Kurz gesagt: ich bin Mitte 30 und hatte noch nie eine Freundin.
Etwas länger: ich bin eigentlich ein kontaktfreudiger Mensch, der auch gern unterwegs ist. Aber wenn es um Intimität, Sex oder dem Anbahnen einer Beziehung geht, war ich schon immer speziell.
Früher lag es daran, dass ich nicht einmal ansatzweise über meine Gefühle sprechen konnte, sehr schüchtern in diesen Dingen war und alles bis ins Detail analysiert habe um bloß nichts falsch zu verstehen oder übergriffig zu wirken und so alles kaputt mache (was ja am Ende Teil des Problems wird). Das wurde mit der Zeit zwar etwas besser, aber ich merkte dafür, dass es mir schwer fällt mich für jemanden zu interessieren. Und nach den Rückschlägen auf dem Lebensweg wird man in meiner Situation eh vorsichtiger, zudem fehlt es am know how, welches Frauen in einem gewissen Alter schon beim Dating als normal erwarten. (z.B. gerade wenn jemand wie ich eigentlich offen wirkt, aber bei den nächsten Schritten vorsichtig bleibt…)
Naja in den letzten 10 Jahren gab es insgesamt nur 4 Frauen von denen ich mehr wollte als nur Freundschaft und eine davon war eigentlich eher eine Art Rettungsanker als ich vor vielen Jahren ne Art Lebenskrise hatte und mich sehr zurück gezogen hatte. Aber wir hätten objektiv betrachtet überhaupt nicht zusammen gepasst.
Bei den anderen 3 hätte es aus meiner Sicht passen können, aber ich habe so gut wie keine Erfahrung und es daher entweder komplett verbockt bevor es überhaupt mit Nähe losgehen konnte oder sie waren nicht interessiert oder es wurde mit der Zeit eine Mischung aus beidem.
Nun ist die Geschichte mit der letzten der drei Frauen noch nicht sehr lange her, aber es endete wie zuvor. Mit dem Unterschied, dass sie mich von ihrer Art gepackt hatte wie keine zuvor. Die "positiven Ausschläge" wenn wir uns sahen, waren vom ersten Tag an da und unvergleichlich. Die negativen genauso nachdem alles erledigt war. Im Gegensatz zu früheren Körben kam ich allerdings überhaupt nicht damit klar, als sie mich final abgeschossen hatte. Es war monatelang ein einziger Horror. Auf Details verzichte ich Mal.
Mir war schon lange klar, dass ich kein Typ für ons/ nur-Sex-treffen bin. Bei mir muss einfach sehr viel zusammen passen, dass ich mich überhaupt auf mehr einlasse. Allerdings wurde es monatelang nach ihrem Korben nicht besser und so hab ich es doch Mal riskiert mich einfach nur für Sex zu treffen, manche schwören ja darauf. Ich hab mich dabei wie erwartet nur unwohl gefühlt, recht schnell abgebrochen und geholfen hatte es auch nicht.
Generell würde ich schon gern jemanden an meiner Seite haben, aber es klappt bei mir halt auch nicht mit irgendwem. Und mit den für mich Interessanten klappt es halt gar nicht.
Das war für mich sonst eigentlich nicht so belastend. Stellenweise Nervig? Natürlich. Motto: wird schon noch, wenn es passt.
Wer mich nicht länger kennt, würde wohl nicht vermuten, dass ich noch nie in einer Beziehung war und Sex letztlich auch nicht wirklich.
Aber die letzte Frau hatte meine Welt auf den Kopf gestellt. (Wir haben zusammen gewohnt in ner WG). Auch wenn ich dieses Gefühlsdrama von damals verarbeitet habe, seit ihr merke ich zum ersten Mal wirklich öfter das Gefühl, dass mir jemand im Leben fehlt. Aber das ist halt dann auch jemand, der so ist wie sie. Also ist mittlerweile eher noch ein weiteres Problem dazu gekommen, welches ich vor ihr gar nicht kannte.
Als ich in den Monaten nach dem Korben richtig mies drauf war, dachte ich manchmal, es wäre besser gewesen, wenn ich sie überhaupt nicht kennen gelernt hätte (frei nach dem Spruch aus Matrix "Unwissenheit ist ein Segen").
Wenn ich ein normaler Mitdreißiger gewesen wäre, hätte ich das ja auch ganz anders angepackt, mit einem ganz anderen Erfahrungsschatz… Aber so musste ich mich überhaupt erstmal herantasten und war total überfordert. Dieses Überfordertsein hat sie damals voll abbekommen als es mal nicht so lief, wie ich es mir vorstellte. (Launenhaft, Drama, meine übersteigerte Erwartungshaltung)
Nun haben wir seit kurzem wieder Kontakt und ich merkte, dass ich immer noch interessiert wäre.
Grundsätzlich muss ich sagen, bei ihr will ich noch eine Weile offen bleiben, ob sich dieses mal etwas ergibt. Aber sie durchlebt seit einigen Monaten selbst eine persönliche Krise, wodurch sie verständlicherweise das Thema grundsätzlich abblockt. Nur wenn ich ihr aktuell hinterher dackle, wird das ja auch nix werden...
Zumindest wohnen wir ja logischerweise nicht mehr zusammen, das macht es entspannter. Gerade auch wenn es schief geht. Falls es jedoch wieder überhaupt nichts wird, habe ich schon lange den Gedanken, es überhaupt nicht nochmal mit einer „Beziehung zu versuchen".
Ich meine, mein Liebesleben lief so, wie es eben lief. Nämlich gar nicht. Das wird sich nicht um 180° ändern. Also selbst wenn ich in einigen Jahren wieder jemanden treffen sollte, der passen könnte, wird es doch wieder nichts werden und nur mehr oder weniger Enttäuschung bei mir am Ende übrig bleiben. Und irgendwann ist der Zug auch abgefahren.
Um ehrlich zu sein, wenn auch der 2. Anlauf (es entspannter versuchen, ohne dieses ganze Drama bei mir usw.) bei ihr nicht klappt, will ich einen Notfallplan für die Zukunft haben... eine Mauer um mich bauen, die mich emotional abschirmt. Keine falschen Hoffnungen mehr. Abschließen mit dem ganzen Thema Dating, Sex, Beziehung. und diesen Gedanken irgendwann mit der Richtigen vielleicht, vielleicht auch nicht ne Family gründen endgültig zu den Akten legen.
Auch wenn es insgesamt nicht viele Frauen gab, bei denen ich es versucht habe, hat das Alles schon Spuren hinterlassen. Das waren nun mal nicht irgendwelche, mit denen man nur Mal in einer Bar redet oder welche mit denen es nach 2 Dates nichts wird und die man danach nie wieder sieht..
& dann muss man einfach Mal bilanzieren, dass mit 5/6 Frauen von denen ich in den letzten 15 Jahren mehr wollte, rein gar nichts positives entstanden ist bzw. ich nichts positives aus diesen Geschichten mitnehmen konnte...
Hat da jemand für sich vllt einen Lösungsansatz entwickelt um gar nicht mehr in Versuchung/Gefahr zu kommen, dass sich eine emotionale Beziehung aufbaut oder man in einem schwachen Moment dem Wunsch doch nachgibt?
oder versuchen die meisten hier trotzdem noch jemanden zu finden?
Mich Als Lösung (nach Corona) komplett zurück zu ziehen und einfach nur zuhause zu bleiben, passt nicht wirklich zu mir und würde mich auf Dauer auch belasten
vielleicht hat ja jemand ne Idee oder einen völlig neuen Denkansatz für mich.
sorry für den Roman