Was soll man denn den Reportern sagen?

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Ampetula

Re: Was soll man denn den Reportern sagen?

Beitrag von Ampetula » Samstag 6. Oktober 2012, 09:04

BartS hat geschrieben:
soukous hat geschrieben:Nun hat tatsächlich eine Reporterin eine "Expertin" zum Thema ABs befragt.

Ich fand die meisten unserer Antworten im Thread erheblich vielschichtiger und vor allem menschenfreundlicher.
Hmm, ich muss zugeben, dass mir einige Antworten doch zu sehr holzschnittartig und monokausalisch rüberkommen. Soll heissen, da wird eine bestimmte Eigenschaft quasi allen ABs zugesprochen und das auch gleich als Ursache identifiziert. Auch der Aspekt der persönlichen Ablehnung und was das mit den ABs macht, hätte man noch hervorheben können. Das was Maja Roedenbeck im Interview sagt, trifft durchaus für ABs zu, aber eben nicht für alle. Das ist eben das Problem bei Pauschalaussagen. Derjenige AB, der eben nicht auf den perfekten Partner wartet, sondern wesentlich kompromissbereiter wäre, muss sich jetzt den Vorwurf gefallen lassen, das er/sie doch auf Mrs./Mr.Perfect wartet. Die banale Tatsache, dass es für eine Beziehung immer zwei braucht, sollte in dem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben.

Ich denke und hoffe, dass das Buch mit den persönlichen Berichten eine stärkere und differentiertere Aussagekraft hat, als dieses Zeitungsinterview.
Der Gefahr unterliegt leider jeder, der seine Ansichten in eine kurze Aussage pressen muss.

Hier im Forum könnte man das umgehen, indem man entweder ganze Romane schreibt oder nur seine verkopften, vernünftigen und logischen Ansichten zulässt und seine Gefühle ausblendet um nicht gesperrt zu werden oder indem ganz auf seine Ansichten verzichtet, um blos nirgends anzuecken.
Ich kann mich gut an Arne Hoffmann erinnern, der von AB's sagte, dass sie entweder eine zu verletzende Kindheit hatten oder zu überbehütet wären, was ja auch so generell nicht ganz richtig ist.
Von meiner Darstellung als AB in Polylux ist ja auch nur das Wurstbrot übrig geblieben. Oder kann sich da noch irgendjemand an irgendwas anderes erinnern?

Beim ersten Reinlesen, liest sich das Buch in der Tat differenzierter. Auch wenn mich dabei das Gefühl beschleicht: " :upps: "

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Re: Was soll man denn den Reportern sagen?

Beitrag von m13ab » Samstag 6. Oktober 2012, 10:18

Von meiner Darstellung als AB in Polylux ist ja auch nur das Wurstbrot übrig geblieben. Oder kann sich da noch irgendjemand an irgendwas anderes erinnern?
Nö, war das nicht die legendäre Leberwurststulle ? Ein Highlight der Filmgeschichte ! ;)

Robinson

Re: Was soll man denn den Reportern sagen?

Beitrag von Robinson » Samstag 6. Oktober 2012, 14:59

Ampetula hat geschrieben:
BartS hat geschrieben: Ich denke und hoffe, dass das Buch mit den persönlichen Berichten eine stärkere und differentiertere Aussagekraft hat, als dieses Zeitungsinterview.
Der Gefahr unterliegt leider jeder, der seine Ansichten in eine kurze Aussage pressen muss.

Hier im Forum könnte man das umgehen, indem man entweder ganze Romane schreibt oder nur seine verkopften, vernünftigen und logischen Ansichten zulässt und seine Gefühle ausblendet um nicht gesperrt zu werden oder indem ganz auf seine Ansichten verzichtet, um blos nirgends anzuecken.
Alle drei Varianten werden hier im Forum erfahrungsgemäß (ebenfalls?) nicht überwiegend wohlwollend aufgenommen.

pyrit
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Re: Was soll man denn den Reportern sagen?

Beitrag von pyrit » Montag 15. Oktober 2012, 19:45

BartS hat geschrieben:
pyrit hat geschrieben: Vielleicht sollte die Biene Maja sich lieber mit Freund Willi über Bienchen und Blümchen austauschen, anstatt auf Menschen losgelassen zu werden und dann solche albernen Platitüden zu verzapfen.
Hallo Pyrit, ich kann letzteres nicht teilen. Das Buch (ich kenne nur die Online-Version ausführlich), und darum geht es ja eigentlich, finde ich sehr gut gelungen und es ist schade, dass es ca. vier Jahre brauchte, ehe ein Verlag gefunden werden konnte.
Da ich am Wochenende im Buch von Frau Roedenbeck gestöbert habe:
Es unterscheidet sich tatsächlich ganz entschieden und in sehr, sehr positiver Art und Weise vom besagten Interview und der Marketingstrategie auf ihrer Website.
Besonders gut und interessant fand ich, dass Frau Roedenbeck den Fokus nicht auf "Was sind das für seltsame Leute? Wie leben die? Wie unterscheiden die sich von anderen?" legte sondern viel eher auf die gesellschaftlichen Veränderungen und Zusammenhänge in den letzten Jahrzehnten, die dazu führten, dass sich Menschen generell mit der Partnerfindung und Beziehungsführung schwerer tun - und stellte die Absolute Beginners quasi als resultierendes Extrem dieser Schwierigkeiten, die auch andere betreffen, dar.

Das Buch ist alles andere als reißerisch und enthält eine Fülle von Verweisen auf seriöse Veröffentlichungen zu gesellschaftlichen Bezugsthemen, welche die Autorin an vielen Stellen in ihren Text mit einfließen lässt.
Insbesondere das Kapitel "Wenn Sex und Sexyness zum Maß aller Dinge werden" fand ich sehr gut gelungen.
Hier wurde dargestellt, auf welche Art und Weise (gesellschaftlicher) Erfolg früher und heute definiert wird, in welchem Maße die Darstellung und Erwähnung von Sex und sexuellem Erfolg erstens allgegenwärtig sind und zweitens dazu führen, dass Menschen, welche in diesem Lebensbereich nichts "vorzuweisen" haben, sich schnell als Außenseiter, bis hin zu wertlos, fühlen können.

Diese gesellschaftlichen Zusammenhänge sind es vor allem, die, wenn man sich auf das Buch bezieht, die wichtigste Antwort auf die Frage "Was soll man den Reportern sagen?" geben könnten.

Warum das Buch zuerst keinen Verlag gefunden hat, kann ich mir denken: Es ist zu wenig reißerisch, um die Neugier der Massen zu entfachen oder zu befriedigen, es zeigt keine "Freaks" und spricht nicht von Freaks, es arbeitet nicht mit holzschnittartigen Zerrbildern sondern bemüht sich um Umsichtigkeit.

Schade, dass sich mit solch guter, journalistischer Arbeit anscheinend kein Geld verdienen lässt und es ideotische Interviews wie das besagte braucht, um Leute für das Buch zu interessieren.

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Re: Was soll man denn den Reportern sagen?

Beitrag von soukous » Dienstag 16. Oktober 2012, 10:29

pyrit hat geschrieben: Schade, dass sich mit solch guter, journalistischer Arbeit anscheinend kein Geld verdienen lässt und es ideotische Interviews wie das besagte braucht, um Leute für das Buch zu interessieren.
Mir ist generell durchaus bewusst, dass es einen Unterschied zwischen Buchinhalt und dem, was die Marketing-Abteilung rät, gibt. Und ich muss mich nun dafür entschuldigen, dass ich vom Interview allzu schnell auf Frau Roedenbeck als Person geschlossen habe.

Falls Maja Roedenbeck hier mitliest: Das Interview ist meiner Meinung nach in keinster Weise dazu angetan, Interesse für das Buch zu wecken. Denn in ihm werden nur die üblichen gesellschaftlichen Klischees über ABs breitgetreten. Man liest das und sagt sich: Habe ich schon immer gewusst, was soll mir das Buch noch neues bringen? Warum sollte ich mir das näher ansehen, geschweige denn kaufen?

emotion
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Re: Was soll man denn den Reportern sagen?

Beitrag von emotion » Dienstag 16. Oktober 2012, 14:03

pyrit hat geschrieben:
BartS hat geschrieben:
pyrit hat geschrieben: Vielleicht sollte die Biene Maja sich lieber mit Freund Willi über Bienchen und Blümchen austauschen, anstatt auf Menschen losgelassen zu werden und dann solche albernen Platitüden zu verzapfen.
Hallo Pyrit, ich kann letzteres nicht teilen. Das Buch (ich kenne nur die Online-Version ausführlich), und darum geht es ja eigentlich, finde ich sehr gut gelungen und es ist schade, dass es ca. vier Jahre brauchte, ehe ein Verlag gefunden werden konnte.
Da ich am Wochenende im Buch von Frau Roedenbeck gestöbert habe:
Es unterscheidet sich tatsächlich ganz entschieden und in sehr, sehr positiver Art und Weise vom besagten Interview und der Marketingstrategie auf ihrer Website.
Besonders gut und interessant fand ich, dass Frau Roedenbeck den Fokus nicht auf "Was sind das für seltsame Leute? Wie leben die? Wie unterscheiden die sich von anderen?" legte sondern viel eher auf die gesellschaftlichen Veränderungen und Zusammenhänge in den letzten Jahrzehnten, die dazu führten, dass sich Menschen generell mit der Partnerfindung und Beziehungsführung schwerer tun - und stellte die Absolute Beginners quasi als resultierendes Extrem dieser Schwierigkeiten, die auch andere betreffen, dar.

Das Buch ist alles andere als reißerisch und enthält eine Fülle von Verweisen auf seriöse Veröffentlichungen zu gesellschaftlichen Bezugsthemen, welche die Autorin an vielen Stellen in ihren Text mit einfließen lässt.
Insbesondere das Kapitel "Wenn Sex und Sexyness zum Maß aller Dinge werden" fand ich sehr gut gelungen.
Hier wurde dargestellt, auf welche Art und Weise (gesellschaftlicher) Erfolg früher und heute definiert wird, in welchem Maße die Darstellung und Erwähnung von Sex und sexuellem Erfolg erstens allgegenwärtig sind und zweitens dazu führen, dass Menschen, welche in diesem Lebensbereich nichts "vorzuweisen" haben, sich schnell als Außenseiter, bis hin zu wertlos, fühlen können.

Diese gesellschaftlichen Zusammenhänge sind es vor allem, die, wenn man sich auf das Buch bezieht, die wichtigste Antwort auf die Frage "Was soll man den Reportern sagen?" geben könnten.

Warum das Buch zuerst keinen Verlag gefunden hat, kann ich mir denken: Es ist zu wenig reißerisch, um die Neugier der Massen zu entfachen oder zu befriedigen, es zeigt keine "Freaks" und spricht nicht von Freaks, es arbeitet nicht mit holzschnittartigen Zerrbildern sondern bemüht sich um Umsichtigkeit.

Schade, dass sich mit solch guter, journalistischer Arbeit anscheinend kein Geld verdienen lässt und es ideotische Interviews wie das besagte braucht, um Leute für das Buch zu interessieren.
Ich habe das Buch gelesen und gene dir vollkommen recht!
"Jeder trägt einen Zauber im Gesicht, der irgendjemand gefällt!" - Friedrich Hebel

soukous
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Re: Was soll man denn den Reportern sagen?

Beitrag von soukous » Donnerstag 18. Oktober 2012, 18:28

Maja Roedenbeck: Und wer küsst mich?

Inzwischen kann man bei amazon die ersten Seiten des Buches probelesen und google hat etliche weitere Seiten eingescannt. Die beiden Quellen ergänzen sich ganz gut.

FrankBN

Re: Was soll man denn den Reportern sagen?

Beitrag von FrankBN » Freitag 19. Oktober 2012, 12:17

soukous hat geschrieben:Maja Roedenbeck: Und wer küsst mich?

Inzwischen kann man bei amazon die ersten Seiten des Buches probelesen und google hat etliche weitere Seiten eingescannt. Die beiden Quellen ergänzen sich ganz gut.
Und wer früher aufgepasst hat, hat das Ganze seit fast 2 Jahren als PDF auf der Festplatte ;)
(Wobei ich nicht weiss, ob der Inhalt in der Zwischenzeit nochmal verändert wurde)

soukous
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Re: Was soll man denn den Reportern sagen?

Beitrag von soukous » Freitag 19. Oktober 2012, 15:49

Und wer gut aufgepasst und das Posting von pyrit gelesen hat, weiß, dass der Inhalt durchaus erweitert worden ist. :mrgreen: ;)

FrankBN

Re: Was soll man denn den Reportern sagen?

Beitrag von FrankBN » Freitag 19. Oktober 2012, 15:53

soukous hat geschrieben:Und wer gut aufgepasst und das Posting von pyrit gelesen hat, weiß, dass der Inhalt durchaus erweitert worden ist. :mrgreen: ;)
Hm.. woraus liest du das?

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Re: Was soll man denn den Reportern sagen?

Beitrag von Gilbert » Freitag 19. Oktober 2012, 15:56

FrankBN hat geschrieben:
soukous hat geschrieben:Und wer gut aufgepasst und das Posting von pyrit gelesen hat, weiß, dass der Inhalt durchaus erweitert worden ist. :mrgreen: ;)
Hm.. woraus liest du das?
Ich glaube, vor pyrits Posting wurde es von jemanden anderen auch schon erwähnt.
Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.
Hermann Hesse

FrankBN

Re: Was soll man denn den Reportern sagen?

Beitrag von FrankBN » Freitag 19. Oktober 2012, 16:03

Gilbert hat geschrieben:
FrankBN hat geschrieben:
soukous hat geschrieben:Und wer gut aufgepasst und das Posting von pyrit gelesen hat, weiß, dass der Inhalt durchaus erweitert worden ist. :mrgreen: ;)
Hm.. woraus liest du das?
Ich glaube, vor pyrits Posting wurde es von jemanden anderen auch schon erwähnt.
Ah danke. BartS hatte es geschrieben.

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Re: Was soll man denn den Reportern sagen?

Beitrag von Rob_HBS » Samstag 17. November 2012, 15:23

mal zwischengefragt, gibt es hier auch einen offiziellen thread zum buch von frau roedenbeck?

ich habe es jetzt durchgelesen und würde mich auch für die meinungen anderer leser interessieren
"I got soul, but I'm not a soldier" (The Killers - All these things that I've done)

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Re: Was soll man denn den Reportern sagen?

Beitrag von Foralo » Samstag 17. November 2012, 16:31

Rob_HBS hat geschrieben:mal zwischengefragt, gibt es hier auch einen offiziellen thread zum buch von frau roedenbeck?

ich habe es jetzt durchgelesen und würde mich auch für die meinungen anderer leser interessieren
Dafür gibt es die Suchfunktion. Mit deren Hilfe konnte ich keinen offiziellen Thread entdecken. Wenn du das Buch also besprechen möchtest, mach doch einfach einen neuen Thread dazu auf.

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Re: Was soll man denn den Reportern sagen?

Beitrag von Rob_HBS » Samstag 17. November 2012, 16:41

ich habe sie suchfunktion benutzt und auch keinen thread gefunden, wollte aber vorbeugen, nach neueröffnung eines threads direkt belehrt zu werden, ich solle doch gefälligst den bestehenden thread nutzen, und keinen neuen aufmachen :D
"I got soul, but I'm not a soldier" (The Killers - All these things that I've done)

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