Soziale Isolation

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Seid ihr auch von der im Link thematisierten sozialen Isolation betroffen?

Ja
26
74%
Nein
9
26%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 35

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Soziale Isolation

Beitrag von 244 DLS » Donnerstag 3. Oktober 2019, 13:06


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Re: Soziale Isolation

Beitrag von schmog » Donnerstag 3. Oktober 2019, 14:15

Ein ähnlicher Link:
https://www.sueddeutsche.de/leben/maenn ... -1.1449349

Singels Frauen können damit besser umgehen ... In Wirklichkeit sind die Frauen das starke Geschlecht! :daumen:
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Re: Soziale Isolation

Beitrag von Mit müden Augen » Donnerstag 3. Oktober 2019, 16:04

Isolation ist scheiße. Ich sterbe vor Einsamkeit, aber wenn man Angst vorm Gegenüber hat, wie soll man da Bindungen aufbauen? Oder auch einen Schritt davor, überhaupt Leute kennen lernen? :sadman: :upps:
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Re: Soziale Isolation

Beitrag von Hanuta » Donnerstag 3. Oktober 2019, 16:11

Mit müden Augen hat geschrieben:
Donnerstag 3. Oktober 2019, 16:04
Isolation ist scheiße. Ich sterbe vor Einsamkeit, aber wenn man Angst vorm Gegenüber hat, wie soll man da Bindungen aufbauen? Oder auch einen Schritt davor, überhaupt Leute kennen lernen? :sadman: :upps:
Geht dir das in jeder Umgebung so oder gibt es auch Räume, wo du dir vorstellen könntest dich nach einer Eingewöhnungszeit sicher zu fühlen?

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Re: Soziale Isolation

Beitrag von Mit müden Augen » Donnerstag 3. Oktober 2019, 16:16

Sozialphobie (<-Wikipedia) ist allgemeingültig. Allerdings renne ich auch nicht schreiend davon sobald ich Menschen sehe. Insgesamt ist das eine sehr komplexe und vielschichtige Phobie. Mittlerweile kann ich teilweise sogar mit Leuten über Gott und die Welt reden, auch wenn ich dabei meistens ziemlich ins Schwitzen komme.
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Re: Soziale Isolation

Beitrag von Hanuta » Donnerstag 3. Oktober 2019, 16:43

Mit müden Augen hat geschrieben:
Donnerstag 3. Oktober 2019, 16:16
Sozialphobie (<-Wikipedia) ist allgemeingültig. Allerdings renne ich auch nicht schreiend davon sobald ich Menschen sehe. Insgesamt ist das eine sehr komplexe und vielschichtige Phobie. Mittlerweile kann ich teilweise sogar mit Leuten über Gott und die Welt reden, auch wenn ich dabei meistens ziemlich ins Schwitzen komme.
Ich hatte selber jahrelang mit Sozialphobie zu kämpfen und auch heute ist es nicht vollends verschwunden, auch wenn ich es mittlerweile sehr sehr gut verstecken kann und man es mir nicht anmerkt. Ab und zu kommt es doch mal durch und man merkt mir an, dass ich leicht zittere, mich regelmäßig in Sätzen verhasple und stark schwitze.
Ich glaube die entscheidende Wendung brachte mir auf einer Seite viel Übung, in dem ich mich immer wieder in unangenehme soziale Situationen begab(auch wenn das nicht wirklich geplant war, sondern eher "Verpflichtung") und auf der anderen Seite Meditation. Seit dem ich jeden Tag mind. 15mins. nach dem aufstehen meditiere bin ich ein sehr viel gelassenerer Mensch geworden, der Situationen deutlich besser observieren kann ohne auszuflippen.

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Re: Soziale Isolation

Beitrag von Melli » Donnerstag 3. Oktober 2019, 17:24

Die Frage ist so pauschal gehalten kaum sinnvoll zu beantworten :(

Zur im Artikel angeschnittenen Selbstwirksamkeit muß ich leider sagen, da bin ich ziemlich angeknackst. Aber vielleicht ist das nur die für mich realistischere Einschätzung :coolsmoke:

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Re: Soziale Isolation

Beitrag von badblueboy » Donnerstag 3. Oktober 2019, 18:32

Ich habe keine Angst von Menschen,fühle mich aber sehr isoliert.
Ich fühle mich unwohl in Gesellschaft weil ich sehr schüchtern,zurückgezogen aber auch (das muss ich so sagen) langweilig bin.Ich kann mich ehrlich gesagt nicht lange unterhalten(über egal was) und diese awkward silence ist für mich der persönliche horror. Das geht schon so weit das ich bei einladungen zum weggehen nicht mitgehen möchte.

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Re: Soziale Isolation

Beitrag von Egil » Freitag 4. Oktober 2019, 04:06

Bin wohl betroffen. Fühle das aber nicht so.

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Re: Soziale Isolation

Beitrag von Siegfried » Freitag 4. Oktober 2019, 08:43

badblueboy hat geschrieben:
Donnerstag 3. Oktober 2019, 18:32
Ich habe keine Angst von Menschen,fühle mich aber sehr isoliert.
Ich fühle mich unwohl in Gesellschaft weil ich sehr schüchtern,zurückgezogen aber auch (das muss ich so sagen) langweilig bin.Ich kann mich ehrlich gesagt nicht lange unterhalten(über egal was) und diese awkward silence ist für mich der persönliche horror. Das geht schon so weit das ich bei einladungen zum weggehen nicht mitgehen möchte.
Geht mir ähnlich. Hab auch keine Angst vor Menschen. Solange das zusammentreffen mit Menschen einen sachlichen Bezug hat z.B. Arbeit, VHS-Kurs, Fitnesskurs etc. worüber man noch sachlich reden kann fühle ich mich wohl. Unwohl fühl ich mich eher in privaten sozialen Situationen wo dann private Dinge im Vordergrund stehen oder sogenannte "gesellige Runden". Der blanke Horror für mich da außer betretenes Schweigen ich da nix zu beitragen kann.

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Re: Soziale Isolation

Beitrag von Thespian » Freitag 4. Oktober 2019, 09:00

Guter Artikel. Ich finde mici in etlichen der Schilderungen wieder. Zum Beispiel, dass ich nach dem Mobbing in der Schule jahrelang das Gefühl hatte nicht richtig dazu zu gehören, getrennt von Allen durch eine unsichtbare Wand, mittendrin und nicht dabei.
Wird gut wiedergegeben. Bemerkenswert ist auch, dass das Thema hier breit angegangen wird. In der Berichterstattung über das Einsamkeitsministerium in Grossbritanien hatte man immer den Eindruck die einzigen Einsamen die sich deutsche RedakteurInnen vorstellen können sind Senioren ohne Kinder denen die Ehepartner weggestorben sind.

Am schlimmsten war es während meines ersten Jobs, bei dem ich nicht nur Boreout sondern auch noch keine Perspektive hatte. Den ganzen Tag in einem leeren Büro und dann in die leere Wohnung. Ich habe seitdem Einiges unternommen um mir durch meine Hobbys zumindest ein rudimentäres Netz zu verschaffen. Das war anstrengend und oft genug ausserhalb der Komfortzone aber ohne würde es mir heute viel schlechter gehen.
Wer Rechtschreibfehler findet darf diese behalten und sammeln.
Irgendwann ergeben sie alle zusammengenommen einen epischen Roman.
Der ist dann zwar ziemlich schlecht, unlogisch aufgebaut und voller Rechtschreibfehler...
Aber ein Roman.

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Re: Soziale Isolation

Beitrag von Saraj » Freitag 4. Oktober 2019, 09:09

Ich finde das mit dem Teufelskreis am schlimmsten. Bist du mehrere Jahre sozial isoliert gewesen und dann auch noch AB, wirst du irgendwann anders als Gleichaltrige. Wenn du dann zB im Job wieder auf neue Leute triffst und Kontakte knüpfen willst, merkst du, sobald die Themen Arbeit oder Uni durch sind, dass du in einer ganz anderen Welt lebst und null Anknüpfungspunkte, nichts zu erzählen hast. Es ist dir peinlich, dass du quasi kaum Sozialleben hast. Dadurch wirst du zunehmend stiller und die Leute, die dich anfangs sympathisch fanden und auf dich zugegangen sind, distanzieren sich langsam wieder.

So erlebe ich es gerade.

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Re: Soziale Isolation

Beitrag von NeC » Freitag 4. Oktober 2019, 12:12

Saraj hat geschrieben:
Freitag 4. Oktober 2019, 09:09
Wenn du dann zB im Job wieder auf neue Leute triffst und Kontakte knüpfen willst, merkst du, sobald die Themen Arbeit oder Uni durch sind, dass du in einer ganz anderen Welt lebst und null Anknüpfungspunkte, nichts zu erzählen hast. Es ist dir peinlich, dass du quasi kaum Sozialleben hast. Dadurch wirst du zunehmend stiller und die Leute, die dich anfangs sympathisch fanden und auf dich zugegangen sind, distanzieren sich langsam wieder.
Ich glaube, das eigentliche Problem sind nicht die verschiedenen Lebenserfahrungen und -Inhalte, sondern schlicht und einfach, dass man selbst stiller wird. Wenn es Bezugspersonen gibt, die durchaus offen und interessiert sind, kann man sich an die dranhängen. Sie ausfragen. Sich so an Gesprächen beteiligen, obwohl man einen anderen Background hat. Man kann mitunter auch eine eigene, durchaus verschiedene und daher für die anderen oft interessante Perspektive liefern. Dafür muss man sich allerdings trauen, zu seiner eigenen Lebenswelt zu stehen, und sich nicht wegen der Unterschiede als "nicht zugehörig" zu fühlen.

Ich habe inzwischen oft erlebt, dass sich in einem etwas vertrauterem Kreis die Stimmung sehr positiv und "bereichernd" ändert, wenn mal so ein anderer Sichtwinkel auf den Tisch kommt. Auf einmal spiegeln einen die Mitglieder der Runde und kramen ebenfalls Dinge heraus, die bei ihnen nicht so ganz Regelkonform liefen und die normalerweise unter den Tisch gekehrt werden. Das wirkt verbindend.

Saraj hat geschrieben:
Freitag 4. Oktober 2019, 09:09
So erlebe ich es gerade.
:umarmung2:

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Re: Soziale Isolation

Beitrag von schmog » Freitag 4. Oktober 2019, 12:14

Saraj hat geschrieben:
Freitag 4. Oktober 2019, 09:09
Ich finde das mit dem Teufelskreis am schlimmsten. Bist du mehrere Jahre sozial isoliert gewesen und dann auch noch AB, wirst du irgendwann anders als Gleichaltrige. Wenn du dann zB im Job wieder auf neue Leute triffst und Kontakte knüpfen willst, merkst du, sobald die Themen Arbeit oder Uni durch sind, dass du in einer ganz anderen Welt lebst und null Anknüpfungspunkte, nichts zu erzählen hast. Es ist dir peinlich, dass du quasi kaum Sozialleben hast. Dadurch wirst du zunehmend stiller und die Leute, die dich anfangs sympathisch fanden und auf dich zugegangen sind, distanzieren sich langsam wieder.

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Re: Soziale Isolation

Beitrag von LonesomeCoder » Freitag 4. Oktober 2019, 13:36

Saraj hat geschrieben:
Freitag 4. Oktober 2019, 09:09
Ich finde das mit dem Teufelskreis am schlimmsten. Bist du mehrere Jahre sozial isoliert gewesen und dann auch noch AB, wirst du irgendwann anders als Gleichaltrige. Wenn du dann zB im Job wieder auf neue Leute triffst und Kontakte knüpfen willst, merkst du, sobald die Themen Arbeit oder Uni durch sind, dass du in einer ganz anderen Welt lebst und null Anknüpfungspunkte, nichts zu erzählen hast. Es ist dir peinlich, dass du quasi kaum Sozialleben hast. Dadurch wirst du zunehmend stiller und die Leute, die dich anfangs sympathisch fanden und auf dich zugegangen sind, distanzieren sich langsam wieder.

So erlebe ich es gerade.
Das und die Beschreibungen aus dem Linkt im ersten Beitrag kenne ich leider auch persönlich.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
Wissenschaftliches Standardwerk über (männliches) AB-tum: https://www.springer.com/de/book/9783658059231
Geschlechtsspezifische Partnerwahl und Sexualitätsmerkmale: https://d-nb.info/1037687477/34

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Re: Soziale Isolation

Beitrag von badblueboy » Freitag 4. Oktober 2019, 13:45

Saraj hat geschrieben:
Freitag 4. Oktober 2019, 09:09
Ich finde das mit dem Teufelskreis am schlimmsten. Bist du mehrere Jahre sozial isoliert gewesen und dann auch noch AB, wirst du irgendwann anders als Gleichaltrige. Wenn du dann zB im Job wieder auf neue Leute triffst und Kontakte knüpfen willst, merkst du, sobald die Themen Arbeit oder Uni durch sind, dass du in einer ganz anderen Welt lebst und null Anknüpfungspunkte, nichts zu erzählen hast. Es ist dir peinlich, dass du quasi kaum Sozialleben hast. Dadurch wirst du zunehmend stiller und die Leute, die dich anfangs sympathisch fanden und auf dich zugegangen sind, distanzieren sich langsam wieder.

So erlebe ich es gerade.
Ganz genau!Und am Ende wird man noch als sonderlich,arrogant,uninteressiert oder distanziert abgestempelt.

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Re: Soziale Isolation

Beitrag von schmog » Freitag 4. Oktober 2019, 14:29

badblueboy hat geschrieben:
Freitag 4. Oktober 2019, 13:45
Saraj hat geschrieben:
Freitag 4. Oktober 2019, 09:09
Ich finde das mit dem Teufelskreis am schlimmsten. Bist du mehrere Jahre sozial isoliert gewesen und dann auch noch AB, wirst du irgendwann anders als Gleichaltrige. Wenn du dann zB im Job wieder auf neue Leute triffst und Kontakte knüpfen willst, merkst du, sobald die Themen Arbeit oder Uni durch sind, dass du in einer ganz anderen Welt lebst und null Anknüpfungspunkte, nichts zu erzählen hast. Es ist dir peinlich, dass du quasi kaum Sozialleben hast. Dadurch wirst du zunehmend stiller und die Leute, die dich anfangs sympathisch fanden und auf dich zugegangen sind, distanzieren sich langsam wieder.

So erlebe ich es gerade.
Ganz genau!
Und am Ende wird man noch als sonderlich,arrogant,uninteressiert oder distanziert abgestempelt.
:daumen: :sadman:
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Re: Soziale Isolation

Beitrag von Milkman » Freitag 4. Oktober 2019, 14:53

NeC hat geschrieben:
Freitag 4. Oktober 2019, 12:12
Saraj hat geschrieben:
Freitag 4. Oktober 2019, 09:09
Wenn du dann zB im Job wieder auf neue Leute triffst und Kontakte knüpfen willst, merkst du, sobald die Themen Arbeit oder Uni durch sind, dass du in einer ganz anderen Welt lebst und null Anknüpfungspunkte, nichts zu erzählen hast. Es ist dir peinlich, dass du quasi kaum Sozialleben hast. Dadurch wirst du zunehmend stiller und die Leute, die dich anfangs sympathisch fanden und auf dich zugegangen sind, distanzieren sich langsam wieder.
Ich glaube, das eigentliche Problem sind nicht die verschiedenen Lebenserfahrungen und -Inhalte, sondern schlicht und einfach, dass man selbst stiller wird. Wenn es Bezugspersonen gibt, die durchaus offen und interessiert sind, kann man sich an die dranhängen. Sie ausfragen. Sich so an Gesprächen beteiligen, obwohl man einen anderen Background hat. Man kann mitunter auch eine eigene, durchaus verschiedene und daher für die anderen oft interessante Perspektive liefern.
Wenn ich an mein Arbeitsleben denke: wenn sich da in der Mittagspause unterhalten wird, dann über Sachen wie Hausbau und den Nachwuchs. Da kann ich naturgemäß nicht mitreden - und da auch allgemein bekannt ist, dass ich in einer Mietwohnung lebender Dauersingle bin, wird auch von mir überhaupt kein Statement ein gefordert. Das nicht aus Böswilligkeit der KollegInnen (hoffe ich), sondern weil ich zu den Themen naturgemäß keine Meinung haben bzw. Perspektive liefern kann.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben.

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Re: Soziale Isolation

Beitrag von Saraj » Freitag 4. Oktober 2019, 15:20

NeC hat geschrieben:
Freitag 4. Oktober 2019, 12:12
Ich glaube, das eigentliche Problem sind nicht die verschiedenen Lebenserfahrungen und -Inhalte, sondern schlicht und einfach, dass man selbst stiller wird. Wenn es Bezugspersonen gibt, die durchaus offen und interessiert sind, kann man sich an die dranhängen. Sie ausfragen. Sich so an Gesprächen beteiligen, obwohl man einen anderen Background hat. Man kann mitunter auch eine eigene, durchaus verschiedene und daher für die anderen oft interessante Perspektive liefern. Dafür muss man sich allerdings trauen, zu seiner eigenen Lebenswelt zu stehen, und sich nicht wegen der Unterschiede als "nicht zugehörig" zu fühlen.

Ich habe inzwischen oft erlebt, dass sich in einem etwas vertrauterem Kreis die Stimmung sehr positiv und "bereichernd" ändert, wenn mal so ein anderer Sichtwinkel auf den Tisch kommt. Auf einmal spiegeln einen die Mitglieder der Runde und kramen ebenfalls Dinge heraus, die bei ihnen nicht so ganz Regelkonform liefen und die normalerweise unter den Tisch gekehrt werden. Das wirkt verbindend.
Ich habe auch schon versucht eher in die Richtung zu denken und würde mir wünschen, dass es so ist. Deswegen habe ich mir vorgenommen, vielleicht Schritt für Schritt mehr von mir preiszugeben. Zum Beispiel wenn jemand fragt: Was hast du am Wochenende vor? Mir nicht mühsam irgendeine halbwegs akzeptabel zurechtgebastelte Teilwahrheit aus dem Ärmel zu ziehen, sondern auch mal bewusst zu sagen, dass ich im Moment nicht so viel gesundheitliche Ressourcen für Abendveranstaltungen habe und sich im Laufe der Zeit durch das Kranksein auch Kontakte verloren haben. Irgendwie mehr zu meinem etwas anderen Leben stehen. Authentisch sein ist glaube ich sowieso der einzige Weg.
Aber leicht ist das nicht.

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Re: Soziale Isolation

Beitrag von Finnlandfreundin » Freitag 4. Oktober 2019, 15:29

Milkman hat geschrieben:
Freitag 4. Oktober 2019, 14:53
NeC hat geschrieben:
Freitag 4. Oktober 2019, 12:12
Saraj hat geschrieben:
Freitag 4. Oktober 2019, 09:09
Wenn du dann zB im Job wieder auf neue Leute triffst und Kontakte knüpfen willst, merkst du, sobald die Themen Arbeit oder Uni durch sind, dass du in einer ganz anderen Welt lebst und null Anknüpfungspunkte, nichts zu erzählen hast. Es ist dir peinlich, dass du quasi kaum Sozialleben hast. Dadurch wirst du zunehmend stiller und die Leute, die dich anfangs sympathisch fanden und auf dich zugegangen sind, distanzieren sich langsam wieder.
Ich glaube, das eigentliche Problem sind nicht die verschiedenen Lebenserfahrungen und -Inhalte, sondern schlicht und einfach, dass man selbst stiller wird. Wenn es Bezugspersonen gibt, die durchaus offen und interessiert sind, kann man sich an die dranhängen. Sie ausfragen. Sich so an Gesprächen beteiligen, obwohl man einen anderen Background hat. Man kann mitunter auch eine eigene, durchaus verschiedene und daher für die anderen oft interessante Perspektive liefern.
Wenn ich an mein Arbeitsleben denke: wenn sich da in der Mittagspause unterhalten wird, dann über Sachen wie Hausbau und den Nachwuchs. Da kann ich naturgemäß nicht mitreden - und da auch allgemein bekannt ist, dass ich in einer Mietwohnung lebender Dauersingle bin, wird auch von mir überhaupt kein Statement ein gefordert. Das nicht aus Böswilligkeit der KollegInnen (hoffe ich), sondern weil ich zu den Themen naturgemäß keine Meinung haben bzw. Perspektive liefern kann.
Eine Meinung darfst du dennoch haben. Man muss nicht alles machen oder selbst erleben und dennoch kann man eine Meinung haben und diese auch mitteilen.

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