Therapie

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Annalena

Therapie

Beitrag von Annalena » Donnerstag 11. November 2010, 20:26

:hallo: Hallo Leute,
wie sind so eure Erfahrungen zum Thema Therapie und ABproblematik? Habt ihr eine Therapie gemacht? Was hat sich für euch dadurch verändert? Wie lange hat die Therapie gedauert? Konntet ihr den ABkreislauf durchbrechen? Gibt es Therapeuten, die auf ABs spezialisiert sind? Bzw. auf was sollte eurer Meinung nach ein Therapeut spezialisiert sein, wenn er ABs behandelt? Nach welchen Kriterien habt ihr euren Therapeuten ausgesucht? Wie lange musstet ihr warten oder hattet ihr keine Wartezeit?...
Das wären so die Fragen, die mir momentan durch den Kopf gehen. In meiner Kindheit und Jugend hatte ich große Mobbingprobleme und auch mit Esstörungen zu kämpfen. Mittlerweile habe ich selbst viel reflektiert und an mir gearbeitet. Die meisten Dinge habe ich in einem langen und schmerzhaften Prozess gut in den Griff gekriegt. Ein paar Reste bleiben noch, aber ich arbeite daran. Ehrlich gesagt, bin ich mir nicht sicher, ob ich den Rest auch noch ohne Therapeuten hinkriege. Ich meine, ich habe schon total viel selbst geschafft und das gibt mir auch eine enorme Stärke, aber vielleicht ist es jetzt doch an der Zeit, mir professionelle Hilfe zu holen? In Sachen Beziehung komme ich nämlich nicht weiter. :wuetend:
Fühlt sich jemand von euch berufen, mir von seinen Erfahrungen zu berichten? :-) Ich würde mich freuen.
LG

Bergfan

Re: Therapie

Beitrag von Bergfan » Donnerstag 11. November 2010, 20:36

Vielleicht schaust Du mal hier nach:

http://abtreff.de/viewtopic.php?f=1&t=5 ... =Therapien

soukous
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Re: Therapie

Beitrag von soukous » Donnerstag 11. November 2010, 20:37

Hier ist noch mehr:

Psychotherapie

Psychotherapeuthische/Psychologische Behandlung


Sicher kein gutes Beispiel für ein gelungenes Therapiegespräch ist der folgende Fall, aber der Thread bietet trotzdem einiges Wissenswerts zum Thema:

Mein 1. Therapiegespräch


Bekannte Ex-ABs, die durch eine Psychotherapie den Absprung geschafft haben, sind marie1964 und PerryMason. Die Userin namens ABine betont immer wieder gern, wie sehr ihr eine Gesprächstherapie geholfen hat.

Agni

Re: Therapie

Beitrag von Agni » Freitag 12. November 2010, 10:53

Meiner Erfahrung nach, und ich habe wirklich Erfahrung, ist, dass therapeutisch in etwa so gearbeitet wird: Mit DIR stimmt was nicht, DIR fehlt etwas, DU musst DICH ändern, DU musst eine Beziehung haben, DU musst sozialer sein, DU musst aus dir rauskommen usw usw... zusammenfassend kann man sagen, es wird gemeint, es gäbe ein Problem, das gelöst werden müsste oder könnte.

Eine andere Sichtweise ist, dass es gar kein Problem gibt, somit auch keins gelöst werden muss oder kann. Dass du meinst "ich hab kein Freund und brauch einen" ist per se nicht wahr, denn es ist nur ein Gedanke, und wie man sieht brauchst du keinen Freund, denn du hast ja keinen. Du bist, so wie du bist schon voll in Ordung, da brauchts keine Veränderung.

Das Problem ist halt, dass die wenigsten Therapeuten so "arbeiten", sondern eher mangel-, problem-orientiert. Auf diese Weise gibt es immer irgendwas was nicht ganz perfekt ist und es nimmt nie ein Ende. Ists nicht der Freund, ists das Auto, die Arbeit, eigene Kinder, Familie, Haus, Freunde, usw... was auch immer. Perfekt ist nichts, aber das ist ja gerade das gute. Wenn man weiß, dass man nichts verändern braucht, da "man" erstens nicht perfekt sein kann und zweitens eine Ebene in einem gibt, die dennoch perfekt ist. :D

Die Idee "ich als Mensch" müsste anders sein ist halt nur eine Idee und nicht besonders eine gute Voraussetzung zu einem Therapeuten zu gehen, denn die meisten Therapeuten werden auf diese Idee einsteigen und sie bestärken. Dabei bist du voll ok so.

Florian_
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Re: Therapie

Beitrag von Florian_ » Freitag 12. November 2010, 13:16

Agni hat geschrieben:Meiner Erfahrung nach, und ich habe wirklich Erfahrung, ist, dass therapeutisch in etwa so gearbeitet wird: Mit DIR stimmt was nicht, DIR fehlt etwas, DU musst DICH ändern, DU musst eine Beziehung haben, DU musst sozialer sein, DU musst aus dir rauskommen usw usw... zusammenfassend kann man sagen, es wird gemeint, es gäbe ein Problem, das gelöst werden müsste oder könnte.
Gibt es nicht auch Therapieformen und Therapeuthen, die den Sinn der Therapie darin sehen eine Aufgabe zu erfüllen? Das soll heißen, nun mal aus meiner Sicht gesprochen, ich bin allein, habe das Bedürfnis nach Zweisamkeit und Sex und möchte hierfür eine Partnerin haben.

Da braucht es dann doch nicht die Fehlersuche an mir, sondern vielleicht einfach Gespräche oder Übungen, wie ich in die Lage komme Frauen kennen zu lernen und mich ihnen zu nähern und die Kontakte zu halten. Eine Therapie, die mich eher verunsichert, weil sie nur Probleme sucht ist eher kontraproduktiv.

FrankBN

Re: Therapie

Beitrag von FrankBN » Freitag 12. November 2010, 13:22

Ich bin mit einer Ex-Abine befreundet die nach einer Hypnosetherapie jetzt schon laenger einen festen Freund und Verlobten hat ..

Florian_
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Re: Therapie

Beitrag von Florian_ » Freitag 12. November 2010, 13:27

FrankBN hat geschrieben:Ich bin mit einer Ex-Abine befreundet die nach einer Hypnosetherapie jetzt schon laenger einen festen Freund und Verlobten hat ..
Kannst Du hierzu etwas berichten?

FrankBN

Re: Therapie

Beitrag von FrankBN » Freitag 12. November 2010, 13:35

Florian_ hat geschrieben:
FrankBN hat geschrieben:Ich bin mit einer Ex-Abine befreundet die nach einer Hypnosetherapie jetzt schon laenger einen festen Freund und Verlobten hat ..
Kannst Du hierzu etwas berichten?
Nicht wirklich viel .. ausserdem will ich, da sie hier durchaus keine Unbekannte ist, nicht ueber sie reden.
Allenfalls kann ich sie - wenn gewuenscht - fragen , ob sie sich dazu mit Usern von hier austauschen will.

Agni

Re: Therapie

Beitrag von Agni » Freitag 12. November 2010, 13:41

Hypnosetherapie kann sicherlich seine "Erfolge" habe, primär deswegen, weil eigene Ressourcen (in sich selber) gefunden / freigelegt werden, bzw eine Kapazität "schlimmes" zu akzeptieren auch gestärkt wird. Nur ist Hypnose offiziell keine "Psychotherapie" und wird eben nur begleitend eingesetzt, außer du bezahlst es selbst. Das paradoxe ist dann dass sich vermeintliche Erfolge nicht wegen einer solchen Therapie einstellen und man das bekommt, was man vorher meinte zu brauchen... nein, es wird vielmehr ent-deckt, dass man nichts braucht und alles schon da ist (in einem selbst), und nicht durch einen Partner / oder Singlesein hinzugefügt oder weggenommen werden kann. Und die vermeintlichen Erfolge sind dann zwangsläufig, wenns "egal" geworden ist.

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Re: Therapie

Beitrag von Florian_ » Freitag 12. November 2010, 13:46

FrankBN hat geschrieben:
Florian_ hat geschrieben:
FrankBN hat geschrieben:Ich bin mit einer Ex-Abine befreundet die nach einer Hypnosetherapie jetzt schon laenger einen festen Freund und Verlobten hat ..
Kannst Du hierzu etwas berichten?
Nicht wirklich viel .. ausserdem will ich, da sie hier durchaus keine Unbekannte ist, nicht ueber sie reden.
Allenfalls kann ich sie - wenn gewuenscht - fragen , ob sie sich dazu mit Usern von hier austauschen will.
Wenn Sie etwas davon erzählen möchte, oder durch dich berichten lassen möchte, würde ich gerne darüber lesen.

graueKatze
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Re: Therapie

Beitrag von graueKatze » Freitag 12. November 2010, 13:56

Agni hat geschrieben:Meiner Erfahrung nach, und ich habe wirklich Erfahrung, ist, dass therapeutisch in etwa so gearbeitet wird: Mit DIR stimmt was nicht, DIR fehlt etwas, DU musst DICH ändern, DU musst eine Beziehung haben, DU musst sozialer sein, DU musst aus dir rauskommen usw usw... zusammenfassend kann man sagen, es wird gemeint, es gäbe ein Problem, das gelöst werden müsste oder könnte.

Eine andere Sichtweise ist, dass es gar kein Problem gibt, somit auch keins gelöst werden muss oder kann. Dass du meinst "ich hab kein Freund und brauch einen" ist per se nicht wahr, denn es ist nur ein Gedanke, und wie man sieht brauchst du keinen Freund, denn du hast ja keinen. Du bist, so wie du bist schon voll in Ordung, da brauchts keine Veränderung.

Das Problem ist halt, dass die wenigsten Therapeuten so "arbeiten", sondern eher mangel-, problem-orientiert. Auf diese Weise gibt es immer irgendwas was nicht ganz perfekt ist und es nimmt nie ein Ende. Ists nicht der Freund, ists das Auto, die Arbeit, eigene Kinder, Familie, Haus, Freunde, usw... was auch immer. Perfekt ist nichts, aber das ist ja gerade das gute. Wenn man weiß, dass man nichts verändern braucht, da "man" erstens nicht perfekt sein kann und zweitens eine Ebene in einem gibt, die dennoch perfekt ist. :D

Die Idee "ich als Mensch" müsste anders sein ist halt nur eine Idee und nicht besonders eine gute Voraussetzung zu einem Therapeuten zu gehen, denn die meisten Therapeuten werden auf diese Idee einsteigen und sie bestärken. Dabei bist du voll ok so.
Diesen Eindruck kann ich jetzt gar nicht bestätigen. Ich habe vor längerer Zeit mal eine Gesprächsttherapie angefangen (wegen Umzug dann abgebrochen, aber ich hatte zu dem Zeitpunkt schon Fortschritte gemacht) und habe inzwischen 2 Selbsthilfebücher mit Verhaltenstherapeutischem Ansatz gelesen (leider kann ich mich nicht dazu durchringen, auch die Übungen zu machen). Und sowohl durch in der Therapie als auch in den Büchern ging es hauptsächlich darum, sich eben so wie man ist zu akzeptieren. Ich hatte an die Therapie eigentlich andere Erwartungen und dachte ich könnte dort lernen, irgendwie normaler und sozialer zu werden und dachte, dass mit mir 'was nicht stimmt'.

Zu der Therapie an sich kann ich jetzt gar nicht so viel sagen. Ich weiß noch nichtmal, welche Therapieform das überhaupt war, weil mir das nicht erklärt wurde (und ich auch nicht gefragt habe). Das AB-Thema spielte damals keine große Rolle für mich. Ich hatte es nur mal kurz erwähnt und meine Therapeutin hat nicht so viel dazu gesagt. Ich glaube sie meinte das könnte halt daran liegen, dass ich ja auch viel mit meinen eigenen Problemen beschäftigt war und dass es ja auch nicht so ungewöhnlich sei (da war ich Anfang 20). Hat damals schon in einigen Punkten Verbesserung gebracht, zumindest für einige Jahre. Inzwischen hab ich wieder massive Probleme im zwischenmenschlichen Bereich und geringes Selbstwertgefühl. Ich würde sehr gerne eine kognitive Verhaltenstherapie machen, was aber aus finanziellen Gründen gerade nicht geht (wohne nicht in Deutschland). Es kann schon sein, dass bei anderen Therapieformen (Psychoanalyse und Tiefenpsychologie) eben mehr die Probleme im Vordergrund stehen und man sich da irgendwie ändern soll. Und könnte natürlich auch am Therapeuten liegen, wo derjenige den Schwerpunkt setzt. Scheint mir aber nicht so heilsam, wenn da noch mehr Änderungsansprüche an einen herangetragen werden. Aber kommt sicher auch auf die Störung an. Also wenn es jetzt z.B. für die Umgebung negative Folgen hat.
Ex-ABine, Spätzünderin und Glückspilz

Agni

Re: Therapie

Beitrag von Agni » Freitag 12. November 2010, 14:12

Selbst ein verändern wollen von Verhalten und Tun usw... ist halt zum scheitern verurteilt wenn es nicht aus einer wirklichen Selbstakzeptanz heraus kommt. Und auch ein "sich selbst akzeptieren" oder "sich selbst anfangen zu lieben" kann man nicht machen oder erzwingen. Es ist halt ein großer Irrglaube jemand könnte einem "helfen". Ein guter Therapeut "sollte" nichts von einem wollen, und auch keine typischen Rollen spielen. Sondern einfach selbst so sein wie er ist. Das sind extrem wenige. Es ist halt alles sehr paradox. Man kann sich nicht lernen zu akzeptieren, man kann nur sehen dass "Akzeptanz" schon da ist. Ich persönlich habe es nach meiner damaligen Wahrnehmung eben trotz allem so empfunden, dass ein "akzeptieren Sie sich", "lieben Sie sich" als eine Botschaft war, dass "ich" eben noch nicht angekommen bin und noch was tun müsste oder mir verdienen müsste oder verbessern müsste. Vielleicht würde ich es heute anders wahrnehmen in gleichen Situationen (also dass durch "Depressionen" usw meine Stimmung eher getrübt war, so dass ich nicht die "positive" Absicht der/des Therapeuten sehen konnte...), vielleicht würde ich aber auch die INtentionen, mich zu verändern - egal in welcher Hinsicht - einfach nicht mehr so aufnehmen und das Spiel von Hilfesuchendem und Helfendem nicht mitspielen wollen.

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Re: Therapie

Beitrag von graueKatze » Freitag 12. November 2010, 14:24

Agni hat geschrieben:Selbst ein verändern wollen von Verhalten und Tun usw... ist halt zum scheitern verurteilt wenn es nicht aus einer wirklichen Selbstakzeptanz heraus kommt. Und auch ein "sich selbst akzeptieren" oder "sich selbst anfangen zu lieben" kann man nicht machen oder erzwingen. Es ist halt ein großer Irrglaube jemand könnte einem "helfen". Ein guter Therapeut "sollte" nichts von einem wollen, und auch keine typischen Rollen spielen. Sondern einfach selbst so sein wie er ist. Das sind extrem wenige.
Helfen und Wege aufzeigen finde ich aber was ganz anderes als erzwingen. Ich kann mir schon vorstellen, dass man auch ohne Holzhammermethode schrittweise dahin kommen kann. Mag sein, dass ich falsch liege, aber ich hoffe sehr, dass es nicht reine Glückssache ist, ob ich mich irgendwann mal dauerhaft besser fühlen kann. Dass es wenige gute Therapeuten gibt, kann durchaus sein. Mir würde es vielleicht reichen, wenn ich mal ein bisschen mehr Antrieb bekäme, entsprechende Übungen zu machen.

Dass die Selbstakzeptanz idealerweise vor der Verhaltensänderung stehen sollte, sehe ich aber auch so. Bei mir war es jedenfalls z.T. umgekehrt und stand damit auf wackligen Beinen. Bzw. hatte ich eben keine Methode, um negative Gedanken gegen mich selbst in Zaum zu halten und so war die ganze Veränderung doch sehr von der Außenwelt abhängig.
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Re: Therapie

Beitrag von Cylon » Freitag 12. November 2010, 14:28

Ich habe auch schon eine längere Verhaltenstherapie gemacht. Bei ging es hauptsächlich um Depressionen und Sozialphobie und dadurch bedingt auch um die AB-Problematik (auch wenn das nicht 100%ig angesprochen wurde). Außerdem hatte ich eine sehr starke Zahnarztphobie. Vielleicht ein paar Erfahrungsberichte:

Zahnarztphobie: Ich war damals bestimmt seit über 10 Jahren nicht mehr beim Zahnarzt gewesen. Ich brauchte das Wort "Zahn" nur hören, da wurde mir schon schlecht. Auch bei Dingen wie ZAHNrad oder dem einen Schauspieler, der mit Nachnamen Zahn heißt.
Nun, was haben wir gemacht? Auf dem Weg zu meiner Therapeutin ist eine große Universitätszahnklinik. Wenn ich da hergehen musste, habe ich immer zur anderen Straßenseite geguckt. Ich sollte mich dann im Internet informieren, ob es Zahnärzte gibt, die auf Phobiker spezialisiert sind. Eine gab es in der Klinik. Ich sollte dann wenigstens einmal in das Gebäude gehen und dann wieder raus. Dann sollte ich da ein paar Minuten verbringen. Das war mir dann doch zu dumm und ich habe, nachdem ich mir die Fluchtwege angeguckt habe, direkt nach der Frau gefragt. Die war dann auch sehr freundlich, hat mich gefragt, wovor ich hauptsächlich Angst usw. Auf einmal hatte ich keine Angst mehr. Im Gegenteil, ich bin dann sogar sehr gerne hingegangen, da es da haufenweise attraktive Frauen (Studentinnen) gibt. Für eine habe ich dann sogar geschwärmt und habe mich sogar auf Wurzelbehandlungen gefreut :good: Mittlerweile nerven mich Zahnarztbesuche, aber Angst habe ich keine.

Sozialphobie: Eine Übung ist mir in Erinnerung geblieben: Ich musste da in ein Geschäft (Schuhladen) gehen und mich beraten lassen und dann ohne was zu kaufen wieder weggehen. Mit sowas habe ich mittlerweile nicht mehr die Probleme. Auch fühle ich mich nicht mehr so unwohl bei anderen Menschen

Der grundsätzliche Gedanke bei Verhaltenstherapie ist, dass du das machen sollst, vor dem du Angst hast. Allerdings ist das alles bei mir eingeschlafen und ich müsste da eigentlich weitermachen, kann mich aber nicht aufraffen.

In der AB-Problematik hat mich das nicht so sehr vorangebracht. Aus verschiedenen Gründen.
Albert Einstein: "Eine Frage raubt mir den Verstand: Bin ICH verrückt oder all die anderen im Land?"

Agni

Re: Therapie

Beitrag von Agni » Freitag 12. November 2010, 14:42

Ich kenne zB Verhaltenstherapeutische Dinge halt auch, aber es ist in der Tat so, dass selbst "Pick Up"-Leute wie der Gründer des DeinDateDoktor-Forums mit dem ich vor 3 Jahren mal ein paar Sachen mitgemacht habe und einen ganzen Tag mal mit dem unterwegs war sagte, dass er nach 2000 oder 3000 Approachen immer noch "Angst" hatte. Meine Sichtweise, als ich mich mit Pickup beschäftigt hatte, war einfach, dass die Angst an sich nicht weniger wurde. Entweder man ging drüber weg, drückte sie weg, der Druck nahm aber auch zu, oder aber fing an sie so zu ignorieren und wurde in gewisser Weise stumpf. Und das ist ja gerade die scheiße. Ich will ja auch die schönen Sachen alle spüren, beim stumpf-werden geht das halt alles nicht. Und gerade in dieser Pickup-Community waren einige dabei die entweder als Fake oder stumpf rüberkamen, und nicht authentisch oder "angstfrei". Und es waren hohe Tiere in dieser Community, aber das war vor 2-3 Jahren.

Florian_
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Re: Therapie

Beitrag von Florian_ » Freitag 12. November 2010, 15:03

Mir stellt sich hier die Frage, mit welcher Erwartungshaltung kann man denn an eine Therapie herangehen? Bei einer Krankheit ist es klar, da sollen die Symptome am Ende der Behandlung beseitigt sein. Kann man AB-Sein als Symptom bezeichnen?

FrankBN

Re: Therapie

Beitrag von FrankBN » Freitag 12. November 2010, 15:35

Agni hat geschrieben:Hypnosetherapie kann sicherlich seine "Erfolge" habe, primär deswegen, weil eigene Ressourcen (in sich selber) gefunden / freigelegt werden, bzw eine Kapazität "schlimmes" zu akzeptieren auch gestärkt wird. Nur ist Hypnose offiziell keine "Psychotherapie" und wird eben nur begleitend eingesetzt, außer du bezahlst es selbst. Das paradoxe ist dann dass sich vermeintliche Erfolge nicht wegen einer solchen Therapie einstellen und man das bekommt, was man vorher meinte zu brauchen... nein, es wird vielmehr ent-deckt, dass man nichts braucht und alles schon da ist (in einem selbst), und nicht durch einen Partner / oder Singlesein hinzugefügt oder weggenommen werden kann. Und die vermeintlichen Erfolge sind dann zwangsläufig, wenns "egal" geworden ist.
Sorry aber ein wenig später schreibst du, dass Erfolge nur aus eine Selbstakzeptanz, sprich aus sich selbst heraus kommen können. Und hier schreibst du genau solche Erfolge in Anführungszeichen. Weiss du eigentlich was du sagen willst? :roll:

Ansonsten, ich weiß nicht wo du das Geschrubbel im zweiten Teil deines Postings her hast, ich würde jedenfalls nicht behaupten dass Hypnose bewirkt zu entdecken dass man nichts braucht.
Vielleicht solltest du deine "Therapieerfahrungen" nicht ausschliesslich aus irgendwelchen Pick-Up ziehen (wie ich es vermute!).

Florian_
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Re: Therapie

Beitrag von Florian_ » Freitag 12. November 2010, 15:40

FrankBN hat geschrieben:Sorry aber ein wenig später schreibst du, dass Erfolge nur aus eine Selbstakzeptanz, sprich aus sich selbst heraus kommen können. Und hier schreibst du genau solche Erfolge in Anführungszeichen. Weiss du eigentlich was du sagen willst? :roll:

Ansonsten, ich weiß nicht wo du das Geschrubbel im zweiten Teil deines Postings her hast, ich würde jedenfalls nicht behaupten dass Hypnose bewirkt zu entdecken dass man nichts braucht.
Vielleicht solltest du deine "Therapieerfahrungen" nicht ausschliesslich aus irgendwelchen Pick-Up ziehen (wie ich es vermute!).
Soll das nun eine Zurechtweisung sein, oder gar eine konstruktive Kritik oder was sonst? Ich verstehe den Beitrag nicht?

exlamento

Re: Therapie

Beitrag von exlamento » Freitag 12. November 2010, 15:40

Agni hat geschrieben:Meiner Erfahrung nach, und ich habe wirklich Erfahrung, ist, dass therapeutisch in etwa so gearbeitet wird: Mit DIR stimmt was nicht, DIR fehlt etwas, DU musst DICH ändern, DU musst eine Beziehung haben, DU musst sozialer sein, DU musst aus dir rauskommen usw usw... zusammenfassend kann man sagen, es wird gemeint, es gäbe ein Problem, das gelöst werden müsste oder könnte.

Eine andere Sichtweise ist, dass es gar kein Problem gibt, somit auch keins gelöst werden muss oder kann. Dass du meinst "ich hab kein Freund und brauch einen" ist per se nicht wahr, denn es ist nur ein Gedanke, und wie man sieht brauchst du keinen Freund, denn du hast ja keinen. Du bist, so wie du bist schon voll in Ordung, da brauchts keine Veränderung.

Das Problem ist halt, dass die wenigsten Therapeuten so "arbeiten", sondern eher mangel-, problem-orientiert. Auf diese Weise gibt es immer irgendwas was nicht ganz perfekt ist und es nimmt nie ein Ende. Ists nicht der Freund, ists das Auto, die Arbeit, eigene Kinder, Familie, Haus, Freunde, usw... was auch immer. Perfekt ist nichts, aber das ist ja gerade das gute. Wenn man weiß, dass man nichts verändern braucht, da "man" erstens nicht perfekt sein kann und zweitens eine Ebene in einem gibt, die dennoch perfekt ist. :D

Die Idee "ich als Mensch" müsste anders sein ist halt nur eine Idee und nicht besonders eine gute Voraussetzung zu einem Therapeuten zu gehen, denn die meisten Therapeuten werden auf diese Idee einsteigen und sie bestärken. Dabei bist du voll ok so.
Ich glaube ich weiß, was du meinst. Eigentlich würde ich entgegnen, ob du das wirklich meinst und falls ja dann fragen, warum dann überhaupt Therapie?
Aber gut, es mag wirklich so rüberkommen, dass der Therapeut suggieriert, man wäre als Mensch, als ganzes nicht in Ordnung. Das ist aber auch eine Gratwanderung, andererseits gehört es zu guter Arbeit dazu, den Menschen nicht als solches durch Diagnose herabzuwürdigen.

Ich persönlich könnte damit wohl gut leben. Zumal es sich mit meiner Ansicht sogar decken würde - hey ich habe was weiß ich eine Angststörung - da ist es doch völlig unstrittig, das mit mir etwas nicht stimmt und ich mich ändern muss. Was will ich denn sonst von einem Therapeuten?
Nur wegen solcher Tatsachen-FESTSTELLUNGEN muss ich mich doch nicht in meinem Selbstverständnis, charakterlich dennoch voll ok zu sein, angegriffen fühlen.

Hier kann man nun problematisieren, was Selbstakzeptanz ist und wie weit sie geht. Wenn ich nun wie vorhin geschrieben die Schilderung eines Therapeuten teile, fehlt es mir dann an der Akzeptanz meiner selbst?
Inwieweit ist das Problemfeld herauszudifferenzieren?

FrankBN

Re: Therapie

Beitrag von FrankBN » Freitag 12. November 2010, 15:46

Florian_ hat geschrieben:
FrankBN hat geschrieben:Sorry aber ein wenig später schreibst du, dass Erfolge nur aus eine Selbstakzeptanz, sprich aus sich selbst heraus kommen können. Und hier schreibst du genau solche Erfolge in Anführungszeichen. Weiss du eigentlich was du sagen willst? :roll:

Ansonsten, ich weiß nicht wo du das Geschrubbel im zweiten Teil deines Postings her hast, ich würde jedenfalls nicht behaupten dass Hypnose bewirkt zu entdecken dass man nichts braucht.
Vielleicht solltest du deine "Therapieerfahrungen" nicht ausschliesslich aus irgendwelchen Pick-Up ziehen (wie ich es vermute!).
Soll das nun eine Zurechtweisung sein, oder gar eine konstruktive Kritik oder was sonst? Ich verstehe den Beitrag nicht?
Ich verstehe nicht warum er die Hypnosetherapie quasi den Erfolg abspricht, mit genau denselben Argumenten die er später zur Voraussetzung für einen Erfolg darstellt (nämlich dass Erfolge aus sich selbst Kommen).
Außerdem verstehe ich nicht wie er ohne profunde Kenntnisse über die Therapie auf die Schlussfolgerung im Zweiten Teil seines Postings kommt.
So gesehen, ja das war eine Zurechtweisung nach dem Motto erst denken, dann schreiben!

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