Vertrauen/Vertrauensschaden

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Vertrauen/Vertrauensschaden

Beitrag von Pferdefreundin » Dienstag 11. Februar 2020, 19:26

Hallo,

was bedeutet "Vertrauen" für euch und woran macht ihr fest, dass ihr einer anderen Person "vertrauen" könnt oder auch nicht?

An die mit Vertrauensschaden (v.a. durch Mobbing, aber auch durch andere Auslöser): Wie äußert er sich bei euch bzw wie geht ihr damit um?

Habt ihr auch das Gefühl, dass in eurem Inneren eine Mauer vorhanden ist, die euer "wirkliches Ich" , was gerne vertrauen würde vollkommen abnabelt und stattdessen das Ich gewinnt, was sich nicht öffnen kann? Das Ich nicht als gespaltene Persönlichkeit verstehen, sondern eher als innere Anteile, konnte dafür nur keinen geeigneten Begriff finden.

Danke und schönen Abend.
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Brax
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Re: Vertrauen/Vertrauensschaden

Beitrag von Brax » Dienstag 11. Februar 2020, 21:01

Pferdefreundin hat geschrieben:
Dienstag 11. Februar 2020, 19:26
woran macht ihr fest, dass ihr einer anderen Person "vertrauen" könnt oder auch nicht?
Das ist eigentlich Gefühlssache. Wichtig ist mir, dass die Person authentisch ist; wenn jemand gekünstelt wirkt, dann kann ich nicht vertrauen. Außerdem helfen Freundlichkeit, Respekt, Achtsamkeit, Rücksicht, Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein.

Pferdefreundin hat geschrieben:
Dienstag 11. Februar 2020, 19:26
An die mit Vertrauensschaden (v.a. durch Mobbing, aber auch durch andere Auslöser): Wie äußert er sich bei euch bzw wie geht ihr damit um?
Ich bin oft viel distanzierter als ich eigentlich möchte. Wie damit umgehen... ich weiß nicht so recht.

Pferdefreundin hat geschrieben:
Dienstag 11. Februar 2020, 19:26
Habt ihr auch das Gefühl, dass in eurem Inneren eine Mauer vorhanden ist, die euer "wirkliches Ich" , was gerne vertrauen würde vollkommen abnabelt und stattdessen das Ich gewinnt, was sich nicht öffnen kann?
Ja, habe ich. Ich denke, ich weiß was du meinst. Eine Freundin von mir meinte mal "Ganz tief drinnen hast du eigentlich eine große Klappe" und ich glaube, da ist was dran. Nur ist diese große Klappe total verschüttet. Ich denke auch immer, ich sei langweilig. Das ist eine komische Sache, denn eigentlich mache ich eine ganze Menge interessanter Sachen, aber wenn mich jemand nach meinen Hobbys oder nach meinem Alltag fragt, ist das alles wie weggeblasen. Verborgen sogar vor mir selbst, ich vergesse das dann einfach und denke nur noch "Eigentlich mache ich nichts und sitze nur zu Hause rum". Klingt das irgendwie verständlich? :verwirrt:

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Re: Vertrauen/Vertrauensschaden

Beitrag von Pferdefreundin » Dienstag 11. Februar 2020, 21:08

Brax hat geschrieben:
Dienstag 11. Februar 2020, 21:01
Pferdefreundin hat geschrieben:
Dienstag 11. Februar 2020, 19:26
woran macht ihr fest, dass ihr einer anderen Person "vertrauen" könnt oder auch nicht?
Das ist eigentlich Gefühlssache. Wichtig ist mir, dass die Person authentisch ist; wenn jemand gekünstelt wirkt, dann kann ich nicht vertrauen. Außerdem helfen Freundlichkeit, Respekt, Achtsamkeit, Rücksicht, Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein.

Pferdefreundin hat geschrieben:
Dienstag 11. Februar 2020, 19:26
An die mit Vertrauensschaden (v.a. durch Mobbing, aber auch durch andere Auslöser): Wie äußert er sich bei euch bzw wie geht ihr damit um?
Ich bin oft viel distanzierter als ich eigentlich möchte. Wie damit umgehen... ich weiß nicht so recht.

Pferdefreundin hat geschrieben:
Dienstag 11. Februar 2020, 19:26
Habt ihr auch das Gefühl, dass in eurem Inneren eine Mauer vorhanden ist, die euer "wirkliches Ich" , was gerne vertrauen würde vollkommen abnabelt und stattdessen das Ich gewinnt, was sich nicht öffnen kann?
Ja, habe ich. Ich denke, ich weiß was du meinst. Eine Freundin von mir meinte mal "Ganz tief drinnen hast du eigentlich eine große Klappe" und ich glaube, da ist was dran. Nur ist diese große Klappe total verschüttet. Ich denke auch immer, ich sei langweilig. Das ist eine komische Sache, denn eigentlich mache ich eine ganze Menge interessanter Sachen, aber wenn mich jemand nach meinen Hobbys oder nach meinem Alltag fragt, ist das alles wie weggeblasen. Verborgen sogar vor mir selbst, ich vergesse das dann einfach und denke nur noch "Eigentlich mache ich nichts und sitze nur zu Hause rum". Klingt das irgendwie verständlich? :verwirrt:
Das mit der großen Klappe und der Distanz kommt mir sehr bekannt vor. 🤣🤣🤣 Schriftlich kann ich meine Meinung vehement vertreten und habe da auch keine Angst, anzuecken (ohne dabei jedoch unsachlich zu werden).

Draußen in der Welt bin ich hingegen zugeschnürt, wie in ein Korsett gezwängt, aus dem ich nicht hinauskomme.
Da spreche ich sehr selten.

Tja und gedanklich habe ich mit meinen bisherigen OdBs schon sonst wie genussvoll (und ja, auch bisschen dreckig) geschnackselt, aber in real - das ist wieder das Feiglingskorsett wieder da.
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Re: Vertrauen/Vertrauensschaden

Beitrag von Daniog » Dienstag 11. Februar 2020, 21:24

Naja das mit dem Vertrauen ist eine Gefühlssache.

Ich selbst vertraue nur zwei Personen.

Meinem besten Freund ich kenne ihn seit 37 Jahren. Wir sind schon zusammen in den Kindergarten gegangen.

Die zweite Person ist eine gute Freudin. Ich kenne sie auch schon 27 Jahre.

Allen anderen Personen traue ich nur teilweise oder gar nicht.

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Re: Vertrauen/Vertrauensschaden

Beitrag von Ninja Turtle » Dienstag 11. Februar 2020, 21:35

Pferdefreundin hat geschrieben:
Dienstag 11. Februar 2020, 19:26
Hallo,

was bedeutet "Vertrauen" für euch und woran macht ihr fest, dass ihr einer anderen Person "vertrauen" könnt oder auch nicht?
Wenn ich davon ausgehe, dass mir niemand etwas böses will und alles offen und ehrlich zu geht.

In diesem Sinne gebe ich ziemlich oft einen Vertrauensvorschuss, der sich meistens lohnt.

Wenn ich einer Person mal nicht vertrauen bzw über den Weg traue, ist das in der Regel win Bauchgefühl.
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Re: Vertrauen/Vertrauensschaden

Beitrag von Poseidon » Dienstag 11. Februar 2020, 22:56

Pferdefreundin hat geschrieben:
Dienstag 11. Februar 2020, 19:26
Hallo,

was bedeutet "Vertrauen" für euch und woran macht ihr fest, dass ihr einer anderen Person "vertrauen" könnt oder auch nicht?

An die mit Vertrauensschaden (v.a. durch Mobbing, aber auch durch andere Auslöser): Wie äußert er sich bei euch bzw wie geht ihr damit um?

Habt ihr auch das Gefühl, dass in eurem Inneren eine Mauer vorhanden ist, die euer "wirkliches Ich" , was gerne vertrauen würde vollkommen abnabelt und stattdessen das Ich gewinnt, was sich nicht öffnen kann? Das Ich nicht als gespaltene Persönlichkeit verstehen, sondern eher als innere Anteile, konnte dafür nur keinen geeigneten Begriff finden.

Danke und schönen Abend.
Ich habe während meiner Jugend leider viel zu lange gelernt, dass ich den Menschen nicht vertrauen kann. Bzw. wurde mein Vertrauen jedes einzelne Mal ausgenutzt und man hat mir versucht zu schaden.
Dadurch habe ich eine sehr dicke und hohe Mauer gebaut, die mich heute noch mehr einsperrt als beschützt. Vielleicht ein Grund des AB-Daseins.

In den letzten Jahren lerne ich immer mehr, Vertrauen zuzulassen. Meinen besten Freunden vertraue ich die meiste Zeit blind, wenn auch ab und zu Zweifel aufkommen. Aber ich denke, das ist dann kein Misstrauen sondern eher die Geister von damals.

Was Vertrauen bedeutet? Das ist eine ziemlich schwierige Frage.
Für mich bedeutet es, dass mich jemand nimmt, so wie ich bin. Mir nichts Böses will, mir nicht schaden will, mir mit Respekt und Ehrlichkeit gegenübertritt.

Als Geschichtsfan habe ich mal einen Spruch gelesen, der ging irgendwie so:

Du kannst das Schwert einer anderen Person in die Hände legen. Die Person kann dich damit beschützen oder töten. Wenn du es ihr gibst, hast du Vertrauen.
Klingt irgendwie kitschig, hat aber einen wahren Kern! :mrgreen:

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Re: Vertrauen/Vertrauensschaden

Beitrag von Tania » Dienstag 11. Februar 2020, 23:28

Pferdefreundin hat geschrieben:
Dienstag 11. Februar 2020, 19:26
was bedeutet "Vertrauen" für euch und woran macht ihr fest, dass ihr einer anderen Person "vertrauen" könnt oder auch nicht?
Ich unterscheide da zwei Ebenen: bewusstes und instinktives Vertrauen.

Bewusst bedeutet, dass ich überzeugt bin, dass ein Mensch mir nichts Böses/Gemeines/Nachteiliges will. Dieses Vertrauen bekommt erstmal Jeder - und ich mache es daran fest, dass er mir bislang tatsächlich nichts angetan hat. Und es bleibt so lange, bis es enttäuscht wird. Es dann wiederzugewinnen ist allerdings hammerschwer - geht eigentlich nur, wenn besagter Mensch mich davon überzeugen kann, dass seine Handlung nicht gegen mich gerichtet war, sondern dass ich quasi ein unvermeidbarer Kollateralschaden beim Versuch, eine größere Katastrophe abzuwenden, war.

Mit dem instinktiven Vertrauen ist es völlig anders. Warum ich das bei manchen Menschen habe und bei den meisten nicht, ist mir komplett schleierhaft. Festmachen kann ich es an Dingen, die ich instinktiv tue - ich reagiere nicht mit Zurückweichen, wenn solche Menschen in meinen 30-cm-Radius kommen, ich suche irgendwie ihre physische Nähe, und ich schlafe in ihrer Gegenwart deutlich besser als allein. Wobei eigentlich nur das Letztgenannte ein sicherer Indikator ist, die anderen Dinge können auch mal passieren, wenn ich abgelenkt bin oder wenn ich mich sehr gut unter Kontrolle habe. Aber die Sache mit dem Schlafen ist echt komisch. Bei den meisten Menschen (inklusive meiner besten Freundin) kann ich gar nicht schlafen, wenn sie im Zimmer sind. Bei anderen geht es halbwegs, ist aber immer noch schlechter als allein. Aber das werte ich dann mal großzügig als "instinktives Vertrauen vorhanden", sonst wird die Liste so extrem kurz. :oops:
An die mit Vertrauensschaden (v.a. durch Mobbing, aber auch durch andere Auslöser): Wie äußert er sich bei euch bzw wie geht ihr damit um?
Auf eine völlig bescheuerte Weise: wenn mir jemand begegnet, bei dem ein Bauchgefühl sagt "nee, der ist fies", oder bei dem es eigentlich erkennbare Warnsignale gibt, dann schaltet sich mein Hirn ein und sagt "Mooooment! Bist Du ganz sicher, dass Du nicht nur Dinge, die man Dir früher angetan hat, auf diese Person projizierst? Du weisst doch, Du solltest nicht neue Bekannte dafür büßen lassen, was frühere Bekannte versaut haben." Und dann ignorier ich die Warnsignale und falle oft genug auf die Nase. Einer der Hauptgründe, warum ich mich z.B. mit der Beauftragung von Handwerkern schwer tue .... :verwirrt: Mit privaten Sachen ist es leichter, da lauern nur seelische Wunden, und die machen mir keine Angst. Die heilen auch wieder - hab schon Schlimmeres überlebt. Aber das Risiko, finanziell im Abgrund zu landen, ängstigt mich schon ... dazu sind zu viele Menschen von meinem Einkommen abhängig.

In the end we only regret the chances we didn’t take, the relationships we were afraid to have, and the decisions we waited too long to make. (Lewis Carroll)

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Re: Vertrauen/Vertrauensschaden

Beitrag von Melli » Dienstag 11. Februar 2020, 23:38

Pferdefreundin hat geschrieben:
Dienstag 11. Februar 2020, 19:26
was bedeutet "Vertrauen" für euch und woran macht ihr fest, dass ihr einer anderen Person "vertrauen" könnt oder auch nicht?
An die mit Vertrauensschaden (v.a. durch Mobbing, aber auch durch andere Auslöser): Wie äußert er sich bei euch bzw wie geht ihr damit um?
Ich gehe gar nicht damit um. Was sollte ich denn auch tun? Ich lebe eben damit, daß ich niemandem in allen möglichen Angelegenheiten vertrauen kann (oder wie sollte man das fassen?).

Das Negativ, daß jemand nicht vertrauenswürdig ist, merkt man schon früher oder später.

Mit dem Positiv kann ich gar nichts so recht anfangen. Das ist schon seit meiner Kindheit irreparabel zerstört.

Auch meine Frau würde ich mit vielem lieber nicht behelligen. Die sagt mir ja auch nicht "alles". Oder erst mit fast 40 Jahren Verspätung – und dann wundert sie sich, wenn ich den Eindruck hatte, sie wollte mich loswerden :(
Pferdefreundin hat geschrieben:
Dienstag 11. Februar 2020, 19:26
Habt ihr auch das Gefühl, dass in eurem Inneren eine Mauer vorhanden ist, die euer "wirkliches Ich" , was gerne vertrauen würde vollkommen abnabelt und stattdessen das Ich gewinnt, was sich nicht öffnen kann?
Nein, diese Unterscheidung gibt es bei mir nicht.
Löcher in die Wand starren ist nur eine weitere Art, Mauern einzureißen.

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Re: Vertrauen/Vertrauensschaden

Beitrag von Reinhard » Mittwoch 12. Februar 2020, 01:07

Bei diesen beiden Punkten geht es mir auch so.
Brax hat geschrieben:
Dienstag 11. Februar 2020, 21:01
Ja, habe ich. Ich denke, ich weiß was du meinst. Eine Freundin von mir meinte mal "Ganz tief drinnen hast du eigentlich eine große Klappe" und ich glaube, da ist was dran. Nur ist diese große Klappe total verschüttet.
Ja ... eine der Geschichten, die mir meine Mutter über mich erzählt, die ich aber irgendwie nicht so recht glauben kann, ist die, dass ich vor dem Kindergartenalter dauernd geredet haben soll und immer was zu erzählen hatte. Das passt so gar nicht zu meinem Verhalten, wie ich mich später kenne.

Vielleicht habe ich nur mein lebenslanges Sprechkontingent in der frühen Kindheit aufgebraucht? :lol: :gruebel:

Brax hat geschrieben:
Dienstag 11. Februar 2020, 21:01
Ich denke auch immer, ich sei langweilig. Das ist eine komische Sache, denn eigentlich mache ich eine ganze Menge interessanter Sachen, aber wenn mich jemand nach meinen Hobbys oder nach meinem Alltag fragt, ist das alles wie weggeblasen. Verborgen sogar vor mir selbst, ich vergesse das dann einfach und denke nur noch "Eigentlich mache ich nichts und sitze nur zu Hause rum". Klingt das irgendwie verständlich? :verwirrt:
Genau. Irgendwas lesen (online oder Bücher) ist eine Art des Rumsitzens, aus der Sicht der Außenstehenden. :sadman:
Mag ja sein, dass jeder seines Glückes Schmied ist.
Aber dabei sollte nicht vergessen werden, dass manche von Haus aus eine komplette Werkstatt mitbekommen, und andere nur einen Hammer und nicht mal einen Amboss.

Wer will findet sucht Wege; wer nicht will findet Gründe erfindet Ausflüchte.

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Re: Vertrauen/Vertrauensschaden

Beitrag von Nonkonformist » Mittwoch 12. Februar 2020, 07:28

Ein urvertrauen in menschen habe ich schon seit lange nicht mehr.

Mein eigener vater hat mal gedroht mich zu ermorden, mein jugend war voller psychoterror, mein onkel hat sich ein seinen tochter vergriffen, ich würde ein paar jahren lang gemobbt und ausgegrenst, auch wann es bei mir nicht allzu schlimm war und ich immer ein paar nerd-freunde hatte. Habe in der zeit einen gewissen allergie gegen draufgänger (meinen mobber) und homogene gruppen mit gruppenhierarchieen aufgebaut.
Beruflich bin ich ein paar mal ziemlich ver*rscht worden.
Und ein paar meiner OdBs haben mich ziemlich verletzt.

Ein mensch den ich nicht kenne ist kein mensch den ich traue.
Ich brauche zeit um für menschen auf zu wärmen, bin anfangs eher argwöhnig.
War bei meinen späteren OdBs anfangs meist auch nicht anders.
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Re: Vertrauen/Vertrauensschaden

Beitrag von Dr. House » Mittwoch 12. Februar 2020, 08:26

Ich vertraue auch kaum jemanden.

Leider macht das viel kaputt bzw. vernichtet bereits jedes aufkommen von Chancen, Gelegenheiten und Freude.
Die wenigstens Mitmenschen machen sowas lange mit, wenn sie merken, dass ich (deutlich) länger zum vertrauen brauche.

Ich gebe keine Vorschüsse - zu oft lag ich mit meinem MISStrauen in der Vergangenheit richtig.
Ich war einst glücklich, wenn auch nur im Traum.
Doch ich war glücklich.

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Re: Vertrauen/Vertrauensschaden

Beitrag von Schlomo » Mittwoch 12. Februar 2020, 09:20

Ich bin auch eine eher misstrauische Person. Schon immer gewesen. Früher Schule, jedes Gespräch mit weiblichen Personen habe ich irgendeine Form von Verarsche vermutet.

Habe aber eigentlich keinen besonderen Grund dazu, nichts traumatisches oder ähnliches. Früher war halt Schulzeit, aber ich bin ja nun ein erwachsener Mann.
Deswegen denke ich, ich hätte heutzutage keine Probleme, darüber hinwegzukommen. Was soll schon passieren? Das schlimmste, was passiert, ist verlieb mich und werd enttäuscht. Da muss ich dann halt drüber weg...

Gerade nochmal OP gelesen: Eigentlich waren leute mit "Schaden" angesprochen. Da gehöre ich ja dann gar nicht zu. Egal. jetzt hab ichs geschrieben.

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Re: Vertrauen/Vertrauensschaden

Beitrag von Nonkonformist » Mittwoch 12. Februar 2020, 09:36

Dr. House hat geschrieben:
Mittwoch 12. Februar 2020, 08:26
Ich vertraue auch kaum jemanden.

Leider macht das viel kaputt bzw. vernichtet bereits jedes aufkommen von Chancen, Gelegenheiten und Freude.
Die wenigstens Mitmenschen machen sowas lange mit, wenn sie merken, dass ich (deutlich) länger zum vertrauen brauche.

Ich gebe keine Vorschüsse - zu oft lag ich mit meinem MISStrauen in der Vergangenheit richtig.
Lasst du es dann wirklich merken?

Ich bin anfangs vorsichtig, reserviert und wenig spontan, aber ich gehe fremden auch nicht gezielt aus den weg.
Mein verhalten ist da so eher neutral/höfflich.
Und erst mal schauen wie der hase läuft.

Aus einmalige begegnungen sind aber nie spontan freundschaften entstanden.
Auf den ersten blick verliebt war ich einmal - in eine illlusion.
Sie war ziemlich anders als ich gedacht hatte.
Ihr verdanke ich einen von reiner stress verursachten schweren gastritis, und im anschluß meinen jetzt zweiwochenlichen vitamin B12 injektionen fürs leben.
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Re: Vertrauen/Vertrauensschaden

Beitrag von Melli » Mittwoch 12. Februar 2020, 10:33

Dr. House hat geschrieben:
Mittwoch 12. Februar 2020, 08:26
Die wenigstens Mitmenschen machen sowas lange mit, wenn sie merken, dass ich (deutlich) länger zum vertrauen brauche.
Da gibt es allerdings schon sowas wie Mentalitätsunterschiede, auch in, ähem... regional verteilten tendenziellen Mustern 😱

Das spielt sich irgendwo zwischen Extremen ab, wie daß sich manche einem erstmal ansehen, bevor sie beschließen: "Oh ja, die/der ist ok." 👍🏾 Aber manche tun so, als müßte alles wesentliche innerhalb kurzer Zeit geklärt sein :shock: Und manchmal stellen die sich alsbald als hohle Labertaschen, wenn nicht fiese Giftschlangen heraus 🐍

Man sieht schon, man muß sich bei mir keinen Streß machen, so schnell wird man ohnehin nicht mein Freund (m/w/d) :shy:
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Re: Vertrauen/Vertrauensschaden

Beitrag von Mondi » Mittwoch 12. Februar 2020, 14:20

Ich bin da wie Nonkonformist unterwegs. Wenn man lernen musste, dass man nicht einmal seinen Eltern vertrauen kann, dann vertraut man niemand mehr. Bevor ich gelernt habe, dass man Menschen niemals niemals niemals völlig vertrauen kann, was eigentlich meine Natur ist, der beste Freund morgen schon der ärgste Feind sein kann, traue ich keinem mehr und bin seither auch viel besser unterwegs. Weil davor wurde mein Vertrauen immer wieder grausam und hemmungslos ausgenutzt. Einem vollkommenem Menschen - Jesus - kann man wahrscheinlich vertrauen. Das Vertrauen in nicht vollkommene Menschen wird irgendwann missbraucht. Ich vertraue nicht mal mir selbst ;)

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Re: Vertrauen/Vertrauensschaden

Beitrag von Gatem » Mittwoch 12. Februar 2020, 14:55

Ich „vertraue“ darauf, dass jeder Mensch primär seine eigenen Interessen im Sinn hat.
Ist aber nicht die Schuld der Menschen… dieses kapitalistische System, in dem wir alle aufwachsen/-wuchsen erzieht die Leute einfach dazu.

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Re: Vertrauen/Vertrauensschaden

Beitrag von LittleOne » Mittwoch 12. Februar 2020, 19:49

Vertrauensschaden? Ja hab ich...... :coolgun:

Ich denke oft darüber nach und merke, dass ich auch eine dicke Mauer, bzw. Eine Armee an die Grenze meiner Seele aufgebaut habe. Das ist wie ein dickes Knäuel aus Erlebnissen und Ursachen, die das veranlasst haben. Nun gilt es dieses Knäuel wieder aufzudröseln, was ich allein nicht schaffen kann.... ich bin in der Lage spontane Freundschaften und Kontakte aufzubauen. Aber irgendwie nur zu Frauen. Ich begegne eher Frauen, mit denen ich so ins Gespräch komme, dass hinterher Nummern ausgetauscht werden und man was miteinander unternimmt. Das ist toll, so sehe ich, dass ich zu freundschaften an sich in der Lage bin. Gibt viele Gedanken dazu. Einer davon, dass ich bei Frauen lockerer in einen Kontakt gehe weil ich von vorne herein weiß da wird nicht mehr als Freundschaften draus, da ich stock hetero bin. Es gibt auch zwei Männer zu denen ich Vertrauen habe und eine Freundschaft pflege. Der eine wohnt, keine Ahnung mehr als 500 km weit weg und der andere ist mein OdB und weiß es auch. Hält daher Abstand, hat auf der anderen Seite aber immernoch die Güte mich einen Freund zu nennen. :sadwoman:

Zu meiner Familie hatte ich zum Glück immer ein gutes Verhältnis. Ich bin froh eine so tolle Familie zu haben, die immer hinter mir steht egal was passiert. Lektionen lernte ich draußen. Schule, Ausbildung, Arbeitsshuche und auch im Privaten. Mobbing von der 1. Bis zur 10. Klasse. ( oft genug von männlichen Personen) Im allgemeinem jedoch immer sexistische sprüche zu hören bekommen. Naja,
Jugendliche halt. Andere Manipulationen durch falsche Freunde, die ich nicht immer gleich erkannte und ein sehr guter Freund, der wirklich fest in meinem Leben verankert war durch schwere psychische Krankheit glaubt ich würde ihm schaden wollen und dem entsprechend nun zu mir ist und ein Feind wurde. Das sind nur wenige Fäden dieses Knäuels. Ich hoffe es ist verständlich :mrgreen:

Nun merke ich es umso deutlicher bei Dates . Wenn ich einen Mann kennen lerne, hat er mir nichts getan und ich sollte ihm zunächst vertrauen. Irgendwie kann ich das nicht sofort. Nicht gleich so, dass ich intime Momente mit ihm teilen würde gleich beim ersten oder zweiten Treffen. Sie erzählen liebe und zuneigende Dinge. Wenn sie aber merken, dass man ihnen nicht so vertraut wie sie es gewohnt sind, sind all die lieben und zuneigenden Aussagen plötzlich nicht mehr von Bedeutung. Und da soll ich vetrauen..... hmmm schwirig da Vertrauen zu lernen :? :kopfstand:

Die meisten Menschen machen sich nicht mehr die Mühe jemanden wirklich kennen zu lernen und einem die Chance und Zeit zu geben ein angemessenes Vertrauen aufzubauen. Entweder vertrauen sie gleich von der ersten Minute an so sehr, dass sie alles gleich mit machen oder sie können es auch ohne Vertrautheit. Kann ich beides nicht also flutscht ich als AB durchs Leben und spiele jeden Tag meine Rolle :wuetend: :spiegel:

Ich wünsche euch allen einen super Abend und freue mich endlich mal einen längeren Beitrag posten zu können.

LG LittleOne

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Re: Vertrauen/Vertrauensschaden

Beitrag von Pferdefreundin » Donnerstag 13. Februar 2020, 13:48

LittleOne hat geschrieben:
Mittwoch 12. Februar 2020, 19:49
Vertrauensschaden? Ja hab ich...... :coolgun:

Ich denke oft darüber nach und merke, dass ich auch eine dicke Mauer, bzw. Eine Armee an die Grenze meiner Seele aufgebaut habe. Das ist wie ein dickes Knäuel aus Erlebnissen und Ursachen, die das veranlasst haben. Nun gilt es dieses Knäuel wieder aufzudröseln, was ich allein nicht schaffen kann.... ich bin in der Lage spontane Freundschaften und Kontakte aufzubauen. Aber irgendwie nur zu Frauen. Ich begegne eher Frauen, mit denen ich so ins Gespräch komme, dass hinterher Nummern ausgetauscht werden und man was miteinander unternimmt. Das ist toll, so sehe ich, dass ich zu freundschaften an sich in der Lage bin. Gibt viele Gedanken dazu. Einer davon, dass ich bei Frauen lockerer in einen Kontakt gehe weil ich von vorne herein weiß da wird nicht mehr als Freundschaften draus, da ich stock hetero bin. Es gibt auch zwei Männer zu denen ich Vertrauen habe und eine Freundschaft pflege. Der eine wohnt, keine Ahnung mehr als 500 km weit weg und der andere ist mein OdB und weiß es auch. Hält daher Abstand, hat auf der anderen Seite aber immernoch die Güte mich einen Freund zu nennen. :sadwoman:

Zu meiner Familie hatte ich zum Glück immer ein gutes Verhältnis. Ich bin froh eine so tolle Familie zu haben, die immer hinter mir steht egal was passiert. Lektionen lernte ich draußen. Schule, Ausbildung, Arbeitsshuche und auch im Privaten. Mobbing von der 1. Bis zur 10. Klasse. ( oft genug von männlichen Personen) Im allgemeinem jedoch immer sexistische sprüche zu hören bekommen. Naja,
Jugendliche halt. Andere Manipulationen durch falsche Freunde, die ich nicht immer gleich erkannte und ein sehr guter Freund, der wirklich fest in meinem Leben verankert war durch schwere psychische Krankheit glaubt ich würde ihm schaden wollen und dem entsprechend nun zu mir ist und ein Feind wurde. Das sind nur wenige Fäden dieses Knäuels. Ich hoffe es ist verständlich :mrgreen:

Nun merke ich es umso deutlicher bei Dates . Wenn ich einen Mann kennen lerne, hat er mir nichts getan und ich sollte ihm zunächst vertrauen. Irgendwie kann ich das nicht sofort. Nicht gleich so, dass ich intime Momente mit ihm teilen würde gleich beim ersten oder zweiten Treffen. Sie erzählen liebe und zuneigende Dinge. Wenn sie aber merken, dass man ihnen nicht so vertraut wie sie es gewohnt sind, sind all die lieben und zuneigenden Aussagen plötzlich nicht mehr von Bedeutung. Und da soll ich vetrauen..... hmmm schwirig da Vertrauen zu lernen :? :kopfstand:

Die meisten Menschen machen sich nicht mehr die Mühe jemanden wirklich kennen zu lernen und einem die Chance und Zeit zu geben ein angemessenes Vertrauen aufzubauen. Entweder vertrauen sie gleich von der ersten Minute an so sehr, dass sie alles gleich mit machen oder sie können es auch ohne Vertrautheit. Kann ich beides nicht also flutscht ich als AB durchs Leben und spiele jeden Tag meine Rolle :wuetend: :spiegel:

Ich wünsche euch allen einen super Abend und freue mich endlich mal einen längeren Beitrag posten zu können.

LG LittleOne
Geht bei mir ganz ähnlich. Bei Frauen und auch schwulen Männern ist alles ganz ok (hängt auch von Sympathie ab), brauche aber etwas zum Auftauen, aber sonst generell bei Männern werde ich angespannt, verschlossen, unlocker, misstrauisch und gehemmt.
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