Film "(K)ein besonderes Bedürfnis"

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Film "(K)ein besonderes Bedürfnis"

Beitrag von Icke_Bins » Dienstag 14. Januar 2020, 23:56

Aktuell noch auf Spiegel.tv zu sehen (zeitlich begrenzt, da es sich um lizensierte Filme aus dem regulären Kinofilmverleih handelt):

http://www.spiegel.tv/videos/1359619-ke ... beduerfnis

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Re: Film "(K)ein besonderes Bedürfnis"

Beitrag von DaRealOnionhead » Mittwoch 15. Januar 2020, 01:32

Dachte erst, das ist ne kurze Reportage...aber der dauert ja schon wieder über eine Stunde. Gefühlt alle 30 Sekunden ein Werbeblock dazwischen. :fluchen:
Bin jetzt bei Minute 18 angelangt und finde das bisher ganz interessant. Anlasslose Kaltansprachen habe ich mich nie getraut, daher bewundere ich den Mut des Protagonisten. Ich befürchte aber mit einem reinen Fakten runterbeten - wie eine Lezione Uno - Mi presento im A1-Italienischkurs - wird er nicht weit kommen.

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Re: Film "(K)ein besonderes Bedürfnis"

Beitrag von Icke_Bins » Mittwoch 15. Januar 2020, 02:29

Werbung hatte ich zum Glück noch nicht, liegt wahrscheinlich an meinem Werbeblocker, der auch auf dieser Seite wirksam zu sein scheint. Mich nerven nur die Stimmen und Intonationen in der Synchronübersetzung: ältere italienische Frau von dieser einen Organisation spricht leise und langsam und in der Übersetzung krächzt irgendeine junge Frau total laut und hektisch herum. Habe selbst mal an einer Synchronisation mitgewirkt und weiß, dass das im professionellen Filmbereich eigentlich anders gemacht wird (Synchronisation soll nicht nur eine reine sprachliche Übersetzung sein, sondern auch den Duktus, Habitus, Kontext, Stimmenfarbe etc. des Originals wiederspiegeln)...

Was ich mich halt die ganze Zeit frage: wie authentisch ist diese "Dokumentation"? An vielen der Kameraeinstellungen und -fahrten erkennt man, dass da die ganze Zeit ein professionelles Filmteam dabei gewesen sein muss, auch in den Situationen die so privat, spontan und intim wirken. Ist das alles komplett durchinszeniert? Einerseits freut es mich zu sehen, dass unser Protagonist so wohlmeinende Freunde hat, die ihm helfen wollen eine Frau zu finden. Aber ist das realistisch? Kenne nicht viele autistische oder sonstwie mental / neurologisch atypische Menschen, die von sich behaupten können so einen Support von guten "Normalo" Freunden zu haben, die bemüht sind Ihnen in Sachen sozialer Inklusion und romantische Partnerschaft zu helfen. Oft sind die Leute doch aufgrund Ihrer Erkrankung ziemlich stark in der Außenseiterposition - leider. Daher meine Vermutung, dass es sich eher um einen Spielfilm im Dokumentarstil mit einigen authentischen Anteilen handelt...

Edit: Habe hier was Interessantes zum Hintergrund des Films gefunden: https://www.dok-leipzig.de/festival/dok ... eutsch.pdf

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Re: Film "(K)ein besonderes Bedürfnis"

Beitrag von DaRealOnionhead » Mittwoch 15. Januar 2020, 15:11

Ich hab den Film inzwischen ganz gesehen. Vom Aufbau sehr interessant...und zum Ende hin erwartbar, dass sie seit Jahren glücklich vergeben ist. ;)
Und die Frage beim Abspann, ob Enea eine Frau fürs Leben finden würde, die dann bejaht wurde...ist ja erst mal rhetorischer Natur bis Wunschdenken. Ich halte das allerdings nicht für unmöglich.
Tatsächlich ist der Film ja schon von 2013. Interessant wäre nun, wie sich das Frauenthema inzwischen bei Enea entwickelt hat. Oder hat er es gar wieder fallengelassen und stürzt sich in eine andere Ersatzbefriedigung? :gruebel:

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Re: Film "(K)ein besonderes Bedürfnis"

Beitrag von Hanuta » Mittwoch 15. Januar 2020, 15:32

Habe mir den Film auch angeschaut und fand ihn echt klasse.
Er ist ein gutherziger Mensch und ich wünsche ihm das beste für seine Zukunft.

Der Film hat mir gut veranschaulicht wie schwierig es sein kann andere Menschen für sich zu interessieren, wenn man so stark außerhalb der sozialen Norm agiert. Ich finde es auch klasse, dass er so einen Mut aufbringen kann und jede Frau die er gut findet direkt anspricht. Es sieht für ihn leicht aus, aber scheinbar hat er an der Ablehnung doch ordentlich zu knabbern. Mich beeindruckt aber, dass er sich dadurch nicht unterkriegen lässt und an das Gute glaubt.

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Re: Film "(K)ein besonderes Bedürfnis"

Beitrag von Finnlandfreundin » Mittwoch 15. Januar 2020, 18:59

Habe mir den Film auch soeben angeschaut. Er ist (ich übernehme mal Hanuta's Formulierung) wirklich ein herzensguter Mensch, aber sein allgemeines soziales Verhalten entspricht nicht der Norm.

Im Film wird auch deutlich, dass seine Anforderungen, wie die Frau für ihn aussehen sollte, viel zu hoch sind.

Mit Kaltansprachen hat er jedenfalls keine Probleme, aber er wirkt teilweise etwas aufdringlich, was die Frauen auch wieder verschreckt.

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Re: Film "(K)ein besonderes Bedürfnis"

Beitrag von Icke_Bins » Mittwoch 15. Januar 2020, 20:43

Habe leider bisher nur die Hälfte vom Film gesehen. Einer von den beiden Männern, die ihm helfend zur Seite stehen ist wohl auch Regiesseur des Films. Man findet das ober verlinkte Interview und noch ein paar zusätzliche Backgroundinfos. Wäre echt interessant mal zu erfahren was der Ernea heute macht.

Zur "Kaltansprache" - dass ihm das so "leicht fällt" hat natürlich mit der psychischen-kognitiven Konstitution zu tun. Diese Kognitionen, die jemanden der sich psychisch eher im "Normalobereich" befindet womöglich davon abhalten würden, einfach so auf Leute zuzugehen und diese aus dem Nix heraus anzusprechen, diese Filter sind bei Ernea wahrscheinlich kaum bis gar nicht vorhanden. Man könnte meinen: Gratulation - du bist in der Lage ohne Hemmungen auf Frauen zuzugehen. Aber, die gleiche psychische Beschaffenheit, die es ihm vereinfacht offen auf Leute zuzugehen, verschreckt auch gleichzeitig die Normalofrauen, weil es eben abweicht von dem "Üblichen", von grundsätzlichen Ressentiments und ablehnenden Haltungen gegenüber Menschen die offensichtlich "anders" sind, will ich gar nicht erst anfangen.

Der Film bestätigt letztlich eine Erkenntnis, die ich schon seit längerem habe: umso stärker jemand von der Norm abweicht (in welcher Hinsicht und welcher Ausprägung auch immer) um so schwieriger wird es in der Mitte der Gesellschaft (im Sinne der "breiten Masse" die repräsentativ für einen überwiegenden Teil der Individuen in einer Gesellschaft ist = im Sinne eines bevölkerungsrepäsentativen Querschnitts), umso schwieriger ist es sozial und romantisch Anklang zu finden...

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Re: Film "(K)ein besonderes Bedürfnis"

Beitrag von Finnlandfreundin » Mittwoch 15. Januar 2020, 21:59

Icke_Bins hat geschrieben:
Mittwoch 15. Januar 2020, 20:43
Der Film bestätigt letztlich eine Erkenntnis, die ich schon seit längerem habe: umso stärker jemand von der Norm abweicht (in welcher Hinsicht und welcher Ausprägung auch immer) um so schwieriger wird es in der Mitte der Gesellschaft (im Sinne der "breiten Masse" die repräsentativ für einen überwiegenden Teil der Individuen in einer Gesellschaft ist = im Sinne eines bevölkerungsrepäsentativen Querschnitts), umso schwieriger ist es sozial und romantisch Anklang zu finden...
Ich bin jetzt noch nicht so lange hier im Forum und habe demzufolge noch nicht so viele persönlich getroffen, aber die meisten wirken ganz normal muss ich sagen. Und dennoch fällt es schwer, jemanden kennenzulernen. Mir geht es ja auch so und ich würde sagen, von außen betrachtet, wirke ich auch recht normal.

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Re: Film "(K)ein besonderes Bedürfnis"

Beitrag von Hanuta » Mittwoch 15. Januar 2020, 22:46

Icke_Bins hat geschrieben:
Mittwoch 15. Januar 2020, 20:43
Der Film bestätigt letztlich eine Erkenntnis, die ich schon seit längerem habe: umso stärker jemand von der Norm abweicht (in welcher Hinsicht und welcher Ausprägung auch immer) um so schwieriger wird es in der Mitte der Gesellschaft (im Sinne der "breiten Masse" die repräsentativ für einen überwiegenden Teil der Individuen in einer Gesellschaft ist = im Sinne eines bevölkerungsrepäsentativen Querschnitts), umso schwieriger ist es sozial und romantisch Anklang zu finden...
Ist diese Erkenntnis aber nicht verständlich und ebenso logisch?
Immerhin geht es doch bei zwischenmenschlichen Beziehungen darum eine emotionale Verbindung zu jemandem aufzubauen und sich verstanden zu fühlen. Je weiter man abweicht, desto größer ist die emotionale Distanz. Klar ist das traurig für den Enea, aber andererseits kann man den anderen Menschen auch nicht vorwerfen ihm keine Chance zu geben, wenn es schlichtweg von Anfang an nicht passt.
Die Möglichkeit für ihn besteht wohl einzig darin eine andere Autistin kennenzulernen, die ihn als Menschen versteht.

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Re: Film "(K)ein besonderes Bedürfnis"

Beitrag von LonesomeCoder » Donnerstag 16. Januar 2020, 12:55

Alle 4 Minuten kamen bei mir die gleichen 2 Werbungen für eine Versicherung :fluchen:
Icke_Bins hat geschrieben:
Mittwoch 15. Januar 2020, 02:29
Was ich mich halt die ganze Zeit frage: wie authentisch ist diese "Dokumentation"? An vielen der Kameraeinstellungen und -fahrten erkennt man, dass da die ganze Zeit ein professionelles Filmteam dabei gewesen sein muss, auch in den Situationen die so privat, spontan und intim wirken. Ist das alles komplett durchinszeniert? Einerseits freut es mich zu sehen, dass unser Protagonist so wohlmeinende Freunde hat, die ihm helfen wollen eine Frau zu finden. Aber ist das realistisch? Kenne nicht viele autistische oder sonstwie mental / neurologisch atypische Menschen, die von sich behaupten können so einen Support von guten "Normalo" Freunden zu haben, die bemüht sind Ihnen in Sachen sozialer Inklusion und romantische Partnerschaft zu helfen. Oft sind die Leute doch aufgrund Ihrer Erkrankung ziemlich stark in der Außenseiterposition - leider.
Ich denke auch, dass Autisten selten ein Umfeld mit so vielen Leuten haben, die sie so dabei unterstützen.
Finnlandfreundin hat geschrieben:
Mittwoch 15. Januar 2020, 18:59
Mit Kaltansprachen hat er jedenfalls keine Probleme, aber er wirkt teilweise etwas aufdringlich, was die Frauen auch wieder verschreckt.
Für einige Frauen sicher, aber es gibt auch Männer, die sogar noch offensiver Erfolg haben.
Icke_Bins hat geschrieben:
Mittwoch 15. Januar 2020, 20:43
Zur "Kaltansprache" - dass ihm das so "leicht fällt" hat natürlich mit der psychischen-kognitiven Konstitution zu tun. Diese Kognitionen, die jemanden der sich psychisch eher im "Normalobereich" befindet womöglich davon abhalten würden, einfach so auf Leute zuzugehen und diese aus dem Nix heraus anzusprechen, diese Filter sind bei Ernea wahrscheinlich kaum bis gar nicht vorhanden. Man könnte meinen: Gratulation - du bist in der Lage ohne Hemmungen auf Frauen zuzugehen. Aber, die gleiche psychische Beschaffenheit, die es ihm vereinfacht offen auf Leute zuzugehen, verschreckt auch gleichzeitig die Normalofrauen, weil es eben abweicht von dem "Üblichen", von grundsätzlichen Ressentiments und ablehnenden Haltungen gegenüber Menschen die offensichtlich "anders" sind, will ich gar nicht erst anfangen.

Der Film bestätigt letztlich eine Erkenntnis, die ich schon seit längerem habe: umso stärker jemand von der Norm abweicht (in welcher Hinsicht und welcher Ausprägung auch immer) um so schwieriger wird es in der Mitte der Gesellschaft (im Sinne der "breiten Masse" die repräsentativ für einen überwiegenden Teil der Individuen in einer Gesellschaft ist = im Sinne eines bevölkerungsrepäsentativen Querschnitts), umso schwieriger ist es sozial und romantisch Anklang zu finden...
Ist auch mein Eindruck.
Ich habe mit Enea viel gemeinsam. Ähnliches Alter (bei ihm zum Drehzeitpunkt), Autist, ohne Hemmungen, Interesse zu zeigen, ungeküsst und ungepoppt (obwohl er mit einer Beziehung was sucht, was für einen Mann einfacher als ein ONS zu haben ist und er besser aussieht).

Einfach traurig zu sehen, wie extrem einem unveränderliche Eigenschaften (Autismus ist nicht heilbar) (fast) alle Chancen nehmen können. Erfolg bei der Partnersuche ist fast nur vom Glück in der Genlotterie abhängig und kaum Eigenleistung (als selbstbewusste und hübsche Person Interesse zeigen sehe ich nicht als schwer an), Misserfolg kaum selber verschuldet. Das müssten die, die so tun, als sei alles so einfach und jeder kann alles schaffen, wenn er nur will (und wer scheitert, will einfach nur nicht genug machen), mal kapieren.

Erklärungen zu den Hintergründen der Themen wie Autismus oder Sexualbegleitung hätten den Film deutlich aufgewertet.
Aber Infos über Autismus würde es hier geben: http://www.spiegel.tv/videos/148388 Meine Inselbegabung ist ein sehr gutes Gedächtnis und super analytische Fähigkeiten. Wurde schon manchen zum Verhängnis :)
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
Wissenschaftliches Standardwerk über (männliches) AB-tum: https://www.springer.com/de/book/9783658059231
Geschlechtsspezifische Partnerwahl und Sexualitätsmerkmale: https://d-nb.info/1037687477/34

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Re: Film "(K)ein besonderes Bedürfnis"

Beitrag von Finnlandfreundin » Donnerstag 16. Januar 2020, 15:49

LonesomeCoder hat geschrieben:
Donnerstag 16. Januar 2020, 12:55
Finnlandfreundin hat geschrieben:
Mittwoch 15. Januar 2020, 18:59
Mit Kaltansprachen hat er jedenfalls keine Probleme, aber er wirkt teilweise etwas aufdringlich, was die Frauen auch wieder verschreckt.
Für einige Frauen sicher, aber es gibt auch Männer, die sogar noch offensiver Erfolg haben.
Ich glaube, das ist eher die Art, wie er es macht, die nicht so ankommt. - das Hinterherlaufen, das Nachfragen, das Wiederholen
Zwischen aufdringlich und offensiv ist ein Unterschied.

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Re: Film "(K)ein besonderes Bedürfnis"

Beitrag von Icke_Bins » Donnerstag 16. Januar 2020, 17:01

LonesomeCoder hat geschrieben:
Donnerstag 16. Januar 2020, 12:55
Icke_Bins hat geschrieben:
Mittwoch 15. Januar 2020, 20:43
Zur "Kaltansprache" - dass ihm das so "leicht fällt" hat natürlich mit der psychischen-kognitiven Konstitution zu tun. Diese Kognitionen, die jemanden der sich psychisch eher im "Normalobereich" befindet womöglich davon abhalten würden, einfach so auf Leute zuzugehen und diese aus dem Nix heraus anzusprechen, diese Filter sind bei Ernea wahrscheinlich kaum bis gar nicht vorhanden. Man könnte meinen: Gratulation - du bist in der Lage ohne Hemmungen auf Frauen zuzugehen. Aber, die gleiche psychische Beschaffenheit, die es ihm vereinfacht offen auf Leute zuzugehen, verschreckt auch gleichzeitig die Normalofrauen, weil es eben abweicht von dem "Üblichen", von grundsätzlichen Ressentiments und ablehnenden Haltungen gegenüber Menschen die offensichtlich "anders" sind, will ich gar nicht erst anfangen.

Der Film bestätigt letztlich eine Erkenntnis, die ich schon seit längerem habe: umso stärker jemand von der Norm abweicht (in welcher Hinsicht und welcher Ausprägung auch immer) um so schwieriger wird es in der Mitte der Gesellschaft (im Sinne der "breiten Masse" die repräsentativ für einen überwiegenden Teil der Individuen in einer Gesellschaft ist = im Sinne eines bevölkerungsrepäsentativen Querschnitts), umso schwieriger ist es sozial und romantisch Anklang zu finden...
Ist auch mein Eindruck.
Ich habe mit Enea viel gemeinsam. Ähnliches Alter (bei ihm zum Drehzeitpunkt), Autist, ohne Hemmungen, Interesse zu zeigen, ungeküsst und ungepoppt (obwohl er mit einer Beziehung was sucht, was für einen Mann einfacher als ein ONS zu haben ist und er besser aussieht).

Einfach traurig zu sehen, wie extrem einem unveränderliche Eigenschaften (Autismus ist nicht heilbar) (fast) alle Chancen nehmen können. Erfolg bei der Partnersuche ist fast nur vom Glück in der Genlotterie abhängig und kaum Eigenleistung (als selbstbewusste und hübsche Person Interesse zeigen sehe ich nicht als schwer an), Misserfolg kaum selber verschuldet. Das müssten die, die so tun, als sei alles so einfach und jeder kann alles schaffen, wenn er nur will (und wer scheitert, will einfach nur nicht genug machen), mal kapieren.

...
Sehe ich ähnlich: nicht nur bei der Partnersuche, sondern allgemein im "sozialen Ranking", spielt das implizit eine riesige Rolle, wie jemand biologisch-genetisch beschaffen ist. Klar werten Menschen nicht die DNA aus und beurteilen dich dann danach (obwohl das in naher Zukunft womöglich auch noch auf uns zu kommt), sondern sie bewerten Menschen recht strikt danach, ob sie vom Aussehen her oder was Ihre psychische Beschaffenheit angeht (oft mit dem euphemistischen und unverdächtigen Begriff "Persönlichkeit" umschrieben) in den "Normalrahmen" hineinpassen oder als "außerhalb der Norm" zu kategorisieren sind (zu denen strikte Distanz gehalten wird, schließlich möchte man nicht durch Assoziation auch zu diesen Aussätzigen zugeordnet werden von der Normalo-Gruppe).

Umso stärker die Abweichung ausgeprägt ist, umso schwieriger wird es potentiell für die betroffene Person und starke Ausprägungen von Autismus (habe selbst leichte Züge) werden von der breiten Masse der Normalos als sehr weit abweichend von dem Gewohnten wahrgenommen.

Worauf man bei solchen Betrachtungen immer achten sollte: natürlich sind das alles nur Tendenzen - man muss aufpassen das alles nicht zu übergeneralisieren. Sprich: es ist wesentlich schwieriger, umso mehr man abweicht und oft hilft es dann seine romantischen und sozialen Bedürfnisse eher mit Leuten zu teilen, die ähnlich veranlagt oder geneigt sind, als mit dem absoluten Repräsentaten des 0815-Stinknormalotums. Es gibt aber auch viele Beispiele für Leute, die trotz recht starker Abweichung von der Norm sich dennoch auch unter Normalos Anerkennung "erkämpft" haben. Gerade im künstlerischen Bereich, in der Wissenschaft und Philosophie, aber auch in dem IT-Bereich, wo Leute die vielleicht allgemein als autistisch gelten würden, großartige Innovationen, von denen viele 0815-Stinknormalos täglich profitieren, geschaffen haben...

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Re: Film "(K)ein besonderes Bedürfnis"

Beitrag von Finnlandfreundin » Donnerstag 16. Januar 2020, 17:47

LonesomeCoder hat geschrieben:
Donnerstag 16. Januar 2020, 12:55
Einfach traurig zu sehen, wie extrem einem unveränderliche Eigenschaften (Autismus ist nicht heilbar) (fast) alle Chancen nehmen können. Erfolg bei der Partnersuche ist fast nur vom Glück in der Genlotterie abhängig und kaum Eigenleistung (als selbstbewusste und hübsche Person Interesse zeigen sehe ich nicht als schwer an), Misserfolg kaum selber verschuldet. Das müssten die, die so tun, als sei alles so einfach und jeder kann alles schaffen, wenn er nur will (und wer scheitert, will einfach nur nicht genug machen), mal kapieren.
Er sieht nicht, das er auf einer anderen Ebene suchen sollte. Eine, die ihm ähnlicher ist, würde sich nicht wegdrehen oder ihn als nicht normal wahrnehmen.
Icke_Bins hat geschrieben:
Donnerstag 16. Januar 2020, 17:01
... es ist wesentlich schwieriger, umso mehr man abweicht und oft hilft es dann seine romantischen und sozialen Bedürfnisse eher mit Leuten zu teilen, die ähnlich veranlagt oder geneigt sind, als mit dem absoluten Repräsentaten des 0815-Stinknormalotums.
Ist der Autismus aber nicht so stark ausgeprägt, wird das kaum jemand mitbekommen. Wusste bis vor kurzem nicht, dass eine Bekannte eine leichte Form des Autismus hat. Erst als wir drüber gesprochen hatten und sie mich auf bestimmte Situationen hingewiesen hatte, wurde es mir bewusst. Ich finde nicht, dass es sie beeinträchtigt und auch ihrem Freund scheint es nicht zu stören.

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Re: Film "(K)ein besonderes Bedürfnis"

Beitrag von LaraMarie » Donnerstag 16. Januar 2020, 17:48

Danke dir Icke_Bins, dass du diesen wunderbaren Film entdeckt und mit uns geteilt hast^^
Bis auf die nervige Werbung fand ich den Film echt faszinierend und den Protagonisten so liebenswürdig und sympathisch. :shylove:
Umso mehr tut es mir leid, dass es mit dem Mädchen am Ende nicht geklappt hat, weil sie vergeben war. :sadman:
Ich habe echt stark mit dem Protagonisten mitgefiebert, weil ich wollte, dass er Erfolg hat. Seine Freunde sind auch mega sympathisch, weil sie ihm unbedingt helfen wollen. Da muss ich LonesomeCoder zustimmen, dass wohl nicht jeder das Glück hat solche Freunde an seiner Seite zu haben. Mich hat vor allem diese Situation in der der Alex nochmal darüber reflektiert, ob das Bordell wirklich das richtige für ihn sei ziemlich in den Bann gezogen. Dadurch konnte man sehen, dass seine Freunde das ernst mit ihm meinen.
Tut mir auch wahnsinnig leid für ihn, dass er eine Frau wie die Katharina niemals haben können wird, weil die beiden einfach zu verschieden sind.
Die Werbung hat mich aber auch echt genervt... :evil:
LonesomeCoder hat geschrieben:
Donnerstag 16. Januar 2020, 16:18
Ein begehrter Mann muss das wegen anderer Reaktionen der Frauen aber gar nicht machen.
LonesomeCoder hat geschrieben:
Donnerstag 16. Januar 2020, 16:23
Wie sollte er es denn bei den Reaktionen, die er bekommt, anders machen? Das Nachlaufen macht er ja nur, weil er auf seine ersten Worte keine Reaktion bekam und den Frauen eine zweite Chance geben will falls sie ihn akustisch nicht verstanden oder richtig bemerkten. Ob er bewusst ignoriert wurde oder er nur überhört worden ist, kann er nicht sicher wissen.
Du bist ja keine Frau und von daher wirst du es dir sicherlich auch gar nicht vorstellen können, aber auch ein attraktiver Kerl wäre bei so einer Offensive bei mir abgeblitzt und bei den meisten anderen Frauen sicherlich auch.
Das hat gar nichts mit seinem Aussehen zu tun, sondern viel mehr mit seiner unangepassten und creepigen Art, was natürlich seinem Autismus geschuldet ist. Er kann sicher nichts dafür, dass er nicht weiß wie man sich gegenüber Fremden bzw. Frauen angemessen verhalten soll, aber es liegt nicht daran, dass er kein attraktiver Mann war. So viel kann ich dir sagen.
Da habe ich schon genügend Kerlen eine Abfuhr erteilt, weil sie sich durch den Alkohol so unangemessen und aufdringlich verhalten haben.
Ich weiß gar auch nicht welche Frau das gut finden soll. Es kommt einfach creepy rüber und da hätte ich als Frau richtig Angst.

Es erschreckt mich daher umso mehr, dass du nicht mal siehst, dass er sich deutlich außerhalb der sozialen Norm verhält und behauptest das läge alles nur an seinem mangelnden Aussehen.
Ich schwöre dir, dass fast alle Frauen selbst einen modelartigen Kerl abblitzen lassen hätten, wenn der so auf sie zugelaufen wäre.
Gerade wenn er bei einer Gruppe Mädels abgeblitzt ist und es gleich bei der nächsten Gruppe versucht, die 10 Meter weitersteht hat er verlorenn, weil die Mädels ja nicht blind sind, sondern auch bemerken wie er mit denen umgegangen ist.

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Re: Film "(K)ein besonderes Bedürfnis"

Beitrag von Hanuta » Donnerstag 16. Januar 2020, 18:01

Icke_Bins hat geschrieben:
Donnerstag 16. Januar 2020, 17:01
Sehe ich ähnlich: nicht nur bei der Partnersuche, sondern allgemein im "sozialen Ranking", spielt das implizit eine riesige Rolle, wie jemand biologisch-genetisch beschaffen ist. Klar werten Menschen nicht die DNA aus und beurteilen dich dann danach (obwohl das in naher Zukunft womöglich auch noch auf uns zu kommt), sondern sie bewerten Menschen recht strikt danach, ob sie vom Aussehen her oder was Ihre psychische Beschaffenheit angeht (oft mit dem euphemistischen und unverdächtigen Begriff "Persönlichkeit" umschrieben) in den "Normalrahmen" hineinpassen oder als "außerhalb der Norm" zu kategorisieren sind (zu denen strikte Distanz gehalten wird, schließlich möchte man nicht durch Assoziation auch zu diesen Aussätzigen zugeordnet werden von der Normalo-Gruppe).
Diese Theorie halte ich persönlich für unzutreffend.
Der Beitrag klingt ja gerade so als täten Menschen alles daran möglichst von der Gesellschaft akzeptiert zu werden und alles abzulehnen, was andere Menschen als "unnormal" sehen.
Das "soziale Ranking" hängt für mich vor allem daran wie man sich gibt. Wäre dem nicht so, dann gäbe es hier ja viele Menschen, die gar nicht AB's wären. Immerhin haben wir hier viele "Sehr-Gut-Verdiener", die auch sozial an Anklang finden, aber die trotzdem in ihrem Leben noch nie eine Frau für sich gewinnen konnten.
Wenn das tatsächliche "soziale Ranking" so eine große Rolle spielen würde, dann wären hier viele keine ABs.
Wie ich aber schon in meinem vorigen Beitrag geschrieben habe, sehe ich das Problem eher mit der emotionalen Verbindung zu einem Menschen und bei extremen Autisten wie es Enea ist und einer ganz normalen Frau, sehe ich einfach sehr wenig Schnittmengen. Ich glaube nicht, dass Enea die Probleme von einer normalen Frau nachvollziehen können wird und andersrum genau so wenig.
Ohne Verbindung zu einem Menschen, hat man auch wenig Chancen. Natürlich ist das alles durch seinen Autismus entstanden, aber letztlich ist eben der enstandene Unterschied zwischen zwei Menschen relevant und nicht der Autismus.
Ich sehe Paare, die selbst über physischen Einschränkungen hinaus Zusammensein können, aber ich sehe keine Paare, wo die Probleme mentaler Natur sind.
Die einzige Möglichkeit, die ich für Enea sehe eine Freundin zu bekommen, ist eben eine andere Autistin, die ähnliche Probleme hat wie er.
Die Frau am Ende hätte ja zu ihm gepasst, aber leider hatte die ja einen Freund.

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Re: Film "(K)ein besonderes Bedürfnis"

Beitrag von Peter » Freitag 17. Januar 2020, 09:31

Moderation
Um dieses Thema zu schützen, habe ich mehrere Beiträge in dieses Thema verschoben:
viewtopic.php?f=42&t=26028&start=80#p1163844

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Re: Film "(K)ein besonderes Bedürfnis"

Beitrag von Finnlandfreundin » Samstag 18. Januar 2020, 11:33

Peter hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 09:31
- dieses Thema zu schützen, habe ich mehrere Beiträge in dieses Thema verschoben:
viewtopic.php?f=42&t=26028&start=80#p1163844-
Bei mir kommt, dass ich keine Berechtigung habe, dieses Beiträge zu lesen. Wie kann ich das ändern?

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Re: Film "(K)ein besonderes Bedürfnis"

Beitrag von Lazarus Long » Samstag 18. Januar 2020, 11:55

Finnlandfreundin hat geschrieben:
Samstag 18. Januar 2020, 11:33
Peter hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 09:31
- dieses Thema zu schützen, habe ich mehrere Beiträge in dieses Thema verschoben:
viewtopic.php?f=42&t=26028&start=80#p1163844-
Bei mir kommt, dass ich keine Berechtigung habe, dieses Beiträge zu lesen. Wie kann ich das ändern?
Indem du dir "Betreten auf eigene Gefahr" freischaltest.
Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.

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Re: Film "(K)ein besonderes Bedürfnis"

Beitrag von Finnlandfreundin » Samstag 18. Januar 2020, 12:02

Lazarus Long hat geschrieben:
Samstag 18. Januar 2020, 11:55
Finnlandfreundin hat geschrieben:
Samstag 18. Januar 2020, 11:33
Peter hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 09:31
- dieses Thema zu schützen, habe ich mehrere Beiträge in dieses Thema verschoben:
viewtopic.php?f=42&t=26028&start=80#p1163844-
Bei mir kommt, dass ich keine Berechtigung habe, dieses Beiträge zu lesen. Wie kann ich das ändern?
Indem du dir "Betreten auf eigene Gefahr" freischaltest.
Danke. Klingt gefährlich 🤣

Icke_Bins
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Re: Film "(K)ein besonderes Bedürfnis"

Beitrag von Icke_Bins » Mittwoch 29. Januar 2020, 22:49

Hanuta hat geschrieben:
Donnerstag 16. Januar 2020, 18:01
Icke_Bins hat geschrieben:
Donnerstag 16. Januar 2020, 17:01
Sehe ich ähnlich: nicht nur bei der Partnersuche, sondern allgemein im "sozialen Ranking", spielt das implizit eine riesige Rolle, wie jemand biologisch-genetisch beschaffen ist. Klar werten Menschen nicht die DNA aus und beurteilen dich dann danach (obwohl das in naher Zukunft womöglich auch noch auf uns zu kommt), sondern sie bewerten Menschen recht strikt danach, ob sie vom Aussehen her oder was Ihre psychische Beschaffenheit angeht (oft mit dem euphemistischen und unverdächtigen Begriff "Persönlichkeit" umschrieben) in den "Normalrahmen" hineinpassen oder als "außerhalb der Norm" zu kategorisieren sind (zu denen strikte Distanz gehalten wird, schließlich möchte man nicht durch Assoziation auch zu diesen Aussätzigen zugeordnet werden von der Normalo-Gruppe).
Diese Theorie halte ich persönlich für unzutreffend.
Der Beitrag klingt ja gerade so als täten Menschen alles daran möglichst von der Gesellschaft akzeptiert zu werden und alles abzulehnen, was andere Menschen als "unnormal" sehen.
Das "soziale Ranking" hängt für mich vor allem daran wie man sich gibt. Wäre dem nicht so, dann gäbe es hier ja viele Menschen, die gar nicht AB's wären. Immerhin haben wir hier viele "Sehr-Gut-Verdiener", die auch sozial an Anklang finden, aber die trotzdem in ihrem Leben noch nie eine Frau für sich gewinnen konnten.
Wenn das tatsächliche "soziale Ranking" so eine große Rolle spielen würde, dann wären hier viele keine ABs.
Wie ich aber schon in meinem vorigen Beitrag geschrieben habe, sehe ich das Problem eher mit der emotionalen Verbindung zu einem Menschen und bei extremen Autisten wie es Enea ist und einer ganz normalen Frau, sehe ich einfach sehr wenig Schnittmengen. Ich glaube nicht, dass Enea die Probleme von einer normalen Frau nachvollziehen können wird und andersrum genau so wenig.
Ohne Verbindung zu einem Menschen, hat man auch wenig Chancen. Natürlich ist das alles durch seinen Autismus entstanden, aber letztlich ist eben der enstandene Unterschied zwischen zwei Menschen relevant und nicht der Autismus.
Ich sehe Paare, die selbst über physischen Einschränkungen hinaus Zusammensein können, aber ich sehe keine Paare, wo die Probleme mentaler Natur sind.
Die einzige Möglichkeit, die ich für Enea sehe eine Freundin zu bekommen, ist eben eine andere Autistin, die ähnliche Probleme hat wie er.
Die Frau am Ende hätte ja zu ihm gepasst, aber leider hatte die ja einen Freund.
Mir scheint es, dass die ein grundlegendes Verständnis für die von mir beschriebene Dynamik fehlt, weshalb du meinen Ausführungen teilweise falsch deutest im Sinne eines sozioökonomischen Rankings. Klar gibt es Autisten mit Inselbegabung, die super viel Geld als IT Spezialisten / Programmierer verdienen. Das von mir angesprochene soziale Ranking ist meiner Beobachtung nach aber stärker dadurch bestimmt, wie die biologisch-genetische Konstitution des Gegenübers wahrgenommen wird, so dass ein autistischer Nerd, auch wenn er eine gute berufliche Stellung hat, dennoch nicht punkten kann wenn's um die soziale Beliebtheit / romantische Attraktivität bei Anderen geht. Das ist es doch genau, was ich beschrieben habe und was du auch im Grunde genommen bestätigt hast. Natürlich ist das auch nicht absolut, aber die Tendenz geht eben sehr stark in diese Richtung, dass Menschen, die in Ihrer biologischen-genetischen Konstitution vom Durchschnitt abweichen, es mit zunehmendem Grad der Abweichung schwieriger haben. Dies zu leugnen zeugt von Naivität und einem Mangel an Beobachtungsgabe und kritische Reflektion!

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