Probleme mit sozialer Interaktion

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Hidan
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Probleme mit sozialer Interaktion

Beitrag von Hidan » Montag 1. Dezember 2014, 01:07

Hallo an alle,

ich würde gerne wissen, ob auch andere dieses Problem haben. Wenn ich in der Uni bin und mit anderen im Team arbeiten muss, habe ich überhaupt keine Probleme. Ich bin extrem selbstbewusst, offen und kann sehr gut reden. Auch mit Frauen kann ich (meistens) gut reden.
Im Privaten ist das jedoch ganz anders. Ich könnte beispielsweise niemals mit einer Partnernin zusammenleben. Ich bin sehr gerne alleine und will die Einsamkeit. Ich mag es oft nicht, wenn andere Menschen bei mir sind. Ich kann mich alleine sehr gut beschäftigen und brauche nicht mal Freunde. Ich spiele fast nur PC und verbringe die Freizeit lieber alleine. Manchmal unternehme ich zwar was mit anderen ("Freunden"), aber das mache ich eher selten. Ich habe nicht so sehr das Bedürfnis nach Freundschaften.
Mein Bruder ist ganz anders. Er unternimmt oft was mit anderen, kriegt jeden Tag unzählige SMS und ist immer auf Parties eingeladen. Ich kriege nicht mal Geburtstagswünsche, bin aber trotzdem froh.
Selbst an den Feiertagen würde ich lieber alleine sein.
Ich weiß nicht mal wie ich eine Beziehung führen sollte. Ich könnte niemals mit einer anderen Person, geschweige denn einer Parternin, zusammen leben.
Ich bin keineswegs asexuell, aber Beziehungen und Freundschaften bedeuten mir nichts.

Haben andere auch solche "Probleme".

Jared

Re: Probleme mit sozialer Interaktion

Beitrag von Jared » Montag 1. Dezember 2014, 01:50

Ich habe diese "Probleme" auch. Wobei es ja kein Problem ist, für mich. Ich liebe meine Einsamkeit. Keine Frau der Welt kann daran etwas ändern, selbst wenn sie nackt vor der Tür steht und sagt "hier bin ich". Ich habe auch nicht gerne Besuch. Teilweise bin ich wochenlang allein. Und ich liebe es. Mein Bruder ist übrigens genau so. Nur meine Schwester nicht. Die lässt sich durch die Weltgeschichte schwängern... :lol:

Glaube übrigens dass an sowas auch Gene beteiligt sind. Mein Bruder und ich, wird sind genau so wie mein Großvater war (ruhig und sehr bescheiden). Meine Schwester und meine Mutter sind hingegen das genaue Gegenteil...

Ich könnte und werde übrigens auch niemals mit einer anderen Person zusammenleben. Völlig ausgeschlossen. Genau so ausgeschlossen wie Kinder und Haustiere in meiner Wohnung. Ich sitze auch lieber am PC und zocke als mich irgendwo in eine Bar zu setzen oder ins Kino zu gehen. Juckt mich alles nicht. Vor ein paar Wochen war ich in der Disco. Das erste mal wieder seit 2009. Jetzt werde ich wohl wieder für ein paar Jahre nicht in die Disco gehen :mrgreen:

dfg82

Re: Probleme mit sozialer Interaktion

Beitrag von dfg82 » Montag 1. Dezember 2014, 02:34

Ich bin auch so. Ich hatte zwar eine Beziehung, jedoch war das eine Fernbeziehung und somit konnte ich weiterhin meine Freiheiten genießen. Die Beziehung ging im März zugrunde und nun, nach einer kurzen Trauerphase, habe ich überhaupt kein Bedürfnis mehr nach einer weiteren Beziehung. Ich könnte niemals mit einer Partnerin in einer Wohnung zusammenleben. Diese Erkenntnis habe ich aus der Beziehung mitgenommen. Ich bin aber auch gerne allein und kann mich gut mit mir selbst beschäftigen. Freundschaften bedeuten mir jedoch etwas. Da dieses Freunde aber nur noch selten Zeit haben (Familie, umgezogen), bin ich sowieso die meiste Zeit allein. Es sei denn, man zählt noch den Sportverein dazu. Dort bin ich jedoch nur zum Sport und ich habe nicht das Verlangen danach, mich mit diesen Menschen außerhalb des Vereines auseinanderzusetzen. Ins Kino und zu Konzerten gehe ich auch allein. Damit habe ich keine Schwierigkeiten.

Ich empfinde es also nicht als Problem. Ich bin mit damit zufrieden. Es ist es vollkommen in Ordnung so.

Ich höre gerne Musik. Stundenlang. Das würde sich gar nicht mit einer Partnerin in der Wohnung vereinbaren lassen.

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Re: Probleme mit sozialer Interaktion

Beitrag von Buham » Montag 1. Dezember 2014, 08:16

Ich bin nicht so. Zwar brauche ich definitiv auch Zeit, die ich für mich allein habe, aber als Dauerzustand tut mir das Alleinsein nicht gut.

Selbst wenn ich mit einer Partnerin zusammen wohnen würde, wäre da sicher genug Zeit, die ich für mich hätte. Es ist ja nicht so, dass man sich dann automatisch rund um die Uhr auf der Pelle sitzt. Natürlich müsste ich mich da schon in vielen Bereichen einschränken, anpassen oder Rücksicht nehmen, aber das ist ja kein Ding der Unmöglichkeit (habe es auch lange Zeit mit meiner Mutter ausgehalten und sie mit mir ;)). Ich stelle mir das jedenfalls schön vor.

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Re: Probleme mit sozialer Interaktion

Beitrag von klecks » Montag 1. Dezember 2014, 08:31

Wenn jemand sich so abschottet und sich damit wohl fühlt - dann ist es ja eigentlich gut. Dann wäre es aber nur allzu fair, Frauen gegenüber zu signalisieren: Ich bin nicht bereit für eine Beziehung. Dann wissen sie, woran sie sind.

So ein Abschotten kann aber auch ein Zeichen sein, dass man doch wenig Selbst-Bewusstsein bzw. ein geringes Selbst-Wert-Gefühl hat, was verhindert, sich auf einen anderen Menschen mit Haut und Haar einzulassen. Aus meiner Sicht ist jede Partnerschaft auch ein intensives Sich-Mit-Sich-Selbst-Auseinandersetzen. Man kann sich in einer Partnerschaft nicht verstecken. Man wird "gezwungen", sich mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen und Ängsten und Selbstverarschungen etc. auseinanderzusetzen.

In einer liebevollen Partnerschaft kann das sehr bereichernd sein. Und solch eine Partnerschaft strahlt dann auch auf das übrige Leben aus. Aber man kann niemanden zwingen, sich für einen anderen Menschen zu öffnen und sich einzulassen. Das muss von innen heraus kommen.

---

Beim Zusammenziehen mit meinem späteren Mann hatte ich auch enorme Ängste davor, nicht ausweichen zu können, auch in ganz alltäglichen Situationen wahrgenommen zu werden etc. Ich habe anfänglich alles Ernstes gesagt: Ich brauche ein Zimmer für mich allein, mit Schlüssel von innen! :lol: Mir ist erst im Nachhinein bewusst geworden, wie viel Angst ich vor so viel Nähe hatte.

Zu meinem großen Erstaunen waren meine Ängste aber völlig unbegründet. Es gab immer Freiraum, man konnte sich auch mal verkrümeln und vor sich hin "muddeln". Aber es gab auch das neue, sehr bereichernde Gefühl, mit dem anderen durchaus auch viel Zeit verbringen und gerade das Alltägliche teilen zu wollen.

Deshalb steht für mich bei dieser Frage eigentlich: Wie mutig bin ich, mich selbst kennenzulernen? Wenn ich davor keine Angst habe, kann ich mich auch einem Partner öffnen ...

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Re: Probleme mit sozialer Interaktion

Beitrag von Papierschiff » Montag 1. Dezember 2014, 09:50

wo ist das problem? dann bleib halt allein.
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Re: Probleme mit sozialer Interaktion

Beitrag von Logan 5 » Montag 1. Dezember 2014, 10:47

klecks hat geschrieben:Zu meinem großen Erstaunen waren meine Ängste aber völlig unbegründet. Es gab immer Freiraum, man konnte sich auch mal verkrümeln und vor sich hin "muddeln". Aber es gab auch das neue, sehr bereichernde Gefühl, mit dem anderen durchaus auch viel Zeit verbringen und gerade das Alltägliche teilen zu wollen.
Aber ist das in einer Beziehung nicht selbstverständlich, dass man auch Zeit nur für sich hat? Das braucht doch jeder, denke ich...

Ich würde mir sehr wünschen, mein Leben mit einer Partnerin zu teilen. Teil ihres Lebens zu werden und sie Teil von meinem. Also natürlich auch mir ihr zusammen zu leben! Bis hin zu den Kleinigkeiten des Alltags, die man gemeinsam managet. Sich gegenseitig dem anderen gegenüber öffnen...

Auf der anderen Seite bin ich auch sehr freiheitsliebend. Einen gewissen Freiraum, bzw. Zeit für mich allein würde ich immer brauchen. Das bedeutet aber nicht, dass ich meiner Partnerin nicht so oft wie möglich nahe sein wollen würde. Nur gerade am Anfang würde es mir eher schwer fallen. Auch das dürfte für jeden Dauersingle normal sein...
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Finchen

Re: Probleme mit sozialer Interaktion

Beitrag von Finchen » Montag 1. Dezember 2014, 12:57

Ich kenne viel davon, allerdings eher von früher. Ich bin zwar heute noch immer ein Mensch, der eher mehr als weniger Zeit für sich selbst braucht und sich wunderbar allein beschäftigen kann, aber: die Gesellschaft *mancher* Menschen weiß ich inzwischen zu schätzen. Die vermisse ich sogar, wenn ich länger nichts von ihnen höre. Und mein ganz arg extremes Zurückziehen von anderen Menschen vor einigen Jahren sehe ich inzwischen eher als Symptom dafür, dass es einfach nicht die richtigen Menschen für mich waren. Deswegen meine Frage: Könnte es sein, dass Du vielleicht einfach noch nicht die für Dich richtigen Menschen gefunden und deshalb noch nicht die Erfahrung gemacht hast, dass soziale Interaktion auch durchaus mal nett und unanstrengend sein kann?

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Re: Probleme mit sozialer Interaktion

Beitrag von Tyvek » Montag 1. Dezember 2014, 22:01

Ich besuche extremst selten andere Leute und bekomme auch quasi keinen Besuch.
Aber ich kann es auch verstehen, Zeit ist knapp und meist hat man auch keine Lust noch weit zu fahren um jemanden zu besuchen (ohne triftigen Grund).
Schaut man aber in eine Seifenoper, ist quasi immer irgendwer bei irgendeinem andern... klar das ist die Show und eben auch ein verzerrtes Weltbild ... oder kennt das jemand anders?

Gibt es Leute, die sich regelmäßig und häufig besuchen, obwohl sie nicht verwandt oder in Beziehung sind?

Ich glaube ich hätte es gerne anders, weiß nur nicht wie ich es anstellen soll.
Für mich waren vor 10 Jahren MMO's ein super Ersatz: man sucht sich eine Gruppe (und die meisten Gruppen sind darauf aus sich zu vergrößern) und kann dann mit anderen ein gemeinsames Interesse verfolgen. Und wenn es einem zuviel wird oder man gerade etwas anderes machen möchte geht man offline.
Heute ist das einfach nicht mehr interessant.

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Re: Probleme mit sozialer Interaktion

Beitrag von spirit » Dienstag 2. Dezember 2014, 06:54

Ich sehe es teils wie klecks, teils wie Finchen: Die Gesellschaft einer "passenden" Person kann durchaus bereichernd sein, von meinem Bedürfnis einer Rückzugsmöglichkeit, etwa in ein privates Zimmer, würde ich aber nicht abweichen wollen.

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Re: Probleme mit sozialer Interaktion

Beitrag von Venice » Dienstag 2. Dezember 2014, 12:13

Habe da auch ähnliche Charakterzüge, nur vielleicht nicht in so starker Ausprägung. Ich kann mich auch über längere Zeiträume hinweg gut alleine beschäftigen und vermisse in dieser Zeit imgrunde auch nichts. Nur irgendwann kommt das Verlangen nach Familie und Freunden dann doch auch mal wieder.
Dabei ist es für mich aber aufjedenfall wichtig, dass die Leute mit denen ich Zeit verbringe einfach passen... Ich denke aber, dass eine Beziehung mit der richtigen Frau, die das Bedürfnis des ab und an Allein-Seins respektiert, sehr bereichernd sein kann. Nur zu den Menschen, die auf Gedeih und Verderb ne Beziehung wollen, nur um nicht allein zu sein, gehöre ich nicht. Da kenne ich aber bei mir im Bedankenkreis ein paar Individuen :mrgreen: , die es ohne Partner einfach gar nicht aushalten, dementsprechend sich aber auch oft viel zu schnell auf etwas einlassen und dann später die Quittung kriegen.

Als problematisch im Zusammenhang mit längerem Rückzug hat sich für mich jedoch immer herausgestellt, dass man schon ein wenig die Skills verliert, die man so im alltäglichen Umgang mit anderen (wie z.B. auf der Arbeit/Studium) braucht. Daher ist es nicht verkehrt, sich doch ab und an unter Leute zu begeben :) .
Gehe vertrauensvoll in die Richtung deiner Träume!
Führe das Leben, das du dir vorgestellt hast.

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Re: Probleme mit sozialer Interaktion

Beitrag von Pascal » Samstag 20. Juni 2015, 21:37

Ich bin ein eher introvertierter Mensch mit einem sehr kleinen Freundeskreis. Das Bedürfnis nach mehr Freundschaften habe ich überhaupt nicht. Ich brauche nämlich viel Zeit für mich allein und meine Rückzugsmöglichkeiten. Ich treffe mich lieber zu zweit mit Freunden als zu mehreren. Finde ich angenehmer und weniger anstrengend. Spontane Treffen finde ich nervig, aber manchmal lasse ich mich darauf ein. Ich plane Treffen lieber so früh wie möglich, damit ich mich darauf einstellen kann. Unvorhersehbare Überraschungs besuche von Freunden wären für mich ein Alptraum. Beim Smalltalk mit Freunden bin ich nicht sehr gesprächig, aber wenn mich bestimmte Themen interessieren, erzähle ich gerne und viel.
"Früher war ich falsch ... heute bin ich anders."

(Regine Winkelmann, Autorin und Asperger-Autistin)

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Re: Probleme mit sozialer Interaktion

Beitrag von Pattick » Sonntag 21. Juni 2015, 06:22

Pascal hat geschrieben:Ich bin ein eher introvertierter Mensch mit einem sehr kleinen Freundeskreis. Das Bedürfnis nach mehr Freundschaften habe ich überhaupt nicht. Ich brauche nämlich viel Zeit für mich allein und meine Rückzugsmöglichkeiten. Ich treffe mich lieber zu zweit mit Freunden als zu mehreren. Finde ich angenehmer und weniger anstrengend. Spontane Treffen finde ich nervig, aber manchmal lasse ich mich darauf ein. Ich plane Treffen lieber so früh wie möglich, damit ich mich darauf einstellen kann. Unvorhersehbare Überraschungs besuche von Freunden wären für mich ein Alptraum. Beim Smalltalk mit Freunden bin ich nicht sehr gesprächig, aber wenn mich bestimmte Themen interessieren, erzähle ich gerne und viel.
Kann ich auch unterschreiben. Wobei das mit den Jahren viel besser geworden ist. Aber es strengt mich sehr an, wenn zu viele Menschen da sind und es besonders zu laut wird. Wenn "spontan" jemand bei mir auftaucht, krieg ich auch die Krise (nicht böse sondern emotional bin ich dann einfach verstört). Ich hab hauptsächlich das Problem, Freundschaften zu pflegen. Die Kontaktaufnahme, speziell per Telefon, geht bei mir gar nicht. Bis ich jemand anrufe, muss ich schon jede andere Möglichkeit bis zum Ende ausgequetscht haben - auch beruflich. Telefonieren hasse ich wie die Pest. Schriftlich geht's, persönlicher Kontakt (geplant) ist gut. Aber telefonieren geht gar nicht, es stört einfach nur.

Dass ich mich schwer tue, Freundschaften zu pflegen, liegt bei uns in der Familie. Das haben wir zu Hause nicht gelernt, da wir keine Freunde empfangen durften. Na ja und gepaart mit meiner ohnehin kontaktscheuen Art war es da dann vorprogrammiert. Aber selbst mein Bruder ist darin "zurückgefallen" nachdem er in derJugend ganz anders war als ich.

Ich brauch auch viel Ruhe, viel Rückzug. Deswegen suche ich auch wenn dann eine Partnerin, die genau so ist und mit der ich mich so innig verstehe, dass wir uns gemeinsam zurückziehen können und jeder den anderen auch "in Ruhe" lässt. Das macht es natürlich nicht einfacher.

Aber ich denke dass das eine Eigenschaft ist, die viele von "uns" hier haben. Ich denke andererseits, dass Kontakte, die "wir" pflegen, dann auch intensiver und wesentlich gehaltvoller sind als das übliche blabla zwischen 480 Facebook-"Freunden" ;-)

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Re: Probleme mit sozialer Interaktion

Beitrag von Nonkonformist » Sonntag 21. Juni 2015, 09:41

Überraschungsbesuchen sind nicht mein ding, und auch ich habe einen großen
rückzugtendenz, brauche zeit für mich alleine. Wann ich zu lange zu viele
menschen um mich herum habe bin ich nach eine weile ziemlich erschöpft.

Aber ich habe durchaus ein bedürfnis nach intermenschlichen kontakte,
sowohl eins auf eins als in gruppen.

Wohl fühle ich mich aber nur in eigenen freundeskreiß, auf partys wo
ich kaum jemanden kenne fühle ich mich eher unwohl. Auch wann es
auf partys auch mal mit unbekannten zum interaktionen kommt, meist
auf deren initiatieve, sind da noch nie freundschafte entstanden.

Nicht nur verlieben tu ich mich langsam, auch für das schließen von
freundschafte brauche ich zeit. Ich bin da eher introvertiert und sehr
wenig spontan.

Aber in ein kreis mit vertrauten kann ich durchaus locker und witzig
sein. Ich habe eher einfach ein problem mit menschen die ich nicht
kenne, egal ob das jetzt frauen oder männer sind.
I Yam What I Yam & Dats What I Yam - (Popeye the Sailorman.)

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Re: Probleme mit sozialer Interaktion

Beitrag von miles_away » Sonntag 21. Juni 2015, 19:47

Mir sind soziale Kontakte wichtig. Leider bin ich jemand, der kein Interesse erweckt.

Letzte Woche war ich alleine auf einem Konzert und habe einen alten Kommilitonen gesehen. Ich bin zu ihm hingegangen und hab hallo gesagt. Kurz die Hand gegeben und er hat schon Desinteresse gezeigt. So läuft es bei mir schon ein Leben lang. Ich gehe auf Menschen zu und es kostet mich immer viel Kraft und ich bin erfolglos. Ähnlich ist es immer wieder wenn ich auf Bekannte stoße. Gehe ich nicht auf die Menschen zu, werde ich ignoriert.

Bei der Arbeit ist es ähnlich oder früher im Verein. Wenn ich nicht den ersten Schritt mache, würde niemand mit mir den Kontakt suchen.

Menschen sagen, es ist doch egal was die anderen denken, jedoch frage ich mich, was soll ich machen ... Deshalb versuche ich so oft wie möglich mit dem Rucksack durch die Welt zureisen. Auf den Reisen komme ich leichter mit Menschen in Kontakt und das ist irgendwie mein Anker.

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