Mein langer Weg in Richtung Tanzen ...

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Teppichklatscher
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Mein langer Weg in Richtung Tanzen ...

Beitrag von Teppichklatscher » Dienstag 11. September 2018, 15:46

Ich hatte es immer wieder mal vor, bin aber immer wieder davon abgekommen: Das Tanzen.

Die Gründe? Es gibt so einige. Einer davon ist, dass ich Probleme habe einen Takt in der Musik zu erkennen; sollte ich es schaffen habe ich das nächste Problem: Den Takt immer längere Zeit zu halten.

Nächstes Problem: Als recht schüchterner Einzelgänger hatte ich noch nie einen großen Bekanntenkreis, der ja die erste Adresse wäre wenn man einen Tanzpartner sucht.

Zugebenen, damals hat der Paartanz auch keine besonders hohe Stellung gehabt. Wenn man sagte, man geht tanzen meinte man die Disco und das typische Rumgehopse, erhobene Arme und merkwürdige Fingergesten.

Die Jahre vergingen, mein Interesse an Paartanz war zwar noch da, aber ich sah keine einfache Möglichkeit da viel zu tun. Sicher, ich kannte ein paar Leute mehr als früher, aber Single-Frauen waren rar und zeigten auch wenig Interesse an mir oder an Paartanz. Frauen in einer Beziehung schieden sowieso aus, einmal mangels Interesse und anderes Mal wegen des eifersüchtigen Partners.

Dann, im Alter von 43 Jahren wollte ich Ernst machen. War schon längere Zeit wieder Single, hatte einen neuen Arbeitsplatz der dazu führte dass ich wieder öfters zu Hause übernachtete anstatt irgendwo in Hotels.

Tanzschulen in meiner Umgebung waren schnell gefunden; aber Moment, funktioniert gut für Paare, aber nicht für Singles.

Online-Anmeldeformulare sind mittlerweile Standard, aber die ersten Formulare die ich mir ansah boten nur Anmeldung als Paar an.

Weiter gings, Infos auf Seiten der Tanzschulen gesucht. Manche Tanzschulen bieten die Möglichkeit an, sich als Single anzumelden, mit Alter und Körpergröße. Dann wird versucht, einen passenden Partner zu finden. Garantiert wird nichts, sollte keine Partnerin gefunden werden, ist die Anmeldung ungültig und es entstehen dann auch keine Kosten.
Hört sich ja ganz OK an, aber evtl. wartet man die paar Monate bis zum nächsten Kursbeginn umsonst.
Auf den zweiten Blick hatte ich aber doch Bedenken. Alter und Körpergröße als ultimative Kriterien für einen Tanzpartner? Da war ich mir nicht sicher. Was ist, wenn die Chemie garnicht zwischen uns stimmt? Ein bißchen Harmonie sollte dabei sein, sonst wird das nichts. Wir reden hier weder über einmal Essen gehen noch über eine Nacht, sondern über 8-10 mal 1-1,5Std. Tanzunterricht.

Eine der Tanzschulen in meiner Nähe hat eine eigene Tanzpartnerbörse. Also mal durchgestöbert, ob schon eine evtl. passende Dame dort zu finden ist. Leider Nein! Meist waren es Frauen die schon viel Tanzerfahrung hatten und einen Partner suchten der schon mind. Stufe Silber oder mehr konnte. Dann gab es noch Einige, die einen ganz bestimmten Tanz lernen wollten, aber ich wollte eher einen Kurs für mehrere Tänze machen statt mich auf einen Tanz zu konzentrieren.

Logische Konsequenz: Ich gab eine Suchanzeige auf, nannte diverse Eckpunkte wie Alter, Größe, das ich ein Anfänger bin und bot auch an das ich die Kursgebühren für meine Tanzpartnerin übernehmen würde.
Die erste Zuschrift kam innerhalb des ersten Monats. Die Dame war ein Jahr älter als ich, etwas kleiner, aber immer insgesamt passend.

Um die Kompatibilität abzuchecken haben wir uns dann getroffen. Am Anfang schien es zu passen, allerdings war sie vom Tanzniveau deutlich weiter als ich. Wir meldeten uns noch gemeinsam zu einem Kurs an, aber der fiel mangels Anmeldungen aus. Wir haben uns dann nochmal so getroffen und bemerkten dass wir doch nicht so gut harmonierten und haben die Mission Tanzen abgebrochen.

Wegen eines gesundheitlichen Problems mußte ich dann auch längere Zeit den Gedanken ans Tanzen begraben.
Als es mir wieder besser ging machte ich mich erneut auf die Suche nach einer Tanzschule. Bei ein paar Tanzschulen gab es den Tag der offenen Tür. Ich dachte das sei eine gute Gelegenheit sich das mal anzusehen.

Die erste Tanzschule war in der Nähe, also habe ich dort mal gestartet. Das Ambiente gefiel mir eher wenig. Der Tanzsaal war OK, aber da man mich dort nicht kannte war das Verhalten von den Paaren die ich dort getroffen hatte eher ablehnend. Obwohl ich höflich war, taten sich manche sichtlich schwer mir mehr als einen kritischen Blick zu zuwerfen.
Auch wirkte die Atmosphäre unterkühlt und mehr auf Wettbewerb ausgerichtet als auf Tanzspaß. Somit kam die Erkenntnis dass ich hier falsch bin.

Dann habe ich in einem größeren Umkreis gesucht und fand eine TS die ein Konzept hatte das mir gefiel. Man konnte sich als Single anmelden, man bekam keinen festen Partner, nach jeder Übung gibt es einen Partnerwechsel.

Am Tag der offenen Tür war ich dort. Verschiedene Tanzgruppen führten dort diverse Tänze auf. Die Atmosphäre wirkte deutlich lockerer als in der anderen TS, wozu natürlich auch die freundlicheren Leute beitrugen. Auch kam der Chef mehrfach bei mir vorbei und bot seine Hilfe an bzgl. Fragen.

Im Januar wollte ich nicht anfangen, da da erfahrungsgemäß doch immer Erkältungen für Ausfälle sorgen. Ich erwähnte das auch dem Chef gegenüber, er sagte dann der nächste Termin wäre Mai.
Anfang April schaute ich auf die Webseite und sah dass der Starttermin schon Mitte April ist. Also schnell angemeldet, aber mit wenig Hoffnung dass es zeitlich noch reichen würde.
Doch 1,5 Wochen später kam die Anmeldebestätigung, was mich positiv überraschte.


Fortsetzung folgt ...

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Re: Mein langer Weg in Richtung Tanzen ...

Beitrag von astian » Mittwoch 12. September 2018, 13:42

klingt ganz gut, bleib dran und berichte mehr...

Vielleicht probiierst du Salsa, das ist meist etwas lockerer, die Südamerikaner sind deutlich lockerer als wir Europäer. War meine Erfahrung mal vor Jahren.

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Re: Mein langer Weg in Richtung Tanzen ...

Beitrag von Teppichklatscher » Donnerstag 13. September 2018, 10:06

Danke :)

Wie versprochen, weiter gehts:

Die erste Tanzstunde

Nervös war ich natürlich. Null Erfahrung im Paartanz, außer beim Walzer hatte ich keine Vorstellung welche Bewegungen da überhaupt gemacht wurden.

Der Tanzkurs (kurz TK) war gemischt, ein paar Paare und insgesamt 4 Singles. Die Range bei uns Singles lag von unter 30 Jahren (der andere Herr) bis Mitte 50 (seine Tanzpartnerin). Bei den Paaren waren auch diese Altersgruppen vertreten. Meine TP war ungefähr in meinen Alter, aber letztlich hatte unsere Partnerwahl eher was mit der Körpergröße zu tun.

Dann ging es los, zum Einstieg der langsame Walzer. Begonnen haben wir nicht in der Tanzhaltung, sondern mit Sicherheitsabstand. Wir streckten unsere Arme aus, sie legte ihre Arme auf meine, umfassten unsere Arme gegenseitig. Dann ging es los. Auch oder weil es ein langsamer Tanz war hatte ich große Probleme mit der Geschwindigkeit und der Schrittlänge. Ich gehe normalerweise sehr schnell und mit recht großen Schritten. Das paßte in diesem Falle aber weniger, wobei große Schritte bei langsamen Tänzen noch einigermaßen funktionieren.

Als es dann ernst wurde und wir in Tanzhaltung anfingen habe ich fast ständig nach unten auf die Füße gestarrt, um meine TP nicht zu treten. So richtig Freude kam dadurch nicht auf, und ich fragte mich schon warum manche behaupten das Tanzen Spaß macht.

So langsam kam ich dann aber besser rein, die Schrittfolge an sich war ja einfach, bei manchen Musikstücken konnte ich auch den Takt erkennen.
Da mehrfach Partnerwechsel stattfand mußte ich mich aber besonders wegen der Schrittlänge ständig umgewöhnen, das war für mich auch eine Herausforderung. Aber meckern gilt nicht, ich wußte ja dass es so abläuft. Außerdem bin ich der Meinung, wenn man tanzen kann geht das alles auch mit verschiedenen TP.

Wir machten dann Pause, was auch gut war, denn Tanzen war anstrengender als ich angenommen hatte. Ich hatte zwar keine Probleme mit der Kondition, aber ich schwitzte recht stark, auch aufgrund meiner Kleidung.

Dann als Nächstes kam der Discofox. Die Grundschrittfolge war einfach, aber wieder hatte ich Probleme wegen meiner zu großen Schrittlänge. Was mich noch vor Probleme stellte, war dass der "Tap" hier mit einer Standard-Schrittlänge getanzt wurde (woanders lernt man dass der Tap entweder ein sehr kurzer Schritt ist oder auf Höhe des rechten Fußes stehenbleibt). Ich neigte dazu, den linken Fuß beim Tap zu belasten, was Zeit kostet und man aus dem Takt kommt.

Eine meiner TP lächelte zwar ständig, aber als sie nach ein paar Tanzschritten fragte "Das ist dein erster Tanzkurs, oder?" fühlte ich mich doch etwas unbehaglich, bestätigte ihren Eindruck aber schnell mit "Das merkt man, nicht wahr?".
Kurz danach war die erste Tanzstunde vorbei, zumindest die Praxis. Die ersten Eindrücke beschäftigten mich immer wieder bis zum nächsten Termin.

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Re: Mein langer Weg in Richtung Tanzen ...

Beitrag von BartS » Donnerstag 13. September 2018, 11:58

Ein lesenswerter Bericht über die eigenen Tanzerfahrungen, mit all seinen Anlaufschwierigkeiten und kleinen Erfolgen....weiter so.

Ich bin froh, dass diese Woche wieder bei uns die Tanzschulsaison beginnt. :D
"Liebe ist, dass man sich so lange gehen lässt, bis man nicht mehr gehen kann."
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Re: Mein langer Weg in Richtung Tanzen ...

Beitrag von Teppichklatscher » Donnerstag 13. September 2018, 13:40

Danke :)

Du bist ja eh Profi ;)

Hat mich manchmal gewundert, wie viele fortgeschrittene User einen Anfängerkurs besuchen

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Re: Mein langer Weg in Richtung Tanzen ...

Beitrag von Teppichklatscher » Dienstag 18. September 2018, 09:26

Weiter gehts

Zuerst wiederholen wir nochmal die Tänze der ersten Stunde, also Langsamer Walzer und Diskofox. Noch immer war ich hauptsächlich damit beschäftigt auf die Füße meiner TP zu starren um sie nicht zu treten.
Immerhin hatte ich die Drehung des Walzers schnell intus, aber da ich es nicht gewohnt war merkte ich recht schnell einen leichten Schwindel. Ernst wurde es allerdings nie, da entweder das Lied fertig war oder meine jeweilige TP darum bat die Drehung erstmal auszusetzen.
Weiter ging es mit dem Blues. Irgendwie konnte ich damit überhaupt nichts anfangen, meinen TPs ging es ähnlich. Ob es allgemein am Tanz lag oder wir alle starke Probleme hatten aus der Musik einen Takt rauszuhören weiß ich nicht.
Der Tanzlehrer merkte das auch, denn bei späteren Terminen begann er dann mit den Worten „Euer Lieblingstanz, der Blues“.


Völlig neben der Spur

In den folgenden Stunden beschäftigten wir uns hauptsächlich mit dem Discofox. Grundschritte hatte ich jetzt so einigermaßen drin, aber dann war ich völlig neben der Spur. Ich tappte völlig taktlos herum bei der Trennung, raffte nicht was ich machen sollte wenn die Dame ihren Rückwärtsschritt machten. Stehenbleiben, ebenfalls Rückwärtsschritt? Den Discofox-Grundschritt seitlich hatten wir nie gelernt. Ähnliches Problem hatte ich dann beim Damensolo.

Ich war richtig down, schämte mich vor meiner Standard-TP, die schon Discofox Stufe 1+2 konnte und mir eigentlich viel erklärte und Tipps gab. Obwohl der Tanzlehrer mir auch sehr viel Aufmerksamkeit widmete klappte es irgendwie nicht.

Mir gelang plötzlich nichts mehr, mit keiner meiner TPs. Meist gingen wir dann dazu über, nur die Standardschritte zu tanzen.
Das passierte in der 3. und 4. Tanzstunde, am liebsten hätte ich mich irgendwo verkrochen und hätte den Rest des Kurses sausen lassen.
Einerseits wollte ich meine Standard-TP aber nicht in Stich lassen, andererseits fragte ich mich ob sie überhaupt noch mit mir tanzen will.

Es geht wieder aufwärts

Nach dem Durchhänger im Discofox war ich froh dass wir jetzt wieder neue Tänze in Angriff nahmen. Foxtrott und Cha cha cha stand jetzt auf den Plan.
Beim Foxtrott hatte ich wieder etwas Probleme, da er mich etwas an Langsamer Walzer erinnerte und ich deshalb manchmal durcheinander kam. Links oder rechts beginnen? Nur ein Schritt nach vorne und dann seitwärts oder zwei Schritte? Gleiche Schrittgeschwindigkeit oder unterschiedlich schnell? Vom Langsamen Walzer und Discofox war ich halt gewohnt das die Schrittgeschwindigkeit gleich bleibt.
Das bekam ich aber dann doch recht schnell gebacken, was mich etwas aufrichtete.

Der cha cha cha war der erste Lateintanz für mich. Die andere Tanzhaltung und die Geschwindigkeit der Seitwärtsschritte (da viel schneller als Blues) war für mich neu.
So richtig gut sah ich da nicht aus, aber so einigermaßen klappte es. Kein Tanz, den ich besonders liebe. Gerade die Promenade fand ich nicht so besonders.

Heimlektüre

Da ich immer noch Probleme hatte mit den Anfangsschritten der einzelnen Tänze habe ich mir dann noch Bücher und DVDs gekauft.
Ein Buch, das ich billig gebraucht kaufte war allerdings kaum bis nicht zu gebrauchen. Das andere Buch half mir etwas mehr, ich übte ein paar Grundschritte und schaute vor Unterrichtsbeginn immer noch mal schnell rein welcher Tanz mit welchem Fuß und welchem Schritt anfing.
Bei Tanzbeginn mit mehreren TPs stellte ich auch immer wieder fest, dass der erste Schritt oft nicht mehr so richtig im Gedächtnis blieb.
Ich hatte auch verschiedene DVDs, die die Tänze mehr oder weniger gut erklärten. Ich stellte erneut fest, dass selbst alle ADTV-Tanzlehrer nicht alles gleich tanzten. Aber eine Hilfe waren mir die DVDs doch manchmal.

Tänze, Tänze, Tänze

Ungefähr in der Halbzeit wurde es für mich und die anderen Tanzlehrlinge noch unübersichtlicher. Die Rumba, der Tango folgten.
Für Rumba fehlt mir wohl die Beweglichkeit. Während die Grundschritte nicht das große Problem waren, sah die Ausführung bei mir etwas steif und ungelenk aus. Wieder ein Lateintanz, der mir überhaupt nicht liegt, dachte ich mir.

Der Tango ist ein Tanz der mich immer wieder ins Grübeln bringt. Je nach Partnerin sah der bei mir ganz passabel aus, als ich Schrittfolge und Schrittgeschwindigkeit intus hatte.
Als Mann muß man schließlich vorsichtig sein, gerade in der Zeit der MeToo-Debatte. Besonders eine TP, eine Single-Dame tanzte zumindest zu mir auf Abstand, was überhaupt nicht funktionierte. Wir oder einer von uns war nie in Takt, ich bin mir sicher, es sah bescheuert aus wenn wir den Wiegeschritt machten.

Zum Glück gab es andere TPs, mit denen ich es besser hinbekam. Eine sagte mir, dass es besser klappt wenn wir enger tanzen. Stimmte auch.
Eine andere TP sagte –ohne das ich sie fragte- dass sie kein Problem hat wenn ich auf Tuchfühlung zu ihr gehe. Da ich eigentlich sehr zurückhaltend und schüchtern bin hat mich das sehr ermutigt. Und siehe da, mit diesen Damen bekam ich das richtig gut hin. Das Feedback mit Tuchfühlung war nicht zu vergleichen mit dem Tanz auf Abstand. Dadurch kam ich mir auch nicht mehr so bescheuert bei Wiegeschritt vor, da wir zusammen in Takt waren. Und ich gebe auch zu, das mir diese Art des Tanzens gefällt. Damals wusste ich allerdings noch nicht wie das interpretiert wird.

Die nächsten Tänze

Nach Wiederholung des langsamen Walzers gingen wir zum Wiener Walzer über. Der Grundschritt ist gleich, aber der WW ist doppelt so schnell.
Die richtige Geschwindigkeit fiel mir schwer, den meisten meiner TPs allerdings noch schwerer. Wir tanzten den seitlichen Pendelschritt und gingen dann in die Drehung über. Sechs Vierteldrehungen, war für mich zwar verkraftbar aber ich bekam trotzdem leichten Schwindel. Ähnlich wie beim Langsamen Walzer, nur eher, baten mich die Damen die Drehung seltener zu machen und den Grundschritt auszudehnen.
Auf meinen Tanz-DVDs habe ich dann gesehen das es auch einen Vorwärts-/Rückwärts-Pendelschritt gibt, den wir allerdings nicht getanzt haben.

Nächster neuer Tanz war der Jive. Irgendwie konnte ich auch nichts damit anfangen. Er erinnerte mich an bißchen an Cha cha cha, den ich auch nicht so wirklich mochte.
Während ich mir bei manchen Tänzen immerhin einiges merken konnte, beim Jive hatte ich bereits eine Woche später schwere Probleme überhaupt den Anfang zu finden.
Zum Glück konnte meine Haupt-TP das wesentlich besser und konnte mir helfen wieder den Anfang zu finden.

Das Ende naht

Die letzten beiden Tanzstunden waren hauptsächlich Wiederholungen.
Ich fragte mich wann wir endlich die letzten beiden Tänze auf der Liste kennenlernen würden.
Den Salsa haben wir dann zumindest gemacht. Ich hatte ihn mir ganz anders vorgestellt, der angeblich so erotische Tanz ist im Grundschritt eher langweilig, erinnerte mich stark an Rumba. Aber mehr haben wir bei Salsa auch nicht gelernt. Sollte Salsa dann eher doch festen Paaren gewidmet sein weil es erotischer werden könnte?

Immerhin fand ich den Grundschritt recht einfach und wunderte mich das meine gute Haupt-TP anfangs sehr viel Schwierigkeiten hatte und nicht so richtig reinkam. Das war einer der wenigen Momente in denen ich ihr helfen konnte, das fand ich sehr ermutigend. Normalerweise hat sie mir etwas beigebracht, ohne sie hätte ich vielleicht wirklich noch vor Halbzeit den Tanzkurs geschmissen.
Auch als ich sie mal korrigieren mußte weil sie statt des Cha cha cha den Jive tanzen wollte dachte ich mir dass ich vielleicht nicht völlig unbegabt bin.

Dann haben wir tatsächlich noch versucht den Grundschritt des LW zu erweitern bzw. verändern. Für mich war das an sich kein großes Problem, aber wir hatten nur einen Tanz Zeit und meine TP zu diesem Zeitpunkt hatte generell schwere Probleme mit veränderten Grundschritten und so gingen wir wieder in den Standard-Grundschritt über.

Der Tango Argentino stand auch auf der Liste, aber den hatten wir nicht mal angeschnitten.

Ob es daran lag dass das Tanzlevel von einigen Teilnehmern dieses Kurses niedrig war? Ich gehörte dann auf jeden Fall zu den Problemfällen, der Tanzlehrer war mit mir gut beschäftigt.

In der letzten Tanzstunde fehlte die TP des anderen männlichen Singles, also tanzte meine Haupt-TP abwechselnd mit uns beiden.
Da hatte ich zum ersten Mal die Gelegenheit den anderen Paaren genauer zuzusehen. Da fiel mir auch, wie viele Paare Fehler machten. Ob Schrittgeschwindigkeit, Schrittanzahl, Taktschwierigkeiten, alles dabei. Man soll sich darüber nicht freuen, aber es munterte mich doch auf dass ich nicht der Einzige war mit Schwierigkeiten. Besonders da die meisten Paare schon mit wesentlich mehr Tanzerfahrung als ich (weniger geht ja nicht) hatten und auch Gelegenheit hatten mal außerhalb des Kurses als Paar zu üben.

Der Abschied war dann kurz und schmerzlos, zumindest bei uns Singles.

Ich bedankte mich dann noch mal nach dem Verlassen der Tanzschule bei meiner Haupt-TP für ihre Geduld und überreichte ich eine kleine Aufmerksamkeit. Sie war etwas überrascht, aber es hat sie wohl wirklich sehr gefreut.

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Re: Mein langer Weg in Richtung Tanzen ...

Beitrag von BartS » Dienstag 18. September 2018, 11:41

Teppichklatscher hat geschrieben:
Dienstag 18. September 2018, 09:26
Ich bedankte mich dann noch mal nach dem Verlassen der Tanzschule bei meiner Haupt-TP für ihre Geduld und überreichte ich eine kleine Aufmerksamkeit. Sie war etwas überrascht, aber es hat sie wohl wirklich sehr gefreut.
Das ist schön. :D Auch die gesamte Geschichte. Und wie geht es bei Dir mit dem Tanzen weiter? *neugier*
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