Energie..

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Hanuta
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Energie..

Beitrag von Hanuta » Sonntag 29. September 2019, 21:50

Ich lese im Forum immer wieder, dass man keine Energie hat um gewisse Dinge zu tun. Nun ist das für mich relativ schwer greifbar was damit gemeint ist, wenn jemand sagt "ich habe keine Energie das und das zu tun".
Wenn ich ein hartes Workout absolviert habe und dann nochmal einen Schrank heben soll, dann ist mir das einfach nicht möglich, weil meine Muskeln so stark strapaziert sind, dass ich den Schrank einfach nicht heben kann. In dem Fall habe ich tatsächlich keine Energie mehr.
Wie sieht das aber mit anderen Dingen aus?
Wenn ich Sport ausfallen lasse nach einem langen Tag, dann weil ich gerade zu faul bin, obwohl ich natürlich noch zum Sport könnte. Es fällt mir nur etwas schwerer.
Wenn ich Einkaufen gehe und dann plötzlich noch etwas von einem Supermarkt brauche, der am anderen Ende der Stadt ist, dann könnte ich mich dafür entscheiden hinzugehen oder nicht. Wenn ich bequem wäre, dann würde ich das einen anderen Tag machen. Ich meine es liegt ganz allene an meiner Willenskraft, ob ich noch dort hinfahre.
"Keine Energie" wäre daher ein sehr sehr dehnbarer Begriff, der vor allem an die eigene Komfortzone geknüpft ist. Wenn ich mich jeden Tag abends auf die Couch setze, um mein TV Programm zu schauen und dann plötzlich anfangen soll Sport zu machen, dann muss ich mich selbst pushen. Zählt das dann auch unter "keine Energie" oder wäre das schon mangelnde Willenskraft?
Mich interessiert daher die Frage ab wann man denn keine Energie hat und ab wann man von Faulheit oder mangelnder Willenskraft reden kann.
Denn wenn meine Komfortzone so aussieht, dass ich jede Woche 5x zum Sport gehe, daneben noch in einem Verein aktiv bin und meine Eltern regelmäßig besuche, dann wären das ja alles Dinge, die für mich kein Problem darstellen, während jemand der nichts von all dem macht ziemlich überfordert wäre, wenn er von einem Tag auf den anderen dieses Pensum erfüllen wollte.
Was mich zur Frage führt, ob es denn nicht alles eine Frage der Größe der Komfortzone ist und man eigentlich genügend Energie hätte, aber sich in seinem Alltag einfach wohlig eingenistet hat, sodass jede Veränderung eine gewisse Überwindung kostet, aber eben nicht aufgrund mangelnder Energie, sondern der geringen Größe der Komfortzone.

Wann habt ihr denn das Gefühl, dass ihr "keine Energie" mehr habt?

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Re: Energie..

Beitrag von Zigg » Sonntag 29. September 2019, 22:04

Fehlende Energie liegt nicht immer an Faulheit, oder der bequemen Komfortzone.

Frag mal einen, an Depression Erkrankten ob derjenige genug Energie zum Einkaufen hat.

Ich ertrage nicht viele Menschen um mich da ich unter Agoraphobie leide. Gewisse Dinge kann ich meiden, gewisse nicht. Wenn ich Situationen nicht meiden kann, stresst es mich dermassen, dass ich danach regelrecht ausgelaugt bin.
Oder wenn mich etwas massiv triggert. Dann ist meine Energie aufgebraucht.

Ich denke, die Löffeltheorie erklärt es ganz gut.
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Re: Energie..

Beitrag von Hanuta » Sonntag 29. September 2019, 22:06

Zigg hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 22:04
Frag mal einen, an Depression Erkrankten
Ich gehe von normal gesunden Menschen aus.

Was heißt in deinem Fall aber "meine Energie ist aufgebraucht".
Ich würde gerne verstehen was das ganz konkret heißt.

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Re: Energie..

Beitrag von Finnlandfreundin » Sonntag 29. September 2019, 22:15

Ich glaube, derjenige, der es nicht kennt, kann sich das schwer vorstellen.
Eine Freundin von mir hat mehrere psychische Störungen. Sie liegt manchmal tagelang nur auf der Couch und kommt nicht hoch. Toilette geht noch, aber selbst essen vernachlässigt sie dann. Auch wir, ihre Freunde, können sie nicht motivieren. Für mich ist das immer schwer nachvollziehbar. Ich habe auch hin und wieder keine Lust etwas zu tun, auch wenn ich genügend Energie mobilisieren könnte.

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Re: Energie..

Beitrag von Zigg » Sonntag 29. September 2019, 22:18

Hanuta hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 22:06
Zigg hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 22:04
Frag mal einen, an Depression Erkrankten
Ich gehe von normal gesunden Menschen aus.

Was heißt in deinem Fall aber "meine Energie ist aufgebraucht".
Ich würde gerne verstehen was das ganz konkret heißt.
Stell dir vor, Ich hab 10 Löffel am Tag (Meine Energie).
Auf Arbeit verbrauche ich 6 davon, 2 gehen beim Auto fahren weg. 2 hab ich noch in Reserve.
Worst case Szenario: mein Auto streikt, Ich muss mit einer Bahn fahren. Das verbraucht die letzten 2 Löffel auf + zusätzlich, Dank Adrenalinschub, kommen aus der eisernen Reserve noch 2 Löffel.
Wenn ich es dann nach Hause geschafft habe, habe ich meine komplette Energie für den ganzen Tag aufgebraucht. Ich kann sie auch am selben Tag nicht mehr auffüllen da mir die Erholung fehlt.

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Re: Energie..

Beitrag von NBUC » Sonntag 29. September 2019, 22:19

Wenn du übertrainiert hast, bist du nicht bewegungsunfähig, aber dein Körper macht das nicht mehr "automatisch". Du musst ihn quasi zwingen und dich kontinuierlich konzentrieren, was ebenfalls wieder eine Art Energie kostet, welche endlich ist.
Das Ergebnis ist nicht, dass du gar nichts mehr kannst, sondern dass du Fehler machst oder bei Konzentrationsverlust "Lücken" bekommst, die sich als weitere Fehler oder aber notwendige Neustarts niederschlagen (entsprechend auch bei geistiger Arbeit).
Und irgendwann kommt nur noch Müll raus und wer darüber noch hinaus geht oder getrieben wird - z.B. mit spätestens jetzt nicht mehr angebrachtem shaming - bricht vermutlich tatsächlcih irgendwan zusammen und hat keinerlei Aktivierungsenergie mehr.
Wo jetzt welche Linie wirklich liegt ist dann halt die kritische Einschätzung, die eigentlich ein kompetenter Trainer oder Psychologe nach entsprechender Beobachtung setzen müßte.

Selbst erkennt man den Effekt wohl noch am ehesten, wenn man Sachen nicht mehr hinbekommt, welche man selbst eigentlich gerade motiviert angefangen hat.
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Re: Energie..

Beitrag von Hanuta » Sonntag 29. September 2019, 22:21

Zigg hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 22:18
Hanuta hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 22:06
Zigg hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 22:04
Frag mal einen, an Depression Erkrankten
Ich gehe von normal gesunden Menschen aus.

Was heißt in deinem Fall aber "meine Energie ist aufgebraucht".
Ich würde gerne verstehen was das ganz konkret heißt.
Stell dir vor, Ich hab 10 Löffel am Tag (Meine Energie).
Auf Arbeit verbrauche ich 6 davon, 2 gehen beim Auto fahren weg. 2 hab ich noch in Reserve.
Worst case Szenario: mein Auto streikt, Ich muss mit einer Bahn fahren. Das verbraucht die letzten 2 Löffel auf + zusätzlich, Dank Adrenalinschub, kommen aus der eisernen Reserve noch 2 Löffel.
Wenn ich es dann nach Hause geschafft habe, habe ich meine komplette Energie für den ganzen Tag aufgebraucht. Ich kann sie auch am selben Tag nicht mehr auffüllen da mir die Erholung fehlt.

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Das ist mir ein wenig zu simpel gedacht und hat viele Fehlerquellen.
Wenn ich z.B. in der Situation bin:
Gehe ich zum Sport?
Ja oder Nein.
Wenn ich nein sage, liegt das dann an meinen Energiereserven?

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Re: Energie..

Beitrag von NBUC » Sonntag 29. September 2019, 22:23

Hanuta hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 22:21
Das ist mir ein wenig zu simpel gedacht und hat viele Fehlerquellen.
Wenn ich z.B. in der Situation bin:
Gehe ich zum Sport?
Ja oder Nein.
Wenn ich nein sage, liegt das dann an meinen Energiereserven?
Es kann an deinen Energiereserven liegen - das entscheidet die Vorgeschichte und tatsächliche Situation.
Dieselbe von außen betrachtete Aktion kann unterschiedliche und/oder auch mehrere Ursachen haben.
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Re: Energie..

Beitrag von Nonkonformist » Sonntag 29. September 2019, 22:32

Ich bin HSP; Hochsensibel.
Nach schwere deadlines mit viel überstunden konnte ich meinen freizeit nach den vollendung der auftag krank in bett genießen.
Zuviel ist zuviel und mein körper bestraft mich dafür.

Nach eine periode mit zuviel stress bin ich einfach komplett abgesturtzt, habe mich zuhause eingesperrt, wochenlang mit niemanden mehr geredet, den briefkasten nicht mehr geöffnet bis ich zwangsgeräumt worden bin. Am liebsten wäre ich einfach am morgen nicht mehr wach geworden und gestorben; um mich um zu bringen war ich zu feige. War dann am ende mal ein halbes jahr in einen obdachlosenheim.

Nach eine periode schweren liebesstress hatte ich dauerdurchfall, bekam ich einen gastritis, bin mehreren kilos körpergewicht losgeworden und bin kurz devor den koma in einen krankenhaus befordert. Meinen magen ist seitdem nicht mehr in der lage vitamin B12 auf zu nehmen (braucht das blut für sauerstofaufnahme; ich war noch auf 20%) und seitdem erinnern regelmäßigen Vit B12 injektionen mich an diesen misluingenen liebesgeschichte. Habe zudem einen eisenmagel und bekomme zeimlich viel meiner energie aus injektionen und tabletten.

Und nach zuviel intermenschlichen kontakt bin ioch erschöpft und ziehe mich am liebsten für mehreren tage zurück und rede mit niemanden.
Sonnst wird ich eher krank.

Wann die energie nicht mehr da ist, geht nichts mehr.


Was die sport angeht; ich hasse sport einfach wie die pest und tu sie mir nicht freiwillig an.
Sehe nicht ein wieso ich mir fünf tage die woche meine laune komplett verderben soll.
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Re: Energie..

Beitrag von Zigg » Sonntag 29. September 2019, 22:57

Hanuta hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 22:21
Zigg hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 22:18
Hanuta hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 22:06


Ich gehe von normal gesunden Menschen aus.

Was heißt in deinem Fall aber "meine Energie ist aufgebraucht".
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So kannst du es dir bei jedem vorstellen. Nur, dass einer mehr Energie und Reserven hat und ein anderer weniger. ;)
Das ist mir ein wenig zu simpel gedacht und hat viele Fehlerquellen.
Wenn ich z.B. in der Situation bin:
Gehe ich zum Sport?
Ja oder Nein.
Wenn ich nein sage, liegt das dann an meinen Energiereserven?
Wenn ich in solch einer Situation nicht mehr zum Sport gehe, dann fehlt mir schlichtweg die Energie.

Es ist die einfachste Art zu erklären, wann Energie aufgebraucht ist.
Kannst du gleichsetzen mit der Impulskontrolle bei Hunden.
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Re: Energie..

Beitrag von Tania » Sonntag 29. September 2019, 23:12

Hanuta hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 22:21
Wenn ich z.B. in der Situation bin:
Gehe ich zum Sport?
Ja oder Nein.
Wenn ich nein sage, liegt das dann an meinen Energiereserven?
Das kannst letztlich nur Du entscheiden. Aber wenn Du das Gefühl, keine Energie mehr zu haben, nicht kennst, dann liegt es wahrscheinlich an etwas Anderem.
Hanuta hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 21:50
Mich interessiert daher die Frage ab wann man denn keine Energie hat und ab wann man von Faulheit oder mangelnder Willenskraft reden kann.
Auch das ist eine Frage, die der/die Betreffende nur selbst entscheiden kann. Auch wenn Außenstehende gern mal mit einem "der ist doch bloß faul / willensschwach" kommen, wenn jemand etwas nicht schafft ...
Hanuta hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 21:50
Wann habt ihr denn das Gefühl, dass ihr "keine Energie" mehr habt?
Mittlerweile täglich. Nach fast 10 Jahren ohne nennenswerte Pausen (okay, zweimal gab es 6 Tage Urlaub), garniert mit viel Stress, diversen Krankheiten und paar Schicksalsschlägen, sind die Akkus halt leer. Ein Zustand, auf den ich nie vorbereitet war, mit dem ich aber so langsam zu leben lerne.

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Re: Energie..

Beitrag von Hanuta » Sonntag 29. September 2019, 23:16

Tania hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 23:12
Warum interessiert Dich das Thema?
Weil es eines dieser Themen ist, das für mich schwer greifbar ist.
Wenn ich es nicht zum Sport schaffe, dann weil ich eben zu bequem war mich nochmal aufs Rad zu schwingen, um dann 5km zum Gym zu fahren. Es gibt aber genügend Momente, wo ich mir denke "Ach, fuck it." und da lasse ich mein Kopf gar nicht erst dazu kommen darüber nachzudenken, ob es jetzt sinnvoll wäre ins Gym zu gehen oder nicht, sondern gehe aus der Tür und mache es einfach.
Daher die Frage.

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Re: Energie..

Beitrag von Tania » Montag 30. September 2019, 00:00

Hanuta hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 23:16
... da lasse ich mein Kopf gar nicht erst dazu kommen darüber nachzudenken, ob es jetzt sinnvoll wäre ins Gym zu gehen oder nicht, sondern gehe aus der Tür und mache es einfach.
Daher die Frage.
Wenn Du das kannst - aus der Tür gehen und es einfach machen -, und wenn Du den Rest des Tages dann noch normal funktionierst, dann ist es kein Energiemangel, sondern eher ein "kein Bock".

Ich kann mich super zu Dingen zwingen (oder auf externe Zwänge reagieren), an mangelnder Motivation liegt es nicht. Aber ich büße hinterher heftig dafür. Gerade letztens: Kind musste mit Blinddarmverdacht in die Klinik. Ich war höchst effizient, organisiert, strukturiert, engagiert, durchsetzungsstark ... bis Kind dann aus der Klinik durfte und gut versorgt im Bett lag. Ich hab es den Abend nicht mal mehr geschafft, mich auszuziehen oder zu duschen oder zu essen ... bin einfach ins Bett gefallen.

Diese Löffelgeschichte beschreibt es schon recht gut ...

Und das Schlimmste ist: ich kenne mich anders. Vor ein paar Jahren wäre ich nach so einer Aktion noch topfit gewesen und hätte die 6 Stunden, die vom Tagesplan durch den Spontanausflug in die Klinik gefehlt haben, locker noch abgearbeitet. Aber mich darüber zu ärgern, würde auch wieder Energie kosten ...

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Re: Energie..

Beitrag von Brax » Montag 30. September 2019, 00:27

Ich glaube, psychisch für etwas keine Energie mehr zu haben, hat auch viel mit der Aussicht auf die Sache, die einen erwartet, zu tun. Das hängt dann vielleicht damit zusammen, dass man die Sache, für die man keine Energie mehr hat, nicht sonderlich gern macht, anstrengend findet, keinen/wenig Sinn darin sieht. Vielleicht trifft man dabei auf Menschen und findet das anstrengend, weil man interagieren muss, bewertet wird, etc.
Sag ich mal aus meiner Perspektive. Das ist dann für Menschen, die gerne Leute treffen, nicht unbedingt nachvollziehbar.

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Re: Energie..

Beitrag von Captain Unsichtbar » Montag 30. September 2019, 00:28

Zigg hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 22:04
Ich denke, die Löffeltheorie erklärt es ganz gut.
[https://www.sjoegren-forum.ch/viewtopic.php?f=6&t=464] ;)
Danke fürs Erinnern. Ich wollte mit exakt der selben Theorie antworten, weil ich vor Ewigkeiten mal was darüber gelesen habe. Mir fiel aber einfach der Name nicht mehr ein. :schwitzen:

Für Interessierte hier noch mal der Wikipediaartikel, allerdings nur englisch: https://en.m.wikipedia.org/wiki/Spoon_theory
"I never asked for this."

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Re: Energie..

Beitrag von Melli » Montag 30. September 2019, 08:51

Hanuta hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 21:50
Was mich zur Frage führt, ob es denn nicht alles eine Frage der Größe der Komfortzone ist und man eigentlich genügend Energie hätte, aber sich in seinem Alltag einfach wohlig eingenistet hat, sodass jede Veränderung eine gewisse Überwindung kostet, aber eben nicht aufgrund mangelnder Energie, sondern der geringen Größe der Komfortzone.
Ich mach's jetzt mal wie seinerzeit einer meiner besten Profs :frech2: Was ist Energie? Was ist eine Komfortzone? Was ist ein Löffel (und wie füllt der (!?) sich wieder auf (egal wie lange es dauert))? oder ein Akku?

Manchmal liegt es eher am Gegenteil von wohligem Einnisten :fessel: Aber das kann man mit solchen Ansätzen nicht einmal erfassen.
Hanuta hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 21:50
Wann habt ihr denn das Gefühl, dass ihr "keine Energie" mehr habt?
Ich würde es nicht so ausdrücken :oops: Es kann ja unterschiedlich sein, mal bin ich übermüdet, mal krank, demoralisiert, schockiert, überarbeitet, auf andere Weise überanstrengt, usw. usf. Es ist aber eher auf konkrete Situationen zu beziehen, also nichts chronifiziertes, das sich verselbständigt hätte. Wahrscheinlich ist das eine Frage meines Charakters, daß ich eher bis auf's Messer kämpfe als mich auszuliefern 🗡️ Sonst ist es mir sogar relativ egal, ich habe schon lange damit leben gelernt, daß ich nicht erreichen kann, daß es mir immer "gut" ginge :coolsmoke:

Die schlimmsten Momente hatte ich sicher als Kind und Jugendliche. Manchmal konnte ich nichts mehr tun als Löcher in die Luft zu starren, wenigstens weil ich wußte, daß sich hinter der vermeintlich sichtbaren "Realität" (= Fassade) ganz andere Dinge verbergen. Mich hinzulegen und zu entspannen war natürlich auch gut :daumen:

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Re: Energie..

Beitrag von Nonkonformist » Montag 30. September 2019, 09:04

Hanuta hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 23:16
Tania hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 23:12
Warum interessiert Dich das Thema?
Weil es eines dieser Themen ist, das für mich schwer greifbar ist.
Wenn ich es nicht zum Sport schaffe, dann weil ich eben zu bequem war mich nochmal aufs Rad zu schwingen, um dann 5km zum Gym zu fahren. Es gibt aber genügend Momente, wo ich mir denke "Ach, fuck it." und da lasse ich mein Kopf gar nicht erst dazu kommen darüber nachzudenken, ob es jetzt sinnvoll wäre ins Gym zu gehen oder nicht, sondern gehe aus der Tür und mache es einfach.
Daher die Frage.
Hört sich irgenwie nach fast militärischen pflichtbetrachtung und diziplin an, nicht nach einen spontanen lebensart, den ich bevorzüge....
Ich lebe grundsätzlich um meinen leben zu genießen, nicht um mich zu quälen....
(Scheint aber so ein ziemlich Deutsches ding zu sein; vor allem meinen Italienischen kollegen habe da immer nur kopf geschüttelt....Niederländischen Calvinisten habe da auch so diese mentalität das das leben leiden ist und man es nicht genießen soll....)
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Re: Energie..

Beitrag von Milkman » Montag 30. September 2019, 09:31

Hanuta hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 21:50
Was mich zur Frage führt, ob es denn nicht alles eine Frage der Größe der Komfortzone ist und man eigentlich genügend Energie hätte, aber sich in seinem Alltag einfach wohlig eingenistet hat, sodass jede Veränderung eine gewisse Überwindung kostet, aber eben nicht aufgrund mangelnder Energie, sondern der geringen Größe der Komfortzone.
Deine Formulierungen unterstellen ja eigentlich schon, dass jeder "Energielose" eigentlich nur eine faule Socke ist, der sich nur mal denken müsste
Hanuta hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 23:16
"Ach, fuck it."
Was mich angeht, liegst du damit mitunter richtig, ich bin manchmal eine faule Socke und weiß es...
Aber es gibt auch Tage, wo mich der stinknormale Alltag, das Bewegen unter und Verkehren mit anderen Menschen, das Koordinieren der täglichen Pflichten, die Anforderungen des Jobs etc., so schlauchen, dass ich froh bin, wenn ich mich abends in meine vier Wände zurückziehen kann.

Und die Herausforderungen, die täglich auf mich warten, sind überschaubar - im Gegensatz zu Tania, die jeden Tag für ihre 3 Kids da sein muss und das (soweit ich es beoabchten konnte) großartig und mit unglaublichem Einsatz macht, die dann aber am Ende physisch und psychisch ausgepowert ist. Fällt es so schwer, zu akzeptieren, dass man in solchen Fällen einfach seine Ruhe haben möchtre, keine Reize mehr von außen, auf die man reagieren müsste, und dass es nicht einfach nur eine Sache eventuell zusammenzukratzender Willensreserven ist?
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben.

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Re: Energie..

Beitrag von Melli » Montag 30. September 2019, 10:04

Milkman hat geschrieben:
Montag 30. September 2019, 09:31
Willensreserven
Ein sehr gutes Stichwort. Wie in: "Man muß nur wollen." :lach:

Ja, also... was ich wollte, und was andere wollten, waren schon lange nur zu oft sehr verschiedene Dinge :hammer:

Naja, ist schon ganz schön übergriffig, wenn mir andere ihren Willen als meinen in die Schuhe schieben wollen. Heutzutage bekommt ja auch pampige Antworten wie: "Der Kunde will das so." Ok, dann sollen die Kunden mal schön kaufen, ich werde es nicht tun :mrgreen:

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Re: Energie..

Beitrag von Seb-X » Montag 30. September 2019, 10:14

Nonkonformist hat geschrieben:
Montag 30. September 2019, 09:04
Hört sich irgenwie nach fast militärischen pflichtbetrachtung und diziplin an
Wenn ich das nicht hätte, würde ich bisher kaum was erreicht haben, denn meine "natürlichen" Energiereserven sind sehr gering. Schön für diejenigen, die viel Lust und Motivation haben. Das sind zugleich die Menschen, die es nicht verstehen können, dass es Menschen mit wenig Antrieb gibt und denen dann nur dämliche Tipps geben oder Faulheit vorwerfen.
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