Angst vor Erwartungen

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Mr. Lonely
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Re: Angst vor Erwartungen

Beitrag von Mr. Lonely » Mittwoch 5. Dezember 2018, 12:00

Bei meinem ersten Gespräch mit einem Psychologen, habe ich im erklärt, dass es mich eben sehr mitnimmt, dass ich mit ca. 25/26 noch nie eine Beziehung hatte. Daraufhin fragte er mich: "Was würden sie denn mitbringen in eine Beziehung?". Darüber habe ich mir dann so Gedanken gemacht. Tja genau, was würde ich denn überhaupt mitbringen in eine Beziehung?? Habe dann auch drüber nachgedacht, was bringen denn die Leute, die ich so kenne, und eine Beziehung haben, mit in diese Beziehung? Und die Antwort war: Gar nichts!
Man lernt sich kennen, versteht sich gut (oder auch nicht), kommt zusammen, verbringt seine Zeit miteinander und hat sich gern (oder auch nicht), ist intim. Dann nach einiger Zeit macht man sich seine Gedanken (wie oft zu lesen in den meisten Fällen die Frau): fühle ich mich wohl, in dieser Beziehung? Dann bleibt man zusammen, oder auch nicht.
Fazit, sich vorher Gedanken darüber zu machen, macht keinen Sinn. Aber ja ich weiss, abschalten lässt sich das schwer.
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Re: Angst vor Erwartungen

Beitrag von BartS » Mittwoch 5. Dezember 2018, 13:07

Wenn das "gewisse Etwas" fehlt, dann ist es eher die Unfähigkeit konkrete Sachen zu benennen, warum man nicht Feuer und Flamme ist. Die Angst vor Erwartungen ist verständlich, denn die Leute haben teilweise überzogene Vorstellungen ("er/sie soll mich glücklich machen", "es muss ständig gribbeln", "mit Partner wird es mir garantiert besser gehen", usw.) Das kann man auch hier in den Beiträgen lesen, wenn es heißt, ich bin ja nur unglücklich, weil ich keine Beziehung habe.
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Re: Angst vor Erwartungen

Beitrag von Volta » Mittwoch 5. Dezember 2018, 14:15

marcus80 hat geschrieben:
Mittwoch 5. Dezember 2018, 11:40
Volta hat geschrieben:
Mittwoch 5. Dezember 2018, 10:56
Findet ihr es schwer, auf die Erfolge aufzubauen? Ich schwanke da ein bisschen, manchmal denke ich es geht ganz gut, manchmal denke ich es hat sich kaum was gebessert.
Hey Volta, ich bin mir gerade nicht sicher, was Du mit "die Erfolge" meinst. Könntest Du das bitte näher beleuchten für mich? Danke!
"Es gab dann nach der Klinik eine kleine wiedersehensparty wo sie ebenfalls eingeladen war und ich habe mich richtig in´s Zeug gelegt an dem Tag (vorher noch schlau gemacht, wie das überhaupt geht :schuechtern: ). Ich war totall baff, als wir den Abend sogar recht heftig geschmust hatten und war wie auf Wolke No7. Dann kam irgendwann der Moment, wo sie vom Schmusen genug hatte und mich zum Küssen zu sich ziehen wollte"

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Re: Angst vor Erwartungen

Beitrag von Hoppala » Mittwoch 5. Dezember 2018, 16:02

Mr. Lonely hat geschrieben:
Mittwoch 5. Dezember 2018, 12:00
Bei meinem ersten Gespräch mit einem Psychologen, habe ich im erklärt, dass es mich eben sehr mitnimmt, dass ich mit ca. 25/26 noch nie eine Beziehung hatte. Daraufhin fragte er mich: "Was würden sie denn mitbringen in eine Beziehung?". Darüber habe ich mir dann so Gedanken gemacht. Tja genau, was würde ich denn überhaupt mitbringen in eine Beziehung?? Habe dann auch drüber nachgedacht, was bringen denn die Leute, die ich so kenne, und eine Beziehung haben, mit in diese Beziehung? Und die Antwort war: Gar nichts!
Man lernt sich kennen, versteht sich gut (oder auch nicht), kommt zusammen, verbringt seine Zeit miteinander und hat sich gern (oder auch nicht), ist intim. Dann nach einiger Zeit macht man sich seine Gedanken (wie oft zu lesen in den meisten Fällen die Frau): fühle ich mich wohl, in dieser Beziehung? Dann bleibt man zusammen, oder auch nicht.
Fazit, sich vorher Gedanken darüber zu machen, macht keinen Sinn. Aber ja ich weiss, abschalten lässt sich das schwer.
!!! :daumen:

Nur das mit "in den meisten die Fällen die Frau" würde ich bezweifeln. Wenn überhaupt, könnte es sein, dass Männer da weniger mitteilsam sind.
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Re: Angst vor Erwartungen

Beitrag von Mr. Lonely » Mittwoch 5. Dezember 2018, 16:42

Hoppala hat geschrieben:
Mittwoch 5. Dezember 2018, 16:02
Nur das mit "in den meisten die Fällen die Frau" würde ich bezweifeln. Wenn überhaupt, könnte es sein, dass Männer da weniger mitteilsam sind.
Ich meinte damit jetzt auch weniger das Gedankenmachen, sondern viel mehr das Konsequenzen ziehen. Finde jetzt gerade nichts dazu, aber ich meine mal gelesen zu haben, das 80% der Scheidungen von Frauen eingereicht werden.
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Re: Angst vor Erwartungen

Beitrag von Hoppala » Mittwoch 5. Dezember 2018, 17:03

Mr. Lonely hat geschrieben:
Mittwoch 5. Dezember 2018, 16:42
Finde jetzt gerade nichts dazu, aber ich meine mal gelesen zu haben, das 80% der Scheidungen von Frauen eingereicht werden.
Das würde ich nicht als Indikator nehmen.
Da Frauen meistens die Kinder weiter versorgen, sind sie auf juristisch klare Verhältnisse und Unterhaltszahlungen angewiesen. Sobald irgendwie ein Amt mit Unterstützungszahlungen beteiligt ist (Kindergeld, Hartz, Wohngeld etc) sowieso.
Mich würde die Gewichtung interessieren, wenn man diese Fälle (Kind bleibt bei Frau) rausrechnet.

Der Mann nimmt sich irgendwo eine 1-Zimmer-Wohnung und (meistens) den Hauptteil des Einkommens mit. Klar geht Unterhalt einklagen auch ohne Scheidung. Aber am Ende sagt er einfach, er will weiter bei seiner Frau wohnen ...? Frauen sind da faktisch einfach (oft) auf die schwächeren Seite, und nehmen daher die Juristerei in Anspruch.

Von (körperlicher oder emotionaler) häuslicher Gewalt will ich nicht mal reden - wer da am Ende stärker ist, ist noch offen (muss aber auch nicht unbedingt ausprobiert werden).
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Re: Angst vor Erwartungen

Beitrag von Mr. Lonely » Mittwoch 5. Dezember 2018, 17:23

Ha, hab was gefunden:
Zwei von drei Trennungen gehen von der Frau aus
Süfke führt das darauf zurück, dass heute viele Frauen, wenn ein Mann ihre Bedürfnisse nicht erfüllt, ganz selbstverständlich die Beziehung beenden.
Es sind dann doch "nur" 66,7 %.

Ach ja, um Wortgefechten vorzubeugen, hier gehts jetzt nicht um böse Frauen und gute Männer, sondern bezieht sich nur auf die letzten 3 oder 4 Einträge.
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Re: Angst vor Erwartungen

Beitrag von NBUC » Mittwoch 5. Dezember 2018, 18:37

Angst hört sich schon wieder so negativ und anklagend an.

Ich habe eher keine Ahnung, was real denn von wem dann erwartet wird.
Das führt dann in der Praxis zwar vielleicht erst einmal zu ähnlicher Inaktivität, aber eben deutlich anderen Verhalten, wenn es dann doch einmal eine (ggf. leider auch unvollständige) Antwort auf diese Frage nach den Anforderungen kommt.

Umgekehrt könnte man an zu hoch erscheinenden und so Angst auslösenden Anforderungen ggf. zu arbeiten beginnen.
Ohne Ahnung, wo diese Anforderungen dann tatsächlich liegen, geht das so eben nicht.
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Re: Angst vor Erwartungen

Beitrag von marcus80 » Mittwoch 5. Dezember 2018, 23:16

Volta hat geschrieben:
Mittwoch 5. Dezember 2018, 14:15
marcus80 hat geschrieben:
Mittwoch 5. Dezember 2018, 11:40
Volta hat geschrieben:
Mittwoch 5. Dezember 2018, 10:56
Findet ihr es schwer, auf die Erfolge aufzubauen? Ich schwanke da ein bisschen, manchmal denke ich es geht ganz gut, manchmal denke ich es hat sich kaum was gebessert.
Hey Volta, ich bin mir gerade nicht sicher, was Du mit "die Erfolge" meinst. Könntest Du das bitte näher beleuchten für mich? Danke!
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z.B.
Eigentlich hatte ich das jetzt weniger als "Erfolg" verbucht. Es war ein sehr schönes Erlebnis, auch wenn ich es durch meine unbeholfene Art verschusselt habe. Klar habe ich auch im nachhinein viel gegrübelt, was da überhaupt passiert ist(wer war der Kerl an dem Abend?)...und natürlich auch, was ich falsch gemacht habe.

Vielleicht magst Du ja eine (erfolgreiche?) Situation aus deinem Leben benennen und kurz erläutern, was Dir Probleme bereitet? Vielleicht reden wir auch gerade aneinander vorbei :specht:
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Re: Angst vor Erwartungen

Beitrag von Zitronenkuchen » Freitag 7. Dezember 2018, 12:16

Bummi hat geschrieben:
Dienstag 4. Dezember 2018, 22:28
Bei mir ist es so, dass ich psychisch schon ziemlich gestört bin und dadurch viele soziale Defizite aufweise. Auf den ersten Blick würde man das vielleicht nicht vermuten, aber langfristig schon.
Tja und dann denkt man, dass man sich da niemandem zumuten möchte, den man echt gerne hat und dass dieser Jemand etwas Besseres verdient hat. Ich hätte da immer irgendwelche Schuldgefühle und würde mich für meine Defizite zu sehr verurteilen.
Beim Sex und so hatte ich auch mal ähnlich gedacht wie du. Ich dachte immer, in den meisten Beziehungen geht es da zu wie in einem Pornofilm. :lol: Da könnte ich kaum mithalten, weil ich meinen Körper nicht mag.
Genauso denke ich auch. Deswegen will ich alleine bleiben und mir ist da jeder Grund recht der mich in meiner Haltung bestärkt.

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Re: Angst vor Erwartungen

Beitrag von Bummi » Freitag 7. Dezember 2018, 17:55

Zitronenkuchen hat geschrieben:
Freitag 7. Dezember 2018, 12:16
Bummi hat geschrieben:
Dienstag 4. Dezember 2018, 22:28
Bei mir ist es so, dass ich psychisch schon ziemlich gestört bin und dadurch viele soziale Defizite aufweise. Auf den ersten Blick würde man das vielleicht nicht vermuten, aber langfristig schon.
Tja und dann denkt man, dass man sich da niemandem zumuten möchte, den man echt gerne hat und dass dieser Jemand etwas Besseres verdient hat. Ich hätte da immer irgendwelche Schuldgefühle und würde mich für meine Defizite zu sehr verurteilen.
Beim Sex und so hatte ich auch mal ähnlich gedacht wie du. Ich dachte immer, in den meisten Beziehungen geht es da zu wie in einem Pornofilm. :lol: Da könnte ich kaum mithalten, weil ich meinen Körper nicht mag.
Genauso denke ich auch. Deswegen will ich alleine bleiben und mir ist da jeder Grund recht der mich in meiner Haltung bestärkt.
:umarmung2: :( Bei mir löst es ein Gefühl der massiven Überforderung aus. So als wäre ich gerade zur Bundeskanzlerin ernannt worden.
Die Gedanken über die eigene Unzulänglichkeit sind schon recht irrational. Einem guten Freunde würde ich was ganz anderes erzählen. Aber wenn man sich selbst kein guter Freund ist...
Ich habe mal gelesen, dass Gedanken Lebenskiller sind. Ich glaube aber, dass in manchen Fällen nicht nur die bloßen Gedanken dahinter stecken und dass man sich selbst nicht annehmen kann. Stichwort: Nähe
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Re: Angst vor Erwartungen

Beitrag von Bummi » Freitag 7. Dezember 2018, 19:06

Bummi hat geschrieben:
Freitag 7. Dezember 2018, 17:55
Ich glaube aber, dass in manchen Fällen nicht nur die bloßen Gedanken dahinter stecken und dass man sich selbst nicht annehmen kann. Stichwort: Nähe
Edit:
Oder die Angst davor, verlassen oder anderweitig verletzt zu werden. Sicher gibt es noch viele weitere Gründe. Was weiss ich schon.
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Re: Angst vor Erwartungen

Beitrag von Oxymoron » Freitag 7. Dezember 2018, 19:30

Ja, was du sagtest ist schon richtig. Das ist eher weniger die Angst vor Nähe. Das ist nur ein vorgeschobener Grund. Betroffene wünschen sich eigentlich nichts sehnlicher als so angenommen und geliebt zu werden so wie sie sind. Werden sie dann aufrichtig geliebt, dann kommt die Paranoia und der Gedanke, dass man "eigentlich" ja gar keine Beziehung möchte. Obwohl das Blödsinn ist, weil die Menschen sogar meist etwas sehr Besonderes sind und die Paranoia einfach nur unnötig ist.

Aber ich würde es auch keinem empfehlen an so Jemanden dran zu bleiben. Man kann noch so liebevoll und geduldig sein. Am Ende bleibt meist nur das gebrochene Herz. Und der Betroffene schert sich einen Dreck um Einen.

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Re: Angst vor Erwartungen

Beitrag von NBUC » Freitag 7. Dezember 2018, 21:17

Bummi hat geschrieben:
Freitag 7. Dezember 2018, 17:55

Bei mir löst es ein Gefühl der massiven Überforderung aus. So als wäre ich gerade zur Bundeskanzlerin ernannt worden.
...
Das Beispiel halte ich nun für grundfalsch ... :twisted:



Ansonsten: Die Frage mit den Erwartungen dürfte oft genug auch einfach eine Frage der akuten "Prüfungssituation " sein, vor der man steht. Wenn man langsamer zusammenwächst lernt man ja auch die Maßstäbe dann zunehmend kennen.
Das hilft nicht diese ggf dann zu erfüllen, aber meinem Empfinden/Erleben nach hilft das erheblich gegen die Unsicherheit/Angst in diesem Zusammenhang.
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Re: Angst vor Erwartungen

Beitrag von Hoppala » Samstag 8. Dezember 2018, 17:17

NBUC hat geschrieben:
Mittwoch 5. Dezember 2018, 18:37
Angst hört sich schon wieder so negativ und anklagend an.

Ich habe eher keine Ahnung, was real denn von wem dann erwartet wird.
Im Zweifel braucht man da auch nchts ahnen, weil nichts erwartet wird.
Und wer doch was erwartet, darf das ja gern irgendwie deutlich machen.
Ich sehe also keinen Grund, dazu über das alltägliche Maß hinaus, in der Öffentlichkeit nicht allzu unangenehm aufzufallen, irgendwas ahnen zu müssen.
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Re: Angst vor Erwartungen

Beitrag von Oxymoron » Samstag 8. Dezember 2018, 17:28

Ich habe auch Angst davor, weil bei meiner ersten Beziehung es dann auf einmal hieß mir fehlt das gewisse Etwas und die Luft ist raus.
Irgendwie kommt es mir so vor als läge es am Mann, Pepp in die Beziehung zu bringen und Frau begibt sich in die Konsumentenhaltung. Sobald aber Konsument nicht zufrieden mit dem Produkt, der erbrachten Leistung, ist... Ja, dann wird einfach aussortiert.

Ich bin einfach überfordert damit. Wieviel Leistung soll ich denn noch erbringen, wenn alle Treffen so wunderschön und einmalig nach ihrer Aussage waren?

Das ist jetzt auch nicht das erste Mal das ich so eine Haltung bemerkt habe. Ich habe einfach nur noch den Eindruck, dass ich im untersten Regal der Restposten einzuordnen bin.

Ich vermeide sowieso ab der Erkenntnis jeglichen Umgang mit Menschen soweit es geht. Es wird immer irgendwas erwartet. Überall muss man Leistung erbringen. Da mache ich nicht mehr mit.

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Re: Angst vor Erwartungen

Beitrag von Bummi » Samstag 8. Dezember 2018, 18:06

NBUC hat geschrieben:
Freitag 7. Dezember 2018, 21:17
Ansonsten: Die Frage mit den Erwartungen dürfte oft genug auch einfach eine Frage der akuten "Prüfungssituation " sein, vor der man steht. Wenn man langsamer zusammenwächst lernt man ja auch die Maßstäbe dann zunehmend kennen.
Das hilft nicht diese ggf dann zu erfüllen, aber meinem Empfinden/Erleben nach hilft das erheblich gegen die Unsicherheit/Angst in diesem Zusammenhang.
Etwas ähnliches hat mein Therapeut auch mal dazu gesagt. :)
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Re: Angst vor Erwartungen

Beitrag von Zitronenkuchen » Sonntag 9. Dezember 2018, 08:33

Bummi hat geschrieben:
Freitag 7. Dezember 2018, 17:55
Zitronenkuchen hat geschrieben:
Freitag 7. Dezember 2018, 12:16
Bummi hat geschrieben:
Dienstag 4. Dezember 2018, 22:28
Bei mir ist es so, dass ich psychisch schon ziemlich gestört bin und dadurch viele soziale Defizite aufweise. Auf den ersten Blick würde man das vielleicht nicht vermuten, aber langfristig schon.
Tja und dann denkt man, dass man sich da niemandem zumuten möchte, den man echt gerne hat und dass dieser Jemand etwas Besseres verdient hat. Ich hätte da immer irgendwelche Schuldgefühle und würde mich für meine Defizite zu sehr verurteilen.
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Genauso denke ich auch. Deswegen will ich alleine bleiben und mir ist da jeder Grund recht der mich in meiner Haltung bestärkt.
:umarmung2: :( Bei mir löst es ein Gefühl der massiven Überforderung aus. So als wäre ich gerade zur Bundeskanzlerin ernannt worden.
Die Gedanken über die eigene Unzulänglichkeit sind schon recht irrational. Einem guten Freunde würde ich was ganz anderes erzählen. Aber wenn man sich selbst kein guter Freund ist...
Ich habe mal gelesen, dass Gedanken Lebenskiller sind. Ich glaube aber, dass in manchen Fällen nicht nur die bloßen Gedanken dahinter stecken und dass man sich selbst nicht annehmen kann. Stichwort: Nähe
Wenn man kaum Nähe in seinem Leben gespürt hat, dann kennt man das Gefühl eher nur vom hören sagen (Besonders im Kindesalter ist das wichtig) und wenn man dazu mit sich selbst im Clinch befindet, dann kann man es ganz vergessen.

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