Leben u./o. Arbeiten im Ausland

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kreisel
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Leben u./o. Arbeiten im Ausland

Beitrag von kreisel » Mittwoch 18. Juli 2018, 06:08

so, ich mache nun doch mal einen eigenen Thread auf; bevor das dann im anderen
Thread zuviel wird.

fasse mal kurz zusammen :)

mMA in Frankreich, bettaweib würde gerne dahin, me- in der Praxis ein wenig überwältigt mit dem Ausland,
Versingled hat Vorfahren in Frankreich,die nach dem Krieg gut da klarkamen, Mannanna welche,
die nicht mit klarkamen u. Mannanna arbeitet in allen möglichen Ländern (Israel, Vietnam, Irland, Saudi-Arabien, Baden-Württemberg, Botswana, Polen, Rumänien) auf Baustellen.
Mannanna hat geschrieben:Das mit dem eingewöhnen geht bisher ganz gut. Etwas strange war da Vietnam, aber das ging auch bloß über ein paar Wochen.
Aber selbst in Botswana gab es z.B. Dr Oetker Tiefkühlpizza im Spar-Supermarkt und Tütensuppen von Knorr.... Über Satellit hätte ich sogar deutsches Fernsehen kriegen können. Durch das Internet ist man ja eh ständig mit Deutschland verbunden. Und regelmäßige Heimflüge gibt es natürlich auch.
Ich glaube, der Job war noch in den 80ern wesentlich härter. Halt ohne Internet, ohne Sat-Schüsseln und nur eine deutsche Zeitung, wenn wer gerade aus Deutschland kam.

Btw: Hier in Rumänien gibt es Kaufland, Lidl, Penny, Takko-Fashion.... Und auf den Packungen sogar deutsche Aufschrift... :roll: alles wie bei uns eben. Das ist einerseits bequem, aber andererseits finde ich es schade, daß man im Ausland auch bloß den gleichen Kram kriegt wie zu Hause und nach echten einheimischen Sachen suchen muß.
Hmm, ja, dieses vertraute kennt man auch oft vom Urlaub; kann man sich drauf verlassen, dass es Aldi oder
Mc Donald gibt. Einerseits irgendwie vertraut, andererseits so touristendurchsetzt und irgendwie steril.
Wobei ich mir vorstellen kann, dass gerade in Rumänien die ganz froh sind, wenn solche Standards wie Discounter
da auch sind, oder? ist der Großteil der Bevölkerung da immer noch sehr arm und eher ungebildet?
Sind die Einheimischen dort denn ziemlich zugänglich, bzw hast du da überhaupt Zeit für für Geselligkeit,
oder ist der Tag so auf Arbeit fokussiert und am Ende nur noch etwas relaxen und abhängen?
Mit müden Augen hat geschrieben:Frankreich weit weg von der deutschen Grenze. Ursprünglich bin ich mal fürs Studium ausgewandert und geblieben.
War das eigentlich ein Studium, denn man nur in Frankreich spezieller machen konnte?
Oder hat dich das Land per se schon immer interessiert?

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Re: Leben u./o. Arbeiten im Ausland

Beitrag von Mannanna » Mittwoch 18. Juli 2018, 07:17

kreisel hat geschrieben:
Mittwoch 18. Juli 2018, 06:08
Hmm, ja, dieses vertraute kennt man auch oft vom Urlaub; kann man sich drauf verlassen, dass es Aldi oder
Mc Donald gibt. Einerseits irgendwie vertraut, andererseits so touristendurchsetzt und irgendwie steril.
Wobei ich mir vorstellen kann, dass gerade in Rumänien die ganz froh sind, wenn solche Standards wie Discounter
da auch sind, oder? ist der Großteil der Bevölkerung da immer noch sehr arm und eher ungebildet?
Sind die Einheimischen dort denn ziemlich zugänglich, bzw hast du da überhaupt Zeit für für Geselligkeit,
oder ist der Tag so auf Arbeit fokussiert und am Ende nur noch etwas relaxen und abhängen?
Zur Bevölkerung habe ich fast keinen Kontakt. Also mit Rumänen, die auch hier arbeiten schon, aber außerhalb des Jobs nicht. Ist halt wie in Deutschland: Tagsüber Arbeit und Feierabend zu Hause. Am WE gucke ich mir halt hin und wieder irgendwelchen touristischen Kram an.
Das Lohnniveau hier ist viel geringer als in Deutschland, aber es laufen trotzdem keine "zerlumpten Elendsgestalten" herum. Und ungebildet... glaube ich auch nicht, zumindest kommt man mit Englisch ganz gut durch, eben auch im Restaurant oder an der Tankstelle oder an der Supermarktkasse. Und das müssen die Leute ja auch irgendwie gelernt haben.
Die Orte sind ein durchaus interessanter Mix aus wirklich alten Häusern in mehr oder weniger gutem Zustand, bröckeligen Bauten noch aus kommunistischer Zeit und recht neuen, modernen Häusern. Und zumindest die größeren Straßen sind neu (Dank EU-Geld) und ohne Schlaglöcher. Die kleinen Straßen abseits allerdings...
Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, daß er genug davon habe. (Descartes)

"Man will immer, was man nicht hat, und wenn man's hat, ist's langweilig" (Rainald Grebe, "Krümel")

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Re: Leben u./o. Arbeiten im Ausland

Beitrag von Tania » Mittwoch 18. Juli 2018, 11:32

kreisel hat geschrieben:
Mittwoch 18. Juli 2018, 06:08
Hmm, ja, dieses vertraute kennt man auch oft vom Urlaub; kann man sich drauf verlassen, dass es Aldi oder
Mc Donald gibt. Einerseits irgendwie vertraut, andererseits so touristendurchsetzt und irgendwie steril.
Da kann ich Korea empfehlen. Sogar im Burger King gibt's fremdländische Aspekte in Form von Krabbenburgern.

Es kommt natürlich auch immer auf einen selbst an. Wenn man sich entscheidet, im International Village zu leben und sich vorwiegend im Touristenviertel aufzuhalten, ist das Leben halt anders als wenn man im Studentenviertel wohnt und im Markt um die Ecke einkauft.

Wenn Plan A nicht klappt - keine Panik. Das Alphabet hat noch 25 weitere Buchstaben.

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Re: Leben u./o. Arbeiten im Ausland

Beitrag von Mit müden Augen » Mittwoch 18. Juli 2018, 11:52

kreisel hat geschrieben:
Mittwoch 18. Juli 2018, 06:08
Mit müden Augen hat geschrieben:Frankreich weit weg von der deutschen Grenze. Ursprünglich bin ich mal fürs Studium ausgewandert und geblieben.
War das eigentlich ein Studium, denn man nur in Frankreich spezieller machen konnte?
Oder hat dich das Land per se schon immer interessiert?
Eigentlich beides, aber all zu viel möchte ich dazu nicht schreiben, Anonymität und so... :oops:
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Re: Leben u./o. Arbeiten im Ausland

Beitrag von kreisel » Mittwoch 18. Juli 2018, 16:22

Mannanna hat geschrieben:
Mittwoch 18. Juli 2018, 07:17
Zur Bevölkerung habe ich fast keinen Kontakt. Also mit Rumänen, die auch hier arbeiten schon, aber außerhalb des Jobs nicht. Ist halt wie in Deutschland: Tagsüber Arbeit und Feierabend zu Hause. Am WE gucke ich mir halt hin und wieder irgendwelchen touristischen Kram an.
.....
Die Orte sind ein durchaus interessanter Mix aus wirklich alten Häusern in mehr oder weniger gutem Zustand, bröckeligen Bauten noch aus kommunistischer Zeit und recht neuen, modernen Häusern. Und zumindest die größeren Straßen sind neu (Dank EU-Geld) und ohne Schlaglöcher. Die kleinen Straßen abseits allerdings...
Hmm, ich glaub der Eindruck des Neuen verfliegt auch irgendwie schnell, wenn man in einem
Land lebt; und dann kommt der Alltag, und die Reserven und vorhandene Zeit sind eingeteilt.
Hatte mich letztens mit jemand unterhalten, der paar Jahre in Asien gelebt hat, dass es halt doch irgendwann Alltag
ist.
[+] noch so ein Gedanke
Da bin ich ja oft noch im Bereich meiner Phantasie (naja hab mal zwei Monate in Asien gelebt); aber die Phantasie
ist da, Ausland könnte aufregend sein; und das erinnert mich so an den Vergleich den ich eben hier irgendwo gelesen hab;
dass man eher so ein Phantasieobjekt und OdB hat und sich hier Gedanken macht;
und dass man sich dem ganzen mehr annähert (Verliebtheit, erste Erfahrungen). Das könnte hier im Vergleich dann sein
ich mach mal Urlaub in nem Land. Und dann ist das die Beziehung, das echte Zusammenleben, mit mehr Erfahrungen
und wesentlich mehr Interaktion irgendwie. Man steckt also im Vergleich im Ausland drin wie in einer Affäre oder
Beziehung oder vielleicht auch was fürs Leben.
Wo kommt nur dieser Vergleich jetzt her.:gruebel:
Das mit den verschiedenen alten / stilartigen Häusern klingt sehr interessant. Moment mal, war nicht Rumänien
auch die Kulisse von Dracula :gruebel:
Tania hat geschrieben:
Mittwoch 18. Juli 2018, 11:32
Sogar im Burger King gibt's fremdländische Aspekte in Form von Krabbenburgern.
Es kommt natürlich auch immer auf einen selbst an. Wenn man sich entscheidet, im International Village zu leben und sich vorwiegend im Touristenviertel aufzuhalten, ist das Leben halt anders als wenn man im Studentenviertel wohnt und im Markt um die Ecke einkauft.
uhh, Fischiges ist gar nicht meins :lol:
Aber ich stimme zu, ich hab an so Ferienorten schonmal so Ausbruchskräfte gehabt.
Ist dann etwas blöd, wenn es in Ägypten war, wo die Reise gerade so gar nicht empfohlen war, sowieso schon vor den Touristenparks - hotels Militär platziert war und ich da A) mit dem Pferdetyp mal durchs Nachtleben getingelt bin und er irgendwann voller Panik meinte "Gib dich als meine Frau aus, sonst kriegen wir beide ein Problem" -
oder B) ich mir mal so ein Pferd vom Pferdetypen ausgeliehen hab (er hat mir vorher groß versprochen, die könnte
ich jederzeit haben, hab ich voll genommen), als nur seine anderen Burschen da waren und damit dann alleine
gen Wüste geritten bin.
Hat nicht gerade postive Aufmerksamkeit auf sich gezogen, wenn so Leute vom Bau (Einheimische) oder so mich alleine als Frau
haben rumreiten sehen; und ich dann irgendwann in Panik (ums Pferd) gesucht wurde.
Die Gäste die ich bei der Anreise ins Hotel kurz gesprochen hatte, meinten zwischendurch, ich sei wohl nur im Hotel auf dem
Zimmer und habe Durchfall, weil nie am Pool.
Ich war meistens stundenlang mit Pferd in der Wüste :D (halt sonst in regulärer Begleitung und einmal im Wechsel
Pferd und Kamel....Kameltrab ist echt wackelig. Galopp geht dann wieder so halbwegs). Und ein anderer
Tourist den ich später mal getroffen hab, war noch viel draufgängerischer und hat sich einfach alleine
das Kamel genommen und ist damit weg....das war nur blöd, weil das Kamel nicht knien wollte und er nicht
runterkam mitten in der Wüste.

Auf Mallorca andererseits hatte ich gar keine Idee wohin überhaupt ausbrechen, weil alles wie ein großer Touristen-
park wirkte. (selbst als ne Freundin die zwei Jahre auf der Insel lebte, mir mal alle möglichen Ecken zeigte.
Und diese Freundin hat auf Mallorca den großen Heimatkoller gekriegt, sobald es mit ihrem Freund, mit dem sie
damals da war, kriselte). Die Drachenhöhlen wo man länger anstand als im Phantasialand und die super kitschig
und touristisch waren, hatten es am Ende dennoch in sich....Eine Gondel mit Violinen und diese Violinen im Klang
der Höhlen, schön.

Dennoch, seitdem und einigen anderen Urlaubsversuchen merke ich irgendwie auch, dass ich für den Urlaubsmodus nicht geboren bin. Ich bin meist nur depressiv,resigniert und irgendwie entwurzelt, und wenn dann will auch richtige Action irgendwie. Oder halt pure normale Langeweile. Am besten sogar Arbeit. Aber nicht dieses halbseidene Entertainment.
Etwas sinnvoller finde ich es dann, in nem Land auch zu arbeiten und richtig integriert zu sein und dort Normalität zu leben.
Mit müden Augen hat geschrieben:
Mittwoch 18. Juli 2018, 11:52
aber all zu viel möchte ich dazu nicht schreiben, Anonymität und so... :oops:
Ok.

Bin halt auch nur grundsätzlich neugierig, wie fühlt sich so ne Erfahrung an im Ausland zu sein; etwas widersinnig diese
Bestrebung, denn letztendlich kann das auch nur meine Phantasie füttern; von der Erfahrung anderer kriegt man
ja keine Erfahrung.

Aber- ich finde das mit dem Ausland und dort leben gerade auch wirklich so parallel dazu, eine Beziehung zu haben.
:schwarzekatze: Komische Idee....aber kann man doch schon drauf kommen oder, das Ausland so als der fiktive
Partner einer Beziehung, wo man Dinge durchzieht, erlebt und Erfahrungen macht und manchmal jenseits
seiner Phantasie und Kräfte auch überrascht wird. :hammer:

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Re: Leben u./o. Arbeiten im Ausland

Beitrag von Automobilist » Mittwoch 18. Juli 2018, 17:44

kreisel hat geschrieben:
Mittwoch 18. Juli 2018, 06:08

Mannanna hat geschrieben:Das mit dem eingewöhnen geht bisher ganz gut. Etwas strange war da Vietnam, aber das ging auch bloß über ein paar Wochen.
Aber selbst in Botswana gab es z.B. Dr Oetker Tiefkühlpizza im Spar-Supermarkt und Tütensuppen von Knorr.... Über Satellit hätte ich sogar deutsches Fernsehen kriegen können. Durch das Internet ist man ja eh ständig mit Deutschland verbunden. Und regelmäßige Heimflüge gibt es natürlich auch.
Ich glaube, der Job war noch in den 80ern wesentlich härter. Halt ohne Internet, ohne Sat-Schüsseln und nur eine deutsche Zeitung, wenn wer gerade aus Deutschland kam.

Btw: Hier in Rumänien gibt es Kaufland, Lidl, Penny, Takko-Fashion.... Und auf den Packungen sogar deutsche Aufschrift... :roll: alles wie bei uns eben. Das ist einerseits bequem, aber andererseits finde ich es schade, daß man im Ausland auch bloß den gleichen Kram kriegt wie zu Hause und nach echten einheimischen Sachen suchen muß.
Hmm, ja, dieses vertraute kennt man auch oft vom Urlaub; kann man sich drauf verlassen, dass es Aldi oder
Mc Donald gibt. Einerseits irgendwie vertraut, andererseits so touristendurchsetzt und irgendwie steril.
Wobei ich mir vorstellen kann, dass gerade in Rumänien die ganz froh sind, wenn solche Standards wie Discounter
da auch sind, oder? ist der Großteil der Bevölkerung da immer noch sehr arm und eher ungebildet?
Sind die Einheimischen dort denn ziemlich zugänglich, bzw hast du da überhaupt Zeit für für Geselligkeit,
oder ist der Tag so auf Arbeit fokussiert und am Ende nur noch etwas relaxen und abhängen?

Deutschland - nein danke. Ich brauche weder irgendein " Fernsehprogramm " ( ich sehe generell nicht fern )und überall den Einheitsbrei ohne Geschmack aus irgendeinem " Supermarkt " schätze ich nicht sehr ( und schon gar keine " Pizza "; ein patentes Mittel, um mich zu verscheuchen ! )

Der Eindruck von Rumänien ist etwas verquer; die Leute dort haben Geld wie Heu und fahren lauter neue Kisten - mein Wagen ist immer der Älteste dort auf der Straße und ich warte schon darauf, daß die mir einmal 100 Lei schenken..die Straßen sind generell sehr viel besser als in " Deutschland " ( vor 15 Jahren war das noch anders, aber jetzt..).

In Bulgarien kommen solche " Märkte " nicht sehr gut an; erfreulicherweise ! Die meisten Bulgaren haben ( auf dem Lande ) große Gärten und machen alles genauso in Vorratsgläser ein, wie meine Großeltern und Urgroßeltern auch.

In kleinen Läden kann man selbst ein Paar Schuhe für 5 Lewa ( 5 Mark ) auf Abzahlung kaufen; in Städten mag es anders aussehen, aber Städte meide ich ohnehin wie die Pest, wofern möglich.

Ich bin seit fast 20 Jahren in Frankreich ( tiefste Provinz, Weiler mit 20 Einwohnern ), nach " Deutschland " werde ich nie wieder gehen ( außer, ich werde dafür bezahlt ) - und freue mich auf meine letzten Jahre in BG, wo ich des Öfteren das vertraute Zweitaktgeräusch eines Wartburg oder Trabant hören darf.

Das " Deutschland " von heute hat mit " meinem Deutschland " nichts mehr zu tun - auf Politik werde ich hier nicht eingehen.
Was ist " humour " ? Excellenz Erich Ludendorff

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Re: Leben u./o. Arbeiten im Ausland

Beitrag von Mannanna » Mittwoch 18. Juli 2018, 17:54

kreisel hat geschrieben:
Mittwoch 18. Juli 2018, 16:22

Das mit den verschiedenen alten / stilartigen Häusern klingt sehr interessant. Moment mal, war nicht Rumänien
auch die Kulisse von Dracula :gruebel:
Ja :D https://www.abtreff.de/viewtopic.php?f= ... 0#p1029441
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Re: Leben u./o. Arbeiten im Ausland

Beitrag von kreisel » Mittwoch 18. Juli 2018, 20:58

Automobilist hat geschrieben:
Mittwoch 18. Juli 2018, 17:44
Der Eindruck von Rumänien ist etwas verquer; die Leute dort haben Geld wie Heu und fahren lauter neue Kisten - mein Wagen ist immer der Älteste dort auf der Straße und ich warte schon darauf, daß die mir einmal 100 Lei schenken..die Straßen sind generell sehr viel besser als in " Deutschland " ( vor 15 Jahren war das noch anders, aber jetzt..).
Ja ich glaub mein Eindruck vom Rumänen ist erstens schon älter, zweitens sehr selektiv von einem Rumänen, der große Ambitionen hatte nach Deutschland zu kommen, und sich dafür auch einer älteren Frau anzubieten gegen Geld (nicht mich, ich hab ihn nur interviewt); wo es dann hieß wie ganz schlimm und arm es in Rumänien war.

Von wegen dem Geld haben und den Autos, hat sich vielleicht auch die Schicht etwas verändert in Rumänien, dass es jetzt auch
eher eine Mittelschicht gibt? Die Leute die nach Deutschland wollen, sind ja meist eher aus der Unterschicht,
Analphabeten (oder sehr gebildet/studiert und landen bei großen Unternehmen als Experten)
Automobilist hat geschrieben:
Mittwoch 18. Juli 2018, 17:44
In Bulgarien kommen solche " Märkte " nicht sehr gut an; erfreulicherweise ! Die meisten Bulgaren haben ( auf dem Lande ) große Gärten und machen alles genauso in Vorratsgläser ein, wie meine Großeltern und Urgroßeltern auch.
Manchmal hab ich Bilder betrachtet von meinem Vater und seinem Bruder vor 2. WK + die Geschichten gehört, vor TV -Zeiten, und ich hatte das Gefühl dass ein Großteil der Leute irgendwie natürlicher war. Ausgeglichener.
Andere Geselligkeit, sich abends einfach nochmal vor die Haustür setzen oder sowas.
Da ich aber andererseits sehr introvertiert bin und nicht soviel Geselligkeit ertrage, auch nicht mit Alkohol, wäre
es dann irgendwie doch nicht so meins. aber in der Vorstellung ganz schön.
Automobilist hat geschrieben:
Mittwoch 18. Juli 2018, 17:44
überall den Einheitsbrei ohne Geschmack aus irgendeinem " Supermarkt " schätze ich nicht sehr ( und schon gar keine " Pizza "; ein patentes Mittel, um mich zu verscheuchen ! )
@Automobillist- dir würde sicher auch das Wort "Kulturbolschewist" gefallen, was mir gerade wieder in den Sinn kommt.
Automobilist hat geschrieben:
Mittwoch 18. Juli 2018, 17:44
Ich bin seit fast 20 Jahren in Frankreich ( tiefste Provinz, Weiler mit 20 Einwohnern ), nach " Deutschland " werde ich nie wieder gehen ( außer, ich werde dafür bezahlt ) - und freue mich auf meine letzten Jahre in BG, wo ich des Öfteren das vertraute Zweitaktgeräusch eines Wartburg oder Trabant hören darf.
oh, noch ein Wahlfranzose.
Und das mit den Autos stimmt schon, ungewöhnlichere, ältere, eckigere Autos gibts hier in D kaum noch. Alles nur
Schrägsäule spritsparend runde Eier, da fehlt mir oft auch der Charakter. Aber doch mit brüchiger Grundsubstanz,
soll ja keiner ein Auto oder sonst ein technisches Gerät fürs Leben haben.
Eigentlich müsste man nur mal aus Prinzip einen (Omni)bus fahren, ich mags nämlich eckig und groß. Aber der würde dich jetzt wahrscheinlich auch nicht froh machen ;)

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Re: Leben u./o. Arbeiten im Ausland

Beitrag von Automobilist » Mittwoch 18. Juli 2018, 21:19

kreisel hat geschrieben:
Mittwoch 18. Juli 2018, 20:58
Automobilist hat geschrieben:
Mittwoch 18. Juli 2018, 17:44
Ja ich glaub mein Eindruck vom Rumänen ist erstens schon älter, zweitens sehr selektiv von einem Rumänen, der große Ambitionen hatte nach Deutschland zu kommen, und sich dafür auch einer älteren Frau anzubieten gegen Geld (nicht mich, ich hab ihn nur interviewt); wo es dann hieß wie ganz schlimm und arm es in Rumänien war.

Tiens; die Mitleidmasche...nichts Neues unter der Sonne. Sic perit gloria mundi - ich würde meine ( ältere ) Aphrodite auch dann wollen, wenn sie ihr Geld in die Themse würfe...

Von wegen dem Geld haben und den Autos, hat sich vielleicht auch die Schicht etwas verändert in Rumänien, dass es jetzt auch
eher eine Mittelschicht gibt? Die Leute die nach Deutschland wollen, sind ja meist eher aus der Unterschicht,
Analphabeten (oder sehr gebildet/studiert und landen bei großen Unternehmen als Experten)Mag sein...seltsam nur, daß man dortselbst mehr Geländewagen sogenannter " Premium " - Marken sieht, als etwa in Stuttgart - wollte ich sarkastisch sein ( das will ich immer ), so könnte man ja sagen, dies sei ein schlüssiger Beweis für Analphabetentum; zumindest für technisches Analphabetentum.

Andere Geselligkeit, sich abends einfach nochmal vor die Haustür setzen oder sowas.Trifft es recht gut; in BG sitzen viele alte Leute auf den Dörfern auf Bänken vor ihren Häuser - und betrachten vorbeifahrende Eselfuhrwerke oder philosophieren ...
Da ich aber andererseits sehr introvertiert bin und nicht soviel Geselligkeit ertrage, auch nicht mit Alkohol, wäre
es dann irgendwie doch nicht so meins. aber in der Vorstellung ganz schön.
@Automobillist- dir würde sicher auch das Wort "Kulturbolschewist" gefallen, was mir gerade wieder in den Sinn kommt.Das hat etwas.

Und das mit den Autos stimmt schon, ungewöhnlichere, ältere, eckigere Autos gibts hier in D kaum noch. Alles nur
Schrägsäule spritsparend runde Eier, da fehlt mir oft auch der Charakter. Aber doch mit brüchiger Grundsubstanz,
soll ja keiner ein Auto oder sonst ein technisches Gerät fürs Leben haben.
Eigentlich müsste man nur mal aus Prinzip einen (Omni)bus fahren, ich mags nämlich eckig und groß. Aber der würde dich jetzt wahrscheinlich auch nicht froh machen ;)

So kraftstoffsparend sind diese " Fahrzeuge " nicht einmal - da kenne ich Besseres. Autos und technische Geräte für die ( beinahe ) Ewigkeit gibt es; man muß nur die Finger von allem lassen, was heutzutage hergestellt wird. Ich saß zum letzten Male in einem Autobus...1989, ein Ikarus in Karl - Marx - Stadt, seither nicht mehr. Compromiß ?
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Re: Leben u./o. Arbeiten im Ausland

Beitrag von Nonkonformist » Mittwoch 18. Juli 2018, 22:29

Mein vater kam ais Indonesien, meine mutter aus Belgien. Ich bin in den Niederlaenden geboren und erzogen, aber wirklich heimat waren die Niederlaenden eigentlich nie. Ich fuehle mich am meisten noch Europaer und kann mit nationalismus gar nichts anfangen.

Fuer mich ist Deutschland ausland. Ich lebe hier seit 1996. Manche sachen mag ich an Deutschland, manche auch nicht.

Gearbeitet habe ich in Amsterdam, Rotterdam, Nederhorst den Berg, Muenchen, Berlin, Duesseldorf, Suederbrarup, Hamburg, Luxemburg, Sophia, Nanjing, Hangzhou, Shanghai, Hong Kong. In manche orte ueber jahrenlang, in anderen monate, wochen oder auch nur wenige tage.
Viele meiner arbeitsplaetze waren sehr international, mit kuenstler aus bis zu 15 unterschiedlichen laender.
Menschen sind unterschiedlich in unwichtigen details, individuelle unterschiede sind wichtiger als kulturelle unterschiede, und in den meisten hinsichten sind menschen sich eigenltich ziemlich aehnlich. Ob jemanden dazu einen jig oder der sirtaki tanzt ist dabei voellig unwichtig, und an welchen maerchengott man glaubt macht fuer mich auch keinerlei unterschied, so lange man diesen glauben individuell lebt und keinen anderen aufzwingt. Das einzige was ich nicht mag sind menschen die deren nation und kurioese brauchen als auserwaehlt sehen und anderen runter machen.

Von mir aus kann diese ganze laender-unsinn morgen noch aufhoeren. Frueher war unseren planet riesig, weil man ewig brauchte um van A bis B zu gelangen: jetzt gibt es internet und sattelittelefon, und meiner meinung nach sind laender relikte aus einen vergangenheit. Grenzen sind kuenstlich, eine abstrakte erfindung, ich brauche sie nicht.

Aber ich schaetze, mit diesen ansicht stehe ich noch ziemlich alleine.
I Yam What I Yam & Dats What I Yam - (Popeye the Sailorman.)

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Re: Leben u./o. Arbeiten im Ausland

Beitrag von kreisel » Freitag 20. Juli 2018, 11:22

Automobilist hat geschrieben:
Mittwoch 18. Juli 2018, 21:19
Compromiß ?
Barkas und Cie....ein Latvija darf's auch sein...es geht mir an sich aber nicht um ordinair oder extraordinair; vielmehr eine Frage des persönlichen Gusto - Wehmut mag auch hineinspielen.
Oh ja, der Barkas ist nicht übel. Wenn man dann die ganzen Bilder so sieht, immer mal als Wohnmobil umfunktioniert
usw.
Einer der anderen sah jetzt sehr spacig aus. Sechseckig. Vorne wie hinten. wäre noch interessant wenn man den in beide Richtungen steuern könnte, aber es würde null Sinn machen. Höchstens bei ner engen Straße bergauf wo man nicht wenden kann
und dann Platz wechseln und zurückfahren auf der anderen Busseite.
Nonkonformist hat geschrieben:Grenzen sind kuenstlich, eine abstrakte erfindung, ich brauche sie nicht.
Aber ich schaetze, mit diesen ansicht stehe ich noch ziemlich alleine.
Das glaube ich eher nicht. Nix von den ganzen humanitären One World Aktionen mitgekriegt?
Selbst auf meinem ganz alten Spanisch-buch von vor 24 Jahren stand schon drauf "el mundo es un pañuelo " ,
die Welt ist wie ein Taschentuch, was wie ein Dorf in eins zusammengeknüllt wird, Grenzen zerfließen.
Selbst wenn du jetzt schon esoterisch an die Einheit von allen Menschen und Außerirdischen glaubst,
stehst du damit nicht alleine da, sondern das sind Ideen, die schon zig Jahrzehnte in den Köpfen von
Menschen fließen.

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Re: Leben u./o. Arbeiten im Ausland

Beitrag von Thorson » Dienstag 7. August 2018, 17:04

Ich lebe und arbeite in Norwegen und habe vor, auch langfristig hier zu bleiben. Mir gefällt's.
Nicht so gut wie in Deutschland empfinde ich das Essen, etwas eintöniger und fader und natürlich Brot, welches fast überall auf der Welt nicht an die deutsche Qualität heranreicht. Fisch dagegen ist hier durch die Lage natürlich ausgezeichnet.
Mit ausreichend Sprachkenntnissenen ausgestattet (dazu musste man im Vorfeld natürlich etwas Zeit und Energie investieren) fiel es mir nicht schwer, Anschluss zu finden.
Zu den positiven Seiten zähle ich daneben u.a. die grandiose Natur (Fjorde, Polarlichter etc.), den sehr hohen Lohn (40€/h netto schaffe ich mit meinem Uniabschluss in D sicher nicht auf legalem Wege) womit ich aktuell nicht nur 50% des Nettoeinkommens auf die hohe Kante legen kann sondern auch Urlaube überall sonst auf der Welt geradezu lächerlich günstig anmuten, die hohe Sicherheit/niedrige Kriminalitätsrate und auch allgemein die Politik, welche hier in erster Linie und parteienübergreifend für die eigene Bevölkerung sowie gut integrierte Einwanderer arbeitet und den Sozialstaat langfristig erhalten möchte (aber gut, dies ist ja inzwischen in ganz Europa ein wenig anders als in Deutschland).
Objektive Kriterien in Bezug auf Norwegen: #1 Human-Development-Index, #1 Press Freedom Index, #1 WorldHappiness Report, #1 Legatum Prosperity Index, #1 Democracy Ranking, #1 Rule of Law Index und laut Weltbank (2018) das reichste Land pro Kopf.

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Re: Leben u./o. Arbeiten im Ausland

Beitrag von Milchbub » Donnerstag 9. August 2018, 13:16

Thorson hat geschrieben:
Dienstag 7. August 2018, 17:04
...Kriterien in Bezug auf Norwegen:... #1 Press Freedom Index, #1 WorldHappiness Report,...
Diese Positionen haben die Norweger erst kürzlich den anderen dieses "gestohlen" . :lol:

Grüß mir bitte die Trolle ;)
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Re: Leben u./o. Arbeiten im Ausland

Beitrag von Clochard » Donnerstag 9. August 2018, 14:52

Norwegen, naja... solange man in Oslo wohnt und arbeitet. Aber irgendwo am Polarkreis in nem Dorf mit 20 Einwohnern und 8 Monaten im Jahr Dunkelheit :shock:

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Re: Leben u./o. Arbeiten im Ausland

Beitrag von Milchbub » Montag 13. August 2018, 02:03

Clochard hat geschrieben:
Donnerstag 9. August 2018, 14:52
Norwegen, naja... solange man in Oslo wohnt und arbeitet. Aber irgendwo am Polarkreis in nem Dorf mit 20 Einwohnern und 8 Monaten im Jahr Dunkelheit :shock:
:lol: Vielleicht denken aber genau diese20 Bewohner irgendwo am Polarkreis: "Wie kann man nur in einer überfüllten Gegend in Mitteleuropa leben. Es gibt nur Lärm, Luftverschutzung, Hektik, Kriminalität, wenig Wohnraum und die Menschen haben überhaupt keine Verbindung zur Natur. Wie können diese Menschen da nur Leben?"
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Milchbub
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Re: Leben u./o. Arbeiten im Ausland

Beitrag von Milchbub » Montag 13. August 2018, 03:55

Nonkonformist hat geschrieben:
Mittwoch 18. Juli 2018, 22:29
Mein vater kam ais Indonesien, meine mutter aus Belgien. Ich bin in den Niederlaenden geboren und erzogen, aber wirklich heimat waren die Niederlaenden eigentlich nie. Ich fuehle mich am meisten noch Europaer und kann mit nationalismus gar nichts anfangen.

Fuer mich ist Deutschland ausland. Ich lebe hier seit 1996. Manche sachen mag ich an Deutschland, manche auch nicht.
Du fühlst Dich als Europäer, aber mitten in Europa (in Deutschland) bist Du im Ausland. Wieso eigentlich? Warum ist es für Dich Ausland?
Ich selber würde mich nie als Europäer bezeichnen.
Ich fühle mich nicht Griechisch, Spanisch, Flämisch, Schottisch, Isländisch oder Russisch. Ich bin wer ich bin. Meine Identität(en) haben mir meine Eltern gegeben.
Nonkonformist hat geschrieben:
Mittwoch 18. Juli 2018, 22:29
Von mir aus kann diese ganze laender-unsinn morgen noch aufhoeren. Frueher war unseren planet riesig, weil man ewig brauchte um van A bis B zu gelangen: jetzt gibt es internet und sattelittelefon, und meiner meinung nach sind laender relikte aus einen vergangenheit. Grenzen sind kuenstlich, eine abstrakte erfindung, ich brauche sie nicht.

Aber ich schaetze, mit diesen ansicht stehe ich noch ziemlich alleine.
Ich denke zum Thema gibt es unzählig viele Meinungen. Zum Teil gibt es heute schon keine Grenzen mehr. Wir leben doch fast schon innerhalb der EU ohne Staatengebilde. Die Milka Schokolade kann man oft zum leid der regionalen Schokoladen fast überall in Europa kaufen - Die europäischen Metropolen sind von allen Menschen aus allen Kontinenten bewohnt. Es ist hier in europäischen Städten beinahe genau so multikulturell wie in den Städten der Vereinigten Staaten von Amerika. Die ursprünglichen Kulturen wurden aber leider zerstört. Meiner Meinung nach wurden überall auf der Welt in der Vergangenheit viele Grenzen künstlich mit Bleistift und Lineal gezogen. Dadurch wurden in den künstlichen Staatengebilde viele zusammenhängende Kulturen zerstört...

Ich habe nichts gegen offene Grenzen, wenn man die Garantie hat in seiner sehr lang bewohnten Heimat die eigene Kultur zu leben, die eigenen Traditionen zu leben und in der eigenen Muttersprache singen und sprechen zu dürfen. Das ganze natürlich friedlich ohne einer Unterdrückung.
Sind durch offene Grenzen die Kulturen, die Sprachen, das gesellschaftliche Leben und etc. auf irgendeiner Weise gefährdet mache ich mir große Sorgen das wieder viele Kulturen verschwinden...

Mir fehlt der Glaube dass Menschen andere Menschen friedlich leben lassen. Es wird immer Menschen mit oder ohne Staatengebilde geben die anderen Menschen etwas aufzwingen möchten. Sei es ihre Ideologie, ihren Willen, ihre Lebensweise, ihre Religion, ihre Nationalität, ihre Internationalität, ihre Sprache..
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Re: Leben u./o. Arbeiten im Ausland

Beitrag von Nonkonformist » Montag 13. August 2018, 07:09

Milchbub hat geschrieben:
Montag 13. August 2018, 03:55
Nonkonformist hat geschrieben:
Mittwoch 18. Juli 2018, 22:29
Mein vater kam ais Indonesien, meine mutter aus Belgien. Ich bin in den Niederlaenden geboren und erzogen, aber wirklich heimat waren die Niederlaenden eigentlich nie. Ich fuehle mich am meisten noch Europaer und kann mit nationalismus gar nichts anfangen.

Fuer mich ist Deutschland ausland. Ich lebe hier seit 1996. Manche sachen mag ich an Deutschland, manche auch nicht.
Du fühlst Dich als Europäer, aber mitten in Europa (in Deutschland) bist Du im Ausland. Wieso eigentlich? Warum ist es für Dich Ausland?
Ich selber würde mich nie als Europäer bezeichnen.
Ich fühle mich nicht Griechisch, Spanisch, Flämisch, Schottisch, Isländisch oder Russisch. Ich bin wer ich bin. Meine Identität(en) haben mir meine Eltern gegeben.
Mal schauen.
Unsere kultur wuerde gepraegt von einen Judischen religion, unseres rechtsystem basiert auf das Roemische, demokratie wuerde in Griechenland erfunden, der Renaissance entstand in Italien, der Aufklaerung war hauptsaechlich Franzoesisch, popmusik haette es ohne den Jazz und Rock 'n Roll aus Amerika und der Britisch Invasion wohl kaum gegeben, wissenschaft war wohl immer sehr international, etc.
Die buecher die ich gelesen habe kamen nicht nur aus den Niederlaenden und kamen aus mehreren laender.
Es gibt eine gemeinsame kultur der grosteilig aus ganz Europa stammt, und mit diese fuehle ich mich verbunden.
Europa hat seinen kulturtraeger, seinen wissenschaft, seine memen, immer grosszuegig geteilt.
Meine indentitaet wuerde von alles gepraegt womit ich in beruehrung kam, nicht nor von meinen eltern.
Ich hasse der Calvinistische mentalitaet und habe mich deswegen auch nie richtig Niederaender gefuehlt.
Deutschland ist mir im grunde zu burokratisch und pragmatisch: es hatte das geld fuer grosse trickfilmproduktionen aber nur wenige geeignete kuenstler, die zum 70% aus den ausland kamen. Mein arbeitsumfeld war meist sehr international, die meisten Deutsche trickfilmstudios waren deswegen auch Englischsprachich. Deutsche humor bringt mich nicht zum lachen und ist fuer den meisten auslaender nicht lustig, ich mag da die Briten und Amerikaner viel mehr. Fast alles was ich im fernsehen oder kino anschaue ist Amerikanisch oder Britisch, und das auch bevorzuegt in originalsprache. Deutschland hat andere brauche als ich aus meinen jugend kenne, ist mir kulturell aber immer noch viel naeher als China, wo ich insgesammt auch ein halbes jahr gearbeitet habe.
Amerika ist mir zu religioes und zu kapitalistisch, obwohl ich teile deren kultur sehr mag: trickfilm so wie ich diese beruflich gemacht habe haette es ohne Disney und co nie gegeben.
Ich bin halb Asiatisch, aber mit den Asiatischen kulturen konnte ich noch nie viel angefangen
Milchbub hat geschrieben:
Montag 13. August 2018, 03:55
Ich denke zum Thema gibt es unzählig viele Meinungen. Zum Teil gibt es heute schon keine Grenzen mehr. Wir leben doch fast schon innerhalb der EU ohne Staatengebilde. Die Milka Schokolade kann man oft zum leid der regionalen Schokoladen fast überall in Europa kaufen - Die europäischen Metropolen sind von allen Menschen aus allen Kontinenten bewohnt. Es ist hier in europäischen Städten beinahe genau so multikulturell wie in den Städten der Vereinigten Staaten von Amerika. Die ursprünglichen Kulturen wurden aber leider zerstört.
Deutschland gibt es auch noch nicht so ganz lange und die meisten bundeslaender haben immer noch eigene dialekten und einen eigenen kultur: Bayern und Preussen sind noch immer unterschiedlich. Auch vereint kann es regionale unterschiede geben.
Und eine typisch Deutsche Rockband wie Rammstein haette es ohne Jazz, Blues, Rock 'n Roll und Birtische Rock wohl nie gegeben.
Wann es keinerlei kultureinfluss geben darf, sollte es in Deutschland nur altmodische schlaeger nach muster musikantenstadl geben.
Milchbub hat geschrieben:
Montag 13. August 2018, 03:55
Meiner Meinung nach wurden überall auf der Welt in der Vergangenheit viele Grenzen künstlich mit Bleistift und Lineal gezogen. Dadurch wurden in den künstlichen Staatengebilde viele zusammenhängende Kulturen zerstört...
Grenzen hatten immer mit macht, ressourcen, geld und verwaltung zu tun.
Milchbub hat geschrieben:
Montag 13. August 2018, 03:55
Ich habe nichts gegen offene Grenzen, wenn man die Garantie hat in seiner sehr lang bewohnten Heimat die eigene Kultur zu leben, die eigenen Traditionen zu leben und in der eigenen Muttersprache singen und sprechen zu dürfen. Das ganze natürlich friedlich ohne einer Unterdrückung.
Es sagt mich immer weniger, diese eigener Kultur, eigene traditionen, eigene muttersprache, und Deutschland war mir schon immer viel zu wenig international, da sind die Niederlaender wesentlich weltoffener. Das grossteil der Niederlandische musik, bis auf der kleinkunstsektor, ist ueberigens ziemlich grausam, und wuerde ich nicht freiwillig mitsingen.
Milchbub hat geschrieben:
Montag 13. August 2018, 03:55
Sind durch offene Grenzen die Kulturen, die Sprachen, das gesellschaftliche Leben und etc. auf irgendeiner Weise gefährdet mache ich mir große Sorgen das wieder viele Kulturen verschwinden...
Meist wird was neues daraus geboren. Popmusik is eine mischung aus vielen musiktraditionen die in den VS auf einander geprallt sind.
Und so einiges an alte traditionen wird ich nicht nachtrauern, die meisten empfinde ich nur noch als mehr oder weniger interessante kuriositaeten aus der vergangenheit. Ich nimm es alles nicht sehr ernst und als nonkonformist war mir ein solcher gruppenzugehoerigkeit sowieso schon immer fremd; fuer traditionen bin ich viel zu individualistisch.
Ich sehe es wie beim essen. Jeden tag gutbuergerlich waere stinklangweilig. Ich esse gern auch mal italienisch, mal chinesich, mal indonesisch, mal belgisch, etc. Ich mag einen riesentopf an moeglichkeiten, woraus ich frei waehlen kann, ich mag den abwechslung, und zwar in den meisten lebensbereichen.
Kulturen muessen nicht komplett verschwinden, aber sie koennen sich ergaenzen.
Milchbub hat geschrieben:
Montag 13. August 2018, 03:55
Mir fehlt der Glaube dass Menschen andere Menschen friedlich leben lassen. Es wird immer Menschen mit oder ohne Staatengebilde geben die anderen Menschen etwas aufzwingen möchten. Sei es ihre Ideologie, ihren Willen, ihre Lebensweise, ihre Religion, ihre Nationalität, ihre Internationalität, ihre Sprache..
Das ist immer das grosste gefahr mit eigengruppen und fremdgruppen: die eigengruppen sieht die fremdgruppen als minderwertig, eine bedrohung, eine geeignete quelle fuer ressourcen oder erweiteter lebensraum. So harmlos sind die traditionen nicht: charismatische politiker koennen damit menschen zum grausamen taten manipulieren.
Wir sind schon zuviel auf den falschen weg: Brexit, America first, das ist fuer mich ein schritt zurueck, nicht das was ich bevorzuege. Ich haette gerne wieder ein bisschen weniger nationalismus....
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Re: Leben u./o. Arbeiten im Ausland

Beitrag von Milchbub » Montag 13. August 2018, 10:18

Danke Nonkonformist für Deine Antworten. Irgendwie verstehe ich manches nur teilweise. Irgendwie ist vieles entweder nur schwarz oder nur weiß. Aber wo sind die Farben dazwischen?
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Re: Leben u./o. Arbeiten im Ausland

Beitrag von Nonkonformist » Montag 13. August 2018, 14:31

Fuer mich ist kultur nicht einheitlich: es gibt kulturtraeger, Richard Dawkins nennt diese Memen. Solche Memen sind nicht ortsgebunden. Ich entscheide mich nicht nach dasjenige wo ich geboren bin aber bevorzuege die sachen die charakterlich zu mir passen. Brasilienische Bossanovas, American Songbook oder Franzoesiche Chansons passen um beispiel besser zu meinen melancholische persoenlichkeit als Niederlaendische Volksmusik oder Deutsche Schlagermusik. Was kulturelle sachen angeht ist fuer mich nur ein ding wichtig: mag ich es persoenlich, passt es zu mir, loest es emotionen aus? Ich weiss nicht wieso der ort, wo ich zufaelligerweise geboren bin, mich definieren soll. Aber, wie gesagt, ich bin gar kein gruppenmensch. Ich bin auch sehr froh das kultur nicht mehr so einheitlich ist wie es frueher mal war, das es jetzt diesen riesigen angebot gibt.
Ich bin eher kulturrelativist und multikulturell. Ist das schwarz-weiss? Ich glaube, es macht das leben sogar ein bisschen bunter....
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Re: Leben u./o. Arbeiten im Ausland

Beitrag von Milchbub » Montag 13. August 2018, 15:14

Nonkonformist hat geschrieben:
Montag 13. August 2018, 14:31
Fuer mich ist kultur nicht einheitlich: es gibt kulturtraeger, Richard Dawkins nennt diese Memen. Solche Memen sind nicht ortsgebunden. Ich entscheide mich nicht nach dasjenige wo ich geboren bin aber bevorzuege die sachen die charakterlich zu mir passen. Brasilienische Bossanovas, American Songbook oder Franzoesiche Chansons passen um beispiel besser zu meinen melancholische persoenlichkeit als Niederlaendische Volksmusik oder Deutsche Schlagermusik. Was kulturelle sachen angeht ist fuer mich nur ein ding wichtig: mag ich es persoenlich, passt es zu mir, loest es emotionen aus? Ich weiss nicht wieso der ort, wo ich zufaelligerweise geboren bin, mich definieren soll. Aber, wie gesagt, ich bin gar kein gruppenmensch. Ich bin auch sehr froh das kultur nicht mehr so einheitlich ist wie es frueher mal war, das es jetzt diesen riesigen angebot gibt.
Ich bin eher kulturrelativist und multikulturell. Ist das schwarz-weiss? Ich glaube, es macht das leben sogar ein bisschen bunter....
Du kannst doch hören was Du willst. :gruebel: Kein Mensch zwingt Dich Deutsche Volksmusik zu hören. Ich höre auch nicht Deutsche "Volksmusik". Warum sollte ich es auch tun? Ich bin auch ein Individuum, ein multikultureller Mensch und kein Gruppenmensch. Ich möchte nicht dass eine kulturelle Vielfalt stirbt. Schwarz-Weiß waren eigentlich die Antworten gemeint. Ich finde es gibt noch so viele Dinge dazwischen...
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