Frustrationen, die das AB-tum fördern

Rund um die persönliche Situation, Erlebnisse und was einem auf dem Herzen liegt

Moderatoren: Hathor, Wolleesel, Peter, Lerche, Lisa, otto-mit-o, Esperanza, orthonormal

exlamento

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von exlamento » Montag 15. November 2010, 11:24

Natürlich wird der Kollege nicht zwangstherapiert. Es kann vereinbart oder ihm nahe gelegt worden sein oder sonst etwas, aber gezwungen wird er sicher nicht. Dazu: die Ursache ist sicher nicht Arbeitslosigkeit.

Insofern bekommt man das relativ locker runter, wenn man sich das auf der Zunge zergehen lässt.

Leichtmatrose: dazu kommt, dass zumindest die ins Gesundheitswesen versicherungstechnisch integrierte Therapie-Industrie es gar nicht nötig hat, kreativ nach Neukunden zu suchen, die sind nämlich durchaus gut ausgelastet.

Übrigens, hier ist es wirklich ein Vorteil, Leistungen nach SGB II zu beziehen, die Träger haben nämlich feste Zeitkontingente dafür "gebucht" (übrigens auch Schuldenberatung, oder Frauenberatung), sodass man die sonst üblichen, enormen langen Wartezeiten nicht ertragen muss.

graueKatze
Kennt sich hier gut aus
Beiträge: 137
Registriert: Mittwoch 17. Juni 2009, 22:38
Geschlecht: weiblich

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von graueKatze » Montag 15. November 2010, 12:19

Ich habe auch insgesamt sehr lange studiert (inklusive Fachwechsel) und bin jetzt seit einigen Monaten auf Stellensuche. Die meisten Leute, die ich aus meinem Erstudiengang noch kenne, haben meine Entwicklung einigermaßen mitverfolgt. Aber Bekannte von diesen Leuten finden das oft komisch. Blöden Sprüchen kann man aber am besten aus dem Weg gehen, indem man es gleich etwas selbstironisch rüberbringt (ich hänge immer noch im Gebäude X rum). Für Vorstellungsgespräch hab ich mir auch so eine Art für die Öffentlichkeit passende halbehrliche aber nicht alles sagende Erklärung zugelegt und die scheint akzeptiert zu werden (jedenfalls wird nicht wieder drauf eingegangen, den Job bekomme ich dann trotzdem nie, aber das kann ja auch andere Gründe haben).
Ich kann mir vorstellen, dass es für Männer ein größeres Problem ist, wenn sie nicht dem Standard-Karriereweg folgen. Mein Freund konnte aus psychischen und gesundheitlichen Gründen nicht studieren und hat nach längerer Arbeitslosigkeit jetzt einen relativ einfachen Job im IT-Bereich. Solange er damit zufrieden ist, stört mich das nicht, aber ich weiß nicht, wie ich reagiert hätte, wenn ich ihn in einer recht hoffnungslosen Phase kennengelernt hätte. Mir wäre es schon wichtig, dass jemand motiviert ist, sein Leben soweit es möglich ist nach eigener Zufriedenheit zu gestalten. Da zählt ein Studium aber durchaus dazu. Nur wenn es z.B. nicht absehbar wäre, dass das Studium jemals abgeschlossen wird und die Suche nach einer Alternative nur aufgeschoben wird, dann würde es mich vielleicht stören.

Eine Freundin von mir hat vor einiger Zeit einen Langzeitstudenten gedatet und hatte dann Angst, dass er keine Ziele im Leben hat und nicht ehrgeizig ist (sie ist selbst sehr ehrgeizig und zielstrebig). Inzwischen sind die beiden aber zusammen, von daher schien es dann doch nicht so wichtig zu sein.
Ex-ABine, Spätzünderin und Glückspilz

Leichtmatrose

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von Leichtmatrose » Montag 15. November 2010, 13:01

Ja stimmt schon, mein beschriebener Kumpel hat manchmal wirklich ein paar depressive Verstimmungen. In dem Punkt habt ihr also schon Recht gehabt ;) Aber hey, traurig ist doch jeder mal und außerdem ist er ja nicht depressiv weil er arbeitslos ist, sondern eher wegen dem Wetter, den Lottozahlen oder vielleicht den Bundesliga Ergebnissen :mrgreen: Also wenn man jeden therapiert der das hat, kommen in D locker 80 Millionen Patienten zusammen :mrgreen: Stellt sich die Frage ob das Grund genug ist, jemanden eine Therapie zu verordnen die er eigentlich im tiefen Inneren eigentlich gar nicht will. Und ob das Geld für die Therapie sinnvoll angelegt ist, wenn der Patient null Bock drauf hat. In dem konkreten Fall ist es bestimmt sinnloses Verpulvern von Steuergeldern. Was mich an der ganzen Sache so stört und das ist auch der Grund für meine Skepsis: Die Therapeuten versuchen halt immer in der Kindheit herum zu wühlen und irgendwelche abstrusen Theorien aufzustellen, wieso mein Kumpel jetzt zum Langzeitarbeitslosen mutiert ist. Außerdem soll er auf Teufel komm raus wieder fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden, obwohl er vielleicht gar nicht arbeiten kann/will. Nicht jeder Mensch ist gleich und fürs arbeiten geschaffen.

FrankBN

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von FrankBN » Montag 15. November 2010, 13:15

Tschulligung. Wer bei Depressionen von Verstimmung redet der hat ganz einfach keine Ahnung! (Wobei ich natuerlich nicht beurteilen kann oder will ob dein Kumpel nur verstimmt oder wirklich depressiv ist).
Und Einen der sagt, einer der keine Lust hat zu arbeiten, der darf das auf Kosten des Steuerzahlers tun, aber Gelder um jemand wieder arbeitsfaehig zu machen, das waere Verschwendung, den brauch ich nicht erst zu nehmen, oder? :roll:

Leichtmatrose

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von Leichtmatrose » Montag 15. November 2010, 13:50

FrankBN hat geschrieben:Und Einen der sagt, einer der keine Lust hat zu arbeiten, der darf das auf Kosten des Steuerzahlers tun, aber Gelder um jemand wieder arbeitsfaehig zu machen, das waere Verschwendung, den brauch ich nicht erst zu nehmen, oder? :roll:
Ähm, schau mal die Therapie bringt bei ihm ja nichts und wird auch nie was bringen, weil er einfach nicht arbeiten kann! Nur aus diesem Grund ist die Therapie wirkungslos, in anderen Fällen kann sie vielleicht schon helfen, das mag ich gar nicht bestreiten. Selbst wenn er einem potenziellen Arbeitgeber kein Gehalt kosten würde, würde der Arbeitgeber trotzdem ein Verlustgeschäft machen. So ein Demotivierter kann das ganz andere Team mit runterreißen! Es ist einfach für beide Seiten (Arbeitgeber und ihn) das beste, wenn sich mein Kumpel komplett aus dem Erwerbsleben fernhält. Aber Franky, wenn du noch ein paar gute und vor allem ernstgemeinte (!) Tipps hast, gebe ich die gerne weiter ;)

FrankBN

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von FrankBN » Montag 15. November 2010, 13:56

Du haeltst ihn also fuer einen hoffnungslosen Fall? Dann ist er wirklich schwer depressiv krank oder hat er ganz einfach keine Lust zu arbeiten?

tiffi374

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von tiffi374 » Montag 15. November 2010, 14:06

ein paar Tips wo das Gras grüner wächst?

FrankBN

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von FrankBN » Montag 15. November 2010, 14:12

tiffi374 hat geschrieben:ein paar Tips wo das Gras grüner wächst?
Eine gruen gefaerbte Brille aufsetzen? (das mein ich im uebertragenen Sinne ernst!)

Leichtmatrose

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von Leichtmatrose » Montag 15. November 2010, 15:40

tiffi374 hat geschrieben:ein paar Tips wo das Gras grüner wächst?
...auf der anderen Seite des Zauns, wenn man dem englischsprachigen Sprichwort glauben darf!

@Franky
Das ganze ist sicherlich ein hoch interessantes & komplexes Thema, nur denke ich sprengt es hier den Rahmen und ist obendrein noch a bissi offtopic. Wir wollen hier doch nicht die Geduld der Moderatoren überstrapazieren :mrgreen:

Antworten

Zurück zu „Austausch“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot], foologos, Gatem, Google [Bot], hesperus, Nonkonformist, yes_or_no und 31 Gäste