nicht nochmal auf. Ich habe sehr lange damit gehadert und es sehr lange bereut. Heute bin ich immer noch nicht stolz darauf, aber habe gelernt es als Teil meiner Vergangenheit zu akzeptieren - diese kann ich nicht mehr ändern. Mit 18 kam ich in die Lehre und hatte nicht mehr so viel Zeit zum Zocken und mit 23/24 kapierte ich allmählich meine Situation. Eine wichtige Zeit, was das sozialleben angeht verzockt. Das musste erst mal verarbeitet sein. Da lag ich mental erst mal am Boden und fühlte mich nicht handlungsfähig. Zu dem Zeitpunkt war ich schon dabei diese 35 kg abzunehmen. Irgendwann galt es aus Hotel Mama auszuziehen. Es war eine richtige Überwindung für mich, das erste Mal aus so richtig alten Mustern auszubrechen. Dann, wie geschrieben, dauerte es immer noch ein Jahr, bis ich mal zaghaft anfing meine Freiheiten zu geniesen.

Am Anfang ging es mir auch nicht gut. Niemand kannte mich. Ich stand alleine da und alle um mich herum kannten jemanden - und das in meinem Heimatort und nicht in der Fremde. Aber wieder zurück in die Komfort-Zone zu gehen kam für mich nicht in Frage, denn da bin ich auf jeden Fall allein. Und es hat sich gelohnt irgendwann kam so ein richtiger Domino-Effekt in Gang. Wenn man immer in die gleichen Locations geht, kennen einen irgendwann die Leute und irgendwann kommt man halt in's Gespräch. Und auf ein Mal bist du kein Fremder mehr und du kommst mit dem Nächsten in's Gespräch. Heute fühle ich mich in diesen Locations schon fast wohler, als in meinem Wohnzimmer. :mrgreen: Wenn ich die Straße betrete ist die Gefahr hoch, dass ich nen Bekannten treffe. Wovon ich vor wenigen Jahren nur träumen konnte. Das ist alles sehr locker und lose, aber ich finde es trotzdem schon hammer :good: . Für Leute mit Anfang 20 bin ich (vor kurzem 30 geworden) inzwischen ein Original unseres Ortes. Habe ich jetzt schon ein paar Mal gesagt bekommen. Ich finde es faszinierend, vorallem wenn wir davon reden, dass ich vor gerade mal vier Jahren noch komplett alleine in meiner Bude ohne Sozialkontakte hauste.

Ein Leben, dass ich mir nicht mehr vorstellen kann und nicht mehr möchte. Aus gegebenen Anlass werde ich aber reichlich an diese Vergangenheit erinnert.

Und ich habe schon Tatendrang, mich sozial zu engagieren, wenn ich nächstes Jahr meinen Techniker (im Fernstudium) fertig bekomme. Was Politik angeht, war ich schon früh interessiert, aber die letzten Jahre recht verdrossen (trotzem immer schön brav unsere Demokratie durch meine Stimme unterstützt :mrgreen: ). Jetzt ist es soweit gekommen, dass ich feststellte, dass Kommunalpolitik, aufgrund der direkten Auswirkungen, gar nicht so uninteressant ist. Und in unserem Ort gibt es eine Partei (für die ich jetzt keine Schleichwerbung mache :mrgreen: ), die einfach ein richtig sympathischer Haufen ist. Außerdem vertritt sie im Grunde meine Ansichten (was sie dann in der Bundespolitik wirklich tut ist leider was Anderes). Und der Orts-Vorsitzende, dieser Partei hat neulich auch noch gemeint, dass er auf meinen Beitrittsantrag wartet. Ich war nie groß auf den Partei-Veranstaltungen, aber wir kennen uns etwas aus dem Nachtleben. Das pusht dich natürlich. Vorallem, vor kurzem kannte mich noch keiner und dann so ne Aussage :mrgreen: . Nur frage ich mich, was ich tun kann - irgendwie habe ich keinen Plan.
Und das Thema Chor lässt mir keine Ruhe mehr. Ich war jetzt bei der Probe eines sogenannten Kneipen-Chors dabei. Dieses starke Gemeinschafts-Gefühl hat mich richtig fasziniert. Und dann auch noch lauter sympathische Leute ( und hübsche Mädels ;) )

Solch einen Tatendrang habe ich in dieser Richtung noch nie verspürt. Und der Gedanke daran, sich für die Gemeinschaft zu engagieren, in der man lebt stimmt mich richtig positiv.

Boah. So viel Text wollte ich doch nicht schreiben. :mrgreen:

Ich hoffe, dass die Zeiten der sozialen Isolation nicht allzu lange dauern. Und deshalb hoffe ich, dass ihr auch schön brav den momentanen Regeln folge leistet, damit wir bald wieder unseren Freiheiten frönen können.

Bleibt gesund! :)
Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.
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Re: Corona: Sozialkontakte meiden - Das kenn ich doch noch

Beitrag von Ringelnatz » Sonntag 22. März 2020, 19:59

Antimainstream hat geschrieben:
Sonntag 22. März 2020, 18:03
Solch einen Tatendrang habe ich in dieser Richtung noch nie verspürt. Und der Gedanke daran, sich für die Gemeinschaft zu engagieren, in der man lebt stimmt mich richtig positiv.
Riesen-Kompliment Antimainstream! Für deinen Post und für alles, was du geschafft hast! Ich erinnere mich noch an die Zeit deines Auszugs - und was du seitdem alles in die Hand genommen und dir erarbeitet hast, ist einfach Hammer! :good:
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Re: Corona: Sozialkontakte meiden - Das kenn ich doch noch

Beitrag von tenorita » Montag 23. März 2020, 00:31

Ich finde auch, dass dein Text sich total klasse anhört! Und es tut mir unheimlich leid, dass du durch dieses entsetzliche Corona jetzt so " ausgebremst" wirst.
Für mich ist das gerade auch alles andere als einfach ( ich bin weder introvertiert noch schüchtern noch einsam). Aber das ganze Leben ist auf den Kopf gestellt. Ich arbeite, aber selbst da fallen alle Strukturen weg (Teamsitzungen, sonstige Zusammenkünfte, sozialer Austausch, Supervision etc.) und das ist eine harte Sache. Freizeitaktivitäten ( Chor, schwimmen gehen, Freunde treffen- alles weg). Und da ich in den ambulanten Erziehungshilfen arbeite, MUSS ich Kontakt zu den Familien haben- die Betreuten drehen alle auch am Rad und je mehr Restriktionen kommen ( die ich auch für nötig halte), desto gefährlicher wird es auch für mich, denn ich kann mich ja nicht mehr im Freien treffen...
Meine 24jährige Tochter trifft es schon die ganze Zeit noch härter...Sie studiert- Uni geschlossen! Sie arbeitet nebenbei als Führungskraft im Museum und an zwei Schulen leitet sie eine Koch- AG- alles geschlossen! Im Dezember hatte sie eine schwere Fuß-Op- mittlerweile kann sie wieder normal laufen und müsste dringend Physiotherapie machen- dort wurde sie aber " ausgeladen" mit der Begründung, sie sei eine Gefahr für die älteren Patienten- sie sei ja jung, das könne dann halt irgendwie alleine gut werden...Ihr Hobby ist Musik und Gesang- sämtliche Projekte (z.B. ihres Musicalvereins) abgesagt. Wir singen im Chor zusammen- abgesagt... Ihr ganzes Leben ist in den letzten Wochen komplett weggefallen. Und nach dem Kontaktverbot heute darf sie sich noch nicht mal mehr mit ihren Freunden treffen( eine nette kleine Clique von 5 Leuten, die ganz sicherlich KEINE "Coronaparties" gefeiert hat...die haben zusammen bis heute Abend noch mit Hochdruck den Umzug eines Mädchens über die Bühne gebracht, weil ab morgen das ja eigentlich auch nicht mehr erlaubt ist und sie sich keine Doppelmiete leisten kann...). Dass da die Nerven blank liegen, ist nur allzu verständlich...
Die momentane Situation ist alternativlos, aber für ALLE eine riesige Belastung. Erstens weil wir als Menschen nun mal Herdentiere sind und zweitens weil alle vertrauten Strukturen auf einmal wegbrechen und wir uns in kürzester Zeit völlig neu organisieren müssen. Hinzu kommt noch, dass keiner weiß, wie lange das dauern wird und die Angst davor, selbst schwer zu erkranken oder geliebte Menschen durch diese Krankheit zu verlieren. Und die Sorge vor den wirtschaftlichen Folgen...alles zusammen ist das wirklich eine Menge Holz auf einmal, was zu bewältigen ist...

Antimainstream, es werden auch wieder bessere Zeiten kommen! Lass dich nicht entmutigen, es wird die Zeit kommen, wo du alle deine Pläne wieder in Angriff nehmen kannst. Wir müssen jetzt alle einfach durchhalten!
Ich wünsche ebenfalls allen: Bleibt gesund!
Carpe diem! Quam minimum credula postero...

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Re: Corona: Sozialkontakte meiden - Das kenn ich doch noch

Beitrag von alex321 » Mittwoch 25. März 2020, 11:38

tenorita hat geschrieben:
Montag 23. März 2020, 00:31
Die momentane Situation ist alternativlos, aber für ALLE eine riesige Belastung. Erstens weil wir als Menschen nun mal Herdentiere sind und zweitens weil alle vertrauten Strukturen auf einmal wegbrechen und wir uns in kürzester Zeit völlig neu organisieren müssen. Hinzu kommt noch, dass keiner weiß, wie lange das dauern wird und die Angst davor, selbst schwer zu erkranken oder geliebte Menschen durch diese Krankheit zu verlieren. Und die Sorge vor den wirtschaftlichen Folgen...alles zusammen ist das wirklich eine Menge Holz auf einmal, was zu bewältigen ist...
Ich bin introvertiert und genieße die aktuelle Situation wenn ich ehrlich bin.

https://www.facebook.com/edustore.at/po ... 6522272458

Es ist so angenehm ruhig draußen, obwohl ich in einer Großstadt bin. Ich öffne das Fenster und höre ... Vogelgezwitscher! Sonst kaum etwas. In den Öffis ist reichlich Platz, kaum mehr Gedränge. In meinem liebsten Hobby, Onlinegames ist Hochbetrieb weil jetzt viel viel mehr Leute zu Hause sind und zocken. Sogar alte Klassiker, die normalerweise kaum mehr aktive Spieler haben, konnte ich die letzten Tage wieder online spielen.
Das Arbeitsamt lässt mir auch Ruhe weil aktuell alle Programme pausiert/abgesagt wurden und sie mit den vielen neuen Arbeitslosen ausgelastet sind.

Letzteres ist das Einzige was mir wirklich Sorgen macht: Die kommende Rezession. Bringt die Corona-Krise die ganzen Blasen zum platzen die sich die letzten Jahre aufgebaut haben, wird das schlimmer als 2008. Dann kann ich meine Hoffnung auf einen baldigen beruflichen Wiedereinstieg begraben.

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Re: Corona: Sozialkontakte meiden - Das kenn ich doch noch

Beitrag von Captain Unsichtbar » Mittwoch 25. März 2020, 12:01

alex321 hat geschrieben:
Mittwoch 25. März 2020, 11:38
tenorita hat geschrieben:
Montag 23. März 2020, 00:31
Die momentane Situation ist alternativlos, aber für ALLE eine riesige Belastung. Erstens weil wir als Menschen nun mal Herdentiere sind und zweitens weil alle vertrauten Strukturen auf einmal wegbrechen und wir uns in kürzester Zeit völlig neu organisieren müssen. Hinzu kommt noch, dass keiner weiß, wie lange das dauern wird und die Angst davor, selbst schwer zu erkranken oder geliebte Menschen durch diese Krankheit zu verlieren. Und die Sorge vor den wirtschaftlichen Folgen...alles zusammen ist das wirklich eine Menge Holz auf einmal, was zu bewältigen ist...
Ich bin introvertiert und genieße die aktuelle Situation wenn ich ehrlich bin.

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Es ist so angenehm ruhig draußen, obwohl ich in einer Großstadt bin. Ich öffne das Fenster und höre ... Vogelgezwitscher! Sonst kaum etwas. In den Öffis ist reichlich Platz, kaum mehr Gedränge. In meinem liebsten Hobby, Onlinegames ist Hochbetrieb weil jetzt viel viel mehr Leute zu Hause sind und zocken. Sogar alte Klassiker, die normalerweise kaum mehr aktive Spieler haben, konnte ich die letzten Tage wieder online spielen.
Das Arbeitsamt lässt mir auch Ruhe weil aktuell alle Programme pausiert/abgesagt wurden und sie mit den vielen neuen Arbeitslosen ausgelastet sind.

Letzteres ist das Einzige was mir wirklich Sorgen macht: Die kommende Rezession. Bringt die Corona-Krise die ganzen Blasen zum platzen die sich die letzten Jahre aufgebaut haben, wird das schlimmer als 2008. Dann kann ich meine Hoffnung auf einen baldigen beruflichen Wiedereinstieg begraben.
Dito.

Ich geniesse die Ruhe, und damit meine ich nicht nur die Lautstärke (kein Fluglärm mehr) sondern die ganze Stimmung. Es ist bei uns hier alles weniger hektisch. Ich glaube diese Situation, dass ein so grosser Teil der Weltbevölkerung gleichzeitig zum runterfahren gezwungen wurde, gab es noch nie.

Wenn man sowieso schon länger ziemlich unten ist im Leben, dann kann einen auch nicht mehr viel runterziehen, deshalb sehe ich momentan eigentlich mehr das Positive und die Möglichkeiten für die Gesellschaft. Auch wenn mein Glaube in Menschheit, die richtigen Schlüsse zu ziehen, noch nicht all zu gross ist. Aber ich lasse mich gerne überraschen. :lol:
"I never asked for this."

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Hoppala
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Re: Corona: Sozialkontakte meiden - Das kenn ich doch noch

Beitrag von Hoppala » Mittwoch 25. März 2020, 13:36

Captain Unsichtbar hat geschrieben:
Mittwoch 25. März 2020, 12:01
Auch wenn mein Glaube in Menschheit, die richtigen Schlüsse zu ziehen, noch nicht all zu gross ist. Aber ich lasse mich gerne überraschen. :lol:
Dito.
Die allgemeine Tempo- und Lärmreduzierung ist höchst angenehm. Natürlich auch teuer erkauft.

Ich habe ganz hinten im Kopf die Hoffnung, dass die Menschheit das registriert und künftig "Lebensqualität" ein wenig anders definiert als über "mehr, neu, innovativ".

Vorn in meinem Kopf überwiegen die Zweifel, dass das eintritt. Zuviele Klopapierfanatiker. Einzelhandel und Finanzgewerbe schämen sich nicht, die Situation schamlos für die Umgewöhnung auf "bargeldlos" zu nutzen. "Bitte halten Sie Abstand. Bitte lasen Sie unserem poersonal Zeit, die Regale nachzufüllen. Bitte zahlen Sie mit Karte." 2x sinnnvoll, 1x dreist. Tyipische Gehirnwäscherhetorik. Der man sich kaum entziehen kann, weil das Personal ebenso indoktriniert wird.
Anstatt Handschuhe, Mundschutz und Laborbrillle fürs Personal zu beschaffen. Plus Desinfektionsmittel, dann kann man das in der Belegschaft rotieren lassen und kommt mit geringen Stückzahlen uas.
Stattdessen wird ein Stück Plastikfolie an die Dcke getackert. Da merkt man dann wieder, dass "Hauptsache kostet nix" und "Denken? Das tun andere schon" halt quicklebendig sind.

Mein Mehl ist alle. Will einen Geburtstagskuchen backen. 6 Läden, nix zu kriegen.
Fahrradfahren wird ausdrücklich als beste Fortbewegungsmöglichkeit empfohlen, um dem Virus auszuweichen. Keiner traut sich aus dem Haus, und wenn, hocken sie im Auto ...
Leider tötet Corona Menschen, nicht die Dummheit.
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Re: Corona: Sozialkontakte meiden - Das kenn ich doch noch

Beitrag von Schlomo » Mittwoch 25. März 2020, 14:52

Ich denke, die Umstellung auf bargeldloses Zahlen macht durchaus Sinn. Wieso ist das dreist?
Kann man sich auch durch Geld mit dem Coronavirus infizieren?

Wie verhält es sich mit Geldscheinen und Münzen? Die Europäische Zentralbank geht nicht davon aus, dass die Ansteckungsgefahr durch den Kontakt mit Bargeld besonders groß ist. "Bislang gibt es keinerlei Belege dafür, dass das Coronavirus über Banknoten übertragen wurde", teilt eine EZB-Sprecherin auf eine Anfrage des Tagesspiegels mit. Das bestätigt die Bundesbank, die darauf verweist, dass das Eurosystem regelmäßig Untersuchungen dazu durchführt, ob die Produktion oder der Umlauf von Euro-Banknoten Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit haben können. "Für den Bürger werden im Umgang mit Banknoten und Münzen die gleichen Maßnahmen bezüglich der Handhygiene empfohlen wie bei allen anderen Gegenständen des alltäglichen Gebrauchs auch, wie zum Beispiel Türklinken, Einkaufswagen oder Zahlungsterminals", heißt es von der Bundesbank weiter.

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt Entwarnung: "Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen auf anderem Weg (Anmerkung der Redaktion: als über Tröpfchen- und Schmierinfektion), etwa über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch importiertes Spielzeug, mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für andere Coronaviren sind keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel oder den Kontakt mit trockenen Oberflächen bekannt. Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind allerdings durch Schmierinfektionen denkbar. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich."
Also alles nicht so schlimm, aber wenn man es komplett ausschließen kann... Außerdem geht es auch weniger darum, als um die durch die Geldübergabe unweigerlich entstehende Nähe zu den Kassierenden.

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Re: Corona: Sozialkontakte meiden - Das kenn ich doch noch

Beitrag von Swenja » Mittwoch 25. März 2020, 16:17

" Die Chinesen verstehen nicht, warum die Europäer keine Masken tragen
Wie erleben SPIEGEL-Korrespondenten die Coronakrise? In Paris kann man die Wohnung nur mit Passierschein verlassen, in Südafrika hält man Corona für eine Krankheit der Weißen. Laufend neue Eindrücke aus aller Welt.

- Peking, China: An Gesichtsmasken herrscht in China kein Mangel

- Moskau, Russland: Plötzlich wird die Lage auch hier ernst – und Putin spricht zur Nation

- Seoul, Südkorea: Eine App zeigt an, wo es in der Nähe noch wie viele Masken gibt

- Kapstadt, Südafrika: Der Präsident schickt die Armee in die Straßen

- San Francisco, USA: Ein Uber-Fahrer sieht in der Coronakrise eine große Gelegenheit

- Seoul, Südkorea: Jeder Flugreisende wird auf Corona getestet

- New York, USA: Ein Notarzt bricht in Tränen aus

- Paris, Frankreich: Wer das Haus verlässt, braucht einen Passierschein ...

- Peking, China: Paare dürfen nur an getrennten Tischen sitzen

- Bangalore, Indien: Wer verdächtig ist, bekommt einen Stempel

- Rom, Italien: Wenn Jogger von der Polizei verfolgt werden
Die Zukunft hat viele Namen. Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare. Für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte. Für die Tapferen ist sie die Chance.
Victor Hugo

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Re: Corona: Sozialkontakte meiden - Das kenn ich doch noch

Beitrag von Hoppala » Mittwoch 25. März 2020, 17:01

Schlomo hat geschrieben:
Mittwoch 25. März 2020, 14:52
Ich denke, die Umstellung auf bargeldloses Zahlen macht durchaus Sinn. Wieso ist das dreist?
Kann man sich auch durch Geld mit dem Coronavirus infizieren?

Wie verhält es sich mit Geldscheinen und Münzen? Die Europäische Zentralbank geht nicht davon aus, dass die Ansteckungsgefahr durch den Kontakt mit Bargeld besonders groß ist. "Bislang gibt es keinerlei Belege dafür, dass das Coronavirus über Banknoten übertragen wurde", teilt eine EZB-Sprecherin auf eine Anfrage des Tagesspiegels mit. Das bestätigt die Bundesbank, die darauf verweist, dass das Eurosystem regelmäßig Untersuchungen dazu durchführt, ob die Produktion oder der Umlauf von Euro-Banknoten Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit haben können. "Für den Bürger werden im Umgang mit Banknoten und Münzen die gleichen Maßnahmen bezüglich der Handhygiene empfohlen wie bei allen anderen Gegenständen des alltäglichen Gebrauchs auch, wie zum Beispiel Türklinken, Einkaufswagen oder Zahlungsterminals", heißt es von der Bundesbank weiter.

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt Entwarnung: "Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen auf anderem Weg (Anmerkung der Redaktion: als über Tröpfchen- und Schmierinfektion), etwa über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch importiertes Spielzeug, mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für andere Coronaviren sind keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel oder den Kontakt mit trockenen Oberflächen bekannt. Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind allerdings durch Schmierinfektionen denkbar. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich."
Also alles nicht so schlimm, aber wenn man es komplett ausschließen kann... Außerdem geht es auch weniger darum, als um die durch die Geldübergabe unweigerlich entstehende Nähe zu den Kassierenden.
Komplett ausschließen hieße, gar nichts mehr anzufassen. (Und das Atmen einzustellen - kleiner Hinweis darauf, dass "komplell ausschließen" kein Argument sein kann).
Warum also gerade Bargeld? Die Produkte aus dem Regel nehmen und - ganz wichtig - aufs Kassenband legen darf man .... Offensichtlich wird hier nur ein bereits bestehendes Interesse auf das Pandemiethema draufgesetzt. Mit der Angst gespielt.

In Fragen des Gesundheitsrisikos ist die EZB für mich keine Autorität. Allerdings fällt anscheinend auch denen kein Sachargument ein, wie man mit der Pandemie Bargeldvermeidung begründen könnte.
Beim Bundeamt für Risikobewertung hast du dein Zitat vor der entscheidenden Stelle beendet:
Um sich vor Virusübertragungen über kontaminierte Oberflächen zu schützen, ist es wichtig, die allgemeinen Regeln der Hygiene des Alltags wie regelmäßiges Händewaschen und Fernhalten der Hände aus dem Gesicht zu beachten.
Während überall Aushänge zum bargeldlosen Zahlen auffordern, sehe ich viele Kassierer und Packer ohne Maske, Laborbrille, Handschuhe. Dabei wäre das wirklich sinnvoll (insbesondere um das Augenreiben und sonst ins GEsicht fassen zu reduzieren - denn das veruracht das Infektionsrisiko!) . Die Brille wäre eigentlich das Wichtigste. Okay, etwas schwerer in entsprechenden Mengen zu beschaffen. große Fensterglasbrillen täten es auch. Fielmann hat gerade zu, die würden sicher gern mit ihren Kapazitäten aushelfen.

Das Management hat offenbar Prioritäten. Die wichtigsten Maßnahmen zur Vermeidung des Infektionsrisikos werden nicht bzw. zu selten durchgesetzt.
Aber das kaum zu benennende, nach aktuellem Kenntnisstand praktisch nicht vorhandene "Restrisiko" soll mit ungezählten Mahnungen zum bargldlosen Zahlen vermieden werden ....?

Diese Diskrepanz wäre jedem augenfällig, würde nicht Angst und Unwissen bei vorherrschen.
Ich habe schon erlebt, dass Menschen die o. g. Hinweise der Fachleute nicht glauben: "iih Bargeld! Schmutzig!" Während der behandschuhte Finger die Wange kratzt ...
Wenn das Kassenpersonal das flächendeckend glaubt, baut es sozialen Druck auf die Kundschaft auf. Sobald Bargeldzahler mit schiefem Blick angeschaut werden, wechseln die letzten. Das ist sinnvoll - wer profitiert?

Ja: dreist. Dreiste Strategie. Mehr noch: eigentlich unverantwortlich. Weil offenbar wegen Eigeninteressen das tatsächlich Wichtige aus den Augen verloren wird.
Und das sind die Leute (Management), die uns mit Lebensmitteln versorgen ...
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Re: Corona: Sozialkontakte meiden - Das kenn ich doch noch

Beitrag von Lazarus Long » Mittwoch 25. März 2020, 17:08

Ich weiß nicht mehr, wo ich es gelesen oder gehört habe, aber weder Münzen, noch Scheine sind bei üblicher Verwendung besonders infektiös.
Wenn der Vorbesitzer draufhustet und der neue Besitzer Münzen oder Scheine in den Mund steckt, dann sind sie natürlich ein Risiko für die Gesundheit.
Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.

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Re: Corona: Sozialkontakte meiden - Das kenn ich doch noch

Beitrag von Reinhard » Mittwoch 25. März 2020, 19:40

Hoppala hat geschrieben:
Mittwoch 25. März 2020, 17:01
Ich habe schon erlebt, dass Menschen die o. g. Hinweise der Fachleute nicht glauben: "iih Bargeld! Schmutzig!" Während der behandschuhte Finger die Wange kratzt ...
Vor allem sollen dann ein Kunde nach dem anderen das Touchpad bedienen. Wo am Tag schon 1000 Griffel dran waren. :hammer:
Wir müssen jetzt zusammenstehen, indem wir nicht zusammen stehen.

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Re: Corona: Sozialkontakte meiden - Das kenn ich doch noch

Beitrag von Schlomo » Mittwoch 25. März 2020, 23:12

Gut, seh ich halt zum Teil ein bisschen anders. Wie gesagt, ich denke es geht hauptsächlich darum, dem Kassierer möglichst nicht zu nahe kommen zu müssen. Ich denke nicht, das dort irgendeine bösartige Absicht hintersteckt uns zum Kartennutzen zu zwingen und sehe dort dementsprechend auch keine Dreistigkeit. Reduziert es das Risiko im Vergleich zur Alternative? Dann ist es gut.

Das Zitat habe ich dort beendet, weil fürs Thema irrelevant. Übrigens unterstützte das Zitat meine Meinung, dass es Sinn macht, nicht wirklich und war auch nicht dafür zitiert. Zitiert war es zur Info für alle Lesenden.

"Komplett ausschließen": Fehler von mir, schlecht formuliert. Klar geht das nicht.

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Re: Corona: Sozialkontakte meiden - Das kenn ich doch noch

Beitrag von Hoppala » Donnerstag 26. März 2020, 00:13

Schlomo hat geschrieben:
Mittwoch 25. März 2020, 23:12
Gut, seh ich halt zum Teil ein bisschen anders. Wie gesagt, ich denke es geht hauptsächlich darum, dem Kassierer möglichst nicht zu nahe kommen zu müssen.
Genau das ist nicht richtig. Herzlichen Gruß an die Formelerfinder, die der Bevölkerung gerad infektionsreduziertes Leben beipulen möchten.
1. Es geht darum, dass die Menschen auf Sicherheitsdistanz haben. Der Kassierer und der Kunde!
2. Es geht in erster Linie um die Vermeidung von Tröpfchen-, in zweiter Linie um die Vermeidung von Schmierinfektionen. Inwieweit ist ein Kunde am Kartenterminal (tröpfchen)relevant mehr vom Kassierer getrennt als bei Bargeldzahlung? Nach dazu, wären die Kassierer mit Schutzmaske, Schutzbrille, Handschuhen ausgestattet? Und inwieweit steigt das Risiko, wenn die Kunden am Terminal rum grabbeln? Inwieweit ist Schmierinfektion gesteigert, wenn Bargeld in eine behandschuhte Hand fällt?
Schlomo hat geschrieben:
Mittwoch 25. März 2020, 23:12
Reduziert es das Risiko im Vergleich zur Alternative? Dann ist es gut.
Wer aufhört zu atmen, reduziert das Infektionsrisiko für sich und andere. Ist das gut?
Diese Schlußfolgerung ist ein Irrtum.
Und dass noch abgesehen davon, dass es da Risiko eben nicht reduziert.
Schlomo hat geschrieben:
Mittwoch 25. März 2020, 23:12
Das Zitat habe ich dort beendet, weil fürs Thema irrelevant.
Die offiziellen und von relevanten Experten ersonnenen Hinweise, was zur Vermeidung von Infektionsrisiken wirkungsvoll ist, sind in einer Debatte darüber, welche Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionsrisiken sinnvoll sind, woh kaum irrelevant ...
Schlomo hat geschrieben:
Mittwoch 25. März 2020, 23:12
"Komplett ausschließen": Fehler von mir, schlecht formuliert. Klar geht das nicht.
Danke.
Damit sind wir im Bereich der Relationen und der Abwägung
Und damit bricht der ganze Argumentationsweg zusammen.
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Re: Corona: Sozialkontakte meiden - Das kenn ich doch noch

Beitrag von Schlomo » Donnerstag 26. März 2020, 09:12

Ich denke, hier einigen wir uns einfach mal darauf, dass wir uns nicht einigen.

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Re: Corona: Sozialkontakte meiden - Das kenn ich doch noch

Beitrag von kreisel » Donnerstag 26. März 2020, 10:01

Reinhard hat geschrieben:
Mittwoch 25. März 2020, 19:40
Vor allem sollen dann ein Kunde nach dem anderen das Touchpad bedienen. Wo am Tag schon 1000 Griffel dran waren. :hammer:
Bei uns heißt kontaktloses Zahlen auch kein Kontakt zum Touchpad. Karte oben drangehalten (ohne Berührung)
und das wars. Keine PIN, keine Unterschrift. Klar bietet das jetzt Sicherheitslücken.

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Re: Corona: Sozialkontakte meiden - Das kenn ich doch noch

Beitrag von Schlomo » Donnerstag 26. März 2020, 11:26

kreisel hat geschrieben:
Donnerstag 26. März 2020, 10:01
Reinhard hat geschrieben:
Mittwoch 25. März 2020, 19:40
Vor allem sollen dann ein Kunde nach dem anderen das Touchpad bedienen. Wo am Tag schon 1000 Griffel dran waren. :hammer:
Bei uns heißt kontaktloses Zahlen auch kein Kontakt zum Touchpad. Karte oben drangehalten (ohne Berührung)
und das wars. Keine PIN, keine Unterschrift. Klar bietet das jetzt Sicherheitslücken.
Ich meine, das ist aber nur bis 25 Euro möglich. Für mich gut, weil ich meist nur in dem Rahmen einkaufe. Single-Haushalt halt.

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Re: Corona: Sozialkontakte meiden - Das kenn ich doch noch

Beitrag von kreisel » Donnerstag 26. März 2020, 12:42

Schlomo hat geschrieben:
Donnerstag 26. März 2020, 11:26
Ich meine, das ist aber nur bis 25 Euro möglich. Für mich gut, weil ich meist nur in dem Rahmen einkaufe. Single-Haushalt halt.
Achso, das kann sein, dass es nur bis zu diesem Betrag geht. Ich komme da auch nicht drüber.

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Re: Corona: Sozialkontakte meiden - Das kenn ich doch noch

Beitrag von Hoppala » Donnerstag 26. März 2020, 14:26

Schlomo hat geschrieben:
Donnerstag 26. März 2020, 09:12
Ich denke, hier einigen wir uns einfach mal darauf, dass wir uns nicht einigen.
Im Rahmen der Forums ist das akzeptabel.
Im Kontext der eigentlichen Fragestellung nicht - denn hier gibt es keine Meinungsunterschiede, sondern prüfbare Argumentationsketten. Die sind in sich entweder korrekt oder nicht. Danach kann man Meinungsunterschiede offen lassen.

Ich denke, es geht um folgende Frage:
1. Bietet Bargeld ein relevantes Infektonsrisiko? Antwort der "Bargeldlosvertreter": besser, wir gehen mal da von aus. Antwort der Experten: Nein. (So sagt das ein Experte natürlich nicht. Der sagt, er hat noch keine Hinweise darauf gefunden. Für die Praxis ist das identisch. Der Experte stellt in Rechunng, dass er nicht alles weiß / sich vielleicht irrt. Viel Raum für interessierte Laien, Gefahren zu vermuten und für vermutete Gefahren vermutete Abwehrstrategien zu propagieren. Umgangssprachlich nennt man das auch "heiße Luft". Und wenn Akteure mit spezifischen Experten diese heiße Luft poduzieren - noch dazu, während echte Fakten ignoriert werden -, ist Misstrauen erstes Gebot)
2. Falls Bargeld wider Erwarten doch ein Risiko bietet: welche Schutzmaßnahmen gäbe es? Da fällt auf, dass die 08/15-Ratschläge der Experten, die ohnehin durchgeführt werden sollten, das eventuelle Risiko bereits ausschalten. Zusätzliche spezifische Maßnahmen also nicht erforderlich wären.
3. Falls Bargeld darüber hinaus ein Risiko bieten sollte - wären die Risiken der Gegenmaßnahmen abzuwägen. Nun gibt (oder gäbe, bei Umsetzug der Expertenvorgaben) es dieses Bargeldrisiko ncht. Auf der anderen Seite haben wir ein nachweisbares Risiko der Datenerfassung und des -Missbrauchs, sowie die Verschiebung wirtschaftlicher Autonomie (was iimmer auch "Gestaltungsspielraum, Macht, Einfluss" bedeutet) und der Kontrolle über das Geldsystem. Ganz schöne Brocken ...
Ganz zu schweigen von dem hoheren Aufwand, den ich als Kunde dann habe; aber das wäre hier ein Randaspekt.

Und bei alldem gibt es bislang kein Sachargument, das bargeldlose Zahlung aus epidemologischen Gründen rechtfertigen könnte. Die ganzen Plakate täuschen mutwillig (so wie die Reyclingplakate an den Pfandautomaten, die dem uninformierten Bürger suggerieren, aus einer alten Flasche würde ohne weiteren Umweltschaden eine neue ...). Und das Personal selbst glaubt es inzwischen. So kommt zur nicht vorhandenen Vermeidung des Infektionsrisiko Verdummung und Gruppendruck zur Mythosbildung dazu.

Das ist die Sachlage. Nun kann man streiten, ob man diese Sachlage bedenklich findet, oder einem egal ist, oder befürwortet. Das ist die Stelle für "agree to disagree".

Sobald jemand Kompetentes sagt: die empfohlenen 08/15-Maßnahmen sind unmöglich umzusetzen UND Bargeld bietet aller Wahrscheinlichkeit nach ein relevantes Infektionsrisiko, wäre die Risikoabwägung neu vorzunehmen. Oder wenn jemand zeigt, dass bargeldlose Zahlung keine neuen Risiken an anderer Stelle bringen kann.
Keine Frage.
Was ich bisher so höre, ist nur ne Menge Treu und Glauben (und meistens nur: persönliche Vorlieben: "ist bequemer". Was ja gar nichts zur Sache tut. Wobei die persönliche Vorliebe, das persönlich überhaupt nicht bequemer zu finden, aber auch wieder nicht akzeptiert wird ... dieses "Argument" ist also offenbar keines, seine stete Wiederholung dient dazu, eine Sachbetrachtung u vermeiden)
Und ich verfolge die Debatten und mediale Beiträge interessiert. Ich fände es ja selbst gut, wenn ich mir da unnütz Sorgen mache, und hoffe immer auf entsprechende Ausgestaltungen/Sachargumente. (Nur damit es nicht heißt: "der ist sowieso dagegen". Ich wäre sehr zufrieden, wenn die Sachlage eine andere wäre.)
Nur Treu und Glauben, wenn Konzerne mit dem Handlungsprimat der Gewinnmaximierung ihre Finger im Spiel haben, ist in der Vergangenheit selten gut ausgegangen, und mir dann doch etwas wenig..

Bis dahin ist die Antibargeldpropaganda im Zusammenhang mit der Pandemie eine weitere dreiste Masche.
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Re: Corona: Sozialkontakte meiden - Das kenn ich doch noch

Beitrag von Pseud_O'Nym » Donnerstag 26. März 2020, 15:53

Hoppala hat geschrieben:
Donnerstag 26. März 2020, 14:26
Ich denke, es geht um folgende Frage:
1. Bietet Bargeld ein relevantes Infektonsrisiko? Antwort der "Bargeldlosvertreter": besser, wir gehen mal da von aus. Antwort der Experten: Nein. (So sagt das ein Experte natürlich nicht. Der sagt, er hat noch keine Hinweise darauf gefunden. Für die Praxis ist das identisch. Der Experte stellt in Rechunng, dass er nicht alles weiß / sich vielleicht irrt. Viel Raum für interessierte Laien, Gefahren zu vermuten und für vermutete Gefahren
.....
Bis dahin ist die Antibargeldpropaganda im Zusammenhang mit der Pandemie eine weitere dreiste Masche.
Es gibt mittlerweile wohl einige Untersuchungen, auf welchen Flächen sich Corona wie lange "hält". Auf Edelstahl und Kunststoff kann der Virus mehrere Tage überleben. Kupfer und damit auch Kupferlegierungen mag Corona gar nicht, da ist es nach einigen Stunden futsch. Papier und unsere baumwollhaltigen Geldscheine liegen etwa im Mittelfeld, etwa 24 Stunden - wenn ich es richtig im Gedächtnis habe.

Bezahlen mit 1-, 2- und 5-Cent Münzen ist also ziemlich ungefährlich :D .

Die jetzige Kampagne ist offensichtlich nur ein weiterer Versuch, den Menschen das Bargeld wegzunehmen.

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Re: Corona: Sozialkontakte meiden - Das kenn ich doch noch

Beitrag von Hoppala » Freitag 27. März 2020, 15:06

Pseud_O'Nym hat geschrieben:
Donnerstag 26. März 2020, 15:53
Es gibt mittlerweile wohl einige Untersuchungen, auf welchen Flächen sich Corona wie lange "hält". Auf Edelstahl und Kunststoff kann der Virus mehrere Tage überleben. Kupfer und damit auch Kupferlegierungen mag Corona gar nicht, da ist es nach einigen Stunden futsch. Papier und unsere baumwollhaltigen Geldscheine liegen etwa im Mittelfeld, etwa 24 Stunden - wenn ich es richtig im Gedächtnis habe.

Bezahlen mit 1-, 2- und 5-Cent Münzen ist also ziemlich ungefährlich :D .

Die jetzige Kampagne ist offensichtlich nur ein weiterer Versuch, den Menschen das Bargeld wegzunehmen.
Das sind Laborergebnissse. In der Praxis kann das anders sein.
Ist aber alles wurscht, wenn die Kassierer Handschuhe tragen. Oder ohne Handschuh sich nicht die Finger ablecken ... Letzteres ist auch der Kundschaft zu empfehlen.

Das wäre als Warnhinweis in den Läden sinnvoller (soweit es das Infektiosrisiko betrifft): "erst Hände waschen, dann ablecken ..."
Ein Handwaschbecken am Ein/Ausgang wäre auch was. Mit nem langen Schlauch wär das doch wohl rasch möglich?? Könnte man auch Einkaufswagengriffe etc. mal eben abwischen.
Und den Antibargeld-Aufwand sparen. So einfach könnte es sein - wenn es wirklich ums Infektionsrisiko ginge.
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