Berufungsprozess: Bloß dumm gelaufen oder dreist gegrabscht?

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Mit müden Augen
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Re: Berufungsprozess: Bloß dumm gelaufen oder dreist gegrabscht?

Beitrag von Mit müden Augen » Mittwoch 9. Januar 2019, 15:56

Ich mach schon mal Popcorn. :roll:
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Montecristo
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Re: Berufungsprozess: Bloß dumm gelaufen oder dreist gegrabscht?

Beitrag von Montecristo » Mittwoch 9. Januar 2019, 16:04

Ich habe beruflich mit Frauen zu tun, die halb so alt sind wie ich.
Diese muss ich in praktischen Tätigkeiten unterweisen.
Körperkontakt ist nicht ausgeschlossen. Manchmal nicht zu vermeiden.
Komme mir immer dabei etwas überkorrekt vor. Fühle mich jetzt aber bestätigt.
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Re: Berufungsprozess: Bloß dumm gelaufen oder dreist gegrabscht?

Beitrag von Don Rosa » Mittwoch 9. Januar 2019, 16:19

Montecristo hat geschrieben:
Mittwoch 9. Januar 2019, 16:04
Fühle mich jetzt aber bestätigt.
In was? :gruebel: Dass du einen der gefährlichsten Berufe der Welt ausübst?
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Re: Berufungsprozess: Bloß dumm gelaufen oder dreist gegrabscht?

Beitrag von Solstice » Mittwoch 9. Januar 2019, 16:26

Don Rosa hat geschrieben:
Mittwoch 9. Januar 2019, 16:19
Montecristo hat geschrieben:
Mittwoch 9. Januar 2019, 16:04
Fühle mich jetzt aber bestätigt.
In was? :gruebel: Dass du einen der gefährlichsten Berufe der Welt ausübst?
Dass er wohl zurecht etwas "überkorrekt" ist schätze ich mal.
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Re: Berufungsprozess: Bloß dumm gelaufen oder dreist gegrabscht?

Beitrag von desigual » Mittwoch 9. Januar 2019, 16:40

Krass. Passt irgendwie dass die "Frau" erst 19 ist...

Man muss heutzutage einfach sehr aufpassen. Ich habe in meinem Referendariat als Lehrerin z. B. auch empfohlen bekommen, Situationen zu vermeiden, in denen ich mit einem Schüler/einer Schülerin alleine in, zu vermeiden. Selbst in solchen Konstellationen (Lehrerin, nicht Lehrer) kommt es gelegentlich zu Unterstellungen.

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Re: Berufungsprozess: Bloß dumm gelaufen oder dreist gegrabscht?

Beitrag von Montecristo » Mittwoch 9. Januar 2019, 18:50

Zum Zeitungsartikel: Ich könnte mir vorstellen dass es da um die Existenz (fristlose Kündigung) geht.
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Re: Berufungsprozess: Bloß dumm gelaufen oder dreist gegrabscht?

Beitrag von Giebenrath » Mittwoch 9. Januar 2019, 20:46

Es ist wenig verwunderlich, dass der Ausbilder über die Rechtsfolgen überascht ist.
Sexuelle Belästigung ist das Resualtat der letzten Verschärfung des Sexualstrafrechts im Jahr 2016. :buch:
  • Wer eine andere Person in sexuell bestimmter Weise körperlich berührt und dadurch belästigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn nicht die Tat in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist. § 184i Abs. 1 StGB
Die Unschärfe des Tatbestandes ist meiner Meinung nach ein Beitrag zur Verunsicherung.
Die Justiz ist nun gefordert diese Lücken zu füllen zu füllen und unscharfe Rechtsbegriffe zu füllen.

Wir dürfen also auf die obergerichtliche Rechtssprechung durchaus gespannt sein!
Fortsetzung folgt. Oberlandesgericht und Bundesgerichtshof warten schon.
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Re: Berufungsprozess: Bloß dumm gelaufen oder dreist gegrabscht?

Beitrag von calcetto » Mittwoch 9. Januar 2019, 20:57

Die beiden berichteten Versionen weichen ja sehr von einander ab. Das Gericht wird da keine leichte Aufgabe haben, auseinander zu dröseln, was da passiert ist.
Mir ist bei meiner Tanzkarriere auch schon mal etwas ähnliches passiert, dass ich nach einer Drehung die Brust meiner Partnerin touchiert habe. Das wurde von ihr aber eben auch als das Versehen gesehen, das es war und war daher kein Problem. Wie die junge Frau das empfunden hat, kann man von außen nur schwer beurteilen.

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Re: Berufungsprozess: Bloß dumm gelaufen oder dreist gegrabscht?

Beitrag von Giebenrath » Mittwoch 9. Januar 2019, 21:03

Was da passiert ist, ist natürlich ganz leicht nachvollziehbar und die Aussagen stimmen insosweit auch überein:
Er hat ein paar Sekunden ihre Brust berührt. :hammer:

Die Preisfrage ist, hat er ihre Brust "in sexuell bestimmter Weise" berührt. Und genau da fängt die Kaffeesatzleserei an.
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Re: Berufungsprozess: Bloß dumm gelaufen oder dreist gegrabscht?

Beitrag von calcetto » Mittwoch 9. Januar 2019, 21:06

Ich dachte, ich hätte irgendwo gelesen, dass der Beschuldigte was von der Dauer eines "Wimpernschlages" gesagt hätte, aber vielleicht hab ich das auch falsch gelesen.

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Re: Berufungsprozess: Bloß dumm gelaufen oder dreist gegrabscht?

Beitrag von Giebenrath » Mittwoch 9. Januar 2019, 21:14

Ja, du hast schon richtig gelesen, aber Wimpernschlag ist doch nur eine Metapher für "ganz kurz".
Ich denke auch nicht, dass die genaue Anzahl der Sekunden hier der entscheidende Punkt ist, sondern die Frage, ob es "ein Versehen" war oder nicht.

Im Grunde kann es ja kein totales Versehen gewesen sein. Er hat sie ja absichtlich berührt, weil er ihr helfen wollte.

Was ist z.B. wenn er sowas sagen würde:
Ich wollte ihr helfen und habe sie dabei absichtlich berührt, weil ich vergessen hatte, dass es eine weibliche Brust ist und sich die Auszubildende dadurch belästigt fühlen könnte, weil ich ja nicht ihr Freund/Partner, sondern ihr Ausbilder bin.

Voll verwirrend. :specht:
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Re: Berufungsprozess: Bloß dumm gelaufen oder dreist gegrabscht?

Beitrag von Montecristo » Mittwoch 9. Januar 2019, 22:30

Das ist ja nun die Berufung. Unklar bleibt wie das Amtsgericht zur Feststellung der Schuld gekommen ist. Dieses Urteil gibt es ja bereits.

Kurios ist dabei auch, dass der Vorgang selbst unstrittig ist. Lässt sich eventuell aus der Position der Beteiligten (Mann, Frau, Huhn) die Absicht herleiten? War der eingesetzte Hühnerrettungsgriff grundsätzlich ungeeignet und lässt auf Begrabschen schließen?
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Re: Berufungsprozess: Bloß dumm gelaufen oder dreist gegrabscht?

Beitrag von Kief » Mittwoch 9. Januar 2019, 22:37

Giebenrath hat geschrieben:
Mittwoch 9. Januar 2019, 21:14
Ich wollte ihr helfen und habe sie dabei absichtlich berührt, weil ich vergessen hatte, dass es eine weibliche Brust ist und sich die Auszubildende dadurch belästigt fühlen könnte, weil ich ja nicht ihr Freund/Partner, sondern ihr Ausbilder bin.

Voll verwirrend. :specht:
Also, da finde ich seine Version noch "unschuldiger":
Er hatte sie am Arm beruehren wollen, um ihre Handhabung des Tieres und Schadensbegrenzung zu gewaehrleisten.
Hat also gezielt sich woandershin als zu ihrer Brust bewegt.
Ihre Drehung hat dann seine Intention durchkreuzt.

Ich stell mir grad nen Rettungsdienst (oder DLRG im Wasser) vor:
"Tut mir leid, in diesem Aerobic-Center koennen ausschliesslich unsere beiden weiblichen Rettungskraefte die verschuetteten Kundinnen des Fitness-Centers bergen. Die 12 Kerle koennen die Strasse absichern und die Tragen bereithalten, aber ab normalgrossen Bruesten der zu Rettenden muessen wir unsere Rettungskraefte vor Klagen wegen sex. Belaestigung schuetzen. Die Damen aus dem Schutt zu ziehen duerfen nur die beiden weiblichen Retungskraefte."


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Re: Berufungsprozess: Bloß dumm gelaufen oder dreist gegrabscht?

Beitrag von Don Rosa » Donnerstag 10. Januar 2019, 09:23

Kief hat geschrieben:
Mittwoch 9. Januar 2019, 22:37
Ich stell mir grad nen Rettungsdienst (oder DLRG im Wasser) vor:
"Tut mir leid, in diesem Aerobic-Center koennen ausschliesslich unsere beiden weiblichen Rettungskraefte die verschuetteten Kundinnen des Fitness-Centers bergen. Die 12 Kerle koennen die Strasse absichern und die Tragen bereithalten, aber ab normalgrossen Bruesten der zu Rettenden muessen wir unsere Rettungskraefte vor Klagen wegen sex. Belaestigung schuetzen. Die Damen aus dem Schutt zu ziehen duerfen nur die beiden weiblichen Retungskraefte."
Nicht bei uns, aber in einem konservativen Land kann ein Mann den männlichen Sanitätern die Behandlung seiner Ehefrau verweigern oder lebensbedrohlich erschweren. :wuetend:
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Re: Berufungsprozess: Bloß dumm gelaufen oder dreist gegrabscht?

Beitrag von Clochard » Donnerstag 10. Januar 2019, 09:45

Wann werden Gynäkologen mit Klagen überzogen? "Er hat 5 Sekunden länger als nötig in meiner Mumu rumgestochert..."

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Re: Berufungsprozess: Bloß dumm gelaufen oder dreist gegrabscht?

Beitrag von Montecristo » Donnerstag 10. Januar 2019, 10:05

Ich hatte irgendwie einen LInk rausgesucht. Aus dem Gedächtnis:
Zur Blutentnahme wird das Huhn mit den Knien fixiert. Die linke Hand fixiert den Kopf. Mit der rechten wird das Blut gezapft.

Ich hasse solche Situationen....

Beispielhaft:
Man(=ich) hält die Flasche mit dem Septumstopfen und eine Kanüle mit dem Intertgasschlauch.
Die Praktikantin rückt auf und entnimmt die Flüssigkeit aus der Flasche mit der Spritze. Wenn was daneben geht, kanns brennen...
Das Prinzip ist meistens schon vorher bekannt. Und die Mädels sind meistens besser als die Jungs.
Viele werden mal geschickter sein als ich.
Nervig ist es trotzdem. Kleinere Kandidatinnen haben manchmal keine Kraft in den Fingern.
Das ist immer ein Gewürge. Im schlimmsten Fall geht die Kanüle von der Spritze.
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