"noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

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Krausig
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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Krausig » Freitag 5. Juli 2019, 15:45

LonesomeCoder hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 13:51
desigual hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 13:49
Naja, rein entwicklungspsychologisch gesehen gehört es zu den Aufgaben auf dem Weg zum Erwachsenwerden, nicht einfach die Lebensgewohnheiten, den Stil der Eltern ungeprüft zu übernehmen, noch soll man (wie oftmals in der Pubertät) einfach alles, was die Eltern sagen oder tun, pauschal ablehnen. Stattdessen gehört es zum Erwachsensein dazu sich seine eigene Identität zu schaffen.
Und ich denke, für dieses Lösen von /Hinterfragen der Eltern oder auch der ganzen Familie sind neue Impulse von außen nötig. Und ob ich die bekomme, wenn ich immer nur daheim mit den Eltern rumhänge und das meiste so mache wie die, dann stelle ich es mir schon sehr schwierig vor, diese letzte Stufe in der Entwicklung meiner eigenen Identität zu nehmen.
Ein Auszug ist selbstverständlich keine Garantie für die Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit, aber die Loslösung vom Elternhaus scheint mir in dem Kontext hilfreich.
Wenn wie in meinem Fall aber nur unbrauchbare oder gar keine Impulse kommen, ist da kein Unterschied zwischen daheim wohnen und wegziehen-
Machst du zu Hause wirklich alles selbst? Also Einkaufen, Kochen, Putzen, Waschen ect. oder macht da nicht doch das eine oder andere deine Mutter für dich?

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von yes_or_no » Freitag 5. Juli 2019, 16:24

Es könnt sein, dass diese unbrauchbaren Impulse dann eben Kraft und Lebensqualität kosten und man sich schäbig fühlt (unterbewusst) weil man sich diesen Mist immer wieder anhören muss und die nötige Distanz dazu nicht hin bekommt. Also "es zieht einen runter", weil man irgendwo in einer Vergangenheit stehen bleibt, aus der man ausbrechen wollte (==man will man selbst sein, es wird einem aber immer wieder unbrauchbarer Mist eingeredet).
Vielleicht würds einem gut tun, sich nicht immer von den Eltern erzählen oder unterbewusst spiegeln/vorführen zu lassen, dass man nicht so ist, wie sie es sich vorgestellt haben.
Denn so muss man nicht sein. Wie desigual schreibt: Eigene Identität, man muss sich selbst annehmen. Und das ist einfacher, wenn man nicht 10x am Tag lauter unbrauchbare Kommentare über sich selbst anhören muss.

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Onkel ABobert » Freitag 5. Juli 2019, 16:32

Eines fällt mir auf: Bei den "Skeptikern" kommt es hier so rüber, als ob der / die bei den Eltern wohnende aus purer Faulheit nichts macht, während Mutti ihm die Wäsche wäscht und das Essen macht. Aber das muss doch gar nicht so sein.

In meinem Fall ist es eine Arbeitsteilung. Ja, meine Mutter kocht und macht auch meine Wäsche, aber im Gegenzug erledige ich sämtliche Einkäufe (insbesondere die "schweren" wie Kartoffeln oder auch die Getränke, die meine Eltern selber gar nicht mehr kistenweise schaffen würden), ich erledige die Reparatur- und Renovierungsarbeiten auch in ihrer Wohnung, ich helfe beim Schriftkram, den meine Mutter aufgrund einer Sehschwäche nicht mehr schafft, ich warte und pflege Vaters Auto, ich stelle ihm seine Medikamente zusammen und vieles mehr.

Keiner fängt da an, aufzurechnen. Aber ich bin mir sicher, dass ich mindestens genauso viel Zeit FÜR meine Eltern aufbringe, als sie für mich.

Was hat das mit Unselbstständigkeit zu tun?

Ich kann sehr wohl kochen, mache ich auch ab und an, meine Wäsche kann ich auch selber waschen. Bügeln wird eng, aber dann würde ich meine Hemden eben für 2 EUR pro Stück in die Reinigung geben. Will sagen, ich könnte ohne weiteres ab morgen auch alleine zurecht kommen. Meine Eltern hätten ohne mich größere Schwierigkeiten als ich ohne sie.

Aber es geht eben nicht nur um Haushaltsführung. Es geht um das zwischenmenschliche Zusammenleben. Alleine werde ich noch lang genug sein, wenn meine Eltern mal nicht mehr da sind. Da genieße ich jetzt lieber jeden Tag, der uns noch bleibt.
Es grüßt euch

Onkel ABobert

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Onkel ABobert » Freitag 5. Juli 2019, 16:47

yes_or_no hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 16:24
Vielleicht würds einem gut tun, sich nicht immer von den Eltern erzählen oder unterbewusst spiegeln/vorführen zu lassen, dass man nicht so ist, wie sie es sich vorgestellt haben.
Ist das denn so? Ich habe von meinen Eltern noch nie gehört, das ich nicht so bin, wie sie es sich vorgestellt haben. Klar, mir ist schon bewußt, dass meine Mutter sich vielleicht Enkelkinder wünschen würde, die ich ihr wohl niemals schenken werde. Aber das ist bei "normalen", aber kinderlosen Menschen doch nicht anders.
yes_or_no hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 16:24
Eigene Identität, man muss sich selbst annehmen. Und das ist einfacher, wenn man nicht 10x am Tag lauter unbrauchbare Kommentare über sich selbst anhören muss.
Das ist mir zu theoretisch. Ich habe niemals über meine Identität groß nachgedacht, ich bin halt, wie ich bin.
Ich habe größtenteils, aber eben nicht komplett, die gleichen Gewohnheiten und Ansichten wie meine Eltern, aber nicht, weil ich sie blind übernommen habe, sondern weil sie mir eben auch gefallen. Und diejenigen, die mir nicht zusagen, habe ich eben nicht übernommen.
Ich habe es noch nie verstanden, warum man als pubertierender Jugendlicher "aus Prinzip" gegen alles rebellieren sollte, auch wenn man es in Wahrheit gar nicht so schlecht findet?

Ich hatte das ganz konkrete Beispiel beim Musikgeschmack. Als Kind in den 70er-Jahren haben die meisten meiner Schuldfreunde, genauso wie ich, die deutschen Schlager der ZDF-Hitparade rauf und runter gehört. So ab 11, 12 Jahren wurde das dann "uncool" und die allermeisten hörten dann nur noch Pop- oder Rockmusik. Nun ist ja gegen eine Erweiterung des Musikgeschmacks nichts einzuwenden, auch ich hörte zusätzlich gerne Rock und Pop, aber deswegen finde ich doch die Musik, die ich noch vor ein paar Monaten geliebt habe, nicht plötzlich grottenschlecht, lästere über sie ab und bezeichne sie als Opa-Musik etc. - genauso haben es aber die meisten damals gemacht. Heute als Erwachsene darf man dann plötzlich wieder Helene Fischer hören, ohne das es oberpeinlich wird.
Ich dagegen habe nie aufgehört, Schlager und Volksmusik zu hören, und dennoch auch für Rock und Pop offen zu sein, So halte ich es bis heute.

Pubertierend war ich so gesehen nie (vom rein biologischen mal abgesehen), vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mich bis heute mit meinen Eltern so gut verstehe. Wir hatten einfach niemals Streß miteinander.
Es grüßt euch

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Polarfuchs » Freitag 5. Juli 2019, 17:06

Onkel ABobert hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 16:32
Eines fällt mir auf: Bei den "Skeptikern" kommt es hier so rüber, als ob der / die bei den Eltern wohnende aus purer Faulheit nichts macht, während Mutti ihm die Wäsche wäscht und das Essen macht. Aber das muss doch gar nicht so sein.

In meinem Fall ist es eine Arbeitsteilung. Ja, meine Mutter kocht und macht auch meine Wäsche, aber im Gegenzug erledige ich sämtliche Einkäufe (insbesondere die "schweren" wie Kartoffeln oder auch die Getränke, die meine Eltern selber gar nicht mehr kistenweise schaffen würden), ich erledige die Reparatur- und Renovierungsarbeiten auch in ihrer Wohnung, ich helfe beim Schriftkram, den meine Mutter aufgrund einer Sehschwäche nicht mehr schafft, ich warte und pflege Vaters Auto, ich stelle ihm seine Medikamente zusammen und vieles mehr.

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Ich kann sehr wohl kochen, mache ich auch ab und an, meine Wäsche kann ich auch selber waschen. Bügeln wird eng, aber dann würde ich meine Hemden eben für 2 EUR pro Stück in die Reinigung geben. Will sagen, ich könnte ohne weiteres ab morgen auch alleine zurecht kommen. Meine Eltern hätten ohne mich größere Schwierigkeiten als ich ohne sie.

Aber es geht eben nicht nur um Haushaltsführung. Es geht um das zwischenmenschliche Zusammenleben. Alleine werde ich noch lang genug sein, wenn meine Eltern mal nicht mehr da sind. Da genieße ich jetzt lieber jeden Tag, der uns noch bleibt.
Es ist ja sehr schön, dass du dich mit deinen Eltern so gut verstehst, aber wir Menschen leben nun einmal nicht ewig. Für mein Empfinden ist diese Beziehung zu eng. Hast du denn Freund oder Bekannte, mit denen du deine Freizeit verbringst?

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von LonesomeCoder » Freitag 5. Juli 2019, 17:30

Onkel ABobert hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 16:32
Aber es geht eben nicht nur um Haushaltsführung. Es geht um das zwischenmenschliche Zusammenleben. Alleine werde ich noch lang genug sein, wenn meine Eltern mal nicht mehr da sind. Da genieße ich jetzt lieber jeden Tag, der uns noch bleibt.
Finde ich auch. Nur schade, dass meine Eltern einfach gar nichts machen wollen :(
Polarfuchs hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 17:06
Es ist ja sehr schön, dass du dich mit deinen Eltern so gut verstehst, aber wir Menschen leben nun einmal nicht ewig. Für mein Empfinden ist diese Beziehung zu eng. Hast du denn Freund oder Bekannte, mit denen du deine Freizeit verbringst?
Der Punkt ist doch der: würde er Leute für die Freizeit finden, die nicht seine Eltern sind?
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
Wissenschaftliches Standardwerk über (männliches) AB-tum: https://www.springer.com/de/book/9783658059231
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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Polarfuchs » Freitag 5. Juli 2019, 17:42

LonesomeCoder hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 17:30
Onkel ABobert hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 16:32
Aber es geht eben nicht nur um Haushaltsführung. Es geht um das zwischenmenschliche Zusammenleben. Alleine werde ich noch lang genug sein, wenn meine Eltern mal nicht mehr da sind. Da genieße ich jetzt lieber jeden Tag, der uns noch bleibt.
Finde ich auch. Nur schade, dass meine Eltern einfach gar nichts machen wollen :(
Polarfuchs hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 17:06
Es ist ja sehr schön, dass du dich mit deinen Eltern so gut verstehst, aber wir Menschen leben nun einmal nicht ewig. Für mein Empfinden ist diese Beziehung zu eng. Hast du denn Freund oder Bekannte, mit denen du deine Freizeit verbringst?
Der Punkt ist doch der: würde er Leute für die Freizeit finden, die nicht seine Eltern sind?
Tja, genau das meinte ich. Vermutlich hat er keine weiteren Sozialkontakte. Und das ist für einen erwachsenenen Mann nicht gesund.

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von LonesomeCoder » Freitag 5. Juli 2019, 17:45

Aber wenn der Grund für die fehlenden Kontakte ist, dass der keine findet, selbst wenn er suchen würde und nicht, dass er es weil ihm seine Eltern ausreichen und er deshalb gar nicht sucht, dann würde die Wohnsituation keinen Unterschied machen.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von yes_or_no » Freitag 5. Juli 2019, 17:54

Onkel ABobert hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 16:47
yes_or_no hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 16:24
Vielleicht würds einem gut tun, sich nicht immer von den Eltern erzählen oder unterbewusst spiegeln/vorführen zu lassen, dass man nicht so ist, wie sie es sich vorgestellt haben.
Ist das denn so? Ich habe von meinen Eltern noch nie gehört, das ich nicht so bin, wie sie es sich vorgestellt haben.
Dann kannst du meinen Beitrag ignorieren, denn er bezog sich nicht auf Leute, die sowas noch nie von ihren Eltern gehört haben ;)

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von inVinoVeritas » Freitag 5. Juli 2019, 18:02

LonesomeCoder hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 17:45
Aber wenn der Grund für die fehlenden Kontakte ist, dass der keine findet, selbst wenn er suchen würde und nicht, dass er es weil ihm seine Eltern ausreichen und er deshalb gar nicht sucht, dann würde die Wohnsituation keinen Unterschied machen.
Und du denkst, dass da keinerlei Zusammenhang besteht zwischen der lebenslangen Fixiertheit auf die Eltern und dem nicht vorhandenen sozialen Umfeld?
Wenn man nochmal auf den Thread-Titel schaut könnte man langsam zu der Erkenntnis kommen, dass es nicht das absolut finale KO-Kriterium ist, sich aber mit Sicherheit insgesamt eher negativ auswirkt.
Ich würde sagen wir einigen uns einfach darauf, dass wir uns nicht einigen können. ;)

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von peter456 » Freitag 5. Juli 2019, 18:47

Onkel ABobert hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 16:32
[...]
Aber es geht eben nicht nur um Haushaltsführung. Es geht um das zwischenmenschliche Zusammenleben. Alleine werde ich noch lang genug sein, wenn meine Eltern mal nicht mehr da sind. Da genieße ich jetzt lieber jeden Tag, der uns noch bleibt.
Das ist die richtige Einstellung. :daumen:
Nutze auf jedenfall jetzt die Zeit mit deinen Eltern, die du noch hast, sonst wirst dus später mal bereuen.
LG

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Lonely_Boy18 » Freitag 5. Juli 2019, 19:17

Polarfuchs hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 14:39
Also, ich meine eine enge Beziehung zu den Eltern: gemeinsam essen, die Urlaube verbringen, Mutti kocht, wäscht die Wäsche, das "Kind" hat keine Freunde, ist angepasst oder es gibt immer wieder wegen Kleinigkeiten Streit. Diese Beziehung tut niemanden gut.
Gemeinsam essen klar, wenn man schon gemeinsam kocht ;). Urlaub würde ich niemals zusammen machen, will mein Vater auch gar nicht. Am liebsten würde ich mit einer Partnerin diesen verbringen, wenn es denn eine gäbe. Wäsche waschen ist auch abwechseln angesagt, wie es sich gerade ergiebt. Ich kenne alle Programme der Waschmaschine, was zusammen gewachsen werden darf und wo das Waschmittel im Supermarkt zu finden ist. Was ich allerdings nicht ab kann ist, wenn man meine Wäsche aufhängt oder abnimmt. Das mache ich selbst. Naja, zwei Freunde, mehr als mein Vater. Gibt selten Streit, wenn sagt man sich kurz seine Meinung, sucht eine Lösung und fertig. Wenn es so unharmonisch wäre, würde ich das auch gar nicht aushalten. Ich bin generell ein Mensch, der sehr verträglich ist und wenig auf "Krawall" gebürstet.
Onkel ABobert hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 16:32
In meinem Fall ist es eine Arbeitsteilung. Ja, meine Mutter kocht und macht auch meine Wäsche, aber im Gegenzug erledige ich sämtliche Einkäufe (insbesondere die "schweren" wie Kartoffeln oder auch die Getränke, die meine Eltern selber gar nicht mehr kistenweise schaffen würden) [...], ich helfe beim Schriftkram, den meine Mutter aufgrund einer Sehschwäche nicht mehr schafft, [...].

Keiner fängt da an, aufzurechnen. Aber ich bin mir sicher, dass ich mindestens genauso viel Zeit FÜR meine Eltern aufbringe, als sie für mich.

Was hat das mit Unselbstständigkeit zu tun?
Sehe ich ähnlich. Immer am Freitag oder Samstag erscheinen die wöchentlichen Werbeprospekte (Kaufland und Lidl bereits am Mittwoch). Da schauen wir nacheinander rein und weisen uns auf mögliche interessante Angebote hin (z.B. frischen Fisch bei Kaufland, macht schnell einen Unterschied von 10€/kg), schreiben einen Einkaufszettel etc. Fast alle Ketten gibt es im Umkreis von 2km. Je nachdem wie weit die entfernt sind, entscheiden wir dann spontan, wer dorthin geht und ob noch nach Lust was Zusätzliches gekauft wird. Da meinem Vater sehr schnell die Luft wegbleibt, trage ich alle schweren Sachen, falls wir zusammen gehen sollten. Getränke entfällt, da ich in der Regel nur Wasser aus der Leitung mit Sprudel trinke und daher nur die Kohlensäure besorgt werden muss. Ansonsten bezahle ich mittlerweile auch vieles bewusst selbst, nehme ungerne Geld zurück für einen Einkauf, weil das ein gutes Gefühl hinterlässt. Beispiel: Zweimal die Woche beim Erdbeerstand für knapp 10€ 1,5kg einkaufen. Da möchte ich nicht Geld in die Hand für bekommen :lol:.
Mein Vater ist eher ungebildet. In seinem Schriftverkehr ist selten ein Satz ohne Rechtschreib- und Grammatikfehler. Wenn ich die Zeit dafür habe, schaue ich über alles rüber. Ähnlich beim Lesen von Gebrauchsanweisungen und Medikamenten-Nebenwirkungen. Desweiteren helfe ich bei allen technischen Dingen im Haushalt. Nur von Handwerk (bohren u.a.) habe ich keinen Schimmer und zwei linke Hände.
Das hat meiner Meinung nach auch wenig mit Unselbstständigkeit zu tun, stimme dir da zu. Ich werde das Gefühl nicht los, dass das Thema Pflege in diesem Land aber eh sehr schwierig ist. Und damit meine ich nicht die Situation auf dem Arbeitsmarkt (fehlende Kräfte, schlechte Bezahlung, bewusste Herbeiführung von Migration aus den östlichen Ländern), sondern die Ansicht der Gesellschaft auf das Problem. Am besten soll man wohl möglichst weit vom Elternhaus wegziehen, ein vorzeigbares Leben vorweisen und 5 Jahre später, plötzlich, ganz überrascht tun, wenn die Eltern pflegebedürftig werden und sozial, wie man natürlich ist, mindestens 2x die Woche Stunden pendeln, um sie zu pflegen. Äh nein! Ideal wäre es natürlich, wenn genug Einkommen vorhanden ist, um eine junge, blonde Pflegehilfe zu bezahlen oder alternativ direkt einen Platz im Altersheim, wo sie auf Gleichgesinnte treffen. Die Besuche lassen aus Zeitmangel dann mit der Zeit nach, bis die Todesnachricht vom Heim per Post im eigenen Briefkasten landet :good:. Das ist sozial, selbstständig und unabhängig! Jaja, ich mache nur Spaß :mrgreen:.
Onkel ABobert hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 16:32
Meine Eltern hätten ohne mich größere Schwierigkeiten als ich ohne sie.

Aber es geht eben nicht nur um Haushaltsführung. Es geht um das zwischenmenschliche Zusammenleben. Alleine werde ich noch lang genug sein, wenn meine Eltern mal nicht mehr da sind. Da genieße ich jetzt lieber jeden Tag, der uns noch bleibt.
Ja, das stimmt. Mir wurde das schon mehrmals mündlich überliefert. "Du bist das einzige, was ich noch habe. Was würde ich nur ohne dich machen." Blabla...
inVinoVeritas hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 18:02
Und du denkst, dass da keinerlei Zusammenhang besteht zwischen der lebenslangen Fixiertheit auf die Eltern und dem nicht vorhandenen sozialen Umfeld?
Wenn man nochmal auf den Thread-Titel schaut könnte man langsam zu der Erkenntnis kommen, dass es nicht das absolut finale KO-Kriterium ist, sich aber mit Sicherheit insgesamt eher negativ auswirkt.
Ich würde sagen wir einigen uns einfach darauf, dass wir uns nicht einigen können. ;)
Es gibt bei mir zumindest einen deutlichen Zusammenhang. Auch wenn Verhaltensweisen unterwusst adaptiert werden, bin ich der Meinung, dass das nicht die einzige Ursache ist. Gründe siehe vorherigen Beitrag. Ja, den Eindruck habe ich auch gewonnen, auch wenn bei weitem nicht jeden Beitrag gelesen. Es sollte eine Funktion geben, nur die Beiträge der Frauen filtern zu können :D.
peter456 hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 18:47
Das ist die richtige Einstellung. :daumen:
Nutze auf jedenfall jetzt die Zeit mit deinen Eltern, die du noch hast, sonst wirst dus später mal bereuen.
LG
Wahrscheinlich die richtige Einstellung ethisch betrachtet. Gleichzeitig aber auch die Einstellung, die die Wahrscheinlichkeit den Status AB aufrechtzuerhalten, ständig auf einem hohen Niveau hält. Ja, das stimmt einerseits. Andererseits bereut man dann das Fehlende hinterher, was dann nicht mehr nachholbar ist.

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Gucki » Freitag 5. Juli 2019, 19:32

peter456 hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 18:47
Nutze auf jedenfall jetzt die Zeit mit deinen Eltern, die du noch hast, sonst wirst dus später mal bereuen.
LG
Ich wohne alleine und bin selbstständig seit ich 21 bin, die letzten 17 Jahre wohne ich mit meinem Mann zusammen – das bedeutet aber nicht, dass ich die Zeit mit meinen Oldies nicht nutze! Ich finde es seltsam, wenn man ewig bei seinen Eltern wohnt.

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von fidelchen » Freitag 5. Juli 2019, 19:39

peter456 hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 18:47
Onkel ABobert hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 16:32
[...]
Aber es geht eben nicht nur um Haushaltsführung. Es geht um das zwischenmenschliche Zusammenleben. Alleine werde ich noch lang genug sein, wenn meine Eltern mal nicht mehr da sind. Da genieße ich jetzt lieber jeden Tag, der uns noch bleibt.
Das ist die richtige Einstellung. :daumen:
Nutze auf jedenfall jetzt die Zeit mit deinen Eltern, die du noch hast, sonst wirst dus später mal bereuen.
LG
Im Gegenteil, das wäre eher ein Grund schon vorher auszuziehen... die Nabelschnur lieber langsam trennen, anstelle auf die Gefahr das es schnell geht... Den das kann leider ganz ganz schnell passieren...

Ausziehen heisst ja auch nicht automatisch sich total entfremden... Und eine Gute, Innige Bindung bemisst sich auch nicht an Zeit die man zusammen hat...
AWG = Alles wird gut :-)

Nach ganz strenger Definition bin ich ein "Normalo"
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Und fühlen tu ich mich wie ein "XX-AB"
Was bin ich nun?

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Xiangni » Freitag 5. Juli 2019, 20:00

Könnte der Wunsch vieler Frauen nach einem Mann, der nicht mehr bei seinen Eltern wohnt, nicht auch darin begründet sein, dass sie sich Sorgen macht, dass später mal der Haushalt an ihr hängen bleibt?

Ich kann gewisse Gründe für Wohnen mit den Eltern nachvollziehen: finanzielle (bspw. während des Studiums) oder zeitlich begrenzte (WG während des Studium, dann 1 Jahr reisen oder so und alles bei den Eltern untergestellt, Rückkehr, dann 2-3 Monate bei den Eltern wohnen während man einen neuen Job sucht). Aber jahrelang? Finde ich auch eher befremdend, auch wenn ich mich sehr gut mit meinen Eltern verstehe.

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Onkel ABobert » Freitag 5. Juli 2019, 20:32

Polarfuchs hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 17:42
LonesomeCoder hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 17:30
Onkel ABobert hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 16:32
Aber es geht eben nicht nur um Haushaltsführung. Es geht um das zwischenmenschliche Zusammenleben. Alleine werde ich noch lang genug sein, wenn meine Eltern mal nicht mehr da sind. Da genieße ich jetzt lieber jeden Tag, der uns noch bleibt.
Finde ich auch. Nur schade, dass meine Eltern einfach gar nichts machen wollen :(
Polarfuchs hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 17:06
Es ist ja sehr schön, dass du dich mit deinen Eltern so gut verstehst, aber wir Menschen leben nun einmal nicht ewig. Für mein Empfinden ist diese Beziehung zu eng. Hast du denn Freund oder Bekannte, mit denen du deine Freizeit verbringst?
Der Punkt ist doch der: würde er Leute für die Freizeit finden, die nicht seine Eltern sind?
Tja, genau das meinte ich. Vermutlich hat er keine weiteren Sozialkontakte. Und das ist für einen erwachsenenen Mann nicht gesund.
Ich habe Sozialkontakte. Nicht viele, diese aber tiefgehend und langjährig. Zwei Schulfreunde, einen davon treffe ich alle 2 bis 3 Wochen, mut dem anderen telefoniere ich alle ca. 2 Wochen und etwa 4 bis 5 mal jährlich treffen wir uns alle drei.

Weiterhin, eine Stufe niedriger, mehrere Arbeitskollegen, dies dann allerdings mehr innerhalb der Arbeitszeit. Ab und an wird auch Mal etwas unternommen, aber nicht sehr oft.

Mehr war es nie, muß aber auch nicht sein
Es grüßt euch

Onkel ABobert

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Lonely_Boy18 » Freitag 5. Juli 2019, 20:34

Xiangni hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 20:00
Könnte der Wunsch vieler Frauen nach einem Mann, der nicht mehr bei seinen Eltern wohnt, nicht auch darin begründet sein, dass sie sich Sorgen macht, dass später mal der Haushalt an ihr hängen bleibt?
Hier wurden aber einige Beispiel aufgezeigt, die beweisen, dass auch das komplette Gegenteil vorkommt. Die Männer lernen gerade durch die elterliche Versorgung, wie der Haushalt funktioniert und eine gewisse Selbstverständlichkeit, diesen regelmäßig zu erledigen. Könntest du dir denn umgekehrt vorstellen mit einem Mann zusammenzuleben, der den Haushalt inkl. Kind komplett übernimmt, während du Hauptverdienerin bist? Das können sicherlich die wenigsten, entspricht halt nicht der Rolle, hat man nicht nötig etc. Ich habe mit Sicherheit mehr Erfahrungen mit Kindern vorzuweisen, als viele Frauen in meinem Alter. Abgesehen von Babys, da hätte ich berechtigte Angst etwas falsch zu machen. Im Altersbereich zwischen Kindergarten und Pubertät ist das kein Problem da Verantwortung zu übernehmen.

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Gatem » Freitag 5. Juli 2019, 22:41

Polarfuchs hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 17:42
Tja, genau das meinte ich. Vermutlich hat er keine weiteren Sozialkontakte. Und das ist für einen erwachsenenen Mann nicht gesund.
Mag ja sein, aber es kann ja nicht die richtige Empfehlung sein jemandem, der nur noch wenige soziale Kontakte (nämlich seine Eltern) hat, dazu zu raten diese auch noch zu kappen. Damit verbessert sich die Situation ja nicht, sondern wird nur noch schlimmer.

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von LonesomeCoder » Freitag 5. Juli 2019, 23:00

inVinoVeritas hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 18:02
Und du denkst, dass da keinerlei Zusammenhang besteht zwischen der lebenslangen Fixiertheit auf die Eltern und dem nicht vorhandenen sozialen Umfeld?
Nur in Einzelfällen. Ich denke bei den meisten Leuten ohne soziales Umfeld spielen viele andere Ursachen dafür eine Rolle, aber dass jemand bewusst nicht sucht (aber gleichzeitig Erfolg haben könnte), weil die Eltern ausreichen, würde ich als sehr selten ansehen. Im Teeny-Alter werden die Eltern meist peinlich und das Kind will was ohne sie machen und/oder sich bewusst von den Eltern abgrenzen. Ich etwa hätte gern seit jeher ein über Nerd-Männer hinausgehendes Umfeld, aber klappt wegen meiner Eigenschaften nicht und nicht weil ich nicht suche wurden.
Xiangni hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 20:00
Könnte der Wunsch vieler Frauen nach einem Mann, der nicht mehr bei seinen Eltern wohnt, nicht auch darin begründet sein, dass sie sich Sorgen macht, dass später mal der Haushalt an ihr hängen bleibt?
Ich weiß nicht, man könnte genau so alleine wohnenden Männern mit Wunsch nach einer Beziehung mit zusammen wohnen unterstellen, dass keine Lust mehr auf Haushalt machen eines ihrer Motive zur Suche nach einer Beziehung ist.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
Wissenschaftliches Standardwerk über (männliches) AB-tum: https://www.springer.com/de/book/9783658059231
Geschlechtsspezifische Partnerwahl und Sexualitätsmerkmale: https://d-nb.info/1037687477/34

Reinhard
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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Reinhard » Freitag 5. Juli 2019, 23:39

LonesomeCoder hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 13:34
Polarfuchs hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 08:20
Im Erwachsenenalter noch bei den Eltern zu wohnen, bedeutet auch sich nicht weiterentwickeln zu können.
Und das ist für jeden Erwachsensen ein Thema. Man ist dann komplett für sein eigenes Leben verantwortlich: Beziehungen, Schutz vor Einsamkeit, Sport, Hobbys, Kochen, Waschen, Gesundheit usw.
Wer das alles nicht kann, organisiert sich eben professionelle Hilfe von aussen.
Pauschal so falsch. Manche werden im Elternhaus reif, andere außerhalb, es gibt nicht nur "reift außerhalb". Außer im Kindergartenalter haben sich meine Eltern nie drum gekümmert, Freunde zu finden, bei Hobbys oder Frauen finden gar nie was.
Polarfuchs hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 11:01
Es ist doch gut, dass du überhaupt ausgezogen bist. Die Herausforderung ist z. B. wie man seine Freizeit und sein Wochenende verbringt. Also, es vermeiden jedes Wochenende bei den Eltern zu verbringen.
Gibt es vielleicht Hobbys, denen man nachgeht oder Freunde und Bekannte, mit denen man die Freizeit verbringen kann? :)
Meine Eltern und ich haben keine gemeinsamen Interesse und beide sind stille, extreme Intros, die selbst miteinander kaum reden und so gut wie Ausflüge machen. Da wäre bei mir zwischen Elternhaus und wo alleine wohnen gar kein Unterschied. Sofern ich nicht das komplette WE alleine hinter Monitor sitzen will, muss ich mir schon eh und jeh selber was ausdenken.

So ähnlich ist das bei mir auch (bezieht sich auf beide Aussagen von LonesomeCoder). Kann ich mich nur anschließen.

Ich meine, beispielsweise, zur Aussage "selbst verantwortlich für Schutz vor Einsamkeit". In einer eigenen Wohnung hätte ich vermutlich Zeiten, wo ich tagelang keinen anderen sehe und wäre glücklich damit. Alleine, aber glücklich. Bis ich Einsamkeitsgefühl entwickle kann es wirklich dauern. Wo ist jetzt der Vorteil?

Oder beispielsweise zur Freizeitgestaltung ... das letzte Mal, dass mir die Eltern zu dem Thema überhaupt irgendwas gesagt haben, da war ich 17 oder so um den Dreh, und es war vielleicht so ein Tip wie "geh doch mal aus". OK, hätte ich da doch mal auf sie gehört ... :mrgreen: ... naja, jedenfalls ist der Punkt, dass räumliche Distanz dafür keinen Unterschied machen würde. Wenn man das "emotionale Unabhängigkeit" nennen will, dann hatte ich die schon soooo lange, dass das vielleicht sogar die Ursache ist, dass ich keine rebellischen Teenagerjahre hatte. Wo nichts ist, gegen das man rebellieren kann, dann fällt das halt aus. Oder ich habe schon recht früh wie ein Erwachsener gedacht. (Wobei man diese Rebellionsphase auch in den frühen Zwanzigern noch haben kann, ich nenne sie jetzt nur mal so.)

Jetzt kann man vielleicht argumentieren, dass man rebellische Teenagerphase braucht, um erwachsen zu werden. Möglich. Dann bin ich halt keinesfalls erwachsen ... ist mir aber jetzt auch wurscht. Aber dann sind wir jetzt bei einer anderen Frage als die Wohnsituation, weder würde ein späterer Auszug dann die Rebellionsphase einläuten (gerade wenn man schon jenseits der 30 ist); noch würde das Hintersichhaben der Phase daran erkennbar sein, dass man ausgezogen ist. Da besteht ja dann kein Zusammenhang.
Mag ja sein, dass jeder seines Glückes Schmied ist.

Aber dabei sollte nicht vergessen werden, dass manche von Haus aus eine komplette Werkstatt mitbekommen, und andere nur einen Hammer und nicht mal einen Amboss.

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