Kaputte Familie erklären

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Dr yxcv
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Kaputte Familie erklären

Beitrag von Dr yxcv » Donnerstag 25. Juni 2020, 12:22

Hallo,

vielleicht geht es anderen auch so wie mir. Bin männlich und Anfang 30.

Ich habe keinen Kontakt zu meinen Eltern. Das letzte Mal gesehen habe ich sie vor 13 Jahren (mein Vater) und meine Mutter vor 17 Jahren.

Die ersten drei Jahre meines Lebens habe ich bei meinen Eltern verbracht, allerdings haben sie sich nicht wirklich um mich gekümmert, was Unterversorgung essenstechnisch aber auch bezüglich Kleidung bzw Krankheiten schon als Baby hervorgerufen hat.

Ich kam dann zu meinen Großeltern, bei den ich dann aufgewachsen bin, bis sie gestorben sind als ich Jugendlicher war. Beide sind an schweren Krankheiten verstorben. Sie haben mich materiell mit allem versorgt, konnten aber emotional mich auch nicht wirklich unterstützen.

Meine Mutter kenne ich kaum da ich auch in den Jahren dazwischen so gut wie nie Kontakt zu ihr gehabt habe. Das kann man an einzelnen Tagen festhalten. Meinen Vater kenne ich besser, da ich zu ihm gekommen bin, nachdem meine Großeltern verstorben sind. Er ist ein drogenabhängiger, spielsüchtige krimineller (auch verurteilt).

Ich habe noch eine Schwester zu der ich auch keinen Kontakt habe was mir leid tut. Zu meinen Eltern selber will ich keinen Kontakt, da mich mit meiner mutter nichts verbindet. Und mit meinem Vater will ich aufgrund seiner Persönlichkeit nicht zu tun haben.

Diese Situation weiß keiner in meinem privaten Umfeld, da ich mich für diese Situation sehr schäme und befürchte das manche vielleicht die Charaktereigenschaften die mein Vater hat, auf mich projizieren.

Fragen zu meiner Herkunftsfamilie weiche ich immer aus oder lüge schlicht und ergreifend. auch so Fragen wie nach Weihnachten, Geburtstag und dergleichen weiche ich entweder aus oder lüge.

Eine Partnerschaft hatte ich noch nicht, was sicherlich auch damit zusammenhängt. GV auch nicht.
Ich wüsste auch nicht wie ich das erklären sollte meiner Partnerin.

Wie würdet ihr sowas "verkaufen"?

Danke.

Dr yxcv

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Einbein
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Re: Kaputte Familie erklären

Beitrag von Einbein » Donnerstag 25. Juni 2020, 12:59

Hallo Dr yxcv, und erstmal danke für deinen Beitrag. Gerade bei so einem Thema fällt es sicher nicht leicht, sich anderen mitzuteilen.
Schade, dass es dir so ergangen ist und du jetzt wohl für immer in gewisser Weise damit umgehen musst und wahrscheinlich auch mehr oder minder daran zu knabbern haben wirst.
Die "kaputte Familie zu erklären" ist gar nicht einfach, wie du schon geschildert hast.
Ich stehe auch immer wieder vor dem Problem und bin daher ebenfalls an den Antworten zu deinem Thema interessiert.

Momentan handhabe ich das so, dass ich bei eher fremden Personen so vage wie möglich antworte, ohne einen allzu seltsamen Eindruck zu erwecken oder zu oversharen, aber auch gleichzeitig nicht lügen zu müssen, das finde ich auf Dauer unheimlich anstrengend.
Sprich, was die Feiertage oder so betrifft, sage ich dann immer Dinge wie "ich lasse es mir gut gehen; gehe/fahre dort & dort hin; genieße die Zeit über die Feiertage zum ausgiebigen Entspannen; o. Ä.". Konkrete Nachfragen, "ob man etwas mit der..." oder "was man mit der Familie macht" kommen eher selten und meistens habe ich nur recht knapp geantwortet mit einem "Nein." oder, "dass ich das nun nicht mit der Familie unternehme", meistens reicht das auch. Die Wenigsten bohren penetrant nach und ich gebe in der Regel keine Gelegenheit dazu, weil ich sofort die Frage zurückstelle und mich dann mehr über deren Familienfeiern unterhalte oder das Thema wechsle.
"Unsere Familie ist da nicht so, (es macht eher jeder etwas für sich)." ist auch ein Klassiker.

Bei Personen, die ich näher kennenlernen möchte, ist das schon schwieriger, vor allem, weil sie sich, im Idealfall, dann ja auch stärker für einen interessieren - gerade auch, was die Familie bzw. die Vergangenheit betrifft. Ich habe da selbst noch nicht das richtige Maß gefunden, wann ich wie viel und wie ehrlich/ungeschönt ich es kommuniziere. Bei Personen, die von sich selbst aus schon von ähnlichen Erfahrungen erzählen, ist die Hemmschwelle geringer, weil ich glaube, dass die Personen mich mehr verstehen und weniger verurteilen werden, aber bei anderen Leuten, die nicht so sind, endet das ganze immer in einem ziemlichen Herumgeeiere, vor allem, wenn sie bei den 'weniger schlimmen Dingen' schon verständnislos reagieren und ich viel zu weit ausholen müsste, um das jemandem klar zu machen, der sowas nicht erlebt hat und nur schwer nachvollziehen kann.

Als ich HC-AB war, habe ich dazu eigentlich immer nur gesagt, dass es sich noch nicht ergeben hat. Das hat eigentlich immer gereicht.

Hoffentlich finden sich noch ein paar mehr Antworten, vor allem welche, die für dich hilfreich sein werden; ich lese hier ebenfalls weiter mit.
Zuletzt geändert von Einbein am Donnerstag 25. Juni 2020, 13:12, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Kaputte Familie erklären

Beitrag von Lieblose » Donnerstag 25. Juni 2020, 13:03

Da weiß man erstmal nicht, was man antworten soll. :sadwoman: Das tut mir alles sehr leid :? .

Verkaufen würde ich das gar nicht, sondern die Wahrheit sagen und du mußt auch nicht lügen. Du kannst doch sagen, daß du bei deinen Großeltern aufgewachsen bist, weil sich deine Eltern nicht um dich gekümmert haben. Dafür wird dich doch niemand ablehnen oder verurteilen, du kannst doch nichts dafür.

So wie du das schilderst würde ich auch keinen Kontakt wollen, das bringt dir sicher auch nichts. Ich hoffe du hast wenigstens einen kleinen Freundeskreis, Bekannte oder Kollegen mit denen du Zeit verbringen kannst?

Schäme dich bitte nicht dafür, du brauchst ja auch erstmal nicht ins Details zu gehen. Was ich oben geschrieben habe reicht doch. Aber lüg keinen an, daß bringt dich nicht wirklich weiter!

Und wenn du Interesse daran hast, mit deiner Schwester in Kontakt zu treten, vielleicht mal ein paar Worte schreiben.

Oh man, manche Eltern wissen überhaupt nicht, was sie ihren Kindern antun. :umarmung2: :umarmung2:
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Re: Kaputte Familie erklären

Beitrag von schmog » Donnerstag 25. Juni 2020, 13:06

Schlimm was ich da immer wieder lese!

Wie immer ist (speziell hier) Glück und Leid nahe zusammen.

:shock:

Was soll ich zu meiner gestörten Heimvergangenheit sagen ??

:sadman:
Zuletzt geändert von schmog am Donnerstag 25. Juni 2020, 13:10, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Kaputte Familie erklären

Beitrag von Reinhard » Donnerstag 25. Juni 2020, 13:07

Wenn man Ü30 nach seiner Familie gefragt wird, meint das Partner und Kinder. :sadman:

Die einfache Antwort ist deshalb: "ich habe keine Familie".
Der Schreibwettbewerb "Eindeutig zweideutig" läuft gerade. Rege Teilnahme erwünscht.
https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1211563#p1211563 :hierlang:

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Re: Kaputte Familie erklären

Beitrag von Lieblose » Donnerstag 25. Juni 2020, 13:29

Reinhard hat geschrieben:
Donnerstag 25. Juni 2020, 13:07
Wenn man Ü30 nach seiner Familie gefragt wird, meint das Partner und Kinder. :sadman:

Die einfache Antwort ist deshalb: "ich habe keine Familie".
Hier geht es aber um seine Herkunftsfamilie ;)
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Re: Kaputte Familie erklären

Beitrag von Lieblose » Donnerstag 25. Juni 2020, 13:31

schmog hat geschrieben:
Donnerstag 25. Juni 2020, 13:06
Schlimm was ich da immer wieder lese!

Wie immer ist (speziell hier) Glück und Leid nahe zusammen.

:shock:

Was soll ich zu meiner gestörten Heimvergangenheit sagen ??

:sadman:
Furchtbar, war sicher auch nicht einfach :umarmung2:
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Re: Kaputte Familie erklären

Beitrag von Calliandra » Donnerstag 25. Juni 2020, 13:37

Mir tut das alles auch sehr leid für dich. :umarmung2:

Zu deiner Frage:
Ich denke, ich würde Fragen nach Familie von eher lose Bekannten oder gar Leuten aus dem beruflichen Umfeld, erstmal vage beantworten in der Art "Familie ist bei mir eher ein schwieriges Thema". Und das dann erstmal so stehen lassen. Wenn sie empathisch genug sind, sollte da auch keine weitere Nachfrage kommen. Falls doch, würde ich da ausweichen, wenn ich nicht bereit bin, darüber zu sprechen. Ich finde, man kann dann schon auch sowas sagen wie "Das möchte ich jetzt hier nicht zum Thema machen". Es sollte trotzdem freundlich und nicht abweisend/genervt klingen.

Allerdings würde ich bei Leuten, zu denen ich dann Vertrauen habe, auch drüber sprechen wollen. Ich glaube, das hilft auch, dass es für einen selbst nicht mehr so das große Tabuthema bleibt. Du schreibst von Scham, aber eigentlich solltest du dich nicht schämen, denn du hast nicht die Fehler gemacht, sondern deine Eltern. Das solltest du dir auch bewusst machen.
Ich weiß, dass das nicht einfach ist, weil man das dann doch auf sich projiziert. Aber das ist das, was ich als erstes versuchen würde zu ändern und zu verinnerlichen: Ich habe nichts falsch gemacht.

Du schreibst, dass du keinen Kontakt zu deiner Schwester hast und dir das leid tut. Warum? Könntest du den Kontakt nicht aufbauen/wiederbeleben? Ich denke auch, dass es einfacher ist, das zu verarbeiten mit einer nachestehenden Person, die auch involviert war.

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Re: Kaputte Familie erklären

Beitrag von Einsamer Igel » Donnerstag 25. Juni 2020, 16:55

Scham und Sorge, dass andere Leute einen an den Eltern messen könnten, das ist zwar etwas, von dem man gerne sagt, es sei unbegründet. Aber die Erfahrung zeigt doch das Gegenteil. Natürlich kann man nix dafür. Aber es gibt eben leider viele Menschen, die empathielos sind bzw. dazu tendieren, einen mehr oder weniger bewusst zu verurteilen. Das mag dann nix mit Schuldzuweisung zu tun haben, sondern eher in die Richtung gehen: Das ist beschädigte Ware. Und schon wird man aussortiert. Menschen, die DICH kennen lernen, beurteilen dich nicht nach deiner Herkunftsfamilie. Aber dazu muss es ja erst mal kommen und da trennt sich die Spreu vom Weizen.

Daher würde ich dir raten, dich sehr vorsichtig ranzutasten. Schau erst mal, wie einzelne Leute auf Dinge reagieren, die nicht dich persönlich betreffen. Beispielsweise, weil was in den Nachrichten war und das Thema ohnehin beiläufig drauf kommt. Die Leute, die sich dann fies äußern, kannst du getrost außen vor lassen, die werden mit deiner Lebensgeschichte ebenfalls hart ins Gericht gehen (auch wenn sie es dir nicht ins Gesicht sagen).

Ich hatte das mal, dass ein Mann mich ernsthaft schockiert anschaute, als ich beiläufig antwortete, dass ich im Heim aufwuchs. Für den war die Familie ein Heiligtum. Er konnte sich nicht vorstellen, wie man nicht super gut mit der Familie auskommen könne. So eine Reaktion hatte ich bis dahin noch nicht erlebt. Ich würde jetzt nicht sagen, dass das der unüberbrückbare Gegensatz war, der die beginnende Beziehung zum Scheitern verurteilte, aber es sorgte auf beiden Seiten für Verunsicherung. Solche empfindlichen Themen sollte man sicher erst dann näher erläutern, wenn man schon eine gute Beziehung zu der anderen Person hat.
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Re: Kaputte Familie erklären

Beitrag von Dr yxcv » Donnerstag 25. Juni 2020, 19:32

Vielen Dank für Eure Antworten.

Lügen möchte ich tatsächlich nicht mehr. Gerade Personen anzulügen, wo man auch näheren Kontakt möchte, ist einfach Mist.

Reinhard
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Re: Kaputte Familie erklären

Beitrag von Reinhard » Donnerstag 25. Juni 2020, 19:53

Lieblose hat geschrieben:
Donnerstag 25. Juni 2020, 13:29
Reinhard hat geschrieben:
Donnerstag 25. Juni 2020, 13:07
Wenn man Ü30 nach seiner Familie gefragt wird, meint das Partner und Kinder. :sadman:

Die einfache Antwort ist deshalb: "ich habe keine Familie".
Hier geht es aber um seine Herkunftsfamilie ;)

Habe ich gemerkt dass es darum gehen soll ... aber wie oft wird man genau danach gefragt? :gruebel:

Ist das so eine typische Date-frage? "Erzähl mir davon, wie schlimm deine Kindheit war?"

Ich weiß ja nicht. (Ich weiß vieles nicht.) Vielleicht bemerke ich die Fragestellung nach sowas nur nie, weil ich anders als der Threadersteller keine horrende Kindheit hatte.
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Re: Kaputte Familie erklären

Beitrag von eiertanz » Donnerstag 25. Juni 2020, 20:07

Du könntest jemanden daten, der ebenfalls eine kaputte Familie hat. Hat man eine Gemeinsamkeit und gegenseitiges Verständnis.

Ich selber war mal von Mobbing betroffen und verguckte mich in jmd der ebenfalls von Mobbing betroffen war. Auf freundschaftlicher Ebene (sie war schon leider vergeben in jemanden der ähnlich nett war wie sie), hat es funktioniert sich das zu erzählen und anzuvertrauen.
Dr yxcv hat geschrieben:
Donnerstag 25. Juni 2020, 12:22
Wie würdet ihr sowas "verkaufen"?
Dass du jemand bist, der sich von seiner Familie hat emanzipiert hat und jetzt sein eigenes Ding durchzieht, es besser macht und sich nicht unterkriegen lässt und dadurch stärker wurde.

https://www.youtube.com/watch?v=5_34avN4MDk

Einige Kommentare darunter (neben dem Hass aufs Jugendamt):
Er ist so stark, auf diese Weise über diese groteske Zeit zu sprechen muss so schwer sein. Ich wünsche ihm alles erdenklich Gute!
Respekt an Jerome, dass er so "normal" ist.
ALLER GRÖßTEN RESPEKT
so ein starker, toller Mensch!

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Re: Kaputte Familie erklären

Beitrag von Daniog » Donnerstag 25. Juni 2020, 20:32

Wenn du jemanden kennengelernt hast und der Person vertraust sag einfach die Wahrheit.

Es wird dir niemand krumm neben, seine Familie kann man sich nicht aussuchen.

Ich hab meinem OdB gesagt was Sache ist und vor welchen Verwandten ich sie abschirmen werde.

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Re: Kaputte Familie erklären

Beitrag von Lucius » Donnerstag 25. Juni 2020, 22:05

Daniog hat geschrieben:
Donnerstag 25. Juni 2020, 20:32
Wenn du jemanden kennengelernt hast und der Person vertraust sag einfach die Wahrheit.

[..]
Bei mir ist das Thema Familie kompliziert, ich will keinen Kontakt zu meinen Eltern.

Der Ansatz ist gut, man kann ja sagen man möchte das Thema später besprechen, man muss nicht alles gleich raushauen, wichtig ist bei der Wahrheit zu bleiben und wenn das Vertrauen da ist kann man es ansprechen.

Wenn dich jm mag dann wegen dir selbst und dann spielt die Familie auch keine Rolle. Das ist meine Erfahrung, starte aber langsam, gleich zu viel sagen kann auch eine negative Ausstrahlung aufbauen daher ruhig angehen lassen.

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Re: Kaputte Familie erklären

Beitrag von LesHommes » Donnerstag 25. Juni 2020, 22:43

Sowas wie "ich habe zu meiner Familie/Elternteil keinen Kontakt mehr" habe ich schon von Leuten gehört. Das ist keine Lüge. Da kann sich das gegenüber ja denken, dass dahinter vermutlich schlechte Verhältnisse stecken.Und kann nachfragen, wenn das für dich okay ist. Wenn darauf jemand mit starken Vorbehalten reagiert, dann ist er/sie vielleicht nicht die/der Richtige.?!
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Re: Kaputte Familie erklären

Beitrag von Lieblose » Freitag 26. Juni 2020, 08:08

Reinhard hat geschrieben:
Donnerstag 25. Juni 2020, 19:53
Lieblose hat geschrieben:
Donnerstag 25. Juni 2020, 13:29
Reinhard hat geschrieben:
Donnerstag 25. Juni 2020, 13:07
Wenn man Ü30 nach seiner Familie gefragt wird, meint das Partner und Kinder. :sadman:

Die einfache Antwort ist deshalb: "ich habe keine Familie".
Hier geht es aber um seine Herkunftsfamilie ;)

Habe ich gemerkt dass es darum gehen soll ... aber wie oft wird man genau danach gefragt? :gruebel:

Ist das so eine typische Date-frage? "Erzähl mir davon, wie schlimm deine Kindheit war?"

Ich weiß ja nicht. (Ich weiß vieles nicht.) Vielleicht bemerke ich die Fragestellung nach sowas nur nie, weil ich anders als der Threadersteller keine horrende Kindheit hatte.
Keine Ahnung, nicht so oft würde ich sagen und auch nie sofort. Das ergibt sich ja beim Kennenlernen, daß man vielleicht irgendwann mal darüber spricht oder von seiner Kindheit erzählen mag.

Ich weiß auch vieles nicht, aber das macht ja nix. Ist doch alles gut ;)
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Re: Kaputte Familie erklären

Beitrag von Nonkonformist » Freitag 26. Juni 2020, 08:42

Mein vater war ein religiöser fanatiker, der über jahren lang versucht hat meinen mutter zu zwangskonvertieren, mal unseren hund bewusstlos geschlagen hat, und wann ich mich als atheist geoutet habe, zuerst gedroht hat mich zu ermorden, um im anschluß 11 jahre lang kein wort mehr mit mir zu reden weil der Satan in mich war. Mein jugend war ziemlich davon geprägt dass ich, an den momenten das mein vater zuhause war, mich alleine in meinen zimmer zurück gezogen habe.

Die rest meiner familie war genau so problematisch.

Hatte schon nachwirkungen, und hat zu den person der ich jetzt bin ziemlich beigetragen....
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Re: Kaputte Familie erklären

Beitrag von Lieblose » Freitag 26. Juni 2020, 08:51

Wie soll man, wenn man in einer kaputten Familie gelebt hat und sowas erfahren hat, einen "normalen" Weg gehen können und selbst eine Familie gründen können? Wie soll das gelingen, wenn man nicht einmal seinem Vater vertrauen kann oder seiner Mutter, die einen beschützt? Das sind die Ursachen, warum man so geworden ist. :sadwoman: (nicht die Körpergröße oder sonst was)

Das tut mir leid :umarmung2:
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Re: Kaputte Familie erklären

Beitrag von schmog » Freitag 26. Juni 2020, 09:01

Lieblose hat geschrieben:
Donnerstag 25. Juni 2020, 13:31
schmog hat geschrieben:
Donnerstag 25. Juni 2020, 13:06
Schlimm was ich da immer wieder lese!

Wie immer ist (speziell hier) Glück und Leid nahe zusammen.

:shock:

Was soll ich zu meiner gestörten Heimvergangenheit sagen ??

:sadman:
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Re: Kaputte Familie erklären

Beitrag von Einsamer Igel » Freitag 26. Juni 2020, 09:13

Lieblose hat geschrieben:
Freitag 26. Juni 2020, 08:51
Wie soll man, wenn man in einer kaputten Familie gelebt hat und sowas erfahren hat, einen "normalen" Weg gehen können und selbst eine Familie gründen können? Wie soll das gelingen, wenn man nicht einmal seinem Vater vertrauen kann oder seiner Mutter, die einen beschützt? Das sind die Ursachen, warum man so geworden ist. :sadwoman: (nicht die Körpergröße oder sonst was)

Das tut mir leid :umarmung2:
Mitgefühl und Verständnis ist ja das eine. Irgendwie auch die bessere Reaktion. Gibt auch Leute, die da einfach drüber hinweg gehen und einen anschließend meiden. Aber so eine Bewertung "Wie soll derjenige bei einer so "unnormalen" Kindheit je selbst eine "normale" Familie gründen können, ist auch eine Diskriminierung! Das entwertet einen ja. Da wird einfach angenommen: Der kann das gar nicht. Also bedauernswert: ja, aber Partnerpotenzial: nein. ABER es gibt genug Leute, die eine besch***ene Kindheit hatten und trotzdem tolle Mütter, Väter, Lebensgefährten sind. :!:
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