Partnerwahl: So viel müssen Sie verdienen ...

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Reinhard
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Re: Partnerwahl: So viel müssen Sie verdienen ...

Beitrag von Reinhard » Sonntag 9. April 2017, 16:06

Tania hat geschrieben:Aber glücklich werden ist bekanntlich sowieso wesentlich schwerer als reich werden :)
Ich denke, es sind mehr Menschen glücklich (oder vielleicht besser formuliert als: stabil lebenszufrieden) als reich ...

Laut BartS Gedankengang aus dem anderen Thread müsste das bedeuten, dass Glücklichwerden leichter ist ...
Mag ja sein, dass jeder seines Glückes Schmied ist.

Aber dabei sollte nicht vergessen werden, dass manche von Haus aus eine komplette Werkstatt mitbekommen, und andere nur einen Hammer und nicht mal einen Amboss.

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Re: Partnerwahl: So viel müssen Sie verdienen ...

Beitrag von Harald Toepfer » Sonntag 9. April 2017, 16:29

Reinhard hat geschrieben:Ich denke, es sind mehr Menschen glücklich (oder vielleicht besser formuliert als: stabil lebenszufrieden) als reich ...
Nicht verwunderlich, da Reichtum in der Regel eine relative Definition zugrundeliegt (z.B. die altbekannten oberen 10%).

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Re: Partnerwahl: So viel müssen Sie verdienen ...

Beitrag von Nasobem » Sonntag 9. April 2017, 17:21

desigual hat geschrieben:Ich fände es praktisch, wenn er ungefährt so viel verdient wie ich. Bei großen Diskrepanzen (in beide Richtungen) könnte ich mir vorstellen, dass es zu Schwierigkeiten im Alltag kommt, sei es bei der Urlaubsplanung oder auch simplen Freizeitaktivitäten. Weder möchte ich aus "Paarzwang" heraus über meine Verhältnisse leben oder mich andauernd aushalten lassen noch möchte ich ständig für meinen Partner zahlen (so viele verdiene ich auch nicht). Davon abgesehen ist mein Eindruck ohnehin, dass Männer mit Frauen, die mehr Geld haben als sie nicht so gut können.
Ich muss zugeben, dass mir finanzielle Fragen bei der Partnerwahl nicht völlig egal waren. Nicht in dem Sinn, dass mir ein grosses Einkommen oder die Finanzierung eines bestimmten Lebensstandards wichtig wären, sondern in dem Sinn, dass ich möchte, dass die Partnerin nicht dauerhaft finanziell von mir abhängig ist. Zeitlich begrenzte Phasen wie z.B. Studium o.ä. sind aus meiner Sicht dagegen ok. Ich hätte mit einer Frau, die freiwillig dauerhaft nicht arbeiten geht (bzw. Frau am Herd als ihren Lebensentwurf ansieht) grosse Mühe.

Beim Listenwahlsystem der Schweiz kann man einzelne Kandidaten von der Liste streichen. Ich streiche grundsätzlich z.B. alle Kandidatinnen, die "Hausfrau", "Familienfrau", "Familienmanagerin" u.ä. als Berufsbezeichnung haben, neben Juristen und Rechtsanwälten bzw. wähle keine Listen, die eine erhebliche Zahl solcher Leute enthalten. Erstere kennen die Arbeitswelt nur aus den Erzählungen ihres Ehemannes, letztere profitieren direkt davon, wenn sie möglichst komplizierte Gesetze erlassen, die von Laien nicht durchschaut werden können.

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Re: Partnerwahl: So viel müssen Sie verdienen ...

Beitrag von Kief » Sonntag 9. April 2017, 18:16

Nasobem hat geschrieben:Ich muss zugeben, dass mir finanzielle Fragen bei der Partnerwahl nicht völlig egal waren. [ ... ]

Beim Listenwahlsystem der Schweiz kann man einzelne Kandidaten von der Liste streichen. Ich streiche grundsätzlich z.B. alle Kandidatinnen, die "Hausfrau", "Familienfrau", "Familienmanagerin" u.ä. als Berufsbezeichnung haben, [ ... ]
Dann wuerde ich also bei Dir durchs Raster fallen, weil ich keine Erwerbsarbeit angeben kann?
Weil all mein Einsatz unbezahlter Natur ist, und ich von Sozialleistungen lebe?


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Re: Partnerwahl: So viel müssen Sie verdienen ...

Beitrag von Tania » Sonntag 9. April 2017, 18:57

Nasobem hat geschrieben:Ich streiche grundsätzlich z.B. alle Kandidatinnen, die "Hausfrau", "Familienfrau", "Familienmanagerin" u.ä. als Berufsbezeichnung haben, ..... Erstere kennen die Arbeitswelt nur aus den Erzählungen ihres Ehemannes ...
Nette Pauschalisierung. Mein Ehemann hat sich während unserer gesamten Beziehung um Haushalt und Kids gekümmert, während ich die Arbeitswelt bereichern durfte. Als er ersteres nicht mehr getan hat und ein paar Monate später ausgezogen ist, bin ich notgedrungen in die Rolle der Vollzeit-Familienmanagerin gewechselt. Und finde diese mies bezahlte 24/7-Position deutlich anstrengender als meinen früheren 9to5-Job als Infosine.

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Re: Partnerwahl: So viel müssen Sie verdienen ...

Beitrag von Nasobem » Sonntag 9. April 2017, 19:50

Kief hat geschrieben:
Nasobem hat geschrieben:Ich muss zugeben, dass mir finanzielle Fragen bei der Partnerwahl nicht völlig egal waren. [ ... ]

Beim Listenwahlsystem der Schweiz kann man einzelne Kandidaten von der Liste streichen. Ich streiche grundsätzlich z.B. alle Kandidatinnen, die "Hausfrau", "Familienfrau", "Familienmanagerin" u.ä. als Berufsbezeichnung haben, [ ... ]
Dann wuerde ich also bei Dir durchs Raster fallen, weil ich keine Erwerbsarbeit angeben kann?
Weil all mein Einsatz unbezahlter Natur ist, und ich von Sozialleistungen lebe?
Du würdest schon durchs Raster fallen, weil du männlich bist... Aber ich vermute, dass du mich missverstanden hast. Frauen, die auf der Wahlliste "Hausfrau", "Familienmanagerin" u.ä. angeben, leben vom Einkommen ihres Ehemannes und sind freiwillig dauerhaft aus dem Erwerbsleben ausgeschieden. Eine Ehefrau zu haben, die hauptberuflich zuhause sitzt, wäre für mich inakzeptabel. Für mich wäre es auch ein Grauen, wenn ich Kinder hätte und die von einer Frau gross gezogen würden, die freiwillig keiner Erwerbstätigkeit nachgeht.

Was dich betrifft: Wenn du einer unbezahlten Tätigkeit nachgehst, die von ihrer Natur her einer Erwerbsarbeit ähnlich ist, solltest du meiner Meinung nach auch dafür bezahlt werden.

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Re: Partnerwahl: So viel müssen Sie verdienen ...

Beitrag von Tania » Sonntag 9. April 2017, 20:37

Nasobem hat geschrieben:Für mich wäre es auch ein Grauen, wenn ich Kinder hätte und die von einer Frau gross gezogen würden, die freiwillig keiner Erwerbstätigkeit nachgeht.
Definiere mal "freiwillig". Wie würdest Du denn die Betreuung Deiner Kinder sicherstellen, falls Du selbst nur finanziell dazu beitragen kannst/willst?

In hochqualifizierten Stellen findet man mit den Restriktionen "keine Überstunden nach Kita-Schließung, keine Reisen über Nacht, und Freistellung bei jeder Kinderkrankheit" so gut wie nix. Selbst die "Muttischicht", die einige wenige Callcenter noch anbieten, erfordert Verfügbarkeit von 8:00-20:00 Uhr.

Natürlich ließe sich trotzdem irgendwas finden. Aber da kommt die erwähnte Freiwilligkeit ins Spiel. Entweder entscheidet man sich freiwillig, die Kinder sehr selten zu sehen und das erarbeitete Geld großteils in die Betreuung zu investieren, oder man entscheidet sich freiwillig, seine Kinder nicht nur in die Welt zu setzen, sondern ihnen auch 18 Jahre lang Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen. Ich persönlich würde keine der beiden Varianten verurteilen.

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Re: Partnerwahl: So viel müssen Sie verdienen ...

Beitrag von Lazarus Long » Montag 10. April 2017, 07:49

Wieviel sie verdient, war mir immer egal. Hauptsache, sie hatte nicht die Einstellung, daß ich sie bis zum Ende ihrer Tage finanzieren solle.
Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.

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Re: Partnerwahl: So viel müssen Sie verdienen ...

Beitrag von Nasobem » Montag 10. April 2017, 14:01

Tania hat geschrieben:
Nasobem hat geschrieben:Für mich wäre es auch ein Grauen, wenn ich Kinder hätte und die von einer Frau gross gezogen würden, die freiwillig keiner Erwerbstätigkeit nachgeht.
Definiere mal "freiwillig". Wie würdest Du denn die Betreuung Deiner Kinder sicherstellen, falls Du selbst nur finanziell dazu beitragen kannst/willst?
Freiwillig ist dann, wenn andere Möglichkeiten bestünden und diese in einem tragbaren Rahmen lägen. Leute, die unfreiwillig in dieser Situation sind (z.B., alleinerziehende Mütter, Leute die aufgrund von Krankheit, Unfall, Behinderung usw. nicht arbeiten können usw.) kandidieren abgesehen davon auch in den seltensten Fällen für ein politisches Amt.
Natürlich ließe sich trotzdem irgendwas finden. Aber da kommt die erwähnte Freiwilligkeit ins Spiel. Entweder entscheidet man sich freiwillig, die Kinder sehr selten zu sehen und das erarbeitete Geld großteils in die Betreuung zu investieren, oder man entscheidet sich freiwillig, seine Kinder nicht nur in die Welt zu setzen, sondern ihnen auch 18 Jahre lang Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen. Ich persönlich würde keine der beiden Varianten verurteilen.
Ok, wenn du aus dem Arbeitsleben ausscheiden willst, bis deine Kinder 18 sind, bist du im Prinzip permanent aus dem Arbeitsleben ausgeschieden. Rechtlich gesehen ist es dann so, dass der Mann dich nach so langer Abwesenheit vom Arbeitsmarkt lebenslang finanzieren muss, weil die Gerichte dann davon ausgehen, dass du ohnehin nicht mehr integrierbar bist, so zumindest die Lage in der Schweiz. Leute, die diesen Weg als den für sich richtigen ansehen, wähle zumindest ich nicht in ein Parlament.

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Re: Partnerwahl: So viel müssen Sie verdienen ...

Beitrag von Nasobem » Montag 10. April 2017, 14:05

Nasobem hat geschrieben:Ok, wenn du aus dem Arbeitsleben ausscheiden willst, bis deine Kinder 18 sind, bist du im Prinzip permanent aus dem Arbeitsleben ausgeschieden. Rechtlich gesehen ist es dann so, dass der Mann dich nach so langer Abwesenheit vom Arbeitsmarkt lebenslang finanzieren muss, weil die Gerichte dann davon ausgehen, dass du ohnehin nicht mehr integrierbar bist, so zumindest die Lage in der Schweiz. Leute, die diesen Weg als den für sich richtigen ansehen, wähle zumindest ich nicht in ein Parlament.
Sorry, zu früh abgeschickt: Was ich noch dazu schreiben wollte: In einer Familie, bei der die Frau permanent aus dem Erwerbsleben ausscheidet, heisst das im Umkehrschluss, dass der Mann definitiv durchgehend Vollzeit arbeitet und damit von seinen Kindern gar nichts hat, weil er ja die Frau und die Kinder im Alleingang finanzieren muss. Es gibt offenbar immer noch Frauen, die diese Situation als völlig normal betrachten, die Vorstellung, dass sie selbst auch arbeiten gehen könnten dagegen als widernatürlich. Wie gesagt, so darf man denken, aber dann kriegt man meine Stimme nicht.

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Re: Partnerwahl: So viel müssen Sie verdienen ...

Beitrag von Kief » Montag 10. April 2017, 15:07

Nasobem hat geschrieben:Freiwillig ist dann, wenn andere Möglichkeiten bestünden und diese in einem tragbaren Rahmen lägen. Leute, die unfreiwillig in dieser Situation sind (z.B., alleinerziehende Mütter, Leute die aufgrund von Krankheit, Unfall, Behinderung usw. nicht arbeiten können usw.) kandidieren abgesehen davon auch in den seltensten Fällen für ein politisches Amt.
Och, wenn ich mir die politisch Aktiven anschaue, dann sind die meisten von Frust und Notwehr motiviert.

Ich kann mir verdammt gut vorstellen, dass da diverse dabei sind, deren alltaegliche Not mit Einschaenkungen und Armut zu tun hat.
Gerade unter den Erwerbslosen sehe ich einen Haufen Leute, die nicht mehr im Hamsterrad und Arbeits-Stressnebel-Tunnelblick gefangen sind.
Sondern zwischen den Katastrophen auch mal mehr Abstand einnehmen, Grundsaetzliches hinterfragen, besser zu den Ursachen kommen.
Wenn man den Notstand erlebt, aber immer wieder mal Ruhe hat, um Uebersicht zu gewinnen, oder sich in noetige Themen zu vertiefen, kann man andere Verknuepfungen ziehen.

Versuch mal einem Fachidioten zu erklaeren, dass fuer bestimmte Fortschritte seine Perspektive zur Sackgasse wird, und andere Perspektiven noetig werden.


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Re: Partnerwahl: So viel müssen Sie verdienen ...

Beitrag von Tania » Montag 10. April 2017, 16:00

Nasobem hat geschrieben: Freiwillig ist dann, wenn andere Möglichkeiten bestünden und diese in einem tragbaren Rahmen lägen.
Und wer entscheidet, was ein "tragbarer Rahmen" ist?
Leute, die unfreiwillig in dieser Situation sind (z.B., alleinerziehende Mütter, Leute die aufgrund von Krankheit, Unfall, Behinderung usw. nicht arbeiten können usw.) kandidieren abgesehen davon auch in den seltensten Fällen für ein politisches Amt.
Schade eigentlich. Würden sie es tun, hätten sie vielleicht ne Lobby - oder zumindest das Verständnis der Öffentlichkeit.
Ok, wenn du aus dem Arbeitsleben ausscheiden willst, bis deine Kinder 18 sind, bist du im Prinzip permanent aus dem Arbeitsleben ausgeschieden. Rechtlich gesehen ist es dann so, dass der Mann dich nach so langer Abwesenheit vom Arbeitsmarkt lebenslang finanzieren muss, weil die Gerichte dann davon ausgehen, dass du ohnehin nicht mehr integrierbar bist, so zumindest die Lage in der Schweiz.
Ich glaube, die Entscheidung, dass eine Frau zu Hause bleibt und der Mann arbeiten geht (oder umgekehrt), wird in einer Ehe von beiden Partnern gemeinsam getroffen. Dann finde ich es durchaus angemessen, wenn auch beide die Verantwortung für die Folgen dieser Entscheidung tragen.
Nasobem hat geschrieben: In einer Familie, bei der die Frau permanent aus dem Erwerbsleben ausscheidet, heisst das im Umkehrschluss, dass der Mann definitiv durchgehend Vollzeit arbeitet und damit von seinen Kindern gar nichts hat, weil er ja die Frau und die Kinder im Alleingang finanzieren muss. Es gibt offenbar immer noch Frauen, die diese Situation als völlig normal betrachten, die Vorstellung, dass sie selbst auch arbeiten gehen könnten dagegen als widernatürlich.
Es gibt glaube ich auch genug Männer, die die Idee, beruflich deutlich kürzer zu treten, um sich um ihre Familie zu kümmern, als absurd betrachten.

Und nicht vergessen: wenn der Mann seine Familie im Alleingang finanzieren kann, dann nur, weil die Frau die Familienarbeit im Alleingang erledigt. Arbeiten müssen beide, um das System am Laufen zu halten. Und zuweilen ist es sinnvoller, wenn einer einen guten Vollzeitjob mit entsprechenden Karrierechancen macht, und der andere 85% der Familienarbeit übernimmt, als wenn beide nen mittelprächtigen Teilzeitjob machen und die Familienarbeit 50:50 teilen.

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Re: Partnerwahl: So viel müssen Sie verdienen ...

Beitrag von NBUC » Montag 10. April 2017, 17:20

Soweit gemeinsam, wie vorab getroffene Bildungsentscheidungen die Frage nicht selbstbeantwortend macht bzw. in Streitfall dann nicht das deutsche Scheidungssunrecht hilfreiche Erpressungsbeihilfe schafft.
der unter den Frauen.

Der Anteil derjenigen Männer, die näheres Interesse an Kindererziehung haben wird schon niedriger sein als der unter den Frauen. Aber spätestens den Haushalt muss auch der Singlemann selber machen.

Und sowohl zu der ausgängigen Entscheidung bei der Berufswahl, wie auch bei der Überlegung dann "dran" zu bleiben dürfte dann wieder die Überlegung zu beigetragen haben, dass Frauen eben zu einem nicht unwesentlichen Teil nach oben bzw mit Blick aufs Einkommen daten. Das ist mit Blichk auf eine Familiengründung bis zu einem gewissenmaß ja auch nur vernünftig.

Aber umgekehrt sorgt die deutlcieh Mehrzahl der entsprechenden Scheidungsurteile auch für ein dem wieder entsprechendes, wenn auch nicht so weit verbreitetes Sicherheitsbedürfnis auf Männerseite. Abgesehen davon, dass eben nicht alle die Kinder nur fürs Ego und Statusbingo brauchen, sondern tatsächlich an ihnen und damit auch am Erzeihungsanteil interessiert sind.

Und daher käme (solange ich noch bei klarem Verstand bin ... :pfeif: ) nur eine Frau mit einem entsprechenden, sie auch begeisternden und adequat bezahlten Job ins Haus.

NBUC, der mal ausgerechnet hat, das er mit einem 2/3 Job zu seinem alten Schulschluss zu Hause wäre und schon eingekauft hätte.
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Alle gesellschaftlichen Betrachtungen enthalten zwangsläufig Verallgemeinerungen und werden daher Ausnahmen und Einzelfälle enthalten, denen sie nicht gerecht werden können.

wenn ich nicht antworten sollte heißt das nicht, dass du Recht hast, sondern ich kein Internet!

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Re: Partnerwahl: So viel müssen Sie verdienen ...

Beitrag von Nasobem » Montag 10. April 2017, 21:58

Kief hat geschrieben:
Nasobem hat geschrieben:Freiwillig ist dann, wenn andere Möglichkeiten bestünden und diese in einem tragbaren Rahmen lägen. Leute, die unfreiwillig in dieser Situation sind (z.B., alleinerziehende Mütter, Leute die aufgrund von Krankheit, Unfall, Behinderung usw. nicht arbeiten können usw.) kandidieren abgesehen davon auch in den seltensten Fällen für ein politisches Amt.
Och, wenn ich mir die politisch Aktiven anschaue, dann sind die meisten von Frust und Notwehr motiviert.

Ich kann mir verdammt gut vorstellen, dass da diverse dabei sind, deren alltaegliche Not mit Einschaenkungen und Armut zu tun hat.
Bei den Parteien, in denen Hausfrauen typischerweise kandidieren (nämlich SVP und FDP), wird das Gros der Kandidaten Armut gerade so knapp buchstabieren können. Sorry, die Vorstellung, dass Leute aus diesen Kreisen je ernsthafte existenzielle Probleme haben, ist völlig absurd.
Und nicht vergessen: wenn der Mann seine Familie im Alleingang finanzieren kann, dann nur, weil die Frau die Familienarbeit im Alleingang erledigt. Arbeiten müssen beide, um das System am Laufen zu halten. Und zuweilen ist es sinnvoller, wenn einer einen guten Vollzeitjob mit entsprechenden Karrierechancen macht, und der andere 85% der Familienarbeit übernimmt, als wenn beide nen mittelprächtigen Teilzeitjob machen und die Familienarbeit 50:50 teilen.
Wie gesagt, das dürfen sie ja auch. Ich halte Leute, die bewusst, aus eigenem Antrieb und dauerhaft keiner Erwerbsarbeit nachgehen, grundsätzlich für ungeeignet, um zukunftsweisende politische Entscheidungen zu treffen, darum werde ich sie auch weiterhin nicht wählen. Das ist etwa so, wie im Vereinigten Königreich Schnösel aus Elite-Privatschulen, bei denen ein Semester mehr kostet als ein typisches Jahreseinkommen darüber entscheiden, wie öffentliche Schulen zu funktionieren haben. Völlig absurd.

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Re: Partnerwahl: So viel müssen Sie verdienen ...

Beitrag von Tania » Montag 10. April 2017, 22:57

Nasobem hat geschrieben: Ich halte Leute, die bewusst, aus eigenem Antrieb und dauerhaft keiner Erwerbsarbeit nachgehen, grundsätzlich für ungeeignet, um zukunftsweisende politische Entscheidungen zu treffen, darum werde ich sie auch weiterhin nicht wählen.
Dies ist natürlich Dein gutes Recht. So wie ich es ablehne, Leute zu wählen, die lediglich Arbeit wertschätzen, die bezahlt wird, und auf Menschen, die unbezahlt arbeiten, herab sehen. Schlimm genug, dass ich mit Menschen diskutieren muss, die "erwerbslos" automatisch mit "faul und/oder inkompetent" gleichsetzen.

Das ist etwa so, wie im Vereinigten Königreich Schnösel aus Elite-Privatschulen, bei denen ein Semester mehr kostet als ein typisches Jahreseinkommen darüber entscheiden, wie öffentliche Schulen zu funktionieren haben. Völlig absurd.
Oder wenn ein Mitglied eines DINK-Paares dasselbe tut ... Oder wenn gut verdienende Männer sich Steuererleichterungen sichern, von denen die Country-Cub-Gattin sich neuen Nagellack kaufen kann, während die Alleinerziehende mit vier Kindern genauso besteuert wird wie ein Single.

Davon mal abgesehen haben die wenigsten Berufspolitiker jemals einen Industriejob gehabt.

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Re: Partnerwahl: So viel müssen Sie verdienen ...

Beitrag von Nasobem » Dienstag 11. April 2017, 16:20

Tania hat geschrieben:
Nasobem hat geschrieben: Ich halte Leute, die bewusst, aus eigenem Antrieb und dauerhaft keiner Erwerbsarbeit nachgehen, grundsätzlich für ungeeignet, um zukunftsweisende politische Entscheidungen zu treffen, darum werde ich sie auch weiterhin nicht wählen.
Dies ist natürlich Dein gutes Recht. So wie ich es ablehne, Leute zu wählen, die lediglich Arbeit wertschätzen, die bezahlt wird, und auf Menschen, die unbezahlt arbeiten, herab sehen. Schlimm genug, dass ich mit Menschen diskutieren muss, die "erwerbslos" automatisch mit "faul und/oder inkompetent" gleichsetzen.
Es ist nicht faul oder inkompetent, die leben einfach ein Luxusleben, bei dem ein Sitz in einem Gemeindeparlament möglicherweise noch ein netter zusätzlicher Zeitvertrieb ist und bei dem die Frau an der Seite eines sehr gut situierten Ehemannes hauptsächlich eine nette Ausstaffierung für gewisse gesellschaftliche Anlässe ist. Sorry, ich habe keine Ahnung, wieso gewisse Leute hier das mit Händen und Füssen verteidigen wollen.

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Re: Partnerwahl: So viel müssen Sie verdienen ...

Beitrag von desigual » Dienstag 11. April 2017, 16:28

Also ich hab noch mal eine Verständnisfrage zu Erwerbslosen, die einer unbezahlten Tätigkeit nachgehen: Von was leben die denn? Schon von öffentlichen Geldern oder meint ihr Rentner/Arbeitsunfähige?

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Re: Partnerwahl: So viel müssen Sie verdienen ...

Beitrag von Kief » Dienstag 11. April 2017, 21:03

desigual hat geschrieben:Also ich hab noch mal eine Verständnisfrage zu Erwerbslosen, die einer unbezahlten Tätigkeit nachgehen: Von was leben die denn? Schon von öffentlichen Geldern oder meint ihr Rentner/Arbeitsunfähige?
Ich zumindest bezahle mein Leben und meine Projekte von Hartz-IV.
Daher sind es alles no-budget-Projekte.


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Re: Partnerwahl: So viel müssen Sie verdienen ...

Beitrag von Automobilist » Dienstag 11. April 2017, 21:19

Ist mir Pappendeckel, wieviel ich verdienen " muß " - mein Verdienst ist nicht hoch; das aber hindert ja nicht, das " Känguruhsystem " anzuwenden...

Wenn es darauf ankäme, so könnte ich durchaus Mylady in's " Dorchester " einladen - und auch an adäquaten Wagen soll es nicht fehlen.

Da ich Urlaube, " Luxusgegenstände " u.ä. nicht benötige und genauso bescheiden bin, wie meine Urgroßeltern, kann ich - wenn es sich denn lohnt - durchaus auftrumpfen.

Angeberei jeglicher Couleur im täglichen Leben aber liegt mir ferne - ich fahre kein Geld auf der Straße von Kleinkleckersdorf nach Großklunker spazieren.
Was ist " humour " ? Excellenz Erich Ludendorff

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Re: Partnerwahl: So viel müssen Sie verdienen ...

Beitrag von Tania » Dienstag 11. April 2017, 22:19

Nasobem hat geschrieben: .... die leben einfach ein Luxusleben, bei dem ein Sitz in einem Gemeindeparlament möglicherweise noch ein netter zusätzlicher Zeitvertrieb ist und bei dem die Frau an der Seite eines sehr gut situierten Ehemannes hauptsächlich eine nette Ausstaffierung für gewisse gesellschaftliche Anlässe ist. Sorry, ich habe keine Ahnung, wieso gewisse Leute hier das mit Händen und Füssen verteidigen wollen.
Ja, dass Du keine Ahnung hast, ist offensichtlich. Du sprichst von "Frauen, die auf der Wahlliste "Hausfrau", "Familienmanagerin" u.ä. angeben", und schließt daraus, dass es sich dabei um die erwähnten Luxusgeschöpfe handelt. Die "vom Einkommen ihres Ehemannes leben und freiwillig dauerhaft aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind."

Damit wirfst Du die besagten Luxusgeschöpfe in einen Topf mit Frauen, die sich ganztags um Haushalt, Kinder und die Aufrechterhaltung des sozialen Netzwerks kümmern, während der Gatte das finanzielle Wohl der Familie sichert. Und mit denen, die dasselbe tun, während der Ex-Gatte unfähig oder unwillig ist, das finanzielle Wohl zu sichern. Aber dass die Frauen das tun, ist schließlich ihre Schuld. Immerhin haben sie sich freiwillig entschieden, Kinder zu bekommen.

Diese Pauschalbe- und verurteilung finde ich, höflich ausgedrückt, suboptimal. Vor allem, weil diese Haltung weit verbreitet ist und u.a. dafür gesorgt hat, dass es immer noch ein Kavaliersdelikt ist, wenn Väter keinen Unterhalt für ihre Kinder zahlen. Dass das Armutsrisiko für Alleinerziehende immer weiter steigt, während das von Paarfamilien sinkt. Dass niemand zuckt, wenn die Einführung eines längst überfälligen und bereits beschlossenen Gesetzes zur Unterstützung der Kinder nichtzahlender Väter aus verwaltungstechnischen Gründen mal eben 6 Monate verschoben wird ...

Aber ich werde jetzt trotzdem nicht zurück-pauschalisieren und sowas Schreiben wie "mit nem AB würde ich nie was anfangen, die wohnen alle noch bei Mama und tun nix weiter als am Rechner hängen". ;)

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