Neuanfang/ungerader Lebenslauf

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Logan 5
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Re: Neuanfang/ungerader Lebenslauf

Beitrag von Logan 5 » Donnerstag 22. Februar 2018, 12:33

Für den Fall, dass in meinem Job irgendwann der Tropfen kommt, der das Fass zum überlaufen bringt (was derzeit absolut im Bereich des Möglichen erscheint):
gibt es oder kennt jemand positive Berichte über komplette Neuanfänge ab Ü40? Damit es auch für meine Wenigkeit einen aufbauenden Charakter hat, am besten noch Erfolgsstories "Neuanfang Ü40" ohne Abitur :oops:
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Re: Neuanfang/ungerader Lebenslauf

Beitrag von Nonkonformist » Donnerstag 22. Februar 2018, 13:15

Ich war früher in der Niederländische heimat mal in diese lehrerschule, wo ich zeichnen und englisch studiert habe.
Ich hatte damals geplant das ich comics-zeichner wird, aber zuerst als springbrett eine weile lehrer sein würde, wegen der finanzielle basis.

Ich habe mich in der schule fast auf anhieb unwohl gefühlt.
Die fachgruppe Engliisch war in ordnung, aber die zeichenlehrer waren 68er die nur abstrakte kunst gemocht haben, alles illustratives als kommerzielles kapitalistenzeug gehasst haben, und gerne über gruppenzwang und mobbing/dehmütigung deren schüler zu deren ansichten zwingen wollten. (Nach zwei jahre hatte mehr als die hälfte der zeichnen-studenten bereits abgehakt.)
Das erste lehrer-praktikum war erst im dritten jahr, und war für mich ein albtraum.
Ich hatte da über jahren lang meinen ersten tiefstdepression, aber hatte keine wirkliche alternative.

Am ende hatte ich die möglichkeit ins trickflilmgeschäft ein zu steigen und habe ich die schule im vierten jahr geschmissen.

Ich glaube, das war die beste entscheidung die ich in meinem ganzen leben gemacht habe.
Depression sofort weg und endlich zwisschen menschen die ähnlich tickten wie ich.

Später bin ich dann nach Deutschland emigriert, was ich mich in meinem jugendzeit auch nie hätte vorstellen können.
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Re: Neuanfang/ungerader Lebenslauf

Beitrag von grenouille » Donnerstag 22. Februar 2018, 19:21

desigual hat geschrieben:
Donnerstag 22. Februar 2018, 10:25

Wenn du einen Studiengangwechsel erwägst, stelle ich mir die Frage, warum du im ersten Studium für den Inhalt von zwei Semestern fünf Jahre benötigst und warum das bei einem anderen Studiengang anders sein sollte. Zumal mir das heutige Bachelorsystem doch sehr viel verschulter erscheint als früher Diplom und Master, wo es aufgrund der wenig konkreten Vorgaben und entsprechend wenig Gruppenzwangs und Zeitdrucks doch schnell mal passierte, dass sich jemand verkalkulierte oder nicht fokussiert genug studierte.
Vielleicht benötigst du mehr Druck, konkrete Vorgaben, Termine, etc. wie bei einer Ausbildung oder vielleicht auch FH-Studium, wo dir einfach mal wer in den Hintern tritt?

Nur noch mal so als Gedankengang.
+1

Natürlich ist das jedem selbst überlassen, und ich würde jetzt auch nicht sagen, dass abandoned das Studium nicht mehr schaffen kann. Aber das klingt schon ziemlich nach Frust, den ich von mir selbst auch kenne. Deshalb habe ich mir für mein Studium eine "Deadline" diesen Juli gesetzt.
Ich z.B. weiß inzwischen, dass ich mehr Struktur benötige.

Das Bachelorsystem wirkt im ersten Moment verschult, gerade in höheren Semestern kann es je nach Fach aber auch vorkommen, dass man sehr bzw. zu viele Freiheiten bekommt. Konkrete Vorgaben gibt es bei uns auch keine, es wird einfach erwartet, dass man z.B. weiß, wie das Schreiben von Hausarbeiten funktioniert, auch dann, wenn man noch gar keine Erfahrung damit hat. Gerade schiebe ich eine vor mir her, weil man auch beim Finden der Fragestellung absolut keine Unterstützung vonseiten der Dozenten erwarten kann und ich einfach auf keinen grünen Zweig komme...hach, wäre ich damals weniger naiv gewesen.
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Re: Neuanfang/ungerader Lebenslauf

Beitrag von Zeldani » Donnerstag 22. Februar 2018, 22:02

Mein Lebenslauf hat auch einige Kurven und Umwege. In aller Kürze, was ich schon vor einigen Tagen in grenouilles Beitrag geschrieben hatte: Habe mit 29 nach 18 Semestern mein Studium abgebrochen, dann eine Ausbildung gemacht und schließlich mit Anfang 30 doch nochmal ein Bachelorstudium (im selben Bereich wie die Ausbildung) drangehängt. Wurde in Bewerbungsgesprächen durchaus auf den Lebenslauf angesprochen, aber so lange man es begründen kann bzw. so hindreht, dass positive Aspekte daraus resultieren, ist so ein verworrener Werdegang kein wirkliches Hindernis. Also kein Grund, deshalb an sich zu zweifeln...ganz im Gegenteil, wenn man trotz der ganzen Umwege irgendwann ankommt, kann man stolz auf sich sein! :good:

grenouille hat geschrieben:
Mittwoch 21. Februar 2018, 23:25
Also ich habe gestern den zweiten Teil des Aufnahmeverfahrens für das, was ich ab Herbst machen möchte, durchlaufen. Wir wurden in kleine Gruppen eingeteilt, und siehe da, die anderen waren alle älter als ich. Das hat mir wieder gezeigt, dass der Mittzwanziger, der einen Neuanfang wagen möchte, gar nicht mal so selten ist.
Hab ich's nicht gesagt? :frech2:

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Re: Neuanfang/ungerader Lebenslauf

Beitrag von Optimistin » Donnerstag 22. Februar 2018, 22:29

Logan 5 hat geschrieben:
Donnerstag 22. Februar 2018, 12:33
Für den Fall, dass in meinem Job irgendwann der Tropfen kommt, der das Fass zum überlaufen bringt (was derzeit absolut im Bereich des Möglichen erscheint):
gibt es oder kennt jemand positive Berichte über komplette Neuanfänge ab Ü40? Damit es auch für meine Wenigkeit einen aufbauenden Charakter hat, am besten noch Erfolgsstories "Neuanfang Ü40" ohne Abitur :oops:
http://m.faz.net/aktuell/beruf-chance/u ... 68937.html

Go, Logan, go :cheerleader:

Und für die Zweifel zwischendurch:
https://www.bernd-slaghuis.de/karriere- ... en-sie-es/
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Re: Neuanfang/ungerader Lebenslauf

Beitrag von anbandoned » Donnerstag 22. Februar 2018, 22:38

desigual hat geschrieben:
Donnerstag 22. Februar 2018, 10:25
anbandoned hat geschrieben:
Mittwoch 21. Februar 2018, 23:10
Hallo zusammen,

ich wollte von euch wissen - besonders von den ABs unter 30 aber jeder kann sich natürlich äußern wenn er mag :) - ob ihr auch einen ungeraden Lebenslauf habt oder ob ihr im Laufe der Zeit schon mal studientechnisch oder berufstechnisch einen kompletten Neuanfang gemacht habt.
Ich komme bald ins 10. Semester in meinem jetzigen Studium mit sozialwissenschaftlicher Prägung und ein Ende ist noch laaange nicht in Sicht - frühestens in 2 Jahren wenn überhaupt. Eine neue Perspektive würde ja durchaus auch was an der inneren Einstellung machen, nur mit Mitte 20 nochmal komplett von vorne anzufangen wo die anderen ja gerade ihr Studium abschließen ist auch nicht gerade schön. Die AB-Problematik ist da auch nur die Spitze des Eisbergs, wobei die Partnersuche im Falle eines Neuanfangs auch sowieso dann in den Hintergrund rückt.

Wie siehts bei euch aus?
Wenn du einen Studiengangwechsel erwägst, stelle ich mir die Frage, warum du im ersten Studium für den Inhalt von zwei Semestern fünf Jahre benötigst und warum das bei einem anderen Studiengang anders sein sollte. Zumal mir das heutige Bachelorsystem doch sehr viel verschulter erscheint als früher Diplom und Master, wo es aufgrund der wenig konkreten Vorgaben und entsprechend wenig Gruppenzwangs und Zeitdrucks doch schnell mal passierte, dass sich jemand verkalkulierte oder nicht fokussiert genug studierte.
Vielleicht benötigst du mehr Druck, konkrete Vorgaben, Termine, etc. wie bei einer Ausbildung oder vielleicht auch FH-Studium, wo dir einfach mal wer in den Hintern tritt?

Nur noch mal so als Gedankengang.
Ein sowieso schon jahrelang anhaltendes nicht-konkret-wissen was man überhaupt im Leben machen soll, plus Identitätskrise plus depressive Verstimmung plus eine allmählich erst zum Vorschein tretende Reife, die jetzt erst langsam mit Mitte 20 kommt. Da können dann schon mal ein paar Jahre verstreichen. Aber ja im Werkstudentenjob bin ich wesentlich disziplinierter. Sollte es nochmal in Richtung Studium gehen dann höchstens nur wie du gesagt hast (Fach-)Hochschule oder TU.
Zuletzt geändert von anbandoned am Donnerstag 22. Februar 2018, 22:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neuanfang/ungerader Lebenslauf

Beitrag von anbandoned » Donnerstag 22. Februar 2018, 22:54

Cardinal hat geschrieben:
Donnerstag 22. Februar 2018, 10:01
Auch ich habe nach dem Abitur zuerst ein Studium aufgenommen, dass ich dann aber bereits nach einem Semester wieder abgebrochen habe.
Besonders in diesen jungen Jahren habe ich das Gefühl, dass viele sich nicht reflektiert und detailliert genug mit ihrem weiteren Lebensweg beschäftigen (können). Auch von der Schule haben da zu meiner Zeit noch die Angebote gefehlt. Inzwischen wurde da in Sachen Aufklärung und Information vieles verbessert. Aber weiß ich schon mit 17 oder 18, was ich später im Leben wirklich machen will, wie das Studium konkret aussieht und welche Anforderungen und Kenntnisse ich da mitbringen muss?
Habe die Beobachtung auch bei vielen anderen meiner Mitabsolventen gemacht: die erste Wahl war nicht immer die finale und besste. Und ich finde das auch überhaupt nicht schlimm. Man muss die Situation nur rechtzeitig reflektieren und für sich dann eine Entscheidung treffen. Und mit diesen Erkenntnissen kann man diesen Beschluss dann auch bei zukünftigen Bewerbungen gut erklären. Ähnliches gilt denk ich auch für Lücken im Lebenslauf.

Und wenn man keine Gründe hat muss man sich wohl welche ausdenken. ;)
Das erschreckende ist - zumindest meine Beobachtung - dass eben genau diese jungen Menschen die mit 17 Jahren Abi machen genau wissen was sie machen und das auch noch durchziehen. Das finde ich so derbe krass, was man da hört von Leuten die in Regelstudienzeit ihr Studium abschließen oder Medizin mittlerweile gut durchrattern... klar dass ich mit Mitte 20 mich unendlich schäme für meine Inkonsequenz.
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Re: Neuanfang/ungerader Lebenslauf

Beitrag von Hoppala » Freitag 23. Februar 2018, 01:07

anbandoned hat geschrieben:
Donnerstag 22. Februar 2018, 22:54
klar dass ich mit Mitte 20 mich unendlich schäme für meine Inkonsequenz.
Gar nicht klar.
Bist du denn so wie die "straighten Typen"? Oder willst du so straight sein?
Also: meinst du, du wärst glücklich, wenn du deinen Lebensplan - so du einen hast - ohne links und recht zu gucken vorantreiben würdest?

Falls ja: wieso meinst du, ist lange studieren und unsicher werden und vielleich twas Neues machen nicht auch ein straightern Lebensplan? Auf den eventuell später die anderen, die seit 17 nichts anderes kennen als das, was sie sich damals gedacht und dann gemacht haben, neidisch sind? "So viele unterschiedliche Erfahrungen!"

Nebenbei erwähnt: nach meiner Erfahrung können Menschen einen so straigten Lebenslauf nur mit Vitamin B durchziehen. Eltern, Verwandte, pures Glück, irgendwelche Strippen ebnen den Weg und öffnen Türen. Wer das nicht hat, geht eher kurvige Wege.

Und never ever solltest du dich schämen für das, was du richtig findest und tust.
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Re: Neuanfang/ungerader Lebenslauf

Beitrag von Logan 5 » Freitag 23. Februar 2018, 08:45

Optimistin hat geschrieben:
Donnerstag 22. Februar 2018, 22:29
Go, Logan, go :cheerleader:
Liebe Optimistin, danke dir für die beiden Links. Den ersten hatte ich tatsächlich schon mal gelesen, aber wieder verdrängt.
Den zweiten Link habe ich zum Glück ganz bis zum Ende gelesen. Am Anfang dachte ich fast schon "stimmt, hat alles keinen Zweck" ;)
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Re: Neuanfang/ungerader Lebenslauf

Beitrag von Cardinal » Freitag 23. Februar 2018, 08:56

anbandoned hat geschrieben:
Donnerstag 22. Februar 2018, 22:54
Cardinal hat geschrieben:
Donnerstag 22. Februar 2018, 10:01
Auch ich habe nach dem Abitur zuerst ein Studium aufgenommen, dass ich dann aber bereits nach einem Semester wieder abgebrochen habe.
Besonders in diesen jungen Jahren habe ich das Gefühl, dass viele sich nicht reflektiert und detailliert genug mit ihrem weiteren Lebensweg beschäftigen (können). Auch von der Schule haben da zu meiner Zeit noch die Angebote gefehlt. Inzwischen wurde da in Sachen Aufklärung und Information vieles verbessert. Aber weiß ich schon mit 17 oder 18, was ich später im Leben wirklich machen will, wie das Studium konkret aussieht und welche Anforderungen und Kenntnisse ich da mitbringen muss?
Habe die Beobachtung auch bei vielen anderen meiner Mitabsolventen gemacht: die erste Wahl war nicht immer die finale und besste. Und ich finde das auch überhaupt nicht schlimm. Man muss die Situation nur rechtzeitig reflektieren und für sich dann eine Entscheidung treffen. Und mit diesen Erkenntnissen kann man diesen Beschluss dann auch bei zukünftigen Bewerbungen gut erklären. Ähnliches gilt denk ich auch für Lücken im Lebenslauf.

Und wenn man keine Gründe hat muss man sich wohl welche ausdenken. ;)
Das erschreckende ist - zumindest meine Beobachtung - dass eben genau diese jungen Menschen die mit 17 Jahren Abi machen genau wissen was sie machen und das auch noch durchziehen. Das finde ich so derbe krass, was man da hört von Leuten die in Regelstudienzeit ihr Studium abschließen oder Medizin mittlerweile gut durchrattern... klar dass ich mit Mitte 20 mich unendlich schäme für meine Inkonsequenz.
Es gibt mit Sicherheit auch die Menschen, die sehr früh wissen, was sie später machen wollen und wofür sie auch Anlagen mitbringen oder hart daran arbeiten oder sich engagieren. Ich kann nur aus meiner subjektiven Erfahrung berichten, und anderen geht es da wohl ähnlich. Es ist nie schwarz oder weiß. Und es gibt mehr als 50 shades of grey dazwischen. ;) Da gibt es zum Beispiel auch diejenigen, die ihr Studium von außen stringent durchziehen und von sich behaupten, schon immer das zu machen was sie fasziniert. Ob es innen genauso aussieht, weiß man aber auch nicht. Und erst im Job bemerkt man, ob es tatsächlich die richtige Entscheidung war. Deshalb fand ich es in meinem zweiten Studium dann so gut, dass wir schon nach dem ersten Semester ein vorgeschriebens Praktikum hatten. Denn nur so weiß ich auch wirklich früh, ob der Beruf der hinter meiner Ausbildung steht, auch der richtige für mich ist. Viel hat auch mit Selbstreflexion und Information zu tun. Diese Fähigkeiten kommen meist nur erst ein wenig später im Leben.
Wie in vielen anderen Bereichen ist der Vergleich mit anderen kritisch, aber doch so praktisch. Schämen brauchst du dich auf keinen Fall. Du kannst es so sehen und dann auch argumentieren: lieber einmal zu viel nachgedacht und sich im Anschluss richtig entschieden, als den Fehler sein ganzes (Arbeits-)Leben lang zu bereuen.

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Re: Neuanfang/ungerader Lebenslauf

Beitrag von anbandoned » Freitag 23. Februar 2018, 10:42

Hoppala hat geschrieben:
Freitag 23. Februar 2018, 01:07
anbandoned hat geschrieben:
Donnerstag 22. Februar 2018, 22:54
klar dass ich mit Mitte 20 mich unendlich schäme für meine Inkonsequenz.
Gar nicht klar.
Bist du denn so wie die "straighten Typen"? Oder willst du so straight sein?
Also: meinst du, du wärst glücklich, wenn du deinen Lebensplan - so du einen hast - ohne links und recht zu gucken vorantreiben würdest?

Falls ja: wieso meinst du, ist lange studieren und unsicher werden und vielleich twas Neues machen nicht auch ein straightern Lebensplan? Auf den eventuell später die anderen, die seit 17 nichts anderes kennen als das, was sie sich damals gedacht und dann gemacht haben, neidisch sind? "So viele unterschiedliche Erfahrungen!"

Nebenbei erwähnt: nach meiner Erfahrung können Menschen einen so straigten Lebenslauf nur mit Vitamin B durchziehen. Eltern, Verwandte, pures Glück, irgendwelche Strippen ebnen den Weg und öffnen Türen. Wer das nicht hat, geht eher kurvige Wege.

Und never ever solltest du dich schämen für das, was du richtig findest und tust.
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Ob ich so sein will? Wenn ich jetzt an die Zeit zurückdenke wo ich Abi gemacht habe... ja, wäre ich gerne, dann würde ich heute woander stehen und wahrscheinlich auch glücklicher sein. Aber heute kann ich es nicht mehr ändern oder nur schwer, andererseits kann ich auch nichts dafür. Für ein anderes Leben war ich auch zu inkonsequent.
Das Problem ist ja eigentlich die verschwendete Zeit und selbst wenn ich nochmal neu anfange wirft mich das ja auch nochmal wesentlich zurück. Hinzukommt auch noch die ganze AB-Problematik die ja seinen Schatten in jeden Lebensbereich wirft und auch in diesen. Keine Frau in meinem Alter werde ich auf Augenhöhe begegnen können. Gerade die Mädels powern ja ihr Studium meistens durch, als gäbe es kein Morgen und natürlich suchen die auch nach nem Typen der was erreicht hat... jetzt mit Mitte 20 merkt man das richtig wie sich die Spreu vom Weizen trennt, wo man vorher vielleicht noch ein Auge hätte zudrücken können.
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Re: Neuanfang/ungerader Lebenslauf

Beitrag von bling » Freitag 23. Februar 2018, 12:55

anbandoned hat geschrieben:
Freitag 23. Februar 2018, 10:42
Hoppala hat geschrieben:
Freitag 23. Februar 2018, 01:07
anbandoned hat geschrieben:
Donnerstag 22. Februar 2018, 22:54
klar dass ich mit Mitte 20 mich unendlich schäme für meine Inkonsequenz.
Gar nicht klar.
Bist du denn so wie die "straighten Typen"? Oder willst du so straight sein?
Also: meinst du, du wärst glücklich, wenn du deinen Lebensplan - so du einen hast - ohne links und recht zu gucken vorantreiben würdest?

Falls ja: wieso meinst du, ist lange studieren und unsicher werden und vielleich twas Neues machen nicht auch ein straightern Lebensplan? Auf den eventuell später die anderen, die seit 17 nichts anderes kennen als das, was sie sich damals gedacht und dann gemacht haben, neidisch sind? "So viele unterschiedliche Erfahrungen!"

Nebenbei erwähnt: nach meiner Erfahrung können Menschen einen so straigten Lebenslauf nur mit Vitamin B durchziehen. Eltern, Verwandte, pures Glück, irgendwelche Strippen ebnen den Weg und öffnen Türen. Wer das nicht hat, geht eher kurvige Wege.

Und never ever solltest du dich schämen für das, was du richtig findest und tust.
Ich habe das Gefühl dass jeder um mich herum straight ist nur ich nicht :D
Ob ich so sein will? Wenn ich jetzt an die Zeit zurückdenke wo ich Abi gemacht habe... ja, wäre ich gerne, dann würde ich heute woander stehen und wahrscheinlich auch glücklicher sein. Aber heute kann ich es nicht mehr ändern oder nur schwer, andererseits kann ich auch nichts dafür. Für ein anderes Leben war ich auch zu inkonsequent.
Das Problem ist ja eigentlich die verschwendete Zeit und selbst wenn ich nochmal neu anfange wirft mich das ja auch nochmal wesentlich zurück. Hinzukommt auch noch die ganze AB-Problematik die ja seinen Schatten in jeden Lebensbereich wirft und auch in diesen. Keine Frau in meinem Alter werde ich auf Augenhöhe begegnen können. Gerade die Mädels powern ja ihr Studium meistens durch, als gäbe es kein Morgen und natürlich suchen die auch nach nem Typen der was erreicht hat... jetzt mit Mitte 20 merkt man das richtig wie sich die Spreu vom Weizen trennt, wo man vorher vielleicht noch ein Auge hätte zudrücken können.
Ich verstehe was du meinst. Alle anderen scheinen offenbar genau zu wissen, wo der Weg sie hinführt. Sitzen in der Vorlesung, schmieden ihre Pläne und du stolperst eher durch die Gegend und gehst Umwege, als würdest du dich in der Gegend nicht auskennen.
Fühle mich da momentan selber ein wenig „unbeholfen“...denke aber, dass sich das irgendwann legt. Ich glaube der Fehler ist, zu sehr auf andere zu schauen. Vielleicht ist es ja wirklich so, dass die straighten guys und gals einfach auch etwas verpassen, was du vielleicht auf deiner „Irrfahrt ;)“ mitnimmst. Im Endeffekt ist es doch eh das beste, in ganz viele Bereiche einen Einblick zu bekommen. Das kann auch Vorteile haben

Was das mir den Frauen angeht, so denke ich genauso wie du. Die machen alle einen sehr determinierten Eindruck...logischerweise passt man da nicht wirklich dazu, wenn man „so drauf ist, wie wir“. Eventuell sind ja die jüngeren Mädels eher was für dich? Ich weiß ja nicht, wie sehr du Mitte 20 bist, aber eine 18/19- jährige Dame wäre da vielleicht auch ganz passend. (Muss natürlich alles stimmen. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass vor allem junge Mädels von der Schule her noch in Beziehungen stecken)

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Re: Neuanfang/ungerader Lebenslauf

Beitrag von Brax » Freitag 23. Februar 2018, 13:11

anbandoned hat geschrieben:
Freitag 23. Februar 2018, 10:42
Gerade die Mädels powern ja ihr Studium meistens durch, als gäbe es kein Morgen
Würde ich so nicht sagen. Ich habe nicht wenige Kommilitoninnen, die noch ein Semester dranhängen... und noch eins... und noch eins...

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Re: Neuanfang/ungerader Lebenslauf

Beitrag von anbandoned » Freitag 23. Februar 2018, 14:24

Brax hat geschrieben:
Freitag 23. Februar 2018, 13:11
anbandoned hat geschrieben:
Freitag 23. Februar 2018, 10:42
Gerade die Mädels powern ja ihr Studium meistens durch, als gäbe es kein Morgen
Würde ich so nicht sagen. Ich habe nicht wenige Kommilitoninnen, die noch ein Semester dranhängen... und noch eins... und noch eins...
Ich wette du kennst niemanden der am Ende eine zweistellige Semesteranzahl hat, vielleicht höchstens einen, stimmts? :D
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Re: Neuanfang/ungerader Lebenslauf

Beitrag von anbandoned » Freitag 23. Februar 2018, 14:30

bling hat geschrieben:
Freitag 23. Februar 2018, 12:55
Was das mir den Frauen angeht, so denke ich genauso wie du. Die machen alle einen sehr determinierten Eindruck...logischerweise passt man da nicht wirklich dazu, wenn man „so drauf ist, wie wir“. Eventuell sind ja die jüngeren Mädels eher was für dich? Ich weiß ja nicht, wie sehr du Mitte 20 bist, aber eine 18/19- jährige Dame wäre da vielleicht auch ganz passend. (Muss natürlich alles stimmen. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass vor allem junge Mädels von der Schule her noch in Beziehungen stecken)
"Determinierter Eindruck" sehr schön geschrieben, das beschreibt es ja perfekt :D
Ich bin 25, ich habe letztens erst eine kennengelernt die auch 25 ist und schon Vorträge vor einem Podium hält (Bachelor und Master in England und in Regelstudienzeit) und bald in die Forschung geht, ich fühl mich da so verloren wenn ich bedenke, dass ich noch "Mitten" im Bachelorstudium bin... da kann man einfach nicht ansatzweise mithalten :D
Natürlich habe ich wie die meisten Männer auch kein Problem auch jüngere Mädels im Fokus zu haben, nur werde ich halt auch selber älter und 18, 19 ist mir ehrlich arg zu jung... 20, 21 ist schon hart die Grenze.
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Re: Neuanfang/ungerader Lebenslauf

Beitrag von Nasobem » Freitag 23. Februar 2018, 16:28

anbandoned hat geschrieben:
Mittwoch 21. Februar 2018, 23:10
Hallo zusammen,

ich wollte von euch wissen - besonders von den ABs unter 30 aber jeder kann sich natürlich äußern wenn er mag :) - ob ihr auch einen ungeraden Lebenslauf habt oder ob ihr im Laufe der Zeit schon mal studientechnisch oder berufstechnisch einen kompletten Neuanfang gemacht habt.
Ich komme bald ins 10. Semester in meinem jetzigen Studium mit sozialwissenschaftlicher Prägung und ein Ende ist noch laaange nicht in Sicht - frühestens in 2 Jahren wenn überhaupt. Eine neue Perspektive würde ja durchaus auch was an der inneren Einstellung machen, nur mit Mitte 20 nochmal komplett von vorne anzufangen wo die anderen ja gerade ihr Studium abschließen ist auch nicht gerade schön. Die AB-Problematik ist da auch nur die Spitze des Eisbergs, wobei die Partnersuche im Falle eines Neuanfangs auch sowieso dann in den Hintergrund rückt.

Wie siehts bei euch aus?
Ich hatte mein Studium abgebrochen und erst einige Jahre später berufsbegleitend beendet, so dass es auf dem Papier aussieht, als hätte ich praktisch die doppelte Semesterzahl verglichen mit der Regelstudienzeit. Rückblickend gesehen hätte ich mein Leben damals auch einfacher haben können, aber mit ein paar Jahren Abstand ist es nicht mehr so dramatisch.

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Re: Neuanfang/ungerader Lebenslauf

Beitrag von Hoppala » Freitag 23. Februar 2018, 19:19

anbandoned hat geschrieben:
Freitag 23. Februar 2018, 10:42
Ob ich so sein will? Wenn ich jetzt an die Zeit zurückdenke wo ich Abi gemacht habe... ja, wäre ich gerne, dann würde ich heute woander stehen und wahrscheinlich auch glücklicher sein. Aber heute kann ich es nicht mehr ändern oder nur schwer, andererseits kann ich auch nichts dafür. Für ein anderes Leben war ich auch zu inkonsequent.
Das Problem ist ja eigentlich die verschwendete Zeit und selbst wenn ich nochmal neu anfange wirft mich das ja auch nochmal wesentlich zurück. Hinzukommt auch noch die ganze AB-Problematik die ja seinen Schatten in jeden Lebensbereich wirft und auch in diesen. Keine Frau in meinem Alter werde ich auf Augenhöhe begegnen können. Gerade die Mädels powern ja ihr Studium meistens durch, als gäbe es kein Morgen und natürlich suchen die auch nach nem Typen der was erreicht hat... jetzt mit Mitte 20 merkt man das richtig wie sich die Spreu vom Weizen trennt, wo man vorher vielleicht noch ein Auge hätte zudrücken können.
Was denn nun ? Willst du straight sein? Oder meinst du, dass das doch eher nichts für dich ist, weil du so "konsequent" gar nicht sein willst?

Wenn ich diesen widersprüchlichen Gedankengan zu Grunde lege, willst du eher nicht straight sein ... :-)

Und dann gibt es keinen Grund, dir so einen Kopf zu machen, Denn du bist ja straight - auf deine Art.
Falls du aber straight sein willst wie "die anderen" (bvzw. was du dir so denkst, wie die sind): dann wirst du das am besten ab sofort so machen müssen. Schluss mit inkonsequent.
Falls das bedeutet, dass du konsequent ein ungeliebtes Studium abbrichst und was was Neues anfägnst: auch gut.

Du merkst vielleicht, dass dieser Gedanke "straight / inkonsequent" nirgendwo hin führt ...

Du musst eine Idee haben, was das Richtige (Richtigste im Vergleich zu anderen Möglichkeiten) für dich ist. Ob das straght oder inkonsequent ist, ist das n ur von akademischem Interesse.

Ob die Zeit "verschwendet ist": hast du denn in dieser Zeit nichts gelernt? Zum Beispiel, dass dieses Studium vielleicht doch nichts für dich ist? Zum Beispiel, dass du künftig schneller erkennst, wenn was nicht passt? Eine Erfahrung, die "straghte" Typen, bei denen immer alles "richtig" läuft, völlig verpassen ...

Wenn du dann noch aufhörst, dich dauernd im Vergleich zu Leuten/Frauen zu sehen, die nach deiner Wertung "weiter" sind als du, obwohl du so wie die eigentlich gar nicht bist und sein wlllst ... denn das ist ein ziemlich straighter Weg in Burn-out, Depresion und ähnliche unschöne Zustände.
Es gibt eine Menge Leute, die schlechter dran sind als du. Vergleich dich doch mal mit denen ...

Du bist 25. Sämtliche Möglichkeiten des Lebens liegen noch vor dir. Nur Teenager wirst du nie mehr sein.
anbandoned hat geschrieben:
Freitag 23. Februar 2018, 14:30
Ich bin 25, ich habe letztens erst eine kennengelernt die auch 25 ist und schon Vorträge vor einem Podium hält (Bachelor und Master in England und in Regelstudienzeit) und bald in die Forschung geht, ich fühl mich da so verloren wenn ich bedenke, dass ich noch "Mitten" im Bachelorstudium bin... da kann man einfach nicht ansatzweise mithalten :D
Du kannst doch im Studium auch auf Podien stehen. Oder in England studieren. Okay. Regelstudienzeit ist vorbei.
So what. Fallls du da wirlich "mithalten" willst, hättest du das getan.

Ich denke eher, dass du selbst gerad nich tso recht weißt, was du mit dir anfangen willst.
Deshalb suchst du nach Leuten, die das wissen.
Aber deren Lebensweg kan für dich kein Maßstab sein. Denn du weißt es halt nicht.
Wär doch bekloppt, sich in ein Leben zu stürzen, von dem du gar nicht weißt, ob du es führen willst.
Führ dein eigenes.
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Re: Neuanfang/ungerader Lebenslauf

Beitrag von Batman » Freitag 23. Februar 2018, 20:51

anbandoned hat geschrieben:
Mittwoch 21. Februar 2018, 23:10
Hallo zusammen,

ich wollte von euch wissen - besonders von den ABs unter 30 aber jeder kann sich natürlich äußern wenn er mag :) - ob ihr auch einen ungeraden Lebenslauf habt oder ob ihr im Laufe der Zeit schon mal studientechnisch oder berufstechnisch einen kompletten Neuanfang gemacht habt.
Ich komme bald ins 10. Semester in meinem jetzigen Studium mit sozialwissenschaftlicher Prägung und ein Ende ist noch laaange nicht in Sicht - frühestens in 2 Jahren wenn überhaupt. Eine neue Perspektive würde ja durchaus auch was an der inneren Einstellung machen, nur mit Mitte 20 nochmal komplett von vorne anzufangen wo die anderen ja gerade ihr Studium abschließen ist auch nicht gerade schön. Die AB-Problematik ist da auch nur die Spitze des Eisbergs, wobei die Partnersuche im Falle eines Neuanfangs auch sowieso dann in den Hintergrund rückt.

Wie siehts bei euch aus?
Ich habe auch einen ungeraden Lebenslauf.
Für einen Neuanfang ist es nie zu spät, in keinem Alter. Wenn man Kinder hat, dann überlegt man sich zweimal, ob man den Job hinwirft. Doch dies trifft auf dich nicht zu. Du hast geschrieben, du hast etwas verpasst. Was den? Diese Frage habe ich mir auch gestellt und wozu, damit ich mir unnötig den Kopf zerbreche. Es ist eben so gekommen. Schau auf das zurück was du erlebt und erreicht hast. Dann hat es eben beruflich bisher nicht geklappt, doch das ist doch nicht schlimm. Diese Turbostarter sind auch eher die Ausnahmen, im Laufe ihre Anfänge kommen die meisten auch an den Punkt, war es nun das richtige? so zufrieden bin ich aber net? Eltern sollen doch stolz auf mich sein? Muss das so sein ? Nein, muss es natürlich nicht. Schön für den 17 jährigen , der einen perfekten Lebenslauf hat. Er ist aber kein Stück besser als wir. Ich musste auch erst verstehen, den direkten Weg gibt es einfach nicht. Freunde/ eher Bekannte jetzt von mir, noch nicht mal 18 und schon Abi in der Tasche, direkt Bacholor oder was weiß ich was, mit 21 sind sie dann Beamte. Jetzt 22 und haben mehr als 2000 Euro Brutto Einkommen, schön für sie. Glücklicher macht sie das aber nicht. Sie sind bestimmt zufrieden ( wer weiß, nach Außen eher mehr Schein).

Ach ja die Frage mit, habe ich etwas verpasst?
Ich habe meine Mittlere Reife absolviert und bin dann auf die Oberstufe gewechselt. Papa hat immer gesagt, mach erst eine Ausbildung und studieren kannst du immer noch. Die Praxis ist mehr wert als Theorie. Aus persönlichen Gründen habe ich die Schule mit der Fachhochschulreife und nicht mit dem Abi beendet. Danach ein FSJ gemacht. Bin dann in die Pflege geangen, konnte dort nicht weiter aufgrund eines Schicksalschlag ( der mir eine ander Sichtweise auf die Dinge geben hat und fange jetzt wieder neu an. Dazu später mehr.
Ich habe einen Mann Ende 40 kennengelernt, der hat in der Medien Branche gearbeitet ( guter Verdienst) und war in der Ausbildungsklasse mit 25 Jahre mehr als der Durschnitt der älteste, selbst der Lehrer war jünger. Haben ihn gefragt, warum den ein Neustart ? Er möchte eine Veränderung, er kommt mit der Arbeit nicht mehr klar. Auf seiner Stelle macht man nix anders, als die Menschen zu manipulieren, sie zu verarschen. Darauf kommt er nicht mehr klar.

Während meinen Vorstellungsgesprächen, gab es eine Frau 27 Jahre, Master in der Tasche. Sie war sehr viel auf Reisen und hat auf Forschungsmessen Vorträge gehalten. Hat sich für eine Ausbildung beworben, das ist ein starker Rückgang. Sie konnte auch wegen der Gesundheit nicht mehr reisen.

Damit möchte ich sagen, es gibt natürlich Umstände, die einen zu einem Neustart veranlessen. Dennoch gibt es so viele die Neu beginnen, schau dich mal in deinem Umfeld um. So viele schon in der 2 Lehre, der andere 3 Studium usw... schau nicht auf die Leute bei dennen alles rosig ausschaut ( ist es aber auch net).

Ich werde 24 und fange auch neu an und werde meinen Weg gehen! Verpasst habe ich aber deswegen nix :kopfstand:
Deine Fragen hatte ich auch. Villeicht ist es auch der Wendepunkt in deinem Leben.

Die Gesundheit, die seeliche Verfassung ist das wichtigste was wir Menschen haben!
Da kann der Job noch so toll sein, wenn die net in Ordnung ist, dann bringen mir auch 5000 im Monat auf dem Konto nix.

Du gehst deinen Weg :vielglueck:
Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot, der ist nur fern, tot ist nur, wer vergessen wird/Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab/Die Umstände kannst du dir nicht immer aussuchen. Wie du mit ihnen umgehst, schon/Remember the name :boxing:

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Re: Neuanfang/ungerader Lebenslauf

Beitrag von Strange Lady » Freitag 23. Februar 2018, 20:59

grenouille hat geschrieben:
Donnerstag 22. Februar 2018, 19:21

Natürlich ist das jedem selbst überlassen, und ich würde jetzt auch nicht sagen, dass abandoned das Studium nicht mehr schaffen kann. Aber das klingt schon ziemlich nach Frust, den ich von mir selbst auch kenne. Deshalb habe ich mir für mein Studium eine "Deadline" diesen Juli gesetzt.
Ich z.B. weiß inzwischen, dass ich mehr Struktur benötige.

Das Bachelorsystem wirkt im ersten Moment verschult, gerade in höheren Semestern kann es je nach Fach aber auch vorkommen, dass man sehr bzw. zu viele Freiheiten bekommt. Konkrete Vorgaben gibt es bei uns auch keine, es wird einfach erwartet, dass man z.B. weiß, wie das Schreiben von Hausarbeiten funktioniert, auch dann, wenn man noch gar keine Erfahrung damit hat. Gerade schiebe ich eine vor mir her, weil man auch beim Finden der Fragestellung absolut keine Unterstützung vonseiten der Dozenten erwarten kann und ich einfach auf keinen grünen Zweig komme...hach, wäre ich damals weniger naiv gewesen.
Eigentlich gibt es für Erstsemester doch Einführungskurse in wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben. Gibt es die nicht mehr an allen Unis/Fakultäten?
Ich bin an einer Uni tätig, an der das fast flächendeckend zu den Pflichtkursen gehört. Dennoch sind die Hausarbeiten oftmals katastrophal. Ich verstehe es nicht.
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Re: Neuanfang/ungerader Lebenslauf

Beitrag von Strange Lady » Freitag 23. Februar 2018, 21:04

Batman hat geschrieben:
Freitag 23. Februar 2018, 20:51
anbandoned hat geschrieben:
Mittwoch 21. Februar 2018, 23:10
Hallo zusammen,

ich wollte von euch wissen - besonders von den ABs unter 30 aber jeder kann sich natürlich äußern wenn er mag :) - ob ihr auch einen ungeraden Lebenslauf habt oder ob ihr im Laufe der Zeit schon mal studientechnisch oder berufstechnisch einen kompletten Neuanfang gemacht habt.
Ich komme bald ins 10. Semester in meinem jetzigen Studium mit sozialwissenschaftlicher Prägung und ein Ende ist noch laaange nicht in Sicht - frühestens in 2 Jahren wenn überhaupt. Eine neue Perspektive würde ja durchaus auch was an der inneren Einstellung machen, nur mit Mitte 20 nochmal komplett von vorne anzufangen wo die anderen ja gerade ihr Studium abschließen ist auch nicht gerade schön. Die AB-Problematik ist da auch nur die Spitze des Eisbergs, wobei die Partnersuche im Falle eines Neuanfangs auch sowieso dann in den Hintergrund rückt.

Wie siehts bei euch aus?
Ich habe auch einen ungeraden Lebenslauf.
Für einen Neuanfang ist es nie zu spät, in keinem Alter. Wenn man Kinder hat, dann überlegt man sich zweimal, ob man den Job hinwirft. Doch dies trifft auf dich nicht zu. Du hast geschrieben, du hast etwas verpasst. Was den? Diese Frage habe ich mir auch gestellt und wozu, damit ich mir unnötig den Kopf zerbreche. Es ist eben so gekommen. Schau auf das zurück was du erlebt und erreicht hast. Dann hat es eben beruflich bisher nicht geklappt, doch das ist doch nicht schlimm. Diese Turbostarter sind auch eher die Ausnahmen, im Laufe ihre Anfänge kommen die meisten auch an den Punkt, war es nun das richtige? so zufrieden bin ich aber net? Eltern sollen doch stolz auf mich sein? Muss das so sein ? Nein, muss es natürlich nicht. Schön für den 17 jährigen , der einen perfekten Lebenslauf hat. Er ist aber kein Stück besser als wir. Ich musste auch erst verstehen, den direkten Weg gibt es einfach nicht. Freunde/ eher Bekannte jetzt von mir, noch nicht mal 18 und schon Abi in der Tasche, direkt Bacholor oder was weiß ich was, mit 21 sind sie dann Beamte. Jetzt 22 und haben mehr als 2000 Euro Brutto Einkommen, schön für sie. Glücklicher macht sie das aber nicht. Sie sind bestimmt zufrieden ( wer weiß, nach Außen eher mehr Schein).

Ach ja die Frage mit, habe ich etwas verpasst?
Ich habe meine Mittlere Reife absolviert und bin dann auf die Oberstufe gewechselt. Papa hat immer gesagt, mach erst eine Ausbildung und studieren kannst du immer noch. Die Praxis ist mehr wert als Theorie. Aus persönlichen Gründen habe ich die Schule mit der Fachhochschulreife und nicht mit dem Abi beendet. Danach ein FSJ gemacht. Bin dann in die Pflege geangen, konnte dort nicht weiter aufgrund eines Schicksalschlag ( der mir eine ander Sichtweise auf die Dinge geben hat und fange jetzt wieder neu an. Dazu später mehr.
Ich habe einen Mann Ende 40 kennengelernt, der hat in der Medien Branche gearbeitet ( guter Verdienst) und war in der Ausbildungsklasse mit 25 Jahre mehr als der Durschnitt der älteste, selbst der Lehrer war jünger. Haben ihn gefragt, warum den ein Neustart ? Er möchte eine Veränderung, er kommt mit der Arbeit nicht mehr klar. Auf seiner Stelle macht man nix anders, als die Menschen zu manipulieren, sie zu verarschen. Darauf kommt er nicht mehr klar.

Während meinen Vorstellungsgesprächen, gab es eine Frau 27 Jahre, Master in der Tasche. Sie war sehr viel auf Reisen und hat auf Forschungsmessen Vorträge gehalten. Hat sich für eine Ausbildung beworben, das ist ein starker Rückgang. Sie konnte auch wegen der Gesundheit nicht mehr reisen.

Damit möchte ich sagen, es gibt natürlich Umstände, die einen zu einem Neustart veranlessen. Dennoch gibt es so viele die Neu beginnen, schau dich mal in deinem Umfeld um. So viele schon in der 2 Lehre, der andere 3 Studium usw... schau nicht auf die Leute bei dennen alles rosig ausschaut ( ist es aber auch net).

Ich werde 24 und fange auch neu an und werde meinen Weg gehen! Verpasst habe ich aber deswegen nix :kopfstand:
Deine Fragen hatte ich auch. Villeicht ist es auch der Wendepunkt in deinem Leben.

Die Gesundheit, die seeliche Verfassung ist das wichtigste was wir Menschen haben!
Da kann der Job noch so toll sein, wenn die net in Ordnung ist, dann bringen mir auch 5000 im Monat auf dem Konto nix.

Du gehst deinen Weg :vielglueck:
+100
Sehr schön auf den Punkt gebracht.
Ich bin auch zig Umwege und Sackgassen gegangen, so what, so ist das Leben. Keiner drückt einem zu Beginn eine Landkarte in die Hand. Nein, man erkundet die Wege selbst. Und meistens lernt man ja auch viel dabei.
“Happiness is like a butterfly: The more you chase it, the more it will elude you. But if you turn your attention to other things, it will come and sit quietly on your shoulder.”
Henry David Thoreau

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