Selbstwirksamkeit

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Selbstwirksamkeit

Beitrag von Tintenmalerin » Montag 9. Juli 2018, 00:41

Ich wollte schon öfter was zum Thema Selbstwirksamkeit schreiben, aber das war mir dann doch immer zu abstrakt und irgendwie hing ich daran, wie Selbstwirksamkeit dabei helfen könnte, einen Partner zu finden.
Immerhin hört Selbstwirksamkeit an den Grenzen des Selbst auf. Zu einer Beziehung gehören notwendigerweise zwei, also außer mir noch jemand anders, der sich dafür entschieden hat, mit mir zusammen zu sein. Wie soll Selbstwirksamkeit mir dabei helfen?

Aber ich habe für mich einen Weg gefunden, dass miteinander zu vereinen.
Eine lange Zeit hatte ich das Gefühl, nicht zu zählen. Dass meine Gedanken, Wünsche, Meinungen wertlos sind und es allein schon falsch ist, etwas anderes zu wollen als die, die die Entscheidungen treffen. Ich wollte bloß nie jemanden damit einschränken, dass ich etwas entscheide, selbst wenn es darum ging, meine eigenen Grenzen zu akzeptieren.
Mit der Zeit gelang es mir aber immer besser, für mich selber einzustehen. Und damit habe ich schon wirklich gute Erfahrungen gemacht.
Dass Menschen meine Grenzen akzeptieren und sich nicht von mir abwenden, weil ich mal nein gesagt habe.
Dass ich zähle, dass meine Meinung zählt, selbst wenn ich mich mal nicht durchsetzen kann. Dass ich ernst genommen werde und Entscheidungen tatsächlich maßgeblich beeinflussen kann, ohne andere dabei zu überfahren.
Meine Schwester hat mal über jemanden, der sich selten dazu äußerte, was er wollte, gesagt, dass sie es anstrengend findet, mit solchen Leuten umzugehen, weil man nie weiß, woran man ist. Weil nie so ganz klar ist, ob der andere jetzt wirklich gerne bei etwas mitmacht, oder eigentlich gar nicht will.
Und mir wurde auch schon mal von jemandem gesagt, er finde es gut, dass ich weiß, was ich will und das auch sage.
Dann kann man gemeinsame Entscheidungen treffen...

Also... Selbstwirksamkeit im Umgang mit anderen Menschen bedeutet - für mich - sich selbst klar zu positionieren, authentisch zu sein, zu seinen Wünschen zu stehen und damit Beziehungen aktiv mitzugestalten. Fassbar zu sein, sich selbst einzubringen und gleichzeitig mit anderen in Kontakt zu kommen.
Und Menschen wollen grundsätzlich in Kontakt kommen bzw. in Resonanz zu anderen treten und enge, intime Bindungen eingehen. Dafür ist das Forum das beste Beispiel.

Wie seht ihr das? Könnte ihr mit diesen Gedanken etwas anfangen?
Könnt ihr klar eure Wünsche äußeren? Gesteht ihr euch das ein?
Wo habt ihr die Erfahrung gemacht, dass ihr eine Beziehung, eine Situation mitgestalten könnt, in dem ihr euch in einer Entscheidung eingebracht habt? Wo fällt es euch schwer? Und woran liegt das jeweils?
Das Leben ist einzigartig und wunderschön, selbst wenn es gerade schwer zu ertragen ist.

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Re: Selbstwirksamkeit

Beitrag von Ninja Turtle » Montag 9. Juli 2018, 05:16

Schönes Thema. Muss ich erst mal drüber nachdenken.
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Re: Selbstwirksamkeit

Beitrag von Nonkonformist » Montag 9. Juli 2018, 06:57

Authentisch mich selbst zu sein hat mehr als einmal dazu gefuehrt das ich ausgelacht wuerde, ausgegrenzt und gemobbt.
Ich weiss das die menge an menschen zu wem ich passe, bei wem ich athentisch mich sein kann, ohne das das unangenehme konzequenzen hat, begrenzt ist. Das die eigene familie dich verstossen kann wann man sich authentisch zeigt. Das der eigene vater drohen kann mich zu ermorden, wann ich fuer mich selbst aufkomme, und dann elf jahre lang kein wort mehr mit dir redet (was ich dann wieder als eine befreiung erfahren habe,)

Als nonkonformist ist zu mich selbst stehen immer ein grosses thema gewesen, aber ich habe immer gewusst das es ein preis dafuer zu bezahlen gibt. Das es immer wieder gruppierungen gibt die einem zurueck in die gruppe bringen wollen, konformieren wollen, und das es sanktionen gibt wann man da nicht mitspielt.

Diese akzeptanz, glechguelitg was man sagt oder macht, kenne ich so nicht.
Wer grenze zeigt lauft auch immer das gefahr, ausgegrenzt zu werden.

Meine loesung war immer mehr, das ich meine sozialkontakt eingeschraenkt habe auf menschen die mir ziemlich aehnlich sind, und um die rest der welt einen ziemlichen kreis zu machen. Kleine unterschiede werden meist gut akzeptiert, wann man eine ganz abweichende lebensart und wertvorstellungen hat fuehrt das haufig zu ablehnung. Man stellt anderen indirekt mit diese andere wertvorstellungen in zweiffel, die meisten menschen fuehlen sich dabei unangenehm, und solche stoehrende faktoren muessen von der grupper entweder konformiert oder verstossen werden - als so eine art mislungene, xenofobe, gar nicht wirklich soziale spezies, habe ich der mensch kennen gelernt. Ich habe in meinem jugend gelernt das ich besser tot sein kann als verheiratet mit eine katholische und das der einzig gute muslime eine tote muslime ist. Das ein atheist wie ich den teufel gewitmet ist. Das die trickfilme die ich gemacht habe zu dem verdorbene unterhaltungsindustrie gehoeren und per definition alle schlecht sind. Das ich illustrationen nicht schoen finden darf und die einzig wahre kunst abstrakte kunst ist. Das auch die Niederlaendische pendant zum SPD, die PVDA, rechte faszisten sind. Etc, etc. Zwangskonvertierungen, die ganze ghettos, der gulag archipel, die vernichtungslager, kamen nicht aus dem nichts, das ist einfach wann die menschliche natur sich wirklich zeigt.

Und das geht auch fuer diesem forum.
Wer hier zu eigensinnig ist, der soll besser schnauze halten und am besten konformiert werden, von so einige anderen formumsmitglieder.
Im besten fall ist man dan ein 'bunter vogel', eine art kuriositaet, im schlimmsten fall sind wir hier stoehrfaktoren die diejenigen mit den absoluten wahrheiten im wege stehen und bei deren konvertierungsversuche stoeren. So anders ist es hier nicht.
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Re: Selbstwirksamkeit

Beitrag von Valentin » Montag 9. Juli 2018, 08:00

Das ist wirklich ein guter Ansatz, das Leben mit sich selbst und mit andern sinnvoll und zielführend zu gestalten. Respekt dafür, dass Du Dein Vorhaben, im Umgang mit Dir selbst und mit anderen etwas zu ändern, erfolgreich umgesetzt hast. Wenn ich Deine Zeile richtig deute, fühlst Du Dich wohl damit.

Für sich selbst und seine eigene Wünsche und Interessen einzustehen, seinen Standpunkt zu vertreten, bedeutet ja auch nicht automatisch, dass dieselben des Gegenübers überhaupt nicht zählen oder wertlos sind. Auch hier gilt es zu akzeptieren, dass der Interaktionspartner Wünsche und Interessen in sich vereint. Dass diese mitunter konträr zu den eigenen sein können, liegt in der Natur der Sache. Daher halte ich es für wichtig, in diesem Falle das vorrangige Ziel im Auge zu behalten, sei es beruflich oder privat, und gegebenenfalls anhand von Intentionen, Absichten und Argumenten zu einer Lösung zu kommen. Zuhören, verstehen, mit einem Lächeln auseinandergehen. Ich denke, dabei vergibt man sich trotz aller Wertschätzung für sich selbst nichts, auch einmal einen Schritt zurück zu gehen, wenn es der Sache dient, auch wenn man von faulen Kompromissen absehen sollte, die letztlich beiden Seiten keinen Nutzen stiften.

Bei mir persönlich ist es leider eher so, dass ich eher zurückstecke. Meist geschieht es, um Konflikte oder Spannungen zu vermeiden; zumindest mit dem jeweiligen Interaktionspartner; denn die Konflikte und Spannungen bleiben ja, und ich trage sie dann mit mir selbst aus.

Ich wünsche Dir, dass Du Deinen Ansatz weiter verfolgst und erfolgreiche, angenehme, schöne Beziehungen zu Menschen aufrecht erhältst und neue finden wirst.
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Re: Selbstwirksamkeit

Beitrag von Stabil » Montag 9. Juli 2018, 11:19

Tintenmalerin hat geschrieben:
Montag 9. Juli 2018, 00:41
Wie seht ihr das? Könnte ihr mit diesen Gedanken etwas anfangen?
Könnt ihr klar eure Wünsche äußeren? Gesteht ihr euch das ein?
Wo habt ihr die Erfahrung gemacht, dass ihr eine Beziehung, eine Situation mitgestalten könnt, in dem ihr euch in einer Entscheidung eingebracht habt? Wo fällt es euch schwer? Und woran liegt das jeweils?
Ja, mit den Gedanken kann ich viel anfangen. Du hast deine Überlegungen gut nachvollziehbar beschrieben und ich stimme ihnen für mich auch zu.

Du hast die Selbstwirksamkeitsüberzeugung ergänzt durch Überzeugungen, die besagen, dass du zählst. Und das gehört notwendigerweise dazu.
Diesen Bereich würde ich als Selbstwertschätzung und zum Teil als Selbstakzeptanz bezeichnen. Diese Begriffe habe ich aus diesem Buch übernommern: "The six pillars of self-esteem" von Nathaniel Branden, 1994.

Tja, Wünsche äussern ist nicht immer ganz einfach. Im Lauf der Zeit hab ich da recht viel dazu lernen müssen.
Einen Wunsch in einer Beziehung zu äussern, ist etwas anderes, als eine Bestellung auf zu geben. Es braucht einen geeigneten Zeitpunkt, Zeit und die Bereitschaft, sich darüber mit gegenseitiger Zuneigung auseinander zu setzen. (Wenn es sich nicht um triviale Kleinigkeiten handelt.) Und es braucht die Bereitschaft, eine mögliche Ablehnung des Wunsches und möglicherweise erforderliche Kompromisse zu akzeptieren.

In einer lebendigen Beziehung werden meiner Meinung nach fortlaufend Wünsche eingebracht. Das geschieht aber auf weite Strecken so unscheinbar, dass man es gar nicht bemerkt.

Es gibt einige Punkte, wo es schwieriger wird:
Druck, den einer oder vielleicht auch beide empfinden, Eile, Unklarheit über die Möglichkeiten die man selbst hat und die der Partner hat, mangelhafte Vorbilder, mangelhafte Vorerfahrung und vor allem die eigene Unflexibilität, die einen übersehen lässt, dass etwas auch ganz anders als bisher gemacht werden kann.

Dann hilft oft eine Ankündigung in der Art: Das können wir jetzt nicht lösen, aber ich wünsche mir, dass wir da bald einmal gemeinsam drüber nachdenken, wie wir das lösen können.

Auch eine sozusagen experimentelle Haltung finde ich entlastend, etwa in der Form: Lass uns herausfinden, was wir in unserer Vorstellung wollen und dann probieren wir aus, wie es uns tatsächlich damit geht. So kann man gemeinsam Erfahrung sammeln.
* Der Himmel auf Erden ist kein Honig Schlecken. *
Er ist kein Konsumartikel, erfordert Aktivität und manchmal auch konsequente Arbeit an sich selbst.

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Re: Selbstwirksamkeit

Beitrag von Tintenmalerin » Samstag 14. Juli 2018, 01:25

Ninja Turtle hat geschrieben:
Montag 9. Juli 2018, 05:16
Schönes Thema. Muss ich erst mal drüber nachdenken.
Zu was für einem Ergebnis bist du denn gekommen, wenn ich fragen darf?
Nonkonformist hat geschrieben:
Montag 9. Juli 2018, 06:57
Ich weiss das die menge an menschen zu wem ich passe, bei wem ich athentisch mich sein kann, ohne das das unangenehme konzequenzen hat, begrenzt ist. Das die eigene familie dich verstossen kann wann man sich authentisch zeigt. Das der eigene vater drohen kann mich zu ermorden, wann ich fuer mich selbst aufkomme, und dann elf jahre lang kein wort mehr mit dir redet (was ich dann wieder als eine befreiung erfahren habe,)

Als nonkonformist ist zu mich selbst stehen immer ein grosses thema gewesen, aber ich habe immer gewusst das es ein preis dafuer zu bezahlen gibt. Das es immer wieder gruppierungen gibt die einem zurueck in die gruppe bringen wollen, konformieren wollen, und das es sanktionen gibt wann man da nicht mitspielt.

Diese akzeptanz, glechguelitg was man sagt oder macht, kenne ich so nicht.
Wer grenze zeigt lauft auch immer das gefahr, ausgegrenzt zu werden.
Ja, authentisch sein heißt auch, dass jemand einen so, wie man ist, ablehnen kann. Das geht jedem so, ist also nichts, was dich auszeichnet.
Dass du gerade in deiner Familie so negative Erfahrungen gemacht hast, tut mir Leid. Ich habe den Eindruck, dass dir das immer noch sehr nachhängt.

Menschen, bei denen ich ganz ich selbst sein kann und mich damit angenommen fühle, habe ich bisher auch erst wenige gefunden.
Andere kriegen weniger von mir zu sehen bzw. zu hören. Ich kann auch heimlich, still und leise ich selbst sein.
Zwangskonvertierungen, die ganze ghettos, der gulag archipel, die vernichtungslager, kamen nicht aus dem nichts, das ist einfach wann die menschliche natur sich wirklich zeigt.
Nein. Die menschliche Natur beinhaltet so viel mehr als Grausamkeit.
Und das geht auch fuer diesem forum.
Wer hier zu eigensinnig ist, der soll besser schnauze halten und am besten konformiert werden, von so einige anderen formumsmitglieder.
Im besten fall ist man dan ein 'bunter vogel', eine art kuriositaet, im schlimmsten fall sind wir hier stoehrfaktoren die diejenigen mit den absoluten wahrheiten im wege stehen und bei deren konvertierungsversuche stoeren. So anders ist es hier nicht.
Das empfinde ich vollkommen anders. Ich könnte nicht mal sagen, wer diejenigen sein sollen, an denen man Konfomität überhaupt messen könnte. Ich spüre auch weder selbst Druck, zu konvertieren bzw. mich in irgendeiner Weise zu konformieren, noch sehe ich den gegenüber anderen.
Valentin hat geschrieben:
Montag 9. Juli 2018, 08:00
Respekt dafür, dass Du Dein Vorhaben, im Umgang mit Dir selbst und mit anderen etwas zu ändern, erfolgreich umgesetzt hast. Wenn ich Deine Zeile richtig deute, fühlst Du Dich wohl damit.
Relativ, ja. Ist allerdings auch schon wieder so lange her, dass ich mich gar nicht erinnere, mir das je vorgenommen zu haben.
Und oft genug ist es auch ein Ideal, das ich zwar anstrebe, aber nicht erreiche.
Für sich selbst und seine eigene Wünsche und Interessen einzustehen, seinen Standpunkt zu vertreten, bedeutet ja auch nicht automatisch, dass dieselben des Gegenübers überhaupt nicht zählen oder wertlos sind. Auch hier gilt es zu akzeptieren, dass der Interaktionspartner Wünsche und Interessen in sich vereint. Dass diese mitunter konträr zu den eigenen sein können, liegt in der Natur der Sache.
Auch ein wichtiger Punkt.
Bei mir persönlich ist es leider eher so, dass ich eher zurückstecke. Meist geschieht es, um Konflikte oder Spannungen zu vermeiden; zumindest mit dem jeweiligen Interaktionspartner; denn die Konflikte und Spannungen bleiben ja, und ich trage sie dann mit mir selbst aus.
Ist bei mir ähnlich... Habe mich gerade heute mit einem Kollegen - der sich sehr viele Gedanken über die Persönlichkeitsentwicklung seiner Mitmenschen macht - darüber unterhalten, dass Ausweichen keine gute Strategie ist, weil es insbesondere bei übergriffigem Verhalten eher dazu führt, dass das Gegenüber immer weiter nachrückt, bis über die Schmerzgrenze hinaus. Mindestens er sieht da noch Entwicklungspotential bei mir...
Ich wünsche Dir, dass Du Deinen Ansatz weiter verfolgst und erfolgreiche, angenehme, schöne Beziehungen zu Menschen aufrecht erhältst und neue finden wirst.
Danke :hut:
Stabil hat geschrieben:
Montag 9. Juli 2018, 11:19
Ja, mit den Gedanken kann ich viel anfangen. Du hast deine Überlegungen gut nachvollziehbar beschrieben und ich stimme ihnen für mich auch zu.
:hut:
Du hast die Selbstwirksamkeitsüberzeugung ergänzt durch Überzeugungen, die besagen, dass du zählst. Und das gehört notwendigerweise dazu.
Ja, das sehe ich auch so. Ohne war da eine Lücke in meinem Gedankengang.
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Re: Selbstwirksamkeit

Beitrag von Ninja Turtle » Samstag 14. Juli 2018, 07:59

Tintenmalerin hat geschrieben:
Samstag 14. Juli 2018, 01:25
Ninja Turtle hat geschrieben:
Montag 9. Juli 2018, 05:16
Schönes Thema. Muss ich erst mal drüber nachdenken.
Zu was für einem Ergebnis bist du denn gekommen, wenn ich fragen darf?
Ich finde es in vielen Gällen sehr schwer mich klar zu positionieren, weil ich sehr oft nicht weis, was ich nun eigentlich wirklich will oder eben nicht will.
Andererseits habe ich einen immer besser werdenden Zugang zu meinem eigenen Emotionen, die ja letztendlich darauf einen Hinweis geben.
Und das dann zu kommunizieren, mit all den Unsicherheiten und Unverbindlichkeiten ist schon nicht einfach. Da muss ich mir auch immer wieder sagen, das dass ok so ist. Auch wenn es andere verletzt. Das muss ich mir dann selber auch wert sein.

Das geht mir zumindest gerade so durch den Kopf.
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Re: Selbstwirksamkeit

Beitrag von Nonkonformist » Sonntag 15. Juli 2018, 10:31

Tintenmalerin hat geschrieben:
Samstag 14. Juli 2018, 01:25
Nonkonformist hat geschrieben:
Montag 9. Juli 2018, 06:57
Ich weiss das die menge an menschen zu wem ich passe, bei wem ich athentisch mich sein kann, ohne das das unangenehme konzequenzen hat, begrenzt ist. Das die eigene familie dich verstossen kann wann man sich authentisch zeigt. Das der eigene vater drohen kann mich zu ermorden, wann ich fuer mich selbst aufkomme, und dann elf jahre lang kein wort mehr mit dir redet (was ich dann wieder als eine befreiung erfahren habe,)

Als nonkonformist ist zu mich selbst stehen immer ein grosses thema gewesen, aber ich habe immer gewusst das es ein preis dafuer zu bezahlen gibt. Das es immer wieder gruppierungen gibt die einem zurueck in die gruppe bringen wollen, konformieren wollen, und das es sanktionen gibt wann man da nicht mitspielt.

Diese akzeptanz, glechguelitg was man sagt oder macht, kenne ich so nicht.
Wer grenze zeigt lauft auch immer das gefahr, ausgegrenzt zu werden.
Ja, authentisch sein heißt auch, dass jemand einen so, wie man ist, ablehnen kann. Das geht jedem so, ist also nichts, was dich auszeichnet.
Dass du gerade in deiner Familie so negative Erfahrungen gemacht hast, tut mir Leid. Ich habe den Eindruck, dass dir das immer noch sehr nachhängt.
Nicht nur mit meine familie. Auch mit anderen, meist als konforme gruppe.

Tintenmalerin hat geschrieben:
Samstag 14. Juli 2018, 01:25
Zwangskonvertierungen, die ganze ghettos, der gulag archipel, die vernichtungslager, kamen nicht aus dem nichts, das ist einfach wann die menschliche natur sich wirklich zeigt.
Nein. Die menschliche Natur beinhaltet so viel mehr als Grausamkeit.
Manchmal, ja, und es gibt immer ausnahme-menschen.
Aber meist werden nur die brav konformierte menschen innerhalb der eigene gruppe belohnt fuer deren gefuegigkeit und trifft aussenseiter argwohn bis sanktionen.
Auch wechseln sich unterdrueckten und unterdruecker. Gelingt eine ehemalige unterdrueckte gruppe die macht zu ergreifen, werden die manchmal genau so grausam. Nachdem sie jahrhunderte lang von den Roemer unterdrueckt wuerden, haben die fruehe christen zum beispiel konkurrierende sekten wie die Katharen bis zum letzten mann ausgerottet.

Ich meide andersartige gruppen mit viel gruppenzwang wie die pest, moechte individualistische aussenseiter immer viel mehr.
Tintenmalerin hat geschrieben:
Samstag 14. Juli 2018, 01:25
Und das geht auch fuer diesem forum.
Wer hier zu eigensinnig ist, der soll besser schnauze halten und am besten konformiert werden, von so einige anderen formumsmitglieder.
Im besten fall ist man dan ein 'bunter vogel', eine art kuriositaet, im schlimmsten fall sind wir hier stoehrfaktoren die diejenigen mit den absoluten wahrheiten im wege stehen und bei deren konvertierungsversuche stoeren. So anders ist es hier nicht.
Das empfinde ich vollkommen anders. Ich könnte nicht mal sagen, wer diejenigen sein sollen, an denen man Konfomität überhaupt messen könnte. Ich spüre auch weder selbst Druck, zu konvertieren bzw. mich in irgendeiner Weise zu konformieren, noch sehe ich den gegenüber anderen.
Du nicht, anderen schon. Habe im moment aber kein bock auf langere diskussionen und gehe deswegen nicht tiefer drauf ein.
I Yam What I Yam & Dats What I Yam - (Popeye the Sailorman.)

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Re: Selbstwirksamkeit

Beitrag von Tintenmalerin » Montag 16. Juli 2018, 01:47

Nonkonformist hat geschrieben:
Sonntag 15. Juli 2018, 10:31
Tintenmalerin hat geschrieben:
Samstag 14. Juli 2018, 01:25
Dass du gerade in deiner Familie so negative Erfahrungen gemacht hast, tut mir Leid. Ich habe den Eindruck, dass dir das immer noch sehr nachhängt.
Nicht nur mit meine familie. Auch mit anderen, meist als konforme gruppe.
Ich weiß. Ich bin schon eine Weile im Forum und du wiederholst dich.
Hat seinen Grund, dass ich mich nur auf deine Familie bzw. deinen Vater bezogen habe.
Tintenmalerin hat geschrieben:
Samstag 14. Juli 2018, 01:25
Die menschliche Natur beinhaltet so viel mehr als Grausamkeit.
Manchmal, ja, und es gibt immer ausnahme-menschen.
Viel Glück damit, so ein "Ausnahme-Mensch" sein zu wollen.
Aber meist werden nur die brav konformierte menschen innerhalb der eigene gruppe belohnt fuer deren gefuegigkeit und trifft aussenseiter argwohn bis sanktionen.
[...]
Ich meide andersartige gruppen mit viel gruppenzwang wie die pest, moechte individualistische aussenseiter immer viel mehr.
Schade, dass du Menschen fast ausschließlich als Gruppen wahrnimmst und über einen Kamm scherst.
Zumal Gruppen auch positive Seiten haben, wie Zugehörigkeitsgefühl und Verbundenheit. Die kennst du auch, sonst würde es dir nicht so viel ausmachen, die Gruppe verloren zu haben, der du dich zugehörig gefühlt hast; dein Kollegenkreis der Trickfilmzeichner.
Tintenmalerin hat geschrieben:
Samstag 14. Juli 2018, 01:25
Ich könnte nicht mal sagen, wer diejenigen sein sollen, an denen man Konfomität überhaupt messen könnte. Ich spüre auch weder selbst Druck, zu konvertieren bzw. mich in irgendeiner Weise zu konformieren, noch sehe ich den gegenüber anderen.
Du nicht, anderen schon. Habe im moment aber kein bock auf langere diskussionen und gehe deswegen nicht tiefer drauf ein.
Mich würde zumindest interessieren, wo du mich einordnest. Ist das, was ich schreibe, in deinen Augen schon ein Versuch, dich zu konformieren?
Gibt es das überhaupt als Verb?
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Re: Selbstwirksamkeit

Beitrag von Nonkonformist » Montag 16. Juli 2018, 07:05

Tintenmalerin hat geschrieben:
Montag 16. Juli 2018, 01:47
Nonkonformist hat geschrieben:
Sonntag 15. Juli 2018, 10:31
Tintenmalerin hat geschrieben:
Samstag 14. Juli 2018, 01:25
Dass du gerade in deiner Familie so negative Erfahrungen gemacht hast, tut mir Leid. Ich habe den Eindruck, dass dir das immer noch sehr nachhängt.
Nicht nur mit meine familie. Auch mit anderen, meist als konforme gruppe.
Ich weiß. Ich bin schon eine Weile im Forum und du wiederholst dich.
Hat seinen Grund, dass ich mich nur auf deine Familie bzw. deinen Vater bezogen habe.
Kann gut sein aber es stimmt nicht. Ich sehe weder mein Vater als religionswahn als einzelne grund fuer meinen haltung. Mein Vater handelte auch nur aus einen Wir sind gut und die anderen sind schlecht prinzip, as teil einer gruppe der sich fuer soviel besser als den anderen gewahbt hat, das man anderen runter machen darf. Das prinzip ist in der politik wieder immer mehr praesent.
Tintenmalerin hat geschrieben:
Samstag 14. Juli 2018, 01:25
Tintenmalerin hat geschrieben:
Samstag 14. Juli 2018, 01:25
Die menschliche Natur beinhaltet so viel mehr als Grausamkeit.
Manchmal, ja, und es gibt immer ausnahme-menschen.
Viel Glück damit, so ein "Ausnahme-Mensch" sein zu wollen.
Ich glaube an das friedsame an einander vorbei, nicht an gezwungene interaktion und kuenstliche gruppenzugehoerigkeit. Ich habe immer geeks, nerds, aussenseiter gemocht, nicht die gruppentiere, nicht die die innerhalb einer gruppe politisch den alpha sein wollten oder den alphas hinterher gelaufen sind. Ich mag gruppendynamik nicht, das alphatier-primzip nicht, das mobben der schwaecheren und abweichenden nicht, das prinzip von in-groups und out-groups nicht, auch deswegen nationalismus und (team)sport nicht, und supporter in kriegsfarben und kriegslieder. Alles fuer mich primitives stammenverhalten. Nichts davon mein ding. Habe ich auch aber bereits mehr als einmal hier geschrieben.
Tintenmalerin hat geschrieben:
Montag 16. Juli 2018, 01:47
Aber meist werden nur die brav konformierte menschen innerhalb der eigene gruppe belohnt fuer deren gefuegigkeit und trifft aussenseiter argwohn bis sanktionen.
[...]
Ich meide andersartige gruppen mit viel gruppenzwang wie die pest, moechte individualistische aussenseiter immer viel mehr.
Schade, dass du Menschen fast ausschließlich als Gruppen wahrnimmst und über einen Kamm scherst.
Zumal Gruppen auch positive Seiten haben, wie Zugehörigkeitsgefühl und Verbundenheit. Die kennst du auch, sonst würde es dir nicht so viel ausmachen, die Gruppe verloren zu haben, der du dich zugehörig gefühlt hast; dein Kollegenkreis der Trickfilmzeichner.
Das war eine gruppe van fast anarchistische, wenig angepasste und komplett verspielte aussenseiter. Wir waren alle idolat von trickfilm, ziemlich nonkonformistisch, weit jenseits des spiessertums, und weiter sehr verschieden. Es war eine sehr individualistiche, internationale welt ohne dresscode und mit wenig gruppenzwang oder hierarchie. Was die gesellschaft von uns erwartet oder denkt war uns immer wurst, wir haben nicht nach pflichtprogrammbuch gelebt. Es gibt ein ueberproportionales teil der nie ein familie gegruendet hat, oder ohne fuehrerschein. (Es gab auch welche die idolat von autos waren, mein bester kumpel war Ferrari-fan und hat den Formel Eins geliebt. War auch in ordnung. Hauptsache, wir leben unsere leidenschaften.) Solche menschen fand ich in trickfilm und comicsbereich, sonnst kaum und sicher nicht in grossen mengen. Ich vermisse es so sehr weil es so eine ausnahmegruppe war, mit wenig gruppen-code. Mit meinen jetzigen arbeitsfeld ist es nicht zu vergleichen, das sind brav angepassten die nicht aus der reihe tanzen. Alle geheiratet, alle kinder, alles leben nach gesellschaftlichen programm, und regeln und ordnung sind das oberste. Out of the box thinking ist ausdruecklich nicht gefragt. Der einzige dissident muess vorsicht sein weil viele sich wuenschen das er entlassen wird: es wird viel ueber ihm gelaestert und geklagt. (ich komme gut mit ihm zurecht). In der schule kam ich am besten zurecht mit den nerds, den geeks, den aussenseiter. Nicht mit der kerngruppe. In den perioden das ich gemobbt wuerde kam das aus diese kerngruppe.
Tintenmalerin hat geschrieben:
Samstag 14. Juli 2018, 01:25
Mich würde zumindest interessieren, wo du mich einordnest. Ist das, was ich schreibe, in deinen Augen schon ein Versuch, dich zu konformieren?
Gibt es das überhaupt als Verb?
Ja, das gibt es als verb, und ja, in zumindestens diesen post trifft es auf dich zu.
Du malst gruppen als besser als aussenseiter und willst mich dazu ueberreden gruppen mehr zou moegen.
Aber du bist bei mir noch im gruenen bereich, es gibt hier welche die viel weniger mit individualitaet und abweichende lebensstile und lebenswuensche anfangen koennen.
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Re: Selbstwirksamkeit

Beitrag von Tintenmalerin » Dienstag 17. Juli 2018, 00:55

Nonkonformist hat geschrieben:
Montag 16. Juli 2018, 07:05
Tintenmalerin hat geschrieben:
Samstag 14. Juli 2018, 01:25
Manchmal, ja, und es gibt immer ausnahme-menschen.
Viel Glück damit, so ein "Ausnahme-Mensch" sein zu wollen.
Ich glaube an das friedsame an einander vorbei, nicht an gezwungene interaktion und kuenstliche gruppenzugehoerigkeit. Ich habe immer geeks, nerds, aussenseiter gemocht, nicht die gruppentiere, nicht die die innerhalb einer gruppe politisch den alpha sein wollten oder den alphas hinterher gelaufen sind. Ich mag gruppendynamik nicht, das alphatier-primzip nicht, das mobben der schwaecheren und abweichenden nicht, das prinzip von in-groups und out-groups nicht, auch deswegen nationalismus und (team)sport nicht, und supporter in kriegsfarben und kriegslieder. Alles fuer mich primitives stammenverhalten. Nichts davon mein ding. Habe ich auch aber bereits mehr als einmal hier geschrieben.
Das alles hast du schon mehrfach erwähnt, richtig. Ist aber an völlig an meinem Punkt vorbei.
Mir ging es um den Zusammenhang zwischen deinem negativen Menschenbild (Grausamkeit ist die menschliche Natur, alle Menschen sind grausam) und deinem Selbstbild.
Da gibt es im Grunde zwei Möglichkeiten. Entweder du hast ein gesundes Selbstbewusstsein und hältst dich für einen grundsätzlich nicht grausamen Menschen - einen dieser Ausnahme-Menschen, was ziemlich überheblich wäre - , oder du hältst dich für grundsätzlich schlecht und musst gegen die Grausamkeit ankämpfen, die ja dann logischerweise auch deine Natur ist, um nicht völlig in Selbsthass zu versinken.
Alles andere wäre in meinen Augen kognitive Dissonanz.
Das war eine gruppe [...].
Zumindest darin, dass du Teil dieser Gruppe warst, stimmst du mir also zu.
Ja, das gibt es als verb, und ja, in zumindestens diesen post trifft es auf dich zu.
Nein, tut es ganz entschieden nicht. Was ich vertrete, ist meine ganz persönliche Meinung, meine Gedanken. Die mache ich mir unabhängig davon, was gemeinhin als konform gilt.
Du malst gruppen als besser als aussenseiter und willst mich dazu ueberreden gruppen mehr zou moegen.
Auch damit liegst du so falsch, dass mir die Lust vergeht, mich mit dir zu unterhalten.
Zum einen geht es mir nicht darum, Gruppen als besser darzustellen als Außenseiter. Mir geht es darum, dass ich es nicht sinnvoll finde, Gruppen an sich zu verteufeln, wenn Menschen nun mal soziale Wesen sind und Sozialverbände bilden. Du willst ja auch nicht wirklich einzelgängerisch leben, oder schätze ich dich da völlig verkehrt ein?
Statt also Gruppen komplett zu vermeiden, finde ich den Ansatz sinnvoller, sich die richtigen Gruppen zu suchen. Die, wo man reinpasst.
Das kannst du mir glauben oder auch nicht, aber damit hatte ich auch Probleme. Es gibt wenige Gruppen, mit denen ich mich genug identifiziere, um ein "Wir-Gefühl" zu entwickeln. Und das sind alles keine sonderlich großen oder konventionellen Gruppen.
Und zum anderen wollte ich dir damit nur einen Denkanstoß geben. Eine andere Sichtweise, von der ich denke, dass es dir helfen könnte, dich damit zu beschäftigen. Was du damit anfängst, oder ob du es überhaupt annimmst, ist deine Entscheidung. Ich will dich mit Sicherheit zu nichts überreden.
Da du das anscheinend nur als übergriffig wahrnehmen kannst - eher grob missdeuten - und an einem Austausch - so wie ich das Wort verstehe - nicht interessiert bist, können wir gerne dahin zurückkehren, friedsam aneinander vorbei zu existieren :hut:
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Re: Selbstwirksamkeit

Beitrag von TheRealDeal » Mittwoch 18. Juli 2018, 16:33

Tintenmalerin hat geschrieben:
Montag 9. Juli 2018, 00:41
Also... Selbstwirksamkeit im Umgang mit anderen Menschen bedeutet - für mich - sich selbst klar zu positionieren, authentisch zu sein, zu seinen Wünschen zu stehen und damit Beziehungen aktiv mitzugestalten. Fassbar zu sein, sich selbst einzubringen und gleichzeitig mit anderen in Kontakt zu kommen.
Und Menschen wollen grundsätzlich in Kontakt kommen bzw. in Resonanz zu anderen treten und enge, intime Bindungen eingehen. Dafür ist das Forum das beste Beispiel.
Das hast du schön gesagt. :umarmung2: Ich nehme an, dass vor dem Prozess der Selbstwirksamkeit ein Prozess der Selbstermächtigung eingesetzt hat. Also etwas, was dich dazu in die Lage versetzt hat, gut für dich zu sorgen und das zu tun, was nötig war. Für dich, wie du halt bist und wie dich der Schöpfer haben wollte. Im Grunde sprichst du mir aus der Seele, ich habe die Sache "gesunden Egoismus" genannt. Denn wenn jeder Mensch für sich selbst gut sorgt, ist zumindest mal für jeden Menschen gesorgt.

Das meine Meinung, meine Erfahrungen und meine (spezielle) Biografie einen Wert haben, habe ich das erste Mal in einer Selbsthilfegruppe zum Thema Ängste und Depressionen erfahren. Das war eine gute Erfahrung für mich. Ich befand mich offensichtlich schon immer auf einem guten Weg, brauchte "nur" jemanden, der das alles zusammen gefügt hat, so dass ich mein Leben zu schätzen weiß und vor allen Dingen zu würdigen verstand, was der Schöpfer sich wohl dabei gedacht hat, als er mich erschuf... ;) Ich bin ich, muss man zwar nicht mögen, kann man (oder Frau) aber.

Liebe Tintenmalerin, viel Spaß und Erfolg weiterhin auf deinem Erkenntnisweg. Ich habe so eine Ahnung, dass dir bald ein ganz toller Mann über den Weg laufen wird. Und das beste daran: Du scheinst bereit dazu zu sein, diesen Mann auch erkennen zu können. :daumen:

Deine Argumentation kann ich prima nachvollziehen, allerdings habe ich in meinem Leben nie das Gefühl gehabt, irgendetwas, oder irgendwem entsprechen zu müssen. An dieser Stelle mal ein Kompliment an meine Eltern, die einen guten Job gemacht haben. Und an das eine, oder andere Tier, von denen ich so viel lernen konnte. Ich war ihnen einfach gut genug, so, wie ich war.
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Re: Selbstwirksamkeit

Beitrag von Nonkonformist » Mittwoch 18. Juli 2018, 20:27

Tintenmalerin hat geschrieben:
Dienstag 17. Juli 2018, 00:55
Nonkonformist hat geschrieben:
Montag 16. Juli 2018, 07:05
Tintenmalerin hat geschrieben:
Samstag 14. Juli 2018, 01:25

Viel Glück damit, so ein "Ausnahme-Mensch" sein zu wollen.
Ich glaube an das friedsame an einander vorbei, nicht an gezwungene interaktion und kuenstliche gruppenzugehoerigkeit. Ich habe immer geeks, nerds, aussenseiter gemocht, nicht die gruppentiere, nicht die die innerhalb einer gruppe politisch den alpha sein wollten oder den alphas hinterher gelaufen sind. Ich mag gruppendynamik nicht, das alphatier-primzip nicht, das mobben der schwaecheren und abweichenden nicht, das prinzip von in-groups und out-groups nicht, auch deswegen nationalismus und (team)sport nicht, und supporter in kriegsfarben und kriegslieder. Alles fuer mich primitives stammenverhalten. Nichts davon mein ding. Habe ich auch aber bereits mehr als einmal hier geschrieben.
Das alles hast du schon mehrfach erwähnt, richtig. Ist aber an völlig an meinem Punkt vorbei.
Mir ging es um den Zusammenhang zwischen deinem negativen Menschenbild (Grausamkeit ist die menschliche Natur, alle Menschen sind grausam) und deinem Selbstbild.
Da gibt es im Grunde zwei Möglichkeiten. Entweder du hast ein gesundes Selbstbewusstsein und hältst dich für einen grundsätzlich nicht grausamen Menschen - einen dieser Ausnahme-Menschen, was ziemlich überheblich wäre - , oder du hältst dich für grundsätzlich schlecht und musst gegen die Grausamkeit ankämpfen, die ja dann logischerweise auch deine Natur ist, um nicht völlig in Selbsthass zu versinken.
Alles andere wäre in meinen Augen kognitive Dissonanz.
Ich bin im grunde ganau so grausam und zerstoererich wie mein vater. In den moment das er gedroht hat mich zu ermorden und meine mutter sich zwisschen uns gestellt hat, bin ich voellig bereit gewesen meinen vater mit meinen zaehne seinen kehle durch zu beissen wann ich die chance gehabt haette, ihm voellig zu zerstoeren, und ich wuerde es genossen haben. Ich habe ihm gehasst und ich habe mich ihm tot gewuenscht. Ich hatte ihm in den moment mit liebe aus einander genommen. Ich bin genau so ein monster wie mein vater war, nur habe ich dieses besser im griff und weiss das biest in mir zu kontrollieren. So lange ich unter eine bestimmte wutstufe bleibe, bleibe ich ungefaehrlich. Ueber diese wutstufe waere ich zum vielen faehig. Bin deswegen zu einen zu 'netten' mensch mutiert. Das monster in mir gibt es aber immer noch. Ich lasse dem nur nicht raus.

Ja, es gibt in meinen natur tatsaechlich sachen. wo ich gegen ankaempfen muess.
Mein vater hat mal, wann er als militaerpolizist bei den verhoer einer indonesischen kriegsverbrecher anwesend war, den mann aus wut in den gesicht getreten, obwohl er an den verhoer nicht aktiv mitbeteiligt war. Der mann ist daran gestorben. Ich bin nicht so stark wie es mein vater war, der war ein geuebter strassenkaempfer, aber im gruende waere ich rein emotional auch dazu in der lage.
Nicht so zu sein wie mein vater ist fuer mich arbeit.
In den ich mein bauch, mein R-komplex, mein Es, oder wie man es auch kategorisiert, gewollt stark unterdreucke.
Ich glaube, nur so kann man zum ziviliserten mensch werden, nur wann man das tier in sich kein chance gibt und es einsperrt.
Das wir sonnst zu sehr mit unseren gewattaetigen neffen den schimpansen verwant sind, die krieg fuehren und genozid praktisieren..
Und das verdammt vielen dazu nicht in der lage sind.
Wie denn auch, ich bin kein grosser fan von Bauchmenschen.
Und gerade die trifft man in homogene gruppen viele. Es sind die alphas, die politiker, die machtsmenschen und die hauptmobber. Und die Betas die da kritiklos mitlaufen und mitmachen. Diejenigen, die ausserhalb eine gruppe angst haben alleine zu sein.
Tintenmalerin hat geschrieben:
Dienstag 17. Juli 2018, 00:55
Das war eine gruppe [...].
Zumindest darin, dass du Teil dieser Gruppe warst, stimmst du mir also zu.
Es gibt fuer mich zwei arten von gruppen: homogene, mit viel gruppencodex, gruppendynamik, hierarchie, tradition, rituale und gruppenzwang, und wenig toleranz und raum fuer andersartigkeit, und heterogene gruppen, mit weniger struktur und zusammenhang, und mehr individuelle freiheit. In gruppen der zweite art fuehle ich mich zuhause, aber in meinen erfahrung gibt es davon sehr wenige. In der lehrerschule, wo ich mich sehr einsam gefuehlt habe, gab es eine kleine oase: der redaktion der fachgruppenzeitung, wo ich mitglied war. Das war so eine gruppe.
Tintenmalerin hat geschrieben:
Dienstag 17. Juli 2018, 00:55
Du malst gruppen als besser als aussenseiter und willst mich dazu ueberreden gruppen mehr zou moegen.
Auch damit liegst du so falsch, dass mir die Lust vergeht, mich mit dir zu unterhalten.
Zum einen geht es mir nicht darum, Gruppen als besser darzustellen als Außenseiter. Mir geht es darum, dass ich es nicht sinnvoll finde, Gruppen an sich zu verteufeln, wenn Menschen nun mal soziale Wesen sind und Sozialverbände bilden. Du willst ja auch nicht wirklich einzelgängerisch leben, oder schätze ich dich da völlig verkehrt ein?
Wann es keine menschen gibt ze denen ich passe, bevorzuege ich es solitair zu sein. Ich habe momentan kein freundeskreis, am besten einen bekanntenkreis, und es gab zeiten wann ich nicht mal das hatte, und ganze wochen mit niemanden geredet habe, bis auf das personal in supermaerkte. Bei mir zum besuch gibt es bereits seit jahre niemanden mehr, ich war seit jahren bei niemanden zum besuch. Wie sozial menschen sind ist unterschiedlich. Ich war mal perioden ganz freiwillig im exil. Gibt es niemanden zu wem ich passe, werde ich in diese periode zum eremiten.
In meinen schulzeit war ich gar nicht in gruppen mit eingebunden und hatte ich einzelne freunde die einander nicht gekannt haben. Hatte nie das gefuehl da etwas zu verpassen. In prinzip war das auch noch im trickfilmzeiten so das ich mit den individuen gut ueberein kam, nur haben die sich dort alle auch gegenseitig gekannt und gemeinsam sachen unternommen. Es gab da ein paar after-work kliquen, und war war mal mit den einen, mal mit den anderen unterwegs. Und auch in den gruppen war es mir am wichtigsten das ich mit den individuen gut ueberein kam: auch innerhalb von gruppen sind mir die individuen wichtiger als die gruppe als einheitsstruktur.
Tintenmalerin hat geschrieben:
Dienstag 17. Juli 2018, 00:55
Statt also Gruppen komplett zu vermeiden, finde ich den Ansatz sinnvoller, sich die richtigen Gruppen zu suchen. Die, wo man reinpasst.
Habe ich gemacht, ich fand meine nische zwisschen comicszeichner und trickfilmer, kuenstler aus den unterhaltungssektor. (Richtige kuenstler sind mir meist auch zu skurill und extrem. Die kenne ich noch aus meinem zeit aus der lehrerschule, aus der fachgruppe zeichnen, wo die meiste lehrer gescheiterte kuenstler waren, die frustriert waren weil sie nie in den renommierten museen ausgetellt waren. Wau, die haben sich mit gruppenzwang gut ausgekannt, und diktiert was man schoen zu finden hat und was nicht.)
Tintenmalerin hat geschrieben:
Dienstag 17. Juli 2018, 00:55
Das kannst du mir glauben oder auch nicht, aber damit hatte ich auch Probleme. Es gibt wenige Gruppen, mit denen ich mich genug identifiziere, um ein "Wir-Gefühl" zu entwickeln. Und das sind alles keine sonderlich großen oder konventionellen Gruppen.
Und zum anderen wollte ich dir damit nur einen Denkanstoß geben. Eine andere Sichtweise, von der ich denke, dass es dir helfen könnte, dich damit zu beschäftigen. Was du damit anfängst, oder ob du es überhaupt annimmst, ist deine Entscheidung. Ich will dich mit Sicherheit zu nichts überreden.
Ich war in meine nische-gruppen, die haben sich aufgeloest, weil international und wieder weit weggezogen, oder wil ich weggezogen bin: was uebrig ist hat zum teil familien gegruendet und man trifft sich nur noch so ganz ab und zu. Zur zeit wusste ich nicht, wo neue passenden freunden zu finden. Ich bin noch bei den maennerfuersorgeverein, aus meinen obdachlosenzeit, die organisieren ausfluege, wo ich mich mitbeteilige, da gibt es ein bekanntenkreis, so wie in der AGH-job: wirkliche freunde und sicher bezugspersonen finde ich dort aber nicht.
I Yam What I Yam & Dats What I Yam - (Popeye the Sailorman.)

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