Gladbeck-Gangster heiratet

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Audrey

Re: Gladbeck-Gangster heiratet

Beitrag von Audrey » Montag 22. Oktober 2012, 20:43

triangulum hat geschrieben:
Optimist hat geschrieben:Wer gegen die Todesstrafe ist, ist automatisch ein Gutmensch? :roll:
So 1:1 natürlich nicht, aber wer täterorientierte Kuscheljustiz befürwortet oder unterstützt, der ist einer. Und von dieser Spezies gibt es leider zu viele.
wirrwarr hat geschrieben: und es bleibt zu hoffen, dass sich der Trend fortsetzt und dass sich auch dort der Gedanke durchsetzt, dass es für die Gesellschaft wichtig ist, die Würde aller Menschen uneingeschränkt zu schützen.
Wenn aber nur du die Menschenwürde anderer respektierst, dein Angreifer deine aber nicht, entsteht ein gefährliches Ungleichgewicht zu deinen Lasten!!

Warum bleibt bei diesen ganzen Menschenwürde-Sprüchen stets unerwähnt, dass doch zuerst die Mörder die Menschenwürde ihrer Opfer und deren Hinterbliebene hätten achten müssen?! Und, falls sie es nicht tun, mit welchem moralischen Anspruch wird noch erwartet, dass man dann ihre "Würde" noch achtet??!
Ich bin tatsächlich sehr froh darüber, in einem Land zu leben, in dem man seine Menschenwürde niemals gesetzlich aberkannt bekommt.

Als Gutmensch würde ich mich übrigens niemals bezeichnen, das würde auch gar nicht passen. Aber Todesstrafe ist tatsächlich eines der wenigen Themen, wo ich ein "Pro" kaum nachvollziehen kann... Einfach, weil es eigentlich keine rationalen Gründe dafür gibt.

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schmog
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Re: Gladbeck-Gangster heiratet

Beitrag von schmog » Montag 22. Oktober 2012, 21:27

Wenn über die Todestrafe diskutiert wird.
Für diese Bestie sollte es die Todestrafe geben! Dieses abscheuliche Verbrechen sorgte bei uns für Entsetzen und Wut!

http://www.blick.ch/news/schweiz/auf-ni ... 72761.html
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triangulum
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Re: Gladbeck-Gangster heiratet

Beitrag von triangulum » Montag 22. Oktober 2012, 21:48

schmog hat geschrieben:Wenn über die Todestrafe diskutiert wird.
Für diese Bestie sollte es die Todestrafe geben! Dieses abscheuliche Verbrechen sorgte bei uns für Entsetzen und Wut!

http://www.blick.ch/news/schweiz/auf-ni ... 72761.html
Die Mehrheit der Kommentargeber hätte, den Formulierungen nach, kein Problem mit der Hinrichtung des Täters.
Warum wohl nicht, liebe täterorientierte Gutmenschen? Sind das alles Bösewichte, denen Menschenwürde nichts bedeutet?
Viele Kommentare bedauern die Abschaffung der Todesstrafe.
Und niemand ruft denen "geht's noch?" und andere Unverschämtheiten entgegen.
Audrey hat geschrieben:Einfach, weil es eigentlich keine rationalen Gründe dafür gibt.
Außer natürlich, dass dadurch künftige Verbrechen auch an deinen Kindern mal -bei entsprechend veranlagten und "verdienten" Tätern- einfürallemal wirksam verhindert werden.

Audrey

Re: Gladbeck-Gangster heiratet

Beitrag von Audrey » Montag 22. Oktober 2012, 21:55

triangulum hat geschrieben:
Audrey hat geschrieben:Einfach, weil es eigentlich keine rationalen Gründe dafür gibt.
Außer natürlich, dass dadurch künftige Verbrechen auch an deinen Kindern mal -bei entsprechend veranlagten und "verdienten" Tätern- einfürallemal wirksam verhindert werden.
Ich bin für lebenslange Sicherungsverwahrung. Problem gelöst. So gesehen.
Scheint in diesem Fall ja sogar so zu sein... Sehe also echt keinen Grund für eine Todesstrafe.

Übrigens scheint die verlinkte Zeitung ja eher wie die Bild zu sein, von daher würde ich auf die Kommentare da nicht allzu viel geben. ;)

(Da du das "deine Kinder" so betonst... Eher unwahrscheinlich, dass ich jemals Kinder haben werde. Aber mir liegt tatsächlich was an Kindern und Menschen im Allgemeinen. Ich brauch da nicht die "Wuhuu, bald wird es DICH treffen"-Schiene...)

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Re: Gladbeck-Gangster heiratet

Beitrag von Optimist » Montag 22. Oktober 2012, 22:08

triangulum hat geschrieben:
Optimist hat geschrieben:Wer gegen die Todesstrafe ist, ist automatisch ein Gutmensch? :roll:
So 1:1 natürlich nicht, aber wer täterorientierte Kuscheljustiz befürwortet oder unterstützt, der ist einer. Und von dieser Spezies gibt es leider zu viele.
Gutmensch ist in meinen Augen nichts weiter als ein Kampfbegriff gegen Andersdenkende. Und in meinen Augen funktioniert unsere Justiz ziemlich gut, so gut wie nie zuvor in der deutschen Geschichte. Natürlich wünschen sich einige Kleingeister härtere Strafen wie in den USA, aber sind die USA wirklich ein sichereres Land als Deutschland mit weniger Gewalt? Studien widerlegen das Abschreckungspotential von harten Strafen und eine Resozialisierung von Tätern ergibt mehr Sinn als jeden Täter für immer wegzusperren.
triangulum hat geschrieben:Die Mehrheit der Kommentargeber hätte, den Formulierungen nach, kein Problem mit der Hinrichtung des Täters. Warum wohl nicht, liebe täterorientierte Gutmenschen? Sind das alles Bösewichte, denen Menschenwürde nichts bedeutet?

Viele Kommentare bedauern die Abschaffung der Todesstrafe.
Und niemand ruft denen "geht's noch?" und andere Unverschämtheiten entgegen.
Du weißt aber schon, dass Blick das Schweizer Pendant zur BILD ist?
Wenns nach dem Mob ginge, würden wir auch Homosexuellen und Asylanten ihre Rechte absprechen.
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Re: Gladbeck-Gangster heiratet

Beitrag von triangulum » Montag 22. Oktober 2012, 23:00

Optimist hat geschrieben: Du weißt aber schon, dass Blick das Schweizer Pendant zur BILD ist?
Wenns nach dem Mob ginge, würden wir auch Homosexuellen und Asylanten ihre Rechte absprechen.
Blick <-> BILD ist mir bekannt.
Du meinst mit "dem Mob" aber nicht etwa undifferenziert die Leser und Kommentargeber eines Massenmediums? Das wäre ziemlich unverschämt!

Ach ja, aus dem Artikel:
Mit 19 schlug Hofmann ei­ne Arbeitskollegin fast tot. [...] Er denkt nach. «Ja, der Strumpf war vielleicht ein sexueller Gedanke. Strümpfe hatte ich bei meinen Ex-Freundinnen auch gern.»
Vorbestraft wegen Gewaltdelikten, zeitweise arbeitslos und drogenabhängig, später dann Mörder - und Erfolg bei mehreren Frauen!
Da darf ich schon auch mal die Auswahlkriterien kritisch hinterfragen, oder nicht?

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Re: Gladbeck-Gangster heiratet

Beitrag von wirrwarr » Montag 22. Oktober 2012, 23:05

triangulum hat geschrieben: Ach ja, aus dem Artikel:
Mit 19 schlug Hofmann ei­ne Arbeitskollegin fast tot. [...] Er denkt nach. «Ja, der Strumpf war vielleicht ein sexueller Gedanke. Strümpfe hatte ich bei meinen Ex-Freundinnen auch gern.»
Vorbestraft wegen Gewaltdelikten, zeitweise arbeitslos und drogenabhängig, später dann Mörder - und Erfolg bei mehreren Frauen!
Da darf ich schon auch mal die Auswahlkriterien kritisch hinterfragen, oder nicht?
Bei deinen Äußerungen bekomme ich den Eindruck, dass du auch mit dem Gedanken spielst, ähnliches zu tun, wenn es dir Erfolg bei Frauen bringen würde.

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Re: Gladbeck-Gangster heiratet

Beitrag von Optimist » Dienstag 23. Oktober 2012, 00:44

triangulum hat geschrieben:
Optimist hat geschrieben: Du weißt aber schon, dass Blick das Schweizer Pendant zur BILD ist?
Wenns nach dem Mob ginge, würden wir auch Homosexuellen und Asylanten ihre Rechte absprechen.
Blick <-> BILD ist mir bekannt.
Du meinst mit "dem Mob" aber nicht etwa undifferenziert die Leser und Kommentargeber eines Massenmediums? Das wäre ziemlich unverschämt!

Ach ja, aus dem Artikel:
Mit 19 schlug Hofmann ei­ne Arbeitskollegin fast tot. [...] Er denkt nach. «Ja, der Strumpf war vielleicht ein sexueller Gedanke. Strümpfe hatte ich bei meinen Ex-Freundinnen auch gern.»
Vorbestraft wegen Gewaltdelikten, zeitweise arbeitslos und drogenabhängig, später dann Mörder - und Erfolg bei mehreren Frauen!
Da darf ich schon auch mal die Auswahlkriterien kritisch hinterfragen, oder nicht?

Nö, ich meinte explizit die Leute, die nach der Todesstrafe gerufen haben. Die sind ja immer sehr schnell dabei, auch wenn die Schuld des mutmaßlichen Täters noch gar nicht erwiesen ist, siehe den Fall in Emden.

Man kann Menschen nicht in den Kopf schauen, er hat den Frauen wohl eher nichts von seinen Gewaltphantasien erzählt.
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FrankBN

Re: Gladbeck-Gangster heiratet

Beitrag von FrankBN » Dienstag 23. Oktober 2012, 09:37

Kostas Klopsis hat geschrieben:
FrankBN hat geschrieben:
Optimist hat geschrieben:Ich wollte nur das Kostenargument entkräften. ;)
Kosten sind mir egal. Opferschutz nicht. Aber mit Gutmenschen diskutiere ich ungern...
Und die Todesstrafe schützt Opfer? Hast du dafür mal einen Beleg?
Das meinte ich nicht speziell auf die Todesstrafe bezogen, da bin ich auch ehr dagegen.

Aber ich finde, oft wird Opferschutz vernachlässigt. Siehe das Gezerre um die Sicherheitsverwahrung. Ich bin dafür das Leute die mehrfach schon mit Gewaltkriminalität auffällig wurden, wirklich auf Dauer weggesperrt werden. Und nicht nach einer Vergewaltigung beispielsweise nach ein paar Jahren wieder raus kommen und weiter machen können.

Wobei heute Morgen hab ich im Fernsehen einen interessanten Bericht dazu gesehen. Der Direktor eines Gefängnisses meinte, der beste Opferschutz wäre, den Täter durch Therapie ect. "ungefährlicher" zu machen. Klingt zwar gut, ich frag mich da aber, geht das wirklich immer? Ich befürchte nein.

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schmog
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Re: Gladbeck-Gangster heiratet

Beitrag von schmog » Dienstag 23. Oktober 2012, 09:56

FrankBN hat geschrieben: Wobei heute Morgen hab ich im Fernsehen einen interessanten Bericht dazu gesehen. Der Direktor eines Gefängnisses meinte, der beste Opferschutz wäre, den Täter durch Therapie ect. "ungefährlicher" zu machen. Klingt zwar gut, ich frag mich da aber, geht das wirklich immer? Ich befürchte nein.
Das geht in Richtung dieses umstrittenen Films von Stanley Kubrick.

http://www.filmzentrale.com/rezis/uhrwerkorange.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Uhrwerk_Orange_(Film)

Daher bin ich klar dafür, gemeingefährliche Täter für IMMER weg zu sperren!

Das Schweizer Volk hat dieser Volksinitiative 2004 zugestimmt.

http://www.itp-arcados.net/justiz-verwa ... iative.php
http://de.wikipedia.org/wiki/Mord_am_Zollikerberg

Besonders schlimm ist, dass gefährliche Sexualstraftäter/Wiederholungstäter erneut töten konnten.
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Re: Gladbeck-Gangster heiratet

Beitrag von Optimist » Dienstag 23. Oktober 2012, 10:32

FrankBN hat geschrieben: Wobei heute Morgen hab ich im Fernsehen einen interessanten Bericht dazu gesehen. Der Direktor eines Gefängnisses meinte, der beste Opferschutz wäre, den Täter durch Therapie ect. "ungefährlicher" zu machen. Klingt zwar gut, ich frag mich da aber, geht das wirklich immer? Ich befürchte nein.
Hängt wohl von der Tat ab. Jemand der im Streit seine Frau die Treppe runtergeschmissen hat oder jemand der Banken ausraubt wird wohl therapierbar sein, aber bei Triebtätern hilft eigentlich nur eine medikamentöse bzw. chemische Kastration, die ja auch von einigen Pädophilen freiwillig gewünscht wird. Lieber asexuell als ein Leben lang hinter schwedischen Gardinen.
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Robinson

Re: Gladbeck-Gangster heiratet

Beitrag von Robinson » Dienstag 23. Oktober 2012, 11:24

Opfer und Täter sind Kategorien, die immer erst im Nachhinein greifen - wenn die Tat schon passiert ist. Die kann man nicht mehr verhindern.
In der Diskussion werden dann aber immer gleich beide Begriffe benutzt, als seien es zugleich Prognosen. Die es zu verhindern gälte. Das ist unsinnig. Natürlich lassen sich aufgrund von Erfahrungen statistische Prognosen erstellen, nie aber individuelle. Man sollte nicht vergessen, dass aus statistischer Betrachtung entstandenes Vorgehen am Ende individuelle Menschen trifft, für die das alles ganz anders sein kann.

"Opferschutz" geht im Grunde genommen gar nicht. Wenn jemand Opfer ist, hat der Schutz ja bereits versagt. Ein Opfer kann man nur schützen,indem Folgeschäden mnimiert werden. Oder eben indem man von vornherin verhindert, dass überhaupt ein Opfer entsteht.

Insofern ist Therapie von Tätern ein naheliegender Gedanke, da die Rückfallquoten und somit der mangelhafte "Opferschutz" bei Haftstrafen bekannt sind. Ob sie dadurch dann besser werden, wäre zu prüfen. ALLES, was Rückfallquoten verhindert UND generell die Tatbereitschaft minimiert, ist "Opferschutz". Wobei man dabei natürlich schnell an die Grenzen gesellschaftlicher und individueller Freiheit gerät. Todesstrafe z. B. ist ein hoch wirksamer Opferschutz: Jeder, den wir heute umbringen, kann morgen nicht das gleiche mit uns oder anderen tun ... Am besten begehen wir alle umgehend vorsorglich Selbstmord, dann ist maximaler Opferschutz erreicht. Das sollte deutlich machen, dass "Opferschutz" im Sinne einer Vermeidung von Straftaten notwendig mangelhaft und immer nur annäherungsweise erreicht werden kann - weil er immer zugleich "unerwünschte Nebenwirlungen" hat. Und wenn etwas immanent nur anäherungsweise erreicht werden kann, ist Kritik an JEDER Methode wohlfeil; eben nur sinnvoll, wenn man sie von vornherein im Für und Wider der Interessen diskutiert UND die Begriffe hinreichend sauber benutzt (also z. B. Opferschutz nicht als zukunftsänderndes Projekt behandelt).

Sowohl hinsichtlich Opfer und Täter kann es immer nur darum gehen, mögliche, aber nie hinreichend sicher bekannte Zukunft zu verändern. Es dürfen aber keine zukünftig vielleicht vorkommenden Taten sanktioniert werden - ich denke (hoffe), das ist jedem klar. Ws anderes ist, die Folgen bereits erfolgter Taten zu mildern. Ein Täter WAR Täter, und deshlab IST er einer (gewesen), aber das besagt nciht, dass er einer sein WIRD. Gleiches gilt fürs Opfer.


Und wer sich wundert, dass Kriminelle auch Partner finden (übrigens führen meines Wissen auch kriminelle Frauen Partnerschaften mit ansonsten unbescholtenen Männern), könnte auf den Gedanken kommen, dass das für manche Menschen halt einfach kein irgendwie relevantes Kriterium ist oder im Gesamteindruck eines Menschen eben nicht hinreicht, die positiv erscheinenden Aspekte zu überwiegen (und für andere Menschen eben vielleicht doch), anstatt daraus Vergleiche mit sonstwas zu ziehen und sich als nicht vorbestrafter AB wegen seiner Gesetzestreue diskiriminiert zu fühlen. Absurd.

grüner_apfel

Re: Gladbeck-Gangster heiratet

Beitrag von grüner_apfel » Dienstag 23. Oktober 2012, 14:09

Die ganze Todesstrafendiskussion ist müßig solange man nicht sicher stellen kann das nicht auch mal ein Unschuldiger hingerichtet wird. Da man das aber nie mit 100% Sicherheit ausschließen kann sollte die Todesstrafe allein schon deshalb keine Option sein. Einen zu unrecht Verurteilten kann man entlassen und entschädigen - von den Toten auferwecken kann man ihn nicht.
Und genau genommen tötet man ja bei einer Hinrichtung auch und stellt sich damit auf eine Stufe mit dem Täter - man wird selbst zum Mörder wenn man die Todesstrafe unterstützt!

Tim_b
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Re: Gladbeck-Gangster heiratet

Beitrag von Tim_b » Dienstag 23. Oktober 2012, 16:31

Ich habe jetzt nur die letzte Seite zu der Diskussion gelesen. Vielleicht kann ich aber dennoch etwas beitragen:

Zentraler Punkt ist ja Art 1 I GG. Danach ist die Würde des Menschen unantastbar. Da dieser unter die Ewigkeitsgarantie des Art 79 III GG fällt, ist dieser Artikel nicht änderbar, auch nicht durch die ansonsten erforderliche 2/3 Mehrheit im BT.

Auch die hier im Forum - teilweise und korrekt - vertretene Auslegung, wonach der Staat auch verpflichtet ist, die Menschenwürde der Opfer zu achten, kann nicht dazu führen, dass die Todesstrafe zugelassen wird. Allein schon aus dem Wortlaut "unantastbar" wird klar, dass man nicht die Menschenwürde des Täters einschränken kann, indem man ihn zum Objekt staatlichen Handelns macht, um die Menschenwürde des Opfers - evt- wiederherzustellen.

Zu der Frage, warum eine Frau den hier genannten Täter heiraten wollte: Ich glaube, sie war in ihrem bisherigen Leben sehr erfolglos/ ungeliebt und es baut sie einfach auf, wenn sie viel Zeit mit jemanden verbringt, der quasi den niedrigsten Rang hat, den ein Mensch im Leben haben kann. So wird sie ständig daran erinnert, dass es auch noch größere Verlierer als sie selbst gibt.

Kräuterfrau

Re: Gladbeck-Gangster heiratet

Beitrag von Kräuterfrau » Dienstag 23. Oktober 2012, 17:24

@Topic: es gibt viele Frauen, die die Märchen erzogen haben und einen übertriebenen Helferkomplex haben. Somit glauben sie durch die Liebe so einen Mann bekehren zu können. Ihm helfen seine ach so schlimme Vergangenheit auf zu arbeiten. Manche Frauen glauben solchen Männern tatsächlich helfen zu müssen.

NBUC
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Re: Gladbeck-Gangster heiratet

Beitrag von NBUC » Dienstag 23. Oktober 2012, 18:20

Die "Würde" ist so ein dämlicher Gummibegriff, dass er nur zum reinen Propagandainstrument taugt. Ein Herr Freisler hätte damit problemlos rechtfertigen können, dass es eben unter der Würde wäre das brave systemtreue Bürger weiter mit der Existenz von unliebsamen Mitbürgern leben zumüssen.

Ich finde es entwürdigend, dass Leute hilflos Gewaltverbrechern ausgeliefert werden, weil irgendein Gutmensch sich da einen drauf abwich$t.

Das da auch viel viel zu schnell und emotional gerufen wird - geschenkt.

Aber gerade das gezielte wegschauen, wenn noch nicht das Extrem eingetreten ist doer das nicht publicityträchtig geworden ist, halte ich für noch viel prägender für die Angstatmosphäre und damit vielseitiger Würdeverletzung. Und da ist man noch weit weg von der Todesstrafe.

Mit der offenen Begründung" Wer den Propheten beleidigt muss sterben" Leute mit dem Messer abzustechen lässt keinen Hinweis auf eien Tötungsabsicht zu ...!
Natural Born UnCool

Alle gesellschaftlichen Betrachtungen enthalten zwangsläufig Verallgemeinerungen und werden daher Ausnahmen und Einzelfälle enthalten, denen sie nicht gerecht werden können.

wenn ich nicht antworten sollte heißt das nicht, dass du Recht hast, sondern ich kein Internet!

Seerosenblatt

Re: Gladbeck-Gangster heiratet

Beitrag von Seerosenblatt » Dienstag 23. Oktober 2012, 19:05

FrankBN hat geschrieben: Der Direktor eines Gefängnisses meinte, der beste Opferschutz wäre, den Täter durch Therapie ect. "ungefährlicher" zu machen. Klingt zwar gut, ich frag mich da aber, geht das wirklich immer? Ich befürchte nein.
Ja, klar... es ist furchtbar leicht, einem Menschen einen dicken Bären aufzubinden, wenn man sich nicht extrem dumm dabei anstellt. Sogar ich war da schon erfolgreich, wenn ich ein Attest brauchte.. :pfeif: Und ich habe nie ein Verbrechen begangen. Aber ich weiß, was ich einem Psychologen erzählen würde, wenn ich eines begangen hätte. Und die wollen ja selbst an ihren Therapieerfolg glauben.

triangulum
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Re: Gladbeck-Gangster heiratet

Beitrag von triangulum » Dienstag 23. Oktober 2012, 21:00

FrankBN hat geschrieben: Der Direktor eines Gefängnisses meinte, der beste Opferschutz wäre, den Täter durch Therapie ect. "ungefährlicher" zu machen. Klingt zwar gut, ich frag mich da aber, geht das wirklich immer? Ich befürchte nein.
Na, bei diesem hat es doch auch bestens funktioniert:
Ronny Rieken
Bei seinem Gefängnisaufenthalt für die Tat an seiner Schwester wurde er nicht therapiert, sondern nur wegen einer Alkoholkrankheit behandelt. Seine ursprünglich festgelegte Haftstrafe von zehn Jahren war in der Revision auf fünfeinhalb Jahre herabgesetzt worden. Bei guter Führung gelangte Rieken bereits nach knapp drei Jahren wieder auf freien Fuß. Wenige Wochen danach missbrauchte er die Tochter seines zukünftigen Schwagers.
und anschließend:
Im Sommer 1996 missbrauchte Rieken die zwölfjährige Ulrike Everts im Ipweger Moor bei Oldenburg und erdrosselte sie anschließend, um die Tat zu verdecken. Nach genau demselben Muster entführte, missbrauchte und tötete er am 16. März 1998 die elfjährige Christina Nytsch aus Strücklingen aus dem Landkreis Cloppenburg. Zusätzlich stach er mehrfach auf Christinas Leiche ein.
Und es müssen nicht seine letzten Opfer sein:
Bei einer Haftprüfung im März 2012 wurde festgestellt, dass Rieken seine Taten immer noch nicht aufbereitet hat und daher frühestens 2021 auf freien Fuß kommen wird.
Frauenprobleme hatte offenbar auch er nicht: er führte ein Familienleben mit drei eigenen Kindern, während er die Kinder anderer meuchelte.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/d ... 506-2.html
grüner_apfel hat geschrieben:Und genau genommen tötet man ja bei einer Hinrichtung auch und stellt sich damit auf eine Stufe mit dem Täter - man wird selbst zum Mörder wenn man die Todesstrafe unterstützt!
Das weise ich sofort und entschieden zurück: ich werde *nicht* zum Mörder, wenn ich die Todesstrafe für bestimmte schwere Verbrechen akzeptiere.
Dass ich nicht die Todesstrafe sowjetischer oder chinesischer Art meine, habe ich vormals auch schon klargestellt!

kalle_schlau

Re: Gladbeck-Gangster heiratet

Beitrag von kalle_schlau » Dienstag 23. Oktober 2012, 22:03

triangulum hat geschrieben:
grüner_apfel hat geschrieben:Und genau genommen tötet man ja bei einer Hinrichtung auch und stellt sich damit auf eine Stufe mit dem Täter - man wird selbst zum Mörder wenn man die Todesstrafe unterstützt!
Das weise ich sofort und entschieden zurück: ich werde *nicht* zum Mörder, wenn ich die Todesstrafe für bestimmte schwere Verbrechen akzeptiere.
Dass ich nicht die Todesstrafe sowjetischer oder chinesischer Art meine, habe ich vormals auch schon klargestellt!
Ich sehe das genauso wie grüner Apfel. Wer gegen das Töten ist, der darf nicht töten. Wer einen Mörder tötet oder das unterstützt ist nicht besser als der Mörder.
Als einzige Ausnahme akzeptiere ich Notwehr bzw. Nothilfe.

wirrwarr
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Re: Gladbeck-Gangster heiratet

Beitrag von wirrwarr » Dienstag 23. Oktober 2012, 23:12

triangulum hat geschrieben: ich werde *nicht* zum Mörder, wenn ich die Todesstrafe für bestimmte schwere Verbrechen akzeptiere.
triangulum hat geschrieben: verhindert jedoch manch anschließende Kosten für den Steuerzahler
Habgier ist ein Mordmerkmal.

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