Kann mir wer helfen....?

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Sunshine Lady
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Kann mir wer helfen....?

Beitrag von Sunshine Lady » Donnerstag 7. Juni 2018, 22:54

Huhu :-)

Eigentlich habe ich immer das Gefühl ich kann mich gut in andere Menschen hinein versetzen doch jetzt kann ich es nicht, bzw. weiß ich nicht wie ich mich verhalten soll. Ein Arbeitskollege von mir ist Ende 30, hcab (in meiner Firma gibt es einige) und wohnt bei seinen Eltern. Ich kenne ihn seit fast 10 Jahren, keine Freizeitbeschäftigung ohne Eltern. Urlaube: nur mit Eltern. Nun ist leider der schlimmste Fall überhaupt eingetreten: bei beiden eltern wurde innerhalb der letzten 6 Monate eine schwere Krankheit festgestellt. Er hat keine Ahnung von Haushaltsführung oder sonst was. Er ist recht hübsch und auch kontaktfreudig, trotzdem beim Thema Frauen macht er sofort zu. Wir reden sehr offen und natürlich auch viel darüber dass er bald allein sein wird. Ich weiß oft nicht was sagen und kann mir diese elternfixiertheit nicht erklären. Wie soll ich mich verhalten oder wie kann ich ihm gerade helfen? Oder soll ich einfach nichts machen? Er tut mir so leid und hat diese Einsamkeit nicht verdient!

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Re: Kann mir wer helfen....?

Beitrag von Polarfuchs » Donnerstag 7. Juni 2018, 23:36

Hallo Sunshine Lady,
wie schön, dass du dich um deinen Arbeitskollegen kuemmerst.
Da machst du doch alles richtig.
Meiner Meinung wird dein Arbeitskollege dann lernen muessen, wie man einen Haushalt fuehrt. Und so schwer ist es es nun auch nicht einen Haushalt zu fuehren. Das lernt jeder: die einen frueher und die anderen später.
Sei einfach für deinen Arbeitskollegen da. Damit könntest du ihm schon eine große Hilfe sein. Alles andere wird die Zukunft bringen.
Zuletzt geändert von Polarfuchs am Donnerstag 7. Juni 2018, 23:38, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Kann mir wer helfen....?

Beitrag von Einsamer Wanderer » Donnerstag 7. Juni 2018, 23:37

Versuch ihn doch zu unterstützen, wenn ihr euch schon kennen solltet. Lenk ihn ab mit dem Ziel, die Trauer zu lindern.

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Re: Kann mir wer helfen....?

Beitrag von Wenona » Donnerstag 7. Juni 2018, 23:46

Für mich klingt das pathologisch. Du kannst da also gar nichts machen.
Außer, ihm Unterstützung anbieten, in der Form, dass ihr gemeinsam guckt, wo und wie er eine Frau findet, oder eben Freunde, oder beides.
Hast du aber schon angeboten, soweit ich das richtig rauslese. Wenn er nach mehrmaligem Anbieten (manchmal braucht man eine Weile, um sich zu einem 'ja' zu überwinden, und sich drauf einzulassen) nicht will, solltest du es komplett lassen, und den Kontakt reduzieren. Einfach weil es dich in negativer Hinsicht zu sehr beschäftigt. Also so würde ich das machen. Er wählt seine Lebensweise so, wie er es für richtig und gut hält. Jeder hat ein Recht darauf. Ich kann dein Mitgefühl total verstehen, aber du kannst halt nicht daherkommen und sagen 'aber so wie du lebst ist es nicht richtig'. ;)

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Re: Kann mir wer helfen....?

Beitrag von kreisel » Freitag 8. Juni 2018, 06:43

Belastend ist das für ihn sicher, wenn die Eltern krank sind und dann sicher auch hier und
da und immer mehr die Kräfte dahinschwinden. Da dreht sich die Fürsorge ja dann auch total um,
und der Haushalt ist wahrscheinlich davon noch das kleinere Problem, um dass er sich sorgen muss.
(Später dann mit dem Tod der Eltern konfrontiert sein, und das ohne Netzwerk oder genug Eigenständigkeit).

Aber man steckt auch nicht in demjenigen drin, und sich selber Katastrophen auszumalen
zieht auch selbst einfach nur runter, ohne dass es im anderen etwas bewirkt.
Mehr als deine Sicht sagen, dass er für sich selbst was weiteres aufbaut (Freunde, Beratung, Therapie)
kannst du nicht.
Oder halt locker an ihm dran bleiben, den Kontakt halten, ohne Problemlösungswille.

Ich bezweifle eigentlich, dass er für eine Frau frei ist, bzw die käme dann
in ein sehr enges Konstrukt herein und müsste alles schultern, was er sich jetzt auflädt oder
vermeidet.
Die Änderung / Lösung muss dann schon von ihm aus kommen, aber wenn du immer mal da bist,
kann das ihm doch auch helfen.

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Re: Kann mir wer helfen....?

Beitrag von Serendipity » Freitag 8. Juni 2018, 07:28

Sunshine Lady hat geschrieben:
Donnerstag 7. Juni 2018, 22:54
Wie soll ich mich verhalten oder wie kann ich ihm gerade helfen? Oder soll ich einfach nichts machen? Er tut mir so leid und hat diese Einsamkeit nicht verdient!
Ich finde es in solchen Situationen immer wichtig, dass man deutlich seine Hilfsbereitschaft signalisiert, aber nicht seine Hilfe aufdrängt!
Zeig und sag ihm also, dass du gerne bereit bist ihm zu helfen wo du kannst, wenn er es möchte und wenn er dich darum bittet. Nur dräng ihm deine Hilfe nicht ungefragt auf.
In seiner derzeitigen Situation muss er lernen selbstständig zu werden und in Zukunft eben Dinge und Situationen zu regeln, die ihm bislang vielleicht seine Eltern abgenommen haben. Wenn jetzt wieder jemand kommt und ihm gffs. diese Sachen -aus gut gemeinter aber falsch verstandener Hilfsbereitschaft- wieder aus der Hand nimmt, dann wird er immer ein unselbständiger Mensch bleiben.
Hilfe ja, aber in unterstützender und nicht abnehmender Form.

Viel wichtiger dürfte momentan und wohl auch zukünftig sein, dass er jemanden hat mit dem er reden kann. Wo er also seine Sorgen und Ängste auch mal abladen kann.
Weinen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Gefühlen!

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Re: Kann mir wer helfen....?

Beitrag von Ringelnatz » Freitag 8. Juni 2018, 08:21

oh je, das muss ja furchtbar sein für deinen Arbeitskollegen! Beide Eltern auf einmal zu verlieren ist sicher für (fast) jeden schlimm. Da er auch noch so eine enge Bindung zu ihnen hat, wird es doppelt schwer. Der Arme :sadwoman:

Ich glaube, dass ihm eine schwere Zeit bevorsteht, die du schon dadurch etwas lindern kannst, indem du da bist, mit ihm redest, ihm Unterstützung anbietest. Ich hatte bisher noch nicht unmittelbar mit einer trauernden Familie zu tun, aber im Freundeskreis kenne ich jemanden, dessen Vater sich umgebracht hat. Diese Person hat mal (Jahre später) erzählt, dass in der ersten Zeit auch praktische Hilfe sehr gut war, also dass jemand mal was zu essen gebracht hat und so. Weil das in der Trauer einfach so untergeht und man irgendwann gar nicht mehr unterscheiden kann, ob man sich so schlecht fühlt, weil man so sehr trauert oder weil man seit Wochen nicht mehr richtig isst.
Außerdem scheint der Tod erstmal sehr viel Orga-Aufwand (Beerdigung) mit sich zu bringen. Das kann einerseits gut sein (keine Zeit zum Grübeln), andererseits aber auch überfordern.

Zu guter letzt glaube ich, dass in diesem abrupten Wechsel der Lebenssituation für deinen Kollegen eine Riesenchance liegt, sich weiter zu entwickeln. Natürlich nicht sofort, sondern erst nach einer gewissen Zeit der Trauer. Hauptsache er gibt sich nicht auf, sondern versucht, sein Leben wieder neu in die Hand zu nehmen. Vielleicht kannst du ihm dabei helfen? Wenn du es willst und er es zulässt
Serendipity hat geschrieben:
Freitag 8. Juni 2018, 07:28
Hilfe ja, aber in unterstützender und nicht abnehmender Form.

Viel wichtiger dürfte momentan und wohl auch zukünftig sein, dass er jemanden hat mit dem er reden kann. Wo er also seine Sorgen und Ängste auch mal abladen kann.
Finde ich auch wichtige Punkte. Wobei das Signalisieren evtl. ziemlich deutlich bzw. wiederkehrend sein sollte, da wir hier ja häufiger mal lesen, dass (m)ABs so etwas evtl. gar nicht bemerken oder sogar abtun als "die fühlt sich jetzt verpflichtet, aber so einem Loser wie mir will doch keiner wirklich helfen". Vielleicht schämt er sich auch, wenn er den Haushalt nicht in den Griff bekommt. Wer weiß... wobei er ja das Glück zu haben scheint, trotz allem ein Mensch zu sein, der sich anderen öffnet. Das kann jetzt eine wichtige Ressource sein.
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Re: Kann mir wer helfen....?

Beitrag von Gatem » Freitag 8. Juni 2018, 08:25

Unterstützung anbieten wurde ja jetzt bereits einige Male genannt.

Ich würde dazu noch erwähnen, dass du vielleicht auch ein wenig auf dich selbst Rücksicht nehmen solltest. Also: Mach dir nicht mehr Gedanken um seine Situation, als er selbst. Letztenendes ist es sein Leben und er muss damit klarkommen.

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Re: Kann mir wer helfen....?

Beitrag von Ringelnatz » Freitag 8. Juni 2018, 08:25

ah, und noch ein Nachtrag: Trauerbegleitung (heißt das so?), also das Angebot einer professionellen oder semi-professionellen Unterstützung in der Trauerzeit könnte für ihn evtl. interessant sein. Vielleicht magst du mal recherchieren und ihn ggf. darauf hinweisen, dass es sowas in eurer Nähe gibt (falls das so ist).

Ich finde es übrigens sehr lieb, dass du dich um ihn kümmern möchtest :umarmung2:
Vielleicht wird er in seiner Trauer auch mal ungerecht oder wütend auf die Welt. Lass dich von sowas dann nicht entmutigen und schau auch auf dich, falls die Situation dich überfordert.
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Re: Kann mir wer helfen....?

Beitrag von Sunshine Lady » Freitag 8. Juni 2018, 09:07

Vielen Dank für die vielen netten und vor allem hilfsbereiten antworten!!!!
Was ich nämlich noch ergänzen will ist, dass im Büro sonst keiner so direkt bescheid weiß weil mein Kollege einfach immer grinst und fröhlich ist. Er versucht auch jedem zu helfen und es allen recht zu machen. Ich wusste das auch nicht bon Anfang an mit seinen Eltern, nur als wir vor einigen Wochen bei einer Grippewelle allein waren hat er plötzlich angefangen zu weinen. Ich bin verheiratet und hab 2 Kinder und es war normal für mich eigentlich dass man jemanden den man so lange kennt dann umarmt, aber ich wollte ihn nicht überrumpeln weil ich weiß dass er so etwas nicht kennt. Ich habe es dann halt getan war mir aber nicht sicher ob es okay war. wir waren jetzt frühstücken in der Kantine und ich hab ihm gesagt dass ich für ihn da bin wenn er es will und ich mir erwarte dass er dass auch wirklich sagt wenn er mich braucht und dass ich das gern mache, mich aber nicht aufdrängen will. Er hat gesagt dass er froh ist dass ich da bin und dass es sehr gut tut mit mir zu reden. Und dass er vor Jahren auf mich hören hätte sollen als ich gesagt habe es ist nett dass er sich um die Eltern kümmert, aber er muss sich auch mal um sein leben kümmern. Aber er sagt da ist und war halt immer die hcab Angelegenheit zu peinlich, dann hat er es gelassen. Ich hab dann gesagt dass er noch nicht 90 ist und man das immer noch angehen kann, weil er wirklich ein lieber Mensch ist und eine Frau echt Glück mit ihm hätte, aber dass ich finde darauf kann er sich gerade nicht so konzentrieren weil einfach anderes im Vordergrund steht. Er hat gefragt ob ich ihm helfen kann für 5h die Woche eine Haushaltshilfe zu suchen weil das Haus so groß ist und er von Klinik a zu Klinik b gondelt pausenlos im Moment. Das helfe ihm dann die Anzeige zu schreiben. Danke nochmal!! Update Ende:-)

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Re: Kann mir wer helfen....?

Beitrag von Stabil » Freitag 8. Juni 2018, 09:52

Ich finde, du machst das schon richtig.
Unterstütze ihn dabei, Hilfe zu finden, unterstütze ihn, seine Dinge SELBST in den Griff zu bekommen.
Gib ihm Tipps. Und bleibe dabei, deine eigenen Grenzen zu kennen.
* Am meisten schmerzt das Gute, das wir zwar erlebt haben, aber in uns nicht angekommen ist *

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Re: Kann mir wer helfen....?

Beitrag von Axolotl » Freitag 8. Juni 2018, 13:14

Ich denke du machst das schon richtig. Mehr als Hilfe anbieten kannst du nicht. Und er hat dich ja auch darum gebeten. Ich würde also sagen weiter so. Was jetzt nicht hilft, sind diese Lebensweisheiten von wegen "du bist ja noch nicht zu alt". Ich kenne ihn ja nicht, aber ich nehme an dass ihn das Alleinsein schon sehr stark belastet. Daher ist er ja auch bei dir zusammengebrochen. Er muss jetzt erstmal verarbeiten, dass das Zentrum seines Lebens, und so wie ich das verstanden habe sind seine Eltern das, bald für immer weg sein werden. Das belastet einen natürlich. Ich erlebe das gerade bei einem Ex-Arbeitskollegen, der seine Mutter mit 54 Jahren zu Grabe tragen wird. Das nimmt mit. Wichtig ist, dass jemand da ist der ihn vor dem Absturz bewahrt, sonst geht er nämlich bald nach dem Tod seiner Eltern komplett ein.
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Re: Kann mir wer helfen....?

Beitrag von Gatem » Freitag 8. Juni 2018, 20:10

Axolotl hat geschrieben:
Freitag 8. Juni 2018, 13:14
Er muss jetzt erstmal verarbeiten, dass das Zentrum seines Lebens, und so wie ich das verstanden habe sind seine Eltern das, bald für immer weg sein werden.
Ist jetzt zwar ein wenig vom eigentlichen Thema abschweifend, aber im Grunde kann es ja durchaus sein, dass die Eltern für Ihn nicht wiklich die übermäßige Wichtigkeit haben, die es nach außen hin den Anschein macht. Ich wohne z.B. auch noch bei meinen Eltern und dadurch kann nach außen hin vielleicht auch ein falsches Bild entstehen. Ich würde meine Beziehung zu meinen Eltern jedoch nicht anders einschätzen, als die jedes anderen erwachsenen Kindes zu seinen Eltern.
Wobei ich natürlich nicht sagen will, dass irgendjemand den Verlust der Eltern einfach so wegstecken wird, aber vielleicht sollte man in besagtem Fall auch nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass es die betreffende Person härter emotional mitnimmt, als es bei jedem anderen der Fall wäre.
Hm, kann man einigermaßen verstehen, worauf ich hinaus will? :gruebel:

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Re: Kann mir wer helfen....?

Beitrag von Sunshine Lady » Freitag 8. Juni 2018, 20:35

Ja ich weiß was du meinst, aber das ist hier leider nicht der Fall. Die Eltern sind definitiv Partner und Freundeersatz. Beispiel: mein Mann kennt ihn auch und hatte Karten für ein Autorennen. Ich hab gedacht es wäre eine gute Idee wenn er ihn fragt ob er mit gehen will. Antwort: kannst du noch 2 Karten für meine Eltern besorgen.... Also ich finde die Problematik des Verlusts tatsächlich massiv höher als bei einem "normalen" Verhältnis.....

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Re: Kann mir wer helfen....?

Beitrag von Wenona » Freitag 8. Juni 2018, 20:44

Sag ich ja. Pathologisch.
Also wäre wohl die erste beste Amtshandlung von dir, ihm genau das bewusst zu machen. Wenn du ihm wirklich helfen willst.
Ohne ein Bewusstsein dafür wird er sich nicht von seinen Eltern lösen, auch nicht, nachdem sie gestorben sind.

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Re: Kann mir wer helfen....?

Beitrag von Nonkonformist » Freitag 8. Juni 2018, 21:23

Er wird da durch gehen muessen.
Ich glaube nicht das man da viel aktiv machen kann.
Nur ihm auf seinen weg zur seite gehen und trost spenden.
Bis in den ausmass du dich dabei noch wohl fuehlst.
(Du sollst vielleicht nicht den ersatz-ersatz werden...)
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Re: Kann mir wer helfen....?

Beitrag von Nichtmehrab » Freitag 8. Juni 2018, 21:59

Wenona hat geschrieben:
Freitag 8. Juni 2018, 20:44
Sag ich ja. Pathologisch.
Also wäre wohl die erste beste Amtshandlung von dir, ihm genau das bewusst zu machen. Wenn du ihm wirklich helfen willst.
Ohne ein Bewusstsein dafür wird er sich nicht von seinen Eltern lösen, auch nicht, nachdem sie gestorben sind.
Also ich denke dass es zum jetzigen Zeitpunkt kontraproduktiv ist ihm unter die Nase zu reiben, dass die Beziehung zu seinen Eltern abnormal ist.
Das könnte man vielleicht in Betracht ziehen wenn seine Eltern nicht mehr sind, aber doch nicht jetzt wo er eh schon an seinen psychischen Grenzen ist.
Es ist nie zu früh und selten zu spät :umarmung2: (Alf)

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Re: Kann mir wer helfen....?

Beitrag von Wenona » Freitag 8. Juni 2018, 22:05

Es gibt keinen guten schlechten Zeitpunkt dafür.
Es kann genausogut passieren, dass die Eltern noch die nächsten 30 Jahre im Pflegeheim vor sich hin siechen.
Es wäre eher makaber, auf den Tod der Eltern zu warten, um es ihm aufzuzeigen.
Vielleicht (?) freuen sie sich ja, wenn er sie mit ner Freundin an seiner Seite besucht.

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Re: Kann mir wer helfen....?

Beitrag von Axolotl » Freitag 8. Juni 2018, 23:07

Gatem hat geschrieben:
Freitag 8. Juni 2018, 20:10
Axolotl hat geschrieben:
Freitag 8. Juni 2018, 13:14
Er muss jetzt erstmal verarbeiten, dass das Zentrum seines Lebens, und so wie ich das verstanden habe sind seine Eltern das, bald für immer weg sein werden.
Ist jetzt zwar ein wenig vom eigentlichen Thema abschweifend, aber im Grunde kann es ja durchaus sein, dass die Eltern für Ihn nicht wiklich die übermäßige Wichtigkeit haben, die es nach außen hin den Anschein macht. Ich wohne z.B. auch noch bei meinen Eltern und dadurch kann nach außen hin vielleicht auch ein falsches Bild entstehen. Ich würde meine Beziehung zu meinen Eltern jedoch nicht anders einschätzen, als die jedes anderen erwachsenen Kindes zu seinen Eltern.
Wobei ich natürlich nicht sagen will, dass irgendjemand den Verlust der Eltern einfach so wegstecken wird, aber vielleicht sollte man in besagtem Fall auch nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass es die betreffende Person härter emotional mitnimmt, als es bei jedem anderen der Fall wäre.
Hm, kann man einigermaßen verstehen, worauf ich hinaus will? :gruebel:
Wenn du sagen willst, dass nur weil man bei den Eltern wohnt das keine übermäßige Abhängigkeit von den Eltern inhärieren muss, dann ja. Habe ich verstanden :mrgreen: Aber für mich klingt das hier schon eher so. Man kann durchaus noch bei den Eltern wohnen und trotzdem ein einigermaßen eigenständiges Leben führen. Das klingt hier aber eben nicht danach. Nicht, dass man nicht mal mit seinen Eltern in den Urlaub fahren kann, oder ne gemeinsame Freizeitaktivität ausleben könnte. Aber eben nicht nur ausschließlich mit den Eltern. Das scheint mir eher so eine Art ersatz für die fehlende Gesellschaft durch einen Partner oder Freunde zu sein. Eine Art heile Welt. Und das wird schwer werden.
Es ist möglich keine Fehler zu machen und trotzdem zu verlieren. Das ist keine Schwäche, das ist das Leben.

Früher habe ich mich darüber geärgert, dass das Leben nicht fair ist. Dann habe ich erkannt, dass es noch viel schlimmer wäre, wenn das Leben fair wäre.

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Re: Kann mir wer helfen....?

Beitrag von Nichtmehrab » Samstag 9. Juni 2018, 09:49

Ich hatte das so aufgefasst, dass die Krankheit der Eltern sehr schwer ist und in absehbarer Zeit fatal endet, aber wenn sie sich wieder erholen sollten, wird es sicher nötig sein, dass er sich abnabelt und sein eigenes Leben beginnt.
Ich denke nur dass er in der jetzigen akuten Phase der Krankheit seinen Kopf zur Lebensumstellung und Partnersuche nicht freibekommt.
Zuletzt geändert von Nichtmehrab am Samstag 9. Juni 2018, 10:17, insgesamt 1-mal geändert.
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