geringe Lebenslust/Freude

Rund um die persönliche Situation, Erlebnisse und was einem auf dem Herzen liegt

Moderatoren: Hathor, Wolleesel, Peter, Lerche, Lisa, otto-mit-o, Esperanza, orthonormal

Guhhran
Schaut ab und an vorbei
Beiträge: 36
Registriert: Donnerstag 31. Oktober 2019, 02:00
Geschlecht: männlich
AB Status: Hardcore AB
Ich bin ...: unfassbar.

geringe Lebenslust/Freude

Beitrag von Guhhran » Samstag 30. November 2019, 20:44

Moin, um mal ein neus Thema anzufangen.
Im Moment ist es so dass ich mein Leben nicht wirklich gerne Lebe.
Seit/ durch meinen letzte und gleichzeitig erste Odb überhaupt ist es so dass ich ohne Sie gar keine Lust habe etwas zu tun. Sachen die mir vorher spaß gemacht haben lenken mich höchsten noch ein paar Momente ab, allerdings ohne wirklich Freude zu empfinden. Die Arbeit/ Berufliche Situation hat sich zwar minimal gebessert aktuell so dass ich das etwas mehr Freiheit habe und auch mehr spaß daran habe zu Arbeiten, dennoch überwiegen noch eher die negativen Dinge. Ich hatte geplant meine Wohnsituation zu ändern da die aktuelle mich sehr belastet aber dass kann ich mir jetzt gerade abschminken. Mein Auto ist nun geschrottet, die Schulden die ich aufnehmen musste um mir das zu leisten konnte ich noch nicht einmal tilgen. Ich muss also neue Schulden machen um mir ein Auto leisten zu können dass ich eigentlich nur brauche um zur Arbeit zu kommen die nicht zufriedenstellend ist.
Gleichzeitig ist/ war das Auto aber auch mein Persönlicher Rückzugsort und ich habe viele schöne Stunden, auch mit anderen Menschen und besonders meiner ODB erlebt. Meine Freunde sind gerade alle nicht erreichbar aufgrund von Urlaub oder weil die generell weiter weg wohnen. Und in solchen Momenten fehlt mir wirklich eine Partnerin umso mehr die mich zumindest emotional unterstützt, mir mut macht usw. weil ich merke wie ich mit der Zeit immer weniger Motivation selbst aufbringen kann und immer mehr nur noch Funktioniere.
Vieles mag auch einfach daher kommen dass meine Eltern mich auch nicht unterstützen, emotional schon gar nicht, ich werde eigentlich nur Kritisiert und ich vertraue ihnen schon kaum noch was an aus genau diesem Grund heraus. Jetzt werden die Nächte auch wieder kälter und es kommt mir so vor dass das Leben so gut wie keinen Sinn macht wenn niemand da ist für den ich da sein kann und der für mich da ist. Freunde helfen zwar, sind aber wie aktuell auch nicht immer in der Nähe.
Kennt ihr diese lustlosigkeit auch?

Daniel84
Tauscht Gedanken aus
Beiträge: 61
Registriert: Mittwoch 1. November 2017, 12:13
Geschlecht: männlich
AB Status: AB 30+

Re: geringe Lebenslust/Freude

Beitrag von Daniel84 » Samstag 30. November 2019, 21:30

Ich kenne sowohl die Antriebslosigkeit/Lustlosigkeit als auch den Mangel an Lebensfreude/Zufriedenheit. Bin jetzt auch schon seit einigen Jahren wegen Depression in Behandlung, leider ohne Erfolg. Ich lehne mein Leben ab und hatte zuletzt auch wieder Suizidgedanken.

Falls Deine Stimmung und Dein Antrieb länger so schlecht bleiben, empfehle ich Dir, zu einem Arzt zu gehen. Depression ist alles andere als ein Spaß und ich denke, wie bei anderen Krankheiten, ist es leichter zu behandeln, wenn es noch nicht so fortgeschritten und chronifiziert ist.

Menelaos
Ein guter Bekannter
Beiträge: 97
Registriert: Mittwoch 13. November 2019, 12:23
Geschlecht: männlich
AB Status: Hardcore AB
Ich bin ...: nur an Frauen interessiert.

Re: geringe Lebenslust/Freude

Beitrag von Menelaos » Samstag 30. November 2019, 22:09

Hallo Guhhran,
ja solche Zeiten kenne ich, ganz besonders nachdem man zurückgewiesen wurde. (bzw. aus welchen Gründen auch immer jemanden aufgeben musste) Den Ratschlag dir notfalls einen Arzt zu suchen halte ich für gut, aber es sollte nicht der erste Schritt sein meiner Meinung nach.
Freunde halte ich für viel besser, auch wenn das bei dir derzeit ja etwas schwierig ist. Dennoch, du könntest auch Freunde die weiter weg leben mal besuchen, oder du siehst dich nach neuen Freunden in der Nähe um. (was zugegebenermaßen schwieriger ist wenn du bereits so extrem down bist, da wirkt man allgemein nicht so sympathisch)
Einfach nur Funktionieren ist auch gar nicht mal so schlecht, denn es bedeutet dass du dich mit Arbeit ablenken kannst. Und glaub mir, so wenig dir die Arbeit auch gefällt, es ist immer noch besser als den ganzen Tag Zeit zu haben dich in depressiven Gedanken zu suhlen.

So oder so, es wird besser werden mit der Zeit, glaub mir!
Was viele gerne vergessen: Diese beängstigenden Wesen vom anderen Geschlecht sind auch nur Menschen wie wir!

TheAbyss
Ist frisch dabei
Beiträge: 25
Registriert: Sonntag 1. September 2019, 20:43
Geschlecht: männlich
AB Status: AB 30+
Ich bin ...: nur an Frauen interessiert.

Re: geringe Lebenslust/Freude

Beitrag von TheAbyss » Sonntag 1. Dezember 2019, 21:58

Mir gehts da momentan auch nicht anders. Bin dazu auch noch angeschlagen, weil meine rechte Hand im Gips ist und ich arbeitsunfähig bin. Ich habe somit nicht wirklich was zu tun und das Gedankenkarussel macht wieder seine arbeit. Der Job den ich eigentlich habe, ist so lala, trotz Filialwechsel mit neuen Leuten und evtl. neuen Chancen, erfüllt es mich nicht so. Und man versinkt im Selbstmitleid, was der falscheste Ratgeber ist. Frauen isnd für mich gerade mal wieder hinter einer imaginären Panzerglasscheibe. Ich sehe sie auch nächster Nähe , aber Kontakt ist nicht.

@ Guhhran: Auch ich würde dir den Ratschlag geben, einen Psychologen aufzusuchen, weil dort hast du schonmal zumindest einen professionellen Ansprechpartner, dem du dich anvertrauen kannst und der dir ggf. eine Therapie empfiehlt.
Freunde können meiner Meinung nach zwar helfen, aber nur dann wenn sie deine Probleme nachvollziehen können. Das ist bei mir nämlich das Problem, dass meine paar Freunde meine Probleme nicht wirklich verstehen. Sie sagen (bzg. Frauen) "einfach ansprechen, du hast zwei Beine zwei Arme einen Kopf und kannst sprechen" also alles "gaaanz einfach". Das es allerdings alles andere als einfach ist, begreifen sie nicht, eben wahrscheinlich auch deshalb weil sie keine Psychologie studiert haben....

Dresdener
Lernt gerade schreiben
Beiträge: 6
Registriert: Mittwoch 2. Oktober 2019, 19:08
Geschlecht: männlich
AB Status: Softcore AB
Ich bin ...: nur an Frauen interessiert.

Re: geringe Lebenslust/Freude

Beitrag von Dresdener » Sonntag 1. Dezember 2019, 22:39

Das wird irgendwann wirklich besser. Ich leide unter ähnlichen Problemen, habe jetzt auch eine Therapie angefangen und mittlerweile habe ich sowieso keine Lust mehr auf das andere Geschlecht. Ich vermeide bspw. den Kontakt so gut es geht und habe mich damit abgefunden.

UrgentNeedForLove
Ist frisch dabei
Beiträge: 18
Registriert: Sonntag 17. November 2019, 14:20
Geschlecht: männlich
AB Status: AB 30+
Ich bin ...: nur an Frauen interessiert.

Re: geringe Lebenslust/Freude

Beitrag von UrgentNeedForLove » Sonntag 8. Dezember 2019, 05:11

Guhhran hat geschrieben:
Samstag 30. November 2019, 20:44
Moin, um mal ein neus Thema anzufangen.
Im Moment ist es so dass ich mein Leben nicht wirklich gerne Lebe.
Seit/ durch meinen letzte und gleichzeitig erste Odb überhaupt ist es so dass ich ohne Sie gar keine Lust habe etwas zu tun. Sachen die mir vorher spaß gemacht haben lenken mich höchsten noch ein paar Momente ab, allerdings ohne wirklich Freude zu empfinden. Die Arbeit/ Berufliche Situation hat sich zwar minimal gebessert aktuell so dass ich das etwas mehr Freiheit habe und auch mehr spaß daran habe zu Arbeiten, dennoch überwiegen noch eher die negativen Dinge. Ich hatte geplant meine Wohnsituation zu ändern da die aktuelle mich sehr belastet aber dass kann ich mir jetzt gerade abschminken. Mein Auto ist nun geschrottet, die Schulden die ich aufnehmen musste um mir das zu leisten konnte ich noch nicht einmal tilgen. Ich muss also neue Schulden machen um mir ein Auto leisten zu können dass ich eigentlich nur brauche um zur Arbeit zu kommen die nicht zufriedenstellend ist.
Gleichzeitig ist/ war das Auto aber auch mein Persönlicher Rückzugsort und ich habe viele schöne Stunden, auch mit anderen Menschen und besonders meiner ODB erlebt. Meine Freunde sind gerade alle nicht erreichbar aufgrund von Urlaub oder weil die generell weiter weg wohnen. Und in solchen Momenten fehlt mir wirklich eine Partnerin umso mehr die mich zumindest emotional unterstützt, mir mut macht usw. weil ich merke wie ich mit der Zeit immer weniger Motivation selbst aufbringen kann und immer mehr nur noch Funktioniere.
Vieles mag auch einfach daher kommen dass meine Eltern mich auch nicht unterstützen, emotional schon gar nicht, ich werde eigentlich nur Kritisiert und ich vertraue ihnen schon kaum noch was an aus genau diesem Grund heraus. Jetzt werden die Nächte auch wieder kälter und es kommt mir so vor dass das Leben so gut wie keinen Sinn macht wenn niemand da ist für den ich da sein kann und der für mich da ist. Freunde helfen zwar, sind aber wie aktuell auch nicht immer in der Nähe.
Kennt ihr diese lustlosigkeit auch?
Hallo Guhhran,

ich kenne das und kann dich zu 100 % verstehen. Ich bräuchte auch eine Partnerin, die einen emotional stützt. Ich bin auch sehr unglücklich. Es ergibt sich nichts. Ich habe viel Geld für eine klassische Partnervermittlung bezahlt. Der Vertrag ist noch relativ frisch und ich hatte erst ein Date. Ich hoffe, dass ich darüber schnell jemanden finde.

Seb-X
Begeisterter Schreiberling
Beiträge: 1203
Registriert: Dienstag 4. März 2014, 16:32
Geschlecht: männlich
AB Status: Softcore AB
Ich bin ...: nur an Frauen interessiert.
Ich suche hier ...: PN Kontakte.
Wohnort: Stuttgart

Re: geringe Lebenslust/Freude

Beitrag von Seb-X » Sonntag 8. Dezember 2019, 16:40

Für mich sind solche Gedanken und Zustände Standard. Allerdings bin ich mir mittlerweile sicher, dass Arbeit generell ein Problem ist. Ein anderer Job würde nichts ändern, denn jeder Job ist mit Verantwortung und der Erfüllung externer Anforderungen verbunden. Das führt zu Angst und Anspannung. Gelassenheit ist mir fremd. Unterforderung als Gefühl ist mir völlig fremd. Antriebslosigkeit dagegen ist mir allzubekannt. Ich bin immer über die Lebenslust anderer erstaunt. Genauso ist mir Selbstablehnung bekannt.
Ich war schon zweimal in psychotherapeutischer Behandlung und hatte alle üblichen Antidepressiva durchprobiert - erfolglos.
"Wenn man aus einem protestantischen Land kommt, ist man immer etwas beschämt, wenn man bei der Arbeit nicht gelitten hat." (Lars von Trier)

Benutzeravatar
Wuchtbrumme
Keiner schreibt schneller
Beiträge: 4297
Registriert: Donnerstag 1. Oktober 2015, 22:31
Geschlecht: weiblich
AB Status: am Thema interessiert
Ich bin ...: vergeben.
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: geringe Lebenslust/Freude

Beitrag von Wuchtbrumme » Montag 9. Dezember 2019, 19:33

Seb, bist Du derzeit gar nicht in Behandlung?
Wenn Du die Augen schließt klingt Regen wie Meeresrauschen

The good news about midlife is that the glass is still half full. Of course, the bad news is that it won't be long before your teeth are floating in it.

Benutzeravatar
LonesomeCoder
Meisterschreiberling
Beiträge: 6764
Registriert: Samstag 15. Oktober 2016, 21:50
Geschlecht: männlich
AB Status: Hardcore AB
Ich bin ...: verdammt bissig.
Ich suche hier ...: nur Austausch.

Re: geringe Lebenslust/Freude

Beitrag von LonesomeCoder » Montag 9. Dezember 2019, 19:35

Guhhran hat geschrieben:
Samstag 30. November 2019, 20:44
Kennt ihr diese lustlosigkeit auch?
Ja, kenne ich.
Seb-X hat geschrieben:
Sonntag 8. Dezember 2019, 16:40
Für mich sind solche Gedanken und Zustände Standard. Allerdings bin ich mir mittlerweile sicher, dass Arbeit generell ein Problem ist. Ein anderer Job würde nichts ändern, denn jeder Job ist mit Verantwortung und der Erfüllung externer Anforderungen verbunden. Das führt zu Angst und Anspannung. Gelassenheit ist mir fremd. Unterforderung als Gefühl ist mir völlig fremd. Antriebslosigkeit dagegen ist mir allzubekannt. Ich bin immer über die Lebenslust anderer erstaunt. Genauso ist mir Selbstablehnung bekannt.
Ich war schon zweimal in psychotherapeutischer Behandlung und hatte alle üblichen Antidepressiva durchprobiert - erfolglos.
Und das auch.
Menelaos hat geschrieben:
Samstag 30. November 2019, 22:09
So oder so, es wird besser werden mit der Zeit, glaub mir!
Vllt. bin ich nur zu ungeduldig und 30 Jahre sind zu wenig.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
Wissenschaftliches Standardwerk über (männliches) AB-tum: https://www.springer.com/de/book/9783658059231
Geschlechtsspezifische Partnerwahl und Sexualitätsmerkmale: https://d-nb.info/1037687477/34

Shanghaied
Ist frisch dabei
Beiträge: 11
Registriert: Mittwoch 10. April 2019, 14:12
Geschlecht: weiblich
AB Status: am Thema interessiert
Ich bin ...: nur an Männern interessiert.
Ich suche hier ...: nur Austausch.

Re: geringe Lebenslust/Freude

Beitrag von Shanghaied » Montag 9. Dezember 2019, 20:35

Seb-X hat geschrieben:
Sonntag 8. Dezember 2019, 16:40
Für mich sind solche Gedanken und Zustände Standard. Allerdings bin ich mir mittlerweile sicher, dass Arbeit generell ein Problem ist. Ein anderer Job würde nichts ändern, denn jeder Job ist mit Verantwortung und der Erfüllung externer Anforderungen verbunden. Das führt zu Angst und Anspannung. Gelassenheit ist mir fremd. Unterforderung als Gefühl ist mir völlig fremd. Antriebslosigkeit dagegen ist mir allzubekannt. Ich bin immer über die Lebenslust anderer erstaunt. Genauso ist mir Selbstablehnung bekannt.
Ich war schon zweimal in psychotherapeutischer Behandlung und hatte alle üblichen Antidepressiva durchprobiert - erfolglos.
Seb-X, ich hatte beim Lesen gerade das Bild eines schweren Mühlsteins vor Augen, den Du da jeden Tag als Bürde mit dir herumtragen musst. Ich stelle mir das unheimlich anstrengend vor, mit einer solchen Last beladen seinen Alltag "stemmen" zu wollen.

Was mir auch aufgefallen ist: Herkömmliche Antidepressiva scheinen bei Dir ja auch keine Wirkung zu zeigen - mir stellt sich da die Frage, ob möglicherweise eine unerkannte chronische Entzündung eine Rolle spielen könnte?
In dieser Hinsicht scheint die Forschung kürzlich auf eine bisher noch nicht genauer betrachtete Verbindung zwischen (Erschöpfungs-)Depression und Entzündungen im Körper gestoßen zu sein:
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ ... ausloeser/

Ich kann aus eigener (leidvoller) Erfahrung bestätigen, dass an dieser Hypothese tatsächlich etwas dran ist: Als ich vor zwei Jahren nach einer schiefgegangenen Rücken-OP eine chronische Entzündung in der Wirbelsäule hatte, kroch ich (zusätzlich zu den körperlichen Beschwerden) seelisch auf dem Zahnfleisch.
Beim erfolgreichen Versuch, der Entzündung mit hochdosierten Vitamingaben zu Leibe zu rücken, verschwand erstaunlicherweise auch die schwere Erschöpfungsdepression binnen weniger Wochen.

Deshalb bin ich gerade bei Deiner Schilderung hellhörig geworden. Falls Du darauf antworten möchtest: Sind Entzündungswerte im Blutbild in der letzten Zeit mal abgeklärt worden?

Menelaos
Ein guter Bekannter
Beiträge: 97
Registriert: Mittwoch 13. November 2019, 12:23
Geschlecht: männlich
AB Status: Hardcore AB
Ich bin ...: nur an Frauen interessiert.

Re: geringe Lebenslust/Freude

Beitrag von Menelaos » Montag 9. Dezember 2019, 20:45

LonesomeCoder hat geschrieben:
Montag 9. Dezember 2019, 19:35
Menelaos hat geschrieben:
Samstag 30. November 2019, 22:09
So oder so, es wird besser werden mit der Zeit, glaub mir!
Vllt. bin ich nur zu ungeduldig und 30 Jahre sind zu wenig.
Es ging hier ja mehr um ein temporäres Tief.

Langfristige Tiefs durch schlechte Lebensumstände gehen natürlich nicht einfach so weg wenn man nichts an seinem Leben ändert, das ist klar.
Was viele gerne vergessen: Diese beängstigenden Wesen vom anderen Geschlecht sind auch nur Menschen wie wir!

Oreo
Kommt an keinem Thema vorbei
Beiträge: 286
Registriert: Montag 11. Juli 2016, 17:59
Geschlecht: männlich
AB Status: AB 30+
Ich bin ...: nur an Frauen interessiert.
Wohnort: Süddeutschland

Re: geringe Lebenslust/Freude

Beitrag von Oreo » Montag 9. Dezember 2019, 21:34

Bei mir ist es so, dass mich ein OdB auf Dauer regelrecht fertig macht. Nach der anfänglichen Euphorie kommt dann die Phase in der mich das Auf und Ab nur noch runterzieht. Das Schlimme daran ist, dass mir durch ein OdB erst wieder richtig bewusst wird, was mir fehlt und dazu kommt noch die Angst, es nie zu erleben. Ein OdB hat ja auch immer etwas unerreichbares. Das nagt dann schon an der Lebensfreude. Gerade habe ich auch wieder so eine Phase. Da reicht der kleinste Funke Hoffnung aus und alles geht wieder von vorne los.

Vielleicht kapiere ich ja auch bald, dass die Chance beim OdB zu landen auf Dauer nicht unbedingt größer wird.
Eigentlich handelt es sich ja auch um eine Form der Abhängigkeit in die man sich selber bringt.

Benutzeravatar
LonesomeCoder
Meisterschreiberling
Beiträge: 6764
Registriert: Samstag 15. Oktober 2016, 21:50
Geschlecht: männlich
AB Status: Hardcore AB
Ich bin ...: verdammt bissig.
Ich suche hier ...: nur Austausch.

Re: geringe Lebenslust/Freude

Beitrag von LonesomeCoder » Montag 9. Dezember 2019, 23:01

Menelaos hat geschrieben:
Montag 9. Dezember 2019, 20:45
Es ging hier ja mehr um ein temporäres Tief.

Langfristige Tiefs durch schlechte Lebensumstände gehen natürlich nicht einfach so weg wenn man nichts an seinem Leben ändert, das ist klar.
Ist bei mir aber unabhängig von den Lebensumständen. War etwa als Schüler auch schon so und nicht erst seit dem Berufseinstieg mit Pendeln. Und sogar in der Grundschule, wo ich im Gegensatz zum Gymnasium noch nicht gemobbt wurde, war es so.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
Wissenschaftliches Standardwerk über (männliches) AB-tum: https://www.springer.com/de/book/9783658059231
Geschlechtsspezifische Partnerwahl und Sexualitätsmerkmale: https://d-nb.info/1037687477/34

Menelaos
Ein guter Bekannter
Beiträge: 97
Registriert: Mittwoch 13. November 2019, 12:23
Geschlecht: männlich
AB Status: Hardcore AB
Ich bin ...: nur an Frauen interessiert.

Re: geringe Lebenslust/Freude

Beitrag von Menelaos » Dienstag 10. Dezember 2019, 08:37

LonesomeCoder hat geschrieben:
Montag 9. Dezember 2019, 23:01
Menelaos hat geschrieben:
Montag 9. Dezember 2019, 20:45
Es ging hier ja mehr um ein temporäres Tief.

Langfristige Tiefs durch schlechte Lebensumstände gehen natürlich nicht einfach so weg wenn man nichts an seinem Leben ändert, das ist klar.
Ist bei mir aber unabhängig von den Lebensumständen. War etwa als Schüler auch schon so und nicht erst seit dem Berufseinstieg mit Pendeln. Und sogar in der Grundschule, wo ich im Gegensatz zum Gymnasium noch nicht gemobbt wurde, war es so.
Gut dann ist deine Psyche vermutlich nicht so ganz gesund, und du lässt dir hoffentlich helfen.
Was viele gerne vergessen: Diese beängstigenden Wesen vom anderen Geschlecht sind auch nur Menschen wie wir!

Seb-X
Begeisterter Schreiberling
Beiträge: 1203
Registriert: Dienstag 4. März 2014, 16:32
Geschlecht: männlich
AB Status: Softcore AB
Ich bin ...: nur an Frauen interessiert.
Ich suche hier ...: PN Kontakte.
Wohnort: Stuttgart

Re: geringe Lebenslust/Freude

Beitrag von Seb-X » Dienstag 10. Dezember 2019, 13:04

Shanghaied hat geschrieben:
Montag 9. Dezember 2019, 20:35
Seb-X hat geschrieben:
Sonntag 8. Dezember 2019, 16:40
Für mich sind solche Gedanken und Zustände Standard. Allerdings bin ich mir mittlerweile sicher, dass Arbeit generell ein Problem ist. Ein anderer Job würde nichts ändern, denn jeder Job ist mit Verantwortung und der Erfüllung externer Anforderungen verbunden. Das führt zu Angst und Anspannung. Gelassenheit ist mir fremd. Unterforderung als Gefühl ist mir völlig fremd. Antriebslosigkeit dagegen ist mir allzubekannt. Ich bin immer über die Lebenslust anderer erstaunt. Genauso ist mir Selbstablehnung bekannt.
Ich war schon zweimal in psychotherapeutischer Behandlung und hatte alle üblichen Antidepressiva durchprobiert - erfolglos.
Seb-X, ich hatte beim Lesen gerade das Bild eines schweren Mühlsteins vor Augen, den Du da jeden Tag als Bürde mit dir herumtragen musst. Ich stelle mir das unheimlich anstrengend vor, mit einer solchen Last beladen seinen Alltag "stemmen" zu wollen.

Was mir auch aufgefallen ist: Herkömmliche Antidepressiva scheinen bei Dir ja auch keine Wirkung zu zeigen - mir stellt sich da die Frage, ob möglicherweise eine unerkannte chronische Entzündung eine Rolle spielen könnte?
In dieser Hinsicht scheint die Forschung kürzlich auf eine bisher noch nicht genauer betrachtete Verbindung zwischen (Erschöpfungs-)Depression und Entzündungen im Körper gestoßen zu sein:
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ ... ausloeser/

Ich kann aus eigener (leidvoller) Erfahrung bestätigen, dass an dieser Hypothese tatsächlich etwas dran ist: Als ich vor zwei Jahren nach einer schiefgegangenen Rücken-OP eine chronische Entzündung in der Wirbelsäule hatte, kroch ich (zusätzlich zu den körperlichen Beschwerden) seelisch auf dem Zahnfleisch.
Beim erfolgreichen Versuch, der Entzündung mit hochdosierten Vitamingaben zu Leibe zu rücken, verschwand erstaunlicherweise auch die schwere Erschöpfungsdepression binnen weniger Wochen.

Deshalb bin ich gerade bei Deiner Schilderung hellhörig geworden. Falls Du darauf antworten möchtest: Sind Entzündungswerte im Blutbild in der letzten Zeit mal abgeklärt worden?
Ich hatte vor kurzem wegen etwas anderem zwei verschiedene Antibiotika insgesamt 15 Tage lang genommen. Meiner Psyche haben sie nicht geholfen.
Ein Blutbild wurde zwar länger nicht mehr gemacht, aber immer wieder mal, seitdem ich deswegen in Behandlung bin. Nichts Auffälliges. Oder gehören Entzündungswerte nicht zur Standardauswertung?
"Wenn man aus einem protestantischen Land kommt, ist man immer etwas beschämt, wenn man bei der Arbeit nicht gelitten hat." (Lars von Trier)

Benutzeravatar
LonesomeCoder
Meisterschreiberling
Beiträge: 6764
Registriert: Samstag 15. Oktober 2016, 21:50
Geschlecht: männlich
AB Status: Hardcore AB
Ich bin ...: verdammt bissig.
Ich suche hier ...: nur Austausch.

Re: geringe Lebenslust/Freude

Beitrag von LonesomeCoder » Mittwoch 11. Dezember 2019, 11:51

Menelaos hat geschrieben:
Dienstag 10. Dezember 2019, 08:37
Gut dann ist deine Psyche vermutlich nicht so ganz gesund, und du lässt dir hoffentlich helfen.
Bei mir ist es eher eine grundlegende "Fehlkonfiguration". Ich kann Leistungsdruck, Verantwortung haben und fest gebundene Zeit gar nicht leiden. Das habe ich aber in jedem Job. Ein anderer Job wäre also keine Hilfe.
Auch leide ich unter einem Zielkonflikt: auf der einen Seite brauche ich als extremer Intro viel Zeit alleine daheim zur Erholung. Auf der anderen Seite möchte ich aber Frauen und generell Leute für Freundschaften außerhalb meinen Nerd-Kreis kennenlernen weil meine Interessen über IT-und Gaming-Themen und Aktivitäten hinausgehen würden. Gehe ich am Sa abend aus, ärgere ich mich später, dass ich die Zeit nicht alleine daheim zur Erholung nutzte. Bleibe ich daheim, ärgere ich mich, dass ich die Zeit nicht für was nutze, wobei ich Leute kennenlernen kann. Daheim alleine vorm TV oder einem Buch geht das ja sicher nicht. Egal, wie ich mich entscheide, ich bin damit nicht zufrieden :(
Sowohl Introvertiertheit als auch Autismus sind leider unheilbar.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
Wissenschaftliches Standardwerk über (männliches) AB-tum: https://www.springer.com/de/book/9783658059231
Geschlechtsspezifische Partnerwahl und Sexualitätsmerkmale: https://d-nb.info/1037687477/34

Sususus
Ein guter Bekannter
Beiträge: 79
Registriert: Montag 21. Oktober 2019, 17:03
Geschlecht: weiblich
AB Status: Softcore AB
Ich bin ...: nur an Männern interessiert.
Ich suche hier ...: nur Austausch.

Re: geringe Lebenslust/Freude

Beitrag von Sususus » Mittwoch 11. Dezember 2019, 12:47

LonesomeCoder hat geschrieben:
Mittwoch 11. Dezember 2019, 11:51
Auch leide ich unter einem Zielkonflikt: auf der einen Seite brauche ich als extremer Intro viel Zeit alleine daheim zur Erholung. Auf der anderen Seite möchte ich aber Frauen und generell Leute für Freundschaften außerhalb meinen Nerd-Kreis kennenlernen weil meine Interessen über IT-und Gaming-Themen und Aktivitäten hinausgehen würden. Gehe ich am Sa abend aus, ärgere ich mich später, dass ich die Zeit nicht alleine daheim zur Erholung nutzte. Bleibe ich daheim, ärgere ich mich, dass ich die Zeit nicht für was nutze, wobei ich Leute kennenlernen kann. Daheim alleine vorm TV oder einem Buch geht das ja sicher nicht. Egal, wie ich mich entscheide, ich bin damit nicht zufrieden :(
Den Konflikt habe ich übrigens auch als Nicht-Introvertierte ;)
Das Doofe: diese hätte-wäre-wenn-Denken kann einen echt fertig machen und es führt leider zu nichts. Du kannst ja für dich einen Kompromiss herausfinden, mit dem Ziel, dass du nicht immer unzufrieden bist. Also, hmm, z.B. die absolut notwendige Erholungszeit auf jeden Fall für dich nutzen, im Wissen, dass du sie brauchst. Und dann aber vielleicht Termine vorher festlegen, um auszugehen.
Nach ein paar Metern fand ich in einer Apotheke einen Geldautomaten, doch ich gab die falsche Geheimzahl ein. [...] Ich war nicht besonders besorgt, meine Karte war ja nicht beschädigt, sondern eher traurig: Ich hatte einfach meine Geheimzahl vergessen. (Teju Cole: Open City)

Krausig
Keiner schreibt schneller
Beiträge: 2228
Registriert: Montag 13. Oktober 2014, 17:13
Geschlecht: männlich
AB Status: AB Vergangenheit
Ich suche hier ...: nur Austausch.

Re: geringe Lebenslust/Freude

Beitrag von Krausig » Donnerstag 12. Dezember 2019, 08:15

LonesomeCoder hat geschrieben:
Mittwoch 11. Dezember 2019, 11:51
Sowohl Introvertiertheit als auch Autismus sind leider unheilbar.
Deswegen frage ich mich, warum so viele Leute dir immer noch Tipps geben. ;)

Benutzeravatar
Polarfuchs
Liebt es sich hier auszutauschen
Beiträge: 594
Registriert: Sonntag 7. Januar 2018, 20:43
Geschlecht: weiblich
AB Status: am Thema interessiert
Wohnort: Hamburg

Re: geringe Lebenslust/Freude

Beitrag von Polarfuchs » Donnerstag 12. Dezember 2019, 08:44

Introvertiertheit ist doch keine unheilbare Krankheit sondern eine Persönlichkeitseigenschaft. :gruebel:

Benutzeravatar
LonesomeCoder
Meisterschreiberling
Beiträge: 6764
Registriert: Samstag 15. Oktober 2016, 21:50
Geschlecht: männlich
AB Status: Hardcore AB
Ich bin ...: verdammt bissig.
Ich suche hier ...: nur Austausch.

Re: geringe Lebenslust/Freude

Beitrag von LonesomeCoder » Donnerstag 12. Dezember 2019, 10:37

Polarfuchs hat geschrieben:
Donnerstag 12. Dezember 2019, 08:44
Introvertiertheit ist doch keine unheilbare Krankheit sondern eine Persönlichkeitseigenschaft. :gruebel:
Es ist unveränderbar. Ob man es als "Krankheit" bezeichnen mag, sei dahingestellt. Auf jeden Fall ist es nicht das, was die Natur vorgesehen hat. Der Mensch ist ein "Herdentier". Im Normalfall sollte der Aufenthalt in der "Herde" Kraft geben und keine kosten. Im Gegensatz zu manchen Tierarten hat die Natur beim Menschen kein Dasein als Einzelgänger vorgesehen, sondern ein Leben in einer Familie und Stämmen.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
Wissenschaftliches Standardwerk über (männliches) AB-tum: https://www.springer.com/de/book/9783658059231
Geschlechtsspezifische Partnerwahl und Sexualitätsmerkmale: https://d-nb.info/1037687477/34

Antworten

Zurück zu „Austausch“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot], Daniog, Google [Bot], Kisuli, Leprechaun, onyx22, Solalala und 51 Gäste