Ist es in Deutschland besonders schwer Freunde zu finden?

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Hanuta
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Re: Ist es in Deutschland besonders schwer Freunde zu finden?

Beitrag von Hanuta » Mittwoch 11. September 2019, 15:18

Gatem hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 14:32
DAS würde ich persönlich aber immer noch als eine Art von Absprache betrachten. Es mag zwar keine explizite, aber zumindest eine implizite Absprache sein.
Man muss ja jetzt nicht die Definition kaputtdiskutieren, sondern sollte sich auf das besinnen, was gemeint war.
Es ist eine Form von Absprache, ja. Sie unterscheidet sich aber sehr stark von dem was in Deutschland üblich ist.
Gatem hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 14:32
Das Problem rührt doch aber eher daher, dass die Terminpläne meist einfach schon so voll sind… im Grunde eine Angelegenheit, die sich selbst bedingt: Je früher man alle Termine vereinbart, desto gefüllter wird der Terminplan und das führt wiederum dazu, dass man seine Termine noch früher planen muss.
Es geht ja darum, dass viele in Deutschland Termine unbedingt planen müssen und spontane Dinge die Vorbereitungszeit(vor allem mental) sabotieren. Wenn man Kinder hat, dann kann ich es ja noch verstehen, aber viele Singles hätten theoretisch die freie Zeit, um sich spontan zu treffen, aber bevorzugen es aber lieber einen exakten Termin in der Zukunft zu machen, weil man sich dann besser darauf vorbereiten kann.
Wie schnell die vermeintlich obligatorischen Pläne über Bord geworfen werden können, zeigt sich, wenn zwei Menschen plötzlich intimer werden.
Die wenigsten können von sich behaupten, dass ihr Leben wirklich voll mit Verpflichtungen ist und sie daher keine Zeit haben.

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Re: Ist es in Deutschland besonders schwer Freunde zu finden?

Beitrag von Melli » Mittwoch 11. September 2019, 17:28

klecks hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 11:13
Mir scheint es auch so, dass unser Freundschaft sehr Verschiedenes verstanden wird.
Scheint mir auch so. Mit einer inflationären Vergabe des Ehrentitels "Freund(in)" wäre ich persönlich nicht sehr glücklich :(
Tania hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 13:49
In südlichen Ländern sind die "Altentreffs" übrigens noch regelmäßig zu beobachten. Allerdings hocken da irgendwie nur Männer . . :gruebel:
Zumindest mancherorts sitzen die Frauen eher zu Hause bei Kaffee und Kuchen ☕🍰 Aber das wäre dann keine Gelegenheit zum Kennenlernen, sondern setzt ein solches wenigstens mancher Beteiligter in elementarer Form bereits voraus :?
Löcher in die Wand starren ist nur eine weitere Art, Mauern einzureißen.

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Re: Ist es in Deutschland besonders schwer Freunde zu finden?

Beitrag von Melli » Mittwoch 11. September 2019, 23:30

Mugwump hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 03:44
Natürlich liegt das an der Umgebung. Habe da auch schon innerhalb Deutschlands unterschiedliche Erfahrungen machen dürfen. Womit ich dementsprechend den Beweis hatte, dass nicht ich das Problem war.
Weiß nicht, was ist denn nun wo in D jeweils unterschiedlich und was gleich? Und worin besteht das Problem überhaupt? Könnte ja auch sein, daß an mir etwas ist, womit ich mehr oder weniger überall floppe :(

(Extrembeispiele, selbst wenn sie noch so lustig sind, helfen nicht wirklich weiter. Liegt ja auch allzusehr auf der Hand, daß eine Rheinische Frohnatur, wenn mit mir konfrontiert, sehr schnell ihrer angeborenen Fröhlichkeit verlustig gehen würde :mrgreen:)
Mugwump hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 03:44
Dieses kollektive Verhalten wird von Generation zu Generation weitervererbt.
Das nennt sich Kultur 🙀
Mugwump hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 03:44
So wie Antilopen nicht aufhören werden, Gras zu fressen, und Löwen nicht aufhören werden, Antilopen zu fressen, werden Menschen nicht aufhören, sich wie Menschen zu verhalten.
Im Laufe der Menschheitsgeschichte ist doch einiges an kulturellem Wandel passiert. (Auch bei Feliden läßt sich einiges zur Evolution von Verhaltensmustern feststellen.)

Was man innerhalb einer menschlichen Lebensspanne miterleben kann, ist meistens glücklicherweise nicht viel. Und muß man mehr miterleben, ist es meist keine sehr angenehme Erfahrung. (Ich denke hier v.a. an von außen aufgezwungene Umgangsformen nach verlorenen Kriegen, Kolonialismus u.ä.)
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Re: Ist es in Deutschland besonders schwer Freunde zu finden?

Beitrag von Mugwump » Freitag 13. September 2019, 13:45

Melli hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 23:30
Mugwump hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 03:44
Natürlich liegt das an der Umgebung. Habe da auch schon innerhalb Deutschlands unterschiedliche Erfahrungen machen dürfen. Womit ich dementsprechend den Beweis hatte, dass nicht ich das Problem war.
Weiß nicht, was ist denn nun wo in D jeweils unterschiedlich und was gleich? Und worin besteht das Problem überhaupt? Könnte ja auch sein, daß an mir etwas ist, womit ich mehr oder weniger überall floppe :(
Allgemein betrachtet sind Menschen in Großstädten weniger verschlossen und ausgrenzerisch als auf dem Lande. Und selbst Großstädte unterscheiden sich; wenn sie z.B. äußerst begehrt bei Studenten sind, sind die Leute vor Ort generell offener. Oder einen höheren Anteil an gut ausgebildeten liberalen Ausländern haben.

Auf einem kleinen Dorf muss man dagegen wie ein Lemming genormt mit der Masse mitschwimmen, wenn man nicht schnell ausgegrenzt werden will. Individualität ist dort eine grotesk zur Schau gestellte hohle Phrase. In solchen Dörfern bekommt man auch in einem besonders starken Maße Mali auf Dinge, worauf man 0,0 Einfluss nehmen kann (z.B. das Verhalten der eigenen Eltern).
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 23:30
Mugwump hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 03:44
Dieses kollektive Verhalten wird von Generation zu Generation weitervererbt.
Das nennt sich Kultur 🙀
So viel dazu, dass Kultur das Gegenteil zum selbständigen, reflektiven Verhalten, das der ständigen Selbstverbesserung dient, darstellt. Denn Nachäffen aka Kultur haben auch Schimpansen.

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Re: Ist es in Deutschland besonders schwer Freunde zu finden?

Beitrag von WishIWasAsexual » Samstag 14. September 2019, 00:14

Ich habe in drei verschiedenen Ländern gelebt und kann keine Unterschiede feststellen beim finden und vor allem behalten von Freunden. Es gibt nur insofern welche, dass es leichter oder schwieriger ist mit Personen ins Gespräch zu kommen, das hängt aber auch stark von der jeweiligen Situation ab. In einem anderen Land mag es üblich sein, dass morgens in der Bahn fröhlich geplappert wird, während man hier teilweise böse Blicke kriegt wenn man sich als einzige zu zweit in einem Wagen unterhält. Hier gibt es sogar etwas wie Ruhewagen… Das heisst aber nicht, dass in der Bahn dann alle Freunde sind.

Persönlich denke ich, kommt es stark auf die sozialen Situationen an. Wer im Job kaum Kontakt zu Menschen hat und außer dem Personal im Supermarkt niemanden trifft, der wird es schwer haben Leute kennenzulernen, egal in welchem Land. Wer zurückhaltend/introvertiert/schüchtern ist eher auch. In anderen Ländern kann es sein, dass man sich eher mit einem unbekannten in der Bahn oder 5 min mit der Dame hinter der Fischtheke unterhält und das dort völlig normal ist. Es gibt Kulturen, wo generell Kontakt einfacher ist als hier (ich kann auch nur für Hamburg reden), davon bin ich überzeugt. Aber Freundschaften entstehen dadurch nicht zwingend. Dann muss man immer noch differenzieren, wann ist ein Freund ein Freund. In einem anderen Land gehe ich vielleicht abends in die Bar und finde immer jemanden zum quatschen, egal ob ich den schon kenne oder nicht. Aber selbst wenn ich ihn schon lange kenne, muss das nicht sein, dass ich mit ihm auch ins Kino gehe oder er mich zu seiner Hochzeit einlädt.

Das Alter und die Lebenssituation spielen meiner Erfahrung nach auch eine wichtige Rolle. Wer Familie hat, hatweniger Zeit für andere Dinge. Mit Singles hingegen ist viel einfacher z.B. nach der Arbeit spontan etwas trinken zu gehen.
Wir sind eine Spezies mit mehreren grundsätzlich inkompatiblen Geschlechtern. Konfliktbehaftet by Design.

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Re: Ist es in Deutschland besonders schwer Freunde zu finden?

Beitrag von LonesomeCoder » Samstag 14. September 2019, 00:21

Ich kann die erfahrenen Probleme bestätigen. Wirklich gut Leute kennenlernen klappte für mich nur in Situationen, wo viele andere auch neu waren wie zu Beginn des Studiums oder vom Zivildienst. Da bilden sich dann Gruppen, die fest bleiben und wo es später für andere sehr schwer ist, reinzukommen. Vllt. hat es damit zu tun, dass bei bekannten Personen bekannt ist, was man an ihnen hat, eine unbekannte Person aber ein Risiko ist, da sie schlechter als die bisherigen Kontakte sein könnte. Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit von Freizeit kommt irgendwann der Punkt, wo ein neuer Kontakt zwangsweise auf Kosten der bestehenden Kontakte gehen würde und da setzen dann die Hemmungen ein. Vieles kann man zwar mit mehreren Leuten gleichzeitig machen, aber bevor jemand dem Freundeskreis vorgestellt wird, will jemand meist erst etwas kennengelernt werden. Ich rede nur von Deutschland, genauer Bayern aufm Land mit der Ausnahme vom Studium in der Großstadt.
WishIWasAsexual hat geschrieben:
Samstag 14. September 2019, 00:14
Ich habe in drei verschiedenen Ländern gelebt und kann keine Unterschiede feststellen beim finden und vor allem behalten von Freunden.
Welche Länder? Wenns alle mit einer sehr ähnlichen Kultur waren, würde es mich nicht nicht überraschen.
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Re: Ist es in Deutschland besonders schwer Freunde zu finden?

Beitrag von Hanuta » Samstag 14. September 2019, 00:29

WishIWasAsexual hat geschrieben:
Samstag 14. September 2019, 00:14
Ich habe in drei verschiedenen Ländern gelebt und kann keine Unterschiede feststellen beim finden und vor allem behalten von Freunden. Es gibt nur insofern welche, dass es leichter oder schwieriger ist mit Personen ins Gespräch zu kommen, das hängt aber auch stark von der jeweiligen Situation ab. In einem anderen Land mag es üblich sein, dass morgens in der Bahn fröhlich geplappert wird, während man hier teilweise böse Blicke kriegt wenn man sich als einzige zu zweit in einem Wagen unterhält. Hier gibt es sogar etwas wie Ruhewagen… Das heisst aber nicht, dass in der Bahn dann alle Freunde sind.

Persönlich denke ich, kommt es stark auf die sozialen Situationen an. Wer im Job kaum Kontakt zu Menschen hat und außer dem Personal im Supermarkt niemanden trifft, der wird es schwer haben Leute kennenzulernen, egal in welchem Land. Wer zurückhaltend/introvertiert/schüchtern ist eher auch. In anderen Ländern kann es sein, dass man sich eher mit einem unbekannten in der Bahn oder 5 min mit der Dame hinter der Fischtheke unterhält und das dort völlig normal ist. Es gibt Kulturen, wo generell Kontakt einfacher ist als hier (ich kann auch nur für Hamburg reden), davon bin ich überzeugt. Aber Freundschaften entstehen dadurch nicht zwingend. Dann muss man immer noch differenzieren, wann ist ein Freund ein Freund. In einem anderen Land gehe ich vielleicht abends in die Bar und finde immer jemanden zum quatschen, egal ob ich den schon kenne oder nicht. Aber selbst wenn ich ihn schon lange kenne, muss das nicht sein, dass ich mit ihm auch ins Kino gehe oder er mich zu seiner Hochzeit einlädt.

Das Alter und die Lebenssituation spielen meiner Erfahrung nach auch eine wichtige Rolle. Wer Familie hat, hatweniger Zeit für andere Dinge. Mit Singles hingegen ist viel einfacher z.B. nach der Arbeit spontan etwas trinken zu gehen.
Da hast du denke ich absolut recht.
Ich glaube die meisten meinen wenn sie von "besonders schwer Freunde zu finden" sprechen, dass es erstmal schwer ist überhaupt Anschluss zu finden, d.h. die Möglichkeit zu bekommen neue Leute kennenzulernen. Vielen wird diese Möglichkeit eben durch die geringere Offenheit verwehrt und je schüchterner jemand ist, desto schwerer ist es da überhaupt ein Gespräch anzufangen.

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Re: Ist es in Deutschland besonders schwer Freunde zu finden?

Beitrag von Melli » Samstag 14. September 2019, 00:47

Mugwump hat geschrieben:
Freitag 13. September 2019, 13:45
Und selbst Großstädte unterscheiden sich
Ja, eben.

(Auf dem Land habe ich übrigens nie gelebt.)
Mugwump hat geschrieben:
Freitag 13. September 2019, 13:45
So viel dazu, dass Kultur das Gegenteil zum selbständigen, reflektiven Verhalten, das der ständigen Selbstverbesserung dient, darstellt. Denn Nachäffen aka Kultur haben auch Schimpansen.
Es gibt tatsächlich verschiedene Kulturbegriffe.

(Um Schimpansen würde ich alleine aus Sicherheitsgründen lieber einen großen Bogen machen 🐵)
WishIWasAsexual hat geschrieben:
Samstag 14. September 2019, 00:14
Ich habe in drei verschiedenen Ländern gelebt und kann keine Unterschiede feststellen beim finden und vor allem behalten von Freunden.
Welche waren das, wenn ich fragen darf?
Löcher in die Wand starren ist nur eine weitere Art, Mauern einzureißen.

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Re: Ist es in Deutschland besonders schwer Freunde zu finden?

Beitrag von WishIWasAsexual » Samstag 14. September 2019, 01:03

@LonesomeCoder In solchen Situationen ist es sicherlich einfacher, denn man muss Zeit zusammen verbringen, evtl. zusammen arbeiten und sich kennenlernen wird notwedig, denn es gibt einen Anlass dafür. In Situationen, wo dieser Anlass fehlt, sprich wenn das Kennenlernen per se der Selbstzweck ist, wird es nach meiner Erfahrung schon schwieriger. Mir fällt es viel einfacher z.B. eine Frau in einem Fortbildungskurs oder einer Konferenz anzusprechen, als auf einer Singleparty. Dann gibt es Kulturen, wo das Kennenlernen an sich bzw. die Geselligkeit einfach so schon erwünscht sind und Kulturen, wo man nur bereit ist, Zeit und Energie ins Kennenlernen zu investieren, wenn man sich davon etwas verspricht.
LonesomeCoder hat geschrieben:
Samstag 14. September 2019, 00:21
Welche Länder? Wenns alle mit einer sehr ähnlichen Kultur waren, würde es mich nicht nicht überraschen.
Diese Info möchte ich mit dem Forum nicht teilen und bitte um Verständnis. Die Länder sind z.T. enorm unterschiedlich, so viel kann ich sagen.
Ich bin Europäer, mit einer kulturellen anstatt geografischer Identität.
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Re: Ist es in Deutschland besonders schwer Freunde zu finden?

Beitrag von LonesomeCoder » Samstag 14. September 2019, 20:37

WishIWasAsexual hat geschrieben:
Samstag 14. September 2019, 01:03
@LonesomeCoder In solchen Situationen ist es sicherlich einfacher, denn man muss Zeit zusammen verbringen, evtl. zusammen arbeiten und sich kennenlernen wird notwedig, denn es gibt einen Anlass dafür. In Situationen, wo dieser Anlass fehlt, sprich wenn das Kennenlernen per se der Selbstzweck ist, wird es nach meiner Erfahrung schon schwieriger. Mir fällt es viel einfacher z.B. eine Frau in einem Fortbildungskurs oder einer Konferenz anzusprechen, als auf einer Singleparty. Dann gibt es Kulturen, wo das Kennenlernen an sich bzw. die Geselligkeit einfach so schon erwünscht sind und Kulturen, wo man nur bereit ist, Zeit und Energie ins Kennenlernen zu investieren, wenn man sich davon etwas verspricht.
Noch ein weiterer wichtiger Punkt: sind die anderen auch neu und suchen Anschluss oder sind sie schon länger dort und in eine Gruppe integriert? Zu Beginn des ersten Semesters war Kontakte aufbauen deutlich einfacher als später im Studium. Der Kontext, etwa Besuch der gleichen Vorlesung, war aber der gleiche. Nur hatten in späteren Semestern die meisten schon Gruppen fürs Lernen und Freizeit. Wenn Bedarf daran da war, weil Leute, die ihren festen Wohnsitz in Uninähe hatten, hatten generell weniger Interesse an neuen Bekanntschaften im Studium.
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Re: Ist es in Deutschland besonders schwer Freunde zu finden?

Beitrag von Freier Mensch » Donnerstag 19. September 2019, 21:27

Ich finde den Artikel sehr spannend und meinen Eindruck bestätigt dies auch. Egal wo ich in Deutschland war, in welcher sozialen Schicht oder welchen ethnischen Hintergrund die einzelnen Person hatten. Das ist so etwas was wir die Personen einprügeln. Ähnlich wie an einer roten Ampel warten.
Für viele gilt offentsichtlich der Spruch Dienst ist Dienst, Schnaps ist Schnaps. Finde ich etwas schade, da man so um interesannte Personen und Vorteile gebracht werden. Das ganze Thema netzwerken ist enorm wichtig, aber wird von vielen in Deutschland nicht betrieben, was an sich sehr schade ist, aber auch von Personen wie mir genutzt wird. Einen Großteil meiner Freunde und Bekannte habe ich über Schule/Uni/Arbeit kennen gelernt. Ich versuche neu kennengelernte Personen immer mit einzubinden. Ich organisiere ja gerne Freizeitaktivitäten, aber da sehen viele nicht, dass es sinnvoll ist, weiter im Kontakt zu bleiben. Ich finde das schade, da man so viele Leute aus den Augen verliert, mit denen man ja Spaß hatte.

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Re: Ist es in Deutschland besonders schwer Freunde zu finden?

Beitrag von LaraMarie » Donnerstag 19. September 2019, 22:02

Ich finde leider auch sehr schwer neue Freunde, weil ich sehr introvertiert und schüchtern bin.
Meine Freunde habe ich auch in der Schule, Studium und im Verein kennengelernt. Ich würde mich gerne mehr trauen, aber immer wenn es drauf ankommt, dann kann ich wieder und wieder meinen Schweinehund nicht überwinden.
Ich hatte das Glück, dass die meisten meiner Freunde auf mich zugekommen sind und mich dann in ihrer bestehenden Gruppe aufgenommen haben. Ohne die wäre ich wohl komplett alleine :(
Hatte also schon sehr viel Glück solche guten Freunde bekommen zu haben, die mich tatkräftig unterstützen und mich auch überall einladen.

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Re: Ist es in Deutschland besonders schwer Freunde zu finden?

Beitrag von alex321 » Freitag 20. September 2019, 00:40

LaraMarie hat geschrieben:
Donnerstag 19. September 2019, 22:02
Ich finde leider auch sehr schwer neue Freunde, weil ich sehr introvertiert und schüchtern bin.
Meine Freunde habe ich auch in der Schule, Studium und im Verein kennengelernt. Ich würde mich gerne mehr trauen, aber immer wenn es drauf ankommt, dann kann ich wieder und wieder meinen Schweinehund nicht überwinden.
Ich hatte das Glück, dass die meisten meiner Freunde auf mich zugekommen sind und mich dann in ihrer bestehenden Gruppe aufgenommen haben. Ohne die wäre ich wohl komplett alleine :(
Hatte also schon sehr viel Glück solche guten Freunde bekommen zu haben, die mich tatkräftig unterstützen und mich auch überall einladen.
Nerven dich diese Einladungen nicht? Ich bin auch introvertiert und schüchtern, aber die Einladungen zu Parties und Feiern haben mich immer genervt. Der Lärm, das Gedränge, die Betrunkenen und manchmal auch der Rauch ... Parties sind einfach nicht meine Welt. Ich fühle mich dort nur unwohl. Meine Schul-, Uni- und Arbeitskollegen haben das aber nicht verstanden und waren sogar beleidigt wenn ich zu der Party/Feier, zu der ich eingeladen war, nicht gekommen bin.

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Re: Ist es in Deutschland besonders schwer Freunde zu finden?

Beitrag von LaraMarie » Freitag 20. September 2019, 00:51

alex321 hat geschrieben:
Freitag 20. September 2019, 00:40
LaraMarie hat geschrieben:
Donnerstag 19. September 2019, 22:02
Ich finde leider auch sehr schwer neue Freunde, weil ich sehr introvertiert und schüchtern bin.
Meine Freunde habe ich auch in der Schule, Studium und im Verein kennengelernt. Ich würde mich gerne mehr trauen, aber immer wenn es drauf ankommt, dann kann ich wieder und wieder meinen Schweinehund nicht überwinden.
Ich hatte das Glück, dass die meisten meiner Freunde auf mich zugekommen sind und mich dann in ihrer bestehenden Gruppe aufgenommen haben. Ohne die wäre ich wohl komplett alleine :(
Hatte also schon sehr viel Glück solche guten Freunde bekommen zu haben, die mich tatkräftig unterstützen und mich auch überall einladen.
Nerven dich diese Einladungen nicht? Ich bin auch introvertiert und schüchtern, aber die Einladungen zu Parties und Feiern haben mich immer genervt. Der Lärm, das Gedränge, die Betrunkenen und manchmal auch der Rauch ... Parties sind einfach nicht meine Welt. Ich fühle mich dort nur unwohl. Meine Schul-, Uni- und Arbeitskollegen haben das aber nicht verstanden und waren sogar beleidigt wenn ich zu der Party/Feier, zu der ich eingeladen war, nicht gekommen bin.
Nerven tun sie mich nicht. Immerhin finde ich das toll, dass mich meine Freunde gerne dabei haben würden^^.
Aber bei mir ist das auch so, dass ich ab und zu auch mal meine Ruhe haben möchte, damit ich meine leeren Batterien wieder auftanken kann. Da sage ich dann natürlich ab und genieße das alleine sein. Wenn ich nur 1-2 Leute auf der Party kennen würde, dann wäre das vermutlich ähnlich wie bei dir. Also dass ich mich total unwohl fühlen würde.
Partys finde ich aber auch gar nicht mal soooo toll. Ich bin eher jemand, der gerne in kleiner Runde in eine Bar geht.

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Re: Ist es in Deutschland besonders schwer Freunde zu finden?

Beitrag von Melli » Freitag 20. September 2019, 09:46

Freier Mensch hat geschrieben:
Donnerstag 19. September 2019, 21:27
Ich finde den Artikel sehr spannend und meinen Eindruck bestätigt dies auch. Egal wo ich in Deutschland war, in welcher sozialen Schicht oder welchen ethnischen Hintergrund die einzelnen Person hatten. Das ist so etwas was wir die Personen einprügeln. Ähnlich wie an einer roten Ampel warten.
Yup. Das dauerte nur etwas über ein Jahr bei mir, dann war ich so bedient, daß ich auf (so gut wie) niemanden mehr "zugehen" wollte :(

:upps: Dekulturation :wuetend: Ich will meine Unbefangenheit zurück! :schwarzekatze:
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Re: Ist es in Deutschland besonders schwer Freunde zu finden?

Beitrag von alex321 » Freitag 20. September 2019, 16:38

LaraMarie hat geschrieben:
Freitag 20. September 2019, 00:51
Nerven tun sie mich nicht. Immerhin finde ich das toll, dass mich meine Freunde gerne dabei haben würden^^.
Aber bei mir ist das auch so, dass ich ab und zu auch mal meine Ruhe haben möchte, damit ich meine leeren Batterien wieder auftanken kann. Da sage ich dann natürlich ab und genieße das alleine sein. Wenn ich nur 1-2 Leute auf der Party kennen würde, dann wäre das vermutlich ähnlich wie bei dir. Also dass ich mich total unwohl fühlen würde.
Partys finde ich aber auch gar nicht mal soooo toll. Ich bin eher jemand, der gerne in kleiner Runde in eine Bar geht.
Ich ebenso. Ich gehe gerne mit 1-3 Leuten die ich kenne auf ein Bier, aber sobald es mehr werden fühle ich mich überfordert.

Da ich nie viele Leute kannte, waren die meisten Leute bei Parties für mich fremd. Was soll ich dort? Mit den Betrunkenen rumbrüllen? Auf den Tischen tanzen? Kontakte knüpfen, obwohl man bei Unterhaltungen schreien muss um einander zu verstehen weil es so laut ist? Nein Danke.

Wenn ich tanzen könnte, gäbe es für mich vielleicht einen Grund zu Parties zu gehen, aber da ich das Rythmus- und Körpergefühl eines Roboters habe, wären viele Tanzstunden und viel Üben nötig bevor ich mich auf die Tanzfläche trauen könnte.

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Re: Ist es in Deutschland besonders schwer Freunde zu finden?

Beitrag von Thespian » Freitag 20. September 2019, 21:05

Ich kann nicht für andere Länder sprechen. Da fehlt mir völlig die Erfahrung. Ich bin selber ziemlich introvertiert und habe ein (recht selektive aber starke) Sozialphobie. Irgendwo hinzugehen wo es von frmden Menschen wimmelt erfüllt mich mit Grausen. Ich brauche dafür immer einen Vorwand.
Andererseits habe ich die Erfahrung gemacht, dass es immer wieder Umfelder gibt, wo man tatsächlich einfach neue Leute kennen lernen und sich anfreunden kann. Selbst wenn man schüchtern oder introvertiert ist.
Es kommt zum Einen auf das richtige Umfeld an. Bei etlichen meiner Hobbys oder Unternehmungen bin ich davon überrascht worden, wie sehr sich die Leute über jeden gefreut haben, der neu in die Community gekommen ist. Der sich an Projekten und so beteiligt hat. Je weniger Mainstream und mehr Nische, desto besser. Dann freuen sich die Leute, wenn einer mitmacht und geben sich Mühe die Neuen zu integrieren.
Das Zweite ist für Viele schwierig und war auch für mich schwer zu lernen: man muss sichtbar sein. Das geht am Besten in dem man sich beteiligt. Das müssen nicht immer Wortbeiträge sein. Die liegen ja nicht jedem/jeder. Aber in Vereinen gibt es doch immer wieder Aufrufe, wo mehrere Leute zum Aufräumen oder so was gesucht werden. Da kommt man auch als Maulfaulheld irgendwann ins Gespräch. Mit dem Gemeinsamen Projekt hat man dann sogar ein Thema zum Einstieg und muss nicht Smalltalk halten. (Grusel!)
Mir ist klar, dass das nicht für alle Umsetzbar ist. Ist aber meine Erfahrung. Wenn man sich selbst neue Sachen zumutet trifft man neue Menschen.
Das hat übrigens erst geklappt als ich aufgehört habe, Unternehmungen danach zu bewerten ob man dort Frauen kennen lernen könne.
Wer Rechtschreibfehler findet darf diese behalten und sammeln.
Irgendwann ergeben sie alle zusammengenommen einen epischen Roman.
Der ist dann zwar ziemlich schlecht, unlogisch aufgebaut und voller Rechtschreibfehler...
Aber ein Roman.

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Re: Ist es in Deutschland besonders schwer Freunde zu finden?

Beitrag von Dichter » Samstag 28. September 2019, 01:00

Optimist hat geschrieben:
Montag 9. September 2019, 11:44
Viele ABs und ABinen sehen ja den fehlenden oder zu kleinen Freundeskreis als Mitgrund für ihr AB-Dasein. Persönlich habe ich auch Probleme damit Freunde oder Bekannte zu finden. Merkwürdigerweise hatte ich diese Probleme während des Auslandssemesters anders als im Rest des Studiums gar nicht. Liegt also vielleicht auch an der Umgebung. Das zeigt auch eine Umfrage unter Expats.
Für die Studie befragte das soziale Netzwerk für Expatriates mehr als 20.000 Menschen aus 180 Nationen über ihre Meinung zum Leben und Arbeiten in 64 Gastländern rund um den Globus.
...
"Freunde finden":

In dieser Unterkategorie rangiert die Bundesrepublik auf dem sechstletzten Platz. 55 Prozent sagen, es sei schwer, sich mit Deutschen anzufreunden. "Wenn man nicht mehr unter 30 ist und keinen deutschen Partner hat, ist es zumeist schwierig, in Deutschland Freunde zu finden", sagte eine US-Amerikanerin, die in Deutschland arbeitet. "Die Leute hier haben bereits ihren festen Freundeskreis und akzeptieren oft keine anderen."
https://www.spiegel.de/karriere/auslaen ... 84424.html
Ich würde es bestätigen. Habe zwei türkische Freunde und die haben sich mehr Mühe gegeben als viele Deutsche. Ein türkischer Freund ist in seine Heimat zurück gekehrt und immer mal wieder meldet er sich über WhatsApp. Deutsche vergessen einen ganz schnell, wenn sie woanders sind. Er hat mich oft ziemlich frustriert wie schwierig es ist Freunde zu finden und so entfielen Möglichkeiten Frauen z. B. über Geburtstagsfeiern kennenzulernen.
Vielleicht hat ja eine Frau mit reifem Geist und Intellekt Lust einen humorvollen kreativen Chaoten aus NRW kennenzulernen. Ich verfüge über schöne grünbraune Augen, bin 1,82 groß und bin etwas mollig. Wer will kann sich melden Ich beiße auch nicht. ;-)

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Re: Ist es in Deutschland besonders schwer Freunde zu finden?

Beitrag von AskHer » Samstag 28. September 2019, 09:50

Denke das liegt auch irgendwo an einem selbst. Ich bin gerade umgezogen und sitze trotzdem regelmäßig schon bei Nachbarn beim gemeinsamen TV Abend, wir trinken Sekt, machen Mädels Abende. Darf den Baby Sitter spielen. Allerdings finde ich auch außerhalb immer neue Menschen die mich gerne kennen lernen wollen. Von meiner Seite aus entwickelt sich da aber tatsächlich meist nur eine recht einseitige Beziehung. Denn mir fällt es irgendwie schwer die Kontakte aufrecht zu erhalten. Habe dann eine Person an die ich mich fast binde, und für die anderen reicht es dann kaum noch. Ziemlich doof, aber es fällt eben schwer. Hab ich dann aber eine ziemlich beste Freundin/besten Freund mach ich mich immer so abhängig von dieser...

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LonesomeCoder
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Re: Ist es in Deutschland besonders schwer Freunde zu finden?

Beitrag von LonesomeCoder » Samstag 28. September 2019, 13:54

Dichter hat geschrieben:
Samstag 28. September 2019, 01:00
Ich würde es bestätigen. Habe zwei türkische Freunde und die haben sich mehr Mühe gegeben als viele Deutsche. Ein türkischer Freund ist in seine Heimat zurück gekehrt und immer mal wieder meldet er sich über WhatsApp. Deutsche vergessen einen ganz schnell, wenn sie woanders sind. Er hat mich oft ziemlich frustriert wie schwierig es ist Freunde zu finden und so entfielen Möglichkeiten Frauen z. B. über Geburtstagsfeiern kennenzulernen.
Da scheint was zu dran zu sein, viele Bekannte, etwa aus dem Studium, haben kaum oder gar kein Interesse mehr an mir wie das Studium endete sie woanders hinzogen. Auch auf meine Initiativen hin kaum Reaktionen. Die neuen Leute am neuen Wohnort sind da interessanter als die alten Kontakte.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
Wissenschaftliches Standardwerk über (männliches) AB-tum: https://www.springer.com/de/book/9783658059231
Geschlechtsspezifische Partnerwahl und Sexualitätsmerkmale: https://d-nb.info/1037687477/34

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