platonischer Austausch von Zärtlichkeiten; Unterschied Mann–Frau

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platonischer Austausch von Zärtlichkeiten; Unterschied Mann–Frau

Beitrag von Gatem » Montag 13. Januar 2020, 18:02

Mir ist die Tage in einem Gesprächskontext etwas interessantes aufgefallen. Und zwar habe ich beobachtet, dass zwei (junge) Frauen während eines Gespräches in größerer Runde zärtliche Berührungen ausgetauscht haben; also sie haben sich gegenseitig die Hände gestreichelt, sowie über die Oberschenkel.

Wieso schreibe ich das nun hier? Also ich habe darüber nachgedacht, dass diese Berührungen offensichtlich platonischer Natur waren. Für mich machte es jedenfalls nicht den Eindruck, dass sie sexueller Natur wären. Was mich dann zu dem Gedanken gebracht hat, dass ich mir eigentlich keine Situation vorstellen könnte, in der derartige Berührungen in diesem Kontext unter Beteiligung eines Mannes erfolgen würden.
Wäre ein Mann beteiligt, hätten derartige Kontakte bei mir augenblicklich den Eindruck von sexuellen Avancen erweckt. Zwischen zwei Männern kann ich mir derartiges gleich gar nicht vorstellen. (Mit Ausnahme von homosexuellen Männern, wo sich aber auch wieder die sexuelle Komponente in den Vordergrund drängen würde, oder einer generellen Vater-Kind-Beziehung)

Liegt das jetzt eher an meinem, durch AB-tum verengten, beschränkten Weltbild, oder würden das andere auch so sehen?
Und wenn es nicht nur meine Sicht ist: Wie kommt das? :gruebel:

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Re: platonischer Austausch von Zärtlichkeiten; Unterschied Mann–Frau

Beitrag von yes_or_no » Montag 13. Januar 2020, 18:05

ich hab schon öfter im schwimmbad jungs raufen und rangeln sehen, die waren bestimmt nicht schwul, aber wollten sich wohl auch mit berührungen ausprobieren und vortasten, "was geht" und was nicht.
ich denk, bei männern finden solche berührungen auch statt, aber werden überdeckt von ner gespielten coolness, also raufen oder rangeln oder stoßen (im milderen, ohne wirkliche gewalt).

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Re: platonischer Austausch von Zärtlichkeiten; Unterschied Mann–Frau

Beitrag von Sususus » Montag 13. Januar 2020, 18:07

Würde ich so unterschreiben (wobei das auch sehr auf die "Bubble" ankommt, in der man sich befindet, ich hab da durchaus auch schon Gegenteiliges erlebt). Erziehung! Wenn Jungs in archaischen Mustern erzogen werden (keine Gefühle zeigen, stark sein, sich durchsetzen, keine Schwäche zeigen), dann passt das nicht so gut mit liebevollen Berührungen unter Freunden zusammen.
Nach ein paar Metern fand ich in einer Apotheke einen Geldautomaten, doch ich gab die falsche Geheimzahl ein. [...] Ich war nicht besonders besorgt, meine Karte war ja nicht beschädigt, sondern eher traurig: Ich hatte einfach meine Geheimzahl vergessen. (Teju Cole: Open City)

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Re: platonischer Austausch von Zärtlichkeiten; Unterschied Mann–Frau

Beitrag von Vidar » Montag 13. Januar 2020, 18:07

Ist unter Männern eben größtenteils verpönt. Manch' einer fürchtet dabei wohl, gleich schwul zu werden. Es gibt aber schon auch Männer, mit denen das geht ohne sexuelle Komponente, nur im Verhältnis halt weniger.

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Re: platonischer Austausch von Zärtlichkeiten; Unterschied Mann–Frau

Beitrag von Lazarus Long » Montag 13. Januar 2020, 18:10

Kulturelle Prägung. In anderen Kulturen kann man durchaus junge Männer händchenhaltend oder so sehen.
Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.

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Re: platonischer Austausch von Zärtlichkeiten; Unterschied Mann–Frau

Beitrag von Reinhard » Montag 13. Januar 2020, 21:20

Sususus hat geschrieben:
Montag 13. Januar 2020, 18:07
Würde ich so unterschreiben (wobei das auch sehr auf die "Bubble" ankommt, in der man sich befindet, ich hab da durchaus auch schon Gegenteiliges erlebt). Erziehung! Wenn Jungs in archaischen Mustern erzogen werden (keine Gefühle zeigen, stark sein, sich durchsetzen, keine Schwäche zeigen), dann passt das nicht so gut mit liebevollen Berührungen unter Freunden zusammen.
Sehe ich auch so. Männer werden bei uns vergleichsweise kämpferisch erzogen.
Mag ja sein, dass jeder seines Glückes Schmied ist.
Aber dabei sollte nicht vergessen werden, dass manche von Haus aus eine komplette Werkstatt mitbekommen, und andere nur einen Hammer und nicht mal einen Amboss.

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Re: platonischer Austausch von Zärtlichkeiten; Unterschied Mann–Frau

Beitrag von AviferAureus » Montag 13. Januar 2020, 21:46

Es gibt sicher für verschiedene Tierarten diverse Beobachtungen zu Kontakten und Interaktionen zwischen Individuen, in Rahmen von deren Interpretation vielleicht auch Gründe für eventuell festgestellte Unterschiede zwischen den Geschlechtern diskutiert werden.
Ich würde schon vermuten, dass z. B. bei Menschen, Hunden, Rindern und Schweinen, deren Lebensformen in Bezug auf Zusammen- bzw. Getrennteben sich in freier Wildbahn bzw. in menschlicher Haltung oder menschlicher Lebensgestaltung allerdings auch teilweise stark unterscheiden, die durchschnittlicher Zahl körperlicher Kontakte zwischen Weibchen höher liegt als zwischen Männchen.

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Re: platonischer Austausch von Zärtlichkeiten; Unterschied Mann–Frau

Beitrag von Cyrill_Figgus » Dienstag 14. Januar 2020, 08:57

Bei Männern läuft das zwar meistens weniger zärtlich ab als Frauen, aber platonische, positiv behaftet Berührungen in der einen oder anderen Form gibt es auch bei Männern - auch in eher archaisch geprägten Gruppen.

Man beachte da z.B. nur einmal den Umgang von unterdchiedlichen Sportteams untereinander. Auch in arabisch geprägten Kulturen ist ja das "Backenküsschen" zur Begrüßung unter Männern nicht ungewöhnlich.

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Re: platonischer Austausch von Zärtlichkeiten; Unterschied Mann–Frau

Beitrag von Zwerg » Dienstag 14. Januar 2020, 09:33

Gatem hat geschrieben:
Montag 13. Januar 2020, 18:02
Warum glaubst Du, dass die gegenseitigen (!) zärtlichen Berührungen nicht sexueller Natur waren? Jedenfalls bei einem Streicheln über die Oberschenkel würde ich das vermuten. Das heißt ja noch lange nicht, dass die beiden Frauen lesbisch sind. Die Bandbreite ist groß und mir scheinen bei Frauen die fließenden Übergänge von emotionaler Zuwendung in den sexuellen Bereich ausgeprägter als bei Männern.
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Re: platonischer Austausch von Zärtlichkeiten; Unterschied Mann–Frau

Beitrag von Wuchtbrumme » Dienstag 14. Januar 2020, 10:02

Zwerg hat geschrieben:
Dienstag 14. Januar 2020, 09:33
Gatem hat geschrieben:
Montag 13. Januar 2020, 18:02
Warum glaubst Du, dass die gegenseitigen (!) zärtlichen Berührungen nicht sexueller Natur waren? Jedenfalls bei einem Streicheln über die Oberschenkel würde ich das vermuten. Das heißt ja noch lange nicht, dass die beiden Frauen lesbisch sind. Die Bandbreite ist groß und mir scheinen bei Frauen die fließenden Übergänge von emotionaler Zuwendung in den sexuellen Bereich ausgeprägter als bei Männern.
Das ist heute so Mode. Man ist inniglich mit der Freundin verbunden und versichert einander, dass das auch so bleibt. Eine knapp 20 Jahre jüngere Kollegin, mit der ich begfeundet bin, macht sowas auch, meine Südamerikanerinnen machen es schon immer so.

Als ich Jugendliche war, gab es sowas noch nicht, da war man distanzierter. Das Umarmen zur Begrüßung habe ich zum ersten Mal während meiner Oberstufenzeit bei jüngeren Schülerinnen gesehen.

Heute begrüßen sich die Mitglieder meiner Reenactmenttruppe, die viele männliche Mitglieder im mittleren Alter hat, mit herzlichen Umarmungen. Für schwul hält das keiner.
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Re: platonischer Austausch von Zärtlichkeiten; Unterschied Mann–Frau

Beitrag von Zwerg » Dienstag 14. Januar 2020, 10:26

Wuchtbrumme hat geschrieben:
Dienstag 14. Januar 2020, 10:02
Zwerg hat geschrieben:
Dienstag 14. Januar 2020, 09:33
Gatem hat geschrieben:
Montag 13. Januar 2020, 18:02
Warum glaubst Du, dass die gegenseitigen (!) zärtlichen Berührungen nicht sexueller Natur waren? Jedenfalls bei einem Streicheln über die Oberschenkel würde ich das vermuten. Das heißt ja noch lange nicht, dass die beiden Frauen lesbisch sind. Die Bandbreite ist groß und mir scheinen bei Frauen die fließenden Übergänge von emotionaler Zuwendung in den sexuellen Bereich ausgeprägter als bei Männern.
Das ist heute so Mode. Man ist inniglich mit der Freundin verbunden und versichert einander, dass das auch so bleibt. Eine knapp 20 Jahre jüngere Kollegin, mit der ich begfeundet bin, macht sowas auch, meine Südamerikanerinnen machen es schon immer so.

Als ich Jugendliche war, gab es sowas noch nicht, da war man distanzierter. Das Umarmen zur Begrüßung habe ich zum ersten Mal während meiner Oberstufenzeit bei jüngeren Schülerinnen gesehen.

Heute begrüßen sich die Mitglieder meiner Reenactmenttruppe, die viele männliche Mitglieder im mittleren Alter hat, mit herzlichen Umarmungen. Für schwul hält das keiner.
Es ging mir weniger um die sich über viele Jahrzehnte gut beobachtbare Tendenz, sich in dieser Hinsicht anderen Kulturen anzunähern, sondern schon um die konkret geschilderte Situation. Sexualität ist ein ziemlich weites Feld.

Man kann das nämlich auch umgekehrt sehen. Gerade die Möglichkeit, als Erwachsener gleichgeschlechtlich Zärtlichkeiten auszutauschen ist in vielen Kulturen Kompensation dafür, außerhalb des gesellschaftlich anerkannten Rahmens mit dem anderen Geschlecht nicht körperlich werden zu dürfen. Bis zu einem gewissen Punkt wird das dort auch toleriert.

Das ist es, was ich eigentlich mit "große Bandbreite" meinte.
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Re: platonischer Austausch von Zärtlichkeiten; Unterschied Mann–Frau

Beitrag von Gatem » Dienstag 14. Januar 2020, 10:27

yes_or_no hat geschrieben:
Montag 13. Januar 2020, 18:05
ich hab schon öfter im schwimmbad jungs raufen und rangeln sehen, die waren bestimmt nicht schwul, aber wollten sich wohl auch mit berührungen ausprobieren und vortasten, "was geht" und was nicht.
ich denk, bei männern finden solche berührungen auch statt, aber werden überdeckt von ner gespielten coolness, also raufen oder rangeln oder stoßen (im milderen, ohne wirkliche gewalt).
Also aus meiner Sicht ist das aber eine ganz andere Kategorie von Berührungen, verglichen mit dem angesprochenen gegenseitigen Streicheln.
Zwerg hat geschrieben:
Dienstag 14. Januar 2020, 09:33
Warum glaubst Du, dass die gegenseitigen (!) zärtlichen Berührungen nicht sexueller Natur waren? Jedenfalls bei einem Streicheln über die Oberschenkel würde ich das vermuten. Das heißt ja noch lange nicht, dass die beiden Frauen lesbisch sind. Die Bandbreite ist groß und mir scheinen bei Frauen die fließenden Übergänge von emotionaler Zuwendung in den sexuellen Bereich ausgeprägter als bei Männern.
Naja, ich habe es halt nicht so wahrgenommen. Kann natürlich sein, dass meine Wahrnehmung in der Richtung fehlerhaft war.
Meiner Empfindung nach würde man sexuelle Berührungen aber auch nicht so öffentlich zeigen…

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Re: platonischer Austausch von Zärtlichkeiten; Unterschied Mann–Frau

Beitrag von Wuchtbrumme » Dienstag 14. Januar 2020, 11:18

Mir ist noch nie der Gedanke gekommen, dass an dem Mädchengetue etwas Sexuelles sein könnte. Ich sehe da eher Demonstrationen des sozialen Status, sowohl gegenüber der Gruppe als auch gegenüber Fremden.
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Re: platonischer Austausch von Zärtlichkeiten; Unterschied Mann–Frau

Beitrag von Hanuta » Dienstag 14. Januar 2020, 11:21

Gatem hat geschrieben:
Montag 13. Januar 2020, 18:02
Mir ist die Tage in einem Gesprächskontext etwas interessantes aufgefallen. Und zwar habe ich beobachtet, dass zwei (junge) Frauen während eines Gespräches in größerer Runde zärtliche Berührungen ausgetauscht haben; also sie haben sich gegenseitig die Hände gestreichelt, sowie über die Oberschenkel.

Wieso schreibe ich das nun hier? Also ich habe darüber nachgedacht, dass diese Berührungen offensichtlich platonischer Natur waren. Für mich machte es jedenfalls nicht den Eindruck, dass sie sexueller Natur wären. Was mich dann zu dem Gedanken gebracht hat, dass ich mir eigentlich keine Situation vorstellen könnte, in der derartige Berührungen in diesem Kontext unter Beteiligung eines Mannes erfolgen würden.
Wäre ein Mann beteiligt, hätten derartige Kontakte bei mir augenblicklich den Eindruck von sexuellen Avancen erweckt. Zwischen zwei Männern kann ich mir derartiges gleich gar nicht vorstellen. (Mit Ausnahme von homosexuellen Männern, wo sich aber auch wieder die sexuelle Komponente in den Vordergrund drängen würde, oder einer generellen Vater-Kind-Beziehung)

Liegt das jetzt eher an meinem, durch AB-tum verengten, beschränkten Weltbild, oder würden das andere auch so sehen?
Und wenn es nicht nur meine Sicht ist: Wie kommt das? :gruebel:
Ich denke das hat sehr viel mit Sozialisation zu tun. Wenn 2 Männer sich so berühren würden, wäre der erste Gedanke, dass beide "schwul" seien. Bekommt man in der Jugend sicher oft genug eingetrichtert, dass man ja nicht schwul sei und deshalb nicht angefasst werden will. Andere Kulturen zeigen, dass es auch anders laufen kann. Wenn ich mir einige arabische Bekannte von mir anschaue, dann sehe ich z.B., dass sie keinerlei Probleme damit haben ihren guten Freunden einen Kuss auf den Mund zu geben oder relativ viel Körperkontakt zu haben.
Wenn das in unserer Gesellschaft nicht so ein großes Ding wäre, dann wäre es sicher auch anders.

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Re: platonischer Austausch von Zärtlichkeiten; Unterschied Mann–Frau

Beitrag von Melli » Mittwoch 15. Januar 2020, 00:16

Gatem hat geschrieben:
Montag 13. Januar 2020, 18:02
Zwischen zwei Männern kann ich mir derartiges gleich gar nicht vorstellen.
Bei uns ist das (und einiges mehr) zwischen jungen, noch unverheirateten Männern üblich. (Wenn die schwul sein sollten, ist das aber bestimmt nicht einfacher für sie.) Sonst sind Berührungen in der Öffentlichkeit (selbst unter Eheleuten), sagen wir mal, immer noch etwas problematisch. Wenn man dennoch will, sollte man ein bißchen diskret sein.

Das ist doch auch eine Erziehung zur Distanz. Theoretisch könnte man ja denken, wenn die Jugendlichen aus der unmittelbaren Kontrolle durch die Eltern heraus sind, z.B. wenn sie auf's College gehen, könnten auch Jungs und Mädels miteinander was anfangen. Aber vielleicht ist die gegenseitige Kontrolle unter Peers immer noch zu stark (und die haben auch ein Interesse an der Beibehaltung ihres Lebensstils). Was aber nicht heißen soll, daß sich nicht auch ernsthaftere Päärchen zusammenfinden könnten.

Aber ist das platonisch?

In D sind Berührungen in der Öffentlichkeit keine Sache. Allerdings habe ich schnell gelernt, daß man auf Begrüßungsumarmungen nichts geben darf. Dafür scheint Händeschütteln nicht mehr so der Standard. Das mußte ich auch nicht unbedingt haben. Man kann auch einfach nur "Tag" sagen und gut ist.
Löcher in die Wand starren ist nur eine weitere Art, Mauern einzureißen.

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Re: platonischer Austausch von Zärtlichkeiten; Unterschied Mann–Frau

Beitrag von Borstenschub » Mittwoch 15. Januar 2020, 03:43

Witzigerweise sind bei Männern allerdings kontaktorientierte Sportarten sehr beliebt bzw gewisse Körperkontakte im Sport gern gesehen. Ich meine schau dir doch mal Ringen oder amerikanisches Wrestling an. Besonders beim Wrestling wird ja heterosexualität gefeiert indem Männer in knappen Klamotten auf dem Boden fast trockenvögeln. Beim Base- und Football klopfen sich die Männer reihenweis auf den Arsch und Beim Fussbll gibts nach nem Tor gerne mal einen gediegenen Schweinehaufen (kA ob das der allgemeine Begriff ist, wir nannten das früher immer so). Worauf ich hinauswill ist dass viele Männer sich durchaus mehr Körperkontakt wünschen würden es derzeit aber nur in den angebrachten Situationen machen können, und ich es sehr befürworten würde wenn sich unsere Gesellschaft dahinbewegt, dass soetwas nicht mehr bewertet sondern einfach wahrgenommen wird wie ein Handschlag z.B.

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