"Reportage" über "Incels"

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"Reportage" über "Incels"

Beitrag von Icke_Bins » Freitag 31. Juli 2020, 14:18

Auch wenn die meisten ABs sich zum Glück nicht mit dem sehr negativ besetzten Begriff des "InCels" identifizieren, gibt es ja gewisse Überschneidungspunkte mit dieser Community, nämlich die als unfreiwillig empfundene Beziehungslosigkeit zu einem/r Intimpartner/in.

Daher ist die folgende Doku bestimmt auch für einige hier interessant. Vorab: meinem Eindruck nach ist der Film eher unausgewogen und reißerisch gemacht. Die InCels werden pauschal als frauenhassende, potentielle Massenmörder dargestellt und auf die psychosozialen Hintergründe des Phänomens "beziehungslose Erwachsene" wird gar nicht eingegangen. Ich würde hier schon fast von Bild - RTL 2 Niveau sprechen, obwohl es sich um eine ARD / ZDF Produktion handelt.

Schaut euch das mal an, bin gespannt was Ihr dazu denkt?
https://www.youtube.com/watch?v=ArKsF6nbMHA

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Re: "Reportage" über "Incels"

Beitrag von Sususus » Freitag 31. Juli 2020, 14:28

Naja, das Thema war ja nun auch spezifisch "gefährliche Incels" und nicht "Erwachsene mit Beziehungsproblemen". Aber ich fand es insgesamt auch eher so mittelprächtig, weil das mMn relevante eher "wie findet Radikalisierung im Netz statt" ist und nicht "wie radikal sind einzelne Personen". Und ein "oh Gott, die bringen uns gleich um"-Entsetzen ist jetzt insgesamt einfach nicht sehr förderlich (was sicher auch ein bisschen das Youtube-Format mit sich bringt, aber man muss das Spiel ja nicht mitspielen, das kriegen die anderen Funk-Reportagen besser hin).

Und ist die stückweite Entgleisung hin zu "frauenhassende, potentielle Massenmörder" nicht schon auch Teil der Incel-Community (da wäre die Frage, ob man sagen kann, dass das gewollt oder eher ein "ungewolltes Nebenprodukt" ist)? So ein bisschen wie wenn permanent gezündelt wird und irgendwann bricht Feuer aus.
Nach ein paar Metern fand ich in einer Apotheke einen Geldautomaten, doch ich gab die falsche Geheimzahl ein. [...] Ich war nicht besonders besorgt, meine Karte war ja nicht beschädigt, sondern eher traurig: Ich hatte einfach meine Geheimzahl vergessen. (Teju Cole: Open City)

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Re: "Reportage" über "Incels"

Beitrag von Giebenrath » Freitag 31. Juli 2020, 14:37

Ich fand die Reportage nicht reißerisch.
Einigen gängigen Pauschalisierungen wird wiedersprochen, z.B. die oftmals verbreitete Gleichsetzung von Incels mit Rechtsradikalen wird wiederlegt.

Es ist eine Reportage über die aktuelle Incel-Forenszene und insbesondere die Nutzer aus Deutschland.
Erstaunlich war für mich, dass die meisten "Incels" in den Foren noch sehr jung sind, häufig noch minderjährig, nur selten über 20.
Zuletzt geändert von Giebenrath am Freitag 31. Juli 2020, 14:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Reportage" über "Incels"

Beitrag von Icke_Bins » Freitag 31. Juli 2020, 14:38

Sususus hat geschrieben:
Freitag 31. Juli 2020, 14:28
Naja, das Thema war ja nun auch spezifisch "gefährliche Incels" und nicht "Erwachsene mit Beziehungsproblemen".
Wäre schön gewesen, wenn die Macher des Films diese Unterscheidung getroffen hätten, aber für einen Zuschauer, der noch nie vorher was von "InCels" gehört hat, wirkt es zwangsläufig so, als seien eben alle Menschen, auf welche die Beschreibung "involuntarily celibate" (übersetzt vom Reporter mit "unfreiwillige Jungfrau") zutrifft, irgendwelche gefährlichen, extrem frauenverachtenden, potentiellen Terroristen.

Da musst du dir nur die Kommentare unter dem Video, die überwiegend von Kindern und Jugendlichen zu stammen scheinen, anschauen. Dieser Film hat m.M.n. das Potential insbesondere Kinder und Jugendliche, die sich auch mit dem Thema Beziehung schwertun, weiter zu stigmatisieren, da es für diese ja nun das Label "InCel" gibt, was eben mit Außenseitertum, Frauenverachtung, Asozialität und Gefahr assoziiert wird.

Aber okay, ich halte mich jetzt erstmal raus aus der Diskussion, bin gespannt was unsere AB Community noch dazu zu sagen hat.

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Re: "Reportage" über "Incels"

Beitrag von Vogel » Freitag 31. Juli 2020, 14:43

Ich fand es nicht reisserisch. Es wäre aber besser gewesen, wenn sie den Begriff und die Herkunft besser erklärt hätten. So traut man sich als AB sich gar nicht mehr zu outen. Und es gibt im englischen Raum bessere Dokus darüber- vor allem ist man dort ein Schritt weiter und fragt sich, wie das Problem angegangen werden kann. Hier dagegen steht man immer noch ratlos vor einem "neuen" Phänomen.

Sie sprechen aber ein tatsächliches Problem an: es passiert nix dagegen. Ich hatte letztes Jahr ein ehemaliges Mitglied dieses Forums wegen inceltypischer Morddrohungen in einem anderen Internetort der Polizei gemeldet. Die Behörden haben nicht viel getan- die Ermittlungen offenbar eingestellt.
Und das ist ein Problem- eins von vielen dabei.

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Re: "Reportage" über "Incels"

Beitrag von Ninja Turtle » Freitag 31. Juli 2020, 18:43

Die Aussage „Einsamkeit macht aggressiv“ kann ich ganz gut nachvollziehen. Bei Männern ist das wohl häufig so. Besonders, wenn sie noch jung und voller Testosteron sind.

Und dass viele deutsche User einen Migrationshintergrund haben finde ich auch interessant. Mir ist schon öfters aufgefallen, das bei den AB-Treffen kaum Mitglieder mit offensichtlichen Migrationshintergrund dabei sind.
Und wahrscheinlich hätten es diese Männer auch schwer bei uns. Schade eigentlich.

Und als letztes finde ich auch die Aussage interessant, dass wenn man etwas oft genug gesagt hat, die Wahrscheinlichkeit steigt, dass man das auch tut. Bzw tatsächlich glaubt.
Von daher finde ich nicht die User gefährlich, sondern die Existenz solcher Foren.
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Re: "Reportage" über "Incels"

Beitrag von Clochard » Freitag 31. Juli 2020, 18:48

auch in der PU-Szene sind sehr viele Männer mit Migrationshintergrund

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Re: "Reportage" über "Incels"

Beitrag von NBUC » Freitag 31. Juli 2020, 18:52

Ninja Turtle hat geschrieben:
Freitag 31. Juli 2020, 18:43
Und dass viele deutsche User einen Migrationshintergrund haben finde ich auch interessant. Mir ist schon öfters aufgefallen, das bei den AB-Treffen kaum Mitglieder mit offensichtlichen Migrationshintergrund dabei sind.
Und wahrscheinlich hätten es diese Männer auch schwer bei uns. Schade eigentlich.
An was machst du das dann fest?
Gerade in Fernost ist das Problem ja wohl auch schon recht markant ist.
Wobei der User DerAsiate dazu vielleicht näheres zu sagen könnte.
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Re: "Reportage" über "Incels"

Beitrag von Ninja Turtle » Freitag 31. Juli 2020, 19:06

NBUC hat geschrieben:
Freitag 31. Juli 2020, 18:52
Ninja Turtle hat geschrieben:
Freitag 31. Juli 2020, 18:43
Und dass viele deutsche User einen Migrationshintergrund haben finde ich auch interessant. Mir ist schon öfters aufgefallen, das bei den AB-Treffen kaum Mitglieder mit offensichtlichen Migrationshintergrund dabei sind.
Und wahrscheinlich hätten es diese Männer auch schwer bei uns. Schade eigentlich.
An was machst du das dann fest?
Gerade in Fernost ist das Problem ja wohl auch schon recht markant ist.
Wobei der User DerAsiate dazu vielleicht näheres zu sagen könnte.
Na daran, dass ich zB noch nie jemanden mit dunkler Hautfarbe bei einem Treffen gesehen habe.
Was in Fernost los ist weiß ich ja nicht.
:kopfhoerer: :tanzen2: :umarmung2:

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Re: "Reportage" über "Incels"

Beitrag von Clochard » Freitag 31. Juli 2020, 19:11

Ninja Turtle hat geschrieben:
Freitag 31. Juli 2020, 19:06
Na daran, dass ich zB noch nie jemanden mit dunkler Hautfarbe bei einem Treffen gesehen habe.
Was in Fernost los ist weiß ich ja nicht.
also wenn das für dich Migrationshintergrund ist, lebst du aber auf dem Mond

ich habe in der PU-Szene extrem viele Russlanddeutsche kennengelernt - denen sieht man das nicht an und wenn sie schon als Kind hierherkamen (die Russlanddeutschen durften soweit ich weiß ja schon unter Kohl in die BRD), sprechen sie oft sogar völlig akzentfrei

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Re: "Reportage" über "Incels"

Beitrag von NBUC » Freitag 31. Juli 2020, 19:15

Ninja Turtle hat geschrieben:
Freitag 31. Juli 2020, 19:06
Na daran, dass ich zB noch nie jemanden mit dunkler Hautfarbe bei einem Treffen gesehen habe.
Was in Fernost los ist weiß ich ja nicht.
Hier war schon einmal eine ich meine Schwarzafrikanerin dabei.
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Re: "Reportage" über "Incels"

Beitrag von Esperanza » Freitag 31. Juli 2020, 19:23

NBUC hat geschrieben:
Freitag 31. Juli 2020, 19:15
Ninja Turtle hat geschrieben:
Freitag 31. Juli 2020, 19:06
Na daran, dass ich zB noch nie jemanden mit dunkler Hautfarbe bei einem Treffen gesehen habe.
Was in Fernost los ist weiß ich ja nicht.
Hier war schon einmal eine ich meine Schwarzafrikanerin dabei.
Hoffentlich entgleitet dieser Thread nicht....
Ob du glaubst etwas erreichen zu können oder nicht - du liegst immer richtig. Henry Ford.
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Re: "Reportage" über "Incels"

Beitrag von Clochard » Freitag 31. Juli 2020, 19:41

NBUC hat geschrieben:
Freitag 31. Juli 2020, 19:15
Ninja Turtle hat geschrieben:
Freitag 31. Juli 2020, 19:06
Na daran, dass ich zB noch nie jemanden mit dunkler Hautfarbe bei einem Treffen gesehen habe.
Was in Fernost los ist weiß ich ja nicht.
Hier war schon einmal eine ich meine Schwarzafrikanerin dabei.
ich glaub ich weiß wer...

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Re: "Reportage" über "Incels"

Beitrag von Icke_Bins » Freitag 31. Juli 2020, 19:42

Ich bin selbst dunkelhäutiger Afrogermane, aber ohne eigenen Migrationshintergrund. Ich glaube persönlich nicht, dass ein Großteil der "Incels" in Deutschland einen Migrationshintergrund hat und / oder dunkelhäutig ist.

Was die Journalistin in dem Beitrag wohl überrascht hat war wohl eher der Umstand, dass sie in Ihren Recherchen überhaupt auf mehrere Leute gestoßen ist, die einen solchen Hintergrund haben, eben weil die Incel-Community auch oft mit rassistischen und rechtsextremen Memes und Aussagen assoziiert wird, was ja in der Reportage auch deutlich wird, als sie mit einem Incel chatten, der dort seine anti-afrikanischen "Rassentheorien" verbreitet.

Tatsächlich spielen die Anhänger in Ihrem Zynismus und Ihrer Polemik häufig mit Nazisymbolik oder bekunden Sympathien für das NS-Regime, was bis zur Holocaustleugnung reicht, wie ich sehen konnte, als ich mir mal deren anscheinend außerhalb der EU-Rechtsprechung beheimatetes Forum angeschaut habe. Ich denke dass ist in erster Linie eine Provokation, weil man sich ja selbst als Außenseiter sieht und die Werte des "Establishments" oder "Mainstreams" ablehnt, was man natürlich besonders stark zum Ausdruck bringt, wenn man mit Nazitabus spielt.

Insgesamt habe es glaube ich einige Migranten aus bestimmten Ländern und sozialen Hintergründen tatsächlich besonders schwer. Erstmals aufgefallen ist mir das, als ich eine Zeit lang (aus reiner Neugier und Unterhaltung) einen Kanal von einem in Berlin lebenden, indischstämmigen Pickup-Coach verfolgt habe. Jedes zweite Video von dem hatte einen Titel wie: "ugly dark skinned foreigner gets hot blonde German woman". In den Kommentaren konnte man sehen, dass viele seiner Follower auch Migranten, z.B. Inder, sind, die aus beruflichen oder Studiengründen in Deutschland leben und gerne bei deutschen / europäischen Frauen landen würden.

Das Problem: indische Männer sind im Durchschnitt signifikant kleiner als deutsche Männer. Nicht nur das, im Durchschnitt sind sie gar kleiner als die deutsche Frau. Da Frauen bekanntermaßen überwiegend einen größeren Partner haben wollen (meistens), sind die meisten indischen Männer hier also im Nachteil. Gleichzeitig wird nicht zuletzt in Indien das blond-blauäugige Schönheitsideal verehrt, so dass sich manche der hier lebenden Inder eine entsprechende Partnerin wünschen.

Natürlich betrifft das nicht nur die indische Community, sondern auch viele andere migrantische Männer und was die Körpergröße angeht ganz allgemein alle Männer, die zu sehr von der Durchschnittsgröße abweichen.

Dazu kommt die sprachliche Barriere, teilweise auch unterschwelliger oder offener Rassismus und Abneigung gegen bestimmte Kulturen oder Phänotypen, Vorurteile oder auch Bedenken die in der biodeutschen Mehrheitsgesellschaft vorherrschen, welche die Partnersuche für Migranten in Deutschland erschweren können. Man darf auch nicht vergessen, dass viele tatsächlich aus ganz anders geprägten Kontexten kommen, was das Geschlechterverhältnis angeht und sich daraus in Partnerschaften tatsächlich Probleme ergeben können.

Wie mit allem darf man hier nicht zu stark pauschalisieren, aber im Einzelnen können das alles Gründe sein, warum migrantische Männer mitunter in der "unfreiwillig partnerlos" Schiene landen können, insbesondere diejenigen, die mit einem niedrigen sozialen Status herkommen (Stichwort Geflüchtete) und auch von Ihrer Körperlichkeit nicht zu beeindrucken wissen, so wie es bei nichtmigrantischen 0815 Biodeutschen eben auch der Fall ist.
Zuletzt geändert von Icke_Bins am Freitag 31. Juli 2020, 20:08, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: "Reportage" über "Incels"

Beitrag von Giebenrath » Freitag 31. Juli 2020, 19:51

Ninja Turtle hat geschrieben:
Freitag 31. Juli 2020, 18:43
Und dass viele deutsche User einen Migrationshintergrund haben finde ich auch interessant.
In der Reportage wird der Punkt leider kaum erklärt.
Nach der üblichen Incel-Interpretation liegt alles am Aussehen und daher wird natürlich auch die eigene Hautfarbe thematisiert. Das Thema spielte auch beim Isla-Vista-Amokläufer eine wichtige Rolle, der sich aufgrund seiner teilweise ostasiatischen Herkunft für absolut unattraktiv hielt.
Innerhalb der Incel-Szene ordnen sich die User wie in den USA üblich bestimmten "races" zu und jammern dann darüber wie hässlich die sind.
Die Weißen dürfen natürlich über ihre käseweiße Haut und ihre blonden oder roten Haare jammern.
So kann sich dann jede Bevölkerungsgruppe in der Incel-Szene selber fertigmachen und neidisch auch die schönen Holodris schielen oder auch nach unten treten. Der Übergang zum Rassismus ist dann fließend.

Sehr viele Menschen in Deutschland haben einen "Migrationshintergrund" und der Anteil in den jüngeren Kohorten (die Incel scheinen größtenteils sehr jung zu sein) höher. Dann ist es eigentlich gar nicht so verwunderlich, dass das auch bei vielen Usern dort der Fall ist.

Sicher spielen bei den deutschen Usern von Incel-Foren auch die Englisch-Kenntnisse eine Rolle. Wenn man nicht richtig Englisch kann, kann man mit den Foren sicher nichts anfangen. Ich kann mir vorstellen, dass die Foren eventuell eher für Leute anziehend sind, die besser englisch als deutsch können.
Icke_Bins hat geschrieben:
Freitag 31. Juli 2020, 14:38
Wäre schön gewesen, wenn die Macher des Films diese Unterscheidung getroffen hätten, aber für einen Zuschauer, der noch nie vorher was von "InCels" gehört hat, wirkt es zwangsläufig so, als seien eben alle Menschen, auf welche die Beschreibung "involuntarily celibate" (übersetzt vom Reporter mit "unfreiwillige Jungfrau") zutrifft, irgendwelche gefährlichen, extrem frauenverachtenden, potentiellen Terroristen.
Da die User des untersuchten Incels-Forums erstaunlich jung sind (15 - 25 Jahre alt), gehe ich stark davon aus, dass sie größtenteils noch gar nicht geboren waren, als Incel-Foren noch harmlose Selbsthilfeforen waren. Die User haben wahrscheinlich erst zur Incel-Szene gefunden, als diese mit Amokläufen, Frauenverachtung u.a. Negativschlagzeilen machte. Sie sind wahrscheinlich auch genau deswegen da.
Zuletzt geändert von Giebenrath am Freitag 31. Juli 2020, 20:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Reportage" über "Incels"

Beitrag von Clochard » Freitag 31. Juli 2020, 19:59

indische Männer haben es auf dem "globalisierten" Datingmarkt wirklich sehr schwer und gelten quasi als "unattraktivste" Ethnie für Frauen - gefolgt von chinesischen Männern, würde ich mal raten

und da in Indien glaube ich ähnlich wie in China Männerüberschuss herrscht (weil weibliche Föten gezielt abgetrieben werden), geht auch das mit den arrangierten Ehen mathematisch nicht mehr auf...

da kann jeder biodeutsche Incel nur froh sein gegen

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Re: "Reportage" über "Incels"

Beitrag von Ninja Turtle » Freitag 31. Juli 2020, 20:07

Esperanza hat geschrieben:
Freitag 31. Juli 2020, 19:23
NBUC hat geschrieben:
Freitag 31. Juli 2020, 19:15
Ninja Turtle hat geschrieben:
Freitag 31. Juli 2020, 19:06
Na daran, dass ich zB noch nie jemanden mit dunkler Hautfarbe bei einem Treffen gesehen habe.
Was in Fernost los ist weiß ich ja nicht.
Hier war schon einmal eine ich meine Schwarzafrikanerin dabei.
Hoffentlich entgleitet dieser Thread nicht....
Das hoffe ich auch. :schwitzen:
:kopfhoerer: :tanzen2: :umarmung2:

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Re: "Reportage" über "Incels"

Beitrag von Ninja Turtle » Freitag 31. Juli 2020, 20:15

NBUC hat geschrieben:
Freitag 31. Juli 2020, 19:15
Ninja Turtle hat geschrieben:
Freitag 31. Juli 2020, 19:06
Na daran, dass ich zB noch nie jemanden mit dunkler Hautfarbe bei einem Treffen gesehen habe.
Was in Fernost los ist weiß ich ja nicht.
Hier war schon einmal eine ich meine Schwarzafrikanerin dabei.
Klar, hier und dort trifft man jemanden. Ist aber kein Vergleich zu den Verhältnissen bei mir auf Arbeit.
Und ich dachte bisher immer, dass es einfach nicht so viele gibt. Und da seinen die Reporter ja zu einem anderen Schluss zu kommen.
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Re: "Reportage" über "Incels"

Beitrag von Esperanza » Samstag 1. August 2020, 08:18

Icke_Bins hat geschrieben:
Freitag 31. Juli 2020, 19:42
Ich bin selbst dunkelhäutiger Afrogermane, aber ohne eigenen Migrationshintergrund. Ich glaube persönlich nicht, dass ein Großteil der "Incels" in Deutschland einen Migrationshintergrund hat und / oder dunkelhäutig ist.

Was die Journalistin in dem Beitrag wohl überrascht hat war wohl eher der Umstand, dass sie in Ihren Recherchen überhaupt auf mehrere Leute gestoßen ist, die einen solchen Hintergrund haben, eben weil die Incel-Community auch oft mit rassistischen und rechtsextremen Memes und Aussagen assoziiert wird, was ja in der Reportage auch deutlich wird, als sie mit einem Incel chatten, der dort seine anti-afrikanischen "Rassentheorien" verbreitet.

Tatsächlich spielen die Anhänger in Ihrem Zynismus und Ihrer Polemik häufig mit Nazisymbolik oder bekunden Sympathien für das NS-Regime, was bis zur Holocaustleugnung reicht, wie ich sehen konnte, als ich mir mal deren anscheinend außerhalb der EU-Rechtsprechung beheimatetes Forum angeschaut habe. Ich denke dass ist in erster Linie eine Provokation, weil man sich ja selbst als Außenseiter sieht und die Werte des "Establishments" oder "Mainstreams" ablehnt, was man natürlich besonders stark zum Ausdruck bringt, wenn man mit Nazitabus spielt.

.....
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Wenn das hier ins politische abdriftet, bin ich jederzeit bereit diesen Thread sofort zu schliessen. :flirten:
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Re: "Reportage" über "Incels"

Beitrag von Clochard » Samstag 1. August 2020, 09:02

die Nazifraktion bei den Incels macht am meisten Radau, deshalb denken Außenstehende, die Incels seien alle so

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