Beziehungen aufrechterhalten

Rund um die persönliche Situation, Erlebnisse und was einem auf dem Herzen liegt

Moderatoren: Hathor, Wolleesel, Peter, Lerche, Lisa, otto-mit-o, Esperanza, orthonormal

Antworten
tiffi374

Beziehungen aufrechterhalten

Beitrag von tiffi374 » Samstag 30. Oktober 2010, 21:27

Hallo,

gerade drückt mir etwas der Schuh,
eigentlich eher um Sorge für die Sorge der anderen Bekannte/ehemalige Schulfreunde/Familie, die sich anscheinend gerade zusammenrotten und meinen ich würde mich seltsam verhalten.

Die letzten fünf Jahre hab ich massiv Integrationsversuche gestartet -
Schulbekannte aufleben lassen, an Vereinen teilgenommen,
Musik gemacht und Gruppen besucht wo man auch redet,
daraus sind zum Teil Kontakte entstanden die meine eigentlichen Bedürfnisse kaum befriedigen,
da ich aber ein loyaler Mensch bin und außerdem unsicher, lief das ganze so weiter, selber mit Bauchschmerzen und
diese Kontakte als lästig und mit Selbstentfremdung empfunden.

dann wurd ich so ca das letzte eineinhalb Jahr sicherer und hab gedacht, ich möchte konsequenter sein und meine WIRKLICHE Sicht der Dinge mehr durchscheinen lassen, aussprechen,
und mich nicht nur anpassen.
Bei einigen hab ich dann gemerkt, die kann ich nciht ändern, die ticken auf dieser Welle und da hilft auch kein reden und sich annähern, also hab ich mich zurückgezogen.

Also da waren z B drei Schulbekannte (w) und die meinen - mir kommts so vor, dass sie sich wohler fühlen wenn das leben so ne Mädelsgemeinschaft a la Sex and the City ist, alle drei haben entweder feste Beziehungen oder langjährige Affären und es wird darüber geredet wie cool das Leben ist, wenn man coole Sachen macht, auf Reisen geht usw oder sich beruflich definiert.
Meine Sicht ist da total anders, aber die ersten zwei drei Male fand ichs auch nett, die nach 14 bzw 15 Jahren nochmal wiederzusehen,
mit der einen bin ich immerhin noch auf bäume geklettert damals, aber das war vorbei als sie dann Stöckelschuhe und Wimpernklimpern bevorzugte.

Weil da gar keine Nähe war und nur zweimal im Jahr treffen,
hab ich mich einfach aus der Affäre gezogen, mich nicht mehr gemeldet -
also die sind kein bisschen dicht an meinem Leben dran, warum soll ich da groß was erläutern??

Nur haben sie gerade sich zu einer Art Betroffenheitsrudel zusammengerottet und ich krieg sorgenvolle Anrufe was denn mit mir los wäre und dann so Meldungen auf ner Plattform die ich max. 1 mal im Monat desinteressiert abgrase, ich soll mich nochmal melden.
Irgendwie wühlen mich auch so Erwartungen auf.
Diese scheiß Dauerloyalität auch wenn eigentlich kaum was verbindet.

Und dann ist da so ne Neigung mich da oberflächlich zu melden, die oberflächlich hinzuhalten, damit sie irgendwie beruhigt sind -
weil man das ja in Nicht Freundschaften und Society Bekanntschaften so macht (oder?)-
nur: so richtige Diplomatie liegt mir nicht,
und denen bis ins Detail öffnen möchte ich nicht
und find mich aber selber zum kotzen da irgendso ein wischiwaschi hinzureden und mich eigentlich doch ohnmächtig zu fühlen, weil dann jederzeit doch wieder so ne Anfrage kommt.

Direkt zu sagen: Lasst mich in Ruhe krieg ich auch nicht rüber, find ich irgendwie zu krass, zu entschieden.
Oder geht das?
Entschieden hab ich mich ja eigentlich auch schon.

Smalltalk-bekannte hasse ich wie die Pest, ein wirkliches Hobby oder Interesse teilen wir eigentlich auch nicht (Sex and the City würd ich nie schauen),
das einzige was eigentlich verbindet ist die gemeinsame damalige Zeit weil es nunmal Schulpflicht gab und man da mit fremden zusammenkommt,
das beste draus macht und ganz unsympathisch find ich die ja auch nicht.

Was "echtes" an Verbundenheit mit nicht nur Spitze von Eisberg und bisschen Spaß kommunizieren wird da nicht draus werden, dafür ist die Ausrichtung udn Basis zu unterschiedlich.

Was mir auch immer wieder auffällt, ist, dass es Leute zutiefst beunruhigt, wenn man im normalen Samstagabend Spaßgetriebe oder an Feiertagen wie Sylvester nix macht und dass die dann einen mitleidigen sorgenvollen Ton kriegen.
Und irgendwas rührt sie dann auch, einen zu integrieren damit man nicht als armes Lämmchen alleine rumrennt.

Hab dadurch schon gewaltsam Feiern über mich ergehen gelassen,
die Leute hatten den Pseudoerfolg sie hätten mich integriert,
aber irgendwann ruft dann wieder die Freiheit und dann stoß ich die so richtig vor den Kopf.

Ist das denn zum Sorgen machen sich im Rückzug wohlzufühlen und gesellschaftilche Events zu ertragen aber nicht zu mögen??
(da kommt wieder meine Unsicherheit)

Ist das Überleben heute im Rudel notwendig?
Und wenn jetzt irgendwas wäre, und mich irgendwas im Leben plattmacht weil was aufn Kopf fällt oder so
(hach das ist doch schon längst passiert :lol: ) und ich bin heute oder morgen tot, denken die wirklich die können mit ihrer Rudelsorge da irgendwas dran ändern???
Das hab ich noch nie verstanden.

Über die ein oder andere Sicht wäre ich dankbar.
viele Grüße, tiffi

Anrufbeantworter
Kennt sich hier gut aus
Beiträge: 162
Registriert: Mittwoch 18. April 2007, 13:40

Re: Beziehungen aufrechterhalten

Beitrag von Anrufbeantworter » Samstag 30. Oktober 2010, 21:54

Dein Beitrag erinnert mich an mich selbst vor vielleicht fünf oder sechs Jahren. Du suchst tiefere Freundschaften, findest aber eher Leute, die oberflächliche Bekannte suchen, mit denen man einfach Spaß haben kann. Du bist frustriert oder sogar verbittert, dass du in ihnen nicht das findest, was du suchst. Das kannst du ihnen nicht vorwerfen, sondern solltest andere Leute suchen. Andererseits habe ich die Erfahrung gemacht, dass es Unsinn ist, die Oberflächlichkeit der Bekanntschaften so sehr zu verachten. Hab ich auch getan, als ich die tieferen vermisst habe. Jetzt habe ich die tieferen, und merke, dass die zwar wirklich wichtig sind, aber die oberflächenlichen Bekanntschaften dazu dennoch nicht wertlos sind. Man denkt eben nicht die ganze Zeit nur an die tieferen Dinge, die einen bewegen. Manchmal möchte man auch einfach nur einen Abend lang gute Laune haben und Spaß machen.

soukous
Liebt es sich mitzuteilen
Beiträge: 1106
Registriert: Dienstag 6. Mai 2008, 11:30
Geschlecht: männlich
Ich bin ...: offen für alles.
Wohnort: Köln

Re: Beziehungen aufrechterhalten

Beitrag von soukous » Samstag 30. Oktober 2010, 22:36

Hallo tiffi,

tja, nicht mitfeiern und mittratschen können gilt bei nicht wenigen extrovertierten Menschen als Signal dafür, dass mit einem etwas nicht stimmt. Vielleicht sehen dich deine Bekannten schon in eine Depression oder einen Suizid hineinschliddern und wollen verhindern, dass es so weit kommt.

An deiner Stelle würde ich mit ihnen reden und ihnen deutlich machen, dass du auf dem Weg der Problembearbeitung bist und diese in einer Weise durchführst, die deinem introvertierten Wesen entspricht. Dass du z.B. meditierst, eine Psychotherapie machst, eine Selbsthilfegruppe besuchst (blaues Forum *zwinker*). Am besten noch erwähnen, dass ein Psychologe (oder eine sonstige Autorität) dir gesagt hat, dass für deine Person die ruhige Herangehensweise der beste Weg ist, um mit deiner jetzigen Situation umzugehen.

Du kannst natürlich auch anders herangehen und dir ein berühmtes Vorbild aus der Wissenschaft, der Kunst etc. suchen (evtl. in Zusammenhang mit deinen Hobbys) und den Leuten erzählen: Auch Bill Gates ist niemals auf Partys gegangen, ihm war das Programmieren immer wichtiger und er hat recht früh seine erste Million gemacht. Das ist auch der Weg, den ich gehen will. So was in der Art halt. (Gates-Beispiel von mir völlig frei erfunden, aber sicher nicht unüblich in bestimmten Kreisen, z.B. bei Wissenschaftlern)

Vielleicht kann noch der zusätzliche Hinweis hinzugefügt werden, dass Menschen sich eben im Laufe des Lebens ändern: Früher bist du mit mir die Bäume hochgeklettert, heute trägst du Stöckelschuhe und machst das nicht mehr, obwohl ich durchaus noch Lust darauf hätte. :mrgreen:


Mich persönlich würde interessieren: Was macht tiffi an Silvester etc. wenn die anderen feiern? Oder: In welchem Bereich liegen ungefähr deine Hobbys?

tiffi374

Re: Beziehungen aufrechterhalten

Beitrag von tiffi374 » Samstag 30. Oktober 2010, 23:06

Hallo
Anrufbeantworter hat geschrieben:Du suchst tiefere Freundschaften, findest aber eher Leute, die oberflächliche Bekannte suchen, mit denen man einfach Spaß haben kann. Du bist frustriert oder sogar verbittert, dass du in ihnen nicht das findest, was du suchst. Das kannst du ihnen nicht vorwerfen, sondern solltest andere Leute suchen.
mir ist da gerade das Bild gekommen,
als würde ich immer nur Nachtisch serviert bekommen und mir wird da übel von.
Also wenn die Grundnahrung da ist, ist Nachtisch ok,
aber sonst hat man zwar ne Fülle von Nahrungsergänzung aber nicht die Hauptnahrung.
Und das macht dann irgendwie gereizt und aggressiv.
Darum denke ich schon, dass das erste für mich ist, da erstmal Leute zu finden wo mehr passt.
Die Freiräume dafür hab ich auf jeden Fall mal jetzt.
Anrufbeantworter hat geschrieben:etzt habe ich die tieferen, und merke, dass die zwar wirklich wichtig sind, aber die oberflächenlichen Bekanntschaften dazu dennoch nicht wertlos sind. Man denkt eben nicht die ganze Zeit nur an die tieferen Dinge, die einen bewegen.
das "vom tiefen wegsehen" fällt mir zur Zeit noch sehr schwer.
Vielleicht liegts daran dass es mitten in der Verarbeitung ist oder noch Rest von Überlebensstrategie und zum Teil auch einfach introvertiertes eher sachorientiertes Wesen oder total viel Rollenunsicherheit wohin mit meinen Kräften wie annähern usw.
Manchmal bekommts allerdings auch schon was zwanghaftes immer in dieser Tiefe zu sein
....darum ist es unpassend daraus eine Philosophie zu stricken des "ich komme vom anderen Planeten", auch wenn diese Neigung manchmal da ist.

soukous hat geschrieben:Vielleicht sehen dich deine Bekannten schon in eine Depression oder einen Suizid hineinschliddern und wollen verhindern, dass es so weit kommt.
ja, sowas hat ein Kollege vor paar Jahren auch mal direkt ausgedrückt - "bei mir war das auch mal so, das ist nicht gut, das geht ins depressive, du musst unter Leute"
soukous hat geschrieben:An deiner Stelle würde ich mit ihnen reden und ihnen deutlich machen, dass du auf dem Weg der Problembearbeitung bist und diese in einer Weise durchführst, die deinem introvertierten Wesen entspricht.
Ja das ist ne gute Idee.
Und es ist wirklich oft auch erholsam nichts zu tun oder irgendwelche albernen Sachen, ich mag Wiederholungen ohne Sinn und Zweck z B.
(komisch wieso mag ich keinen Smalltalk?)

Ich habe es halt bisher nicht für nötig befunden oder hab zuviel Scham, mein Wesen zu exponieren sondern wollte es die ganze Zeit kaschieren und so tun als ob--ich so wäre und die Bedürfnisse hätte wie die anderen.
Aber vielleicht wird das doch dann Verständnis wecken, die anderen wissen es ist kein Grund zur Sorge, Hilfe naht, das ganze bekommt eine Perspektive,
und sie wissen auch, es hat nicht direkt was mit ihnen zu tun.
soukous hat geschrieben:Vielleicht kann noch der zusätzliche Hinweis hinzugefügt werden, dass Menschen sich eben im Laufe des Lebens ändern: Früher bist du mit mir die Bäume hochgeklettert, heute trägst du Stöckelschuhe und machst das nicht mehr, obwohl ich durchaus noch Lust darauf hätte. :mrgreen:
ist ja auch so :mrgreen:
soukous hat geschrieben:Mich persönlich würde interessieren: Was macht tiffi an Silvester etc. wenn die anderen feiern? Oder: In welchem Bereich liegen ungefähr deine Hobbys?
also ein paar Jahre war ich auf ner Dorfveranstaltung von ner Kollegin die mich adoptiert hatte,
dann war ich mal alleine zuhause - und leb dann halt so vor mich hin, essen, denken, wuseln, manchmal Gitarre zupfen,
seit vielen Jahren auch ohne Drang da irgendwas zu verpassen,

vor drei Jahren hatte ich auch mal zwei Sylvester lang Kontakt mit "outsidern" die nicht so ganz den üblichen Lebenslauf eingschlagen sind und selber reflektieren, und fand das ganze schon wesentlich offener und hab da selber schonmal nen kollegen mit zu eingeladen der grad in Trennung lebte.
ABer für mich hätte das ganze auch an jedem anderen Tag stattfinden können, ich brauch nicht genau an Sylvester jetzt ne Aktion/Reaktion.
Letztes Jahr war ich dann bei nem Bekannten, der wie ich denke zur "Neuen Grundlage an tieferen Beziehungen" gehört, nur um das einzuschätzen ist das ganze noch zu neu gewesen,
Themen, hobby: wir haben viel gegessen

Völliger Rückzug ist ja eigentlich auch nicht meins.
ABer ich merk da schon so ne psychische Regulation dass mal Zeit ist raus zu gehen, und sich auch mal wieder auszutauschen oder was anderes zu sehen.

danke für die antworten.

Anrufbeantworter
Kennt sich hier gut aus
Beiträge: 162
Registriert: Mittwoch 18. April 2007, 13:40

Re: Beziehungen aufrechterhalten

Beitrag von Anrufbeantworter » Samstag 30. Oktober 2010, 23:12

Ich denke durch den Beitrag jetzt zum ersten Mal darüber nach, ob es bei mir nicht vielleicht doch gut gewesen ist, dass ich zu einigen Bekannten teilweise einige Jahre keinen Kontakt mehr hatte. Ich hatte auch das Gefühl, dass ich mich nur noch verstelle, um irgendwie in die Bekanntenkreise reinzupassen, dass ich gar nicht mehr wusste, wer ich selbst überhaupt war. Ich hab mich auch einige Monate sehr zurückgezogen. Vielleicht hat es schon etwas gebracht. Bin mir aber nicht sicher, ob ich es empfehlen würde.

Zu deiner direkten Frage: wenn du gar kein Interesse an den Bekanntschaften hast, ist es eigentlich egal, wie du es sagst, solange es nicht verletzend ist. Dass du das Bedürfnis hast, dich etwas zurückzuziehen, kannst du schon so sagen.
soukous hat geschrieben:tja, nicht mitfeiern und mittratschen können gilt bei nicht wenigen extrovertierten Menschen als Signal dafür, dass mit einem etwas nicht stimmt.
Ist es das denn nicht?

Anrufbeantworter
Kennt sich hier gut aus
Beiträge: 162
Registriert: Mittwoch 18. April 2007, 13:40

Re: Beziehungen aufrechterhalten

Beitrag von Anrufbeantworter » Samstag 30. Oktober 2010, 23:27

tiffi374 hat geschrieben:mir ist da gerade das Bild gekommen,
als würde ich immer nur Nachtisch serviert bekommen und mir wird da übel von.
Also wenn die Grundnahrung da ist, ist Nachtisch ok,
aber sonst hat man zwar ne Fülle von Nahrungsergänzung aber nicht die Hauptnahrung.
Sehr passend. Und man kann sich gar nicht mehr vorstellen, warum andere den Nachtisch lecker finden und fragt sich, warum alle nur so einen ekeligen Geschmack haben.
tiffi374 hat geschrieben:Ich habe es halt bisher nicht für nötig befunden oder hab zuviel Scham, mein Wesen zu exponieren sondern wollte es die ganze Zeit kaschieren und so tun als ob--ich so wäre und die Bedürfnisse hätte wie die anderen.
Aber vielleicht wird das doch dann Verständnis wecken, die anderen wissen es ist kein Grund zur Sorge, Hilfe naht, das ganze bekommt eine Perspektive,
und sie wissen auch, es hat nicht direkt was mit ihnen zu tun.
Ich kann es nur empfehlen. Auch mal das zu zeigen, was man glaubt, dass es nie akzeptiert würde. Ich hätte nur verwunderte Blicke erwartet, aber es gab nur wenige davon. Viel mehr gab es für mich die Erfahrung, dass ich so ok bin und akzeptiert werde. Klingt banal, aber wenn man sich für sein Wesen irgendwie schämt und selbst vielleicht nicht erklären kann, warum, ist das eine gigantische Erfahrung. Und sollte es tatsächlich nur bei verwunderten Blicken bleiben: dann hat sich das Problem gelöst, wie man den Kontakt beendet. Und findet es nicht einmal schade.

Also warum nicht mehr von sich selbst zeigen? Man kann nur die Bekanntschaften verlieren, die man eh nicht mehr wollte. Der mögliche Gewinn dagegen...

Leiser
Kennt sich hier gut aus
Beiträge: 189
Registriert: Sonntag 19. Juli 2009, 23:30
Geschlecht: männlich
AB Status: Hardcore AB
Ich bin ...: unfassbar.

Re: Beziehungen aufrechterhalten

Beitrag von Leiser » Samstag 30. Oktober 2010, 23:52

- ohne jetzt auf die vorherigen Antworten einzugehen :mrgreen: -

Ich finde es sehr schwer allzu viele Beziehungen zu pflegen. Ich habe wenige (ausschließlich) männliche Freunde (die allesamt auch Arbeitskollegen sind) und staune bei denen immer wie viele Freunde/Bekannte die haben. Wo nehmen die nur die Zeit her ?

Ich könnte mir die vielen Namen wahrscheinlich gar nicht merken :lol:

:hierlang:
:hierlang:
:hierlang:
30, Mega-Giga-HC-AB

Quixy
Tauscht Gedanken aus
Beiträge: 65
Registriert: Dienstag 12. Oktober 2010, 01:16
Geschlecht: männlich
Ich bin ...: nur an Frauen interessiert.

Re: Beziehungen aufrechterhalten

Beitrag von Quixy » Sonntag 31. Oktober 2010, 01:49

Du sendest gemischte Signale:

Auf der einen Seite hast du dich um Kontaktaufnahme und -aufrechterhaltung bemüht - vermutlich als Folge deiner "Integrationsversuche", deren Beweggründe wohl über das bloße Beisammensein mit alten Schulfreunden hinausgehen. Das wissen diese aber nicht. Sie denken, du magst sie und ihre Lebensart einfach und würdest gern dazugehören.

Auf der anderen Seite bist du bei Treffen immer wieder abweisend, meldest dich längere Zeit nicht und wirkst genervt. Vielleicht sorgen sie sich, etwas falsch gemacht zu haben und bekommen davon ein schlechtes Gewissen?

Ich kenne dein Verhalten von mir selbst. Eigentlich hat man keinen richtigen Bock auf die Leute, aber geht am Ende doch mit, denn die unmittelbare Unlust wird in Kauf genommen für das Vermeiden der Probleme, die mit dem totalen Abbruch der Beziehung entstünden. Das Ganze zieht sich über Monate und Jahre hin, alle Parteien belasten sich gegenseitig, denn keiner weiß genau, was Sache ist. Eine klärende Zäsur erleichert alle.

FrankBN

Re: Beziehungen aufrechterhalten

Beitrag von FrankBN » Sonntag 31. Oktober 2010, 07:40

Ich denk schon dass du dich auf die Freundschaften konzentrieren solltest die du wirklich gerne pflegst und diese anderen die du ehr nur aus Gutmütigkeit so lasch weiter laufen lässt, lieber ganz beendest. Jedenfalls dann wenn du noch genügend hast, die du gerne pflegst.

Bei mir ist das Problem ehr, dass ich meist irgendwann gar keine Lust hab eine Freundschaft weiter zu pflegen, da warte ich dann immer drauf dass von den anderen was kommt. Und wenn da nix mehr kommt dann gehts halt auseinander. Entsprechend wenige Freunde hab ich. Sprich mir wär das was dir passiert ganz recht ..

tiffi374

Re: Beziehungen aufrechterhalten

Beitrag von tiffi374 » Sonntag 31. Oktober 2010, 08:18

Guten Morgen,

so, ich habs schon gestern nicht mehr so richtig ausgehalten,
dieses offene und halb und halb Ding,
und hab den dreien geschrieben, dass ich ihre Bemühungen schätze
und dass für mich aber grad der Rückzug dran wäre
und die (wenn auch hypothetische) intensivere Beziehungspflege mit mir nahestehenden Menschen,
dass sie mir hoffentlich nicht böse sind und wir hoffentlich ab und an mal schriftlich in Kontakt bleiben.

Hm, klingt irgendwie immer noch kompliziert, aber einfacher und diplomatischer hab ichs nicht hingekriegt.
Reaktion kam noch keine, mal sehen.
Anrufbeantworter hat geschrieben:ch denke durch den Beitrag jetzt zum ersten Mal darüber nach, ob es bei mir nicht vielleicht doch gut gewesen ist, dass ich zu einigen Bekannten teilweise einige Jahre keinen Kontakt mehr hatte. Ich hatte auch das Gefühl, dass ich mich nur noch verstelle, um irgendwie in die Bekanntenkreise reinzupassen, dass ich gar nicht mehr wusste, wer ich selbst überhaupt war. Ich hab mich auch einige Monate sehr zurückgezogen. Vielleicht hat es schon etwas gebracht.
kann ich verstehen, also dieses Ringen ob es nicht vielleicht seltsam ist sich zurückzuziehen,
aber wenn ich in mich reinhöre empfinde ich es nicht als depressiv oder abartig sondern als notwendige Findungsphase und gut.

Das Vorspielen und So tun als Ob bringt auf jeden Fall gar nix.
Mittendrin und nicht dabei,
und ich hab gar kein Interesse daran anderen Menschen etwas vorzuspielen,
es ist eher sowas wie ein tief verankerter Reflex, bloß nicht aufzufallen, bloß keinem irgendwas komisches zuzumuten,
vielleicht auch Selbstschutz um nicht abgelehnt zu werden und totale Entgeisterung hervorzurufen
(ich finde schon dass diese Andersartigkeit andere Menschen beunruhigt)
und die nicht immer vorherrschende Kraft/Lust/Präsenz, Nullachtfünfzehn Ratschläge, die Rolle des Sorgenkindes und "Einnordungsversuche" zu ernten und damit umzugehen
Leiser hat geschrieben:ch finde es sehr schwer allzu viele Beziehungen zu pflegen. ...
Wo nehmen die nur die Zeit her ?
Ich könnte mir die vielen Namen wahrscheinlich gar nicht merken :lol:
.

Ja, zuviel bräuchte ich auch nicht.
Mein zur Zeit einziger nahestehender Bekannter meint, die Zielvorstellung sei, dass er mir jeden Abend fünf gleichgesinnte Leute anschleppt und man abends noch dreimal telefoniert udn jedes Wochenende durch die Gegend heizt um die Bekannten einzusammeln.
Auch wenn die alle nett und tiefsinnig sind und ich mich mit denen frei fühle - Horror :-O

Quixy hat geschrieben:Auf der einen Seite hast du dich um Kontaktaufnahme und -aufrechterhaltung bemüht - vermutlich als Folge deiner "Integrationsversuche", deren Beweggründe wohl über das bloße Beisammensein mit alten Schulfreunden hinausgehen. Das wissen diese aber nicht. Sie denken, du magst sie und ihre Lebensart einfach und würdest gern dazugehören.

Auf der anderen Seite bist du bei Treffen immer wieder abweisend, meldest dich längere Zeit nicht und wirkst genervt. Vielleicht sorgen sie sich, etwas falsch gemacht zu haben und bekommen davon ein schlechtes Gewissen?
Du hast recht, ich denke die anderen wissen nicht wo sie dran sind,
sogar während des Abends ist es eigentlich nett und lustig,
aber ich spiele eine Rolle und merke wie ausgelaugt ich bin und wie sehr ich neben mir stehe.

Das Auflebenlassen von alten Schulfreunden....ist für mich eigentlich total idealisiert, denn ich hatte auch während der Schulzeit kaum mit ihnen zu tun.
Dass man sich dann nur so alle vier Monate mal trifft, ist auch von ihrer Seite aus so, bzw die drei wohnen wohl auch noch näher zusamen regional und empfinden das enger.

Mir fällts irgendwie total schwer mich von anderen Lebens- und Denkweisen abzugrenzen, die ich ja einerseits nicht kritisieren und verletzen möchte - leben und leben lassen -
andererseits auch nicht den Mumm hab, mitten in ner Gruppe allein auf weiter FLur mit ner Ansicht zu stehen,
und das maximale was geht, ist ein oberflächliches Verständnis oder eine Form von Toleranz wo dahinter eigentlich doch ein Urteil steckt.

Genauso erwarte ich ja auch von den anderen was, was sie in der Regel nicht sind und bin dann frustriert, und fang an sie in Schubladen zu stecken.

Nur wenn es sich anstaut und ich mich grummelig verhalte, nach vielen Situationen, und mich die anderen eigentlich nerven,
dann schleppt man wirklich immer mehr Ballast mit durch die Beziehung,
es wird krampfiger, unsicherer, anstrengender und dann verliert so ne Beziehung wo man sich doch eigentich mal entlasten will,
rumalbern, sich mit Leuten frei fühlen, immer mehr ihren Sinn.
Dann ists so verknotet dass wirklich irgendwann nur noch die Zäsur bleibt.

FrankBN hat geschrieben:Ich denk schon dass du dich auf die Freundschaften konzentrieren solltest die du wirklich gerne pflegst und diese anderen die du ehr nur aus Gutmütigkeit so lasch weiter laufen lässt, lieber ganz beendest. Jedenfalls dann wenn du noch genügend hast, die du gerne pflegst.

Bei mir ist das Problem ehr, dass ich meist irgendwann gar keine Lust hab eine Freundschaft weiter zu pflegen, da warte ich dann immer drauf dass von den anderen was kommt. Und wenn da nix mehr kommt dann gehts halt auseinander. Entsprechend wenige Freunde hab ich. Sprich mir wär das was dir passiert ganz recht ..

Sich anpassen um überhaupt noch irgendwo dazuzugehören....
so richtig klar komme ich mit der Haltung nicht, und genau das ists glaub ich auch gerade, was sich in mir verändert.

Wenn ich nur interessant bin wenn ich A und B mache, A oder B anziehe, über A und B nachdenke, dann empfinde ich das so eingrenzend.
Viele Kontakte erledigen sich, wenn du dich veränderst und diese Spur nicht mehr hast,
dann merkst du dass es nur die Sache, die Denkform, das Hobby war, was man geteilt hat.
Komm mit oder bleib, ich lauf meinen Lauf weiter.
Ich denke eine echte Freundschaft wo es mehr um die Person geht, hält solchen Veränderungen eher stand.

Und so ein Rudel besorgter Leute um dich rum, ist zwar irgendwie eine Art Aufmerksamkeit, aber keine wirklich angenehme.
Klar kenn ich schwache Phasen und brauche Hilfe an vielen Punkten,
aber nicht im Sinne von entmündigender Begluckung und irgendwelchen Coachingplänen, zu welchen Events, Weihnachtsfeiern usw ich geschleppt werde, wo ich wohne, welchen Beruf ich ausübe usw.
Man wird da in so eine Nische gedrängt, dabei fühle ich mich wie ein mündiger und vollwertiger Mensch....

obwohl mündig ja vielleicht auch heißt: Mund aufmachen und erklären was Sache ist, den Standpunkt zeigen, entscheiden....
das kann schon noch stärker werden....

Viele Grüße, tiffi

FrankBN

Re: Beziehungen aufrechterhalten

Beitrag von FrankBN » Sonntag 31. Oktober 2010, 08:26

Hm Tiffy, erstmal glaub ich, deine Mail an die Drei war schon richtig. Klar etwas sehr direkt vielleicht, aber egal. So wissen die jetzt immerhin, was Sache ist.

Ansonsten hab ich den Eindruck dass du irgendwie krampfhaft "du selbst" sein willst, sprich irgendwie ein Problem hast wenn du dich mal ein wenig anpassen sollst. Ob das so ist und wenn, ob das gut ist, das musst du selbst wissen. Ich bin jedenfalls einer der sich gerne anpasst. Auch in Ermangelung eigener Interessen bzw. Faulheit eigene Interessen dann auch auszuüben. Wenn ich nicht irgendwie von aussen getrieben werde, dann mach ich meist gar nix :roll:
Also wieder ists bei mir grad anders rum, deswegen kann ich dir nicht wirklich einen Tipp geben was für dich am Besten wäre!

Strubbel

Re: Beziehungen aufrechterhalten

Beitrag von Strubbel » Sonntag 31. Oktober 2010, 08:53

was mich ja wundert, ist, dass die Leutchen nun gern hätten, dass Du Dich aber bitte mal meldest. Eigentlich kenne ich es eher so, dass solche Freundschaften auf beiden Seiten ähnlich wichtig genommen werden. Sprich, wenn der eine das als "Kann man einmal im Jahr mal euf ne Stunde zum Kaffee treffen, ist aber auch nicht schlimm, wenn's zwei Jahre sind"-Kontakt einschätzt, dann sieht der andere das meist ähnlich.

Hier scheint es anders zu sein. Und das erste, das ich mich fragen würde, wäre: Warum? Bist Du den Menschen ernsthaft wichtig, schätzen sie DIch vielleicht sogar mitsamt Deiner Andersartigkeit, weil Du ihnen vielleicht neue Perspektiven eröffnest und sie es schätzen, mal ein bisschen aus dem Tritt gebracht zu werden? Oder sehen sie Dich als Sozialfall, dem geholfen werden muss, mit dem was nicht stimmt und der in die "richtige" Richtung getrieben oder gebogen werden muss. Im ersteren Fall wäre ich zugänglicher, auch wenn mir selbst der Kontakt vielleicht nicht so viel bringt, im zweiteren würde ich diese menschen als herablassend empfinden und mich schleunigst von ihnen trennen.

Die zweite Frage, die ich mich stellen würde, wäre: Sind die Kontakte nur defizitär oder schädlich? Geht es Dir schlecht, wenn Du mit diesen Menschen zu tun hast, beeinträchtugen sie Dein seelisches Gleichgewicht? Oder würdest Du Dir lediglich wünschen, dass Deine Kontakte zu Menschen anders und besser, die Menschen kompatibler wären. Die Sache ist nämlich die: Es spricht im Grunde nichts dagegen, mit Menschen nur oberflächlichen Kontakt zu haben, solange dieser Kontakt ein freundlicher ist. Mit der netten Nachbarin ein Schwätzchen über den Gartenzaun zu halten, geht voll in Ordnung - da erwarte ich nicht, dass sie mich in meinem Wesenskern erfasst und kann auch mal eine Viertelstunde dabei zuhören, wie sie die gestrige Volksmusiksendung fand, auch wenn ich persönlich das kalte Grausen kriege angesichts von Humtata und Täteräää. Das funktioniert aber nur, weil ich von der nachbarin nichts anderes erwarte als nette Belanglosigkeit.

Deswegen die dritte Frage: Sind die vorhandenen Kontakte an sich problematisch oder ist das Problem eher das Nichtvorhandensein von Kontakten, die so sind, wie Du das gern hättest und mit Menschen, die zu Dir passen? Wenn letzteres der Fall ist, würde ich eher dort ansetzen und meine Energie eher darauf verwenden, kompatible Menschen zu finden als die Beziehungen mit den anderen zu klären. Falls ersteres der Fall ist, musst Du entscheiden, ob Du diese Kontakte, die Du hast, aufrechterhalten willst.

tiffi374

Re: Beziehungen aufrechterhalten

Beitrag von tiffi374 » Montag 1. November 2010, 08:40

Hallo,
FrankBN hat geschrieben:Ansonsten hab ich den Eindruck dass du irgendwie krampfhaft "du selbst" sein willst, sprich irgendwie ein Problem hast wenn du dich mal ein wenig anpassen sollst. Ob das so ist und wenn, ob das gut ist, das musst du selbst wissen. Ich bin jedenfalls einer der sich gerne anpasst. Auch in Ermangelung eigener Interessen bzw. Faulheit eigene Interessen dann auch auszuüben. Wenn ich nicht irgendwie von aussen getrieben werde, dann mach ich meist gar nix :roll:
hmm, das kenn ich eigentlich sehr gut,
ich hab mich in der Vergangenheit fast nur angepasst, aus mir selbst heraus wenig Antrieb und Interesse was unbedingt sein muss,
und wenn mal irgendwas in mir aufgemuckt ist dort wo ich war und wie es da lief, und ich das dann Monate später geäußert hab
(bis ich mir klar wurde warum mir da was nicht passt),

dann fragten die anderen "Was willste denn nun?"
und dann hatte ich keine konkrete Alternative zu bieten.
Und solange man nicht genau weiß was man will, wer man ist,
läuft man im Strom so mit,
dann geht er wenigstens überhaupt in irgendeine Richtung.

Vielleicht ists auch zuviel des guten sich soviel Gedanken um Individualisierung zu machen,
in anderen Gesellschaftsformen ist man auch Teil eines Kollektivs und hat halt sein Leben.

Aber irgendwelche (oft noch diffusen Ansprüche) sind dann doch da in mir, und ein Widerstand gegen manche Stromrichtungen....
die in unserer pluralen Gesellschaft ja echt überall hingehen können.


hi Strubbel
Strubbel hat geschrieben:was mich ja wundert, ist, dass die Leutchen nun gern hätten, dass Du Dich aber bitte mal meldest. Eigentlich kenne ich es eher so, dass solche Freundschaften auf beiden Seiten ähnlich wichtig genommen werden. Sprich, wenn der eine das als "Kann man einmal im Jahr mal euf ne Stunde zum Kaffee treffen, ist aber auch nicht schlimm, wenn's zwei Jahre sind"-Kontakt einschätzt, dann sieht der andere das meist ähnlich.
Hm stimmt.
Mir ist nur schleierhaft woher die das ableiten.
In der Schulzeit hatte man mal Mittagspausen geteilt,
aber dabei wenn sie in der Dorfdisko ihre ersten St... aufgerissen haben oder bei sonstigen Initmitätsbesprechungen war ich nicht.

Und dann war 14, 15 Jahre totale Funkstille.

Strubbel hat geschrieben:Hier scheint es anders zu sein. Und das erste, das ich mich fragen würde, wäre: Warum? Bist Du den Menschen ernsthaft wichtig, schätzen sie DIch vielleicht sogar mitsamt Deiner Andersartigkeit, weil Du ihnen vielleicht neue Perspektiven eröffnest und sie es schätzen, mal ein bisschen aus dem Tritt gebracht zu werden? Oder sehen sie Dich als Sozialfall, dem geholfen werden muss, mit dem was nicht stimmt und der in die "richtige" Richtung getrieben oder gebogen werden muss.
Das ist nochmal ein guter Hinweis,
also ich glaub schon, dass ich mich als zu klein und minderwertig erlebe,

und dass die anderen in diesem Fall das gar nicht so sehen,
und mich auch nicht bevormunden würden -
sondern mich im Grunde akzeptieren.
bei mir hats grad Klick gemacht wo das herkommt und dass nicht alle Menschen einen grundsätzlich mit einem solchen Dis-respekt behandeln
und mich nur als Verlängerung ihres größenwahnsinnigen Kopfkinos sehen.

Den Unterschied: freundlich oder nicht -
den hatte ich noch nicht bewusst herausdifferenziert.
Also sie sind freundlich.
Und es kommt auch eine gewisse Wärme rüber bei der Sorge....
ich kann damit nur ganz schlecht umgehen.

Strubbel hat geschrieben:Die zweite Frage, die ich mich stellen würde, wäre: Sind die Kontakte nur defizitär oder schädlich? Geht es Dir schlecht, wenn Du mit diesen Menschen zu tun hast, beeinträchtugen sie Dein seelisches Gleichgewicht? Oder würdest Du Dir lediglich wünschen, dass Deine Kontakte zu Menschen anders und besser, die Menschen kompatibler wären. Die Sache ist nämlich die: Es spricht im Grunde nichts dagegen, mit Menschen nur oberflächlichen Kontakt zu haben, solange dieser Kontakt ein freundlicher ist.
Diese Zwischentöne die muss ich glaub ich echt noch lernen.
Ich denke die Fehlhaltung liegt darin, von allen alles zu erwarten,
und sich ständig und grundsätzlich falsch abgelehnt und korrekturbedürftig zu fühlen.

Und der Sozialstress des "etwas andersartigen" (der eine mag volksmusik der andere Deathmetal)
ist ja nicht gleich dem Sozialstress von Angefeindet werden weil jemand einen da echt angreift, vereinnahmt, abwertet....

Strubbel hat geschrieben:Deswegen die dritte Frage: Sind die vorhandenen Kontakte an sich problematisch oder ist das Problem eher das Nichtvorhandensein von Kontakten, die so sind, wie Du das gern hättest und mit Menschen, die zu Dir passen? Wenn letzteres der Fall ist, würde ich eher dort ansetzen und meine Energie eher darauf verwenden, kompatible Menschen zu finden als die Beziehungen mit den anderen zu klären.
das klingt echt vernünftig.
Das Bild mit dem Essen kommt mir da immer wieder.....
Beziehungen wo ne echte Basis und Kompatibilität ist,
das hatte ich bisher halt nicht und hab mich immer mit irgendwelchen Menschen umgeben weil sie gerade im Umfeld waren oder weil der Kontakt von ihnen aus ging und sie nicht lockergelassen haben.

Auch das nicht in böser Absicht aber immer mit dem Gefühl nur oberflächlich dazuzugehören und selber nicht mit meinem eigentlichen mtizugestalten,
und wenn ichs dann versucht hab,
hatten diese Menschen eher nicht die Kapazität mir (emotional oder in Denkweisen) zu folgen.

So als "friedliche interkulturelle Begegnung" mal ok, aber nicht als enge fast familiäre Beziehung zu bezeichnen....

danke für die Antworten und einen schönen Feiertag an die Katholiken Bundeslandbewohner :-)

tiffi

graueKatze
Kennt sich hier gut aus
Beiträge: 137
Registriert: Mittwoch 17. Juni 2009, 22:38
Geschlecht: weiblich

Re: Beziehungen aufrechterhalten

Beitrag von graueKatze » Dienstag 2. November 2010, 11:03

Hm, irgendwie kommt mir das total bekannt vor. Bzw. ist es eines der Probleme, die mich zur Zeit am meisten beschäftigen. Also, dass ich mich bei sozialen Kontakten in letzter Zeit viel zu sehr angepasst habe und jetzt einige zeitintensive 'Freundschaften' am Hals habe, aus denen ich eigentlich nur noch raus will. Ich glaube gar nicht mal, dass es so sehr an den betreffenden Personen liegt, sondern daran, dass ich denen immer was vorgespielt habe und jetzt kaum noch zurückrudern kann.
Ich war eine zeitlang sehr kritisch und verschlossen, hab nie was mitgemacht, von dem ich nicht wusste, dass es mir Spaß macht und fand fast alles doof, was andere machten. Hab mich aber andererseits nicht um passendere Kontakte bemüht oder selbst Vorschläge gemacht bei bestehenden Kontakten. Dann kam so eine Phase, wo ich zwar deutlich mehr mein Ding gemacht habe, aber trotzdem auch Kontakt hatte mit Leuten, die ganz anders drauf sind. Das war eigentlich meine beste Zeit. Die Leute, die ich damals kennengelernt habe, sehe ich selten aufgrund räumlicher Entfernung, aber wenn wir uns sehen, dann ist es immer ganz nett. Also die haben ja nie die Erwartung aufgebaut, dass ich mich anpasse.

Leider hab ich diese Haltung irgendwann aufgegeben. Ich glaube leider, dass das hauptsächlich durch mein damaliges OdB kam. Der war halt etwas sozialer und ich wollte dann auch so werden, damit er mich vielleicht mag. Und vielleicht hatte ich auch selbst ein bisschen das Bedürfnis 'normaler' und offener zu werden. Es gab dann noch einen Ortswechsel und am neuen Wohnort hab ich mich eigentlich nur noch an die Bedürfnisse andere angepasst während mein eigenes Leben auf Sparflamme lief. Jetzt merke ich, wie sehr mich das ausgelaugt hat, will aber den Leuten, die mir teilweise ihre intimsten Geheimnisse anvertrauen, nicht plötzlich vor den Kopf stoßen (eine davon ist auch noch meine Mitbewohnerin). Ich hab keine Ahnung, wie ich da wieder rauskommen soll. Wahrscheinlich irgendwie schrittweise. Aber besonders die Mitbewohnerin wäre zurecht tief verletzt, wenn sie rausfinden würde, dass eigentlich die ganze Freundschaft von meiner Seite aus nicht auf ehrlichem Interesse fußt. Am liebsten wäre mir, sie würde in eine andere Stadt ziehen und ich könnte das ganze dann nach und nach auslaufen lassen (bis auf wenige Treffen im Jahr vielleicht).

Ich muss aber zugeben, dass manche von den Kontakten, an denen ich anfangs wenig Interesse hatte, sich später doch ganz gut entwickelt haben und dass es eigentlich bei allen inzwischen guten Freundinnen so angefangen hat. Aber nur bei denen, wo ich von Anfang an mein wahres Gesicht gezeigt habe. Wäre ich bei den nervigen Kontakten am Anfang ehrlicher gewesen, hätten sie wahrscheinlich schnell das Interesse verloren, bzw. würden mich mit bestimmten Dingen verschonen, wenn sie dazu keine kritische Stellungnahme wünschen.

Sorry, dass ich den Thread jetzt mit meinen eigenen Problemen volllade. Irgendwie hat dein Beitrag das gerade getriggert. Ich finde deine Reaktion übrigens sehr gut. Also zwar ehrlich, aber eben von dir selbst ausgehend. Es könnte ja eigentlich sogar sein, dass der Kontakt dadurch persönlicher wird, falls eine von den Mädels daran Interesse hat. Zumindest werden sie dich eher als eigenständige Person wahrnehmen.
Ex-ABine, Spätzünderin und Glückspilz

tiffi374

Re: Beziehungen aufrechterhalten

Beitrag von tiffi374 » Donnerstag 4. November 2010, 14:50

Also neuester Stand:
zunächst kam überhaupt keine Reaktion,

dann hab ich von einer der Mädels eine LETZTE Aufforderung per sms bekommen.
„Das ist mein LETZTER Versuch :-/ Was ist denn mit dir los? Lg“

Hmmm.
Das hab ich doch in einigen Sätzen recht deutlich erklärt, in kurzen Sätzen ohne Verschachtelungen,
allen dreien.
So einfach, dass es jeder (so dachte ich) verstehen könnte.

Anscheinend hab ich nur nicht die codes getroffen, die die Mädels sprechen.
Oder ich hab keinen wichtigen Grund genannt, dass ich gerade eine aufregende Kreuzfahrt mache und zwei Kontinente abklappere oder es irgenwas mit Typen zu tun hätte –
Nur mit Ruhe Selbstfindung und zurückziehen,
- wichtiger Grund nicht anerkannt, Anhörung und Sanktion.....supi

Soll ich jetzt die tiefere soziologische interaktive psychodynamische und spirituelle Problematik per sms verdeutlichen?? *grübel*

Was wollen die von mir, wir haben ja noch nichtmals privat TELEFONIERT –
Noch nie. Weder in der Schulzeit noch in der Zeit der Funkstille oder danach.
Halt Treffen, Kaffeetrinken, Sex and the City spielen, weg.

Irgendwie ist mir das zu albern da noch mehr zu verdeutlichen – ich habe auch wenig Hoffnung dass das ankommt.

Komisch, die Mädels haben alle drei Abi.
Manchmal frag ich mich, ob die meisten da hirnlos durch die Schulfabrik geschleust wurden,
danach ging die Schleuse dann weiter in Richtung Job, gut aussehen, einen netten Freund, Mamas Liebling bleiben und Cliquenidentität.

Die Welt ist ja soooo schön und wenn sie das nicht ist muss man nur die richtigen Freunde haben, die richtigen Hobbies, den Lifestyle und dann wird sie soooo schön,
wenns immer noch nicht so ist sollte man mal über ne Ladung Antidepressiva oder Drogen nachdenken.

Und ich dachte immer, ICH hätte extreme soziale Mankos.
Heute denke ich, ich hab nur mit DIESER Sozietät große Probleme und mit Kindergartentalk auch.
Es ist schon traurig, früher sind wir wenigstens ab und an mal essen gegangen,
einfach weil wir das Essen selbst supercool fanden und es wirklich NUR um das Essen ging und es nix besseres gab als wenn es endlich Mund und Magen erreichte und auch noch lecker schmeckte.

(also zumindest mit der einen mit der ich auch klettern war, sie hatte eine natürliche Begeisterung fürs essen)
Dann kam bei ihr die Apfeldiät :crybaby: , es war der Vorläufer von stest kontrolliertem Essen, gepaart mit heimlichen Fressattacken, Extremsport, enger Kleidung und Pumps....

Und wenn Essen gehen dann zum coolen Szenelokal und isst als abstrakte Kunst drapiertes Essen was einem so ne Grinsefresse serviert.

Aber es lohnt eben nicht, da was zu suchen oder Frust aufzubauen,
wo nix zu erwarten ist.
Ich finds zwar unhöflich, nicht mehr zu reagieren, aber ich hab ja reagiert,
und das DENKEN und VERSTEHEN und andere eigentlich menschenmögliche Dinge kann ich niemanden abnehmen.


@graue katze

Ich denke unser Dilemma ist wirklich nicht ganz unähnlich (wahrscheinlich bist du nur nicht so kurz davor ein hämischer Comedian oder Attentäterin zu werden)

Ich denke das letzte, was du gesagt hast, ist so ne Art Schlüssel –
Je eher du deine EHRLICHE Meinung sagst, umso unbequemer wird’s für die anderen.
Entweder können sie dann mit dir,
oder aber sie wenden sich ab.
Oder es gibt eine echte Toleranz wo man nciht zwanghaft alles machen muss, und sich ab und an zusamenfindet, wie du es ja auch mal erlebt hast.

Ich denke auch, dass das auf Sparflamme zurückschrauben udn anpassen auf die Dauer auslaugt.

Der lieben Harmonie willen hält man dann vieles zurück, aber dann bilden sie sich wirklich schnell ein, der beste Freund und total gleichartig zu sein und dich ganz in Beschlag zu nehmne
(anscheinend bin ich da wie ein Chamäleon und wurde schon von so vielen verschiedenen Persönlichkeiten als bester Freund bis zum Lebensende betitelt – was ich immer sehr bedrohlich und beklemmend fand –
dass ich eigentlich eine völlig multiple Persönlichkeit sein müsste)

Ich hab auf jeden Fall festgestellt – wenn man den Menschen eine positiv wohlwollende Offenheit präsentiert udn sie in allem erstmal gewähren lässt, egal wie bescheuert man sie findet,
breiten sie sich ohne Ende aus und bilden sich alles mögliche ein.

Bei manchen reicht allerdings schon die allerkleinste Abweichung, eine kleine Bemerkung, eine nichterwartete Reaktion, eine Nichtbeachtung,
und du hast plötzlich den Eindruck du hast ne wildgewordenen spanischen Terrier am Bein der dich ankläfft und irgendwas von dir will und sich beleidigt fühlt.

Manchmal ists einfach auch Bequemlichkeit und Stressvermeidung, eben nicht immer nur Kontur zu zeigen.

Außerdem glaube ich selber ziemlich lange an das gute im Menschen und hab irgendwie Mitileid, darum bin ich ja auch wohlwollend zugewandt.
Nur mit dem abgrenzen fällts dann sehr schwer.

Deine Gedanken mit deiner WG Partnerin kann ich gut verstehen,
es ist ja auch nicht so leicht jemand vor den Kopf zu stoßen, der dann auch noch mit einem zusammenwohnt und man hat den Stunk sogar in den eigenen vier Wänden.
Sich in den eigenen vier Wänden fremdbestimmen zu lassen und ne Rolle zu haben die einem eigentlich nicht gefällt, ist aber auch anstrengend.

Bei manchen, wo das direket Gespräch viel zu hart oder fruchtlos gewesen wäre, habe ich auch schon mal völlig andere Interessen entwickelt und es ging dann damit so los:
Meine Bekannte wollte zum Papst, ich hab Arien geschmettert über den verlogenen Kapitalismus der Kirche,

die eine hörte gerne Jazz, ich dann plötzlich Death Metal,
dann brauchte ich ja auch Leute die das mit mir teilen und war dann mit anderen verabredet, alldieweil meine Bekannte die Lücke dann auch mit Bestätigern gefüllt hat die keinen Widerstand boten und das ging schneller als ich gucken konnte
(dabei hatte ich mich doch sooooo unersetzlich gefühlt),

und irgendwann konnte sie meine Meinung (Aversion gegen Reihenhäuser z B) nicht ertragen und hat es als Feindseligkeit gegen sich selber gewertet oder mich als zu reparierendes dem allgemeinen Negativismus anhängendes Etwas bezeichnet, dem sie noch EINMAL aber nur unter IHREN Bedingungen die Hand reicht.
Freudig dankend über diese Erleuchtung und ihre Menschenfreundlichkeit habe ich angenommen. :holy:
.
Sie meinte allerdings auch, ICH wäre nicht mehr tolerant und hätte kein Interesse mehr an ihren ganzen Liebesdingen Karriereplänen emotionalen Befindlichkeiten usw., also würde ich mich wie keine Freundin mehr verhalten.

Hatte sie nicht ganz unrecht mit dem nicht mehr kritiklos zuhören können, ich sagte dann irgendwann ihr neuer Traummann käme mir so vor als würde er sie total verarschen,
zumal er mit seiner Putzfrau in Urlaub fuhr, der Ex noch teure Geschenke machte (so für 1000 Euro), für sie dann aber kein Geld hatte für ein WE in ner kleinen Rentnerstadt….

Ich wünsche dir auf jeden Fall dass du nen guten Weg findest.
Ich denk ja – je direkter umso besser….nur wenn bei Direktheit null Reaktion Verständnis oder sogar Verletztsein aufkommt oder jemand Gift und Galle spuckt gibt’s eben auch andere Wege.
Man könnte auch eine Vorliebe fürs Nasepopeln entwickeln und sich darüber definieren…..Toleranzgrenzen austesten ob man denn auch einen guten zuhörer haben möchte der dies gerne tut :frech:

tiffi

soukous
Liebt es sich mitzuteilen
Beiträge: 1106
Registriert: Dienstag 6. Mai 2008, 11:30
Geschlecht: männlich
Ich bin ...: offen für alles.
Wohnort: Köln

Re: Beziehungen aufrechterhalten

Beitrag von soukous » Samstag 6. November 2010, 15:49

tiffi374 hat geschrieben: die eine hörte gerne Jazz, ich dann plötzlich Death Metal
Oha! Hier im Forum gibt es jemanden, der sucht händeringend so jemanden wie dich. ;)

Schnell melden, sonst isser aus dem Forum verschwunden. 8-)

tiffi374

Re: Beziehungen aufrechterhalten

Beitrag von tiffi374 » Samstag 6. November 2010, 17:55

das war überwiegend aus Notwehr :mrgreen:

Antworten

Zurück zu „Austausch“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot], huschhusch, Kisuli, Zigg und 36 Gäste