Kinderwunsch

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superseele
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Re: Kinderwunsch

Beitrag von superseele » Freitag 17. Januar 2014, 21:38

Daisy hat geschrieben: Sorry aber mal ganz im Ernst ich war bei meiner Cousine dabei die Frau wurde von dem Baby zerfetzt, sie hat bei der Geburt Projektilwürgen,Pinkeln und Scheißen gleichzeitig abgezogen. Jetzt 4 Jahre später und 2 Vaginalrekonstruktionsoperationen später hat sie immer noch Schmerzen wenn sie nur für einen einfachen Abstrich zum Gyn geht. Und zu sagen es sei "quatsch" dass eine Geburt eine der traumatisierendsten Dinge überhaupt ist, ist schon echt frech.
ja, das ist eine horrorgeschichte. und was da alles im bereich der geburtsbegleitung und im vorhinein alles schiefgelaufen sein muss möchte ich gar nicht beurteilen. wenn man persönlich eine solche erfahrung macht da kann ich gut verstehen, dass frau so bedient ist, das es bei einem kind bleibt. aber normal ist das auch nicht.

auch in meinem freundeskreis gibts einen notkaiserschnitt. sicher keine tolle erfahrung, aber mutter und kind wohl auf. die haben mitterweile auch ganz normal nachgelegt.

heute hatte ich quasi schon 3 mal mit dem thema zu tun.
1. meine mutter erzählte mir am telefon wie eine "die ich doch kennen müsse"(aber dennoch nicht kannte), ihr kind am geburtstermin verloren hat. hat sich im bauch in der nacht zum termin mit der nabelschnur selbst erdrosselt.
2. war in kita: ein bekanntes pärchen hat die familie erweitert - gerade 1h geburt, alles bestens.
3. war im kiga: auch ein bekanntes pärchen, mit dem 3 kind hochschwanger. nr. 1 hüpfte da rum. nr.2 weis ich aus intensivem persönlichen gespräch, ist wenige tage nach der geburt verstorben. bei nr. 3 sind die verständlicherweise die ganze zeit in alarmhaltung.

eine schwangerschaft und geburt sind schlicht und einfach kritische lebensmomente. die fehler, die hier passieren hier können schwerwiegend sein. ob jemand was dafür kann oder nicht.

die horrorgeschichten möchte niemand als mutter oder vater erleben. aber du, Daisy, fixierst dich nur auch die schlechten. da muss ich dir recht geben, so wie ich von weichei geschrieben habe ist in dem zusammenhang zynisch und daneben, aber es bezog sich auch nicht auf solche schicksale.
was ist an einer geburt wie ich hier unter 2. geschildert habe traumatisierend? der vater (der den restnachwuchs abholte) hatte jedenfalls immernoch das grinsen regelrecht einzementiert und schwebte auf wolke nr.7! genauso kenne ich das aus meinen eigenen erlebnissen. eine normale geburt ist nicht traumatisierend! anstrengend, schmerzhaft, überwältigend, erschöpfend sicherlich, aber auch unglaublich beeindruckend, wahnsinnig euphorisierend und tief glückseelig machend.

sicherlich wird es so einige negativbeispiele geben. aber eine negativ fixierung und mystifizierung lehne ich ab. außerdem widerspricht sie total den von mir gemachten erfahrungen.
Zuletzt geändert von superseele am Freitag 17. Januar 2014, 22:08, insgesamt 1-mal geändert.

ComtesseDeLaFére

Re: Kinderwunsch

Beitrag von ComtesseDeLaFére » Freitag 17. Januar 2014, 21:42

@superseele

Ich kann Daisys Bedenken wegen einer Geburt aber verstehen, denn meine Mutter wäre bei meiner Geburt beinahe gestorben und ich auch(ich hatte die Nabelschnur um den Hals gewickelt)
Und die Ärzte sagten ihr auch, dass es bei weiteren Kindern wieder zu KOmplikationen kommen könnte(deswegen blieb ich auch ein Einzelkind).
Und in meiner Klasse in der Berufsschule war eine, die mit 19 schwanger wurde und bei der Geburt mitsamt dem Kind starb.

Solche Fälle sind sicherlich heutzutage sehr selten, aber es kann bei Geburten zu komplikationen kommen.

Ich würde es jedoch trotzdem riskieren, wenn ich jemals die Möglichkeit dazu bekommen sollte. Aber mir wäre dann ein Kaiserschnitt lieber, als das Kind durch den Geburtskanal pressen zu müssen.

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Re: Kinderwunsch

Beitrag von superseele » Freitag 17. Januar 2014, 21:52

Le Chiffre Zéro hat geschrieben: Was ich damit meine (war mal wieder klar, daß selbst meine kürzesten Postings keiner versteht), ist:

Überlegt mal. Ende 30. Wie alt sind die Kinder, die Leute normalerweise Ende 30 haben? Hm?

Viele Leute setzen ihren Nachwuchs schon in den 20ern in die Welt. Folglich sind diese Kinder, wenn besagte Leute Ende 30 sind wie ich, schon so 12, 14 Jahre und älter, also alt genug, um beispielsweise auf dem Gymnasium zu sein. So sieht das aus.

Zum einen stehe ich ziemlich komisch da, wenn ich als einziger meiner Generation überhaupt keine Kinder habe und nein, auch keine Ehefrau und kein Eigenheim und kein Auto und kein...

Zum anderen sind Kinder oder Jugendliche in dem Alter ja noch nicht flügge. Ist ja nicht so, daß die mit 12 oder 14 zu Hause ausziehen und ihr eigenes Leben leben oder so, daß ihre Eltern sich dann nicht mehr um sie kümmern müssen, daß ihre Eltern wieder mehr Zeit für andere Dinge als Familie haben. Somit kommt dazu, daß meine komplette Generation durch die Familie komplett gebunden ist und mindestens bis Mitte 40 für nichts anderes mehr Zeit hat.

Auch deshalb kann ich mich mit solchen Leuten nicht umgeben – weil die für mich gar keine Zeit hätten. Und ehrlich gesagt, ich will das auch gar nicht.
also ich kenne ganz viele männer die erst deutlich jenseits der 30 oder anfang 40 väter werden.

das bis mitte 40 sehr eingeschänkt. ja bestimmt. gerade am anfang. was ist man froh, wenn im kindergarten nach ner weile die schuhe selbstständig angezogen und die jacken geschlossen werden. das leben dreht sich dann doch sehr nur um arbeit und familien. wenn man in der zeit noch baut, dann auch noch darum. für viele hobby bleibt da herzlich wenig zeit. aber wenn die partner aufeinander rücksicht nehmen und ihr leben organisiert haben dann lässt sich da trotzdem noch so einiges reißen. allerdings - je mehr planungszeit man hat desto besser. man verliert halt die flexibilität.

und was gewinnt man? - kinder, enkel, die zukunft.

als männer haben wir ne lebenserwartung von kurz unter 90 jahren, da sind ja meine eigenen kinder schon fast 70 wenn ich abdanke. mögliche enkel wären dann so 30-50 und die möglichen urenkel so 0-20 würde ich sagen. ist doch schön wenn man erleben kann was in einem menschenleben so passiert. und wie menschen die von mir stammen einen teil von mir mit in die zukunft nehmen, wenn ich schon längst nicht mehr bin. dafür nehme ich die schlaflosen nächte und rumheulreien doch mal locker in kauf.

ich könnte es auch anders beschreiben: wasfür einen sinn hat es hier reichtümer anhäufen, wenn ich sie an keinen vererben kann.

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Re: Kinderwunsch

Beitrag von superseele » Freitag 17. Januar 2014, 22:05

ComtesseDeLaFére hat geschrieben:@superseele

Ich kann Daisys Bedenken wegen einer Geburt aber verstehen, denn meine Mutter wäre bei meiner Geburt beinahe gestorben und ich auch(ich hatte die Nabelschnur um den Hals gewickelt)
Und die Ärzte sagten ihr auch, dass es bei weiteren Kindern wieder zu KOmplikationen kommen könnte(deswegen blieb ich auch ein Einzelkind).
Und in meiner Klasse in der Berufsschule war eine, die mit 19 schwanger wurde und bei der Geburt mitsamt dem Kind starb.

Solche Fälle sind sicherlich heutzutage sehr selten, aber es kann bei Geburten zu komplikationen kommen.

Ich würde es jedoch trotzdem riskieren, wenn ich jemals die Möglichkeit dazu bekommen sollte. Aber mir wäre dann ein Kaiserschnitt lieber, als das Kind durch den Geburtskanal pressen zu müssen.
ich möchte mal etwas schnippisch antworten: was soll denn die 24 jährige afghanin sagen, die gerade ihr 7 kind in ner lehmhütte zur welt gebracht hat?
wir haben eine supermedizinische versorung, aber risikofrei ist die ganze sache nicht. auch wenn ich die pathogenisierung von schwangeren und geburten nicht ausstehen kann ist mir in so einer zerbrechlichen phase des lebens lieber wenn da ein paar ärzte in der nähe rumlaufen.
ComtesseDeLaFére hat geschrieben: Ich würde es jedoch trotzdem riskieren, wenn ich jemals die Möglichkeit dazu bekommen sollte. Aber mir wäre dann ein Kaiserschnitt lieber, als das Kind durch den Geburtskanal pressen zu müssen.
die diskussion hatte ich mehrfach mit meiner frau. ich hatte ihr meinen standpunkt sinngemäß dargelegt:"du willst dir doch nicht den bauch aufschneiden lassen, nur um ein bisschen aua zu entgehen!?" - wie gesagt meine meinung, da hat jeder mann und jede frau ihre eigene meinung zu.
aber das drücken durch die scheide ist zeitlich gesehen nur ein sehr kurzer moment, das sind nur wenige minuten. wenn du hörst "22 stunden in den wehen gelegen" dann war die frau vermutlich 21 stunden und 55 minuten damit beschäftigt darauf zu warten, dass sich der gebärmuttermund so weit gedehnt hat, dass das baby durchpasst! das baby hat nicht 3 stunden in der vagina festgesteckt!!!

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Re: Kinderwunsch

Beitrag von DiplAB » Freitag 17. Januar 2014, 22:18

ComtesseDeLaFére hat geschrieben:Du hast ja als Mann das Glück, dass deine biologische Uhr nicht so tickt, Männer haben ja den Vorteil, dass sie sogar mit fünfzig oder älter noch Vater werden können wenn sich der Kinderwunsch durch eine Beziehung ergibt,..
Klar, aber wie schon geschrieben wurde will man ungern "als alter Mann" mit der anstrengenden Kindererziehung belastet werden.
ComtesseDeLaFére hat geschrieben:Ich drücke dir wirklich die Daumen, dass es noch mit einer Beziehung und einem Kind klappt.
Ich persönlich hab die hoffnung schon aufgegeben...
Danke. Ich drück dir trotzdem auch die Daumen :vielglueck:
ComtesseDeLaFére hat geschrieben:Gehts dir auch so, dass du dich voller Angst fragst, ob du es jemals akzeptieren wirst, wenn du keines bekommen sollest?
Ich bin mir nicht ganz sicher. Ganz rational gesehen würde ich sagen (und hab es offiziell auch immer gesagt) das keine Kinder auch OK sind, aber ich habe so das Gefühl das es mir (inzwischen) unterbewusst schon zu schaffen machen würde.
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Re: Kinderwunsch

Beitrag von ActiveBeginner » Freitag 17. Januar 2014, 22:25

ComtesseDeLaFére hat geschrieben:@DipAB

Du hast ja als Mann das Glück, dass deine biologische Uhr nicht so tickt, Männer haben ja den Vorteil, dass sie sogar mit fünfzig oder älter noch Vater werden können wenn sich der Kinderwunsch durch eine Beziehung ergibt
Dazu müsste man dann aber eine sehr viel jüngere Partnerin haben. Und das ist für die meisten Männer doch nicht realistisch, geschweige denn für mABs.

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Re: Kinderwunsch

Beitrag von superseele » Samstag 18. Januar 2014, 12:07

DiplAB hat geschrieben:
ComtesseDeLaFére hat geschrieben:Gehts dir auch so, dass du dich voller Angst fragst, ob du es jemals akzeptieren wirst, wenn du keines bekommen sollest?
Ich bin mir nicht ganz sicher. Ganz rational gesehen würde ich sagen (und hab es offiziell auch immer gesagt) das keine Kinder auch OK sind, aber ich habe so das Gefühl das es mir (inzwischen) unterbewusst schon zu schaffen machen würde.

ach positiv denken :daumen:

wenn es nicht klappen wäre es schade, aber man richtet sich ja in seinem leben ein und macht das beste draus.
ich kenne einige paare bei denen es irgendwann hieß, dass aus medizinischer sicht nix mehr geht, man hätte schon alles gemacht.

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ich habe gestern abend in dem themenblock mehr geschrieben, weil ich finde (analog zum HIV-Test-Thema) das man und frau ihr leben nicht von ängsten bestimmen lassen sollte und sich der wahrscheinlichkeiten für bestimmte, negative szenarien klar sein sollte.

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