Ernährung u. ä.

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Re: Ernährung u. ä.

Beitrag von Dérkesthai » Sonntag 19. Juli 2020, 15:42

Himbeere hat geschrieben:
Sonntag 19. Juli 2020, 10:37
Prachtkerl hat geschrieben:
Sonntag 19. Juli 2020, 10:22
Deshalb kaufe ich auch einfach keine mehr.
ich wünschte, ich würde das hinkriegen!
Was, die zu essen oder nicht mehr zu kaufen?
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Re: Ernährung u. ä.

Beitrag von eiertanz » Sonntag 19. Juli 2020, 18:17

Axolotl hat geschrieben:
Sonntag 19. Juli 2020, 14:48
Die Schokolade ist ja eigentlich nicht das Problem, sondern der darin enthaltene Zucker. Schokolade hat durch aus eine positive Wirkung. So wirkt sie als Stimmungsaufheller, unterstützt die Hautregeneration und wirkt dank Theobromin sogar leicht aufputschend.
Was hältst du von Bitterschokolade?

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Re: Ernährung u. ä.

Beitrag von Axolotl » Sonntag 19. Juli 2020, 18:49

eiertanz hat geschrieben:
Sonntag 19. Juli 2020, 18:17

Was hältst du von Bitterschokolade?
Ess ich nicht.
If there’s more than one possible outcome of a job or task, and one of those outcomes will result in disaster or an undesirable consequence, then somebody will do it that way.

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Re: Ernährung u. ä.

Beitrag von Himbeere » Sonntag 19. Juli 2020, 19:53

Dérkesthai hat geschrieben:
Sonntag 19. Juli 2020, 15:42
Was, die zu essen oder nicht mehr zu kaufen?
Natürlich die zu kaufen. Denn es könnte ja sein, dass ich sie brauche, weil ich zB in Panik gerate. Oder mir langweilig ist. Oder ich traurig bin. Oder hungrig. Oder nervös. :roll:
Axolotl hat geschrieben:
Sonntag 19. Juli 2020, 18:49
eiertanz hat geschrieben:
Sonntag 19. Juli 2020, 18:17

Was hältst du von Bitterschokolade?
Ess ich nicht.
Bitterschokolade ist von der Kalorienbilanz her keinen Deut besser als andere Schokolade. Sie schmeckt nur bitterer und man isst nicht so viel davon auf einmal. Man kann allerdings auch das üben. Oder anders verteilen. 20 x pro Tag NUR EIN EINZIGES STÜCK statt zweimal ne halbe Tafel. :pfeif:
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Re: Ernährung u. ä.

Beitrag von kreisel » Sonntag 19. Juli 2020, 22:04

Ich hatte viel Spaß mit einer Dose gezuckerten Kondensmilch. :shylove:
Die ist erst mal in kleinen Mengen im Tee gelandet. (Schwarztee).
Dann hat ein Teil der Dose ein Käsekuchensoufflee ganz gut ergänzt.
Heute ist ein weiterer Teil in einen Pfefferminz-eis-milchshake.
Und es ist immer noch was da! Für noch mehr Tee, denke ich.
Ich merke aber auch echt, dass Essen schon so ne Art Verschiebung ist von Beziehung und Sex.
Wenn ich davon erzähle, komm ich mir fast vor, als schildere ich einen Po*no. :schuechtern: :verwirrt:
--> nee, Liebesroman, natürlich. :)

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Re: Ernährung u. ä.

Beitrag von kreisel » Mittwoch 22. Juli 2020, 19:50

[+] noch offenes u.ä.
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Manches hätte ich für Perversion halten können :( Strukturell fällt das Reale mit dem Imaginären zusammen, ein Neo-Reales erscheint als Fetisch, also I (R) → R’.
Irgendwie böses Thema.
Aber auch gar nicht so einfach, zu sehen, was überhaupt Realität ist.
Sicherlich mehr als nur Imaginäres. Vor vielen Jahren hatte ich da mal was von A.H. Almaas,
"Elements of the Real in Man" gelesen. Es las sich ganz gut, aber ich könnte so gar
nicht wiedergeben, was jetzt die Essenz des ganzen war. ("Essence" war aber tatsächlich ein
Schlagwort).

- bgzl. Maslow-
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Eher von materiell orientierten Leuten, für die alles andere beinahe als verzichtbarer Luxus erscheint :( Dazu können auch Vertreter eines Pauperismus gehören. Gerade das fand ich schockierend.
Hm. Es sieht die Leute zumindest auch sehr abhängig und als wären sie innen irgendwie dumpf,
eine Black Box. Aber wenn man eh gewohnt ist, Puppe zu sein, und Dinge vorgemacht zu bekommen,
fällt das wohl zunächst gar nicht auf. :cry:

Es ist auch sehr aufbau-zentriert bzgl. der eigenen Person, das Ziel ist der geregelte Aufbau des Einzelnen.
Dabei wirkt es auch so, als würde das Verhältnis zur Umwelt kaum zählen (außer es dient den Bedürfnissen /
dem groben Überleben.)
Genauer betrachtet beinhaltet es schon ein seltsames flaches ungenügendes Menschenbild+Realitätsbild.
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Ich war mit 19 mal auf einem Workshop, da bekamen wir ein paar Zettel, u.a. einen, auf dem stand: "Manchmal ist eine Rose wichtiger als ein Stück Brot." Das kam mir schon ganz gut entgegen :daumen:
Schöne Geschichte. :)

Diese Haltung findet sich auch in der Bibel wieder:
Matthaeus 4 (Luther, 1912)
…3Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. 4Und er antwortete und sprach: Es steht geschrieben: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht."
An der Option in Richtung Größenwahn und Materialismus noch vorbei gekommen. :good:

Ähnliche Aussage auch in den älteren Büchern bzw. im jüdischen Tanach ( das 3. Buch Mose geht übrigens fast ausschließlich um jüdische Priesterschaft, aber dieses Zitat ist aus dem 5. Buch:).
Deuteronomy 8:3 / JPS Tanach 1917
2And thou shalt remember all the way which the LORD thy God hath led thee these forty years in the wilderness, that He might afflict thee, to prove thee, to know what was in thy heart, whether thou wouldest keep His commandments, or no. 3And He afflicted thee, and suffered thee to hunger, and fed thee with manna, which thou knewest not, neither did thy fathers know; that He might make thee know that man doth not live by bread only, but by every thing that proceedeth out of the mouth of the LORD doth man live.
Interessant auch, dass es hier um Sprache und Ordnung geht, die Idee hab ich auch bei Lacan grob angelesen,
dass das Symbolische eine Ordnung hat, die er wohl als väterliche Ordnung beschreibt.
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Man kann keinen dicken schwarzen Filzstift nehmen und darin herummalen. Geschweige die Landkarte aus der Hand reißen und eine neue in der Hand drücken. Am Ende noch in einer Sprache, von der er nichteinmal die Schrift lesen kann.
Das grenzt ja sonst schon an Konolialismus und ist dann doch eher ein Eroberungs- und
Gewaltakt.
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
kreisel hat geschrieben: ↑

Wenn sie wenigstens sagen würden, ich soll in einem Vogelfederkostüm (Bild 2) auftauchen.
Da hätte ich zwar auch keine Verbindung und es wäre verkleidet, aber es wäre auch cool.


Sieht schonmal besser aus :shy: Aber um mich nicht in den Ruch kultureller Appropriation zu bringen, könnte ich ja in einem Papagena-Kostüm aufkreuzen und ein bißchen vorsingen 👩🏾‍🎤
Haha , da hab ich wirklich gelacht, als ich das gelesen hab, :lol: :mrgreen: das wäre super.
Wäre schön volkstümlich in dieser Variante und auch viel mehr Vogel :-)
Und über Gesang kann sich doch auch keiner beschweren, das wird immer gebraucht :vielglueck:

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Re: Ernährung u. ä.

Beitrag von Melli » Donnerstag 23. Juli 2020, 12:34

[+] noch offenes u.ä.
kreisel hat geschrieben:
Mittwoch 22. Juli 2020, 19:50
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Manches hätte ich für Perversion halten können :( Strukturell fällt das Reale mit dem Imaginären zusammen, ein Neo-Reales erscheint als Fetisch, also I (R) → R’.
Irgendwie böses Thema.
Aber auch gar nicht so einfach, zu sehen, was überhaupt Realität ist.
Erkenntnistheoretisch oder in Bezug auf Lacans Reales?

Letzteres ist eben nicht die Realität (in welchem Sinne auch immer), wie die Lacanianer nicht müde werden zu betonen. Ich hatte das Glück, daß einer mal so freundlich war, mir ein paar interessante Punkte sehr kompetent darzulegen :) Sonst hätte ich mich wohl mehr an Freudianer gehalten. Obschon, mein erstes universitäres Umfeld war davon geprägt, daß ein Prof was von Französischem Strukturalismus aus Frankreich mitgebracht hatte. Davon zehre ich bis heute noch, während mich andere Ansätze, die ich später kennenlernte, mittlerweile ziemlich kaltlassen.

Mit zum schlimmsten, was ich mal gelesen habe, gehörten Auslassungen über Wirklichkeit vs. Wahrheit. In manchen Sprachen gibt es veritable Giftküchen ☣️
kreisel hat geschrieben:
Mittwoch 22. Juli 2020, 19:50
Sicherlich mehr als nur Imaginäres. Vor vielen Jahren hatte ich da mal was von A.H. Almaas, "Elements of the Real in Man" gelesen. Es las sich ganz gut, aber ich könnte so gar nicht wiedergeben, was jetzt die Essenz des ganzen war. ("Essence" war aber tatsächlich ein Schlagwort).
Aus dem WP-Artikel bin ich nicht schlau geworden, außer daß sein Ansatz ist höchst synkretistisch und idiosynkratisch sein muß. Was sich der أستاذ ألماس (ustāδ al-mās, Master Diamond) gedacht hat, kann ich leider nicht erraten.
kreisel hat geschrieben:
Mittwoch 22. Juli 2020, 19:50
- bgzl. Maslow-
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Eher von materiell orientierten Leuten, für die alles andere beinahe als verzichtbarer Luxus erscheint :( Dazu können auch Vertreter eines Pauperismus gehören. Gerade das fand ich schockierend.
Hm. Es sieht die Leute zumindest auch sehr abhängig und als wären sie innen irgendwie dumpf, eine Black Box. Aber wenn man eh gewohnt ist, Puppe zu sein, und Dinge vorgemacht zu bekommen, fällt das wohl zunächst gar nicht auf. :cry:
Es ist auch sehr aufbau-zentriert bzgl. der eigenen Person, das Ziel ist der geregelte Aufbau des Einzelnen. Dabei wirkt es auch so, als würde das Verhältnis zur Umwelt kaum zählen (außer es dient den Bedürfnissen / dem groben Überleben.)
Genauer betrachtet beinhaltet es schon ein seltsames flaches ungenügendes Menschenbild+Realitätsbild.
Ja, durchaus. Da mag man sich schon fragen, wie müßten demnach Leute verfaßt sein?

Ist mir auch schon im Privaten als Teenie passiert. Da maßten sich Leute an, mir zu erzählen was ich brauchte und was verzichtbar sei. Ich war nur entsetzt, weil das so völlig daneben für mich war. So möchte ich nicht auch nur ¼ Tag leben müssen :(

Aber wenn ich das denen entgegnet hätte, wären die entsetzt gewesen. Das ist die Art von Situation, wo ich denke, es hat eh alles keinen Sinn.
kreisel hat geschrieben:
Mittwoch 22. Juli 2020, 19:50
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Ich war mit 19 mal auf einem Workshop, da bekamen wir ein paar Zettel, u.a. einen, auf dem stand: "Manchmal ist eine Rose wichtiger als ein Stück Brot." Das kam mir schon ganz gut entgegen :daumen:
Schöne Geschichte. :)
Diese Haltung findet sich auch in der Bibel wieder:
Matthaeus 4 (Luther, 1912)
…3Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. 4Und er antwortete und sprach: Es steht geschrieben: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht."
An der Option in Richtung Größenwahn und Materialismus noch vorbei gekommen. :good:
Yup. Auf solch einen Blödsinn darf man sich nicht einlassen.

Metaphern, die mit essen und sprechen zu tun hatten (beides mündliche Aktivitäten) sollen ja sehr beliebt gewesen sein. Hier sieht man, daß das zurecht so war :daumen:
kreisel hat geschrieben:
Mittwoch 22. Juli 2020, 19:50
Ähnliche Aussage auch in den älteren Büchern bzw. im jüdischen Tanach ( das 3. Buch Mose geht übrigens fast ausschließlich um jüdische Priesterschaft, aber dieses Zitat ist aus dem 5. Buch:).
Deuteronomy 8:3 / JPS Tanach 1917
2And thou shalt remember all the way which the LORD thy God hath led thee these forty years in the wilderness, that He might afflict thee, to prove thee, to know what was in thy heart, whether thou wouldest keep His commandments, or no. 3And He afflicted thee, and suffered thee to hunger, and fed thee with manna, which thou knewest not, neither did thy fathers know; that He might make thee know that man doth not live by bread only, but by every thing that proceedeth out of the mouth of the LORD doth man live.
Interessant auch, dass es hier um Sprache und Ordnung geht, die Idee hab ich auch bei Lacan grob angelesen, dass das Symbolische eine Ordnung hat, die er wohl als väterliche Ordnung beschreibt.
Seine ursprüngliche Idee des "Namens des Vaters" war allerdings dem römischen Recht entnommen, daß der Vater das Kind als seines anerkennen mußte. Das ist eine formale Seite der Einführung in den Diskurs, also den Bereich des Symbolischen.
»Whether the leaf falls on the thorn, or the thorn falls on the leaf, it is the leaf that suffers.« (Malayali proverb)

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Re: Ernährung u. ä.

Beitrag von Montecristo » Donnerstag 23. Juli 2020, 15:34

kreisel hat geschrieben:
Dienstag 9. Juni 2020, 11:38
Melli hat geschrieben:
Montag 8. Juni 2020, 01:27
Das mit dem Fisch ist etwas eigenartig. Auf den Plains gibt es einiges an Flüssen, die sehr fischreich sind, aber die dortigen Natives haben sich nicht darum gekümmert, sondern sich von Fleisch ernährt. Ist das das "bessere" Essen, wenn man denn die Auswahl hat? Oder ist es lediglich eine Möglichkeit, eine Tradition zu entwickeln?
Das würde mich auch wundern, wenn es verfügbar ist. Könnte aber auch mit Religion/Glauben
zu tun haben (diese These wäre dann eher in Richtung Traditionsbildung). Gekoppelt an
der langfristigen Erfahrung bei beiden Essweisen.
Die Wikinger haben sich auch nie richtig an die Lebensumstände in Grönland angepasst. Funktionierte halt nur in einer extremen Wärmeperiode.
Fisch galt als Arme-Leute-Essen. Nach Möglichkeit wurden die aus Island oder Skandinavien importierten Haustiere verzehrt. Auch wenns ökologisch gesehen Blödsinn war.

Das mit den Natives der Plains finde ich spannend. Ich hätte auch erwartet, dass zumindest einige Gruppen diese Nische dann nutzen.
Oder diese Gruppen sind archäologisch einfach nicht sichtbar?
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Re: Ernährung u. ä.

Beitrag von Melli » Donnerstag 23. Juli 2020, 22:49

Montecristo hat geschrieben:
Donnerstag 23. Juli 2020, 15:34
Das mit den Natives der Plains finde ich spannend. Ich hätte auch erwartet, dass zumindest einige Gruppen diese Nische dann nutzen.
Oder diese Gruppen sind archäologisch einfach nicht sichtbar?
Wenn es welche gegeben hätte, dann hätten die schon sichtbar sein sollen.
»Whether the leaf falls on the thorn, or the thorn falls on the leaf, it is the leaf that suffers.« (Malayali proverb)

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Re: Ernährung u. ä.

Beitrag von kreisel » Freitag 24. Juli 2020, 06:40

[+] noch offenes u.ä.
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
kreisel hat geschrieben:
Mittwoch 22. Juli 2020, 19:50
Aber auch gar nicht so einfach, zu sehen, was überhaupt Realität ist.
Erkenntnistheoretisch oder in Bezug auf Lacans Reales?
Ich kann gar nicht sagen, in welchem Schema, ich kenne die Schemen ja auch gar nicht oder sehr sehr grob. :?:
Ist Wahn nur Wahn, weil es im ICD vorkommt?
Oder weil es sonst wer definiert?

Eine Realität müsste doch auch erstmal unabhängig von einer Erfassung existieren und einer Definition?
Wäre es nicht sowas wie ein absoluter Tatbestand / eine absolute Existenz oder bedarf es erst einer Struktur?

Kann sich der Mensch nur durch eine Erfassung und Ordnung dem nähern, und damit ist eine Erfassung dann das
Bindeglied? Und eine Ordnung kann Verhältnisse vergleichen? Nicht ganz undenkbar. :gruebel:
Trotzdem irgendwie unbefriedigend für mich. Mir widerstrebt es, dass alles nur im Kopf ist, alles
Definition.
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Aus dem WP-Artikel bin ich nicht schlau geworden, außer daß sein Ansatz ist höchst synkretistisch und idiosynkratisch sein muß. Was sich der أستاذ ألماس (ustāδ al-mās, Master Diamond) gedacht hat, kann ich leider nicht erraten.
Ich hatte so drei Bücher zu dem "Elements of The Real in Man" gelesen, aber mit Workshop, Meditation, Übung
hatte ich nichts am Hut und die Webrepräsentanten kannte ich auch noch nicht.

Ganz kurz erläutert wird es wohl noch hier.
https://www.diamondapproach.org/method
Mit dem Diamantenbild geht man wohl davon aus, dass der Mensch so einen essentiellen Kern hat
an "Wahrheit" und dieser verschiedene Aspekte hat (Liebe, Freude, usw), und die kann man herausarbeiten
und erfahren. Arbeiten muss man ja nur, wenn es eine Art Dualismus gibt (wahrscheinlich mal wieder
zum Ego oder irgendeiner "Verblendung")

Naja, wenn ich das so lese von der Webseite, macht es für mich nicht mehr viel Sinn oder liest sich wieder
mal wie einer dieser Seminargurus und eher enttäuschend.
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Ist mir auch schon im Privaten als Teenie passiert. Da maßten sich Leute an, mir zu erzählen was ich brauchte und was verzichtbar sei. Ich war nur entsetzt, weil das so völlig daneben für mich war. So möchte ich nicht auch nur ¼ Tag leben müssen :(

Aber wenn ich das denen entgegnet hätte, wären die entsetzt gewesen. Das ist die Art von Situation, wo ich denke, es hat eh alles keinen Sinn.
Eigentlich sollte ja eine andere Perspektive eher interessant sein, oder zumindest damit zu rechnen sein.
Aber Krieg liegt näher als Toleranz. Mit Mehrheitsmeinung überstimmen ist auch so ein Feature.
Oder den anderen etikettieren und brandmarken.
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Metaphern, die mit essen und sprechen zu tun hatten (beides mündliche Aktivitäten) sollen ja sehr beliebt gewesen sein.
Interessant, dass das beides mündlich ist, in einem Bild.
Es gibt noch einen ähnlichen Vergleich mit Inhalt "was in den Mund rauskommt und was dort reinkommt".
Dabei ist das eine doch eher materiell und das andere eher - Luft / Worte / Sprache (und die zeigt vielleicht einen
Standpunkt oder Definitionen). Komischer Vergleich eigentlich.
Ah, aber ich glaub damals ging es auch um Essensregeln und Pharisäer (besonders Gesetzestreue), die sagten,
wenn du dies und das isst, dann bist du schlecht in der Religion. Und dann war die Entgegnung, was ich esse,
spielt da keine Rolle und ist keine Übertretung, aber was ich spreche, das zeigt wo meine Haltung ist.
Da war auch ein versteckter Vorwurf,dass die allzu gesetzlichen eher daneben liegen.
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Seine ursprüngliche Idee des "Namens des Vaters" war allerdings dem römischen Recht entnommen, daß der Vater das Kind als seines anerkennen mußte. Das ist eine formale Seite der Einführung in den Diskurs, also den Bereich des Symbolischen.
Die Idee mit einem Vater als Strukturgeber für das Unbewusste hat mich schon sehr verwundert.
Ist das vielleicht sinnbildlich gemeint, als Autorität, die aber irgendwie noch wohlwollend ist und die dann das
Unbewusste (vielleicht erst ein verlorenes fremdes Kind) anleitet?

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Re: Ernährung u. ä.

Beitrag von Dérkesthai » Freitag 24. Juli 2020, 12:44

[+] noch offenes u.ä.
kreisel hat geschrieben:
Freitag 24. Juli 2020, 06:40
Ist Wahn nur Wahn, weil es im ICD vorkommt?
Oder weil es sonst wer definiert?
Ohne Definition vorab, kein Eintrag im ICD.
Mit der Definition müssen sich auch alle im Gremium einverstanden erklären. Das bestimmt keine einzelne Person.
So funktioniert es auch in allen anderen wissenschaftlichen Bereichen.
Man kann eine Theorie als Einzelperson aufstellen aber anerkannt wird diese nur, wenn sie für alle unter den gleichen Umständen wiederholbar ist, das Ergebnis dann auch gleich / sehr ähnlich ist usw.
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Re: Ernährung u. ä.

Beitrag von kreisel » Freitag 24. Juli 2020, 19:40

[+] noch offenes u.ä.
Dérkesthai hat geschrieben:
Freitag 24. Juli 2020, 12:44
kreisel hat geschrieben:
Freitag 24. Juli 2020, 06:40
Ist Wahn nur Wahn, weil es im ICD vorkommt?
Oder weil es sonst wer definiert?
Ohne Definition vorab, kein Eintrag im ICD.
Mit der Definition müssen sich auch alle im Gremium einverstanden erklären. Das bestimmt keine einzelne Person.
So funktioniert es auch in allen anderen wissenschaftlichen Bereichen.
Man kann eine Theorie als Einzelperson aufstellen aber anerkannt wird diese nur, wenn sie für alle unter den gleichen Umständen wiederholbar ist, das Ergebnis dann auch gleich / sehr ähnlich ist usw.
Ja. Wissenschaftlicher Ansatz. Ohne Erfahrung die prüfbar ist,messbar ist, nachvollziehbar für Menschen mit ähnlichem
Wissens- und Methodenstand, keine These. Das ist schonmal handfester, als eine persönliche Definition.

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Re: Ernährung u. ä.

Beitrag von Melli » Samstag 25. Juli 2020, 00:20

[+] noch offenes u.ä.
kreisel hat geschrieben:
Freitag 24. Juli 2020, 06:40
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
kreisel hat geschrieben:
Mittwoch 22. Juli 2020, 19:50
Aber auch gar nicht so einfach, zu sehen, was überhaupt Realität ist.
Erkenntnistheoretisch oder in Bezug auf Lacans Reales?
Ich kann gar nicht sagen, in welchem Schema, ich kenne die Schemen ja auch gar nicht oder sehr sehr grob. :?:
Ist Wahn nur Wahn, weil es im ICD vorkommt? Oder weil es sonst wer definiert?
Das könnte man nun so oder so sehen.

Ich tendiere dazu, mich an andere Denkschulen als an die Gremien zu halten, die an ICD und DSM herumbasteln.

Eine Vorstellung von "Wahn" habe ich natürlich im Laufe von Jahrzehnten überwiegend durch Lektüren entwickelt. Es ist nicht, daß ich nur mit etwas eigenartigen Vorstellungen aus dem alltäglichen Leben mich begnügen müßte, oder gar überraschenderweise mit unerklärlichen Verhalten konfrontiert zu sein hätte.

Dennoch hat man mir auch schon Positivismus vorgeworfen, naja... hauptsache Polemik.
kreisel hat geschrieben:
Freitag 24. Juli 2020, 06:40
Eine Realität müsste doch auch erstmal unabhängig von einer Erfassung existieren und einer Definition?
Wäre es nicht sowas wie ein absoluter Tatbestand / eine absolute Existenz oder bedarf es erst einer Struktur?
Auch dazu gibt es Extrempositionen und alles mögliche dazwischen. Etwa daß es Objekte in der Außenwelt gibt, die nur entdeckt und beschrieben werden müssen. Oder daß die inneren Vorstellungen die ausschlaggebenden sind. Und, nicht zu vergessen: "Do you really believe that the moon only exists if you look at it?" (Einstein)

Wenn ich am aufwachen bin und noch so halb im Delirium, werde ich mich eher nicht fragen, wer bin ich und was mache ich hier? Ich muß mich auch nicht fragen, was ist Zähneputzen für ein eigenartiges Ritual :zaehneputzen:, und was für ein eigenartig Ding ist Tee überhaupt? :tea: Im Laufe des Tages kann es aber dazu kommen, daß ich noch sehr viel mehr in Frage stellen werde. Die Welt besteht eben nicht nur aus unstrittigen Gegenständen wie Füllfederhaltern ✍🏾
Zhuāngzǐ hat geschrieben:
  • Siehe, wie glücklich sind die Fische im Wasser!
  • Woher weißt du, daß sie sie glücklich sind, du bist nicht ein Fisch?
  • Woher weißt du, daß ich es nicht weiß, du bist nicht ich?
kreisel hat geschrieben:
Freitag 24. Juli 2020, 06:40
Kann sich der Mensch nur durch eine Erfassung und Ordnung dem nähern, und damit ist eine Erfassung dann das Bindeglied? Und eine Ordnung kann Verhältnisse vergleichen? Nicht ganz undenkbar. :gruebel:
Trotzdem irgendwie unbefriedigend für mich. Mir widerstrebt es, dass alles nur im Kopf ist, alles
Definition.
Hätte ich nur eine Definition oder mehrere, könnte ich sicher auch noch eine Reihe alternativer Definitionen auftreiben. Damit alleine hätte ich nicht viel gewonnen.

Im Kopf kann ich nun nicht alles machen. Im Sommer bei 40 ℃ auf einem schattenlosen Dorfplatz kann ich mir noch so sehr einen erfrischenden Schneesturm wünschen, alleine, es wird nicht passieren.

(Das ist auch kein Problem meiner Mindsets, Glaubenssätze u.dgl. 🙀)

Es ist aber mein Kopf, der sich verantwortlich zeichnet, was ich wie erfassen kann. Das ist etwas sehr anderes als zu sagen die Welt existiert nicht, außer in meinem Kopf. (Eine Vorstellung, die leider immer noch weit verbreitet ist.)
kreisel hat geschrieben:
Freitag 24. Juli 2020, 06:40
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Aus dem WP-Artikel bin ich nicht schlau geworden, außer daß sein Ansatz ist höchst synkretistisch und idiosynkratisch sein muß. Was sich der أستاذ ألماس (ustāδ al-mās, Master Diamond) gedacht hat, kann ich leider nicht erraten.
Ich hatte so drei Bücher zu dem "Elements of The Real in Man" gelesen, aber mit Workshop, Meditation, Übung hatte ich nichts am Hut und die Webrepräsentanten kannte ich auch noch nicht.
Ganz kurz erläutert wird es wohl noch hier.
https://www.diamondapproach.org/method
Mit dem Diamantenbild geht man wohl davon aus, dass der Mensch so einen essentiellen Kern hat an "Wahrheit" und dieser verschiedene Aspekte hat (Liebe, Freude, usw), und die kann man herausarbeiten und erfahren. Arbeiten muss man ja nur, wenn es eine Art Dualismus gibt (wahrscheinlich mal wieder zum Ego oder irgendeiner "Verblendung")
Naja, wenn ich das so lese von der Webseite, macht es für mich nicht mehr viel Sinn oder liest sich wieder
mal wie einer dieser Seminargurus und eher enttäuschend.
Ich dachte, ich bin gerade zu dumm :hammer: Oder ich bin nicht motiviert, die ganzen kleinen Stückchen zu lesen und irgendetwas daraus zusammenzusetzen zu versuchen.

Ich weiß nun immer noch nicht einmal, warum sich das Ganze رضوان riḍwān "Zufriedenheit, Wohlgefallen" nennt :oops:
kreisel hat geschrieben:
Freitag 24. Juli 2020, 06:40
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Ist mir auch schon im Privaten als Teenie passiert. Da maßten sich Leute an, mir zu erzählen was ich brauchte und was verzichtbar sei. Ich war nur entsetzt, weil das so völlig daneben für mich war. So möchte ich nicht auch nur ¼ Tag leben müssen :(
Aber wenn ich das denen entgegnet hätte, wären die entsetzt gewesen. Das ist die Art von Situation, wo ich denke, es hat eh alles keinen Sinn.
Eigentlich sollte ja eine andere Perspektive eher interessant sein, oder zumindest damit zu rechnen sein.
Aber Krieg liegt näher als Toleranz. Mit Mehrheitsmeinung überstimmen ist auch so ein Feature. Oder den anderen etikettieren und brandmarken.
Ganz so schlimm war's nicht :oops: Ich habe ja doch gemacht was ich wollte :mrgreen:

Ich kann mich auch mal ein bißchen anpassen, z.B. wenn ich irgendwo zu Besuch bin, ist ja auch mal interessant wie da die so leben. Dagegen, wenn ich alleine in einem Hotelzimmer sitze, ist das wiederum meine Sache.

Leicht beknackt fand ich allerdings mal als Kind eine "demokratische Abstimmung" darüber, ob es Orangen- oder Zitronenlimonade geben sollte :specht: Das sind doch bewußt provozierte Konflikte. Ist ja nicht, daß die Vorräte so knapp gewesen wären. Im Keller stapelten sich die Kästen von beidem (und Mineralwasser, Bier, Apfelwein, diverse Weine, Apfelsaft, und Cola auch Bild).
kreisel hat geschrieben:
Freitag 24. Juli 2020, 06:40
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Metaphern, die mit essen und sprechen zu tun hatten (beides mündliche Aktivitäten) sollen ja sehr beliebt gewesen sein.
Interessant, dass das beides mündlich ist, in einem Bild.
Es gibt noch einen ähnlichen Vergleich mit Inhalt "was in den Mund rauskommt und was dort reinkommt". Dabei ist das eine doch eher materiell und das andere eher - Luft / Worte / Sprache (und die zeigt vielleicht einen Standpunkt oder Definitionen). Komischer Vergleich eigentlich.
Was in den Mund kommt (Nahrung) und was ins Ohr kommt (food for thought, nicht umsonst so genannt), könnte man natürlich auch so sehen.
kreisel hat geschrieben:
Freitag 24. Juli 2020, 06:40
Ah, aber ich glaub damals ging es auch um Essensregeln und Pharisäer (besonders Gesetzestreue), die sagten, wenn du dies und das isst, dann bist du schlecht in der Religion. Und dann war die Entgegnung, was ich esse, spielt da keine Rolle und ist keine Übertretung, aber was ich spreche, das zeigt wo meine Haltung ist. Da war auch ein versteckter Vorwurf, dass die allzu gesetzlichen eher daneben liegen.
Sehr richtig.

Und auch ein immer wieder auftretendes Problem.
Gustav Mahler hat geschrieben:Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei.
kreisel hat geschrieben:
Freitag 24. Juli 2020, 06:40
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Seine ursprüngliche Idee des "Namens des Vaters" war allerdings dem römischen Recht entnommen, daß der Vater das Kind als seines anerkennen mußte. Das ist eine formale Seite der Einführung in den Diskurs, also den Bereich des Symbolischen.
Die Idee mit einem Vater als Strukturgeber für das Unbewusste hat mich schon sehr verwundert. Ist das vielleicht sinnbildlich gemeint, als Autorität, die aber irgendwie noch wohlwollend ist und die dann das Unbewusste (vielleicht erst ein verlorenes fremdes Kind) anleitet?
Der Vater kann auch nur etwas wie eine "juristische Fiktion" sein, er soll nicht mehr leisten als das symbolische Register zu etablieren beizutragen. Sonst bliebe alles im Imaginären.

Das kann ein, sagen wir "realxistenter" Vater nicht alleine leisten, und manchmal leistet er auch gar nichts :(

Es geht hier etwas prosaisch (bad pun) nicht um was üblicherweise als Triangulierung gefaßt wird, also ein Aufbrechen der Mutter-Kind-Dyade, durch die eine Hinwendung zur Welt erst möglich würde. Es geht nicht um die Welt (∈ R), sondern um den Diskurs (∈ S).

Ob der Vater autoritär oder wohlwollend ist, ist für diese Belange irrelevant. Auch wenn man sonst auf bestimmte Qualitäten noch so viel Wert legen möchte.
Melli hat geschrieben:
Donnerstag 23. Juli 2020, 22:49
Wenn es welche gegeben hätte, dann hätten die schon sichtbar sein sollen.
Ich habe vergessen zu erwähnen, daß sich diese negative Einstellungen auch in Erzählungen reflektiert. Ich kann mich an eine Passage erinnern, da wehrt einer das Ansinnen, Fisch zu essen, ab: "Ich bin kein Fischotter!" :hammer:
»Whether the leaf falls on the thorn, or the thorn falls on the leaf, it is the leaf that suffers.« (Malayali proverb)

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Re: Ernährung u. ä.

Beitrag von kreisel » Sonntag 2. August 2020, 12:44

[+] noch offenes u.ä.
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Auch dazu gibt es Extrempositionen und alles mögliche dazwischen. Etwa daß es Objekte in der Außenwelt gibt, die nur entdeckt und beschrieben werden müssen. Oder daß die inneren Vorstellungen die ausschlaggebenden sind. Und, nicht zu vergessen: "Do you really believe that the moon only exists if you look at it?" (Einstein)
Oder es gibt noch transzendente Ideen (Göttliches spiegelt sich im außen).
Oder magische Denkweisen. Die hatte ich als Kind auch manchmal.
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Zhuāngzǐ hat geschrieben:

· Siehe, wie glücklich sind die Fische im Wasser!

· Woher weißt du, daß sie sie glücklich sind, du bist nicht ein Fisch?

· Woher weißt du, daß ich es nicht weiß, du bist nicht ich?
Eigentlich ist es ja gar nicht so leicht, Kongruenz in der Kommunikation herzustellen.
Missverstehen oder gar nicht verstehen müsste ja die Regel sein.
Da ist ja die Sprache und die anerkannten Normen dahinter doch schon eine große Errungenschaft.

Ob das möglicherweise bei der Beziehungssuche auch eine Rolle spielt?
Dass man jemand ähnlichen sucht, „wo der Funke da ist“, was ja nicht nur biochemisch gemeint sein muss, sondern es könnte
auch gemeint sein, das Gegenüber nutzt sehr ähnliche Sprech- und Verständnismuster. Somit fühlt es sich mühelos und kongruent
an oder man kann sich einbilden, es ist kongruent genug (Stichwort "Seelenverwandtschaft").

Und wenn man Sprache eher kreativ zusammensetzt und die Normen schon leicht durcheinanderwürfelt, oder eine eigene
Begriffsweise hat, ist das dann eher Un-kommunikation? Geht das in Richtung Anomie? Oder kann sich gleich
als Autist begraben und einsam bleiben?

Ich dachte nämlich immer, je kreativer ich bin und je mehr Mühe ich mir gebe, da was zu gestalten, umso interessanter
müsste das für andere sein. Bis dann die Rückmeldung kam, ich solle einfache normierte Sprache benutzen, sonst wären meine
Arbeiten (im Rahmen Studium) schon schlecht wegen fehlender Verstehbarkeit.

Im privaten ist es aber auch nicht so anders. (Normen, Verstehbarkeit). Die wenigsten wollen sich da glaube ich anstrengen.
Oder wie bei Robinson Crusoe und seinem Freitag anfangen, und die Sprache für den gemeinsamen Bereich
zusammen von vorne lernen.

Wobei im Rahmen Beziehung die erste Zeit wahrscheinlich beinhaltet, eine gemeinsame Verständigung zu finden,
und eine gemeinsame Sprache.
Dann schafft man mit jedem Gesprächspartner eine Art eigenen Ausschnitt der Welt.
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Es ist aber mein Kopf, der sich verantwortlich zeichnet, was ich wie erfassen kann. Das ist etwas sehr anderes als zu sagen die Welt existiert nicht, außer in meinem Kopf. (Eine Vorstellung, die leider immer noch weit verbreitet ist.)
Das ist richtig. Eine Welt in einem Kopf hat vielleicht ein Regisseur oder Autor. Und der drängt auch
nach Verwirklichung je nachdem. Auf einer realen oder einer symbolischen Ebene.
Wenn man Kunst ausübt, kann man zwar nicht eins zu eins das Imaginäre übertragen, aber man wird wirksam, denke ich.
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Leicht beknackt fand ich allerdings mal als Kind eine "demokratische Abstimmung" darüber, ob es Orangen- oder Zitronenlimonade geben sollte Das sind doch bewußt provozierte Konflikte. Ist ja nicht, daß die Vorräte so knapp gewesen wären. Im Keller stapelten sich die Kästen von beidem (und Mineralwasser, Bier, Apfelwein, diverse Weine, Apfelsaft, und Cola auch ).
Ja, da werden ziemlich sinnlose Regeln aufgestellt.
Wenn die Dinge eigentlich verfügbar und zugänglich sind, macht es wenig Sinn, das zu beschränken. Hauptsache
Regeln, eine willkürliche Machtdemonstration?

Im Moment streite ich ja manchmal auch mit der Nachbarskatze, aber ich komme mir selber total beknackt dabei vor.
Streitpunkt ist der Raum und Zugang dazu: Sie soll nicht auf den Tisch und sie soll nicht in die Wohnung.
Aber wie soll ich ihr begreiflich machen, dass da in meinem Kopf Grenzen für diesen Raum sind und Regeln, ohne
bei ihr Irritation und Neurosen zu produzieren? Das ist echt eine blöde Situation.
Aber in der Tierwelt gibt es wohl auch Reviermarkierungen, die Welt tickt auch nicht so, dass es gar keine Grenzen gibt.

Kinder zu erziehen und Kind zu sein ist wohl häufig auch keine beneidenswerte Aufgabe.
Es könnte wohl helfen, einen vernünftigen Maßstab zu haben.
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Der Vater kann auch nur etwas wie eine "juristische Fiktion" sein, er soll nicht mehr leisten als das symbolische Register zu etablieren beizutragen. Sonst bliebe alles im Imaginären.
Die Logik dahinter verstehe ich immer noch nicht. (Was ein Vater mit juristischer Ermächtigung im Raum Sprache zu tun hat).
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Es geht nicht um die Welt (∈ R), sondern um den Diskurs (∈ S).
Den Gedanken, zu ermächtigen, um aus dem Imaginierten in die Welt zu kommen könnte ich noch eher verstehen,
bzw. hab ich schonmal gehört.

Es gibt in der Bibel so einen Absatz, da klingt es so als wäre Sprache mächtig / schaffensmächtig,
aber ich glaube, damit hat jetzt Lacans Logik wohl auch nichts zu tun :gruebel:
Joh 1,1 Im Anfang war das Wort, / und das Wort war bei Gott, / und das Wort war Gott.
Joh 1,2 Im Anfang war es bei Gott.
Joh 1,3 Alles ist durch das Wort geworden / und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.
Joh 1,4 In ihm war das Leben / und das Leben war das Licht der Menschen.
Aber ich hab noch das Einführungsbuch zu Lacan, vielleicht hilft es, wenn ich da nochmal etwas weiterlese.
Hier- https://lacan-entziffern.de/vater/der-s ... es-vaters/ steht auch was zum père symbolique.

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Re: Ernährung u. ä.

Beitrag von Melli » Dienstag 4. August 2020, 15:59

[+] Sprachlosigkeiten
kreisel hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2020, 12:44
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Auch dazu gibt es Extrempositionen und alles mögliche dazwischen. Etwa daß es Objekte in der Außenwelt gibt, die nur entdeckt und beschrieben werden müssen. Oder daß die inneren Vorstellungen die ausschlaggebenden sind. Und, nicht zu vergessen: "Do you really believe that the moon only exists if you look at it?" (Einstein)
Oder es gibt noch transzendente Ideen (Göttliches spiegelt sich im außen).
Oder magische Denkweisen. Die hatte ich als Kind auch manchmal.
Richtig. (Ersteres hatten wir ja gerade bei den Azteken.)
kreisel hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2020, 12:44
Eigentlich ist es ja gar nicht so leicht, Kongruenz in der Kommunikation herzustellen. Missverstehen oder gar nicht verstehen müsste ja die Regel sein. Da ist ja die Sprache und die anerkannten Normen dahinter doch schon eine große Errungenschaft.

Übles Thema. Manchmal hatte ich mir schon so einen Frust weggeholt, daß ich dachte, Sprache ist auf die meistens Menschen nur sinnlos verschwendet :( Die bemühen sich weder darum, etwas halbwegs anständig ausdrücken, geschweige etwas zu verstehen. Mal abgesehen von alltäglichen Trivialitäten wie: "Ich hätte gerne 5 Brötchen."
kreisel hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2020, 12:44
Ob das möglicherweise bei der Beziehungssuche auch eine Rolle spielt? Dass man jemand ähnlichen sucht, „wo der Funke da ist“, was ja nicht nur biochemisch gemeint sein muss, sondern es könnte auch gemeint sein, das Gegenüber nutzt sehr ähnliche Sprech- und Verständnismuster. Somit fühlt es sich mühelos und kongruent an oder man kann sich einbilden, es ist kongruent genug (Stichwort "Seelenverwandtschaft").
Ich verstehe "Chemie" hier auch eher als Metapher, genauso wie ich umgekehrt "Seelenverwandtschaft" nicht mystifizieren und gleichzeitig veralltäglichen möchte. Natürlich muß die Kommunikation schon ganz gut laufen.

Wenn es gegenteiligerweise ganz schlecht läuft, haben wir diese hier im Treff so oft beschriebenen Fälle, wo Unterhaltungen bei Dates nur schleppend laufen. Oder selbst wenn scheinbar nicht, dann überlegt es sich einer der beiden ziemlich schnell anders. (Das kann zwar auch am Überangebot online liegen, aber das ist nicht das einzig denkbare Szenario.)
kreisel hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2020, 12:44
Und wenn man Sprache eher kreativ zusammensetzt und die Normen schon leicht durcheinanderwürfelt, oder eine eigene Begriffsweise hat, ist das dann eher Un-kommunikation? Geht das in Richtung Anomie? Oder kann sich gleich als Autist begraben und einsam bleiben?
Nein, das macht Sprachfähigkeit gerade aus. Das ist in anderen Sprachen/Kulturen sogar fest etabliert, sogar daß man Spaß an Spielereien hat.

Tut mir leid, das so sagen zu müssen, an sich würde deutsche Grammatik sogar einiges hergeben, aber die meisten Deutschen haben keinen Sinn dafür entwickelt. Die sind jenseits ihres durchkonventionalisierten Alltagstrotts schnell überfordert und finden das gar nicht gespaßig.
kreisel hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2020, 12:44
Ich dachte nämlich immer, je kreativer ich bin und je mehr Mühe ich mir gebe, da was zu gestalten, umso interessanter müsste das für andere sein. Bis dann die Rückmeldung kam, ich solle einfache normierte Sprache benutzen, sonst wären meine Arbeiten (im Rahmen Studium) schon schlecht wegen fehlender Verstehbarkeit.
Über solche Kleingeisterei habe ich mich auch schon geärgert. Nun sind wissenschaftliche Veröffentlichungen vielleicht nicht regelhaft der Ort für experimentelles Schreiben (kann aber dennoch mal sein, kann sogar notwendig werden). Aber man darf doch ein bißchen an Bemühung erwarten.

Ich bin da noch etwas oldschool sozialisiert. Einer meiner Profs hat mir gleich im 1. Sem. gestanden, daß er als Anfänger seinerzeit manche Aufsätze mehrmals lesen mußte, bis er sie verstanden hatte. Ganz so oft kam das bei mir allerdings nicht vor :oops: Aber ich dachte, das ist das Niveau, das man an einer Uni erwarten kann. Nur was ich dann an schlechten Studenten erleben mußte, die auch noch meckerten, wenn sie nicht alles vorgekaut bekamen, ließ mich zweifeln, was die hier überhaupt zu suchen hatten :wuetend:

Die Krone setzt dem dann noch auf, wenn bei Gastvorträgen sich einige Gastprofs als dümmer entpuppen als die zuhörenden Studenten selbst erst noch im 4. Sem.

Und ein Prof, der jammert, es ist zu kompliziert, sollte sich in die Ecke stellen und schämen. Wenn er meint, eine andere Darstellungsweise sei angemesser, dann kann er das ja anmerken. Aber das war's dann auch.
kreisel hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2020, 12:44
Im privaten ist es aber auch nicht so anders. (Normen, Verstehbarkeit). Die wenigsten wollen sich da glaube ich anstrengen.
Das ist halt so mit Kulturtechniken. Man strengt sich schon in der Schule ein bißchen an, und dann kann man das. Aber die meisten waren wohl schlechte Schüler. Die lernen für die Prüfungen, nicht um sich Fähigkeiten anzueignen. Man wundert sich nur, wie sich solche Leute später durch ihr Erwachsenenleben schleppen. Aber vielleicht benutzen sich die gegenseitig als Krücken.

(Auch sollte man sich dann nicht über inakzeptable Produkte und Dienstleistungen wundern :specht:)
kreisel hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2020, 12:44
Oder wie bei Robinson Crusoe und seinem Freitag anfangen, und die Sprache für den gemeinsamen Bereich zusammen von vorne lernen.
Muß ja recht einseitig gewesen sein:
WP, sub voce hat geschrieben:Er bringt Freitag die englische Sprache bei, macht ihn mit der europäischen Lebensweise vertraut und führt ihn an die christliche Lehre heran.
Wäre ja gegen die Kolonialherrenmentalität gewesen, wenn Crusoe indigene Sprache, Lebensweise und Religion von Freitag gelernt hätte :roll:
kreisel hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2020, 12:44
Wobei im Rahmen Beziehung die erste Zeit wahrscheinlich beinhaltet, eine gemeinsame Verständigung zu finden, und eine gemeinsame Sprache.
Dann schafft man mit jedem Gesprächspartner eine Art eigenen Ausschnitt der Welt.
Wahrscheinlich.

(So genau kann ich mich leider nicht mehr erinnern nach all den Jahren. Manches scheint doch leichter zu gelingen, wenn man noch jung ist :oops: Mit anderen OdBs ist es mir eben nicht auch nur annäherungsweise (bad pun) gelungen.)
kreisel hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2020, 12:44
Im Moment streite ich ja manchmal auch mit der Nachbarskatze, aber ich komme mir selber total beknackt dabei vor.
Streitpunkt ist der Raum und Zugang dazu: Sie soll nicht auf den Tisch und sie soll nicht in die Wohnung.
Aber wie soll ich ihr begreiflich machen, dass da in meinem Kopf Grenzen für diesen Raum sind und Regeln, ohne bei ihr Irritation und Neurosen zu produzieren? Das ist echt eine blöde Situation.
Aber in der Tierwelt gibt es wohl auch Reviermarkierungen, die Welt tickt auch nicht so, dass es gar keine Grenzen gibt.
Bei Dir ist es für sie nicht ganz so offensichtlich einsehbar, das ist ja nicht das Revier einer anderen Katze.

Bei mir dürfen die Katzen schon ziemlich viel. Das einzige Problem, über das wir uns nicht einig werden konnten, ist die Verspieltheit der Kleinen. Das geht fast nach dem Motto: "Die will doch nur spielen!" 🐈 Die geht eiskalt an mir vorbei, um sich etwas vom Schreibtisch zu holen und zu Spielzeug umzufunktionieren. Das kann man dann suchen :roll: Aber irgendwie ist das auch ganz lustig, wie kreativ sie dabei ist. Sie kann auch ohne bzw. mit unsichtbarem, imaginierten Spielzeug spielen :)
kreisel hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2020, 12:44
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Der Vater kann auch nur etwas wie eine "juristische Fiktion" sein, er soll nicht mehr leisten als das symbolische Register zu etablieren beizutragen. Sonst bliebe alles im Imaginären.
Die Logik dahinter verstehe ich immer noch nicht. (Was ein Vater mit juristischer Ermächtigung im Raum Sprache zu tun hat).
(Den Namen des Vaters als Signifikanten S₁ für den Phallus lasse ich hier mal weg. Wenn man seit Morel, Ambiguïtés sexuelles, 2000, den Phallus vielmehr als mehrwertige Funktion auffaßt, wird es hier etwas kompliziert.)

Nun, der Names des Vaters ist eigentlich nicht vorstellbar, er entspricht einer Differenz, einer Leerstelle, die die Register R.S.I trennt.

In einem konkretistischeren Sinne ginge es um einen Vater, "in dessen Namen" eine Mutter einem Kind Selbständigkeit zugestände (statt ein inzestuöses Verhältnis aufrechtzuerhalten). Aber es geht hier um einen symbolischen Vater, keinen realen.

Natürlich wird ein Kind in eine bereits bestehende symbolisch strukturierte Ordnung hineingeboren, für das Kind aber zunächst v.a. durch die "Mutter-Sprache(n)" repräsentiert. Eine eigene Fähigkeit zum Umgang mit dem Symbolischen muß sich das Kind jedoch erst aneignen. Erst das erlaubt die Interaktion mit a/Anderen Sprechern derselbe(n) Sprache(n).

Mütter können Kinder als Fetisch mißbrauchen, Väter können mit Müttern um die Gunst es Kindes buhlen ("Wen hast du lieber, Mama oder Papa?"), und sie können inakzeptabel sein (unauthentisch, besitzergreifend, gewaltbereit..., außerhalb der Ordnung des Symbolischen stehend). Aber auch andere auslösende Faktoren kommen für Psychosen in betracht.

Eines der Typica von Psychosen ist eine zwar vorhandene Fähigkeit zu Klassifikation, d.h. Anwendung von Kategorien, aber mangelnde Fähigkeit zu Kategorisierung, d.h. Bildung von Kategorien (Morel, Ambiguïtés sexuelles, 2000). Das geht über die altbekannten Betrachtungen zu Metonymie vs. Metapher noch weit hinaus.
kreisel hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2020, 12:44
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 21:59
Es geht nicht um die Welt (∈ R), sondern um den Diskurs (∈ S).
Den Gedanken, zu ermächtigen, um aus dem Imaginierten in die Welt zu kommen könnte ich noch eher verstehen, bzw. hab ich schonmal gehört.
Es gibt in der Bibel so einen Absatz, da klingt es so als wäre Sprache mächtig / schaffensmächtig, aber ich glaube, damit hat jetzt Lacans Logik wohl auch nichts zu tun :gruebel:
Wenn man das so rekonstruieren wollte, daß sich die Wirkmächtigkeit auf das Symbolische erstreckte (und beschränkte), ginge das schon. Aber ich weiß nicht, ob das bei Theologen auf Gegenliebe stieße :?
»Whether the leaf falls on the thorn, or the thorn falls on the leaf, it is the leaf that suffers.« (Malayali proverb)

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