Frustrationen, die das AB-tum fördern

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Cylon
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Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von Cylon » Sonntag 14. November 2010, 02:13

Heute bei der Geburtstagsparty eines Kommilitonen habe ich ein paar ehemaligen Kommilitonen wiedergetroffen. Da ich immer noch studiere (und das schon seit einer halben Ewigkeit), kam ich mir irgendwie dumm vor, da die anderen alle schon das Studium absolviert haben (oder geschmissen haben oder es endgültig nicht geschafft haben). Wenn ich sage, dass ich immer noch dabei bin, gucken manche erstaunt, manche lachen, manche machen einem sogar Vorwürfe, manche machen blöde Sprüche. Da auch schon mein OdB dahingehend geäußert hat, bin ich einfach nur noch frustriert. Zumal, wenn man andere Leute kennenlernt, irgendwie immer die Frage kommt, was man denn so macht. Langzeitstudent zu sein, ist wohl neben arbeitslos zu sein, das Blödste, was man sein kann.
Die Gründe dafür sind meine jahrelangen Depressionen und die Nebenwirkungen der Medikamente gegen meine Epilepsie. Aber soll ich das jedem erzählen? Das will ich nicht. Ich kenne andere in ähnlichen Situationen, die damit aber ganz locker umgehen.

Gibt es bei euch auch ähnliche Frustrationen?
Albert Einstein: "Eine Frage raubt mir den Verstand: Bin ICH verrückt oder all die anderen im Land?"

dfg82

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von dfg82 » Sonntag 14. November 2010, 03:49

Gerade die Leute, die es geschmissen oder nicht geschafft haben, haben doch keinen Grund sich über deine Studiensituation lustig zu machen? Selbst die, die schon fertig sind, nicht. Jedoch leben wir ja in einer Leistungsgesellschaft, und wer nicht mit 200 km/h durchs Leben geht ohne einmal stehen zu bleiben, der wird halt blöd angeguckt. :roll: Lass dich von solchen limitierten Sichtweisen bloß nicht negativ beeinflussen.

Die Akademiker, die ich kenne, haben sich nicht darüber echauffiert, dass ich erst jetzt mit 28 anfange zu studieren. Sie haben mich sogar dazu ermutigt! Du siehst also: Es gibt auch Personen, die die ganze Sache anders sehen.

mariposa

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von mariposa » Sonntag 14. November 2010, 04:36

was studienabbrecher da zu lachen haben, verstehe ich auch nicht. und die, die schon fertig sind würde ich beglückwünschen, dass bei ihnen immer alles nach plan lief und ihnen wünschen, dass das auch immer so bleibt, damit sie nicht auch mal in die situation kommen, dass jeder hinz und kunz ihr "versagen" kommentiert.

was sagst du denen denn, waurm du noch studierst? du musst es ja nicht bis ins detail erklären, aber wenn du sagst, dass es aus krankheitsgründen so gekommen ist, dann sollten die eigentlich ihre klappe halten oder sie sind tatsächlich dreist und unverschämt. die menschen, die am lautesten (und meistens ungefragt) anderer leute lebenssituationen kommentieren, nehme ich eh überhaupt nicht ernst. es gibt außerdem immer irgendwen, der was zu meckern hat. danach sollte man sich eh nicht richten.
wichtig ist doch nur, dass man selbst hinter dem steht was man tut. dann ist es auch egal, wie die anderen das finden.

mein studium verzögert sich auch durch nen wechsel vom diplom zum bachelor und nen 1 1/2 jährigen auslandsaufenthalt. wenn ich mich jetzt deswegen den ganzen tag schlecht fühle, ändert das auch nichts dran. für die einen kann ich jetzt nicht genug lernen, damit ich schnell fertig werde. und wenn ichs mache, bin ich für die anderen der langweilige bücherwurm, weil ich am wochenende lerne und nicht saufen gehe. ich kann da gut mit leben. :mrgreen:

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Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von Dichter » Sonntag 14. November 2010, 16:43

Ich leide an Depressionen auch und mittlerweile erzähle ich es vielen, dass ich darunter leide. Zum Glück ist das Verständnis für diese Erkrankung gewachsen und die blöden Sprüche sind selten geworden. Wenn niemand weiss, warum du so lange am studieren bist, dann kommt ja schnell die Idee, dass du faul bist oder nicht bereit bist sich in das Leben zu stürzen. Wenn du jedoch über die Gründe erzählst, dann gibst du den anderen die Chance dich zu verstehen.

Blogs zum Thema Depression: www.deprifrei.twoday.net , www.psychomuell.de , www.nullwert.de oder www.drueberleben.wordpress.de
Vielleicht hat ja eine Frau mit reifem Geist und Intellekt Lust einen humorvollen kreativen Chaoten aus NRW kennenzulernen. Ich verfüge über schöne grünbraune Augen, bin 1,82 groß und bin etwas mollig. Wer will kann sich melden Ich beiße auch nicht. ;-)

der_otto

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von der_otto » Sonntag 14. November 2010, 18:54

Das kenne ich leider auch zu gut, ich gehöre auch zu denen, die schon eine Ewigkeit studieren. Und auch ich wurde deswegen schon mal dämlich angemacht: von Absolventen, aber auch von Studienabbrechern. Und von Leuten, die selbst nie studiert haben.

Bei mir sind die Gründe auch unterschiedlich. Es ist durchaus psychisch bedingt, beispielsweise bin ich nicht so aufnahmefähig und tue mich besonders mit dem Auswendiglernen schwer. Ich beneide diejenigen, die in einer Woche ein dickes Skript auswendig können (ich kannte darunter sogar etliche, bei denen Deutsch nicht Muttersprache ist), ich brauche dafür eine Ewigkeit. Und mit der Mathematik habe ich es nicht so (Lernen nach Grafiken/Diagrammen auch nicht, ich verstehe Texte besser, wenn auch langsam). Aber noch bin ich dabei, noch ist alles im grünen Bereich, nur dauert es halt erheblich länger.
Ein weiterer Grund ist auch ein Wechsel von Diplom auf Bachelor, zu Diplomzeiten hatte ich ein paar unproduktive Semester, weil mir aufgrund einiger fehlender Scheine aus den ersten beiden Semestern einige Prüfungen noch nicht erlaubt waren, die ich schon gut hätte schaffen können.
Und da wir nur sehr wenige Wiederholungsversuche pro Prüfung haben, spielt eine gewisse Vorsicht eine Rolle mit, aus Angst, im Falle des Nichtbestehens wieder eine weniger qualifizierte Arbeit annehmen zu müssen (da bin ich noch ein gebranntes Kind, hatte mal eine schlechte Erfahrung mit so einem Job).

Einige Leute, die mich besonders "gedrängt" haben, die Prüfungen alle zum ersten Termin zu schreiben, wurden früher oder später selbst Studienabbrecher.

Zu solchen Frustrationen zähle ich auch den Geldmangel. Wieso ich mir dies und das nicht leisten kann, dazu musste ich mich auch schon mal rechtfertigen. Das "zu Hause wohnen" ist auch oft so ein Hindernis. OK, inzwischen wohne ich "nur noch" im selben Haus wie meine Eltern, habe meine eigene Wohnung und bin die meiste Zeit auch allein, koche mir selbst etwas, habe meine eigene Waschmaschine etc., aber erkläre das mal jemandem richtig. Es ist zwar die Minderheit, die mich gleich in die Schublade "Muttersöhnchen" steckt, aber dennoch passiert das mal. Bisher waren das u.a. ein bei Frauen äußerst erfolgreicher Ex-Schulkollege (allerdings auch Langzeitstudent), eine potenzielle Partnerin und ein Ex-Arbeitgeber. Bei den beiden letztgenannten war das besonders hinderlich für mich.

Oder wenn man ein ungewöhnliches Hobby hat. Als ich damals noch zahlreiche Brieffreundschaften hatte, wurde das auch oft belächelt ("Freak"). Heute habe ich dieses Hobby nicht mehr, aber manche fanden es z.B. befremdend, wenn ich allein einen Tagesausflug (in eine Stadt) machte oder allein ins Schwimmbad/Restaurant ging. Soll ich denn so lange damit warten, bis ich "eventuell" eine Partnerin habe, oder wie stellen die sich das vor?

Pentas

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von Pentas » Sonntag 14. November 2010, 19:29

Ich gehöre nun auch schon zu den Langzeitstudenten. Zuerst 8 Semester Physik, leider habe ich dort nicht einmal den Bachelor gemacht. Dann ein Elektronikstudium an einer FH. Nach 4 Semestern endlich den Bachelor. Jetzt im Masterstudium. Da mein voriges Studium den Ruf hat besonders schwer zu sein, habe ich eigentlich noch keine dummen Kommentare gehört, abgesehen von meinem Vater, wenn er zuviel getrunken hat. Eher habe ich das Gefühl meinen jetzigen Studienkollegen in einigen Dingen voraus zu sein, hauptsächlich was die mathematischen und physikalischen Grundlagen angeht, dagegen ist Programmieren nicht meine Stärke.
Altersmäßig bewege ich mich im Studiengang im Mittelfeld. Wir sind schon ein bunter Mix, von knapp über 20 bis 40 ist alles vertreten.
Zuhause wohnen ist sicher ein Faktor. Ich höre immer wieder nett gemeinte Ratschläge, dass ich endlich ausziehen soll. Geht halt im Moment finanziell leider nicht. Selbst wenn ich in nächster Zeit einen Job bekommen sollte, werde ich nicht gleich ausziehen. Zuerst muss ich mir sicher sein, dort auch länger zu sein. Wär doch blöd bald den Job los zu sein, und finanzielle Verpflichtungen mit einer Wohnung zu haben.
Ich habe leider keine interessanten Hobbies, eigentlich nur Lesen, und mein Garten. Sport mache ich eher selten.

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Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von ABtheist » Sonntag 14. November 2010, 21:01

Ich war so blöd, überhaupt kein Studium anzufangen, was ich heute bereue. Ein demütigender und langweiliger Job ist auch nicht gerade förderlich fürs Selbstvertrauen. Schämen triffts eher, aber andererseits ist das Gehalt OK und die Stelle relativ sicher, weshalb ich mich auch nicht mehr traue, was anderes anzufangen (Ü30).
Aber stimmt schon, eine der ersten Fragen ist immer "was machst Du so?", wenn man Frauen kennenlernt.
Ich denke dann immer gleich, das kann nur "Wie hoch ist Dein Status und wie dick Deine Brieftasche?" heißen, und schon rutscht das Herz in die Hose. :oops:
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HazukashiGariya

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von HazukashiGariya » Sonntag 14. November 2010, 21:35

Ich studiere auch schon etwas länger (bin mittlerweile 27). Hatte mal was angefangen, das aber abgebrochen und dann ein halbes Jahr später ein neues Fach angefangen. Und hier bin ich jetzt im 7. Semester; Regelstudienzeit fürn Bachelor wären hier eigentlich 6... aber wenn man nebenbei, so wie ich, darauf angewiesen ist Geld zu verdienen, ist es in der Regelstudienzeit nur schwer mit ordentlicher Note zu schaffen. Immerhin konnte ich mich hier günstig in ein Studentenwohnheim einmieten (Frauenanteil unter den Mietern: 70% :mrgreen:. Merkt man aber nichts von, ist saumäßig anonym :sadman: ) Naja damit bin ich nicht allein, über die Hälfte des Jahrgangs braucht ebenfalls länger :). Jo, und dann will ich nächstes Jahr den Master anfangen... Da hört man schon ab und an Sprüche wie "und wann verdienst du endlich richtig Geld" usw. Aber es gibt hier durchaus einige ältere Studenten, ich liege da altersmäßig sogar eher im Mittelfeld.
Zuletzt geändert von HazukashiGariya am Sonntag 14. November 2010, 21:44, insgesamt 2-mal geändert.

Darkfire

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von Darkfire » Sonntag 14. November 2010, 21:41

Es frustriert mich zwar auch, dass ich mein für Studium 2-3 Semester mehr als nötig brauche, aber da ich eigentlich ein optimistischer Mensch mach ich mich deswegen nicht fertig.
Was andere Menschen denken ist mir egal, muss doch jeder mit sich selbts ausmachen was er aus seinem Leben macht.

der_otto

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von der_otto » Sonntag 14. November 2010, 22:37

ABtheist hat geschrieben:Ich war so blöd, überhaupt kein Studium anzufangen, was ich heute bereue. Ein demütigender und langweiliger Job ist auch nicht gerade förderlich fürs Selbstvertrauen.
So war es bei mir zuerst auch. Während meine Schulkollegen überwiegend studierten, ging ich sofort nach der Schule arbeiten. Dazu auch noch in einem äußerst langweiligen Job mit nur begrenzten Verdienstchancen. Lange Zeit beneidete ich die gleichaltrigen Studenten. Aber es gab tatsächlich Zeiten bei mir, wo ich erst mal die Nase voll vom Lernen hatte.

Aber das änderte sich dann doch noch mal. Dazu musste ich aber erst mal eine sehr unangenehme Erfahrung (Mobbing) machen, was mich zur Aufgabe meines Jobs zwang, danach gewisse Zeit der Arbeitslosigkeit und nur Aussichten auf Jobs mit maximal dem Niveau meines letzten, eher noch geringer.

Ich war schon über 30, als ich erstmals eine Uni betrat. Trotzdem, auch wenn es länger als erwartet dauert, ist/war das Studium für mich eine wertvolle Lebenserfahrung. Irgendwie habe ich das Gefühl, zwischen 20 und 30 etwas verpasst zu haben, da damals mein Leben nur aus Arbeit, Arbeit und noch mal Arbeit bestand (und soziale Kontakte zu jungen Leuten nur so an mir vorbei gingen). Aber dennoch konnte ich das nachholen - und meine Jahre ab 30 waren meine schönsten überhaupt!

Ich erlebte sogar ein kleines "Revival" in Sachen "neue Frauen kennen lernen". Vor dem Studium war dieses für mich schon mit 25 erst mal beendet.

Leichtmatrose

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von Leichtmatrose » Sonntag 14. November 2010, 23:19

Ich studiere jetzt ziemlich genau 6 Jahre und würde mich langsam aber sicher auch als Langzeitstudent bezeichnen, obwohl ich dieses Semester hoffentlich mit der Master Thesis fertig werde. Komischerweise habe ich eine ähnliche Erfahrung gemacht wie der TE, d.h. am Anfang fanden es alle Leute ziemlich cool das ich doch noch studieren will (Habe mit 24 angefangen und war damit quasi ein Opa unter all den Abiturienten :mrgreen: ) Aber um den Dreh als ich 28 Jahre alt wurde, haben die Leute auf einmal GANZ anders reagiert, wenn sie hörten ich sei noch Student. Leider im negativen Sinne, so nach dem Motto was isn´ das fürn Assi. Vor allem Frauen reagieren so, aber auch sehr viele Neo-Liberale sind von Langzeitstudenten ziemlich abgeturnt, so mein Eindruck.

der_otto

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von der_otto » Sonntag 14. November 2010, 23:42

Leichtmatrose hat geschrieben:Aber um den Dreh als ich 28 Jahre alt wurde, haben die Leute auf einmal GANZ anders reagiert, wenn sie hörten ich sei noch Student. Leider im negativen Sinne, so nach dem Motto was isn´ das fürn Assi. Vor allem Frauen reagieren so, ...
Das erinnert mich an eine ganz spezielle Bekannte, die ebenfalls so reagierte und mich als "faul" bezeichnete. Und das obwohl sie selbst zu den Personen gehört, die nie wirklich viel arbeiten mussten. Erst hatte sie nur Teilzeitstellen (3/4), jetzt hat sie einen Ehemann, der allein für die ganze Familie aufkommen kann.

Überhaupt ist mir das aufgefallen, die Leute die selbst nicht oder kaum arbeiten mussten (oder deren Kinder sehr lange von Beruf Tochter/Sohn waren), schrien noch am lautesten, wenn sie erfuhren, dass ich noch nicht einer geregelten Arbeit nachgehe.

Aber als ich in meinen 20er Jahren wirklich noch viel arbeitete, war das für einige Damen auch uncool. Ich erinnere mich noch an diverse Brieffreundinnen, die ihre Briefe mit den Worten "ICH kann morgen ausschlafen" beendeten.

Wie man es macht, ist es also verkehrt...

Leichtmatrose

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von Leichtmatrose » Montag 15. November 2010, 00:12

der_otto hat geschrieben:
Wie man es macht, ist es also verkehrt...

Wahrscheinlich hast du damit leider recht :sadman:

Allerdings kann es auch ein Vorteil sein wenn sich einige Leute abwenden nur weil man immer noch studiert, denn so erkennt man wenigstens deren wahren Charakter sofort.

Und nur weil heutzutage geschätzt 95% der Bevölkerung ausschließlich an die eigene Karriere denkt, und ständig damit beschäftigt ist den Vorzeige-Lebenslauf upzugraden, lass ich mich dadurch nicht verrückt machen. Mittlerweile habe ich es für mich persönlich geschafft mein eigenes Tempo zu gehen, ohne dabei denken zu müssen, die anderen ziehen an einem vorbei. Ein guter Freund von mir hat sein Studium nach ca. 3 Semestern abgebrochen und ist jetzt seit ca. 5 Jahren arbeitslos. Und was macht der Staat, insbesondere die ARGE? Die haben ihn doch tatsächlich in eine Psycho Therapie gesteckt. Das muss man sich mal vorstellen und auf der Zunge zergehen lassen, nur weil man nicht arbeiten kann ist man für den deutschen Staat gleich ein psychisch kranker Mensch, quasi ein Irrer der therapiert werden muss :shock:

Joe_Sixpack

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von Joe_Sixpack » Montag 15. November 2010, 01:02

Leichtmatrose hat geschrieben:Ein guter Freund von mir hat sein Studium nach ca. 3 Semestern abgebrochen und ist jetzt seit ca. 5 Jahren arbeitslos. Und was macht der Staat, insbesondere die ARGE? Die haben ihn doch tatsächlich in eine Psycho Therapie gesteckt. Das muss man sich mal vorstellen und auf der Zunge zergehen lassen, nur weil man nicht arbeiten kann ist man für den deutschen Staat gleich ein psychisch kranker Mensch, quasi ein Irrer der therapiert werden muss :shock:
Ist mir neu, dass man das als deutscher Staat so einfach bestimmen kann. Wenn in meinem Bereich jemand stationär eingewiesen oder eine Betreuung eingerichtet wird, sind ein Richter und ein Arzt und in der Regel eine mittlere Vollmeise von nöten. Therapien kosten ein Heidengeld, die kriegt nicht jeder Hanswurst nachgeworfen.

In der Regel muss man das wollen und dem ganz schön hinterherlaufen. 8-)

Leichtmatrose

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von Leichtmatrose » Montag 15. November 2010, 01:22

Joe_Sixpack hat geschrieben:In der Regel muss man das wollen und dem ganz schön hinterherlaufen. 8-)
Schau mal, es gibt eine riesengroße "Therapie-Industrie" in Deutschland, die ganze Heerscharren von unterschiedlichen Therapeuten beschäftigt. Diese wollen auch was zu tun haben und wenn es an "Nachschub" fehlt wird man eben kreativ was die "Kunden-Akquise" angeht. Zumindest drängt sich mir dieser Verdacht ganz stark auf. Ich kann dir versichern, dass mein Kumpel wirklich okay ist und noch nie einer Fliege was zu Leide getan hat oder sonst irgendwie mit dem Gesetz in Konflikt geraten wäre. Er ist halt nur nicht der stromlinienförmige karrieregeile Überflieger, der heutzutage nunmal von allen Seiten verlangt wird.

Pentas

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von Pentas » Montag 15. November 2010, 09:00

Leichtmatrose hat geschrieben:Ein guter Freund von mir hat sein Studium nach ca. 3 Semestern abgebrochen und ist jetzt seit ca. 5 Jahren arbeitslos. Und was macht der Staat, insbesondere die ARGE? Die haben ihn doch tatsächlich in eine Psycho Therapie gesteckt.
Mir gefällt die Vorstellung einer Zwangstherapie auch nicht, aber möglicherweise ist dein Freund aber wirklich psychisch krank. Der beschriebene Lebenslauf kann ein Indikator oder ein Auslöser für eine Depression sein.
ein psychisch kranker Mensch, quasi ein Irrer


Ja, damit ist psychisch kranken Menschen sicher geholfen.

FrankBN

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von FrankBN » Montag 15. November 2010, 09:22

Leichtmatrose hat geschrieben:Das muss man sich mal vorstellen und auf der Zunge zergehen lassen, nur weil man nicht arbeiten kann ist man für den deutschen Staat gleich ein psychisch kranker Mensch, quasi ein Irrer der therapiert werden muss :shock:
Dass er ein "Irrer" ist das sagst nur du. Und ich bin mir fast sicher dass es gute Gruende gibt, dass diesem Mann eine Therapie angeraten wird.

Wenn einer krank ist, sagen wir mal schweren Diabetes, regt es dich dann auch auf, dass er vom Arzt ein eine entsprechende Klinik zur Behandlung geschickt wird?

tiffi374

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von tiffi374 » Montag 15. November 2010, 09:32

Das muss man sich mal vorstellen und auf der Zunge zergehen lassen, nur weil man nicht arbeiten kann ist man für den deutschen Staat gleich ein psychisch kranker Mensch, quasi ein Irrer der therapiert werden muss :shock:
Moin,

also solche Eingriffsrechte hat der Staat nicht,
auch wenns dein Kumpel so empfunden haben mag - oder der Mitarbeiter der ARGE hat seine Aufgabe falsch verstanden,
soll ja auch vorkommen.

Gesundheitseingriffe nur bei Selbst- und Fremdgefährdung
oder bei Übergang in eine gesetzliche Betreuung.

Welche Gründe würde denn dein Bekannter anführen,
dass er sein Ziel nicht erreicht hat?
Ich mein wenn er sagt "nee also das Fach liegt mir überhaupt nicht,
ich will lieber was mit.....(Tieren, Holz) ect machen"
und hat auch schon zwei konkrete realistische Pläne geschmiedet wie er das umsetzt,
dann ist Therapie sicher nicht als erstes angedacht.

tiffi

FrankBN

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von FrankBN » Montag 15. November 2010, 09:46

Tiffi, so abwertend wie der Herr Leichtmatrose ueber psychische Therapien wohl denkt, bin ich mir fast sicher, dass sein Bekannter eben nicht zwangstherapiert wird, sondern nur den guten Rat bekam es mit einer Therapie zu versuchen. Und falls er genauso voller Vorurteile ist wie wohl Leichtmatrose, er dieses dann vielleicht als "Zwangstherapie" empfindet. Wobei er es dann auch gleich lassen kann, weil wenn man es nicht selbst will, ist fast jede Therapie fuer die Katz!

tiffi374

Re: Frustrationen, die das AB-tum fördern

Beitrag von tiffi374 » Montag 15. November 2010, 10:05

ja das kann gut sein, dass allein das Wort schon als "Bedrohung" empfunden wird....
das fremde und unbekannte ist halt immer etwas "böse" ;)

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