An sich selber herumspielen

Rund um die persönliche Situation, Erlebnisse und was einem auf dem Herzen liegt

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An sich selber herumspielen

Beitrag von zumsel » Montag 10. September 2018, 08:52

Hallo,

ich habe gestern in der ARD-Mediathek eine Dokumenation über Motivationsseminare gesehen.
Dort haben sich die Teilnehmer neu "programmiert", indem sie die Arme ausgebreitet haben und ganz offen zu sich gesagt haben:


Ich Lebe in Heiterkeit Freude und Leichtigkeit.
Ich Lebe in Heiterkeit Freude und Leichtigkeit.
Ich Lebe in Heiterkeit Freude und Leichtigkeit.

Ich Liebe mich vollkommen und bedinggungslos so wie ich bin.
Ich Liebe mich vollkommen und bedinggungslos so wie ich bin.
Ich Liebe mich vollkommen und bedinggungslos so wie ich bin.

Und es geht mir von Tag zu Tag in jeder Hinsicht besser und besser und besser.
Und es geht mir von Tag zu Tag in jeder Hinsicht besser und besser und besser.
Und es geht mir von Tag zu Tag in jeder Hinsicht besser und besser und besser.

Es ging dabei nicht darum, die aktuelle Situation korrekt zu beschreiben, sondern Druck von sich zu nehmen und eine positive Denkrichtung zu finden, die einem Hilft Probleme zu lösen und Energie zu tanken. Ich finde es sehr interessant, dass es recht einfache Hilfsmittel gibt, mit denen man sich selber beeinflussen und helfen kann. -Vorrausgesetzt man ist bereit sich darauf einzulassen, denn am Anfang kommt man sich bestimmt affig dabei vor. Habt ihr so etwas mal an euch ausprobiert? Was kam dabei herum? Hat es positive Wirkung entfaltet oder hat es nichts gebracht?
Ich bin kurz davor es auszuprobieren. :mrgreen:
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Re: An sich selber herumspielen

Beitrag von Undomiel » Montag 10. September 2018, 09:08

Ich habe mal einen Kurs zu Tropho-Training gemacht. Das funktioniert nach einem sehr ähnlichen Prinzip, wobei es da auch um Stressbewältigung geht. Ich persönlich kam mir dabei eher komisch vor und habe es zu Hause nicht weitergeführt.
This is my december, this is my time of the year.
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Re: An sich selber herumspielen

Beitrag von Nonkonformist » Montag 10. September 2018, 09:23

Ich bin eher ein melancholiker, finde haufig tiefe schoenheit in trauriges, wie in musik, in kunst, und strebe diese leichtigkeit um ehrlich zu sein nicht nach: ich bin voellig OK damit, melancholiker zu sein, es gehoert zu mir. Es haette nicht ein bruchteil unserer kunst gegeben, wann die kuenstler immer nur gut drauf gewesen waeren. Kunst ist haufig ein ventil fuer trauer und wut.

Ich denke, mir wuerde bei solchen mantras sehr komisch sein.
Aber jeder das seine....
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Re: An sich selber herumspielen

Beitrag von Undomiel » Montag 10. September 2018, 09:28

Ich kann mir einfach keine Dinge einreden, von denen ich weiß, dass sie nicht stimmen.
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Re: An sich selber herumspielen

Beitrag von Elli » Montag 10. September 2018, 10:06

Ja, habe ich schon öfter gemacht, aber nur bei kleineren, konkreteren Dingen.
Autogenes Training ("mein Atem geht ganz ruhig" etc.) zum Einschlafen oder ein Satz wie "Ich bin ruhig und konzentriert, ich gehe es jetzt an, ich habe genug Zeit" zum Einstieg in eine schwierige Arbeit. Einen positiven Effekt merkt man da schon, eine Wunderwaffe ist es aber nicht. Wenn ich zB sehr nervös oder panisch war, konnte ich mit Autosuggestion nichts ausrichten.

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Re: An sich selber herumspielen

Beitrag von zumsel » Montag 10. September 2018, 10:19

Elli hat geschrieben:
Montag 10. September 2018, 10:06
Wenn ich zB sehr nervös oder panisch war, konnte ich mit Autosuggestion nichts ausrichten.
Für diese Situatioen fühle ich mich noch besser gerüstet, als für Dauerbelastungen.
Wenn ich aufgeregt und panisch werde stelle ich mir vor ich wäre ein Spieler von Borussia Dortmund direkt vor einem Bundesligaspiel.
Da ist die aufregung ganz natürlich, sie gehört dazu Leistung abrufen zu können.
Dann mache ich es wie die Spieler: Kopf hoch, Brust raus. Fokussierung auf meine Stärken und sich klar machen, dass man das Dingg jetzt gewinnen will. :mrgreen: Ich muss dann oft anfagen zu grinsen und scharre gefühlt mit den Hufen, weil ich dann plözlich kaum noch an Niederlagen denke sondern daran, dass ich eine Chance habe etwas zu gewinnen. Und wenn ich doch nicht gewinne habe ich wenigstens mein bestes gegeben.
Allerdings darf ich in solchen Momenten keine "Motivationsmusik" hören, ansonsten überanstrengt sich mein Hirn irgendwie und ich bin nach wenigen Minuten ausgepowert.
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Re: An sich selber herumspielen

Beitrag von Nonkonformist » Montag 10. September 2018, 10:26

zumsel hat geschrieben:
Montag 10. September 2018, 10:19
Allerdings darf ich in solchen Momenten keine "Motivationsmusik" hören, ansonsten überanstrengt sich mein Hirn irgendwie und ich bin nach wenigen Minuten ausgepowert.
https://www.youtube.com/watch?v=MR6FXpaECY8 :mrgreen:
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Re: An sich selber herumspielen

Beitrag von fidelchen » Montag 10. September 2018, 10:31

Suggestion - eben Hypnose - bringt manchen Menschen wirklich was. Nur darf man dabei eins nicht vergessen: Der Effekt ist nur kurzfristig!!!
AWG = Alles wird gut :-)

Nach ganz strenger Definition bin ich ein "Normalo"
Nach geschwächter Definition bin ich ein "SC-AB"
Und fühlen tu ich mich wie ein "XX-AB"
Was bin ich nun?

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Re: An sich selber herumspielen

Beitrag von kreisel » Montag 10. September 2018, 10:58

Nonkonformist hat geschrieben:
Montag 10. September 2018, 10:26
zumsel hat geschrieben:
Montag 10. September 2018, 10:19
Allerdings darf ich in solchen Momenten keine "Motivationsmusik" hören, ansonsten überanstrengt sich mein Hirn irgendwie und ich bin nach wenigen Minuten ausgepowert.
https://www.youtube.com/watch?v=MR6FXpaECY8 :mrgreen:
so gehts auch
Jede Zelle meines Körpers ist glücklich 8-)

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Re: An sich selber herumspielen

Beitrag von Nonkonformist » Montag 10. September 2018, 11:12

kreisel hat geschrieben:
Montag 10. September 2018, 10:58
Jede Zelle meines Körpers ist glücklich 8-)
:shock: :shock: :shock: :shock: :shock:
Kann ich diese zwei minuten meines lebens wieder zurueck haben, bitte.....?
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Re: An sich selber herumspielen

Beitrag von Pferdedieb » Montag 10. September 2018, 18:34

zumsel hat geschrieben:
Montag 10. September 2018, 08:52
Dort haben sich die Teilnehmer neu "programmiert", indem sie die Arme ausgebreitet haben und ganz offen zu sich gesagt haben:

Ich Lebe in Heiterkeit Freude und Leichtigkeit.
Ich Lebe in Heiterkeit Freude und Leichtigkeit.
Ich Lebe in Heiterkeit Freude und Leichtigkeit.

Ich Liebe mich vollkommen und bedinggungslos so wie ich bin.
Ich Liebe mich vollkommen und bedinggungslos so wie ich bin.
Ich Liebe mich vollkommen und bedinggungslos so wie ich bin.

Und es geht mir von Tag zu Tag in jeder Hinsicht besser und besser und besser.
Und es geht mir von Tag zu Tag in jeder Hinsicht besser und besser und besser.
Und es geht mir von Tag zu Tag in jeder Hinsicht besser und besser und besser.
Und ich dachte bei dem Thread-Titel ginge es um Masturbation :mrgreen: :mrgreen:

Aber diese "Glaubenssätze" sind für mich gar nichts.
Erinnert mich an eine Mischung aus Esoterik, Hippie-Kommune, katholischer Bibelkreis und ein Schuss Gehirnwäsche.
Ist nicht böse gemeint, aber ich würde nach zwei Minuten wohl wegrennen bei so einer Veranstaltung.

Ich kenne mich auch (beruflich) ein wenig im Bereich NLP aus (Neurolinguistisches Programmieren), bzw. auskennen ist zuviel gesagt.
Ich weiß, was es ist und wofür das gut sein soll. Aber alleine der Begriff "Neurolinguistisches Programmieren" lässt mich erschaudern.
Es geht ja hier um Menschen, denen man ein Verb zuschreibt, das man sonst für Geräte verwendet (programmieren).
Diese Psycho-Methoden mögen ja manchmal wirksam sein, haben aber für mich immer den Beigeschmack der Manipulation.

Aber wer weiß, vielleicht steht mal eine Frau an meiner Tür und sagt:

Ich will deine Freundin sein, für immer bei dir bleiben und heute abend mit dir schlafen.
Ich will deine Freundin sein, für immer bei dir bleiben und heute abend mit dir schlafen.
Ich will deine Freundin sein, für immer bei dir bleiben und heute abend mit dir schlafen.

In dem Fall würde ich ein Auge zudrücken :mrgreen:

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Re: An sich selber herumspielen

Beitrag von Pierre » Montag 10. September 2018, 23:19

Nonkonformist hat geschrieben:
Montag 10. September 2018, 11:12
kreisel hat geschrieben:
Montag 10. September 2018, 10:58
Jede Zelle meines Körpers ist glücklich 8-)
:shock: :shock: :shock: :shock: :shock:
Kann ich diese zwei minuten meines lebens wieder zurueck haben, bitte.....?
+1

Ich denk der Trick liegt im Glauben. Die Sprüche bewirken gar nichts, aber der Glaube alles. Da muss wahrscheinlich jeder selber ausprobieren, bei was er sich zum Glauben überlisten kann (ja, das funktioniert!), und was so albern ist, dass sich eher die Zehennägel aufrollen...

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Re: An sich selber herumspielen

Beitrag von Nonkonformist » Dienstag 11. September 2018, 08:27

Pierre hat geschrieben:
Montag 10. September 2018, 23:19
Nonkonformist hat geschrieben:
Montag 10. September 2018, 11:12
kreisel hat geschrieben:
Montag 10. September 2018, 10:58
Jede Zelle meines Körpers ist glücklich 8-)
:shock: :shock: :shock: :shock: :shock:
Kann ich diese zwei minuten meines lebens wieder zurueck haben, bitte.....?
+1

Ich denk der Trick liegt im Glauben. Die Sprüche bewirken gar nichts, aber der Glaube alles. Da muss wahrscheinlich jeder selber ausprobieren, bei was er sich zum Glauben überlisten kann (ja, das funktioniert!), und was so albern ist, dass sich eher die Zehennägel aufrollen...
Fuer mich, um ehrlich zu sein, alles zu viel kognitive dissonanz.
Von weder NLP noch Glauben, in dieser sinne, halte ich viel.
Is wahrscheinlich nuetzlich um anderen falschen glaubenssaetzen, wie ein negatives selbstbild, zu beseitigen, aber nicht um reale beschissene umstaende schoen zu fantasieren. Ich fluechte zwar gerne in meinen trickfilm-traumwelten, aber vertausche die nicht mit der wirklichkeit, und sehe sachen wie religion, esoterie, etc, als reiner eskaepismus, wo alles schlechtes und schmerzhaftes im leben gezielete lebenslektionen, usw sind, und einen grosserem zweck dienen: fuer mich ist das alles nur selbstbeschiss. Shit happens, mostly randomly. Und nicht um uns etwas zu lernen.
Dein wort ueberlisten sagt es schon: im grunde geht es hier nur um gewollten selbstbetrug.
Und ich will mich nicht betruegen...
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Re: An sich selber herumspielen

Beitrag von kreisel » Dienstag 11. September 2018, 12:05

fidelchen hat geschrieben:
Montag 10. September 2018, 10:31
Suggestion - eben Hypnose - bringt manchen Menschen wirklich was. Nur darf man dabei eins nicht vergessen: Der Effekt ist nur kurzfristig!!!
So hab ich das auch schon erlebt. (kurzfristig, vorübergehend)
Hab ja z B Therapie gemacht und im netten lichtgefluteten Raum der Therapeutin
mit Holzdecken und weichen Kissen und den bestimmten Fragen, wo das ganze
hingelenkt wird, erlebte ich manches wie eine Art Trance, die so zwei oder drei
Tage nachwirkt. Das Dinge sich in Wohlgefallen auflösen. Im Licht der gelassenen
Güte der Therapeutin und das für sie alles irgendwie Sinn macht und ich in ihrer
Gegenwart, manche Dinge "an die Seite stelle" und "mich erde".

Ich hatte aber von Jugend an eher eine Abwehr gegen Suggestion und Selbsthypnose.
Und die Kraft des Geistes durch Imagination.
Mein Vater hatte da so Bücher rumfliegen zu Selbsthypnose und Hypnose.
Ich war neugierig.
Da redet man sich nicht nur was ein, sondern arbeitet auch mit Körperentspannung
und dem Versuch, das "unbewusste" zu erreichen.
Ich dachte, toll, ich werde später mal Therapeutin und hab das an meinen Klassen-
kameradinnen ausprobiert. Bis die Mütter im Dreieck sprangen.
Also dachte ich, ich muss groß werden und mache das dann als Therapeutin. Hat
sich aber gelegt wieder.

Ich muss sagen, meine innere Tendenz geht eher in Richtung "nüchtern Realität
akzeptieren". Mehr Gelassenheit.
Vielleicht könnte man Realität auch vertiefen (weil man doch einschränkendes mit sich
rumträgt) oder daran arbeiten, einen Teil der konstruierten Glaubenssätze loszuwerden
und die Realität auch nicht zu sehr in einem alten einschränkenden Teil zu
erfahren. Aber dass ich da jetzt super bin und nette Dinge passieren, kommt bei mir
nicht zwangsläufig dabei raus, wenn ich das eine aufhebe.
Und mir neue Glaubenssätze aufzusetzen wäre jetzt nicht unbedingt mein Favorit.

Und das Video (Körperzellenrock) wirkt auf mich auch etwas albern.
Wobei es ja bei den Leuten gut anzukommen scheint. Ich denke, diese Mischung aus Körper
bewegen, bunte Kleider und Lichter und Gemeinschaft kann auch zu einem vorübergehenden
Wohlgefühl beitragen.
Allerdings war ich mal auf einem Seminar mit charismatischen Christen, die für mich
sehr abgefahrene Vorstellungen hatten und ganz deutlich mit so Suggestiv-effekten
arbeiten, und bei mir ist da alles auf Widerstand und Skepsis.
Weil ich noch paar hundert km von zu Hause weg war, musste ich warten, bis meine Mitfahrer
mit der Sache durch waren. Nicht mein Ding.

Anders war es, als ich mal alleine in so einem All Inclusive Hotel war und es gab
morgens mittags und abends einen "Hoteltanz". Das war wieder so albern und absurd,
dass ich dabei einen Lachflash nach dem anderen bekam.
Alle Gäste versammelten sich um den Swimmingpool, es wurde irgendein Bumm-Bumm-
Lied aufgelegt und ein paar Gesten einstudiert. Wie im Kindergarten.
Nonkonformist hat geschrieben:Ich fluechte zwar gerne in meinen trickfilm-traumwelten, aber vertausche die nicht mit der wirklichkeit, und sehe sachen wie religion, esoterie, etc, als reiner eskaepismus, wo alles schlechtes und schmerzhaftes im leben gezielete lebenslektionen, usw sind, und einen grosserem zweck dienen: fuer mich ist das alles nur selbstbeschiss.
Sehe ich im Grunde wohl auch so. Bin da "ungläubig".

Wäre zwar schön, wenn alle Mühe und Leid und Schmerz einen Sinn hat, und einem großen
und ganzen was zuträgt (sonst zuviel Verlust fürs Ego, und dass Mensch "was besonderes sein
oder werden muss"), aber glauben kann ich das nicht.

Ich denke aber, diese Haltung des Sinns und Glaubens kann auch ungemein beruhigen;
Hat ja keinen Schaden, sondern Nutzen für die Person. Dennoch wehrt sich in mir was,
dazu zu greifen.

Und Mission eines Gläubigen an mir würde mich mal später oder mal früher nerven,
diese Haltung, dass ALLE das so sehen müssen als Weg und Wahrheit, ansonst stimmt mit
ihnen was nicht und sie sind blind.
Ist auch so ne Sektenpsychologie, "wir die richtigen auf dem guten Trip des Heiles"
und "die da, die verlorenen, die wir noch aus lauter gutem Willen auf die Spur bringen müssen"
und dann die "ganz ganz verlorenen, die wollen einfach nicht, die kommen in die Hölle,
sinnlos an denen weiter rumzuackern".
Ich weiß noch nicht, was ich machen muss,damit die Zeugen Jehovas nicht mehr bei mir klingeln
und ich das rote Kreuz kriege für mein Haus. Muss ich sagen, ich bin Satanistin oder sowas?
Und bei den Positivdenkern muss ich sagen "ich bin überzeugte Negativdenkerin" oder
"überzeugt nutzlos und ziellos, eine zufällige Gen-Masse, die sich bald wieder erledigt hat"?

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Re: An sich selber herumspielen

Beitrag von Nonkonformist » Dienstag 11. September 2018, 13:26

kreisel hat geschrieben:
Dienstag 11. September 2018, 12:05
Nonkonformist hat geschrieben:Ich fluechte zwar gerne in meinen trickfilm-traumwelten, aber vertausche die nicht mit der wirklichkeit, und sehe sachen wie religion, esoterie, etc, als reiner eskaepismus, wo alles schlechtes und schmerzhaftes im leben gezielete lebenslektionen, usw sind, und einen grosserem zweck dienen: fuer mich ist das alles nur selbstbeschiss.
Sehe ich im Grunde wohl auch so. Bin da "ungläubig".

Wäre zwar schön, wenn alle Mühe und Leid und Schmerz einen Sinn hat, und einem großen
und ganzen was zuträgt (sonst zuviel Verlust fürs Ego, und dass Mensch "was besonderes sein
oder werden muss"), aber glauben kann ich das nicht.
Ich vermute auch das sinngebung da der fuehrende wuensch ist - das das leid nicht fuer um sonnst gewesen sein soll. Aber wass soll jemanden der zum beispiel in einen Tsunami umkommt denn daraus lernen?
kreisel hat geschrieben:
Dienstag 11. September 2018, 12:05
Ich denke aber, diese Haltung des Sinns und Glaubens kann auch ungemein beruhigen;
Hat ja keinen Schaden, sondern Nutzen für die Person. Dennoch wehrt sich in mir was,
dazu zu greifen.
Wer das alles fuer sich glaubt, und braucht, soll es auch gerne machen, ich wird nur nicht selber mitmachen. Ich denke, das nicht empfindlich fuer gruppenzwang sein da schon ein guter schutz ist. Sekten suchen sich gerne einsame menschen die sie in einen warmen gruppe integrieren, sie ueberzeugen nicht mit fakten aber mit emotionen, mit gruppenzugehoerigkeit. Auch das schoene taenzchen aus den YouTube-clip war so ein typisches gruppending, mit viel ritual. Gemeinsam singen, tanzen, mantras, Hare, hare, krischna, Rama, das Tschakka von gurus wie der Niederlaendische Emile Ratelband, ein eigenes Jargon, es ist fast alles ritual innerhalb von gruppen. (Auch PU macht auf mich eine sektarische eindrueck, um ehrlich zu sein, es verbindet viele dieser elementen.)
Ich reagiere auf solchen sachen meist sehr allergisch.

Schattenseite ist das meine grundhaltung sich anderen nicht fuegen zu wollen wahrscheinlich dafuer sorgt das ich auch in liebesbeziehungen zu weniger kompromisse bereit bin als meine sozialeren mitmenschen, und das ich da so meine blockaden habe. Unabhaengigkeit kommt mit einen preis...
kreisel hat geschrieben:
Dienstag 11. September 2018, 12:05
Und Mission eines Gläubigen an mir würde mich mal später oder mal früher nerven,
diese Haltung, dass ALLE das so sehen müssen als Weg und Wahrheit, ansonst stimmt mit
ihnen was nicht und sie sind blind.
Ist auch so ne Sektenpsychologie, "wir die richtigen auf dem guten Trip des Heiles"
und "die da, die verlorenen, die wir noch aus lauter gutem Willen auf die Spur bringen müssen"
und dann die "ganz ganz verlorenen, die wollen einfach nicht, die kommen in die Hölle,
sinnlos an denen weiter rumzuackern".
Ich weiß noch nicht, was ich machen muss,damit die Zeugen Jehovas nicht mehr bei mir klingeln
und ich das rote Kreuz kriege für mein Haus. Muss ich sagen, ich bin Satanistin oder sowas?
Und bei den Positivdenkern muss ich sagen "ich bin überzeugte Negativdenkerin" oder
"überzeugt nutzlos und ziellos, eine zufällige Gen-Masse, die sich bald wieder erledigt hat"?
Ich bin von einen sehr glaubiger (calvinistisch-protestantischen) vater erzogen worden. Bei soviel missionierungszwang kann man wenig mehr machen. Nachdem meine Tante einen Tunesier geheirtatet hat, hat mein vater sofort versucht ihm zum Christentum zu konvertieren - auf Niederlaendisch, waehrend er nur Arabisch und Franzoesich verstanden hat. War fuer mein vater kein grund es nicht zu versuchen. Dazu war er ja von Gott beauftragt worden, hat er geglaubt. Na ja, dann kan man gar nichts machen. Mein armer Onkel war zu hoefflich und hat ihm jahrenlang einfach machen lassen. (Zum glueck war er ein sehr moderater Muslime, der nicht mal Ramadan gemacht hat.)
Missionierend glaubig ist in der Partnersuche fuer mich auch ein absolutes No-Go.

Back on topic: Wem es nutzt soll es gerne machen, aber dazu gehoert eine bestimmte persoenlichkeit, es ist nicht jedermanns ding.
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Re: An sich selber herumspielen

Beitrag von Ninja Turtle » Dienstag 11. September 2018, 13:44

zumsel hat geschrieben:
Montag 10. September 2018, 08:52
Hallo,

ich habe gestern in der ARD-Mediathek eine Dokumenation über Motivationsseminare gesehen.
Dort haben sich die Teilnehmer neu "programmiert", indem sie die Arme ausgebreitet haben und ganz offen zu sich gesagt haben:


Ich Lebe in Heiterkeit Freude und Leichtigkeit.
Ich Lebe in Heiterkeit Freude und Leichtigkeit.
Ich Lebe in Heiterkeit Freude und Leichtigkeit.

...
Im Grunde machen wir das doch ständig. Nur, dass es sich um negativ besetzte Aussagen handelt.

Ich kann das nicht
Niemand will mich
Keiner mag mich

Das funktioniert wirklich gut und wird auch kaum in frage gestellt.
Ist bestimmt nicht verkehrt mal mit was positiven bewusst dagegen zu halten.

Ich kann es versuchen
Niemand will mir was böses
XY mag mich

Man muss ja nicht gleich übertreiben.

Ich bin der geilste Typ auf Erden. Alle Frauen liegen mir zu Füßen. Es gibt nichts, was ich nicht kann. Und überhaupt kann mir niemand das Wasser reichen. :coolgun:
:kopfhoerer: :tanzen2: :umarmung2:

Die SHG-Frankfurt trifft sich jeden 1. und 3. Freitag im Monat. (Dann besaufen wir uns und feiern wilde Sexorgien. Man kann aber auch nur zugucken.) :mrgreen:

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Re: An sich selber herumspielen

Beitrag von Pierre » Dienstag 11. September 2018, 15:29

Ninja Turtle hat geschrieben:
Dienstag 11. September 2018, 13:44
Im Grunde machen wir das doch ständig. Nur, dass es sich um negativ besetzte Aussagen handelt.

Ich kann das nicht
Niemand will mich
Keiner mag mich
Danke fürs Querdenken!

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Re: An sich selber herumspielen

Beitrag von Tania » Dienstag 11. September 2018, 15:38

Ninja Turtle hat geschrieben:
Dienstag 11. September 2018, 13:44
Und überhaupt kann mir niemand das Wasser reichen. :coolgun:
Ein Bier wäre Dir lieber? 🍺

Liebe knüpft ein Band zwischen uns, aber nicht, um uns zurückzuhalten. Es soll uns davor bewahren, abzustürzen, oder dabei helfen, höher hinauszuklettern. (Aus "Unravel Two")

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Re: An sich selber herumspielen

Beitrag von zumsel » Dienstag 11. September 2018, 16:56

Ninja Turtle hat geschrieben:
Dienstag 11. September 2018, 13:44
zumsel hat geschrieben:
Montag 10. September 2018, 08:52
Hallo,

ich habe gestern in der ARD-Mediathek eine Dokumenation über Motivationsseminare gesehen.
Dort haben sich die Teilnehmer neu "programmiert", indem sie die Arme ausgebreitet haben und ganz offen zu sich gesagt haben:


Ich Lebe in Heiterkeit Freude und Leichtigkeit.
Ich Lebe in Heiterkeit Freude und Leichtigkeit.
Ich Lebe in Heiterkeit Freude und Leichtigkeit.

...
Im Grunde machen wir das doch ständig. Nur, dass es sich um negativ besetzte Aussagen handelt.

Ich kann das nicht
Niemand will mich
Keiner mag mich

Das funktioniert wirklich gut und wird auch kaum in frage gestellt.
Ist bestimmt nicht verkehrt mal mit was positiven bewusst dagegen zu halten.

Ich kann es versuchen
Niemand will mir was böses
XY mag mich

Man muss ja nicht gleich übertreiben.

Ich bin der geilste Typ auf Erden. Alle Frauen liegen mir zu Füßen. Es gibt nichts, was ich nicht kann. Und überhaupt kann mir niemand das Wasser reichen. :coolgun:
Echt super! Genau so denke ich auch.
Frauen sind die Juwelen der Schöpfung. Man muß sie mit Fassung tragen.

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Re: An sich selber herumspielen

Beitrag von kreisel » Dienstag 11. September 2018, 18:22

@Nonkonformist
[+] spoil
Nonkonformist hat geschrieben:
Dienstag 11. September 2018, 13:26
Wer das alles fuer sich glaubt, und braucht, soll es auch gerne machen, ich wird nur nicht selber mitmachen. Ich denke, das nicht empfindlich fuer gruppenzwang sein da schon ein guter schutz ist. Sekten suchen sich gerne einsame menschen die sie in einen warmen gruppe integrieren, sie ueberzeugen nicht mit fakten aber mit emotionen, mit gruppenzugehoerigkeit. (...)

Schattenseite ist das meine grundhaltung sich anderen nicht fuegen zu wollen wahrscheinlich dafuer sorgt das ich auch in liebesbeziehungen zu weniger kompromisse bereit bin als meine sozialeren mitmenschen, und das ich da so meine blockaden habe. Unabhaengigkeit kommt mit einen preis...
Hmm, wenn man hier etwas quer denken würde, wäre ein Zusammenhang sichtbar,
dass eine romantische Beziehung auch eher auf Emotion, Zugehörigkeit und Ritualen basiert.
(Partnerschaft als Sekte? Nur ohne Verehrung, Gott und großem Lebenssinn und ohne dem Dienen an der großen Gemeinschaft
und Menschheit? __:shock: Darüber hab ich tatsächlich noch nie nachgedacht... aber ist jetzt auch nur spielerisch nachgedacht,
hat auf diese Art schon den Touch einer VT. )


In der Regel beruht das menschliche Zusammenleben im großen und ganzen ja auch
auf Bedürfnissen. Und kultur- und zeitübergreifend gibt es irgendwelche Formen
von Zweisamkeit und Zusammenleben (meist in Einbindung zu der Gesellschaft; Ehe
die eine öffentliche Wirkung hat, Beamter führt das aus; irgendwelche Grundlagen und
Ordnungen muss es geben, Rechtsverbindlichkeit und Auswirkungen in den Rechten
+ Steuern; kirchliche Ehe: vor Gott und der Gemeinde lebenslange Treue versprechen).

So genau weiß ich aber nicht, seit wann unser heutiges hiesiges romantisches
Modell besteht und welches kulturelle Gedankengut hineingeflossen ist.
Ich selber wäre auf jeden Fall so rein von innen heraus nicht so wirklich drauf
gekommen.

Heute ist aber doch einiges verhandelbar und individuell, verschiedene Gender-
und Beziehungsmodelle haben sich durchgesetzt, das ist schon recht frei.
Möglicherweise kennst du aus der Künstlerszene auch etwas abweichendere Modelle.
Und starr und zwingend ist ja heutzutage zum Glück auch nichts, wie man lebt.
@Nonfkonformist: Also eine Partnerin mit starren Vorstellungen oder sehr romantischen,
wo alles sein müsste, würde vermutlich dann nicht zu dir passen.
Nonkonformist hat geschrieben:
Dienstag 11. September 2018, 13:26
Ich bin von einen sehr glaubiger (calvinistisch-protestantischen) vater erzogen worden. Bei soviel missionierungszwang kann man wenig mehr machen.
Das war ja dann wohl nicht einfach,denke ich, sich die eigene Abgrenzung zu erhalten
und die individuelle Sicht.
Kenne einige, die ursprünglich in solchen Gemeinden aufgewachsen sind, und das niemals
anzweifeln oder als falsch erleben.
Ich hab aber auch eine Kollegin, die eher individualistisch ist und in so einer freien Gemeinde
aufgewachsen ist (Adventisten), ihr wurde aber Freiheit gelassen, incl. jugendlich Sauforgien, Waldorfschule und wilder Ehe. Druck wird nicht automatisch ausgeübt.
Sind aber nicht alle so tolerant, hängt vielleicht auch von der Persönlichkeit ab, wie
starr das praktiziert wird.
Interessantes Thema. Leider hier etwas off-topic.

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