Sich selbst mehr zutrauen?

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Einsamer Igel
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Sich selbst mehr zutrauen?

Beitrag von Einsamer Igel » Mittwoch 8. August 2018, 15:31

Ich habe die Vermutung, dass ich mir häufig Dinge nicht zutraue. Ich bin unsicher, ob es realistische Einschätzungen sind oder eine Art Vermeidungshaltung. Wie kann man das unterscheiden? Wie schaffe ich es, mir doch mal was zuzutrauen? Einfach versuchen und sehen, ob man scheitert?

Ein Beispiel: Ich interessiere mich für eine ehrenamtliche Tätigkeit als Sanitäter. Ich bin mir unsicher, ob ich die nötige Eignung mitbringe.
Die Tätigkeit im Sanitätsdienst bzw. als Rettungshelfer und die Tätigkeit in einer Einsatzformation (Einsatzeinheit/Hilfszug) der Gefahrenabwehr erfordert eine volle körperliche Leistungsfähigkeit mit ausreichender Kondition und Ausdauer.

Zusätzlich muss die Helferin / der Helfer eine unauffällige psychische Konstitution mit einer ausreichenden psychischen Belastbarkeit besitzen.

Die gesundheitliche Eignung für die Ausbildung und die Tätigkeit im Sanitätsdienst bzw. als Rettungshelfer und in einer Einsatzformation ist insbesondere dann nicht gegeben,

1- wenn keine ausreichende körperliche Belastbarkeit z. B. aufgrund eines chronischen Leidens im Bereich der Atmungsorgane oder des Herz- Kreislaufsystems besteht,
2- wenn wesentliche Einschränkungen des Bewegungsapparates bestehen,
3- das Seh- und/oder Hörvermögen stark beeinträchtigt sind,
4- eine Suchterkrankung besteht,- eine ansteckende Erkrankung entsprechend dem Infektionsschutzgesetz vorliegt,
5- keine ausreichende psychische Belastbarkeit gegeben ist,
6- eine Neigung zu Bewusstseinsstörungen, Gleichgewichtsstörungen besteht oder ein Anfallsleiden vorliegt
1 ist leider vorhanden
2 ist leider vorhanden
3 ist ok
4 ist ok
5 weiß nicht
6 ist ok

1, 2 und 5 schließt mich aus.

Ok, schaue ich mir andere Ehrenämter an. Und finde auch da wieder Punkte, die mich ausschließen. Das kanns ja nicht sein. Es soll mich ja auch noch irgendwie interessieren!

Kann man hingehen und sagen: 1, 2 und 5 sind nicht so belastbar, was habt ihr trotzdem für mich zu tun? Oder wollt ihr nur junge gesunde Leute?

Ich komme fast nie weiter als bis hierhin. Manchmal rufe ich auch noch an. Aber spätestens dann gehts nicht weiter, weil immer noch ein Punkt 7 und 8 Auftaucht, von dem vorher nicht die Rede war. Sowas wie eigenes Auto nötig. Oder es ist gar nicht in Schuschiheim, sondern in Köln. Wo ich einfach nicht hinkomme. :roll:
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Ringelnatz
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Re: Sich selbst mehr zutrauen?

Beitrag von Ringelnatz » Mittwoch 8. August 2018, 16:02

Hey liebe Igelin,

ich denke, es kommt ganz auf die Art der Tätigkeit an, wie viele Punkte man zwingend erfüllen sollte, um sich selbst oder anderen in der Ausübung des Ehrenamts nicht zu schaden. Mein Mann ist ehrenamtlich Rettungssanitäter (hat nebenberuflich eine Ausbildung gemacht) und das ist tatsächlich ein relativ "hartes" Ehrenamt. Du sieht einiges, was dich belasten könnte und es ist zum Teil auch körperlich belastend, z.B. musst du öfter mal schwer heben. Wenn du körperlich belastet bist, passt es glaube ich nicht so gut.

Was ist mit anderen Ehrenämtern, z.B. im sozialen Bereich mit Senioren, Kindern, beeinträchtigten Personen oder Tieren?
Einsamer Igel hat geschrieben:
Mittwoch 8. August 2018, 15:31
Ok, schaue ich mir andere Ehrenämter an. Und finde auch da wieder Punkte, die mich ausschließen. Das kanns ja nicht sein. Es soll mich ja auch noch irgendwie interessieren!
Welche interessieren dich denn sonst noch so? Ich kann mir gut vorstellen, dass du dich für einiges eignest! Nur vielleicht nicht so gut für Tätigkeiten, in denen die körperliche Leistungsfähigkeit eine wichtige Rolle spielt.
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Re: Sich selbst mehr zutrauen?

Beitrag von Kief » Mittwoch 8. August 2018, 16:25

Einsamer Igel hat geschrieben:
Mittwoch 8. August 2018, 15:31
Ich bin unsicher, ob es realistische Einschätzungen sind oder eine Art Vermeidungshaltung. Wie kann man das unterscheiden? Wie schaffe ich es, mir doch mal was zuzutrauen? Einfach versuchen und sehen, ob man scheitert? [ ... ]
Kann man hingehen und sagen: 1, 2 und 5 sind nicht so belastbar, was habt ihr trotzdem für mich zu tun? Oder wollt ihr nur junge gesunde Leute?
Weshalb solltest Du das mit begrenzten Erfahrungswerten alles selbst klaeren koennen?
Was spricht dagegen, dass Du das von den anderen beantworten bzw. herausfinden laesst?

Ich habe ebenfalls als Sani gearbeitet, und diverse Konzerte oder Sportveranstaltungen betreut.
Obwohl ich meine Macken habe, und nicht perfekt dafuer geeignet bin.

Ich kann zwar nicht die hoeheren Weihen erlangen, aber habe meine Aufgaben erfuellt. Dabei hat mein eigener Perfektionismus und Anspruch an mich selbst mich mehr belastet, als die Aufgaben selbst.
Mit Frischlingen zu arbeiten haette ich mir nicht zugetraut, wenn ich also als Erfahrener im Zweierteam herhalten haette muessen, aber als Partner von wem Erfahrenen irgendwo im Felde oder als eines von mehreren Teammitgliedern in der San-station habe ich trotz meiner sehr begrenzten Sicherheit helfen koennen.

Haette ich mehr Zeit investieren wollen, haette ich mich auch um organisatorische Aufgaben zwischen den Einsaetzen kuemmern koennen, Material oder Verwaltung.
Was haette mich davon abhalten koennen?
Gibt ja nicht nur lebensrettende Sofortmassnahmen ... ;-)


K

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