Ursachen für ABtum

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xanura
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Re: Ursachen für ABtum

Beitrag von xanura » Mittwoch 25. Juli 2018, 20:27

Tyralis Fiena hat geschrieben:
Dienstag 24. Juli 2018, 00:47
xanura hat geschrieben:
Sonntag 22. Juli 2018, 22:08

Ich würde dir dringend anraten, eine solche Diagnose nicht einfach selbst zu stellen, sondern sie von einer Fachperson stellen zu lassen. Es kann gut sein, dass du dir diese "Persönlichkeitsstörung" einfach einredest bzw. über die Zeit eingeredet hast, fest daran glaubst und sie dann für dich folglich auch zur Realität wird. Folglich wirst du alle deine Handlungen darauf ausrichten, dir dies immer wieder selbst zu beweisen. Und das ist wirklich schade, denn du scheinst noch immer einen Beziehungswunsch zu haben. Dass du für andere eine Belastung bist oder sein könntest, ist in erster Linie mal deine Wahrnehmung. Heisst aber noch lange nicht, dass andere dies genau so empfinden. Und dies müsstest du lernen, zuzulassen und zu akzeptieren.

Übrigens: Selbst wenn du eine Persönlichkeitsstörung hast, gibt es heute doch einige Methoden, mit diesen umzugehen. Es gibt sogar Borderliner, die es fertig bringen, mehr oder weniger einen Alltag zu Leben und Beziehungen zuzulassen. Das geht aber nur, wenn du bereit wärst, mit ärztlicher Hilfe konstant daran zu arbeiten. Und ja, solltest du den Schritt wagen, dann gehe bitte nicht zu einem Wald und Wiesen-Psychologen, sondern suche einen Psychiater auf.
Danke. Allerdings mache ich mir diese Diagnose nicht so einfach. Jahrelang eiere ich damit rum, doch so richtig konkret wollte keiner der Fachleute rüberkommen - ausser einer Ärztin, die ein Hinweis dazu gab, aber nicht weiterverfolgte und mein ehemaliger Therapeut liess es auch eher im Dunkeln.

Zumeist hiess es nur einfach, ich hätte soziale Phobie. Das passt aber weder zu dem, was ich bisher so erlebt habe, noch zu meinen anderen Lebensthemen. Nach dem was ich von echten Phobikern gelesen habe, finde ich mich dort nirgends wieder. Die Zweifel daran hatte ich auch kundgetan, aber das wurde nicht wirklich beachtet. Entsprechende Konfrontationsansätze (bswp. vor einer Menge sprechen, jemanden ansprechen usw.) blieben wirkungslos. So blieb mir nur die Möglichkeit, selbst zu schauen, was zutreffen kann und was nicht (egal, ob ADHS, Alexitymie, Soziopathie usw.). Die Störung hatte von ihren Symptomen die grösste Überdeckung mit meinen eigenen.

Natürlich besteht immer noch Zweifel, aber ich kann auch nur an etwas arbeiten, wenn ich konkret weiss, was es denn nun ist. Für mich selbst habe ich da schon einiges zusammengetragen. Allerdings ist es auch zugebenermassen eine Frage, ob ich es überhaupt will. Leid kann ich schlecht als Motivator nehmen, weil es nur schwach ausgeprägt ist und vor auch mehr aus anderen Lebensbereichen entspringt.
Alles klar. Ich weiss nicht, zu welchen Fachleuten du gegangen bist. Die zentrale Frage ist, was willst du ändern? Woran willst du arbeiten? Deshalb würde ich zu einem Psychiater gehen, der Verhaltenstherapie anbietet und mit dir konkrete Themengebiete bearbeiten kann. Das geht nicht von heute auf Morgen, aber vielleicht kannst du damit gewisse Erfolge erzielen - völlig gleichgültig, an was du nun leidest.
Die Sozialphobie ist übrigens sehr breit; es gibt unterschiedliche Formen und Ausprägungen. Vielleicht nur ein schwacher Trost, aber Leid verändert sich auch mit verschiedenen Lebensphasen. Ich weiss nicht, wie alt du bist und was dich gerade beschäftigt. Kann aber gut sein, dass du in ein paar Jahren an einem ganz anderen Punkt stehst.
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Teenage Kicks

Re: Ursachen für ABtum

Beitrag von Teenage Kicks » Mittwoch 25. Juli 2018, 21:32

xanura hat geschrieben:
Mittwoch 25. Juli 2018, 20:27
Tyralis Fiena hat geschrieben:
Dienstag 24. Juli 2018, 00:47
xanura hat geschrieben:
Sonntag 22. Juli 2018, 22:08

Ich würde dir dringend anraten, eine solche Diagnose nicht einfach selbst zu stellen, sondern sie von einer Fachperson stellen zu lassen. Es kann gut sein, dass du dir diese "Persönlichkeitsstörung" einfach einredest bzw. über die Zeit eingeredet hast, fest daran glaubst und sie dann für dich folglich auch zur Realität wird. Folglich wirst du alle deine Handlungen darauf ausrichten, dir dies immer wieder selbst zu beweisen. Und das ist wirklich schade, denn du scheinst noch immer einen Beziehungswunsch zu haben. Dass du für andere eine Belastung bist oder sein könntest, ist in erster Linie mal deine Wahrnehmung. Heisst aber noch lange nicht, dass andere dies genau so empfinden. Und dies müsstest du lernen, zuzulassen und zu akzeptieren.

Übrigens: Selbst wenn du eine Persönlichkeitsstörung hast, gibt es heute doch einige Methoden, mit diesen umzugehen. Es gibt sogar Borderliner, die es fertig bringen, mehr oder weniger einen Alltag zu Leben und Beziehungen zuzulassen. Das geht aber nur, wenn du bereit wärst, mit ärztlicher Hilfe konstant daran zu arbeiten. Und ja, solltest du den Schritt wagen, dann gehe bitte nicht zu einem Wald und Wiesen-Psychologen, sondern suche einen Psychiater auf.
Danke. Allerdings mache ich mir diese Diagnose nicht so einfach. Jahrelang eiere ich damit rum, doch so richtig konkret wollte keiner der Fachleute rüberkommen - ausser einer Ärztin, die ein Hinweis dazu gab, aber nicht weiterverfolgte und mein ehemaliger Therapeut liess es auch eher im Dunkeln.

Zumeist hiess es nur einfach, ich hätte soziale Phobie. Das passt aber weder zu dem, was ich bisher so erlebt habe, noch zu meinen anderen Lebensthemen. Nach dem was ich von echten Phobikern gelesen habe, finde ich mich dort nirgends wieder. Die Zweifel daran hatte ich auch kundgetan, aber das wurde nicht wirklich beachtet. Entsprechende Konfrontationsansätze (bswp. vor einer Menge sprechen, jemanden ansprechen usw.) blieben wirkungslos. So blieb mir nur die Möglichkeit, selbst zu schauen, was zutreffen kann und was nicht (egal, ob ADHS, Alexitymie, Soziopathie usw.). Die Störung hatte von ihren Symptomen die grösste Überdeckung mit meinen eigenen.

Natürlich besteht immer noch Zweifel, aber ich kann auch nur an etwas arbeiten, wenn ich konkret weiss, was es denn nun ist. Für mich selbst habe ich da schon einiges zusammengetragen. Allerdings ist es auch zugebenermassen eine Frage, ob ich es überhaupt will. Leid kann ich schlecht als Motivator nehmen, weil es nur schwach ausgeprägt ist und vor auch mehr aus anderen Lebensbereichen entspringt.
Alles klar. Ich weiss nicht, zu welchen Fachleuten du gegangen bist. Die zentrale Frage ist, was willst du ändern? Woran willst du arbeiten? Deshalb würde ich zu einem Psychiater gehen, der Verhaltenstherapie anbietet und mit dir konkrete Themengebiete bearbeiten kann. Das geht nicht von heute auf Morgen, aber vielleicht kannst du damit gewisse Erfolge erzielen - völlig gleichgültig, an was du nun leidest.
Die Sozialphobie ist übrigens sehr breit; es gibt unterschiedliche Formen und Ausprägungen. Vielleicht nur ein schwacher Trost, aber Leid verändert sich auch mit verschiedenen Lebensphasen. Ich weiss nicht, wie alt du bist und was dich gerade beschäftigt. Kann aber gut sein, dass du in ein paar Jahren an einem ganz anderen Punkt stehst.
+1
Es kann sogar sein dass jemand der eine psychische Erkrankung hat dringend Medikamente braucht, sonst kann es passieren dass er eine Gefahr für sich selbst und seine Mitmenschen darstellt.
Zumindest war das bei mir damals der Fall.

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Re: Ursachen für ABtum

Beitrag von Tintenmalerin » Donnerstag 26. Juli 2018, 01:39

xanura hat geschrieben:
Sonntag 22. Juli 2018, 22:08
Übrigens: Selbst wenn du eine Persönlichkeitsstörung hast, gibt es heute doch einige Methoden, mit diesen umzugehen. Es gibt sogar Borderliner, die es fertig bringen, mehr oder weniger einen Alltag zu Leben und Beziehungen zuzulassen. Das geht aber nur, wenn du bereit wärst, mit ärztlicher Hilfe konstant daran zu arbeiten. Und ja, solltest du den Schritt wagen, dann gehe bitte nicht zu einem Wald und Wiesen-Psychologen, sondern suche einen Psychiater auf.
Da ein Psychologe jemand ist, der ein Psychologiestudium abgeschlossen hat, hätte dieser unter Umständen nicht viel Ahnung von klinischer Psychologie und noch weniger von therapeutischer Arbeit, und wäre damit tatsächlich nicht der richtige Ansprechpartner.
Ein sinnvoller Ansprechpartner wäre dann ein Psychotherapeut oder Psychiater.
Psychiater sind im Grunde für die medikamentöse Versorgung zuständig, Psychotherapeuten für die Therapie. Und die Ausbildung zum Psychotherapeuten kann man entweder nach einem Abschluss in Psychologie oder Medizin machen. Oder unabhängig davon, aber dann kann man sich nicht Psychotherapeut nennen, sondern nur Heilpraktiker für Psychotherapie oder etwas ähnliches, da die Berufsbezeichnung geschützt ist.
Ja, ich hab ein Problem mit Vorurteilen gegenüber Psychologen und Psychotherapeuten...
Das Leben ist einzigartig und wunderschön, selbst wenn es gerade schwer zu ertragen ist.

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Re: Ursachen für ABtum

Beitrag von Phil » Donnerstag 26. Juli 2018, 12:20

Ich war bis ins Alter von 32 Jahren AB. Inzwischen bin ich glücklich verheiratet.

Die (möglichen) Ursachen für mein früheres AB-tum gleichen denen, die schon einige andere hier beschrieben haben:

- Eine gewisse angeborene Schüchternheit und Introversion von klein auf. Inzwischen habe ich diese einigermaßen überwunden, wenngleich ich immer noch nicht besonders extravertiert bin.

- Jahrelanges Mobbing in der Schule: Ich bin überdurchschnittlich intelligent und hatte in der Schule fast immer gute Noten, gleichzeitig war und bin ich absolut unsportlich. Dazu hatte ich, wohl aufgrund meiner Schüchternheit, in der Schule praktisch keine echten Freunde. Die ideale Mischung, um über Jahre zum Mobbing-Opfer zu werden.

- Zudem habe ich früh meinen Vater verloren; er ist verstorben, als ich gerade mal neun Jahre alt war. Welchen Einfluß dies auf meine Entwicklung hatte, kann ich nur mutmaßen. Wie ich mich entwickelt hätte, wenn mein Vater länger gelebt hätte, ist reine Spekulation.

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Re: Ursachen für ABtum

Beitrag von Phil » Donnerstag 26. Juli 2018, 12:22

Die ausführliche Version gibt es hier:

https://www.abtreff.de/viewtopic.php?f= ... 29#p936229

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Re: Ursachen für ABtum

Beitrag von Darth Revan » Donnerstag 26. Juli 2018, 13:34

Tintenmalerin hat geschrieben:
Donnerstag 26. Juli 2018, 01:39
xanura hat geschrieben:
Sonntag 22. Juli 2018, 22:08
Übrigens: Selbst wenn du eine Persönlichkeitsstörung hast, gibt es heute doch einige Methoden, mit diesen umzugehen. Es gibt sogar Borderliner, die es fertig bringen, mehr oder weniger einen Alltag zu Leben und Beziehungen zuzulassen. Das geht aber nur, wenn du bereit wärst, mit ärztlicher Hilfe konstant daran zu arbeiten. Und ja, solltest du den Schritt wagen, dann gehe bitte nicht zu einem Wald und Wiesen-Psychologen, sondern suche einen Psychiater auf.
Da ein Psychologe jemand ist, der ein Psychologiestudium abgeschlossen hat, hätte dieser unter Umständen nicht viel Ahnung von klinischer Psychologie und noch weniger von therapeutischer Arbeit, und wäre damit tatsächlich nicht der richtige Ansprechpartner.
Ein sinnvoller Ansprechpartner wäre dann ein Psychotherapeut oder Psychiater.
Psychiater sind im Grunde für die medikamentöse Versorgung zuständig, Psychotherapeuten für die Therapie. Und die Ausbildung zum Psychotherapeuten kann man entweder nach einem Abschluss in Psychologie oder Medizin machen. Oder unabhängig davon, aber dann kann man sich nicht Psychotherapeut nennen, sondern nur Heilpraktiker für Psychotherapie oder etwas ähnliches, da die Berufsbezeichnung geschützt ist.
Ja, ich hab ein Problem mit Vorurteilen gegenüber Psychologen und Psychotherapeuten...
Kleiner Zusatz: Psychiater sind Ärzte und haben daher immer ein abgeschlossenes Medizinstudium vorzuweisen. Sie sind allerdings nicht nur für medikamentöse Versorgung zuständig, die Psychotherapie ist ebenfalls Bestandteil ihrer Facharztausbildung und sie dürfen diese auch ausführen.
Sie sind jedoch im Gegensatz zu Psychotherapeuten als einzige auf dem Gebiet berechtigt, Medikamente zu geben/zu verschreiben.

Im Falle einer Persönlichkeitsstörung sind - je nach Schwere - Psychiater die besten Ansprechpartner, da sie eben auch Medikamente verschreiben dürfen.
Ich trage tausend Masken und bin überall und nirgendwo.

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Re: Ursachen für ABtum

Beitrag von xanura » Donnerstag 26. Juli 2018, 20:24

Tintenmalerin hat geschrieben:
Donnerstag 26. Juli 2018, 01:39
xanura hat geschrieben:
Sonntag 22. Juli 2018, 22:08
Übrigens: Selbst wenn du eine Persönlichkeitsstörung hast, gibt es heute doch einige Methoden, mit diesen umzugehen. Es gibt sogar Borderliner, die es fertig bringen, mehr oder weniger einen Alltag zu Leben und Beziehungen zuzulassen. Das geht aber nur, wenn du bereit wärst, mit ärztlicher Hilfe konstant daran zu arbeiten. Und ja, solltest du den Schritt wagen, dann gehe bitte nicht zu einem Wald und Wiesen-Psychologen, sondern suche einen Psychiater auf.
Da ein Psychologe jemand ist, der ein Psychologiestudium abgeschlossen hat, hätte dieser unter Umständen nicht viel Ahnung von klinischer Psychologie und noch weniger von therapeutischer Arbeit, und wäre damit tatsächlich nicht der richtige Ansprechpartner.
Ein sinnvoller Ansprechpartner wäre dann ein Psychotherapeut oder Psychiater.
Psychiater sind im Grunde für die medikamentöse Versorgung zuständig, Psychotherapeuten für die Therapie. Und die Ausbildung zum Psychotherapeuten kann man entweder nach einem Abschluss in Psychologie oder Medizin machen. Oder unabhängig davon, aber dann kann man sich nicht Psychotherapeut nennen, sondern nur Heilpraktiker für Psychotherapie oder etwas ähnliches, da die Berufsbezeichnung geschützt ist.
Ja, ich hab ein Problem mit Vorurteilen gegenüber Psychologen und Psychotherapeuten...
.. ja, dass ist mir absolut bewusst :) darum würde ich auch einen Psychiater empfehlen.
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Re: Ursachen für ABtum

Beitrag von Tyralis Fiena » Donnerstag 26. Juli 2018, 21:29

Offtopic:
xanura hat geschrieben:
Mittwoch 25. Juli 2018, 20:27

Alles klar. Ich weiss nicht, zu welchen Fachleuten du gegangen bist. Die zentrale Frage ist, was willst du ändern? Woran willst du arbeiten? Deshalb würde ich zu einem Psychiater gehen, der Verhaltenstherapie anbietet und mit dir konkrete Themengebiete bearbeiten kann. Das geht nicht von heute auf Morgen, aber vielleicht kannst du damit gewisse Erfolge erzielen - völlig gleichgültig, an was du nun leidest.
Die Sozialphobie ist übrigens sehr breit; es gibt unterschiedliche Formen und Ausprägungen. Vielleicht nur ein schwacher Trost, aber Leid verändert sich auch mit verschiedenen Lebensphasen. Ich weiss nicht, wie alt du bist und was dich gerade beschäftigt. Kann aber gut sein, dass du in ein paar Jahren an einem ganz anderen Punkt stehst.
Langfristig schon. Zumindest will ich sehen, ob ich irgendwie eigenständig Änderungen einleiten kann. Allerdings ist es erstmal verschoben, solange bis ich wieder im ersten Arbeitsmarkt voll integriert bin (und damit meine ich nicht wieder irgendwelche Zeitarbeit auf ungelernten Positionen, die sich eh wieder als "Deadend" herausstellen). Ohne ausreichend Einkommen brauche ich über alles andere erstmal nicht vertieft nachzudenken, denn momentan kann ich nicht viel ausprobieren.

Ich hatte Kontakt zu einem Psychiater. Der bietet aber keine ambulante kognitive Verhaltenstherapie an. Damals während meiner depressiven Episode war ich auch freiwillig in einer stationären Klinik. Medikamente zielen auf Begleitsymptome wie Depressionen ab und werden wenn überhaupt, allenfalls zur Unterstützung eingesetzt. Und bei meiner Form, die ich wohl habe, gibt es keinerlei Medikamente, die darauf direkt abzielen. So sagte mir das auch damals die Ärztin, die mich damals in der Klinik mitbehandelte. Sie hatte auch diesen Verdacht, nachdem ich auch dort mal so ein Test durchzog. Das wurde nur nicht mehr weiterverfolgt, weder intern noch extern.

Und um nochmal auf die Verhaltenstherapie anzureissen, darauf kann ich erstmal warten. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber es gibt, glaube ich, eine zeitweilige Sperre, wenn man schon eine Therapie durchlaufen hat. Meine letzte Therapie war tiefenpsychologisch orientiert und der Therapeut war auch Arzt (er hatte auch selbst mal in einer Psychatrie gearbeitet). Bis ich wieder einen Platz finde, kann ich vermutlich nochmal ein paar Jahre warten. Das letzte Mal hatte ich auch knapp drei Jahre auf einen ambulanten Therapieplatz gewartet. So "gut" ist hier dahingehend die Versorgung.

Was das Leid angeht, es war und ist in der Hinsicht stets sehr gering, häufig auch nicht existent - was allerdings nicht heisst, dass ich dann glücklich wäre. Vielleicht war das auch ein Element, was mich damals mit vorm Suizid bewahrt hat. Ohne intensives Leid gab es keinen Druck. Und im übertragenen Sinne half mir das auch in mancher Notsituation, wenn es darum geht, jemanden zu helfen, ohne vom Leid, das der Verletzte zweifellos gerade spürt, beeinträchtigt zu sein und eben das zu tun, was notwendig ist, um eben dieser Person zu helfen. Die grosse Schattenseite daran ist, dass ich auch nur minimal etwas "Belohnendes" aus Begegnungen ziehe. Die Welt bleibt leer und karg. Vor allem kann ich das aber nicht steuern, wann ich in einer Situation ein wenig emotional beteiligt bin und wann nicht. Automatische Gedanken, auf die ich Einfluss nehmen könnte, suche ich in solchen Momenten auch vergebens.

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Re: Ursachen für ABtum

Beitrag von Seb-X » Freitag 27. Juli 2018, 16:00

Ursache: Ich bin ein Feigling. Alles andere, v.a. biografische, wäre nur Ausrede.
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Re: Ursachen für ABtum

Beitrag von Nichtmehrab » Freitag 27. Juli 2018, 16:43

Seb-X hat geschrieben:
Freitag 27. Juli 2018, 16:00
Ursache: Ich bin ein Feigling. Alles andere, v.a. biografische, wäre nur Ausrede.

Du hast es auf den Punkt gebracht. :)

Ich habe auch lange darüber nachgedacht, wieso ich so lange AB war, klar ich könnte auch viele der hier genannten Ausreden anführen,
aber hauptsächlich war ich wohl zu feige einen Korb zu riskieren oder mich lächerlich zu machen. :hammer:
Es ist nie zu früh und selten zu spät :umarmung2: (Alf)

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Re: Ursachen für ABtum

Beitrag von Gilbert » Freitag 27. Juli 2018, 16:46

Nichtmehrab hat geschrieben:
Freitag 27. Juli 2018, 16:43
aber hauptsächlich war ich wohl zu feige einen Korb zu riskieren oder mich lächerlich zu machen. :hammer:
Ging mir genauso und habe mir auch nie einen Korb abgeholt. Zudem halte ich das komplette Beziehungsanbahnung-Gedöns für einen ausgemachten Affenzirkus.
Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.
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Re: Ursachen für ABtum

Beitrag von Heathcliff » Freitag 27. Juli 2018, 17:07

Gilbert hat geschrieben:
Freitag 27. Juli 2018, 16:46
Nichtmehrab hat geschrieben:
Freitag 27. Juli 2018, 16:43
aber hauptsächlich war ich wohl zu feige einen Korb zu riskieren oder mich lächerlich zu machen. :hammer:
Ging mir genauso und habe mir auch nie einen Korb abgeholt
+1

Hab mich einfach nie getraut, in irgendeiner Form aktiv zu werden.
Wer keinen Mut zu träumen hat, der hat auch keine Kraft zu kämpfen!
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Re: Ursachen für ABtum

Beitrag von t385 » Freitag 27. Juli 2018, 17:08

Hauptgrund für mein ABtum ist die strukturelle Benachteiligung, die mir, als Mann, widerfährt.

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Re: Ursachen für ABtum

Beitrag von Mit müden Augen » Freitag 27. Juli 2018, 17:35

t385 hat geschrieben:
Freitag 27. Juli 2018, 17:08
strukturelle Benachteiligung
Soso :roll:
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chronisch müde

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Re: Ursachen für ABtum

Beitrag von Tyralis Fiena » Freitag 27. Juli 2018, 18:54

Daraus könnte man auch spasseshalber eine Challenge machen, so in Form, wer sammelt die meisten Körbe - auch um sich daran zu gewöhnen und den eigenen Erwartungen den Druck zu nehmen.

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Re: Ursachen für ABtum

Beitrag von Automobilist » Freitag 27. Juli 2018, 19:08

Ohne mich - die Damen können deren Körbe zukünftiglich für immer behalten - und meinethalben ein Korbmuseum eröffnen.
Was ist " humour " ? Excellenz Erich Ludendorff

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Re: Ursachen für ABtum

Beitrag von Reinhard » Freitag 27. Juli 2018, 19:17

Automobilist hat geschrieben:
Freitag 27. Juli 2018, 19:08
Ohne mich - die Damen können deren Körbe zukünftiglich für immer behalten - und meinethalben ein Korbmuseum eröffnen.
Wenn dir die Körbe doch eh nichts ausmachen, weil eh praktisch alle von den Falschen, dann könntest du ein hervorragender Korbsammler werden. :gewinner:
Mag ja sein, dass jeder seines Glückes Schmied ist.

Aber dabei sollte nicht vergessen werden, dass manche von Haus aus eine komplette Werkstatt mitbekommen, und andere nur einen Hammer und nicht mal einen Amboss.

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Re: Ursachen für ABtum

Beitrag von Automobilist » Freitag 27. Juli 2018, 19:21

Reinhard hat geschrieben:
Freitag 27. Juli 2018, 19:17


Wenn dir die Körbe doch eh nichts ausmachen, weil eh praktisch alle von den Falschen, dann könntest du ein hervorragender Korbsammler werden. :gewinner:
Kein Bedarf. Irgendwann kommt Dir die ganze Chose nur noch ridicül vor....
Was ist " humour " ? Excellenz Erich Ludendorff

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Re: Ursachen für ABtum

Beitrag von Axolotl » Freitag 27. Juli 2018, 19:51

Tyralis Fiena hat geschrieben:
Freitag 27. Juli 2018, 18:54
Daraus könnte man auch spasseshalber eine Challenge machen, so in Form, wer sammelt die meisten Körbe - auch um sich daran zu gewöhnen und den eigenen Erwartungen den Druck zu nehmen.
Das finde ich gar nicht mal so dämlich wie es sich anhört (nicht böse gemeint :oops: ). Das beint durchaus eine gewisse Lockerheit in die Sache, da man ja eh mit dem Ziel einen Korb zu kassieren herangeht :gewinner: Ist nur leider schwer umzusetzen in einem Forum.
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Re: Ursachen für ABtum

Beitrag von Tintenmalerin » Dienstag 31. Juli 2018, 20:07

xanura hat geschrieben:
Donnerstag 26. Juli 2018, 20:24
.. ja, dass ist mir absolut bewusst :) darum würde ich auch einen Psychiater empfehlen.
Dann verstehe ich nicht, warum du die abwertende Bezeichnung "Wald-und-Wiesen-Psychologe" benutzt hast.

Bei mir sind die Ursachen Ängste, Zweifel und Ansprüche.
Angst vor Berührungen, Nähe und inbesondere Sex.
Angst davor, zu versagen, nicht zu genügen, mich zu blamieren, einen Fehler zu machen, andere zu verletzen, Nein zu sagen, abgelehnt zu werden...
Angst vor der Zukunft.
Zweifel im Sinne von Unklarheit, ob ich eine konventionelle Beziehung überhaupt möchte. Ob ich Kinder möchte. Was ich aus meinem Leben machen möchte.

Fehlende Freundschaften zu Männern spielten wahrscheinlich auch irgendwie noch mit rein.

Den Großteil habe ich inzwischen mehr oder weniger überwunden.
Das Leben ist einzigartig und wunderschön, selbst wenn es gerade schwer zu ertragen ist.

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