Ich will für ihn da sein!

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Ich will für ihn da sein!

Beitrag von Panic Girl » Donnerstag 5. Juli 2018, 15:14

Guten Tag :hut:

Mein erster Post, juchhe!
Ich war mir erst ganz unsicher, ob ich mit so einem Thema in einem AB Forum schreiben kann. Aber die Beschreibung "alles was dir auf dem Herzen liegt" hat mich überzeugt :schwitzen:

Es geht mir um meinen besten Freund (19). Ein Internetfreund. Wir haben uns durch ein RPG kennengelernt und sind nun seit Anfang des Jahres richtig gute Freunde. Wochenlang haben wir jeden Abend und an den Wochenenden auch die ganze Nacht auf Discord geredet und als es mir vor zwei Wochen so schlecht ging, war er für mich da.

Nun ist es umgekehrt. Der Hund seiner Großeltern ist tot und er hat das Tier abgöttisch geliebt. Er ist total fertig deswegen und seiner Familie fällt nichts besseres ein, als ihn der Arbeitsverweigerung zu beschuldigen, weil er sich deshalb frei nahm und jetzt bei einer Freundin wohnt. Die hat dummerweise auch einen Hund und jetzt kommen Vorwürfe, wie: "Du hast ja nur den Köter im Kopf", "Du bist zu faul um zu arbeiten", etc.
Ich war entsetzt.
Das schlimmste ist, dass er anfällig für Depressionen ist und sich nun wieder selbst verletzt. Ich habe Angst, dass er sich was noch viel schlimmeres antut...:surprise:
Sein Therapeut ist bereits für drei Wochen im Urlaub und seine Freundin fährt nächste Woche auch für vier Wochen weg. Er muss dann zurück in seine Wohnung und ist dann völlig alleine. Ich meine, von seiner Familie erfährt er ja keine Hilfe. Die erwarten auch, dass er sich jetzt um seinen Großvater kümmert, weil der auch nicht über den Tod des Hundes hinwegkommt - aber IHM geht es doch auch total schlecht!

Aufgefallen ist mir das auch nur, weil er jetzt seit einer Woche nicht mehr im Discord war. Er hat mir das nicht von sich aus erzählt (was aber okay ist). Er sagte mir vorhin (als ich nachfragte und es erfuhr), dass er mich da raushalten wollte, weil ich selbst genug Probleme habe. So süß das auch von ihm ist, ich finde es viel furchtbarer, wenn er es mir verschweigt. Ich will für ihn da sein!!

Aber was sagt man in einer so prekären Lage?
Vorhin haben mir wirklich die Worte gefehlt und ich konnte nur mein Beileid bekunden. Ich sagte ihm, dass er mich nächste Woche im Urlaub gerne anrufen kann, wenn es ihm schlecht geht, ich werde mein Handy definitiv laut stellen! Aber wenn er mich anruft...was sage ich dann? Wenn er mir sagt, er weiß nicht mehr weiter, was soll ich ihm sagen?
Ich möchte ihm so gerne helfen - es macht mich wahnsinnig, dass ich nicht mehr weiter weiß :wuetend:

Habt ihr Antworten?
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Re: Ich will für ihn da sein!

Beitrag von Ninja Turtle » Donnerstag 5. Juli 2018, 16:06

Nur zuhören reicht oft schon aus, das es dem anderen besser geht. Da muss man gar nicht groß was sagen.
:kopfhoerer: :tanzen2: :umarmung2:

Die SHG-Frankfurt trifft sich jeden 1. und 3. Freitag im Monat. (Dann besaufen wir uns und feiern wilde Sexorgien. Man kann aber auch nur zugucken.) :mrgreen:

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Re: Ich will für ihn da sein!

Beitrag von Endura » Donnerstag 5. Juli 2018, 16:14

Kann ich nicht ganz nachvollziehen. War nicht mal sein Hund. Sowas passiert nun mal irgendwann.

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Re: Ich will für ihn da sein!

Beitrag von w82nrw » Donnerstag 5. Juli 2018, 16:22

Ich finde weder sein noch dein Verhalten normal oder sagen wir besonders gesund....

Wenn er sagt er weiß nicht mehr weiter, dann sag ihm dass er eine Krankheit hat die man behandeln kann und hilf ihm zu dieser Behandlung zu kommen.

Allgemein: wenn es einer Freundin/einem Freund schlecht geht, biete ich mein Ohr zum zuhören kann oder frage was/wie ich helfen kann. Das kann bedeuten dass ich z.B. einfach nur da bin oder auch Aufgaben erledige. Wichtig: es ist ein Angebot, die betreffende Person muss von sich aus Hilfe wollen.
ABER: Wenn ein Freund/Freundin massiv krank ist (und darauf deutet sehr vieles in deiner Beschreibung) dann gilt: ich bin kein Therapeut! Dafür gibt es Profis.
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Re: Ich will für ihn da sein!

Beitrag von Axolotl » Donnerstag 5. Juli 2018, 16:54

Panic Girl hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 15:14
Nun ist es umgekehrt. Der Hund seiner Großeltern ist tot und er hat das Tier abgöttisch geliebt. Er ist total fertig deswegen und seiner Familie fällt nichts besseres ein, als ihn der Arbeitsverweigerung zu beschuldigen, weil er sich deshalb frei nahm und jetzt bei einer Freundin wohnt. Die hat dummerweise auch einen Hund und jetzt kommen Vorwürfe, wie: "Du hast ja nur den Köter im Kopf", "Du bist zu faul um zu arbeiten", etc.
Ich war entsetzt.
Ok, das muss man aber auch mal aus der andere Perspektive sehen. Das ist der Hund seiner Großeltern. Ich könnte es besser nachvollziehen, wenn es sein Hund gewesen wäre. Aber so sieht das ganz neutral betrachtet schon etwas seltsam aus. Dass er zu einer Freundin zieht, wegen eines Hundes der nicht mal seiner ist, wirkt von Außen betrachtet eben schon seltsam. Gut ich, kann das insofern nachvollziehen, als dass er das vielleicht als Reißleine sieht, weil er eben irgendwen um sich braucht und sonst keinen Rückhalt spürt. Aber ich kann die andere Seite da schon ein Stück weit verstehen.
Panic Girl hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 15:14
Das schlimmste ist, dass er anfällig für Depressionen ist und sich nun wieder selbst verletzt. Ich habe Angst, dass er sich was noch viel schlimmeres antut...:surprise:
Sein Therapeut ist bereits für drei Wochen im Urlaub und seine Freundin fährt nächste Woche auch für vier Wochen weg. Er muss dann zurück in seine Wohnung und ist dann völlig alleine. Ich meine, von seiner Familie erfährt er ja keine Hilfe. Die erwarten auch, dass er sich jetzt um seinen Großvater kümmert, weil der auch nicht über den Tod des Hundes hinwegkommt - aber IHM geht es doch auch total schlecht!
Was aber auch nicht ganz normal ist. Trauer darf man empfinden. Aber das geht ja nun auch ein bisschen weit. Ich finde eigentlich auch gar nichts schlimmes daran, wenn er sich um seinen Großvater kümmert. Sie leiden ja ganz offenbar am selben Problem. Das kann sich ja sogar positiv auswirken.
Panic Girl hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 15:14
Aufgefallen ist mir das auch nur, weil er jetzt seit einer Woche nicht mehr im Discord war. Er hat mir das nicht von sich aus erzählt (was aber okay ist). Er sagte mir vorhin (als ich nachfragte und es erfuhr), dass er mich da raushalten wollte, weil ich selbst genug Probleme habe. So süß das auch von ihm ist, ich finde es viel furchtbarer, wenn er es mir verschweigt. Ich will für ihn da sein!!
Den Wunsch kann ich nachvollziehen. Meine beste Freundin habe ich auch online kennengelernt und sie hat mir damals auch nicht immer alles erzählt. Also habe ich ihr klar gesagt, dass ich das respektiere und sie nur was zusagen braucht dann bin ich für sie da. Ihn jetzt zu drängen führt nur dazu, dass er sich weiter in sen Schneckenhaus zurückzieht. Dass er dich da raushalten will, weil du eigene Probleme hast, ist der Wink dir zu sagen "bitte halte dich zurück".
Panic Girl hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 15:14
Aber was sagt man in einer so prekären Lage?
Vorhin haben mir wirklich die Worte gefehlt und ich konnte nur mein Beileid bekunden. Ich sagte ihm, dass er mich nächste Woche im Urlaub gerne anrufen kann, wenn es ihm schlecht geht, ich werde mein Handy definitiv laut stellen! Aber wenn er mich anruft...was sage ich dann? Wenn er mir sagt, er weiß nicht mehr weiter, was soll ich ihm sagen?
Ich möchte ihm so gerne helfen - es macht mich wahnsinnig, dass ich nicht mehr weiter weiß :wuetend:

Habt ihr Antworten?
Du machst genau das. Zuhören. Es hilft wenn man seinen Ballast irgendwo lassen kann. Deshalb vermute ich ist er auch mal kurzerhand zu seiner Freundin gezogen. Wie gesagt, mach nicht den Fehler ihn zu drängen. Frage nach, aber wenn du merkst es kommt nichts zurück, dann bohre nicht weiter.
Endura hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 16:14
Kann ich nicht ganz nachvollziehen. War nicht mal sein Hund. Sowas passiert nun mal irgendwann.
Der Hund ist auch gar nicht das Problem. Sie sagt ja, dass er schon in Therapie ist. Das heißt da gibt es schon eine Vorgeschichte. Das ist jetzt nur ein Anlass, aber nicht die Ursache.
Fortschritt bedeutet sich Stück für Stück durchs Leben zu irren, um am Ende durch Zufall richtig zu liegen.

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Re: Ich will für ihn da sein!

Beitrag von Ringelnatz » Donnerstag 5. Juli 2018, 19:47

Panic Girl hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 15:14
Der Hund seiner Großeltern ist tot und er hat das Tier abgöttisch geliebt. Er ist total fertig deswegen und seiner Familie fällt nichts besseres ein, als ihn der Arbeitsverweigerung zu beschuldigen, weil er sich deshalb frei nahm und jetzt bei einer Freundin wohnt. Die hat dummerweise auch einen Hund und jetzt kommen Vorwürfe, wie: "Du hast ja nur den Köter im Kopf", "Du bist zu faul um zu arbeiten", etc.
Ich war entsetzt.
Etwas überzogen ist seine Reaktion schon, um ehrlich zu sein. Andererseits kann ein erwachsener Mensch selbst entscheiden, wann er sich frei nimmt und wo er wohnt. Ist doch okay, wenn er ein paar Tage den Kopf frei bekommen will. Offenbar waren sowohl sein Arbeitgeber als auch seine Freundin damit einverstanden.
Panic Girl hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 15:14
Das schlimmste ist, dass er anfällig für Depressionen ist und sich nun wieder selbst verletzt. Ich habe Angst, dass er sich was noch viel schlimmeres antut...:surprise:
Sein Therapeut ist bereits für drei Wochen im Urlaub und seine Freundin fährt nächste Woche auch für vier Wochen weg. Er muss dann zurück in seine Wohnung und ist dann völlig alleine. Ich meine, von seiner Familie erfährt er ja keine Hilfe. Die erwarten auch, dass er sich jetzt um seinen Großvater kümmert, weil der auch nicht über den Tod des Hundes hinwegkommt - aber IHM geht es doch auch total schlecht!
Da er offenbar schwere psychische Probleme hat (ich denke da eher an Borderline als an eine "einfache" Depression) wäre es sicher gut, wenn er sich an die Urlaubsvertretung seines Therapeuten wendet. Gibt's da eine? Zudem könnte es ihm doch sogar helfen, wenn er gemeinsam mit dem Großvater die Trauer um den Hund bewältigt. Ich verstehe nicht so ganz, wo da das Problem ist :gruebel:
Panic Girl hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 15:14
Ich sagte ihm, dass er mich nächste Woche im Urlaub gerne anrufen kann, wenn es ihm schlecht geht, ich werde mein Handy definitiv laut stellen! Aber wenn er mich anruft...was sage ich dann? Wenn er mir sagt, er weiß nicht mehr weiter, was soll ich ihm sagen?
Das ist doch schon mal gut. Du signalisierst ihm, dass du für ihn da bist und ihm zuhörst. Du könntest ihm z.B. sagen, dass die Trauer um den Hund wieder besser wird und es sich am Anfang immer am schlimmsten anfühlt. Um etwas zu trauern bedeutet, etwas Wertvolles besessen zu haben, für das man auch dankbar sein kann. Die Zeit, die er mit dem Hund des Großvaters hatte kann ihm keiner mehr nehmen. Wenn er andeutet, dass er sich verletzen will oder gar schlimmeres, solltest du ihn dazu überreden, sich sofort Hilfe zu suchen oder (im Notfall) selbst Hilfe zu ihm schicken. Kennt ihr euch eigentlich auch persönlich (im Sinne von "ihr seid euch schon in echt begegnet")?
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Re: Ich will für ihn da sein!

Beitrag von Panic Girl » Donnerstag 5. Juli 2018, 22:03

Ich muss sagen, dass ich einige Kommentare wirklich unangebracht, um nicht zu sagen gemein finde...besonders folgenden:
Endura hat geschrieben:Kann ich nicht ganz nachvollziehen. War nicht mal sein Hund. Sowas passiert nun mal irgendwann.
Ist es nicht seine Sache, ob und wie stark er trauert?
Seine Großeltern wohnen fünf Minuten von ihm, vielleicht hat er tatsächlich sehr viel Zeit mit dem Tier verbracht, es ausgeführt und so weiter. Ihn da als unnormal zu bezeichnen, finde ich etwas dreist und da muss ich jetzt ganz ehrlich mal meinen Freund schützen. Auch ich liebe den Hund meiner Cousine (wohnt nebenan) über alles. Man kann auch um ein Tier trauern, wenn es nicht sein eigenes ist. Andere feiern sogar die Geburtstage ihrer Haustiere.

Zudem halte ich es auch für schlecht, wenn man die Probleme einer Person nicht ernst nimmt. Es mag überspitzt sein, das streite ich nicht ab. Aber anderseits kann eine Person, die wirklich unter etwas leidet, keinen Widerspruch gebrauchen. Und wenn es den anderen noch so übertrieben vorkommt - nicht ernstgenommen zu werden, macht das alles nur noch schlimmer. Also selbst wenn ihr das komisch findet, so hilft mir das nicht weiter, auch wenn ihr mir das sagt. Ich kann ihm das ja schlecht an den Kopf knallen.

Axolotl hat geschrieben:Ich finde eigentlich auch gar nichts schlimmes daran, wenn er sich um seinen Großvater kümmert. Sie leiden ja ganz offenbar am selben Problem. Das kann sich ja sogar positiv auswirken.
Ringelnatz hat geschrieben:Zudem könnte es ihm doch sogar helfen, wenn er gemeinsam mit dem Großvater die Trauer um den Hund bewältigt.
Die Idee hatte ich auch schon, habs ihm nur noch nicht vorgeschlagen.

Ringelnatz hat geschrieben:Da er offenbar schwere psychische Probleme hat (ich denke da eher an Borderline als an eine "einfache" Depression) wäre es sicher gut, wenn er sich an die Urlaubsvertretung seines Therapeuten wendet. Gibt's da eine?
Da hast du auch recht, er hat tatsächlich Borderline. Hätte ich vielleicht dazu sagen sollen, dann wäre es euch vielleicht nicht so komisch vorgekommen. Er reagiert äußerst sensibel und emotional. Wenn er bspw. schlechte Laune hat, beleidigt er mich auch schon mal beim telefonieren. Als wir uns kennenlernten, war ich deswegen oft verunsichert, mittlerweile erinnere ich ihn nur noch daran, dass er das merkt und dann ist auch gut. Er ist echt kein schlechter Kerl, auch wenn das jetzt erstmal so klingt.
Er ist ein misstrauischer Mensch, deswegen hat es ja auch ein Weilchen gedauert bis wir uns anfreundeten. Ich kann mir schon gut vorstellen, wie sehr er unter dem Verlust des Tieres leidet, er liebt besonders Hunde über alles!

Ob es eine Urlaubsvertretung gibt? Uff, keine Ahnung, darauf bin ich nicht gekommen. Aber er wird es sicherlich auch nicht wahrnehmen, selbst wenn. Er ist absolut misstrauisch und schreibt auch lieber, anstatt zu reden. Er hat mir das mal so erklärt, dass er, wenn er über seine Probleme reden soll, einfach nicht kann. Es ist für ihn wie eine Blockade.
Schreiben hingegen ist für ihn eine Art Schlupfloch. Und laut eigener Aussage redet er selbst nach zwei Jahren Arbeit mit seinem Therapeuten nur spärlich und ist in den Behandlungsräumen eher wortkarg und schweigsam...soviel dazu...^^"

Ringelnatz hat geschrieben:Wenn er andeutet, dass er sich verletzen will oder gar schlimmeres(…)
Er HAT sich ja laut eigener Aussage schon verletzt, das ist ja das Ding. Suchtverhalten und so. Er hat auch schon mehrere Selbstmordversuche in den letzten Jahren gehabt, war deswegen auch schon in speziellen Einrichtungen und geht nun zur Therapie. Weil es eine Sucht ist, weiß ich halt auch nie wie ich richtig darauf reagieren soll. Aus eigener Erfahrungen reagiert man ja eher schlecht auf Aussagen wie "Hör auf" oder "Das bringt nichts". Natürlich ist Letzteres richtig, aber DIR bringt es auch nichts, sowas zu hören, wenn es deine Sucht ist. Und deshalb war ich auch vorhin schon etwas überfordert damit und hatte keine Idee, was ich sagen sollte.

Axolotl hat geschrieben:Wie gesagt, mach nicht den Fehler ihn zu drängen.
Ich dränge nicht. Da bin ich mir sicher und das behaupte ich auch aus tiefster Seele. Ich habe ganz vorsichtig gefragt, ob alles in Ordnung ist und da kam dann die Zusammenfassung. Ich fragte, ob er erzählen will und dann brach es raus. Hätte er Nein gesagt, hätte ich das mit einem "Okay, alles gut", akzeptiert!

Ringelnatz hat geschrieben:Das ist doch schon mal gut. Du signalisierst ihm, dass du für ihn da bist und ihm zuhörst. Du könntest ihm z.B. sagen, dass die Trauer um den Hund wieder besser wird und es sich am Anfang immer am schlimmsten anfühlt. Um etwas zu trauern bedeutet, etwas Wertvolles besessen zu haben, für das man auch dankbar sein kann. Die Zeit, die er mit dem Hund des Großvaters hatte kann ihm keiner mehr nehmen. Wenn er andeutet, dass er sich verletzen will oder gar schlimmeres, solltest du ihn dazu überreden, sich sofort Hilfe zu suchen oder (im Notfall) selbst Hilfe zu ihm schicken. Kennt ihr euch eigentlich auch persönlich (im Sinne von "ihr seid euch schon in echt begegnet")?
Es waren schon mal Treffen geplant, aber bislang sind sie immer gescheitert ^^"
Geld-und Zeitmangel. Besonders in den letzten Wochen. Und richtig dicke sind wir ja auch erst seit Anfang des Jahres. Also Nein, bislang kenne ich nur seine Stimme und Bilder auf seinem Instagram Account c:

Ich danke dir und natürlich auch den anderen für ihre durchaus hilfreichen Antworten und den teils bestärkenden Worten. Ich weiß nun ungefähr wie ich mich zu verhalten habe und fühle mich nicht mehr ganz so ratlos ^^
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Re: Ich will für ihn da sein!

Beitrag von Kalypso » Donnerstag 5. Juli 2018, 22:40

Ich suche noch die Verbindung zum AB-Treff.
Er hat eine Freundin und nun ist sein Hund gestorben. :gruebel:
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Re: Ich will für ihn da sein!

Beitrag von Panic Girl » Donnerstag 5. Juli 2018, 22:52

Kalypso hat geschrieben:Ich suche noch die Verbindung zum AB-Treff.
Er hat eine Freundin und nun ist sein Hund gestorben. :gruebel:
Ich hab's bereits geschrieben. Ich war mir selbst unsicher, ob das hier reingehört aber wenn da steht "alles was dir auf dem Herzen liegt" - sorry, dass ich einfach mal Rat suche '-------'

Wer findet dass es hier nicht reingehört, muss sich ja nicht beteiligen. Ich meine, im AB Treff wurde auch schon die Sinnhaftigkeit von Fußball ausdiskutiert :?
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Re: Ich will für ihn da sein!

Beitrag von Endura » Freitag 6. Juli 2018, 07:06

Panic Girl hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 22:03
Ihn da als unnormal zu bezeichnen, finde ich etwas dreist und da muss ich jetzt ganz ehrlich mal meinen Freund schützen.
Unnormal habe ich gar nicht gesagt. Ich kann es nur nicht ganz nachvollziehen. Und mir sind schon tierische Freunde erschossen worden.
Er HAT sich ja laut eigener Aussage schon verletzt, das ist ja das Ding. Suchtverhalten und so. Er hat auch schon mehrere Selbstmordversuche in den letzten Jahren gehabt, war deswegen auch schon in speziellen Einrichtungen und geht nun zur Therapie.
So hart es klingt, du brichst besser den Kontakt zu ihm ab. Da kommt wahrscheinlich nichts gutes dabei raus.

Besonders wenn du als seine Ersatztherapeutin herhalten sollst:
Und laut eigener Aussage redet er selbst nach zwei Jahren Arbeit mit seinem Therapeuten nur spärlich und ist in den Behandlungsräumen eher wortkarg und schweigsam...soviel dazu..

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Re: Ich will für ihn da sein!

Beitrag von Mediin » Freitag 6. Juli 2018, 09:53

Panic Girl hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 22:52
Kalypso hat geschrieben:Ich suche noch die Verbindung zum AB-Treff.
Er hat eine Freundin und nun ist sein Hund gestorben. :gruebel:
Ich hab's bereits geschrieben. Ich war mir selbst unsicher, ob das hier reingehört aber wenn da steht "alles was dir auf dem Herzen liegt" - sorry, dass ich einfach mal Rat suche '-------'

Wer findet dass es hier nicht reingehört, muss sich ja nicht beteiligen. Ich meine, im AB Treff wurde auch schon die Sinnhaftigkeit von Fußball ausdiskutiert :?
Was hier besprochen werden darf hängt davon ab, wer es bespricht.

Ich finde es schön, dass du dich um deinen Freund so kümmerst. So wie ich das sehe, machts du bereits alles für ihn, was in deiner Macht liegt. Sehr viel mehr kannst du einfach nicht tun. Internetfreundschaften nunmal nicht dasselbe wie "Echte".
Wenn er dich anruft und du nicht weißt, was du sagen sollst, dann sag halt genau das: Dass es dich zwar überfordert, aber trotzdem nicht willst, dass er sich was antut und du ihn magst. Ehrlichkeit wärt hier immernoch am längsten.
Tut mir leid dass ich dir keinen besseren Ratschlag geben kann.

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Re: Ich will für ihn da sein!

Beitrag von Endura » Freitag 6. Juli 2018, 10:45

Endura hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 07:06
So hart es klingt, du brichst besser den Kontakt zu ihm ab. Da kommt wahrscheinlich nichts gutes dabei raus.
Vielleicht ist das auch ein bisschen zu hart, ich kenne eure Beziehung nicht.
Wichtig ist Grenzen zu ziehen, und wenn du mit etwas überfordert bist, ist es nur fair es ihm auch mit zuteilen.

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Re: Ich will für ihn da sein!

Beitrag von LonesomeCoder » Freitag 6. Juli 2018, 17:55

Endura hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 07:06
Er HAT sich ja laut eigener Aussage schon verletzt, das ist ja das Ding. Suchtverhalten und so. Er hat auch schon mehrere Selbstmordversuche in den letzten Jahren gehabt, war deswegen auch schon in speziellen Einrichtungen und geht nun zur Therapie.
So hart es klingt, du brichst besser den Kontakt zu ihm ab. Da kommt wahrscheinlich nichts gutes dabei raus.

Besonders wenn du als seine Ersatztherapeutin herhalten sollst:
Und laut eigener Aussage redet er selbst nach zwei Jahren Arbeit mit seinem Therapeuten nur spärlich und ist in den Behandlungsräumen eher wortkarg und schweigsam...soviel dazu..
Bloß nicht, sie sollte den Kontakt aufrecht erhalten. Der Verlust von Freunden würde ihn sehr treffen.
Der Vorteil von guten Freunden ist doch gerade der, dass sie auch in schlechten Zeiten zu einem halten und Kontakt wollen und nicht nur, wenn Kontakt zu einem Spaß oder andere Vorzüge bietet.

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Re: Ich will für ihn da sein!

Beitrag von Radioactivman » Freitag 6. Juli 2018, 22:52

Zeig ihm/sag ihm, dass du für ihn da bist.
Er wird dich ja auch mögen, wenn ihr so viel Zeit miteinander verbracht habt.
Wichtig ist, dass er merkt, dass es auch Menschen gibt, die ihn gut behandeln und denen etwas an ihm liegt, finde ich.
Auch wenn ihr „nur“ Internetfreunde seid, kannst du diese Person sein, die ihm Halt gibt.
Er möchte dich da raushalten, wie du schreibst. Sag ihm, dass es dir nichts ausmacht und du jetzt für ihn da bist, wie er für dich, als es dir schlecht ging.
Viel Erfolg.

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Re: Ich will für ihn da sein!

Beitrag von One One Seven » Samstag 7. Juli 2018, 04:26

Das klingt weder normal noch gesund. Sicher kann der Verlust eines geliebten Haustiers niederschlagend sein, dies ist jedoch ein ganz normaler Vorgang. Ich habe insgesamt drei Familien-Hunde überlebt und auch den Tod meiner Großmutter "überstanden".
Trauern tut jeder Mensch, Tiefpunkte durchleben auch, aber danach geht's wieder bergauf. Spätestens wenn sich jemand selbst verletzt, ist dieser Mensch krank.
Ich habe keine Einblick in seine Familie, nicht wenige "ältere" Eltern sind jedoch unfähig oder unwillens mit psychischen Erkrankung konfrontiert zu werden und sind so konservativ oder altertümlich, dass Depressionen für diese nur "Theater" und als echte Krankheit nicht existent sind.
Du kannst ihm zuhören und ggf. Hilfe anbieten, alles weitere sollte professionell behandelt werden.
I'm going to learn how to douche.

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Re: Ich will für ihn da sein!

Beitrag von Bergkristall » Samstag 7. Juli 2018, 15:22

Der Verlust von Haustieren kann schon für psychisch gesunde Menschen sehr schmerzhaft sein.
Das versteht sicher nicht jeder und wenn man wegen " nur eines Tieres " trauert muss man sich oft allerlei blöde Kommentare anhören.

Ich habe persönlich die Tode meiner Tiere auch immer recht schwer genommen.

Was man dazu sagen kann?
Verständnis für den Schmerz zeigen.
Die Erinnerungen teilen, wenn er das schon möchte.
Vielleicht vorsichtig darauf hinweisen, dass es auch in einigen Wochen ein anderes Tier geben könnte, dass er zu sich nehmen kann, wenn er will.
Nicht zu verwechseln mit "neu", denn ich meine hier keinen Austausch wie bei einer Lampe.
Aber man kann sein Herz wieder öffnen.

Oder nach dem Tod meiner Hunde hab ich immer längere Zeit im Tierheim Hunde ausgeführt... für den Kontakt und um anderen Hunden was gutes zu tun solange ich für ein anderes Tier noch n
Nicht wieder frei war.

Etwas in der Art sind mögliche Vorschläge/ Gesprächsthemen in Sachen Hund.

Was das Andere anbelangt kannst du ihm wirklich nur zuhören und wenn es zu besorgniserregend wird, versuchen zu erreichen, dass er sich an eine Notfallambulanz oder eine Telefonseelsorge wendet bis der Therapeut zurück ist.
So was kriegt man als Freund nicht aufgefangen.
Nicht mal als Partner.
Nicht im Real Life und schon gar nicht Online.
- Alles was passiert, passiert aus einem bestimmten Grund.
- Wer etwas haben möchte, das er noch nie hatte, wird wohl etwas tun müssen, das er noch niemals tat.
- " Ich bin nicht dick. Das nennt man erotische Nutzfläche." :mrgreen:

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