Tabu und Stigma Unerfahrenheit.

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Dichter
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Tabu und Stigma Unerfahrenheit.

Beitrag von Dichter » Freitag 25. Oktober 2019, 02:57

Über Depressionen wird zum Beispiel mittlerweile offener gesprochen, aber nicht über Absolute Beginners. Darüber fällt es mir schwerer zu reden als über meine psychischen Probleme. Es gibt ja auch keine Prominente die sagen, dass sie unerfahren sind und nie Sex hatten.
Bei Depressionen mittlerweile schon. Ich hatte schon erlebt, dass man darüber schmunzelte oder sich über mich lustig machte. Irgendwie bin ich verstummt.
Ich frage mich wann dieses Thema Absolute Beginners normaler wird und Menschen nicht mehr fürchten müssen stigmatisiert zu werden. Wir sind ja eigentlich normale Menschen. Das Problem an der Stigmatisierung ist, dass ich einer Frau meine Unerfahrenheit nicht mitteilen kann und dadurch gehemmt bin und dadurch Chancen verpasse. Eigentlich alles sehr traurig. Wie kann ich das ändern?
Vielleicht hat ja eine Frau mit reifem Geist und Intellekt Lust einen humorvollen kreativen Chaoten aus NRW kennenzulernen. Ich verfüge über schöne grünbraune Augen, bin 1,82 groß und bin etwas mollig. Wer will kann sich melden Ich beiße auch nicht. ;-)

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Re: Tabu und Stigma Unerfahrenheit.

Beitrag von Lilia » Freitag 25. Oktober 2019, 07:44

Nicht für Frauen/andere Menschen mitdenken. Das tust du aber:
Dichter hat geschrieben:
Freitag 25. Oktober 2019, 02:57
Ich frage mich wann dieses Thema Absolute Beginners normaler wird und Menschen nicht mehr fürchten müssen stigmatisiert zu werden. Wir sind ja eigentlich normale Menschen. Das Problem an der Stigmatisierung ist, dass ich einer Frau meine Unerfahrenheit nicht mitteilen kann und dadurch gehemmt bin und dadurch Chancen verpasse.
Als ich meinen Ex kennenlernte, kannte ich den Begriff "Absolute Beginner" gar nicht. Er sagte mir, dass er mit damals 34 noch keine Beziehung gehabt hatte und das war nicht mehr als eine Information am Rande. Genug um neugierig nachzufragen, warum nicht, was lediglich damit zu tun hatte, dass ich ihm vor mir Beziehungen zugetraut habe. Bei der ersten sexuellen Annäherung sagte er, dass er möchte, dass zunächst an der Gürtellinie Schluss sei. War außergewöhlich, aber okay - ich erwarte ja auch, dass meine Wünsche respektiert werden.

Was ist also der Schluss aus meiner Schilderung: entweder bin ich eine grandiose Märchenerzählerin und man kann das Geschriebene geflissentlich ignorieren oder es gibt wohl doch Frauen, denen es völlig schnurz ist, wie viele Kerben im Bettpfosten jemand hat und eher an dem Menschen interessiert sind.

Glaubt man Letzteres, gilt es natürlich, sich die Mühe zu machen und herauszufinden, welche Frauen (besser: Personen) das sind. Dazu gehört, dass man sich mit dem einzelnen Menschen befasst, was ihm wichtig ist und wie er über bestimmte Dinge denkt und vielleicht primär nicht nach einer Frau sucht, sondern nach einen Menschen, der zufällig weiblichen Geschlechts ist. Genau das traue ich aber den Vetretern der "Frauen-habens leichter"- und "ABs-und Normalos-sind-Menschen-von-verschiedenen-Planeten"-Fraktionen nicht zu. Für dese Menschen bin ich kein Individuum und es nicht wert, herauszufinden, wer ich bin, sondern ein Vetreter einer von ihm zufällig gewählten Kategorie. Ob sie damit besser sind als die, die sich darüber beschweren, dass irgendwer stigmatisiert wird? Ich finde nein. Und noch schlimmer: sie weden Opfer ihrer eigenen Denkmuster.

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Re: Tabu und Stigma Unerfahrenheit.

Beitrag von Tania » Freitag 25. Oktober 2019, 08:28

Dichter hat geschrieben:
Freitag 25. Oktober 2019, 02:57
Es gibt ja auch keine Prominente die sagen, dass sie unerfahren sind und nie Sex hatten.
Der "Dschungelkönig" 2016 ist Dir nicht prominent genug? :gruebel:

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Re: Tabu und Stigma Unerfahrenheit.

Beitrag von Gatem » Freitag 25. Oktober 2019, 09:52

Dichter hat geschrieben:
Freitag 25. Oktober 2019, 02:57
Es gibt ja auch keine Prominente die sagen, dass sie unerfahren sind und nie Sex hatten.
Ehrlich gesagt ist das doch aber auch ein ziemlich privates Thema, was eigentlich niemanden was angeht. Das also „Prominente“ nicht darüber reden, könnte vielleicht auch einfach darin begründet sein und nicht daran liegen, dass es keine entsprechenden Prominenten gäbe.

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Re: Tabu und Stigma Unerfahrenheit.

Beitrag von Solstice » Freitag 25. Oktober 2019, 10:53

Ist Peter Altmaier nicht auch AB? Hatte da mal sowas gelesen :gruebel:
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Re: Tabu und Stigma Unerfahrenheit.

Beitrag von Gatem » Freitag 25. Oktober 2019, 11:04

Solstice hat geschrieben:
Freitag 25. Oktober 2019, 10:53
Ist Peter Altmaier nicht auch AB? Hatte da mal sowas gelesen :gruebel:
Meines Wissens ist Peter Altmaier ganz bewusst und Aufgrund seiner eigenen Wahl ohne Partnerschaft und erfüllt damit das Haupt-Kriterium bei einem AB, nämlich „unfreiwillig“ nicht.

Jetzt mag man natürlich darüber spekulieren, ob „ich will das so“ nur eine Verteidigungsargumentation ist…

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Re: Tabu und Stigma Unerfahrenheit.

Beitrag von Melli » Freitag 25. Oktober 2019, 11:56

Dichter hat geschrieben:
Freitag 25. Oktober 2019, 02:57
Das Problem an der Stigmatisierung ist, dass ich einer Frau meine Unerfahrenheit nicht mitteilen kann und dadurch gehemmt bin und dadurch Chancen verpasse. Eigentlich alles sehr traurig. Wie kann ich das ändern?
Es trotzdem tun.

Du lebst Dein Leben für Dich, nicht für die, die eine Stigmatisierung betreiben.
Dichter hat geschrieben:
Freitag 25. Oktober 2019, 02:57
Es gibt ja auch keine Prominente die sagen, dass sie unerfahren sind und nie Sex hatten.
Was würde das wem eigentlich helfen? :gruebel: Etwa daß man sagen könnte: "Ich habe dasselbe Problem wie NN?" :?
Löcher in die Wand starren ist nur eine weitere Art, Mauern einzureißen.

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Re: Tabu und Stigma Unerfahrenheit.

Beitrag von Maverick » Freitag 25. Oktober 2019, 12:17

Solstice hat geschrieben:
Freitag 25. Oktober 2019, 10:53
Ist Peter Altmaier nicht auch AB? Hatte da mal sowas gelesen :gruebel:
Peter Altmaier stellt sich mit seinem Meerschweinchen auf die Wage und sagt: "Du Schlingel hast schon wieder zwei Kilo zugenommen."

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Re: Tabu und Stigma Unerfahrenheit.

Beitrag von Hanuta » Freitag 25. Oktober 2019, 16:48

Dichter hat geschrieben:
Freitag 25. Oktober 2019, 02:57
Über Depressionen wird zum Beispiel mittlerweile offener gesprochen, aber nicht über Absolute Beginners. Darüber fällt es mir schwerer zu reden als über meine psychischen Probleme. Es gibt ja auch keine Prominente die sagen, dass sie unerfahren sind und nie Sex hatten.
Bei Depressionen mittlerweile schon. Ich hatte schon erlebt, dass man darüber schmunzelte oder sich über mich lustig machte. Irgendwie bin ich verstummt.
Ich frage mich wann dieses Thema Absolute Beginners normaler wird und Menschen nicht mehr fürchten müssen stigmatisiert zu werden. Wir sind ja eigentlich normale Menschen. Das Problem an der Stigmatisierung ist, dass ich einer Frau meine Unerfahrenheit nicht mitteilen kann und dadurch gehemmt bin und dadurch Chancen verpasse. Eigentlich alles sehr traurig. Wie kann ich das ändern?
Ich glaube so sehr stigmatisiert wie du glaubst, ist das Thema gar nicht. Das meiste spielt sich im Kopf ab, weil man sich immer mit anderen Menschen vergleicht und die einem etwas "voraus" haben.
Andere Menschen wird das nicht so interessieren wie dir selbst.
Klar kannst du einer Frau deine Unerfahrenheit mitteilen. Wenn du dazu stehst und es selbstbewusst rüberbringen kannst, dann wird das kein Problem darstellen, aber in aller Regel wird es daran aber scheitern. Wenn man es nicht selbstbewusst rüberbringen kann, dann sollte man das Thema am besten gar nicht auf den Tisch kommen oder sich entsprechend dazu was einfallen lassen.
Wenn man der Frau das Gefühl gibt, dass sie eine potentielle Erlöserin der Schwachen ist und keine Person, der man auf Augenhöhe begegnet, dann ist das ja gut möglich, dass sie das ziemlich abtörnend findet.

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Re: Tabu und Stigma Unerfahrenheit.

Beitrag von Krausig » Freitag 25. Oktober 2019, 20:46

Hanuta hat geschrieben:
Freitag 25. Oktober 2019, 16:48
Dichter hat geschrieben:
Freitag 25. Oktober 2019, 02:57
Über Depressionen wird zum Beispiel mittlerweile offener gesprochen, aber nicht über Absolute Beginners. Darüber fällt es mir schwerer zu reden als über meine psychischen Probleme. Es gibt ja auch keine Prominente die sagen, dass sie unerfahren sind und nie Sex hatten.
Bei Depressionen mittlerweile schon. Ich hatte schon erlebt, dass man darüber schmunzelte oder sich über mich lustig machte. Irgendwie bin ich verstummt.
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Ich glaube so sehr stigmatisiert wie du glaubst, ist das Thema gar nicht. Das meiste spielt sich im Kopf ab, weil man sich immer mit anderen Menschen vergleicht und die einem etwas "voraus" haben.
Andere Menschen wird das nicht so interessieren wie dir selbst.
Klar kannst du einer Frau deine Unerfahrenheit mitteilen. Wenn du dazu stehst und es selbstbewusst rüberbringen kannst, dann wird das kein Problem darstellen, aber in aller Regel wird es daran aber scheitern. Wenn man es nicht selbstbewusst rüberbringen kann, dann sollte man das Thema am besten gar nicht auf den Tisch kommen oder sich entsprechend dazu was einfallen lassen.
Wenn man der Frau das Gefühl gibt, dass sie eine potentielle Erlöserin der Schwachen ist und keine Person, der man auf Augenhöhe begegnet, dann ist das ja gut möglich, dass sie das ziemlich abtörnend findet.
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Re: Tabu und Stigma Unerfahrenheit.

Beitrag von Thespian » Freitag 25. Oktober 2019, 21:16

Es gibt noch genug Menschen die Depressionen oder andere psychische Erkrankungen als Stigma sehen, erkrankte abwerten und vorverurteilen. Das gilt sicher auch für unfreiwillige Partnerlosigkeit. Es gibt viele Umfelder in denen alles was abweicht erheblich abgewertet wird.
Zum Glück ist man nicht an bestehende Umfelder gebunden. Arbeit und Familie mag man sich in der Regel nicht backen können aber mit wem ich meine Freizeit verbringe entscheide ich.
Das vorweg geschoben: ich fühle mich nicht stigmatisiert. Klar werde ich nicht jeder/m auf die Nase binden, dass ich AB bin. Aber in den Umfeldern in denen ich mich bewege war die Partnerlosigkeit nie ein Problem. Auch die Tatsache, dass ich drunter leide und bisher erfolglos nach einem Ausweg aus der Situation suche kann ich thematisieren ohne dass ich Gegenstand von Hohn und Spott werde. (Gut natürlich nicht mit Irgendwem - ich muss schon aufpassen was mit wem besprochen werden kann. Und einer Frau an der ich Interesse habe werde ich auch nicht direkt mit dem AB-Status kommen.)
Die meisten Leute die die Situation nicht kennen können sie sich halt einfach nicht vorstellen und sich genau deshalb nicht reinversetzen. Partner, Sex, Beziehungen gelten in unserer Gesellschaft als so normal, dass niemand gerne zugibt das nicht zu haben. Da haben schon "normale" Singles oft das Gefühl nicht wahrgenommen zu werden, nicht vorzukommen in der Gesellschaft. Dass jemand all das gar nicht hat ist für Viele unvorstellbar.
Beziehungen sind für Viele wohl etwas das nebenbei passiert und zum Leben dazugehört. Gibt wohl genug Leute die nicht genau wissen wie das mit dem Inbeziehungkommen genau funktioniert und die deshalb auch nicht wirklich drüber nachdenken wollen wie es wäre wenn das nicht klappt.
Und wenn die Menschen über ein Problem nicht nachdenken wollen tun sie es auch nicht. Und schon wird ein Problem unsichtbar, mit Klischees belegt oder vielleicht mal billig weggelacht. Hauptsache man muss nicht drüber nachdenken.
Ich habe auch lange geglaubt, Leute würden wegen der Beziehungslosigkeit auf mich herabsehen. Das tun sie nicht. Ich hab einfach nur ein Problem, dass sich Viele nicht vorstellen können und/oder wollen.
Wer Rechtschreibfehler findet darf diese behalten und sammeln.
Irgendwann ergeben sie alle zusammengenommen einen epischen Roman.
Der ist dann zwar ziemlich schlecht, unlogisch aufgebaut und voller Rechtschreibfehler...
Aber ein Roman.

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Re: Tabu und Stigma Unerfahrenheit.

Beitrag von LonesomeCoder » Samstag 26. Oktober 2019, 00:58

Dichter hat geschrieben:
Freitag 25. Oktober 2019, 02:57
Das Problem an der Stigmatisierung ist, dass ich einer Frau meine Unerfahrenheit nicht mitteilen kann und dadurch gehemmt bin und dadurch Chancen verpasse. Eigentlich alles sehr traurig. Wie kann ich das ändern?
Ab einem gewissen Alter leider gar nicht mehr :(
Mit 20 oder 22 mag ein "wollte mich für die Richtige aufsparen", "gehe nicht mit jeder ins Bett" oder "Schule gut abschließen ging vor" noch glaubhaft und teilweise sogar gut ankommend sein, aber mit 30 oder 40 glaubt das doch keiner mehr.
Außer auf Frauen zu hoffen, die kein Problem mit deiner Unerfahrenheit haben, sehe ich da nicht viele Optionen.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
Wissenschaftliches Standardwerk über (männliches) AB-tum: https://www.springer.com/de/book/9783658059231
Geschlechtsspezifische Partnerwahl und Sexualitätsmerkmale: https://d-nb.info/1037687477/34

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Re: Tabu und Stigma Unerfahrenheit.

Beitrag von Solalala » Samstag 26. Oktober 2019, 09:53

Ich meine, dass es schon immer Menschen ohne Beziehungen gab. In meinem Umfeld ist mir eine große Handvoll Männer und eine kleine Handvoll Frauen aufgefallen, bei denen nie ein Partner an der Seite auftaucht (das hat sich erst jüngst mit der Mittdreißiger-Torschlusspanik etwas geändert). Die Leute wurden und werden akzeptiert, das Thema nie in der Anwesenheit des betreffenden thematisiert und in Abwesenheit gelegentlich respektvoll kommentiert.

In "alten Zeiten" brauchte eine Heirat eine ökonomische Basis, da sind auch ganz viele durchs Raster gefallen. Andere sind Priester geworden, ins Kloster gegangen.

Ein Stigma oder Tabu auf gesellschaftlicher Ebene sehe ich nicht. Ein Beleg dafür ist, dass es in der Alltagssprache keinen Begriff hierfür gibt (das mag sich derzeit ändern, da insbesondere durch den Attentäter in Halle der Begriff des Incels populärer wird; mir ist bewusst, dass Incel und AB absolut nicht identisch ist). Es gibt halt Vorurteile, dumme Sprüche etc. Aber die gibt es auch über Minderheiten, Schwule und Lesben, Frauen, sexuell sehr aktive Frauen, alte weiße Männer und überhaupt alle und jeden.

Auf individueller Ebene spricht man das Thema nicht an, weil man zumindest vermutet, dass der Betroffene unfreiwillig alleine ist und man generell nicht von sich aus Dinge anspricht, von denen man fürchtet, dass sie dem anderen unangenehm sind.

Wie als Betroffener mit dem Thema umgehen? Mit sich selber Frieden machen und gegenüber anderen nur dann ansprechen bzw. drauf eingehen, wenn man das Gefühl hat, dass man respektiert bzw. nicht verletzt wird.

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Re: Tabu und Stigma Unerfahrenheit.

Beitrag von Nonkonformist » Samstag 26. Oktober 2019, 10:28

Auf den letzten ehemaligen-kollegentreff vor zwei wochen gab es da fast ein kreuzverhör wegen meinen dauersingledasein. (Alles kolleginnen die sich dafür interessiert haben. ) Nichts mit tabu.....
I Yam What I Yam & Dats What I Yam - (Popeye the Sailorman.)

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Re: Tabu und Stigma Unerfahrenheit.

Beitrag von Solalala » Samstag 26. Oktober 2019, 10:32

Nonkonformist hat geschrieben:
Samstag 26. Oktober 2019, 10:28
Auf den letzten ehemaligen-kollegentreff vor zwei wochen gab es da fast ein kreuzverhör wegen meinen dauersingledasein. (Alles kolleginnen die sich dafür interessiert haben. ) Nichts mit tabu.....
Möglicherweise liegt es daran, dass Du nicht den Eindruck machst, als würdest Du darunter leiden oder dass es frei gewählt ist.

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Re: Tabu und Stigma Unerfahrenheit.

Beitrag von Nonkonformist » Samstag 26. Oktober 2019, 10:50

Solalala hat geschrieben:
Samstag 26. Oktober 2019, 10:32
Nonkonformist hat geschrieben:
Samstag 26. Oktober 2019, 10:28
Auf den letzten ehemaligen-kollegentreff vor zwei wochen gab es da fast ein kreuzverhör wegen meinen dauersingledasein. (Alles kolleginnen die sich dafür interessiert haben. ) Nichts mit tabu.....
Möglicherweise liegt es daran, dass Du nicht den Eindruck machst, als würdest Du darunter leiden oder dass es frei gewählt ist.
Sie haben von meinen früheren Odbs und meinen liebeskummer deswegen ziemlich gut gewußt; in der firma hatte ich nicht weniger als drei OdBs, und in eine vierte habe ich mich dann jahren später, in einen anderen firma, auch noch verliebt. Alles ziemlich algemeinwissen. Es gab da ständig kollegen die sich in einander verliebt haben, und über ein dutzend studio-pärchen. (Alles künstler, halt...) Das meiste war ziemlich offen und alles andere als heimlich. Auch diese früheren verliebtheiten waren gesprächsthema.
Die neugierigste dieser kolleginnen hat sich früher mal hinter meinen rücken mit meinen letzten Mega-OdB zusammen getan wegen ungefragte hilfe mit der jobsuche; sachen die ich nur diese kollegin erzählt habe, wüßte diese Mega-OdB im kurzen auch. Auch themen wie meine jetzige wohnlage und meine jetzige umschulung fanden sie alle hochinteressant.
Ich bin lange ziemlich unsichtbar für meinen ehemaligen kollegen gewesen, es gab über längeren zeit kaum kontakt.
Anscheinend waren sie da welche sehr neugierig....
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Re: Tabu und Stigma Unerfahrenheit.

Beitrag von LonesomeCoder » Samstag 26. Oktober 2019, 13:23

Solalala hat geschrieben:
Samstag 26. Oktober 2019, 09:53
Ich meine, dass es schon immer Menschen ohne Beziehungen gab. In meinem Umfeld ist mir eine große Handvoll Männer und eine kleine Handvoll Frauen aufgefallen, bei denen nie ein Partner an der Seite auftaucht (das hat sich erst jüngst mit der Mittdreißiger-Torschlusspanik etwas geändert). Die Leute wurden und werden akzeptiert, das Thema nie in der Anwesenheit des betreffenden thematisiert und in Abwesenheit gelegentlich respektvoll kommentiert.

In "alten Zeiten" brauchte eine Heirat eine ökonomische Basis, da sind auch ganz viele durchs Raster gefallen. Andere sind Priester geworden, ins Kloster gegangen.

Ein Stigma oder Tabu auf gesellschaftlicher Ebene sehe ich nicht. Ein Beleg dafür ist, dass es in der Alltagssprache keinen Begriff hierfür gibt (das mag sich derzeit ändern, da insbesondere durch den Attentäter in Halle der Begriff des Incels populärer wird; mir ist bewusst, dass Incel und AB absolut nicht identisch ist).
Waren das ABs? Oder Leute, die freiwillig, etwa wegen einer Karriere, Hobby oder Religion ohne Partner leben? Oder die nur lockere Bettgeschichten haben und das konservative Umfeld nichts davon mitbekommen soll?

Es gibt schon Begriffe in der Alltagssprache dafür, z.B. Hagestolz oder Einspänner.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
Wissenschaftliches Standardwerk über (männliches) AB-tum: https://www.springer.com/de/book/9783658059231
Geschlechtsspezifische Partnerwahl und Sexualitätsmerkmale: https://d-nb.info/1037687477/34

Solalala

Re: Tabu und Stigma Unerfahrenheit.

Beitrag von Solalala » Samstag 26. Oktober 2019, 19:42

LonesomeCoder hat geschrieben:
Samstag 26. Oktober 2019, 13:23
Solalala hat geschrieben:
Samstag 26. Oktober 2019, 09:53
Ich meine, dass es schon immer Menschen ohne Beziehungen gab. In meinem Umfeld ist mir eine große Handvoll Männer und eine kleine Handvoll Frauen aufgefallen, bei denen nie ein Partner an der Seite auftaucht (das hat sich erst jüngst mit der Mittdreißiger-Torschlusspanik etwas geändert). Die Leute wurden und werden akzeptiert, das Thema nie in der Anwesenheit des betreffenden thematisiert und in Abwesenheit gelegentlich respektvoll kommentiert.

In "alten Zeiten" brauchte eine Heirat eine ökonomische Basis, da sind auch ganz viele durchs Raster gefallen. Andere sind Priester geworden, ins Kloster gegangen.

Ein Stigma oder Tabu auf gesellschaftlicher Ebene sehe ich nicht. Ein Beleg dafür ist, dass es in der Alltagssprache keinen Begriff hierfür gibt (das mag sich derzeit ändern, da insbesondere durch den Attentäter in Halle der Begriff des Incels populärer wird; mir ist bewusst, dass Incel und AB absolut nicht identisch ist).
Waren das ABs? Oder Leute, die freiwillig, etwa wegen einer Karriere, Hobby oder Religion ohne Partner leben? Oder die nur lockere Bettgeschichten haben und das konservative Umfeld nichts davon mitbekommen soll?

Es gibt schon Begriffe in der Alltagssprache dafür, z.B. Hagestolz oder Einspänner.
Wie gesagt, nach außen war nie jemand zu sehen und thematisiert wurde das nie.

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Re: Tabu und Stigma Unerfahrenheit.

Beitrag von NickP » Sonntag 27. Oktober 2019, 01:53

LonesomeCoder hat geschrieben:
Samstag 26. Oktober 2019, 13:23
Es gibt schon Begriffe in der Alltagssprache dafür, z.B. Hagestolz oder Einspänner.
Habe ich wirklich noch nie gehört. Die Wörter Klingen auch ziemlich seltsam für mich. Ich vermute das sind Regionale Ausdrücke?
Was ich heute Abend mache? Das selbe wie (fast) jeden Abend. Ich sitze vorm PC, surfe hier, surfe da, schalalala und versuche die Weltherrschaft an mich zu reißen!

Noch aktuell: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?f=21&t=24876

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Re: Tabu und Stigma Unerfahrenheit.

Beitrag von Lazarus Long » Sonntag 27. Oktober 2019, 07:44

NickP hat geschrieben:
Sonntag 27. Oktober 2019, 01:53
LonesomeCoder hat geschrieben:
Samstag 26. Oktober 2019, 13:23
Es gibt schon Begriffe in der Alltagssprache dafür, z.B. Hagestolz oder Einspänner.
Habe ich wirklich noch nie gehört. Die Wörter Klingen auch ziemlich seltsam für mich. Ich vermute das sind Regionale Ausdrücke?
Eher uralte ...
Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.

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1767 - 1835

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